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Donnerstag, 2. November 1933
SiePresse im Wahlkampf.
Von F. H. W o w e r i e s.
bekannte Leitartikler der „Deutschen Allgemeinen Dr. Fritz Klein, hat eine neue Wochenzeitung ^-gebracht. In ihrem ersten Leitartikel, der den 4 Neuer Anfang" trägt, schreibt der genannte Her- ^ber unter anderem folgendes Bekenntnis: „Der Jahr- „»d die Eitelkeiten der Politik des Zwischenreiches versunken. Die neue Zeit erfordert neue Pflicht . . . -raaesschrifttum steht in einer Krise. Die alten Auf- M^sind dahin. Der Wille der Nation ist zum Durch- A glommen . . .", soweit Klein. Es wäre nun nicht «er ähnliche Feststellungen auch aus der Feder bekann- n 'Nationalsozialisten zu zitieren, es erscheint mir je* b bedeutsam, daß auch nichtnationalsozialistische Feder- L der nunmehr hinter uns liegenden Epoche in der eilhnung „I a h r m a r k t s e i t e l k e i t e n" eine treffe Charakterisierung geben. Es soll nun hier weder [ der Vergangenheit gerichtet werden, noch untersucht M wieweit die Presse aktiv oder passiv an solcher âmarktseitelkeit" beteiligt war. Was hinter uns liegt, abgeschlossen. Das neue Reich liegt in festen Händen j^der Blick Aller muß nach vorn gerichtet werden. Die â welche nicht um der sittlichen Aufgabe des gedruckten Utes willen erschien, sondern aus privatpersönlichen ^volksfeindlicher Gesinnung entstand, die ist nicht mehr, e Presse, welche heute noch erscheint, darf berechtigten Hruch darauf erhalten, in der Deutschheit ihrer Eesin- anerkannt zu sein. Etwaige Ausnahmen würden e grundsätzliche Feststellung nicht entkräften können, an der oben zitierte Schriftleiter nun eine Krise des gesschrifttums feststellen zu können meint, dann könnte «t nur die ganz natürliche Krise alles Neugsboren- idens gemeint sein. Eine Krise des alten Geistes der kmlistischen Losgelöstheit und Selbstherrlichkeit, kurz, r sichtbare Krise, aus welcher schließlich unserer neuen der neue Typ der Presie geboren wird. Der Typ, lchn in sich die publizistische Harmonie zwischen natio- IDisziplin und persönlicher, geistiger Jni- verkörpert. Es ist der Typ, der zugleich mit dem bruch des Willens zur Nation" in das öffentliche getreten ist. Beinahe würde ich lieber sagen, daß Typ des staatsverbundenen Journalisten mit dem bruch des Willens zur Nation" hätte in Erscheinung sollen. Denn nicht überall sind alle ^ur Neuge- g vorhandenen publizistischen Möglichkeiten etwa i gleichen Anstrengung aufgegriffen worden, wie die listen Anstrengungen der neuen Regierung es verhüten. Nun will es das deutsche Schicksal, daß jedem Men zum ersten Mal eine entscheidungsschwere Wt gegeben worden ist, sich der Leistungen unserer i^ierung würdig zu zeigen. Neben der national- Wen Parteiorganisation und ihren unmittelbaren Wischen Möglichkeiten kann nunmehr die gesamte «Presse ihre öffentliche Macht einsetzen zur unllber- und ernsten Wahrung der nationalen Ehre und Ermöglichung eines auch die kühnsten Erwartungen Messenden Ergebnisses des 12. Novembers. Hier kann in diesen bedeutsamen Tagen jede Zeitung mit buch- A äußersten Kräften einsetzen. Völlig unabhängig Nr früheren politischen Einstellung und auch ohne M peinlichen Verdacht konjunkturbedingter Anbiede- SMlsuche zu geraten. Es geht um Zukünftiges, nicht ergangenes. Wer zurllckfchaut stolpert. Je stärker h ernste Einsatz für das Reich und seine Ehre in Er- ®>0 tritt, umso stärker kommt die neue Verbundenen Staat und Presie über gesetzliche Formen hinaus zum lebendigen Ausdruck. Je nachdrücklicher dies Mzen Volke empfunden wird, umso tiefer wird das W und die Vertrauenswürdigkeit zur deutschen imeder den Platz einnehmen, welchen in Millionen er bisher nur Mißtrauen und Schlimmeres eingenom- We. Jede Zeit hat die Presie, die sie verdient, die- p kann der Journalistik nur Verpflichtung sein, der "enen Größe unserer Zeit würdig zu werden. Ich vor einigen Tagen vor der in Frankfurt versammel- Mtswalterschaft des gesamten Gaues über Presse- . ausführlich sprechen dürfen. Die Rhein-Mainische i möge darin den Beweis der verständnisvollen Be- zum gemeinsamen Arbeiten sehen. Sie soll Urzeugung gewinnen, daß die nationalsozialistische Ai auch im Rhein-Main-Gebiet zur Kampfkame- ' mit der gesamten hier erscheinenden Presse bereit Wahlkampf zum 12. November gemeinsam in lii V Ueberzeugung führen will, daß keine Mög- t (Wolgsverbesierung in der traurigen Etappe MerantmorHicfyen Zurückhaltung verbleiben darf, l wird im Ergebnis des 12. November eine Äraft= Us^.^lMrten deutschen Lebens sehen, das neue â im Ergebnis des 12. November eine Prü- nur aufbauwillig erscheinenden, sondern >a Kräfte zu sehen haben. Ich glaube Zeichen der neuen Gesetze geehrte deutsche ei» ? Nhein-Main-Eebiet nicht zu leicht befunden, , Wann stehen wird. Ich glaube daran so fest, t i, ^nem Sieg des geeinten Volkes gegenüber verstrickten Welt überzeugt bin.
â^ poüüfche Nachrichten.
"g und ^ s m i u i st c r für V o l k s a u f k l ä - tbot -lv^agauda, Dr. Goebbels, teilt zu dem : Taz Horst-Wessel-Films folgendes kn, . des Horst-Wessel-Films ist deshalb cr- [ ^NrinA5 'sich bei Horst Wessel nm den bekanntesten IN Märtyrer der nationalsozialistischen Be- aujreuu- ' ^ besteht kein Anlaß, dieses Verbot wenn dieser Film unter einem A Ve 1 läuft und direkte Anspielungen auf IN sein Leben und Sterben vermieden
D^^'-gsü^agabend um 20 Uhr wird in den großen ln Essen der Führer eine An- MH. Die Vor ihm spricht Vizekanzler von ■ 1 ^ey^^^ftaltung wird auf alle westdeutschen
Wie Frankreich die Gaarabstimmung verschärft.
Neue Erschweruilgsmaßnwl,mcn.
Dem saarländischen Landesral ist jetzt eine Reihe von Verordnungsentwürfen der Negierungskommission zugegangen: In erster Linie handelt es sich um die Neu - t r a l i 1 ä t s p f l i ch t der Beamten, die in Ausübung ihres Amtes „w e d e r unmittelbar noch m i t t e l b a r an einer die V o l k s a b st i m m u n g betreffenden Auseinandersetzung teilnehmen dürfen". Politischen Vereinen ist es nicht gestattet, mit Vereinen, die außerhalb des Saargebietcs ihren Sitz haben, in direkte Verbindung zu treten, noch sich einem Beschluß oder Organ eines nichtsaarländischen Vereins zu unterwerfen. Bei Zuwiderhandlung wird die Auflösung des politischen Vereins augedroht.
Wegen Teilnahme am Deutschen Juri st e n t a g wurde Oberregierungsrat Schell bei der Eisenbahndirektion des Saargebiets von der saarländischen Dienststelle a b g e l ö st und der Reichsregierung zur Verfügung gestellt.
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Die Volksabstimmung im Saargebiet ist bekanntlich für den Januar 1935 vorgesehen. Die steigende Hast, mit der sich die Nnterdrückungsmaßuahmen der ganz französisch beeinflußten Saarregierung folgen, läßt nicht gerade auf Selbstsicherheit gegenüber dèm Volksurteil schließen.
IBSir bemühen uns auf öüs äußerste. ökfürM sorgens wenigstens bem kjunyer in öersthlimmstm Kurwirkung Anhalt geboten wird./
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Spenden auf Postscheck-Konto Nr. 28 100 Frankfurt a. M.
Denke daran am IX November!
Nach amtlichen deutschen Schätzungen werden die deutschen S a ch l e i st u n g e n an die Sieger- mächte auf Grund des Versailler Diktates aus 6 7 Milliarden Mark beziffert (Handelsschiffe, Eisenbahnen, Kohlen, übcrscekabel, deutsches Privateigentum im Auslande usw.). Darin sind rund 15 Milliarden Goldmark an Tributen, sogenannten Reparationen, enthalten. Tas Ganze ist die ungeheuerlichste Erpressung der Weltgeschichte. Es ist aber auch der Beweis für einen Erfüllungswillen, wie ihn noch nie ein Volk ausgebracht hat. Die Diktatmächte aber, die mit Deutschland im Genfer Rat saßen, haben nicht einmal die Abrüstungs- Verpflichtung cingchalten.
Wie denkst du über Deutschlands Gleichberechtigung?
Der Luiheriag in Koburg.
Feierlicher Fostgottesdienft,
Posaunenblasen aus den verschiedenen Plätzen der Stadt Ko bürg weckte die Festgäste der Tagung des Martin-Luther-Bundes. Unter dem Vorantritt der Fahnenabordnungen der Erlanger Studentenschaft, der SA. und SS. sowie der Koburger Jugendbünde hielten die Geistlichen im Ornat mit Landesbischof Meister an der Spitze, der von Universitätsprofessor D. Ulmer begleitet wurde, ihren feierlichen E i n z u g in die geschmückte Kirche. Landesbischof D. Meiser hielt die Fe st predigt. Er legte ihr das Gleichnis der Bergpredigt zugrunde von dem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen gebaut hatte. Er ging davon aus, daß Luther immer dann dem deutschen Volk in den Weg, getreten sei; wenn es sich anschickte, aus tiefem Fall sich wieder emporzurichten. Nun
geht cs wieder einmal um Sein oder Nichtsein der Nation.
Nun sehe ich es als Pflicht aller Glieder unseres Volkes an, in dieser ernsten Stunde, in der der Führer unseres Volkes uns zur Entscheidung aufruft, unser Volk nicht tm Stich zu lassen, sondern dazu mitznhelfen, daß die Entscheidung, die von uns gefordert wird, ein einmütiges kraftvolles Zeugnis wird, daß wir zu unserem Volk gehören und mit unserem Volke leben und sterben wollen. Er schloß mit dem Wort, das Luther seinerzeit auf der Koburg an die Wand schrieb: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Wort verkünden!"
Im Anschluß an den Festgottesdienst fand in dem fahnengeschmückten Kongreßsaal der F e st e Koburg die B c g r ü ß u n g s v e r s a m m l u n g des Martin- Luther-Bundes statt, zu der auch das Herzogspaar von Sachsen-Koburg sich eingefunden hatte. Am "Nachmittag fand unter außerordentlich großer Beteiligung auf dem Platz vor der Moritz-Kirche eine öffentliche Kundgebung statt
Verbrecherin» größten Stils verurteilt.
Todesurteil gegen französischen Anwalt. — Je zehn Jahre Zuchthaus für zwei deutsche Frauen.
Das Schwurgericht von A i r - e n - P r o v c n c e (Frankreich) verurteilte den Versicherungsagenten und ehemaligen Rechtsanwalt Sarrei zum Tode und seine beiden Mithelferinnen, die deutschen Schwestern K a t h a r i n a u n d P h i l o m e n e S ch m i d t, zu je zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Auf- enthaltsverbot.
Mitte vergangenen Jahres wurde in Marseille ein riesiger P e r s i ch e r u n g s s ch w i u d e l ausgedeckt, dem bald mehrere andere folgten. Bei den Nachforschungen stellte sich durch Zufall heraus, daß die Schwester n einen Lebensversicherungsvertrag über eine halbe Million» Franc auf Gegenseitigkeit abgeschlossen hatten. Die später als g e st o r b e n gemeldete Katharina war jedoch eine den Schwestern u u - bekannte verstorbene Frau. Auch der niesn einwano- frei geklärte Tod der Männe: beider Schwestern ist durch Gift herbeigeführt worden. Surret schließlich hat e i n E h e p a a r, das er versichert hatte, in eine Villa gelockt und umgebracht, weil er sich von den Erpressungen des auf unrechtmäßige Weise in die Versicherung aufgenommenen todkranken Mannes befreien wollte. Die Verbrechen haben dem Täter Millionen- g e w i 11 n c eingebracht.
Die arabische Abwehr verschärft.
Feuergefecht und Sabotageakte in Jerusalem.
In Jerusalem haben die Araber viele Straßen mit Nägeln bestreut, um den Transport der Polizei und Truppen in Autos zu verhindern. Vor dem Ncgieruttgsgebäude kam es zu einem kurzen Feuer- g e f e ch t zwischen arabischen Scharfschützen und Truppen. Wobei jedoch niemand verletzt wurde.
In Daniaskus wurden alle Märkte zum Zeichen der Sympathie mit den in Palästina gefallenen Arabern g e schlosse n. Demonstrationsversuche wurden durch die französischen Behörden verhindert.
40 Prozent Neichszuschuß
bei Lnstandsetzungsarberten.
Der Reichsarbeitsminister weist darauf hin, daß die vom Reich zur Verfügung gestellten Zuschüsse für Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden und in Wohnungen rund 40 Prozent, für Wohnungsteilungen und sonstige Umbauten rund 62 Prozent der Kosten betragen. Jeder, der solche Arbeiten mit Reichszuschüssen ausführen läßt, hat also selbst erhebliche Vorteile, reiht sich aber außerdem auch in die nationale Kampffront gegen die Arbeitslosigkeit ein. Die ungesäumte Durchführung solcher Arbeiten ist daher Pflicht jedes Hausbesitzers, Gewerbetreibenden oder Mieters dessen Haus oder Wohnung der Instandsetzung oder Verbesserung bedarf.
Ehrenzeichen für pgg. unter Ar. loo ooo.
Der Reichsschatzmeister erläßt Aussührungs- bestimmungen.
NSK. Im Anschluß an die Verfügung des Führers vom 13. Oktober 1933 wird folgendes bestimmt:
Die Verleihung des Ehrenzeichens erfolgt durch die Reichsleitung. Zum Tragen des Ehrenzeichens sind nur solche Parteimitglieder berechtigt, welche im Besitze einer von der Reichsleitung ausgestellten Besitzurkunde sind. Die Besitzurkunden werden von dem Reichsschatzmeister handschriftlich unterzeichnet.
Die in Frage kommenden Parteimitglieder können die Antragscheine für die Verleihung des Ehrenzeichens bei den Ortsgruppen erhalten. Die Ortsgruppen haben umgehend die erforderliche Anzahl Formulare bei ihrer zuständigen Gauleitung anzufordern. Der ausgefüllte Antragsschein ist auf dem Dienstweg, versehen mit dem Dieuststempel der Ortsgruppe sowie mit dem Dienststempel der Gauleitung, der Reichsleitung vorzulegen, welche nach Prüfung des AntragsscheiNes über die Verleihung des Ehrenzeichens entscheidet.
Die Mitglieder der Sektion Reichsleitung stellen den Antrag direkt bei der Reichsleitung.
Anträge von Parteigenossen, welche keine ununterbrochene Mitgliedschaft aufweifen können, oder von solchen Parteigenossen, die eine höhere Mitgliedsnummer als WO 000 zugeteilt erhielten, sind zwecklos.
In den nächsten Tagen erhalten die Gauleitungen die erforderlichen Ausführungsbestimmungen gleichzeitig mit der entsprechenden Anzahl von Antragsscheinen übersandt.
(gez.) Schwarz.
Aufruf Roßbachs zum 8. November.
Roßbachcr! Am 8. November werden die alten Frei- korpsfahnen in feierlicher Form dem Führer übergeben. Um den alten Roßbachern Gelegenheit zu geben, vorher noch einmal unter ihrer ruhmreichen Fahne zusammenzu- treten, ordne ich folgendes an:
Am 6. November findet eine Begrüßungsfeier der alten Roßbacher in München statt.
Am 9. November marschieren die vor zehn Jahren in München beteiligten Kämpfer im Nahmen der 1 0. Jahresfeie r. Die übrigen werden Gelegenheit haben, dieser Feier beizuwohnen. Wer darin teilnehmen Null, melde sich sofort schriftlich bei Hans Schumann, München 19. Frundsberger Straße, gez. Roßbach.
Der Dienst der Hülerjugend.
Ei» Erlaß des Reichsimienministers.
Reichsminister des Innern Dr. F r i es hat in einem Erlap an den I u g c n d f ü hrer des Reiches der Be sorgnis Ausdruck gegeben, daß die Hitlerjugend namentlich das .> u n g v o l k, durch 31t starke Jnanspruch uahmc, insbesondere bei Kundgebungen und bei der Vorbereitung der Wahl am lT November durch zu weite An und Abmarschwege überanstrengt, der notwendigen Nacht ruhe beraubt und dadurch an der Gesundheit ae s ch a d l g t werden könne. Der Reichsminister des Innern bat daher den Jugendführek gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß das Jungvolk möglichst nicht nach Einbruch ter 'iunfclijeH oder gar noch in den späten Abendstunden zum Dienst herangezogen wird. Auch der D i e n st der H j e Hf u gend soll sich höchstens einmal in der Woche aus den Abend ausdehnen, und dann nur so lange, daß sie sich im augemeinen spätestens um 22 Uhr zu Hause bo- ftndet. Sie Gesundheit unserer Jugend ist ein kostbares sorgsam zu hutcuLeZ Mt.