welche noch einmal in Leinwand eingeschlagen ist, auf das Ende der Tafel. Jeder Korb, der mit verschiedenen Nummern bezeichnet ist, welche den Verkäufer und das Gewicht bedeuten, für deren Richtigkeit die Beamten einstehen, geht von Hand zu Hand, damit dessen Inhalt mit langen, unseren Marktziehern ähnlichen Instrumenten geprüft werden kann, bis zum Auctionator, der ihn dem Meistbietenden zuschlägt. Die Buchhalter notiren sofort das Nöthige und ein Fort de la Halle trägt die Körbe entweder unmittelbar zum Käufer, wenn derselbe bekannt ist, oder zu einem Bureau, wo die Bezahlung vor Auslieferung der Waare erfolgen muß. Vorzugsweise Frauen sind bei diesem Handel beschäftigt, und unter ihnen sollen einige über 20,000 Franken jährlich zu dis- ponircn haben; die Damen dieses Buttermarktes dürften jedenfalls die am wenigsten charakteristischen der Hallen sein, da sie zum Theil von den unangenehmen Folgen, welche der Detailverkauf von Lebensmitteln sonst nach sich zu ziehen scheint, befreit sind. Ihre Nachbarinnen sind dagegen die eigentlichen Repräsentantinnen der Pariser Amazonen.
(Fortsetzung folgt.)
Äunstnotiz.
Die größten deutschen Schöpfungen auf dem Gebiete der Malerei sind ohne Zweifel Kaulbach'S Wandgemälde in dem Treppenhause des neuen Museums zu Berlin: In 6 großen 20 Fuß hohen und 24 Fuß breiten Hauptfeldern stellen sie die Hauptepochen der Geschichte in der „Zerstörung des Thurms von Babel", in der „Blüthe Griechenlands", in der „Zerstörung Jerusalems", in der „Hunnenschlacht", in den „Kreuzzügen" und in einem „Symbolischen Bild" welches unsere Zeit charakterisirt, dar. Der Name ihres Meisters bürgt ohne Weiteres für die Tiefe des Gedankens, für den Reichthum und die Mannigfaltigkeit der Gruppirungen, für die vollendete Schönheit der Gestalten. In den Zwischenfeldern jener Hauptdarstellungen und dieselben gleichsam zur Einheit verbindend befinden sich theils die Gestalten großer Gesetzgeber der Völker, theils symbolische Repräsentationen dieser und Darstellungen aus ihrer mythischen Geschichte. Ueber alle diese Bilder zieht sich ein 3 Fuß breiter Fries, welcher in einem heiteren Arabeskenspiel von schönen Knabengestalten durchzogen, gewissermaßen den Ernst der Geschichte märchenhaft wiederholt. Endlich zeigen die Thürstücke die Gestalten der „Sage", der „Geschichte", der „Wissenschaft", der „Poesie"; denen sich an den Fensterwänden die Gestalten der „Malerei", der „Bildhauerei", der „Baukunst" und „Musik" anschließen. Durch den Hofbuchhändler Alexander Duncker sind ausgezeichnete Meister der Kupferstechkunst, die Herren E. Eichens, A. Hoff, mann, L. Jacoby gewonnen worden, um jene herrliche Kom
position unter Kaulbachs eigner Ueberwachung auf 18 klew ren und 6 größeren Blättern zum Eigenthum weiterer Krq zu machen. Die erste der zehn Lieferungen wird bereits i diesem Monat ausgegeben werden, und das ganze Werk r Exemplaren mit der Schrift 24 Thlr., in Exemplaren N der Schrift 36 Thlr. Pränumerationspreis kosien. Wir ww schen im Interesse deutscher Kunst und zur Ehre deutsch». Kunstsinns, daß das großartige Unternehmen des Herrn Duick ,- vom glücklichsten Erfolg begleitet werde.
Theater.
Der Enthusiasmus für die Sängerin Cru velli, welcher»» London her ein großer Ruf voranging, hat sich in Frankfurt wahr« ihres Gastspiels nicht als ein dauernder bewährt. 3m „Barbier»» Sevilla" und in der „Nachtwandlerin" blieb sie weit hinter den Ib ( Wartungen eines Publikums zurück, bei welchem die Sonntag und dir ; Lind im besten Andenken stehen. Die Cruvelli hat Schule, allein ihn 1 Stimme hat die Schattenseite, daß ihre höheren Töne scharf sind« daß das Piano bei sichtlicher Anstrengung der Sängerin ein mV 1 ist. Schauspielerin ist die Cruvelli gar nicht. Daß man ihr bei Ä dem 1500 Franken für den Abend bezahlt, daß sich ein deutsches M cum noch dazu gefallen läßt, daß sie, eine geborne Deutsche, italiemit ; singt, ja, in Opern, wie der „Barbier", den Dialog ganz weg® . und die stumme Figur spielt, das gehört zu den unbegreiflichen Bi» gen. Dr. E. Sattler rügt diese lächerliche Anmaßung in den di» maturgischen Blättern des Frankfurter Conversationsblattes in efa so entschiedener, als würdiger Weise, wie auch letzteres es von D war, das in den künstlich hinaufgeschraubten Cruvelli-EnthufiaSN- nicht miteingestimmt hat.
Zur Tagesgeschichte.
Ein Uhrmacher zu Paris, Vital-Moinau, beschäftigte sich seit M unddreißig Jahren mit Anfertigung einer Maschine, welche die äuf gäbe des Perpetuum mobile lösen sollte. Er litt während dich! langen Zeit große Entbehrung und ertrug ruhig die Spöttereien fei®1 Freunde und Bekannten, welche ihn für verrückt hielten. Am 2. 0(l tober vollendete er seine Maschine und rief aus: „Nun kann ich!"' frieden sterben: mein Werk ist beendigt!" Kurz nachher ging er M fiel aber, kaum auf die Straße gekommen, vom Schlage getroffen M zur Erde. Die Aerzte schreiben den Schlag-Anfall einzig dem M' maße seiner Freude zu.
Morton, der pariser Correspondent der Daily News bissen T öd tun g durch Hrn. Bower, den pariser Berichterstatter bei Morning Advertiser, in Paris ein so trauriges Aufsehen macht, stainmii ans einer guten Familie, war in Cambridge graduirt und ein SW von nicht gewöhnlichen journalistischen Talenten. Er war seit dem Entstehen der Daily News bei diesem Journal fir angestellt, und W’ sah zuerst den Posten eines Correspondenten in Konstantinopel, später der Reihe nach in Athen, Madrid, Wien, Berlin und zuletzt in M^ Daily News widmet seinem Andenken einige Worte herzlicher Ane? kennung.
Es sollen auf dem Wege von Hel sing ör bis Stettin- Schiffe in den letzten Tage verunglückt sein. _
Verantwortlicher Redacteur: Dr. JLJM*.
Druck und Expedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden, Langgaffe.