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Der Wanderer

Belletristisches Beiblatt ;ur Nassauischen Allgemeinen

H>. 41. Donnerstag den 17. Februar /«-S.

^Ue Sefchichtcn.

Erzählungen eines alten Fiedlers.

(Fortsetzung.)

Aber was ist denn das mit dem Peter, den ihr beide immer anruft?" fragte ein Zuhörer den Alten.Das kann er uns immerhin sagen."Ei den Teufel, 's ist wahr!" meinte der Fiedler.Das hab' ich vergessen; aber Hans und Peter sind zu sagen Eins. Wer den eineu nennt, meint auch den andern. Nun, der Kaptain hatte einst sein Kind mit einer Katz' verglichen, und der Herrgott schickte daher in das Herz des Jungen eine Vorliebe für alles, was Katze heißt. Da er älter ward, zog er sich selbst so eine Kreatur auf, weiß und grau geflammt und Peter geheißen, hegte und pflegte, fütterte und wirthschaftete, bis das Geschöpf ihm an­hänglich genug ward, niemals von ihm wich und ihn aller- wärts, auch zu Boot und Schiff begleitete. Selbst aus dem Schiffbruck hatt' es sich mit ihm an den Strand und durch das weite Land daher salvirt. Der Peter war nicht mehr jung, aber eine wahre Staatskatze, wenn er hinter seinem Henn drein trabte, hochbeinig und keck, und den Schwanz so stolz und gerade in die Luft hielt, wie ein Musketierer sein Gewehr. Kam ein Hund, so gab's krause Haare und Ohr­feigen ; ging's gar nicht anders, so sprang er auf seines Herrn Schulter und sah sich die Welt höchst gemächlich von oben an und spielte mit seinem Schwanz ganz behaglich. Kurz, die waren Eins und man hatte beide zu Freunden oder zu Fein­den, je nachdem.

Also, der kam nun auf seines Herrn Oluf daher gesetzt, sprang auf die Schulter und strich sich spinnend und schnur­rend an dem Kopf und der Seehundsmütze seines Gebieters. Ja. ja, Peter, mein alter Kerl!" sprach Hans und streichelte den aiten fidelen Burschen;das ist ein Glück, daß wir wie­der bei einander sind, wüßte gar nicht, wie's ohne dieß wer­den sollte: Aber, Peter, du müßtest doch d'ran glauben, wenn's die Eva gelten würde, so lieb hab' ich die Dirne schon! Den Peter könnt' ich für sie geben, und so weh es mir thun möchte, d'ran müßt' er! Und nun gute Nacht,

Steffen!" fuhr er fort und schüttelte mir die Hand;geh? nach Haus. Es ist ein sündlich Wetter und ich habe nur noch drei Sprünge nach Hause."Ei," entgegnete ich, laß mich nur; auf dem Gucker haben sie dich, Hans, und zwei sind besser als einer."Bah!" meinte er.Was wollen sie? Die können sich die Nas' wischen, mir thun sie nichts."Immerhin, Hans," sagt' ich,'s ist so bester." Es war doch schier, als ob ich's vorher gewußt, was kommen würde, als ob ich hätte, was sie dort zu Lande wohl das zweite Gesicht nennen. Denn als er antwortete:Ei, Stef­fen, was ist das? Bist doch sonst kein Hasenfuß! Und wir sind hier nicht in Barcellona oder Neapolis, wo einer sich für sein Leben umsehen muß;" da spoang hinter dem nächsten Hause und aus dem dritten Kanonenboot mehr als eine dunkle Gestalt hervor; wir sahen uns umringt, gepackt. Stillhalten aber war unsere Art nicht, und im nächsten Au­genblick standen wir an dem Staket, das den nächsten kleinen Hausgarten einfaßte, und sie um unS, aber manierlich und ohne uns auzufassen. Denn bei den Altenwykern war damals in ähnlichen Fällen kaum mehr zu holen, als ein paar Zoll kalten Stahls. Das wußten sie.

Und schritten die Gerichte denn nicht gegen solch' ein Blutwesen ein?" fragte der Jäger.Hm!" machte der Alte höhnisch.Mein Jesus, warum nicht? Aber die Schifffahrt ging gut und der Thäter war bald draußen und sagte: be­hüte dich Gott, Obrigkeit! Kam man dann nach einigen Jah­ren wieder, so fand man das Ding verblutet. Von wirkli­chem Todtschlag aber hab' ich Zeit meines Lebens nur ein- oder zweimal gehört. Wer's austheilte, wehrte sich gemeinhin nur seiner Haut und seines Rechts; wer's kriegte, hielt nicht still, da er recht gut wußte, daß solch ein Eisen seinen gera­den klaren Kurs und tiefer geht, als man oft denkt und will. So ist's, so war's, so standen wir und Hans flüsterte:Soll ich?"Bei Leibe nicht!" murmelte ich.Bist du nicht klug? Derer werden wir wohl noch allein Herr!"- Und somit fuhr ich in die Tasche, klappte mein Messer auf und hielt es ganz heimlich parat. Er meinte aber, ob er rufen * solle r «Stey' bei, Altenwyk!" DaS war der alte Rothruf,