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Bei meiner Seele, Juanita!" sagte er,ich will Unsere Verbindung, eie j tzt der einzige Gegenstand mei­ner Wünsche, ist beschleunigen."

Juanita erröchte, aber ihr Blick »erriet^ ihre Ein' tvilligung in den sehnlichen Wunsch ihres Verlobten. Don Graviel stürzte aus's Verdeck.

Wende das Schiff nach dem Lande, Brimbollio, und steuere in die erste kleine und bewohnte Bucht der Insel PinoS."

Dieser Befehl wurde befolgt. Vor Anbruch deS Ta- geS lag die Caprichosa vor Anker, bei einem ziemlich volkreichen, den Küstenfahrern deS Landes wohlbekannten Flecken.

Fernando wurde anS Land geschickt, mit dem Auf- tragc, einen Priester an Bord zu bringen, und schon die ersten Strahlen der ausgehenden Sonne beleuchteten die Trauungsfeierlichkeiten deS Don Graviel BadojoS und der Donna Juanita de las ESmaduraS. Ein ehrwürdiger Franciökaner, noch ganz erschrocken über die fast gewalt- thâtige Entführung zum Bord der Caprichosa, ertheilte dem jungen Paare seinen Segen, ohne die mindeste Schwierigkeit zu machen. Die Gelbkiste dcö Capiiän Ber- tuzzi deckte glücklicherweise alle Kosten der Hochzeit, der Garderobe Juanita'S und deS Ankaufs von Lebensmitteln zu der beabsichtigten Kreuzfahrt.

Schon um Mittag stach die Brigg wieder in See.

Bis jetzt, Capiiän" , sagte Brimbollio,haben wir sm Sie gearbeitet und geschwitzt; jetzt fängt die Mann« schaff an zu murren. ES ist Zeit; sehen Sie, daß wir unsere Schäfchen auf die Weide führen und mich dazu. Stift iljen Sie" I

Ihr sollt Euer Futter bekommen"! erwiderte Don Graviel, zu glücklich, um seinem wilden HochbootSmanne die unangemessene Sprache zu verweisen.

Fernando gewöhnte sich bald an die Gegenwart der Donna Juanita; er rauchte so viel Cigarren, alS er tooßre, ließ sichs an der Tafel deS CapitänS wohl sein ind fing an zu glauben, daß Alles gut ablaufen werde.

(Schluß folgt.)

* Ein Sonntag in Schlangenbad.

Wenn eS nur feine Steine gäbe! kann gäbe es UUch keine Steine des Anstoßes; der Weise fehlte nicht zum Ekin; Niemand könnte Steine in unseren Garten werfen Unb Niemand käme in Verlegenheit, wenn eS sich darum handelt, den ersten Stein anfzuheben. Alle Achtung ^i'r Steinen, wie der Graue Stein, den ich soeben in d'r mächtig geweiteten Landschaft vor mir gesehen, der feie ein Riesenkamm eie Coiffure deS Frauensteiner Ber- H vervollständigt, wie ein hingeworfeneS Witzwort seine troffen Spitzen gegen Himmel kehrt; alle Achtung vor

den Steinen, die zu einem so großartigen Ganzen geord­net sind, wie bet Mainzer Dom, der über den. breiten majestätischen', Rhein herüber grüßte; alle Achtung vor Stei­nen die mit ihren riesigen Massen unS Ehrfurcht einflößen, durch ihren imposanten Anblick überwältigen, anstatt einen GuerillaSkrieg gegen unsere Beine, gegen die Gleichmäßigkeit unseres Fortschrittes zu führen und die Kontinuität unserer Chaussure zu gefährden. Lieber wollte ich bei Niemand mehr einen Stein im Breite haben, wollte darauf verzichten, steinreich zu werden, gäbe eS nur solche Steine, wie diese, die aus dem äußerst abschüssigen Wege vor mir, dem einzigen der nach Küßnacht führt, mit einer Bosheit sonder Gleichen sich so postirt haben, daß keine andere Wahl bleibt, als sich durch das Dickicht zu winden, von Ast zu Ast sich herabzuschwingen oder mit heldenmüihiger Resignation über ihre spitzen Köpfe hinweg, den engen Durchlaß entlang, der mehr dem verlassenen Belte eines WaldbacheS, mehr einem Ziegensteig als einem vernünf­tigen Fußpfad gleicht, die Höllenfahrt in die Tiefe anzu­treten und seinem SonntagSvergnügen förmlich entgegen zu stolpern.

Tief drunten im Thale lag das liebliche Schlangen­bad so freundlich lockend vor mir, die festlich geschmückten Häuser grüßten so fröhlich, die Fahne flatterten so mun­ter, Wagengerassel durchtönte so belebend die Straße; ich stand beinahe inmitten , war meinem Ziele so nahe und doch so fern ich entschloß mich, empfahl meine L-ichdornen der Gnade aller Fürsprecher, erwog die Höhe meiner Schuhmacherrechnung und fuhr von der Georgen- borner Höh zu dem Niveau der Undine deS Thales nie­der. Da erprobte ich an mir, waS eS heißt: in die Tiefe mußt du steigen, soll sich dir daS Wesen zeigen.

Bis dorthin hatte ich den Weg ohne Fâhrlichkeiten zurvckgclegt.

ES war ein herrlicher Tag dieser Tag deS Herrn; der Himmel blaute so dunkel, die Sonne strahlte so hell, die Gräser hingen voll blitzender Perlen und Sonne und Halme schlürften um die Wette die labenden Tropfen. Ein kühler Wind spielte mit den Resten meiner Locken und den Zipfeln meiner Cravatte und machte daS vorne gut, waS die Sonne im Rücken verdarb. Die Vögel fangen und zogen und tiefe Ruhe lag über all dem be­wegten Leben; eS war eine Lust gewesen in der frischen Morgenluft dahin zu ziehen am WaldeSrand, am grünen Haag, die sanft aufsteigende Höhe hinan und dann, wie von der Zinne deS Tempels hinab, zurück zu schauen in daS blühende gesegnete Land.

Ein Leiterwagen mit einer munter plaudernden Ge­sellschaft übelholte mich. Acht bis neun Frauen oder Mädchen, ein Herr und der Kutscher saßen auf zwei mit grünem Wollenzeug überzogenen Bänken an Die Seite