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Lulöaer Anzeiger

^ÄKS Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg LN^L^ Zulöa- unö Haunetal. Zulöaer Kreisblatt Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Re-aktion unö Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Zernsprech-Rnschluß Nr. 8989

Druff Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit* versehenenArtikel nur mitQuellenangabe, 5ulöaerftnzeig»r'gesta1t»l.

Ar. 223 1933 Fulda, Samstag, 23. September

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10. Jahrgang

Webe des Reichsministers Dr. Goebbels im Berliner Sportpalast.

Im übernächsten Sommer die Arbeitslosigkeit beseitigt. Der Bauer mutz den Armen md Notleidenden das geben, was er übrig hat. Mit eiserner Beharrlichkeit mutz der Kampf gegen die Wintersnot ausgenommen werden.

und die Emigranten. Sie sollten ruhig in London ihre Gerichtskomödie aufführen und dort ihre un­definierbaren Zeugenaussagen machen, das fei alles zu kindisch, um ernst genommen zu werden.

Im üurigen ließen wir uns nicht beirren. Wir sagten dem Auslande die Wahrheit. Der Minister fuhr dann fort: Ein denkender Ausländer muß doch einen Vergleich

Berlin, 23. Sept. In der großangelegten Rede, mit der Dr. Goebbels gestern abend im Berliner Sportpalast den Piopagandakampf für die Winterhilfe des deutschen Volkes eröffnete, gab der Minister zunächst einen Ueberblick über die Lage, in der sich Deutschland bei der Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus befand. Er betonte, daß die Nationalsozialisten es von Anfang an abgelehnt hätten, irgendwelche Versprechungen zu machen. Selbst vor der Wahl am 5. März hätten sie immer wieder betont, daß vier Jahre das Minimum an Zeit seien, das nötig sei, um einen Erfolg zu erzielen. Er glaube heute nicht, daß soviel Zeit dafür erforderlich sein werde, sondern er sei der Ueber­zeugung, daß, wie die politische Reinigungsaktion ganz schnell und überraschend hätte vorgenommen werden kön­nen, so auch die wirtschaftliche Sanierung unseres ganzen Produktionslebens schneller vonstatten gehen werde, als es heute alle für möglich halten wollen.

Nachdem der Minister die Bedeutung der Vernichtung des Kommunismus auch für die übrige Welt betont hatte, beschäftigte er sich eingehend mit einer anderen Großtat der Regierung, der Vereinheitlichung des Reiches, die nach der Herstellung der Einheit des Denkens und Handelns zwischen Regierung und Volk die dringendste Aufgabe gewesen sei, im bas Reich sei nahe daran gewesen, wieder auseinander zu fallen. Daß auf diesem Wege weiter fortgeschritten mibe, stehe über jedem Zweifel. Wie der Nationalsozialis­mus Bauer, Bürger, Arbeiter, Katholik und Protestant ver- Mge so werde er auch Süddeutsche und Norddeutsche, Oft- Nv und Westdeutsche vereinigen.

Es werde die Zeit komme», wo man auf die Frage: »Woher kommst du?" nicht mehr antworte:Ich bin Bayer oder Preuße, sondern wo die Antwort von 88 Millionen lauten werde:Ich hin ein Deutscher!" ^Stürmischer Beifall).

werden können. Unsere außenpolitische Lage sei zuweilen sehr bedrohlich gewesen. Das sei auch zu erwarten gewesen, denn als der Nationalsozialismus an die Macht gekommen sei, habe das eine Erschütterung des ganzen liberalen Ge­füges der Welt bedeutet. Daß die Welt die neue Epoche nicht ohne weiteres verstanden habe, sei allzu natürlich ge­wesen, zumal die vorangegangenen Regierungen niemals müde geworden seien, das Ausland über den Nationalsozia­lismus zu belügen. Selbstverständlich sei es nun schwer, dem Ausland eine andere Meinung beizubringen. Nicht nur, daß man uns nicht verstehen wolle, man könne uns draußen manchmal nicht verstehen. Es nütze nichts, daß wir nur Reden hielten, wir müßten versuchen mit unserer Leistung zu überzeugen. Dem Ausland könne es nicht entgehen, daß die Regierung bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit schon bedeutende Erfolge errungen habe. Man könne auch im

Ausland nicht daran vorbeisehen, daß in Deutschland Volk Regierung eins seien. Vielleicht komme noch einmal der Augenblick, wo wir dem Auslande wirklich zeigen könn­ten, wie Regierung und Volk im Denken und Empfinden tatsächlich eins seien.

und

Deutschland habe es garnicht nötig Propaganda zu kreiden, da« besorgen für uns schon die Juden

ziehen zwischen den früheren Regierungen, dit ihre Not zur Schau trugen, die um Kredite bettelten, an das Welt­gewissen appellierten, um dann wie begossene Pudel nach genossen mit Gummi-

gewissen appellierten, um dann wie .

Hause zurückzukehren und ihre Volksgenossen mit Gu knüppeln und Bayonetten zusammenchlagen zu lassen

Wenn man das mit uns vergleicht, die wir viel zu stloz find, um zu betteln und nicht um Kredite haufieren gehen, sondern für uns selbst sorgen, so muß das doch eine Wirkung haben (Stürmischer Beifall).

Der Minister richtete sodann an die Volksgenossen einen Appell mit eiserner Beharrlichkeit den Kampf gegen die Wintersnot aufzunehmen und sich nicht von Fehlschlägen entmutigen zu lassen, auf der anderen Seite aber gegen jede Sabotage vorzugehen und überall darauf zu achten,

wo ein Saboteur sitze, um ihn zu vernichten. (Stürmischer Beifall.) Das müsse geschehen, nicht um Denunzianten zu züchten, sondern um unser Volk zu reinigen. Die Regie­rung werde ihre Arbeit zu Ende führen ohne Kompromisse Wenn hier und da ein Umweg eingeschlagen werden müsse,

Wenn hler und da ein Umweg eingeschlagen werde dann könne auch er nur zum Besten führen. Seien von überzeugt, daß wir nicht für ein paar Wochen oder Monate, daß wir auf lange Sicht auf Jahrzehnte vielleicht auf Jahrhunderte hinaus arbeiten. Dann sei der Natio­nalsozialismus der Bahnbrecher eines neuen Zeitalters. (Stürmischer Beifall).

wir brt

Der Führer in Frankfurt a. Main.

Der erste Spatenstich zum Bau der Autostraße FrankfurtHeidelberg.

Dic Negierung befinde sich bei ihren Handlungen immer in llebereinstimmung mit dem Volk. Das könne das Ausland M nicht verstehen. Es sei ein Irrtum, daß das Volk sich selbst regieren wolle. Auf einen solchen Gedanken komme es immer nur, wenn es schlecht regiert werde. In dem Augenblick aber, wo das Volk merke, daß es gut regiert »»erde, lasse es sich auch gern regieren; das sei der Sinn einer wahren Demokratie. Denen, die glaubten, die Masse les ausschlaggebend, sei wieder das Autoritätsgefühl einge- nammert worden und zwar nicht nur in der Regierung, son­dern herunter bis zum letzten Mann im Volke, in der Wirt- Wshin Kultur-, Theater- und Konzertleben, in der SA., F in der politischen Organisation, in der Jugend, in ^.Schulen, in den Universitäten; überall habe sich das tnmlichkeitsptinzip durchgesetzt, ebenso wie das Prinzip « nationalen Lebensauffassung, gegenüber dem Jnter- Monalismus. Die Verfallserscheinungen seien in 8 Mo­tten restlos beseitigt worden.

iert

^c schärfer und rücksichtsloser die Staatsführung durchgegriffen habe, um so größeres Verständnis habe sie bei den breiten Massen gefunden.

ÄL^ ^be zum ersten Mal in seiner Geschichte be- J ! eine geschlossene Nation zu werden. Damit habe ki!,,Gerung an die Frage der Arbeitslosigkeit herantreten »,.è Sie sei sich darüber klar, daß sie unschlagbar sei, gJ^.i^ dieses Problem löse. Löse sie es nicht, dann werde Regiment nicht von langer Dauer sein. Mit über- Aucher Krastanstrengung sei es gelungen, zwei Millio- Reaier ""blose in die Fabriken zurückzuziehen. Daß die ^bei mit bergeversetzendem Optimismus vorge- ^ sei ganz selbstverständlich, denn für eine schwäch- die nicht einmal von der Richtigkeit ihres Neai^, Jodels überzeugt sei, opfere niemand etwas. Die nicht^ 0 habe sich jedoch über die Schwere der Probleme vu Lwegzutäuschen gesucht, sondern sie ganz nüchtern Tl(u geprüft. Man sei aber entschlossen, mit diesen e Halt zu machen, sondern nach Ablauf der M Monate den Angriff gegen die Arbeitslosigkeit Sommer e- Mitteln wieder aufzunehmen. Im nächsten biM , Harden wieder 2 Millionen in die Betriebe ge- wber sr and im übernächsten würde die Zeitkrank- -Arbeitslosigkeit endgültig beseitigt sein. Bis dahin ^iini ^^unglücklichen Opfer der Krise nicht sich selbst an v beiden. Die Regierung stelle sich hierbei natür- li^ ^J Spitze, sie organisiere das Winterhilfswerk in ^bstabe, daß sie bestimmt garantieren könne, es .?nd frieren und hungern. Er werde für alle wurden für einen eintreten.

3 bet Minister, glaube, daß sich vor allem der Bauer in diesem Winter für das deutsche

0 cinsetze und alles, was er übrig habe, für die Armen und Notleidenden gebe.

* A&M Afel wie Deutschland wieder lchelttik Rngsschaltet"wsrdM könne, werde gelöst

Frankfurt. M., 23. Sept. Die alte Kaiserstadt ist heute der Mittelpunk historischen Geschehens. Der große Plan der nationalsitzialistischen Regierung, als Teil des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit Deutschland mit einem Netz von Autostraßen zu durchziehen, wird heute mit dem ersten Spatenstich zu der Teilstrecke Frankfurt-Darmstadt- Mannheim-Hetdelberg seine Verwirklichung finden.

Ganz Frankfurt nimmt freudigen Anteil an diesem geschichtlichen Ereignis. Aus der Umgebung Frankfurts, aus Hessen und Nassau strömen fortgesetzt Zehntausende in die Stadt, um den Führer, der zum ersten Mal nach der Machtübernahme in Frankfurt weilt, zu begrüßen.

Die Feier vor dem Arbeitsamt.

Vor und auf dem Hofe des Arbeitsamtes versammel­ten sich um 7 Uhr die mehr als 700 bisher arbeitslosen Volksgenossen, die dazu ausersehen sind, den Autostraßen­bau zu beginnen. Der Präsident des Landesarbeitsamtes, Oberregierungsrat Dr. Kühne, beglückwünschte die Arbei­ter. Dieser Tag des Arbeitsbeginnes an der ersten Auto­bahn Deutschlands weise nicht nur dem deutschen Ver­kehrswesen neue Wege, dieser Tag bedeute einen großen Fortschritt in der Ankurbelung der Wirtschaft. Die Bedeutung dieser Stunde liege aber auch darin daß sie die Verbundenheit der deutschen Arbeit

mit dem Führer zum Ausdruck bringe. Der Redner dankte dem Führer für die große Arbeitsschlacht, die er begonnen und mit Erfolg weitergeführt habe. Seine Ansprache klang ', reimaliges Sieg-Heil auf den Führer aus.

in ein dreima

Und nun formierten sich die Arbeiter zu einem langen Zuge, um unter Vorantritt einer Musikkapelle und unter Begleitung einer SA.-Abteilung zum Börsenplatz zu marschieren.

Der Festakt auf dem Börsenplatz.

Auf dem Börsenplatz begrüßte Reichs stattHalter und Gauleiter Sprenger die Arbeiter der Stirn und der Faust und wies darauf Hin, daß mehr als 2 Mil­lionen durch die Maßnahmen des Führers aus der verelen­denden Arbeitslosigkeit wieder einer fruchtbaren Tätigkeit zugeführt worden sind.

So werdet ihr hier nun als Wahrzeichen eurer Arbeit die Schaufeln erhalten, um an dem Bau der AutobahnMainNeckar" Hand anzulege».

So bleibt nun beseelt als Soldaten der Arbeit von dem zähen Willen, der die Kämpfer der NSDAP, umlohte, als sie auszogen den Nationalsozialismus in den Bau zu tragen und vollendet das Werk des größten Deutschen Adolf Hitler.

Nachdem der stürmische Beifall zu der Ansprache des Reichs- . statthalters verklungen war, ergriff der Generalinspektor Todt das Wort und führte u. a. aus: Wir haben euch jetzt aus dem Arbeitsamt herausgeholt, um euch Arbeit und Brot zu geben. Wir bauen keine Paläste, wir bauen Straßen, Autostraßen, nicht nur in Frankfurt a. M., son­dern im ganzen Reich und geben Euch nicht nur Arbeit für ein paar Wochen, sondern nach und nach hoffen wir 300 000 Mann für 5, ja vielleicht sogar für 10 Jahrs be­schäftigen zu können und darüber hinaus werden im Zu-

sammenhang mit diesen Autostraßenbauten 1 Million Menschen Beschäftigung finden können. Wir bauen keine

raßen nur für Luxusautos. Im Gegenteil, der Läst­igen soll dominieren, der die Rohstoffe von den Häfen ch den Fabriken, die landwirtschaftlichen Erzeugnisse vom Lande in die Städte bringt. Ihr seid die ersten, die bei diesem Bau eingesetzt werden. Und nun ergreift die Werk­zeuge, die nicht rostig werden sollen, bis der letzte Kilo­meter der Autobahnstraßen fertig gestellt ist. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schloß Generalinspek- tor Todt seine Ansprache.

WO!

NW

Die Verteilung der Werkzeuge.

Reichsstatthalter Sprenger überreichte dann im Namen des Führers jedem Einzelnen der über 700 Arbei­ter das Werkzeug. Die Zimmerleute und Holzfäller be­kamen schwere Beile. Die Ingenieure und Meßgehilfen Schieblehren und Meßmaße. Die Maurer und Betonierer Kellen, die Tiefbau- und Hilfsarbeiter je einen Spaten.

Damit war die Kundgebung auf dem Börsenplatz beendet

Die Arbeiter formierten sich zu einem imposanten Zug mit geschultertem Werkzeug nach dem gleich vor den Toren der Stadt gelegenen Arbeitsplatz, an dem der Führer den ersten Spatenstich vor­nehmen wird.

Die Ankunft des Führers auf dem Frankfurter Flugplatz.

Der Führer, Reichskanzler Adolf Hitler, traf heute vor­mittag um 10.08 Uhr im Flugzeug auf dem Frankfurter Flugplatz ein, wo er von einer ungeheuer großen Zuschauer­menge begeistert empfangen wurde. SA. und SS., Hitler­jugend und Jungvolk empfingen den Führer mit großen Blumensträußen. Mehrere Flugzeuge der Fliegerstaffel der SA. und der Akademischen Fliegerschule umkreisten den weiten Platz, um Adolf Hitlers Flugzeug zu empfangen.

Unter den anwesenden Führern der Partei und der Spitzen der Behörden bemerkte man Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, den Frankenführer Streicher, General von Hammerstein, Generalinspektor Todt, Reichsstatthalter Röver-Oldenburg, sowie den Generaldirektor der Reichs­bahn, Dr. Dorpmüller. Adolf Hitler begab sich im Kraft­wagen durch ein Spalier von SA.-Leuten durch die Stadt nach der Arbeitsstätte.

Kurz vor dem Führer war Reichsminister Dr. Goebbels ebenfalls auf dem Flugplatz eingetroffen.

*

Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Niederwald- Denkmal.

Das Gaupresse-Amt teilt mit, daß bei der Niederwaldkund­gebung am kommenden Sonntag Reichspropagandaministcr Dr. Goebbels sprechen wird. Die Pressenotiz^ nach welcher Dr. Goebbels sich unmittelbar nach dem Spatenstich nach Genf begibt, entspricht nicht den Tatsack-en, sondern Dr. Goebbels wird bestimmt die Niederwalolundgebung wahr nähmen. Dsr Rsdr des Reichsministers am Niederwald« Denkmal ist somit ganz besondere Bedeutung beizumessen.