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Gesetz über den Aufbau des Reichsnährstandes.

Darmstadt, 6. Dez. Das Gesetz über den Aufbau des Reichsnährstandes ist durch den hessischen Staaisminister am 30. November 1933 ergangen und unter dem ? Dezember von Herrn Reichsstatthalter in Hessen, Coren- L ausgefertigt und verkündet worden. Sinn und Zweck des Gesetzes besagen:

Durch das Reichsgesetz vom 13. September 1933 (Reichs- aeiehblatt I S. 626) hat der Herr Reichsminister für Er- nährung und Landwirtschaft die Ermächtigung erhalten, Wer den Aufbau des Standes der deutschen Landwirt- âft (Reichsnährstand) eine vorläufige Regelung zu tref-

Auf Grund dieser Ermächtigung im § 10 des genann- Gesetzes hat der Herr Re.ichsernährungsmlnister die bisher auf der Grundlage der freien Selbstverwaltung ge- rofenen Einrichtungen bestätigt und insbesondere ver- ügt, daß in den über das ganze Reich einzurichtenden Bauernschaften Hauptabteilungen zu gründen sind, von denen die Hauptabteilung II die Belange der bisherigen Landwirtschaftskammern wahzunehmen haben. Durch An­ordnung vom 26. September 1933 wurden daraufhin auch die entsprechenden Anordnungen hinsichtlich der Landes- bauernschaft Hessen getroffen, die die bisherigen Gebiets­teile des Volksstaates Hessen und des Preußischen Regie- lunasbezirks Wiesbaden umfaßt.

Durch diese Anordnungen ist die Bauernkammer für den Volksstaat Hessen der Hauptabteilung II der Landes­bauernschaft unterstellt und in deren Verwaltung Unge­gliedert worden.

Durch die daraufhin stattgefundenen weiteren Verhand­lungen wurde die Vereinbarung getroffen, daß die gemein- chastliche Interessenvertretung der Bauernschaft des Volks- taabcs Hessen und des Regierungsbezirks Wiesbaden nach Frankfurt zusammengelegt werden sollen, weshalb auch nunmehr der Ueberzug der Hesiischen Bauernkammer von Darmstadt nach Frankfurt sich als notwendige Folge dieser Anordnungen ergibt. Da die Bauernkammer für den Volksstaat Hessen eine durch ein hessisches Gesetz einge­richtete berufsständische Vertretung der Landwirtschaft dar­stellt, deren Sitz nach dem Bauernkammergesetz in Darm­stadt ist, war der Bauernkammer gesetzlich die Ermächtigung zu erteilen, die sich aus der veränderten Rechtslage, die durch das Reichsgesetz vom 13 September 1933 veranlaßt ist, ergebenden Beschlüsse zu fassen. Diese Ermächtigung war unter dem Vorbehalt zu erteilen, daß die sich aus dem Bauernkammergesetz für die berufsständische Vertretung begründeten Rechte und Pflichten zu wahren sind, wobei insbesondere auch an die Rechte der Beamten und Ange­stellten sowie der Pensionäre und der Hinterbliebenen und Beamten zu denken ist.

Nachdem die Eingliederung der Bauernkammer in die Hauptabteilung II der Landesbauernschaft voll^aen sein wird, wird diese durch das Reichsgesetz begründete Stelle in Zukunft auch als die berufsständische Vertretung der Bauern des Volksstaates Hessen anzuerkennen sein.

Amtsdauer und Neubestellung der Beisitzer in den

Pachteinigungsämtern.

Darmstadt, 6. Dez. Durch das Hessische Gesetz über die Amtsdauer und die Neubestellung der Beisitzer der Pacht- migungsämter vom 24. November durch den Herrn Reichsstatthalter in Hessen, Sprenger, unter dem 1. Dezem­ber 1933 ausgefretigt und verkündet, wird in Artikel 1 illgemein die Beendigung der Amtsdauer der zurzeit be- iellten Beisitzer und Stellvertreter bei den Pachteinigungs- mtern, Sonderpachteinigungsämtern ^nd Berufungsstel- ien mit dem 31. Dezember ausgesprochen. Die Neubestel- lung der Beisitzer durch die Kreis- und Provinzialausschüsie, wie dies in den seitherigen gesetzlichen Bestimmungen vor- gesehen war, erschien untunlich. Nunmehr soll die Neube­stellung durch die Ministerialabteilung 1e (Landwirt­schaft),' und zwar für die Geltungsdauer der Pachtschutzord- nung, die nach ihrer derzeitigen Befristung am 30. Dezem­ber 1934 abläuft, höchstens jedoch für die Dauer von 3 Zehren erfolgen. Vor Bestellung der Beisitzer sollen die Berufs- und Intereffenvertretungen der Verpächter und Pächter mit ihren Vorschlägen gehört werden.

An alle Kreisbetriebszellenobmänner der NSDAP. Hessen-Nassau.

Eine vorläufige Zählung der Ausnahmen in die Deutsche Arbeitsfront ist sofort vorzunehmen und das E^ebnis an die Gaubetriebszellenabteilung, Frankfurt a. M., Adolf- hitler-Haus, zu berichten.

Gaubetriebszellenabteiluug.

Btr. Aufnahme in die Deutsche Arbeitsfront.

Die Gaubetriebszellenabteilung der NSDAP. Hessen- Nassau bittet dringend, allen schriftlichen Anträgen Mf Aufnahme als Einzelmitglied in die Deutsche Arbeits- stont stets die Aufnahmegebühr von 50 Pf. in Briefmarken beizulegen, da sonst nicht Gewähr geleistet «erden kann, daß der Antrag bis zur Mitgliedersperre am 1 Januar 1934 ordnungsgemäß erledigt werden kann.

Was will der Reichsbund Volkstum und Heimat?

Darmstadt, 6. Dez. Das Staatspresieamt teilt mit: ^cr Reichsbund Volkstum und Heimat ist der einzige auf mn Gebiete der Volkstumsarbeit von der Reichsleitung NSDAP, anerkannte Bund.

Er will alle Kräfte zusammenschließen, die aus Blut und Een, aus Volkstum und Heimat entsprießen, um auf der wetzanschanlichen Grundlage des Nationalsozialismus eine »eue deutsche Volkskultur zu gestalten.

« In unserer Landschaft Rheinfranken-Hessen wird der ^chsbnnd von Herrn Ministerialrat Ringshausen als ^"^chaftsführer geleitet.

m Etglied des Bundes kann jeder unbescholtene deutsche Msgenosse gegen den geringen Monatsbeitrag von 25 Mnig werden. Die bebilderte MonatsschriftVolk und wird dafür unentgeltlich geliefert.

. Anmeldescheine zum Eintritt in den Reichsbund sind bei ^Geschäftsstelle des Reichsbundes, Darmstadt, Neckar- M 3, zu Habenx Ferner nehmen alle Lehrer an Volks- und höheren Schulen Anmeldungen entgegen.

Das Winterhilfswerk im Gau Hessen-Nassau.

In-Das AZinterhilfswerk ist der alten Tradition treu gc*

^ hat sich nach Kräften bemüht, den Aermsten Gaues zu helfen, daß sie im kommenden Winter vxLunger und Kälte sicher sind. Schon fetzt kann gesagt M daß das Winterhilfswerk des Gaues Hesien-Nasiau ^.uen Leistungen an einer der ersten Stellen steht.

^m 20- 11 33 wurden im Gau Hesien-Nasiau ver- « 402 000 Ztr. Kartoffeln einschließlich des Eigenbedarfs

der Kreisorte; noch zu verteilen sind 60 000 Ztr, Kartoffeln, deren Aufkommßn stchergestellt ist.

Bemerkenswert ist, daß gerade die Jugend sich aufs stärkste einsetzt, wenn es gilt, notdürftige Volksgenossen mit Kartoffeln zu versehen. Der Zug der 800 Lppenhei- mer Schulkinder nach Frankfurt a. M. ist ein typisches Bei- Iplel für den Opferwillen unserer Jugend.

An Kohlen wurden im gesamten Eaugebiet Hesien-Nas- sau verteilt: An Braunkohlengutscheinen 134 004, an Stein­kohlengutscheinen 125 285; jeder Schein berechtigt zum Be­zug von je 1 Ztr. Kohlen.

Im gesamten Eaugebiet wurden sonstige Lebensmittel im Gesamtwert von ungefähr 80 000 Mark verteilt.

Vorgesehen ist die Verteilung von ungefähr 100 000 Ztr. Mehl.

Auch die Verteilung von Kleidern wird Anfang Dezem­ber einsetzen können. Eine rege Propaganda für die sog. Brockensammlung ist schon überall im ganzen Gau durch­geführt. Der Spendeneingang an getragenen Kleidungs­stücken und Schuhwerk ist sehr befriedigend.

Es ist vorgesehen, daß zu Weihnachten im ganzen Gau Fett verteilt wird; die vorbereitenden Arbeiten sind im Gange.

Allgemein ist zu sagen, daß im Gau Hesien-Nasiau die Arbeiten für das Winterhilfswerk soweit fortgeschritten sind, daß das Wort des Führers erfüllt wird:

Kein Volksgenosie darf in diesem Winter hunger« und frieren".

Aufruf!

Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes hat sich die große Aufgabe gesetzt, am Weihnachtsfest Freude und Zu­friedenheit auch in das Haus des ärmsten Volksgenollen zu bringen. Es gelangen im Gaugebiet Hesien-Nasiau außer weiteren Kartoffeln an kinderreiche Familien Koh­len. Mehl, Fett und Kleider an alle zur Verteilung. Der vorbildliche Opfersinn der Bewohner unseres Gaues er­möglicht uns diese Tat.

Um dem ersten Weihnachtsfest im Dritten Reich aber den letzten Glanz zu geben, wende ich mich heute nochmals an Euch Alle, deutsche Volksgenossen!

Ihr habt gegeben gebt noch mehr!

Ihr habt geopfert opfert noch mehr!

Die Not ist immer noch größer als Eure Gaben.

Im Einverständnis mit unserem Gauleiter rufe ich Euch zu:

Ihr aus den Städten gebt weitere Kleider und Schuhe. Stellt Pfundpakete mit Lebensmitteln zusammen.

Ihr vom Lande folgt dem Aufrufe Eures Landesbau­ernführers. gebt von den Hausschlachtungen Speck und ge­räucherte Wurst.

Ihr Beide, aus Stadt und Land backt etwas mehr Weihnachtsgebäck und gebt es für Eure Brüder und Schwestern.

Es muß eine Ehrenpflicht sein, diese Forderungen zu erfüllen. Wer am Weihnachtsfest so glücklich ist und auf seinem Tische eine Gans oder einen besonderen Braten hat, vor dem steht die heilige Verpflichtung, eine besondere Gabe zu entrichten.

Hesien-Nasiau hat stets seine Pflicht getan. Bekennt Euch durch die Tat zur Volksgemeinschaft, wir sind eine Not- und Brotgemeinschaft, wir sind ein Reich, ein Volk und eine Nation.

Denkt an den Führer und folgt dem Ruf. 14 Jahre kannten wir nur Haß, jetzt muß ein Band die Nation umschließen.

An Weihnachten darf es nur freudige Herzen und leuch­tende Augen geben.

Darmstadt, den 5. Dezember 1933.

g ez. Haug, Gauführer des Winterhilfswerks.

Vermischte Nachrichten

Auszahlung der DienstSezüge an AeichSangeftellte und -arbeiter bereits am 20. Dezember.

Berli« Der Reichsfinanzminister hat sich damit einver- standen erklärt, daß die zweite Hälfte der Dienstbezüge der Reichsangestellten für den Monat Dezember bereits am 20. Dezember ausgezahlt werden darf. Der am Freitag, dem Dezember, fällige Lohn der Arbeiter darf bereits am Dezember w.,>rs»n

Die Führertagung des Reichselternbundes.

Berlin. Der Reichsverband der evanaelischen Eltern- und Volksbünde trat in der Lutherstadt Wittenberg zu einer Führertagung zusammen, die aus allen Teilen des Reiches beschickt war. Die Verhandlungen beschäftigten sich mit der Erinn-runa deS Reichselternblindes in den Neubau der Kirche. Professor Dr. Hinderer wurde als Führer des Reichseltern­bundes bestätigt.

Ein Schlichtungsausschust zur Bereinigung der kirchen politischen Kaufliktsfälle.

Berlin. W'e der Evangelische Pressedienst erfährt, hat das Geistliche Ministerium zur Bereinigung der aus dem kirchenpolitischen Kampf entstandenen Konsliktsfälle einen Schlichtungsausschuß eingesebt Der Ausschuß soll unter dem Vorsitz eines Juristen, des Oberkirchenrats Dr. Ewers, stehen itnb bat zu weiteren Mitaliedern die Pfarrer Heidenreich und Jacobi-Berlin Der Ausschuß hat seinen Sitz bei der Reichs- kirchenregieruna.

50 Monate Gefängnis und 134 000 Mark Geldstrafe für eine internationale Schmugglerbandc.

Berlin. In dem Prozeß gegen eine internationale Schmugglerbande. der seit Taaen die Erste Große Strafkammer des Berliner Landaerichts beschäftigte, wurde jetzt das Urteil verkündet: Gegen fünf Angeklagte, zwei ausländische und drei deutsche Kaufleute. wurden insgesamt 50 Monate G-sängnis, 134 000 Mark Geldstrafe und über 40 000 Mark Wertersatz ausgesprochen. Es handelte sich um eine Schmnaglerbande, die Tabakwaren aus Holland und der Schweiz nach Deutsch­land schmuggelten.

Mordversuch und Selbstmord aus Eifcrst'.cht.

Regensburg. Der 27jährige Schlosser Karl Ferstl von hier gab ans die 27 Jahre alte Verkäuferin Erna Slull, eben­falls von hier, aus Eifersucht drei Revolverschüsse ab. Nach der Tat brachte er sich selbst einen tödlichen Kopsschuß bei. Das Mädchen, das einen Kops- und einen Brustschuß erhalten hatte, wurde schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Grotzfeucr äschert Brauerei ein.

Neunburg norm Wald Mberpfalzs. In Untertauerbach bei Neunburg vorm Wald ist die Brauerei Kulzer bis aus die Grundmauern niederaebrannt. 1500 Zentner Mais sind verbrannt. Die Brandnrsache ist Explosion durch Koblengase. Der Schadeu stobt noch nicht fest: er ist durch Versicherung gedeckt3

Nah und Sern

OHitlers rasende Reporter". Die Sonderbericht­erstatter Adolf Hitlers lassen unter dem TitelHitlers rasende Reporter" ein Buch erscheinen, das Berichte und Erlebnisse von Flügen und Fahrten mit dem Führer ent­hält. Mitarbeiter sind u. a. Staatskommissar Dr. Lip­pert, der über denMeldekopf Berlin" schreibt, und der Hauptschriftleiter vom SturmSA.-Mann", Berchtold, der im November 1923 den Sturm Hitler führte. Der Hauptschriftleiter desAngriff", Karoly Kampmann, schrieb dem reich bebilderten Buch das Geleitwort. Die gesamten Honorare für das Buch werden laufend der Spende für die nationale Arbeit überwiesen.

(J Lebenslängliche Irrenanstalt für Hochverräter. Vor dem Obersten Landesgericht in München hatte sich der 53jährige Schuhmacher Karl Lederer aus Nürnberg wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu verantworten. Bei einer Haussuchung, die bei Lederer, der Funktionär der KPD. gewesen ist, vorgenommen wurde, wurde seinerzeit stark belastendes Material gefunden. In der Verhandlung war der Angeklagte geständig, doch machte er einen sonderbaren Eindruck. Der Staatsanwalt be­antragte selbst die Freisprechung. Das Oberste Lanves- gericht gab diesem Antrag statt, erkannte aber auf Über­weisung in eine Irrenanstalt auf Lebensdauer.

O Verbrecher erhängt sich im Gefängnis. Durch das rasche Eingreifen der Münchener Polizei ist ein schwerer Raubüberfall auf einen Geldtransport vereitelt worden. Ein mit Zuchthaus vorbestrafter Vertreter aus Lindau wurde dabei überrascht, als er einen Kraftwagen stehlen wollte. Seine Vernehmung hat ergeben, daß er zusam­men mit zwei Helfern unter Zuhilfenahme des gestohlenen Kraftwagens einen Raubüberfall auf den Geldtransport eines größeren Betriebes in Kempten auszuführen gedachte. Der Verhaftete hat in der Zelle aus Furcht vor der ihn erwartenden Strafe seinem Leben durch Er­hängen ein Ende gemacht.

O Tragischer Tod eines alten Ehepaares. Ein tragischer Unglücksfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer gefallen sind, ereignete sich in Hamburg. Hier wurden die .75- jährigen Eheleute Pauls in ihrer Wohnung mit Gas ver­giftet aufgefunden. Das Ehepaar hatte einen Waschtops mit Wäsche auf den Herd gestellt und nicht bemerkt daß die Flamme durch das Überkochen der Wäsche ausgelöscht worden war. Sie wurden durch das ausströmense Gas getötet. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten reinen Erfolg mehr.

O 2000 Zentner Getreide durch Feuer vernichtet. Im Lagerhaus der Hauptgenossenschaft Lorsch (Hessen, brach ein Feuer aus, das an den großen Vorräten, etwa 2000 Zentner Getreide und Mehl, reiche Nahrung fand. Bald stand das ganze Gebäude in hellen Flammen. Ein Übergreifen des Feuers aus angrenzende Häuser konnte verhindert werden.

0 Historische Kirche durch Feuer vernichtet. Aus noch unaufgeklärter Ursache brach in der mehrere hundert Jahre alten Kirche von de Formerie (Frankreich» ein Brand aus, der in kurzer Zeit das gesamte Bauwerk ergriff und es völlig vernichtet bat. Wertvolle Kunst- gegenstände und altes Kirchengerät wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden wird auf eine Million Franc geschätzt.

0 Zwei Rauschgiftschmuggler verhaftet. In Lille ist die Polizei einem großen Schmuggel mit Rauschgiften auf die Spur gekommen und hat einen Apotheker und einen Friseur verhaftet, die größere Mengen von Kokain und Heorin aus Belgien nach Frankreich schmuggelten.

0 Schwere Vulkanausbrüche auf Island. Schwere Vulkanausbrüche im Innern Islands haben die Be­wohner der Insel in große Aufregung versetzt. Die Vulkantätigkeit in den Gletschergebieten um den Derg Vatna Iockukl ist im Zunebmen begriffen. Drei große Rauch- und Feuersäulen sind in etwa 45 Kilometer Ent­fernung von Reykjavik sichtbar.

0 Schlostturm stürzt auf ein Gefängnis. Infolge eines heftigen Unwetters stürzte in der süditalienischen Stadt Catanzaro das mittelalterliche Schloß des Robert Guis- kard zusammen. Herabstürzende Mauerteile fielen auf das oberste Stockwerk eines Gefängnisses, das zerstört wurde. Zahlreiche verletzte Gefangene wurden geborgen. Einer von ihnen starb.

Neue Bändchen der SammlungDas kleine Buch".

8. Will. Vesper, Der Pfeifer von Niclashausen. Eine historische Erzählung, 9.11. Tausend. 75 Seiten. Geb. 1,30 RM.

Will Vesper gestaltet hier einen alten Stoff bekannt als die Wallfahrt nach Niclashausen zu einer historischen Erzählung von gewaltiger Wucht. Das Unerbittliche in den Schicksalen der Alenschen, wie es sie treibt zu ihrem Glücke oder zu ihrem Verderben, ohne daß sie sich wehren können gegen diese Gewalt, wächst mit erschreckender Größe aus dem Leben des Pfeifer- Hänslin, der eine gewaltige Bauernbewegung entfacht, die aber jämmerlich zuschanden wird.

9. Emil Uellenberg, Die vier Särge des Matthias BahiU Novelle. 6.-8. Tausend. 70 Seiten. Geb. 1,10 RM.

Da, wo es vom alten Oesterreich hinein ins Schlesische geht, ent­brannte religiöser Kampf im Dunkeln. Zur Zeit, da jesuitischer Fanatismus die katholische Hochburg Prag bei den Studenten in Verruf bringt, spielt Uellenbergs packende Erzählung. Um­wittert von der Schwüle des österreichischen Rokoko und der stählenden Kühle friderizianischen Preußengeistes, ein abgrund­tiefes Zeit- und Seelengemälde des 18. Jahrhunderts.

10. Friede H. Kraz«, Das Kind. Erzählung. 10.14. Tausend. 53 Seiten. Geb. 1,10 RM.

Eine legendenhafte Weihnachtsgeschichte, innig und fromm er­zählt. Zu Anfang des Zwiegespräches zwischen Kind und Vaga­bund die bedeutsamen Worte:Komm zur Mutter": am Schluß die kindliche Deutung der toten Augen:Er sieht den Himmel offen". Dazwischen die seltsame Heimkehr eines verlorenen Sohnes aus der Welt der Rastlosen zum versöhnenden Frieden mit Gott und den Akenschen. Das Ganze die wundertief-lieb- liche Deutung der Weihenacht.

11. Will Vesper, Der arme Konrad. Historische Erzähluna 9.11. Tausend. 44 S. Geb. 1,10 RM.

Eine rieftragische Erzählung aus der Zeit der beginnenden Bäu- ernkriegc, vom Antennen der Schwachen gegen die Macht die sie unterdrückt, und vom notwendigen Unterliegen in ungleickem Kampf.Denn so sind die Menschen, sie bauen den Wolken Mauern entgegen und wollen die Blitze fangen in Netzen Aber Wolken und Winde gehen, wie sie wollen, und der Schritt de--. Schicksals zermalmt Gerechte und Ungerechte und kennt weder Erbarmen noch menschliche Weisheit."

V« Wilhelm Ide, Das rote Haus. Eine Erzählung aus Hessen 0.B. Tausend. 79 Seiten. Geb. 1,10 RM.

3m Hcssenlande, wo schon die Brüder Grimm bei der Märchen­frau von Niederzwehren ihre Schätze sammelten, klingen in der eptnnjtube nach heute die herrlichen Volkslieder, winkt Frau Sage von jebem Stein. Und so ist in Ides Erzählung vom roten Haus^ seinen Kreuzen und dem Geheimnis der Holder- marthe selbst solch wehes Volkslied zur Wirklichkeit geworden Ich mutzte beim Lesen an Eichendorff und Adalbert Stifter denken, und das ist wohl Empfehlung genug.

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