Lulöaer Anzeiger
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J|r. 260 — 1933
Fulda, Montag, 6. November
10. Jahrgang
Stunde nationaler Sammlung
Wer spricht zum ganzen Reich.
In einer einzigartigen Kundgebung wird sich der Führer am kommenden Freitag an die denksche Arbeiterschaft wenden. Mittags pünktlich 1.00 Uhr werden in ganz Deutschland die Sirenen aller Werke, Dampfer usw. ertönen. Gleichzeitig wird im ganzen Reick der Verkehr beim Ertönen dieses Signals für eine Minute vollständig ruhen; auch die Fußgänger in den Straßen werden eine Minute lang stehenbleiben.
Zu dieser feierlichen Stunde hat sich der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in eins der größten Berliner Industrieunternehmen
ürsgelöbnis oberhessischer Bauern.
Reichsernährungsminister Darre und Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger vor 30000 Oberhessen in Eichen.
tiitgen, 4. Nov. Zn einer Riesenversammlung in einem besonders errichteten großen Zeltbau, die von mindestens MM Personen aus Oderhessen und den angrenzenden MWen Kreisen besucht war, sprachen heute nachmittag P Mi begeisterten Menschenmenge der Reichsstatthalter imb Weiter Sprenger, Staatssekretär Backe und Reichs- Mnâer Reichsminister Darrö. Der hessische Landes- èannnsiihrer Dr. Wagner entbot zunächst dem Reichs- bniiernfiihrer Reichsminister Darre und Gauleiter Sprenger M herzlichen Willkommgruß der gewaltigen Versamm- mz Er schloß mit einem begeistert aufgenommenen drei- chn Sieg-Heil auf die beiden Führer. Danach sprach, W stürmischen Jubel begrüßt, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. Er unterstrich einleitend die von allen eilen des Volkes mit großer Befriedigung aufgenommene iNerung des Führers Adolf Hitler nach Eleichberechti- R für Deutschland, wobei er auch in dieser Versamm- R die stärkste Zustimmung der gewaltigen Menschenmenge sesistellen konnte. Ebenso eindrucksvoll war die Mutige Billigung, als der Reichsstatthalter betonte, daß
das deutsche Volk und sein großer Führer Adolf
Hitler nicht zweierlei, sondern nur eins sind,
^ daß beide nach der Abrüstung Deutschlands das gleiche lcht angewandt wissen wollen, hinsichtlich der Erfüllung ^Verpflichtung der anderen Mächte zur Abrüstung, um Mich einen wahren und ehrlichen Frieden in der Welt wellen. Das deutsche Volk wolle nur den Frieden, lir Entschluß des Führers, die deutschen Unterhändler aus W abzuberufen und Deutschlands Austritt aus dem Völ- und der Abrüstungskonferenz zu erklären, habe dem Men Volke, das aufgrund seiner Leistungen den beengten Ansprch erheben konnte, als Kulturvolk erster "Ws behandelt zu werden, die Ehre gerettet. Der Red-
^ann auf die bisher von der Regierung Hitler Mete gewaltige Aufbauarbeit im Inneren hin und hob unter dem Jubel der Menge besonders hervor, daß
' Hitler durch seine Maßnahmen
den deutschen Bauernstand gerettet
kie feste Untermauerung des gesamten deut- 1 M"Stums und dessen Sicherung für alle Zeit geschaf- tzMM Die große geistige Umwälzung, die das Werk tau t15 schon in weiten Teilen der Welt zur Folge weitere Fortschritte im Denken der Völker j»M' ..-Uaran werde auch der Genfer Völkerbund nichts können. Solange in Genf dem deutschen Volke die
begeben. Nachdem der Reichsminister für Volks- aufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, einen Bericht von der schaffenden Arbeit gegeben hat, wird der Führer dann selbst von iener Stelle aus zu der Arbeikersckafl ganz Deutschlands sprechen. Damit ieder Gelegenheit hat, die große Rede Hitlers anzuhören, wird vonl . 0 0 M 0 r a b
im ganzen Reich die Arbeit eingestellt,
mit Ausnahme der lebenswichtigen Betriebe. Der Rede folgt das Horst-Desfel-Lied. Dann gibt wieder wie zu Beginn der Kundgebung ein allgemeines Sirenensignal das Zeichen zur Wieder- aufnahmederArbeit. Sowohl vor als auch nach der Kundgebung wird das Sirenensignal des
aufgrund seiner Abrüstungsleistungen und seines guten Rechts zustehende Gleichberechtigng vorenthalten nd bestritten werde, habe Deutschland keinen Anlaß, nach Gens zurückzukehren. Weiter betonte Reichsstatthalter Sprenger unter stärkstem Beifall, daß Deutschland unbedingt das Recht für sich in Anspruch nehme, seine inneren Angelegenheiten ganz allein nach seinem Willen zu regeln, ebenso wie es auch nicht in die inneren Angelegenheiten der anderen Völker hineinrede. Das deutsche Volk habe sich rückhaltlos zu Adolf Hitler bekannt, es solle nun seine unlösbare Verbundenheit mit dem Führer und seiner Politik auch nach außen hin durch die Reichstagswahl am 12. November bekunden. Die Reichstagswahl solle und werde der Welt beweisen, daß es in Deutschland nur eines gibt,
ein Volk, ein Reich, ein Führer!
(Langanhaltender stürmischer Beifall.)
Staatssekretär Backe hob in einer kurzen Ansprache hervor, daß das deutsche Volk jetzt ein gewaltige Zeitwende erlebe durch die neue Idee des Nationalsozialismus, durch die eine neue Lebensgrundlage und Lebensform geschaffen werde. Der Nationalsozialismus stelle die Schaffung einer wahren deutschen Volksgemeinschaft in den Mittelpunkt seines ganzen Wirkens, für die der Führer 14 Jahre lang gekämpft habe. Der neue Aufbau unseres Volkes werde sich auf der Grundlage der Gemeinschaft von deutschem Blut und deutschem Boden vollziehen. An diesem Werke mitzuarbeiten sei die hohe Aufgabe aller deutschen Männer und aller deutschen Frauen. Am 12. November werde ein neues Blatt in der Geschichte aufgeschlagen, das die Einmütigkeit von Volk und Führer beweisen werde.
Reichsbauernführer und Reichsminister Darre, von langanhaltendem Beifall stürmisch begrüßt, gab einleitend einen Rückblick auf die Zeit vor der Machtübernahme durch Adolf Hitler. Damals habe der Bauer jahraus jahrein immer nur gearbeitet und gearbeitet und sei doch immer mehr in wirtschaftlichen Verfall geraten. Auf der anderen Seite sei die Not in den Städten ebenfalls immer gewaltiger geworden. Die Ursache dieses furchtbaren Niederganges fei in dem Wirken der von jüdischem Geist und jüdsicher Kapitalmacht beherrschten Börse zu erblicken. Auf das
unheilvolle Wirken des Judentums
sei es auch zurückzuführen, daß das gesunde Denken des deutschen Volkes immer mehr vernebelt wurde, dadurch, daß bewußt vom Judentum alle deutschen Dinge nur unter den Gesichtspunkt der Rentabilität gestellt worden seien. Ueberall habe das Judentum Männer des Vertrauens sitzen gehabt, von oben bis unten, um seine Herrschaft über dâs deutsche Volk zu festigen. Dagegen habe der Kamps des Nationalsozialismus geführt werden müssen, um eine neue Staats- und Wirtschaftsauffassung zum besten des ganzen deutschen Volkes zu schaffen. Damit dieser Kampf ungebrochen geführt werden könne, habe Adolf Hitler es grundsätzlich abgelehnt, mit dem System von Weimar zu paktieren. Adolf Hitler sei von den einfachen Lehren des Fronterlebens ausgegangen, daß es immer nur darauf ankomme, daß ganze Kerle am Werke sein müßten, die verantwortungsvoll ihre Pflicht tun und auf die man sich in allen Lagen verlassen könne. Nach der Uebernahme der Macht sei Adolf Hitler von diesem Grundsatz geleitet in den Kampf gegen die große deutsche Not eingetreten, wobei er die Probleme aber nicht von der Wirtschaft her angefaßt habe, sondern von sozialen Gedanken ausgegangen sei. Er habe vor allem
das Bauerntum als den Vlutqucll des ganzen deutschen Volkes
in den Vordergrund seiner Arbeit gestellt und dieses Bauerntum aus einer neuen Ideenwelt heraus wieder gerettet. Vor allem sei die beherrschende Machtstellung der Börse und des Judentums gebrochen worden, um dem oeut-
Merkes, in dem der Führer sprich!, ebenso wie die ganze Kundgebung aus alle deutschen Sender über- tragen.
Die Schuljugend wird für die Kundgebung in die Aula geführt, wo sie die Veranstaltung mitanhören kann. In ganz Deutschland sollen zu dieser Stunde alle Lautsprecher im Dienst der großen Kundgebung stehen: jeder gebe jedem die Möglichkeit, der Kundgebung als Hörer beizuwohnen I
Im Gegensatz zum 1. Mai, wo der Arbeitgeber den Ausfall trug, soll diesmal der Arbeitnehmer den Ausgleich übernehmen und den durch die Kundgebung etwa entstehenden Ausfall durch Nacharbeit aufholen.
Dos ganze deutsche Volk wird sich am Freitag zu dieser einzigartigen Kundgebung vor den Wahlen zu- sammenfinden.
schen Bauern und den deutschen Volksgenosien wirksam helfen zu können. Die Arbeit aus diesem Gebiet sei noch nicht zu Ende. Eine ganze Reihe von Produktionszweigen würden im Sinne dieses Grundsatzes noch geregelt werden. Rach der Umstellung unserer Getreidewirtschaft seien jetzt die Vorarbeiten soweit gediehen, daß auch auf dem Gebiete der Fleischversorgung und ähnlicher Produkte
dem Bauern ein Festpreis gegeben werde, damit er in die Zukunft kalkulieren könne. Der Redner wies dann auf die Schaffung des Reichserbhofsgesetzes hin, das nur von solchen Leuten bemängelt werde, die lediglich immer nur an ihrem Verdienst Interesse hätten und den Boden als eine beliebig verschiebbare Ware ansähen, während für den Bauern das Gesetz den vornehmen Zweck habe, daß er auf seiner Scholle gesichert werde.
Die Durchführungsbestimmungen für dieses Gesetz gaben dem Bauer eine entscheidende Mitwirkung, so daß er es in der Hand habe, die Auswirkungen des Gesetzes maßgeblich mitzubestimmen. Wenn das Bauerntum der Welt erst unsere jetzigen deutschen Bauerngesetze habe, dann werde es überall schnell vorbei sein mit der Herrschaft des Judentums.
Mit unseren jetzigen Vanerngesetzen sei dem Judentum ein böser Strich durch die Rechnung gemacht worden.
Unter dem Führer und Bauernkanzler Adolf Hitler werde der Kamps gegen den Geist des Liberalismus, der die Bauern und das ganze Volk ins Elend geführt habe, mit Entschiedenheit fortgeführt werden. Der Redner wies dann die wegen dieser segensreichen Aufbauarbeit für unser Volk vom Ausland her betriebene Hetze entschieden zurück und hob hervor, daß der deutsche Bauer und jeder deutsche Volksgenosse unter Adolf Hitler wieder hoffen dürfe, daß die bisherigen Schäden für das ganze deutsche Volk in den nächsten Jahren beseitigt werde. Mit der Person Adolf Hitler stehe und falle der deutsche Bauer, der vollstes Vertrauen zu dem Führer und Volkskanzler habe. Das möge das Ausland beachten. So friedliebend der deutsche Bauer unb das deutsche Volk auch sei, sie würden unter der Fahne Adolf Hitlers lieber fallen, als noch einmal unter das jüdische System vor dem 30. Januar zurückkehren. Wenn es heute in Deutschland wieder aufwärts gehe, so sei das dem Führer Adolf Hitler zu danken, der es deshalb auch ruhig unternehmen könne, schon nach acht Monaten sich wieder dem Urteil des Volkes zu stellen. Der Führer habe in den letzten 14 Jahren immer den Glauben an das deutsche Volk gehabt. Das deutsche Volk habe auch heute un-
Reichsstatthalter in Hessen und Gauleiter Sprenger, der am Samstag nachmittag in Gießen gleichfalls zu den hessischen Bauern sprach. Den Gauleiter führte bekanntlich kürzlich seine Wahlreise auch nach Lauterbach und Schlitz.