Melenbranö in Lssanbul.
Der Juftizpalast niedergebrannt.
Ein Großfeuer brach in Istanbul (dem früheren Konstantinopel) aus und griff, von einem starken Wind an- gefacht, mit großer Schnelligkeit um sich. Der Justiz- palast brannte völlig nieder. Die berühmte Kirche Hagia Sophia, die.nur 23 Meter vom Justiz-- Palast entfernt ist, befindet sich in großer Gefahr, von den Flammen ergriffen zu werden. Der bisher angerichtete Schaden ist unermeßlich. Viele Archive, von denen manche Jahrhunderte alt sind, wurden vernichtet. Zwei Menschen sind in den Flamme n umgeko m m e n. Auch die Sultan-Achmed- Moschee ist von dem Feuer bedroht. Die Gefangenen des angrenzenden Gefängnisses sind von Militär nach einem anderen Gefängnis übergeführt worden.
Nach den letzten Meldungen aus Istanbul konnte das G r o ß f e u e r, das u. a. den Justizpalast völlig vernichtet hat, jetzt endgültig gelöscht werden. Es gelang, die berühmte S o p h i e n k i r ch e zu retten. Der Feuerschaden wird auf rund 20 Millionen Mark geschätzt. Bei dem Brande des Justizpalastes sind 500 wichtige gerichtliche Schriftstücke vernichtet worden, wodurch das Gerichtswesen in Istanbul teilweise lahmgelegt wird.
Tkah und $ern
O An den Folgen einer Kriegsverletzung gestorben. In Bochum starb ein Kriegsinvalide, der an den Folgen einer Verletzung litt. Bei einer Durchleuchtung waren wandernde Geschoßstücke in der linken Brustseite festgestellt worden, die operativ entfernt werden sollten. Aber der Unglückliche stürzte mit einem gefüllten Kohleneimcr, ein ©rslnatfphtter drang in das Herz, und der Verletzte starb durch Verbluten.
O Todesstrafe durch Methangas. Der USA.-Staat Colorado hat nach stürmischer Debatte im Staatskongreß d,e Todesstrafe durch Erhängen abgeschafft und den Voll- zug der 2 odesstrafe durch Methangas angenommen. Ausschlaggebend für diese Änderung war ein ärztliches Gutachten über die Hinrichtung des Mörders Walter Johns durch Erhängen. ,
0 Ausbruch des „Teufelsberges" aus Hawai. Der Ausbruch des Mauna-Loa-Vulkans auf Hawai, von den Eingeborenen der Teufelsberg genannt, ist der stärkste seit dem Jahre 1903. Drei große Lavaströme ergießen sich ans dem Krater. Eine ungeheure Rauchwolke erhebt sich bis zu 1500 Meter Höhe und verdunkelt die umliegenden Gebiete. Drei schwere Erdstöße gingen dem Vulkanausbruch voran. Viele Eingeborene sind geflohen, andere haben sich in ihren Häusern und Grashütten versteckt. Die Lava bedeckt bereits ein Gebiet von 1 % Quadratkilometer Unfang. Die fruchtbaren Gebiete am Fuße des Mauna Loa sind in größter Gefahr, wenn die Ausbrüche noch länger audauern.
0 Auch Belgien will eingewanderte Juden nicht behalten. Eine amtliche Mitteilung aus Brüssel besagt, daß insgesamt 2800 Juden aus Deutschland nach Belgien eingewandert sind. Die belgische Regierung habe ihnen aber zu verstehen gegeben, daß sie schnellstens ein anderes Land zur endgültigen Niederlassung aufsuchen müßten. Nur einige von ihnen könnten in Belgien bleiben.
Warum Vögel so leicht erfrieren.
Das weiße Leinentuch des Winters bedeutet nicht nur für Menschen, sondern auch für Vögel und Wild bittere Not. Das ist allgemein anerkannte Tatsache und darum setzen allerorts Winterfütterungen ein. Tie WmterMte- rung der Vögel ist nun freilich umstritten. Gibt es doch Gelehrte, die sagen: „Zu Tacitus Zeiten war die Winter- fütterung unbekannt und sicher gab es dazumal mehr Vögel in unserem Lande als heute." Das wird kein Laie zu be-
7 (Nachdruck nerbotee).
Nie hatte Sabine dem Sohne von ihrer Gabe gesprochen, mehr zu sehen, a's andere Menschen, mochte es nun im Wachen oder im Träumen sein Es war das erstemal, daß sie ihm Einblick in dieses ihr Gehelmnis gewährte. „Schnee lag über den Dächern," erzählte sie und drückte sich tiefer in die dunkle Ecke des Wagens, „vom Himmel herab kamen große, weiße Flocken und deckten alles zu. Nicht eine Stelle war mehr zu sehen, die schneefrei lag. Trotzdem blühten auf dieser meinen Fläche Rosen auf, die fleckenlos rein waren, mit einer funkelnden Perle in der Mitte. — Weiß aber und Perlen bedeutet Tod, mein Markus!"
Er hielt noch immer ihre Finger in seiner Rechten und wagte nicht zu lächeln. „3d) gebe nichts auf Träume, Mutter. Auch das sogenannte zweite Gesicht halte ich für Mumpitz."
„Nicht —" sagte sie bittend und blickte ihn mit erschrockenen Augen an. „Meine Mutter besaß die Gabe und trug sie wie eine Dornenkrone bis an ihr Ende. Es ist fürchterlich, Markus, die Geschicke der Menschen voraus sehen zu können."
„Es würde mich sehr interessieren," warf er ein, „inwieweit dieses Gesicht zuverlässig ist. Hast du niemand in der Verwandtschaft, der damit begnadet wurde?"
„Niemand mehr!"
„Nur deine Mutter hat es also besessen?"
„Nur meine Mutter!"
„Wie schlecht du zu lügen verstehst, Mama," sprach er lachend. „Aber wie gesagt, ich interessiere mich dafür Außerdem wäre es nett, bei dieser Gelegenheit auch einmal deine Verwandten ^ennenzulernen. Wie ich mich erinnere, hast du nie Besuch erhalten oder selber einen gemacht."
„Nein, nie! A's ich deinem Vater hierher folgte, waren meine Eltern bereits tot. Geschwister hatte ich keine."
„Und Vettern und Basen?"
„Sie standen mir alle fern," wich sie aus.
Er drang rücht mehr weiter in sie und sah durch die überhauchten Fenster nach der Straße, auf deren nasse Steinquadern schwere Flocken fielen. Aber es war ein schlechter Schnee: wasserzerletzt und zur Hälfte zerronnen. Er tropfte von den Bäumen, und aus den Anlagen leuchteten bereits die scheuen, zaghaften Sterne der Anemonen.
Ehe der Wagen hielt strich Frau Sabine noch einmal in scheuer Liebkosung am Arm des Sohnes herab. „Wenn es u.u, |V ^»>» liUvton tv^'x, jv.^.i«», IHtiuu otiwuiiOUu xeiuierts zulernen, will ich gerne anfragen, ob du sie besuchen kannst."
„Ja, Mutter, das wäre nett von dir!"
streiten wagen, aber jeder tierliebe uüd tieroerständige Mensch wird im gleichen Augenblick darauf hinweisen, daß seit Tacitus Zeiten sich das landschaftliche Bild Germaniens wesentlich geändert hat. Und es hat sich zu Ungunften der Tiere verändert. Die asphaltierte Straße läßt keinen Halm sprießen und der Wald, der schon längst dem Forstbetrieb gewichen ist, hat starke Einbuße an Samen und Beeren erlitten. Die Vögel verlassen sich sogar auf die Winter- fütterung der Städte, daher ist z. B. der Star vom Zugvogel zum Strich- und Standvogel in Deutschland geworden.
Bei aller Liebe zu der gefiederten Welt und der Bereitwilligkeit zur Winterfütterung muß diele aber richtig ge= handhabt werden, sonst wird durch sie mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Man soll niemals Brot füttern. Das säuert und tut den Vögeln nicht gut. Mancher denkt: „Ach, ein kleiner Vogel wird schon kommen und es sich holen", und wirst achtlos Brot fort in Anlagen irgendwelcher Art. Dadurch bittet er nur die Ratten zu East, die sich überraschend schnell überall ungeladen cinstellen. Auch muß das Futter, das aus Privathand den Vögeln dargeboten wird, immer vor Witterungseinflüssen geschützt sein. Sonnenblumenkerne und Hanf, überhaupt alle ölhaltige Sämereien sind tunlich, hingegen kein Rübsame.
Vögel erfrieren und verhungern erfahrungsgemäß sehr schnell. Das hat seine Ursache darin, daß der Vogel außerordentlich rasch verdaut. Bei Dunkelheit geht er zudem schlafen, an trüben Wintertagen pflegte er mithin schon vom frühen Nachmittag an der Ruhe. Wacht er dann am andern Morgen auf, ist er vollkommen leer. Er hat von sich aus also nicht die Möglichkeit, irgendwelche Wärme zu erzeugen. Ist dann aber über Nacht Schneefall eingetreten oder herrscht,, was fast noch schlimmer ist, Glatteis, ist meistens der Vogel, dem kein ständiger geschützter Futterplatz bekannt ist, rettungslos verloren. Bei der durch den Schneefall bedingten hellen Winterluft ist er früher munter als die Mehrzahl der Menschen. Denken sie dann beim Aufwachen besorgt an ihre Lieblinge, ist es für viele bereits zu spät. Darum muß man bei gelindem Wetter bereits mit der Fütterung beginnen und auch nicht aussetzen, um die Vögel an den Futterplatz zu gewöhnen. Das braucht nur in bescheidenem Ausmaße zu geschehen und wirklich keine nennenswerte Menge Futter zu kosten. Es errettet aber manchen Vogel vor dem Wintertod.'
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Arbeitslos.
Arbeits-Beschaffungs-Los!
Das sind zwei Gegner, bei welchen es keine Gnade gibt! Der Kampf muß durchgeführt werden.
Die Arbeitsbeschaffung muß Sieger bleiben.
Kauft darum Lose der II. Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung! Tausende sollen wieder glücklich werden!
Tausende sollen wieder zu Arbeit und Brot kommen! Ziehung bereits 29. und 30. Dezember 1933.
Börse und Handel.
♦ Devikenbörse. Dollar 2,69—2,69; engl. Pfund 13,86 bis 13,90; doll Gulden 168,78—169,12; Danz. 81,57—81,73; franz. Franc 16,40-16,44; schweiz. 81.17—81,33; Belg. 58,24—58,36; Italien 22,09—22,13; schwed. Krone 71,43—71,57; dän. Krone 61,84—61,96; vorweg. 69,68—69,82; tschech. 12,41—12,43; österr. Schilling 48,05—48,15: Argentinien 0,86—0,86; Spanien 34,29 bis 34.35.
Frankfurt a. M. (Getreidegroßmarkt vom 4. Dez.) Die Stimmung war heute allgemein zuversichtlicher und befestigt, das Geschäft zeigte im wesentlichen stetigen Verlauf. Weizen war infolge des knapperen Angebots etwas besser beachtet und zogen um 1 RM. an, wäh^nc Roggen trotzdem die Nachfrage das Angebot nicht unbeträchtlich überfteigtj unverändert zur Notiz kam. Braugerste hat nach wie vor stillen Markt. Da- MiMMMMif^^'—"■‘~~,"~“~misTT^^ 1; uniiiirii w Wmcn im
„Es sind ganz einfache Leute. Vaters Bruder war Geistlicher, und die älteste Schwester meiner Mutter ist mit einem Hochschullehrer in Rejkjavik verheiratet."
„Und das nennst du einfache Leute, Mutter?"
„Sie waren nicht alle in solchen Stellungen. Es sind auch Fischer darunter und Bauern. Und von denen — aber du glaubst ja nicht daran, Markus — haben einige das zweite Gesicht." 1
„Wenn ich auch nicht daran glaube, Mutter, mich treibt die Neugierde, etwas Genaueres darüber zu erfahren. Also, wenn du mir den Gefallen tun willst, dann frage bei deinen Verwandten an, ob ich willkommen bin."
„Sie sind sehr gastfrei, Markus."
„Dann um so besser!"
Man mußte sich beeilen, um nach dem Bahnsteig zu gelangen, wo der Zug bereits eingelaufen war. Es blieb Frau Sabine kaum noch soviel Zeit, den Sohn zu umarmen und von ihm einen Kuß auf die Wangen gedrückt zu bekommen. „Und vergiß nicht, Mutter!" bat er, als sich der Zug bereits in Bewegung setzte
„Ich werde dir mittelten, welchen Bescheid ich bekommen hab-."
„Ja, bitte, Mutter! Auf Wiedersehen! Und grüße die Großmama noch vielmals!"
„Laß bald von dir hören, Markus!"
„Sobald ich in Manfeldt angekommen bin!"
Ein Lastenzug, der auf dem Nebengleis stand, nahm ihr den Ausblick. Sabine stand blassen Gesichtes, das Taschentuch in der Hand, auf dem schwarzen Schotter und ließ ihre Tränen fließen. Da hörte sie einen Schritt hinter sich und wandte das Gesicht. Ihr Mund vermochte den Schrei, den ihre Kehle formte, nicht in Worte umzusetzen..
Ottmar Lente stand groß und hager neben ihr auf dem Bahnsteig und hatte ein verzweifeltes Lächeln um den Mund.
Im nächsten Augenblick war er verschwuirden. Blutleeren Gesichtes, mit schweren Füßen, ging sie nach dem Wagen zurück.
Kaum war sie wieder daheim angekommen, traf eine schlimme Botschaft ein: Ottmar hatte sich mit einer Schere die Pulsader geöffnet und war, ehe Hilfe gebracht werden konnte, verblutet Niemand, als Christine, war Zeuge feines Sterbens gewesen. * *
Die Anstalt, in der Markus Lenke seinen Dienst antrat, war eine Stadt für sich. Häuser und Häuschen standen zwischen grünenden Anlagen und schützenden Baumbeständen verstreut, aus deren Mitte sich die Kuppel der Kirche hob. Eine breite, sorgfältig geteerte Straße führte von der Station nach dem Terrain dèr Anstalt.
Dortbin schritt setzt Markus £ente, von gemischten Gefühlen bewegt. Einen Seitenweg einschlagenö, kam er an einem der kleinen, lustig ins Blaue träumenden Häuser vorüber. Aus dem Gebüsch, das sich wie eine wuchernde Wildnis um den Bau zog, sprach ihn eine Stimme an: „Recht guten Tag, Herr Doktor Leute "
Er war maßlos verblüfft. „Rosmarie," vermochte er nur au lasen.
gegen sind Futter- und Jnduftriegerften gefragt, besonder- k 1 Niederrhein bekundet Interesse. In Hafer haben sich portmöglichkeiten durch die Zollerhöhung etwas vermindert “ dererseits zeigte aber der Konsum etwas bessre Kauflust so die Notiz um 2% NM. per Tonne anstieg. Das Mehlaââ blieb unbefriedigend. Am Futtermittelmarkt lagen beiiwv ölhaltige Artikel fest, aber auch Mühlennachprodutte blieben j folge des kleinen Angebots knapp, ine Preise aber unveränd^ Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) jn Weizen 195, Roggen 170, Braugerste 181—183.50, Hafer 147.50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 28.75—20^? do. ohne Austauschweizen 27.25—28.30, Roggenmehl 0—6(1«, zentige Ausmahlung 23.50—24, do. südd. Spez. 0 24, Wettens 10.75—10.85, Roggenkleie 10.35—10.60, Soyaschrot 15.40— Palmkuchen 15.65, Erdnußkuchen 16.55—17.15, Treber 17-17'9«’ . Heu 6—6.20, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2.10—99,’ do. gebündelt 1.60—2. Am Kartoffelmarkt fand wea»» des Frostes kein Handel statt, so daß auch keine Notierung, erfolgten.
Frankfurt a. M. (Schlachtviehmarkt vom 4. Auftrieb: Rinder insgesamt 1684 (gegen 1542 am letzten Mn» tagsmarkt), darunter 415 Ochsen, 132 Bullen, 554 Kühe 583 Färsen, Kälber 342 (506), Schafe 189, darunter 105 mel (zuletzt 151 Schafe), Schweine 3907 (3530). Notiert Ä Dio 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen: al) 31, b) E 30, c) 24—26, d) 20—23. Bullen: a) 28—29, b) 25—27 c) 2? 24. Kühe: a) 27—28, b) 22—26, c) 16—21, d) 1015. ’ ftärW st) 30—32, b) 27-29, c) 23—26, d) 20—22. Kälber: Sonden klasse —, andere Kälber: a) 36—38, b) 31—35, c) 26—30, d) 22 bis 25. Lämmer nicht notiert. Hämmel: b2) Weidemast 27— 28, c) mittlere 25—28, d) geringere 23—24. Schafe: e) 23 ft gn bis 22, g) 17—19. Schweine: a) 48—50, b) 47—50, c) 46—4a d) 43—48, e) 40—46, f) — g) Gauen 37—44. Im Preisner- gleich zum letzten Montag gaben Rinder außer Kühe bis 1 RM Kälber 1 NM. und Schweine 1—2 RM. nach, Hämmel und Schafe lagen ziemlich unverändert. Marktverlauf: Rinder schleppend, großer Ueberstand. Kälber und Schafe langsam oe- räumt. Schweine langsam, Ueberstand. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 752 Mertel Rindfleisch, 40 ganze Kälber, 10 aame Schafe und 194 Schweinehälften. Preis für 1 Ztr. frifcBe« Fleisch in RM.: Ochsen- und Rindfleisch 1. 46—52, Ochsen- und Rindfleisch 2. 45—50, Bullenfleisch 45—50. Kuhfleisch 2 32- 38, Kuhfleisch 3. 23—28. Kalbfleisch 2. 60—68, Kalbfleisch 3 50—60. Hammelfleisch 54—60. Schweinefleisch 64—70. Geschäftsgang: ruhig.
Hungen. (Schweinemarkt vom 4. Dezember.) Der Markt war infolge der erheblichen Kältè nur mit rund 180 Ferkeln beschickt. Nach mäßigem Handelsgeschäft verblieb Ueberstand. Man bezahlte für Ferkel bis zu 6 Wochen alt 8— 9 Mark, 7—8 Wochen alt 10—12 Mark, 8—9 Wochen alt 13-14 Mark, bis zu 13 Wochen alte Tiere bis zu 17 Mark pro Stück.
Bücherecke.
Grenzen des Weltmeers.
Das polnische Streben nach Anteil an der Weltschifffahrt ist bekannt genug. Mit allen Mitteln sucht Polen den Weltverkehr bis in die Ostsee und zu seinem neuen Hafen Edingen zu ziehen. Daß solchen machtpolitischen Bestrebungen jedoch wirtschaftliche und natürliche Grenzen gezogen sind, weist Dr. Rolf Erdmann in einem bemerkenswerten Aufsatz des Dezemberheftes der „S e e", dem Monatsblatt des Deutschen Flotten-Dereins, nach. Der Verfasser erläutert eingehend die verschiedenartigen Aufgaben, die in Handel und Verkehr das Weltmeer, die Nordsee und die Ostsee zu erfüllen haben', und er weist auf die natürlichen „Grenzen des Weltmeers" hin, die von allen Schifffahrt trebenden Ländern beachtet werden müssen. — Jos wie immer reichhaltige und gut bebilderte Hilft enthält ferner u. a. einen Aufsatz über „Seegeltung" von Konteradmiral Brüninghaus, einen weiteren Bericht non kr Weltreise des Kreuzers „Köln" und eine lustige Wch nachtsgeschichte. Besonders sei aber noch auf den interefsw ten Bericht über eine Englandfahrt deutscher Jungen hin- gewiesen. Zwanzig Jungen der Potsdamer Schiffsmodell- bauschule, an deren Entwicklung auch der Reichsjugendführer persönlich lebhaften Anteil nimmt, durften dabei nach England und zurück auf den großen Schiffen des Norddeutschen Lloyd fahren, die sie im kleinen Maßstab vorher selbst in ihrer sehenswerten Schule gebaut hatten.
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„Warum erfchrlckft du so?" spottete das Mädchen lachend. „Ich gebäre zu den Insassen. Oder besser ausgedrückt, ich bin hier angefteUt. Du weißt doch, damals, als wir zusammen das Abitur machten, hatte mein Vater Pech in Geschäften. Ein Wsiterstudieren war aussichtslos. Da kroch ich hier unter. Es gibt auch bei den Irren ganz vernünftige Leute. Das Lächeln, das dabei um ihren Mund spielte, gab ihm zu denken. ,
„Sonderlich glücklich scheinst du aber hier nicht zu sein,
wagte er anzutippen.
„Wie scharf du siehst! Wenn man so plötzlich aus allem Gewohnten geworfen wird, herausgerissen aus allen Plänen, die man für die Zukunft schmiedete, bleibt eine gewG Zammerstimmung zurück. Aber wenn du nun hier weiht, können wir vielleicht ab und zu miteinander plaudern."
„Es ist wohl nicht sehr unterhaltlich hier?" ,
Sie sah ihn mitleidig an und dann von ihm hinweg einer Gruppe Männer, die mit einer Maschine den Rasen glatt zu machen suchten. „Lauter kranke Menschen! Wem auch begegnest — einen Defekt hat jeder. Du glaubst es vielleicht nicht, Markus, aber mit der Zeit wirkt das wie em Hypnose. Wenn ich noch fünf 3a3re hier bin, bilde ich w wahrscheinlich ein, ich bin die Kaiserin von Japan oder 0 Lieblingsfrau eines Sultans, und du mußt dann einen fall vor mir machen. Billiger tu ich's nicht!"
Rosmarie lachte dabei. Aber gerade dieses Lachen verr ^
;nui>nun.it: luuHc uuueu ^uci gerade dieses Lachen aè die ungeheure Depression, in der sie sich befand. Marr sah sie von der Seite an und gewahrte einen harten 0 * den sie um die Mundwinkel eingegraben trug. .
Sie war nicht älter, als er selbst. Kaum sünfundzwanz Das war für gewöhnlich die Zeit, in der ein Mädchen, w . es überhaupt an einen Mann dachte, sich versorgt mm wollte. Vielleicht ist es das, dachte er mitleidig.
Wie weit doch alles zurücklag! Damals, als nngey Abiturient, hatte er für Rosmarie Wolfshagen geA Mit einem raschen Blick streifte er ihre schlanke Gestai. .
Sie bemerkte es und fühlte die Wangen aufgluhen- «' muß jetzt wieder ins Büro, um dem Oberarzt eine zu machen. Hoffentlich gewöhnst du dich gut ein; raM - es bei mir der Fall war. Auf Wiedersehen, Markus, â
„Auf Wiedersehen!" Er hielt ihre Hand fest und 1 ' in ihren Augen. „Wenn ich dir irgend etwas irw Rosmarie?" — ,âst du
Sie zog ihre Finger langsam zurück. „Wozu ' dich belasten? — Jeder trägt schließlich genug an eigenen „Ich" " . meiu-n,"
„Ich trage momentan gar nicht schwer an dem » m sagte er belustigt „Also, Rosmarie, wenn du mich solltest, stehe ich gerne zur Verfügung." ifm B
„Ich werde mich erinnern," wich sie aus, «x^ einem raschen Blick, den er nicht zu deuten wußte
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sagte er belustigt
im nächsten Auaenblick verschwunden. „,,,
(Fortsetzung fè
Opfern bringt Segen für Dich und die Nat^'