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und 1814 wurden Knollen einer dunkelrothen Art nach Paris gebracht. Aus diesen Samen und Pflanzen sind nach und nach unsere jetzigen Dahlien entstanden. Die ersten etwas gefüllten Blumen sah man schon vor 1820, aber gegen das Ende der zwanziger Jahre gab es schon überall zahlreiche Sorten von allen Farben, welche vorzüglich in England und Norddeutschland gezogen wurden. Die Leichtigkeit der Cul­tur, die Pracht und Mannichfaltigkeit der Farben, die herr­liche Wirkung, welche die Blume in den Laudschaftsgârten hervorbringt, macht sie, wenn auch nicht zu Lieblingen, wie die Rose, Nelke, Levcoye u. s. w. , doch für alle größeren Gärten unentbehrlich. Recht eigentlich in die Mode kamen sie nach 1830, und es wurden aus Deutschland große Sum­men dafür nach England geschickt. Hundert Thaler für eine neue Blume war noch vor einigen Jahren kein ungewöhnli­cher Preis, während jetzt die theuersten nicht über fünf Tha­ler kosten. Die meisten und besten Dahlien werden jetzt in Deutschland gezogen, und vorzüglich zeichnet sich der kleine Ort Köstritz bei Gera im Fürstenthume Reuß darin aus. Gegenwärtig ist die Dahlia zwar als vortreffliche Decora- tionspflanze überall gesucht und selbst bevorzugt, aber die ei­gentliche Sammelwuth hat sich verloren, obschon die Blumen auch in der letzten Zeit noch vollkommener geworden sind. Man ist der Meinung, daß die Dahlienzucht ihren höchsten Punkt erreicht habe, und gegenwärtig ist das Bestreben der Züchter auf Erzeugung von Zwerggeorginen und ihre Hoff­nung auf die ersehnte blaue Blume gerichtet, für deren Er­zeugung in England ein Preis von mehreren tausend Pfund gesetzt worden ist. Die Dahlien sind besonders für große Gärten geeignet und bilden die beste Vermittelung zwischen Gehölz und niedrigen Blumen, eignen sich aber ihrer steifen Form wegen auch sehr gut in regelmäßigen Anlagen.

Unter den seit 50 Jahren eingeführten Topfgewächsen ist keines so allgemein verbreitet worden als die Hortensie, welche Sir Joseph Blanks 1790 aus China oder Japan, wo sie ebenfalls in den Gärten gezogen wird, nach Europa brachte. Obschon steif und ohne Wohlgeruch und Mannichfaltigkeit ist sie doch eine Prachtblume ersten Ranges, erfreut durch ihre lange Blüthezeit, ist leicht zu behandeln und ist daher sehr schnell eine Zierde aller Gärten und Blumenfenster geworden. Ihr Erscheinen machte wahrhaft Aufsehen, welches sich noch steigerte, als man durch Anwendung eisenhaltiger Erden blaue Blnmen erzielte. Da auch in größeren Gärten die Hortensie als Dekorationspflanze unersetzlich ist, so ist ihr Fortbestand jedenfalls gesichert.

Die Pelargonien oder Geranien, welche zu Ende des vorigen Jahrhunderts vom Cap eingeführt wurden, haben sich durch die Cultur so verändert, daß nur noch die Blätter an die Stammpflanzen erinnern. Von 18251835 machten sie

sich in den Gärten über die Gebühr breit, so daß andere bessere und eben so gute Pflanzen darunter litten. Später verlor sich die Lust daran ganz und gar, aber seitdem aus England wieder so ausgezeichnet schöne und auch in Bezug auf reiche und lange Blüthe die früheren Sorten übertreffende Pelargonien gekommen sind, haben sie den Beifall aller Blu­menfreunde wieder erhalten.

Noch wichtiger sind die Camellien, welche schon seit 1739 aus China eingeführt wurden, aber erst nach 1820 in die Mode kamen und Florblumen wurden. Die Liebhaberei zu diesen Blumen steigert sich mehr und mehr, und schon wird sie hie und da mit Glück im Zimmer gezogen. Unter allen Blumen verdient auch keine mehr eine solche Begünstigung, denn an Schönheit der Form und Farben mit den Rosen wetteifernd, ja, sie übertreffend, haben sie die schönste Belau­bung und die vortreffliche Eigenschaft, daß ihre Blüthen wäh­rend der ganzen Wintermonate erscheinen. Die Camellie hat ihre eigene Literatur, wozu indessen die Deutschen nicht viel beigetragen haben. Die meisten neuen Sorten werden in Italien gezogen, außerdem noch in Belgien, Frankreich und Nordamerika. Deutschland hat nur an einzelnen Orten zur Veredelung dieser Pflanzengattung beigetragen, z. B. in Dresden.

Auch die indischen Azaleen und die Alpenrosen (Rhodo­dendron) haben viele Freunde und gehören zu der schönsten Zierde der Gewächshäuser; sie sind beliebte Zierpflanzen ge­worden, ohne daß die Leidenschaft sich ihrer bemächtigt hat.

Weit gesuchter, bereits in Palästen und Hütten einhei­misch, sind die Fuchsien. Einige klein blühende Arten wurden schon in früherer Zeit eingeführt, aber erst nach 1830, als mehrere sehr großblumige Arten nach Europa gebracht wor­den waren, entstanden durch gegenseitige Befruchtung die Hunderte von köstlichen Spielarten, welche jetzt in den Gär­ten und Fenstern prangen.

Dasselbe gilt von der Verbena, wovon lange nur eine einjährige blaßrothe und eine ausdauernde hochrothe Art vor­handen war, bis gegen 1834 mehrere großblumige mit hellen Farben dazu kamen, durch deren Vermischung die prachtvollen Sorten der Neuzeit entstanden sind. Seit 1848 haben sich die Verbenen so vervollkommnet, daß ihre Pracht wahrhaft in Erstaunen setzt. (Schluß folgt.)

Jur Tagesgeschichte.

** Ueber die Hemmnisse, welche der Verkehr, namentlich auf den Eisenbahnen, in den festen Tagen in Folge des Schnee­falls erfahren hat, laufen von den verschiedensten Seiten Nach­richten ein. Wir heben darunter mir einige der auffallenderen hervor. Zwischen Brüffel und Lüttich wurde ein Zug 24 Stun­den lang durch heftiges Schneetreiben aufgehalten; einem Pfar­rer und einem Pächter gelang es, den Reisenden und dem Bahn- personal Lebensmittel zuzusühren. Aus Düsseldorf wird unterm