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Lulöaer /lnzeiger

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; Skr. 287 - 1933 n» ggSESSEEKES

Fulda, Freitag, 8. Dezember

10. Jahrgang

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Schaffender Frieden

ZW-Selltsthland bei der Arbeit.

Silber aus der Potsdamer Reichsführerschule des Arbeits dienstcs.

Im Kragen des braunen Hemdes die höchste Kriegs­auszeichnung, n blauen Stern des Pour le Mèrite, am olivbraunen Rock u. a. das Band der Rettungsmedaille, das Eiserne Kreuz erster Klaffe, das silberne Verwunde- ! lenabzeichen und das goldene Sportabzeichen, im schma­lz len Kops ein paar blitzhelle feste Augen, drahtig und hastfedernd die ganze schlanke Gestalt: das ist der Leiter ' der Reichsführerschule des Deutschen Ar­beitsdienstes, Major a. D. Lancelle, vorher als SA.-Oberführer langjähriger Mitarbeiter Ernst » Röhms. Es muß schon ein ganzer Kerl sein, dem man

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rin so verantwortungsvolles Amt wie die maßgebliche Leitung der Ausbildung jener Männer anvertraut, die unseren Jungen im Freiwilligen Arbeitsdienst nicht nur dienstliche Führer, sondern vor allem Vorbild sein sollen..

Die Reichsführerschule des Arbeitsdienstes, die vor vier Wochen aus den unzulänglichen Räumen in Span­dau in ein Teilgebände des Neuen Palais bei Pots­dam umgezogen ist, hatte die Presse zur Besichtigung kiiigeladen. Als man die Einladung erhielt, ahnte man «chl, daß diese Besichtigung ein Erlebnis werden sollte.

Im kalten Wintermorgen stapfen wir durch den Zchnee vom Bahnhof Wildpark zur Arbeitsstätte des der Schule angeschlossenen L e d r k u r s u S , mitten unter unS Der Lberarbeitsführer Lancelle, wie sein Titel heißt. Er da> die Augen und Ohren überall, gibt immerfort einem toben Dutzend Ausfragern zugleich Auskunft, die sofort

W W anderen abgelöst werden, skizziert mit ein paar happen, klaren Sätzen Sinn und Wert des Arbeits- ISimsteS und bringt uns Schreibtischmenschen auf dem «eg zur Außenarbeitsstätte so ganz nebenbei ein bißchen den Trab, was uns sehr gut tut.

Dann stehen wir am Rohbau einer neuen Mär a ß e. An die achtzig frische junge Burschen im Trauen Ehrenkleid des Arbeitsdienstes schwingen die 1 Scharten in den Winterhärten Boden, zischend fahren »die Spaten in das Erdreich. Seit sieben Uhr früh sind Isis schon dabei, wie jeden Tag, aber man sieht es ihnen j nicht an. Ihre Augen sind blank und froh, und ihre I Antwort auf dasGuten Morgen" ihres Führers don- IMn, als seien es nicht achtzig sondern achthundert. Sie I missen: dieser ehemalige Major da ist mit uns jung und I mir sönnen ihm weder morgens beim Freiluftsport noch I msiwo was vormachen, aber lernen kann man von ihm die Erinnerung von Führer und Vorbild mit Hin- Wnehmen ins Reich, wo die achtzig nach Beendigung 'brer Freiwilligendienstzcit als Truppführer ihren jun- Ikn Kameraden jeder ein Musterbeispiel von Pflicht- ü H u n g im Dienst nicht eines Menschen oder einer Organisation, sondern unseres ganzen Volkes sein Werden.

I Bis 1 Uhr werken sie so, mit einer Frühstückspause W^lschendurch, an dieser neuen Straße, die einer Siedlung Wienen soll. Sie nehmen niemandem dabei die Arbeit im Gegenteil, sie schaffen erst die V o r b e d i n - Magen z u neuen Aufträgen an das Handwerk; Wenn die Ausschachtung, der Rohbau der Straße fertig dann kommen die Pflasterer, die Rohrleger usw. Und M ist es überall mit dem großzügigen Schaffen des »Arbeitsdienstes, ob er nun den Mooren zu Leibe geht Wer allerlei Gewässer zu geziemendem Benehmen Wingt, neues Land gewinnt u. a. m.

Wir lassen sie werken und wenden uns nun dem iMuen H e i m der N e i ch s f ü h r e r s ch u l e zu. Win schnellen Wandern erzählt der Major, wie es ihm Mang, diese ideale Stätte da in dem Seitengebäude des Menen Palais zu bekommen. Es ist nicht leicht gewesen, er hat nicht locker gelassen. Da, wo früher einmal Marstall der Kaiserin, die kaiserliche Küche und die Wnterkunftsräume für mancherlei Hofdienste und Beamte lAren, haben sie sich, unterstützt von der Stadt Potsdam, einfachsten und sparsamsten Mitteln alles geschaffen, sic brauchten, die Lehrsüle, die Hellen Stuben, die Rebläuse Küche, wo in den großen Kesseln ein urkräfti- Eintopfgericht brodelt, die Verwaltungsräume, die Wachstube, ein Krankenzimmer (das immer leersteht, weil I lc'e jungen Menschen von Gesundheit strotzen), bie Stativ mit den peinlichst geordneten Beständen vom breit- WWgm Hohlennagel bis zum blauweißen Bettzeug, die lauster- und die Schneiderwerkstatt, wo alle Repara

von den jungen Fachleuten selbst ausgeführt Jeroen, und schließlich drüben, über den hellen Jnnenhoi 1die luftigen Schlafsäle, mit den schnurgerade I MWen" Betten und die TagesräunM 9kt$ ein gemein I ^BWUtm hat sich noch einrichten lassen: die Hoch- I Molbte ehemalige Küche ist nicht wiedcrzuerkcnnen in lichtgelben Anstrich, der bis unter das Pfeiler I Gewölbe reichn ernst blicken auS den Wand- L die lebensgroßen Bilder der preußischen Kur I herab.

I kling dem Oberarbeitsführer Lancelle um dies: « sollte mit seiner Reichsführerschule auf urpreuglschev Iin die Atmosphäre des großen ^.ber nach den Schlesischen Kriegen vor der I unlösbaren Aufgabe stand, fern ausgepowerte^- I 'L wieder aus die Beine zu stellen . Er hat es ^ I und war bei dieser Riesenarbeit, unter

I kV^- dkr Sitz Miste und schsâFstö Ar^s: ' $ lbMt verlangte. Setter größte der preußischen

Könige, dem seine eigene Person nichts galt, wie es noch in dem berühmten Befehl an seine Generäle vor der Schlacht bei Leuthen zum Ausdruck kommt, kannte nichts als den Kampf um die Sache selbst idealer Vorläufer des Wortes:Deutsch sein heißt: eine Sache um ihrer selbst willen tun". Fast hundertfünfzig Jahre später steht welch bedeutsame Parallele! Adolf fritier unter ganz ähnlich schwierigen Verhältnissen vor der­selben Aufgabe, ein zusammengebrochenes Reich wieder aufzurichten. Auch er hat wie der große König sozusagen kein Geld, er steht wie jener die turmhohen Schwierig­keiten; abe- wie jener springt er sie an und man muß es mit fridcrizianischeu Worten sagen schlägt den Feind, wo er ihn sinoet, er mag Arbeitslosigkeit oder Bolschewismus oder sonstwie heißen.

Diese tiefgründige Vereinigung der friderizianischcu Atmosphäre mit dem Feuergeist Adolf Hitlers erfüllt die Reichsführerschule des Deutschen Arbeitsdienstes, in deren hohe Fenster das Potsdam des großen Königs hinein- schaut.^ Auf diesem historischen Boden, den der national­sozialistische Staat mit dem 5. März fieber zu neuen Ehren brachte, ganz bewußt anfnüpfenban alles Gute und Wertvolle altpreußischer Tradition, werden die jungen Freiwilligen des Lehrganges der Reichsschule in den nach­mittäglichen Sportspielen und vaterländischen Unterrichts­stunden zu Menschen gemacht, die an Leib und Seele gesund sind, werden die Führer der Arbeitsgaue und Bezirlsschnlen des Arbeitsdienstes, Männer mit schon gereiften Lebenserfahrungen, in sorglich durchdachten Kursen zu Vorbildern und Führerkcuncraden ihrer späteren Zöglinge herangebildet.

Es gilt zunächst, 25(1000 Arbeitsdienstfreiwillige mit Führern zu versorgen. Es kann nicht dabei bleiben. Wer einmal in das segensreiche Schaffen des Arbeitsdienstes hineinsehen konnte, seinen Aufbau und seinen vorbild­lichen Geist sah, kann nicht anders, als die Vervollkomm­nung dieser einzig und allein dem Volk und dem wahren Frieden dienenden Organisation zur Arbeitsdienst - Pflicht zu fordern. BAR

Der Führer hat gewählt...

und du standest an der Wahlurne und erfülltest mit Freuden deine deutsche Pflicht. Aber glaubst du, damit allein des Volkskanzlers gewaltiges Werk gestützt zu haben? Die Arbeitsbeschaffung aller für alle erfordert auch deine tätige Mithilfe. Sicher tätest du das gern und weißt vieleicht nur nicht, wie du das machen sollst. Die Reichsleitung der NSDAP, hat nun die glänzende Idee gehabt, dir eine Fingerzeig zu geben, der sogar dich persönlich zu einem besonders großen Glück führen kann:

Die Arbeitsbeschaffungs-Lotterie der NSDAP., deren Ziehung schon am 29. und 30. Dezember 1933 stattfindet l Du brauchst nur eine Mark für ein Los zu opfern und du kannst außer der Mithilfe zur Arbeit für deine noch arbeitslosen Brüder und Freunde hunderttausend Mark für dich gewinnen!

Hoher italienischer Orden für Minister Dr. Goebbels

Der italienische Botschafter in Berlin, Exzellenz Cer­ruti, überreichte dem Reichsminister für VvlksaufklSrung und Propaganda, Dr. Goebbels, im Auftrage des Königs von Italien denOrden der Krone von Italic n" zugleich mit einem persönlichen Schreiben des italienischen Regierungschefs, in dem Mussolini Reichsminister Dr. Goebbels seinen herzlichsten Glück­wunsch übermittelt.

politische Klubs und Sportklubs.

Zu dem Erlaß des Stabschefs Röhm über die politischen Klubs.

Auf verschiedene Anfragen über die Auswirkungen des vom Stabschef Röhm ausgegebenen Erlasses über die politischen Klubs wird von maßgebender Seite erwidert, daß dieser Erlaß so klar und eindeutig sei, daß jeder SA.-Mann ihn verstehen könne. Grundsätzlich seien mit dem Erlaß nur die politischen Klubs gemeint, und zwar sowohl die nationalsozialistischen Klubs, die sich SonderiUteressen widmeten, als auch die anderen Poli tischen Klubs. Sportklubs fallen nicht unter das Verbot.

917 Landtagsmandait eingespart.

Durch Auflösuug der Parlamente.

Die Zahl der durch die A u f l ö s u n g der Landtage eingesparten Mandate beträgt 917, wobei aber die Man dato der SPD. und KPD. nicht mitgerechnet sind. Bei der Auflösung der Landtage waren iu)$ vorhanden in Preußen 330, in Bayern 86, in Sachsen 49, in Württem­berg 45, in Baden 49, in Thüringen 37, in Hessen 34, in Hamburg 71, in Mecklenburg-Schwerin 82, in Oldenburg in Braunschweig 33, in Anhalt 17, in Bremen 52, in btppü 11, in LübÄS W in Mecklenburs-Strelch 11. tr 'FchautÄurg-Sipve 7,

Mitteilung des Oberstlandesführers der GA.-Reserve H.

Der Oberstlandesführer der SA. - Re­se r v e II, Reinhard, gibt bekannt: Aus mir zugegangeneu Nachrichten ersehe ich, daß von gewissen Organisationen Vereine und Verbände ehemaliger Heeresan­gehöriger unter Androhung der Auflösung der Vereine oder unter anderem Zwang zum Anschluß aufgefordert werden. Ein Anschluß an solche Organisa tionen, der von den Vereinen nicht freiwillig ge­wünscht wird, hat in Zukunft nicht mehr stattzufinden.

Weitere Anordnung über einen Zusammenschluß der Vereine zuMitteilungszwecken" werde ich erlassen.

Ich habe Veranlassung, auf die Verfügung der Obersten SA.-Führung über ..Vereinsmeier c i" be­sonders hinzuweisen.

Selbstdisziplin!

Ein Appell des Reichsministers Dr. Goebbels.

Der Reichsminister für Volksaufklä­rung und Propaganda teilt mit:

Das Neichskabinett hat vor wenigen Tagen be­schlossen, Schirmherrschaften und Protektorate in Zukunfi grundsätzlich abzulehnen. Dieser Beschluß war angesichts Der erdrückenden Fülle von Einladungen zu Wohltätigkeitsveranstaltungen, Empfängen und Tees, zur Übernahme von Protektoraten für Ausstellungen und zum Eintritt in Ehrenausschüsse und von Bitten um Geleitworte und Beiträge für die verschiedensten Zeitun­gen, Zeitschriften und Bücher unumgänglich.

So begreiflich an sich der Wunsch der Volksgenossen nach Mitwirkung der Reichsregicrung an solchen Per in fta klingen und Kundgebungen des öffentlichen Lebens ist, so bedrohlich wurde dieser Zustand auf die Dauer für Die Arbeitskraft der Reichsregicrung und den G e- s ch ä f t s g a n g der Behörden. Diese Reichsregierung ist eine Regierung derpraktischenArbeitunvder positiven Leistung, wie keine Regierung cs bis her gewesen ist. Sie kann die gewaltigen Aufgaben der Wiederaufrichtung von Volk, Staat und Wirtschaft nur lösen, wenn sie sich mit aller Kraft auf diese Arbeit kon­zentriert. Aus diesem Grunde bedeuten alle die geschilder­ten Anliegen, so gut gemeint sie auch sind und so sehr in ihnen das Gefühl der Verbundenheit zwischen Volk und Regierung zum Ausdruck kommt, eine Ablenkung der Reickisregierung von der großen Aufgabe, die ihr gestellt ist.

Ich appelliere aus diesem Grunde an die Selbst­disziplin aller Volksgenossen und bitte sic, in Zukuntf grundsätzlich von dem Vorbringen derartiger Wünsche an Die Reichsregierung und ihre Mitglieder abznschcn, bis auf die Einzclfâllc, in den es sich um Ereigniffe von staats politischer Bedeutung handelt.

Arbeitsfront und aufgelöste Verbände.

Eine Bekanntgabe Dr. Leys.

Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, erläßt, wieDer Deutsche" mitteilt, folgende Be­kanntmachung: Bei der notwendigen Umorganisation innerhalb der Deutschen Arbeitsfront übernimmt selbst verständlich die Deutsche Arbeitsfront alle Ver­pflichtungen der Verbände. Die durch die Mit gliedschaft bei den Verbänden erworbenen Rechte bleiben also auch weiterhin garantiert.

Die bisher bei den Verbänden beschäftigten Angestellten werden ebenso von der Deutschen Arbeitsfront übernommen. Darüber hinaus wird die Deutsche Arbeitsfront zur Durchführung ihrer neuen goßen Aufgabe noch mehr Kräfte zur Mitarbeit heran ziehen bzw. cinstellen müssen.

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Ferner hat Dr. Lev verfügt, daß zwei weitere Ä m t e r derNationalsozialistischen Gemeinschaft Kraft durch Freude" errichtet werden, nämlich ein Amt für Propaganda und ein Amt für Volkstum und Heimat.

SegenGreuelhehe und Lügenpropaganda

Deutsche Kundgebung in Newyorl.

In N e w y o r k fand der seinerzeit auf Vera» lassung des Bürgermeisters verschobeneDeutsche Tag" unter der Schirmherrschaft der Steuben-Gc s e l l s ch a f t statt. Er gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen die Lügen­propaganda und Boykotthetze.

Die Zahl der Teilnehmer wird auf über 20 000 geschätzt, Tausende mußten vor den Toren des Madison Sguarc Garden wieder u m k e h r e n.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Au sp rache des deutschen Botschafters Dr. Luther. Seine Rede gestaltete sich zu einem g c w a l t i g e n Friedensbekenutnis, er verwahrte sich abermit aller Schärfe gegen die antideutsche Propa­ganda übelster Art, die überall gegen uns entfesselt worden ist. Ungeheurer Beifall dankte dem Botschafter für seine mutigen Worte.

Einige Kommunisten, die sich in de» Saal ein geschlichen hatten, um zu vrovorisre». wurden von der Polizei hinausbefordert.