Lul-aer /lnzeiger
E^M. Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ^n.^Baâ uf'w^st^ieÄ jäsass S«»«- und h°nn-«°l.;nld°« Rrdsbla« £=»£;•»? Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Reöaktlon und Geschäftsstelle: Könlgstraße 42 « §ernsprech^nsthl«8 Nr. 2--- für hiesige Aufttaggeber berechnet. Bei Rech« Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachârucküermit* versetzen-nFrttkelnurmUivuellenansä.rul-aerFnrKs^'s^ia»««. nungsstellung Zahlung tnnechalb 8 Tagen.
1.281 — 1933__________Fulda, Freitag, 1. Dezember 10. Jahrgang
Sühne für organisierten Mord.
Sechs rose Mörder Hingerichiet _ sie Sühne für eine rohe und hinterlistige
Bluttat Kölner Kommunisten.
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, sind «Köln die durch Urteil des Schwurgerichts vom 22. Juli W wegen Mordes bzw. wegen Anstiftung zum Morde W Tode verurteilten Kommunisten, nämlich die Arbeiter ermann Hamacher, Otto Waescr, Bernhard Willms, leinrtd) Horsch, Matthias Joseph Moritz und der Feuster- iltzer Josef Engel, hingerichtet worden.
Der preußische Ministerpräsident Göring hatte die signadigung der Verurteilten abgelehnt, da es $ bei der abgeurteilten Tat, die am 24. Februar d. I. ,Köln begangen wurde, um einen organisierten b e r f a l l der kommunistischen Unterwelt auf Harm- ose R a t i o n a l s o z i a l i st e n gehandelt hat. Der bersall geschah auf ausdrücklichen schriftlichen Befehl er örtlichen KPD., die angeordnet hatte, daß die von ihr ^geschickten schwerbewaffnetenPatrouillen ns Nationalsozialisten fahnden, sie auf Waffen unterem und bei Weigerung der Durchsuchung „um- egen" sollten.
Daß dieser Befehl nur zum Schein die Untersuchung »ordnete, tatsächlich aber den sofortigen Mord jedes kgegnenden Nationalsozialisten verlangte, hat seine Aus- Hrung durch die verurteilten Täter bewiesen.
Die Verurteilten Hamacher und Otto W a e s e r tosen auf den in Uniform auf dem Heimweg begriffenen 8A.-Mann Spangenberg. Als dieser gerade an Men vorüberging, zog Hamacher
mit dem Rus „Hände hoch!" seine Pistole
Ä gab dann auf drei bis vier Meter Entfernung emen ™ auf ihn ab, so daß Spangenberg, in den Unterleib ■rossen, nach einigen Schritten z u s a m m e n b r a ch. Mem Bauchschuß starb Spangenberg am nächsten Tage, f Der zweite Trupp, bestehend aus den Verurteilten âUms, Moritz und Horsch und zwei anderen, l» dem Verfahren zu Zuchthaus Verurteilten, stieß auf die toben SA.-Männer Winterberg und Kessing, Ke in ihrer Uniform als Mitglieder einer SA.-Kapelle men. Sie stellten sich in einer Seitenstraße aus
Neuorganisation des Arbeitsdienstes.
Arbeitsdienst stellt ArSeitSpaß aus.
Eigene Meldeämter ab 1 5. Dezember.
Mit dem 15. Dezember tritt eine wesentliche Neu- Michtung des Arbeitsdienstes ins Leben. An diesen» Inge werden die von der Reichsleitung des Arbens- Meâ im ganzen Reiche eingerichteten M eld ea m ter den Arbeitsdienst ihre Tätigkeit aufnehmen, -tefe finden die Ausgabe, sämtliche Freiwilligen zu ersassen, und “’n nun ab alle Einstellungen in den Arbeitsdienst vor- iwehmen.
l Das Reichsarbeitsministerium bzw. die Reichsanstalt M Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung
«lucht worden, an alle Arbeitsämter die Anweisung zu Wn, daß ab 15. Dezember die Freiwilligen, die sich für ” Arbeitsdienst melden, an das nächstgelegene Meldeamt des Arbeitsdienstes zu verweisen sind. Den Arbett»- !"miern ist bekanntgegeben worden, welches die nachp- mben Meldeämter sind. Von jetzt ab werden also M Freiwilligen
durch den Arbeitsdienst selbständig eingestellt,
W zwar durch die Meldeämter. Annahmen erfolgen täg- P an den Wochentagen während der Dienststunden.
, Die E i n st c l l u n q in den Arbeitsdienst erfolgt aber noch am 1. eines jeden M o nats. Es ist B die sich Meldenden zweckmäßig, innerhalb der ersten W» Tage eines Monats sich bei dem zustandrgen Meamt zu melden, um am Schluß des Monats die El Nungsaufsorderung in den Händen zu haben. Wer nach eines Monats sich meldet, läuft Gefahr, daß seme Unstellung erst im übernächsten Monat erfolgen kann, weck L Meldeämtern auferlegte Pflicht der Uberpr f 8 Miere einige Zeit in Anspruch nimmt.
Meldeämter werden auch die Entlassung au» l ^ deitëbienft regeln und werden jedem Angehörigen de. **1«^ einen ar Oeit s ®'= “ in Deutschland bald ein sehr wichtiges -»In
L ®ir können uns denken, daß die Zeit nicht fern ist, einzelne, wenn er sich um Arbeitoderu - Ä 1111 Staatsdienst, bei Gemeinden, Behörden usw. zuerst zu hören bekommt: „Zeigen ^vrcn 'hni ^aß!", und daß das Vorzeigen des Arbeckspassc moralisch vor denen einen Bort er kg ^dle solchen Arbeitspaß nicht vorzuzergen vermögen.
Iklâ kunge Männerwelt Deutschlands hat bliche Interesse daran, dafür zu sorgen, 12 'n den Besitz eines Arbeitspasscs gelangt. Das rs
Deutschland ist.
und eröffneten, als die beiden SA.-Männer ahnungslos an ihnen vorbeigingen, auf sie das Feuer.
Der SA.-Mann Winterberg brach, von zwei Schüssen getroffen, zusammen und ist am nächsten Nachmittag an den Folgen dieser Verletzung gestorben.
Als er schon am Boden lag, wurde noch weiter auf ihn geschossen, und der SA.-Mann Kefsing mußte den Versuch, seinen SA.-Kameraden zu retten, aufgeben, als er selbst einen Schuß in das Knie erhielt. Bei seiner Flucht traf Kessing auf die Verurteilten Hamacher und Waeser, die daraufhin
aus nächster Nähe mehrere Schüsse auf ihn abgaben, von denen der eine in seinem Koppelschloß steckenblieb. Kessing gelang es schließlich, zu entkommen.
Durch solche rohe, feige und hinterlistige Mordtaten haben sich die Verurteilten selbst aus der Volksgemeinschaft für immer ausgeschlossen.
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Aufdeckung kommunistischer Geheimpläne
Zahlreiche Verhaftungen in Lübeck. ♦
Der Geheimen Staatspolizei Lübeck ist ein neuer Schlag gegen kommunistische Umtriebe gelungen. Umfang- reiche Ermittlungen haben zur Festnahme von 33 Personen geführt, die alle geständig sind, sich an dem hochverräterischen Treiben beteiligt zu haben. Weiter sind zehn Personen in die Angelegenheit verwickelt, die sich bereits wegen ähnlicher Verbrechen in Untersuchungshaft befinden. Schließlich wurden noch sechs Personen festgenommen, die als die Hersteller der kommunistischen Druckschriften in Frage kommen. Es sollten bewaffnete Terrorgruppen, sogenannte Fünfergruppen, gebildet werden. Die Unruhen sollten vom Ruhrgebiet ausgehen und auf das ganze Reich ausgedehnt werden.
des schon heute hochbedeutsamen Arbeitsdienstes aufgezeigt, die seinen Ausbau zur allgemeinen Arbeitsdienstpflicht immer wünschenswerter macht.
„Der Eckpfeiler des Dritten Reiches."
Kundgebung des deutschen Arbeitsdienstes.
Die erste programmatische Kundgebung der Rcichsschulc des deutschen Arbeitsdienstes. deren endgültige Räume jetzt nach Potsdam verlegt worden sind, fand unter großer Beteiligung der Potsdamer Bevölkerung statt. Die Rcichsleitung des deutschen Arbeitsdienstes hatte verschiedene Vertreter entsandt, u. a. war anwesend der Staatssekretär für Arbeitsdienst, Reichsarbeitsführer Hierl.
Diese Kundgebung atmete den Geist, der in der V e r- pflichtung von Potsdam liegt, wo der deutsche Sozialismus seinen ersten Ausdruck fand, dem ein großer König seine Prägung gab. Der große Feldherr war aber zugleich auch der große Kolonisator und Schöpfer der Volkskraft durch das Bauerntum. Diese Aufgabeder L a n d g e w i n n u n g, die seit mehr als 200 Jahren vernachlässigt worden war, im Sinne Friedrich des Großen fortzuführen, hat der deutsche Arbeitsdienst übernommen. In den Ausführungen des Reichsinspekteurs der Führerschulen, Dr. D e ck e r, M. d. R„ kamen diese Gedankengänge besonders zum Ausdruck:
„Wir bauen das Dritte Reich."
Nicht, daß der Arbeitsdienst so vermessen wäre, allein das Reich bauen zu wollen, aber daß er sich würdig cinreiht in die Front der Schaffenden für Deutschland. Der Arbeitsdienst will nicht nur daran arbeiten, Raum und Brot zu schaffen, sondern vor.allen Dingen will er erziehen zur Gemeinschaft der Tat und des Dienstes, um den Arbeitsdienst zu dem zu machen, wie es der Führer am 1. Mai erklärt hat: „zum Eckpfeiler des Dritten Reiches".
Unzählige Anknahmegesuche für die Deutsche Arbeitsfront.
Das Presseamt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit, daß die Zahl der Aufnahmegesuche, die durch die einzelnen Dienststellen der Betriebszellenorganisation erledigt werden müssen, ungeheuer groß ist. Der Gau K u r tzr a r k teilt mit, daß bisher 5000 Aufnahmescheinc herausgegeben wurden, die bei weitem nicht ausreichen Unter den Aufnahmegesuchen befinden sich fast 2 0 0 £ 8sn ArbeitKsbLrn. Aus Sachsen jwi Sk^ Hessen liegen änliche Meldungen &>&
Ein Mann und sein Werk.
Oberbaurat Heck, ein deutscher Wirtschaftsführer.
Die Geschichte lehrt es immer wieder, daß Revolutionen nicht gemacht werden. Eine alte, morschgewordene Fassade stürzt zusammen und, was bisher von ihr verdeckt, langsam bereits herangewachsen war, tritt hervor und kann sich, befreit von Hemmungen und Hindernissen, kräftiger entwickeln. Jede wahre Revolution bedeutet einen „D u r ch b r u ch", und wie dieses Gesetz für Zustände und Verhältnisse gilt, so gilt es auch für die Persönlichkeit. Das anscheinend Neue in Ge sinnung und Handlungsweise bahnbrechender Geister ist
bereits, wenn auch nur von wenigen bemerkt, herangercist, und nicht der Durchbruch ist es, der dann den meisten Lärm verursacht, sondern der Zusammenbruch der alten Fassade, die in ihrem Sturz den Staub aufwirbelt und mit Getöse untergeht.
Das typische Bild eines Mannes, der in aller Stille bereits seit langem nationalsozialistisches, wirtschaftliches Denken in Taten umgewandelt, Gemeinnutz stets vor Eigennutz gestellt und damit reichen Segen für sein Volk geschaffen hat, ohne daß man vor der nationalen Erhebung viel von ihm gehört hätte, bietet der Werdegang und das Wirken des OberbauratsBruno Heck. Wenn bei einem Menschen, so ist bei ihm der Nationalsozialismus tiefe Herzenssache, und all sein reiches Tun und Schaffen ist durch und durch getränkt von urdcutschcr Gesinnung. Nichts tat er für sich, alles nur im Hinblick darauf, ob es seinem deutschen Volk von Nutz und Frommen sein könnte. So hat er in der liberalistischen Wirtschaftsperiode bereits in nationalsozialistischem Geiste gewirkt, und jetzt, da das Alte zusammengcstürzt ist, wird sein Bild frei, das uns einen Pionier zeigt für das Wirtschaftsdenken der neuen Zeit, das zeigt, daß es ein deutsches Wirtschaften gibt ohne tiberalistische Profitmacherei und Reklamegeschrei, ein Wirtschaften, das nicht nomadenhaft herumzuschweifen braucht in der Welt, sondern ähnlich wie die Landwirtschaft verwurzelt ist in Blut und Boden seiner Standorte und aus der Heimaterde seine stärksten Kräfte zieht.
Die wirtschaftliche und industrielle Aufbautätigkeit in Mitteldeutschland bei Magdeburg, die in jüngster Zeit von Oberbaurat Heck durchgeführt wurde und die völlig neue Wege beschritten hat, ist in ihrem ersten Stadium vollendet. Ein neues Industriezentrum i n der Mitte Deutschlands am Kreuzungspunkt des Mittellandkanals mit dem großen mittelbeutfdjen Strom, der Elbe, ist damit geschaffen. Nunmehr bat der Schöpfer und Führer dieser großen deutschen Wirtschaftstat das bisher Geschaffene und den Stand der Entwicklung vor der deutschen Presse und der Öffentlichkeit gezeigt und die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge dargelegt. Der sichtbare Ausdruck dieser Wirtschaftsschöpfung sind fünf neue große Unternehmungen: Die Großgaserei Mitteldeutschland AG., die Gasversorgung M a g d e b u r g-A n h a l t AG. (Gamanag), die Mitteldeutschen Kraftwerke AG. (Mikramag), die M ittelland kan a l-H a fen AG. und die Zinkhütte der Bcrgwerksgesellschast Georg von Giesche's Erben.
Die Werke, die jedes für sich eine neuartige Schöpfung darstcllen, sind nach einem einheitlichen wirtschaftlichen Willen mit klar durchdachten Zielen geschaffen. In den beiden ersten findet die Frage der Gasfernversorgung nach dem regionalen Prinzip eine ausdrucksvolle und vollendete Lösung. Über Magdeburg werden rund 150 Städte und Ortschaften des mitteldeutschen- Reviers versorgt. Die Mikramag stellt die neueste Form einer Kuppelung von Kraftund Wärmewirtschaft dar und schließt bisher ungelöste Probleme bei der Energiewirtschaft des mitteldeutschen Wirtschaftsraumes auf. Der erste Ausbau ist für eine Lcistuug von rund 100 000 Kilowatt vorgesehen und ist bestimmt zur Energieabgabe für die in unmittelbarer Nähe entstehende Zinkhütte und für die öffentliche Versorgung Magdeburgs und Umgegend. Die Energiewirtschaft wird also auf einer technisch und wirtschaftlich gleich günstigen Grundlage, der Mischung von reinem Jndustriestrom in höchster Verbrauchsstufe und mit Vcrbrauchsstrom für die Bevölkerung betrieben werden und kann ebenso vorteilhaft in die schon bestehende Elektrowirtschaft des Gebietes in zweckmäßiger Form eingefügt werden.
Die Mittellandkanal-Hasen AG. ist eine großzügige Anlage für Verckehrssammlung, Zubringung 'Äld für den Umschlag an dem neu entstehende« Verkehrs- WMkt gesäte» GÄH. der Kre«znng her beiDen großen W_^s erK.rgL en yn.Sel nasi Ost