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M-aer Anzeiger

Nachöruck der mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe$uldaer Anzeiger'grstattl.

Fulda, Mittwoch, 18. Oktober

10. Jahrgang

1933

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chwere Niederlage Frankreichs

en um die Macht be-

wappne, die sie in den

Mika ruckt von Frankreich ab. energischer Schritt des Präsidenten Roosevelt.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ^s^x

; Feinsieben Werktag. Bezugspreis: monatlich

1 Bei Lieferungsbehinderungen durch

! Zulöa- und Haunetal. Zulöaer Kreisbla«

| Verlag: Christian Seipel, Fulda.

; Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H.

in der weltpolitischen Lage ist eine bedeutsame i^rruna cingetreten insofern, als nach amtlichen Mel- . aus Washington der Präsident R o o s e v e l t die «ikanische Abordnung in Genf aufs strengste *nge= fen hat, sich nur an reinen Abrüstungsfragen zu be- und sich von allen sonstigen politischen Besprcchun- M dort zurückzuhalten. Das bedeutet, daß Roosevelt «riko unter allen Umständen aus b cu ewigen urtreibereien gewisser europäischer riaatcn heraushalten will. In amerikanischen iwttrmSfreifen sieht man außerdem in dem energischen

Präsidenten eine deutlich)- Mißbilligung Matssekretärs Hull und des Sonderbotschafters Nor- Wi"Lavis, von denen besonders letzterer dafür die tatenrtung trägt, daß die Bereinigten Staaten in mvâischen Fragen sich völlig der sranzösifchcn Polrttk KlÄrieben zu haben schienen. Gerüchtweise verlautet 0^, Roosevelt erwäge die Abberuftcng des Norman - iS aus Genf.

Gerechtigkeitshalber müßte der Präsident freilich sich y nur gegen seinen Vertreter in Genf, sondern auch so gegen die ständigen französischen Ausstreuungen die französisch-englisch-amerikanische Solidarität den. Frankreich hält diesen groben Schwindel »ch jetzt noch aufrecht, obwohl die drei letzten Tage Gegenteil klar erwiese») der sranzösische Außen- mcher Paul-Boncour hat noch jetzt bei seiner Mmft in Paris den ihn empfangenden Journalisterc Ms von der Dreieinigkeit dieser Mächte . erzählen Er ist aber zu gleicher Stunde bereits außer dmchdeil Schritt Roosevelts auch durch eine >ffizielle Eittuung der amerikanischen Delegation in6tnj auf Anordnung Roosevelts dementiert worden: Pao betont nachdrücklich, daßdie amerikanische Regierung

/«teer Weise der politische Alliierte irgendeiner europäischen Macht

ü Man darf hoffen, daß diese eiskalte Dusche bei den nwärtigen Beratungen der französischen Regierung ihre tuende Wirkung nicht verfehlen wird. Aus Paris M man zunächst, Ministerpräsident Daladier werde seiner Kammerrede nur auf einzelne Punkte der roèen Neichskanzlerrede eingehen womit er freilich tut die Pariser Ratlosigkeit und das schlechte Gewissen Mkreichs dokumentieren würde.

Inzwischen scheint man sich draußen in der Welt doch âiijhlich über einzelne Drahtzieher der Abrüstungs- dotage klar zu werden. So richtet jetzt die große Lon- " ZeitungDailh Telegraph"

schwerste Angriffe gegen Henderson,

5 bekanntlich ganz unter französischem Einfluß stehen- . englischen Präsidenten der sogenannten Abrüstungs- stirenz. Er habe sich, heißt es da, den Vorwurf gegen Wand erlaubt, es habe aus bösem Willen gehandelt, iutschland aber habe sich aus keinen Fall des luches eines Versprechens schuldig ge- B womit das Blatt zugleich auf die schwere Schuld

1 âUstungsmächte hinweist. Das Blatt fährt fort:

Die von Henderson gemachte Anklage ist um so bedauerlicher, als Reichskanzler H i 1 l e r in bemerkcns S versöhnlichem Ton die deutschen Entschlüsse recht- Mte. Die von ihm abgegebenen Versicherungen 'M ohne Beispiel da. Seine friedlichen Ab- können nicht stärker betont werden."

!a>ii L6^ bin so deutschfeindliches Blatt wie das "Echo de Paris" schrieb gestern:Die Deutschen 1U§ der Lektüre des Hendersonschen Schreibens daß ihre Maßnahmen sehr g u t b e r e ch n e t P deutschen Standpunkt aus vernünftig ge- . Sowohl in England wie in Frankreich i^ubrtgens die Ausführungen des Reichsaußen- Neurath vor der Berliner auslän- > »sehr ausführlich wiedergegeben. Und man ».!, "bn Augen kaum, wenn man in der rechtsoppo- i- ^.WarschauerGazeta Warszawska" Sätze wie ichie^b , »Dir Deutschen sind mutig und ent - 111 vorgegangen und haben

Me Wahrscheinlichkeit eines Sieges für sich."

also anscheinend auch schon bis Warschau Wh ' r daß das neue Deutschland für Diktate bei haben ist. Das geht auch aus den ständig u in, '^chsregiernng einlausenden beg eiste r t e n StauJ?u6 sk n ndgebungen aus allen Teilen Mnen â ^- in denen zahlreiche große Orgam- Äler stell!» W bedingungslos hinter die Regierung t damit jeden Zweifel an bem Ausgang -'löubS des 12. November auch für das vornherein beseitigen.

^»kreich Wilt nicht verstehen.

'" bricht vor der Kammer über Deutschlands Anläsii^ . Abrüstungssorderung. monier svr^è Wiederzusammentritts der Französischen Ministerpräsident Daladier, um die i"9'S ^ Ausgleich » 8 =» I L Mlen .Staatshaushalt einzubringen.Auch ^itt - und damit spielte er aus den ! I $ l ö n b § aus dem Völkerbund an

machten es erforderlich, die Finanzen in Ordnung zu bringen, denn sonst wäre eine weitsichtige und feste Politik unmöglich."

Auf den Austritt Deutschlands aus dem Völker­bund eingehend, erklärte Daladier, daß dieses eine neue Tatsache geschaffen habe, deren Folgen die Regierungen prüfen müßten. Die Regierung sei sich bewußt, daß sie immer einePolitik der Zusammenarbeit" gefordert habe, die dieSicherheit und die Würde aller Völker gleichmäßig (?) gewährleistet" habe.

Der französische Ministerpräsident hielt es dann für angebracht, neue Vorwürfe gegenüber Deutschland zu erheben, die nur beweisen, daß man in Paris die Kernfrage der deutschen Abrüstungs- und Gleich­berechtigungsforderung nicht verstehen will. So warf Daladier, an Deutschland gewandt, die zumindest reichlich einfältigen Fragen auf, warum die Reichs­regierung nicht einen Plan annehme, dessen etappen­weise Durchführung einetatsächliche und wirksame Ab­rüstung" bedeuten würde, wenn man bereit sei, das letzte Gewehr und das letzte Maschinengewehr zu vernichten, und warum Deutschland sich der Überprüfung der ein­gegangenen Verpflichtungenwidersetze", wenn es seine Verpflichtungen achten wolle . . . Weil Deutschland, Herr Daladier, nicht geneigt ist, seinen unerträg­lichen U n s i ch e r h e i t s z « st a n d . der den Rechts­und Lebensansprüchen eines 60 - Millionen - Volkes geradezu h o h n s p r i ch t, verewigen zu lassen, und weil es nicht beabsichtigt, dem ungeheuerlich ge­rüsteten Frankreich weitere Gelegenheit zu geben, sich vor den Abrüstungsverpflichtungen zu drücken!

Daladier erklärte dann noch, Frankreich beabsichtige, seiner Politik der Zusammenarbeit treuzubleiben und im selben Geiste die Prüfung einer Lage fortzusetzen, die nicht nur Frankreich und Deutschland interessiert, sondern die Gesamtheit der Völker, die sichzu einem großen und edlen (!) Unternehmen (Völkerbund) zusammengetan" hätten. DieZurückhaltung", die Frankreich stets an den Tag gelegt habe, diewahren Opfer", die es in der Vergangenheit gebracht habe,berechtigten" Frank­reich, in seinen .Handlungen fortzufahren, Handlungen deren Mäßigung weder ein Verhandeln noch einen Verzicht zulassen. In diesem Geiste wird die französische Regierung fortfahren, die großen Interessen, dieFrankreich und dem Frieden gemeinsam" find, weiterzuverteidigen.

Abschließend erklärte Daladier pathetisch, offensicht­lich vom schlechten Gewissen getrieben, Frankreich sei durchaus nicht isoliert". Seit Kriegsende habe esnie mehr Freundschaften" gehabt. Von allen Seiten erhalte esBeweise des Vertrauens". Die Regierung sei ent= schloffen, einBeispiel der Ruhe und Kaltblütigkeit" zu geben. Sie sei sich bewußt, daß die Verteidigung des Gebietes itnb der Freiheit Frankreichs sichergestellt sei.

Tine semonpranon des Friebens und der Ehre des deutschen Volkes."

Dr. Goebbels über die Wahl am 12. November. Tic

Führertagung der NSDAP.

Die in Berlin stattfindende politische F ü hrer - t a g u n g der NSDAP., die sich mit den Aufgaben der nächsten Wochen befaßt und insbesondere den Fragen der Vorbereitung für die Wahl des 12. No­vember gewidmet ist, begann, wie die Reichspressestelle der NSDAP, mitteilt, vormittags mit einer Besprecht! n g der Gauleiter mit dem Führer der NS.-Rcichstags- fraktion, Reichsleiter Dr. F r i cf. Die Besprechung galt vor allem den technischen Wahlvorbereitungen und der Aufstellung der Kandidatenliste.

Nachmittags hielt die ReichsPropaganda­leitung der NSDAP. Unter dem Vorsitz des Reichs- prvpagandaleitcrs Dr. Goebbels eine Tagung der Gauleiter und Gaupropagandaleiter ab, zu der auch mehrere Reichsleiter erschienen waren.

Im Mittelpunkt standen eingehende Darlegungen des Reichspropagandaleiters Dr. Goebbels, der in großen Zügen die Aufgaben der Bewegung für den bevor­stehenden W a h l k a m p f umriß und die P r o pagan- d i st i s ch e n Richtlinien für die Organisation aus­gab. Einleitend warf Dr. Goebbels einen Rückblick auf die außenpolitische Entw icflung in Genf und sprach über die Gründe, die zu der Entscheidung Deutsch­lands nm 14. Oktober geführt haben.

Die w c l t p o l i t i f ch c Bedeutung der bevor­stehenden Wahl und Volksabstimmung liege darin, daß sie den Beweis erbringen werde, daß dle Regierung Hitler in Deutschland nicht eine Regierung ocr Gewalt, sondern in Wahrheit die Repräsentantin und d i c Worlführertn des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit sei. Dieser Wahlkampf und diese Wahl solle eine Demonstration des Friedens und der Ehre des deutschen Volkes sein.

Die Frage, vor die die Regierung das deutsche Volk stelle, laute: Wollt ihr G l e i ch b e r c ch t i g u u g , wollt ihr den Frieden? Die Richtlinien, die der Führer in seiner großen Rede am Sonnabend gegeben habe, hätten innerpolitisch und auch in diesem Wahlkampf maßgebend zu sein für unser Tun und Handeln.

Dieser Wahlkampf werde mit neuen propagandi­stischen Methoden geführt werden und durch die Wucht aufmarschierender BolkSMaffen fein demonstratives Ge- vrâae erhalten.

"Die Übertragung durch den Rundfunk werde auf wenige besondere Kundgebungen beschränkt. Im Vorder­grund stehe die Versammlungslawine unddie Propaganda von Mund zu Mund. Dr. Goebbels sprach dann über die Propagandamethoden im euuelnen und gab die Richtlinien für ihre Durchführung. Wenn die NSDAP. sich mit den gleichen Tugenden

wiesen habe, dann werde der Sieg des 12. November sicher sein.

Anschließend an die Worte des Reichspropaganda­leiters gaben noch einzelne Referenten der Reichspro­pagandaleitung Einzelheiten über die technische Durch­führung der Propagandamaßnahmen bekannt.

Wichiige Besprechungen in Berlin.

Alle führenden Persönlichkeiten der NSDAP, nehmen teil.

In Berlin findet am Dienstag, wie die NSK. meldet, eine Reihe von Besprechungen der führen­den Persönlichkeiten der NSDAP, statt, die den Aufgaben der kommenden Wochen gelten. Es nehmen daran teil u. a. die Reichsleiter, die Gauleiter, die Gaupropagandâ- leiter, die Fraktionsführer sämtlicher Landtage sowie die zehn bekanntesten Führer iedes Gaues.

Arbeitergruß an das deutsche Handwerk.

Von Hans Wolkersdöcfer, M. d. N..

Verbandsleiter des Deutschen Arbeiterverbandes des Nahrungsmittelaewerbes.

NSK. Am 1. Mai dieses Jahres erlebten wir die Ehrung des deutschen Arbeiters und der deutschen Arbeit in einem Umfang, der die gesamte Welt aufhorchen ließ. Vor wenigen Wochen erlebten wir ein Erntedankfest und damit verbunden eine Ehrung des deutschen Bauern­standes durch das gesamte Volk, wiederum in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß. Getreu unserer national­sozialistischen Parole, im schaffenden Menschen aller Be­rufsstände wieder den inneren Stolz zu wecken, ihn zur Pflichterfüllung dem Stand und damit der Gesamt- generation gegenüber zu erziehen, haben wir uns zur Deutschen .Handwerkswoche gerüstet. Wir können schon jetzt sagen, daß auch diese Hand­werkswoche, dank der Initiative und Unterstützung der Reichsregierung, wiederum vom ganzen deutschen Volk unterstützt und gefeiert, ebenfalls ein voller Erfolg werden wird.

Auch die Arbeiterverbände grüßen in diesen Tagen das deutsche Handwerkertum. Es ist ein großer Unterschied zwischen den freien Gewerkschaften von einst und den Ver­bänden von heute. Während bie Gewerkschaften von gestern mit ihrer Lehre des Klaffenkampfes den Lehrling und Gesellen vom Meister und Meisterhaus zu trennen versuchten, erziehen wir die uns anvertrauten Volks­genossen zum Gemeinschaftsgei st, zur Volks­gemeinschaft.

Der Segen, der aus dieser nationalsozialistischen Er­ziehung und Lehre fließt, kommt sowohl dem Lehrling und dem Gesellen als auch dem Meister und mit diesem der Gesamtnation zugute. Es wird niemand behaupten können, daß im nationalsozialistischen Staat von heute der Lehrling und Geselle als Ausbeutungsobjekt oder als Mensch zweiter Klasse behandelt wird, wie das früher so häufig der Fall war. Einerseits wachen die heutigen Arbeiterverbände stärker als die früheren Gewerkschaften über die Rechte der in ihrem Verband organisierten 'Volks­genossen, andererseits hat erfreulicherweise auch in den Kreisen der Meister aller Berufe nationalsozialistischer Geist bereits seinen Einzug gehalten. Gewiß ist da und dort noch mancher Mangel zu beseitigen, aber dank unserer Erziehungsarbeit wird das gegenseitige Sichverstehen weiter fortschreiten zum Segen beider Teile.

Treffende Worte hat der Führer eines Handwerker- Verbandes vor einigen Tagen in einer Fachschafts- Versammlung gefunden. Mögen sie bald Gemeingut aller Handwerksmeister werden. Er sagte:Weil wir int Ge­sellen von heute den Meister von morgen sehen, deshalb wollen wir ihn stets als Kollegen behandeln!"

Die Handwerks-Ehrenwoche wird so dem gesamten Handwerkerstand den Beweis liefern, daß es der national­sozialistischen Regierung, und damit dem national­sozialistischen Staat, wirklich ernstlich darum geht, ihn wieder zu heben und ihn wieder zur Blüte zu bringen. Es soll der alte Spruch wieder wahr werden, daße i n e h r s a m ' Handwerk goldenen B o d e n h a t".

Wie war es dagegen im Parteienstaat von gestern? Jede Partei buhlte um die Stimme des Handwerkers, ja, die ehemalige Wirtschaftspartei gebärdete sich so, als wäre sie allein berufen, die Belange des Handwerker­standes zu vertreten. Und der Erfolg? Der Handwerker­stand hat ihn am eigenen Leibe zu spüren bekommen. So, wie wir nach der nationalsozialistischen Revolution den Arbeiter- und Bauernstand, den Staild der Beruss- beamten usw. wieder herausgehoben haben, so wollen wir uns auch besonders des deutschen Handwerkerstandes annehmen, der eine stolze Tradition hinter sich hat und an dessen Wideraufblühen nicht nur er selbst, sondern die gesamte Nation interessiert ist. So sollen unsere Wünsche zur Deutschen Handwerkswoche ausklingen in dem alten StzruA ^ schütze M chrsaâ Hâwe-L^