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Lulöaer Anzeiger

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Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck üer mit* versehenen Artikel nur mb, (Quellenangabe »Zulâaerflnzeiger'gestaüet. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

Nr. 194 1933

Fulda, Montag, 21. August

10. Jahrgang

Dos Zührertum im neuen Deutschland

Der Kanzler spricht auf der ReichsstabS- sührerlaaung in Vad Godesberg.

Über die Notwendigkeit einer neuen politischen Führerauslese.

Unter dem begeisterten Jubel der Bevölkerung traf Reichskanzler Adolf Hitler in Bad Godesberg ein, um durch seine Teilnahme an der dort stattfindenden Rei chs st a b s f ü h r c r t a g u n g der SA., SS. und des Stahlhelm, die bis zum Dienstag dauern wird, seine innere Verbundenheit mit diesen Kämpfern der Braunen Aimee zu zeigen. Der Führer hielt vor den Stabsführern eine zweistündige R e d e, in der er sich mit grundsätzlichen Fragen des weltanschaulichen und politischen Kampfes der WDAP. befaßte.

Nach einleitenden historischen Perspektiven der Jdeen- umwälzungen in der Geschichte der Völker geißelte er die inneren Widersprüche der Demokratie, des Liberalismus und des Marxismus, die das nun vergangene Jahr­hundert beherrscht haben. Die innere Unwahrhaf­tigkeit dieser Lehren, die sich auf die wirklichkeitsfernen Begriffe von Individuen und Menschheit aufbauten, hätte naturnotwendig dieZeitwendedurchdenNatio- n a l s o z i a l i s m u s herbeigeführt, der die liberalistische Formalauffassung des Staates durch die lebendige Auffassung des Volkes überwunden habe.

Unsere große Aufgabe sei es nun, eine neue politische Führerauslese zum Träger der Erhaltung unseres gesamten Volkstums und damit der deutschen Zukunft zu erziehen. Es müsse systematisch eine Führungshierarchie auf politischem Gebiete entwickelt werden, die die ganze Ration wie eine Klammer Zusammenhalte. Dieser Prozeß sti u n b e d i n g t notwendig, weil die natürliche Basis für diese Auslese bei uns nicht mehr vorhanden sei. Es gelte, die neue Weltanschauung in Deutschland s o ira g f â h i g auszuprägen, daß sic das zusammenhaltende Element in unserem Volke darstelle. Das sei das Ent­scheidende für die Zukunft.

Er habe die Überzeugung, daß das Werk erfolgreich zu Ende geführt würde in eine, weiteste Zeiträume über­dauernde natürliche Evolution. Die SA. habe die Auf­gabe, den erzieherische «Gedanken unserer Welt­anschauung p r a k t i s ch zu gestalten. Das Volk wolle ge­führt sein, aber es wolle, daß die, die es führen

zur Führung fähig und dazu geboren seien.

Tas Volk habe ein Recht, zu fordern, daß seine Führung genau so heroisch sei ivie diese es vom Volk fordere. Richt verwalten wollten wir dieses wertvolle, uns anver- ttaute Gut, sondern führen dadurch, daß wir eine dau­ernde lebendige Verbindung des Volkes zur tragenden Staatsidee Herstellen. Der Führer behandelte sodann

das Verhältnis zur Armee.

Erführt dabei u. a. aus: Alle Organisationen müßten ihre Funktionen klar gliedern und gegeneinander abgrenzen, ^a s V e r h ä l t n i s d e r S A. zur Armee sei das gleiche M das der politischen Führung der Armee. Beide seien

Selbstzweck, sondern bienten nur dem einen Zweck der Erhaltung unseres Volkes. Von diesem Gedanken beS' Austums aus lehne er auch die G e r m a n i s i e r u n g oon unserem Volk fremden Menschen und Völkern ab, !Ü diese nie eine Kräftigung und Stärkung, sondern höchstens eine Schwächung des Rassenkerns unseres Volkes bedeuten würden.

Aus diesem Gesichtspunkt der Geschlossenheit und Kumanitât heraus verlange er auch von seinen SA- Mhreru, daß sie immer nur das Verbindende, nicht das Keimende sähen. Alle Auseiandersctzungcn innerhalb der Müon halte er heute für vollkommen ausgeschlossen. Das

das heute wieder Glauben, Zuversicht und Vertrauen gewannen habe, verstehe alles, was wir tun, wenn wir es geschlossen tun. Wenn wir in einem solchen unzcrtrcnn- 'chcn Bund in granitener Treue zusammenstünden, dann werde das deutsche Volk nicht der Sklave anderer, sondern Herr seiner selbst sein.

Stabschef Röhm schloß die glänzend verlaufene Atzung mit einem dreifachen, begeistert aufgenommenen auf Deutschland und feinen Führer.

*

Will: Der SA.-Geist muß ins Volk hinausgetragen werden.

Der Stabschef auf der Govesberger Tagung.

Die Tagung der Stabsführer der SA.-, SS.- und ^whlhelmcinheiten hatte bereits am 18. August be- «onnen. u. a. waren in Bad Godesberg Reichsminister £ a rrè, der Stabschef der SA. R ö h m , der Reichs- myrer der SS. H i m m l e r, Reichsstatthalter v. Epp, D j Gruppenführer H ü h n l e i n, Prinz A u g u st

1 m- Prinz von Waldeck eingetroffen. Die ubt batte alle Vorbereitungen für den festlichen Emp- ^^rosfen und prangte im Fahnenschmuck. Bei der sühn. T°tumg hatte Stabschef R ö h m in seiner Ein- wgsrede u. a. folgendes ausgeführt:

b sie kommenden Monate würden vor allem der bitrib TA zahlenmäßige Anwachsen bedingten Neuordnung der N°:._ und der Eingliederung des Stahlhelm in ihre dienen. stetig, ^imuis unseres Erf-lges fei immer unsere ^ Ernsatzbersitschalt gewesen, die stille, selbstlose.

enge Z u s a m m c n a r b c i t v o n Mann it n b F ü b - r e r, der SA.-Geist. Er mache jeden SA.-Führer dafür verantwortlich, daß dieser Geist durch Vorbild und Bei­spiel weitergetragen wird, über die Reihen der SA. Hin- airs ins Volk. Unter keinen Umständen werde er dulden, daß die braunen Kämpfer der Bewegung sich von ihrem Ziel ablenken lassen durch äußeren Glanz und Prunk, sondern er verlange von jedem SA.-Mann und Führer die alte Schlichtheit und Einfachheit.

Sie sei uns Stärke in den vergangenen Jahren gewesen, sie werde es auch in Zukunft sein. Es werde dafür ge­sorgt werden, daß dem politischen Soldaten sein Recht im neuen Staat, den er erkämpft hat, bewahrt werde. Im heutigen Deutschland sei bereits Ungeheures geleistet worden, aber noch stehe uns Gewaltiges zu tun bevor. Die offenen Gegner desNational- s o z i a l i s m u s seien zu Boden geschlagen, aber noch nicht verschwunden. M""^ mögen sich bekehrt haben, aber viele stünden uns noch mit b e in gleichen Haß gegenüber wie früher.

Mit allen Mitteln wird es die SA. verhindern, daß der geschlagene Feind sich wieder erhebt. Meine Aufgabe ist es, und ich werde sie durchführen, den Feind niedcrzuhaltcn und wenn es not tut, ihn aus- z u r o t t c n , damit die Entwicklung des nationalsozia­listischen Staates von dieser Seite nicht gestört werden kann.

Wenn wir die alten treuen SA.-Männer der Kämpferzeit bleiben, dann werden wir auch in der Zu­kunft die Anforderungen meistern, die der Führer an uns stellt. Wir SA.-Männer tragen in uns das Bewußt­sein, daß unser Handeln für unser Volk und Vaterland entscheidend ist und wir uns dieser Aufgabe und Verantwortuna würdia erweisen. Der Führer darf sich

Danzig als deutsches Kulturbollwerk

Rosenberg überbringt die Grütze des Reiches.

Die Regierung der Freien Stadt Danzig hatte für die reichsdeutschen und ausländischen Teilnehmer an der Osttagung des Kampfbundes für Deutsche Kultur einen festlichen Empfang veranstaltet. Der Vize­präsident des Danziger Senats, Greiser, gab seiner Freude Ausdruck, daß dem Ruf des Kampfbundes, nach Danzig zu kommen, in so großer Zahl Folge geleistet worden sei. Dieses Kommen lege Danzig ein Zeugnis da­für ab, daß das Mutterland Danzigs gedenke und an feinem Schicksalskampfe teilnehme. Die nationalsozialistische Danziger Regierung betrachte es als eines ihrer höchsten Ziele, die deutsche Kultur in Danzig aufrechtzuerhalten und zu fördern. Reichsleiter Alfred Rosenberg dankte dem Senatsvizepräsi­denten für die Begrüßung und betonte auch seinerseits die geistige Verbundenheit Danzigs mit dem Reich. Er gab der Überzeugung Ausdruck, daß das seelische Er­wachen der Menschen über alle Grenzen hin­weg g e h e n werde und nicht zu erschüttern sei.

*

Sau des Hansakanals angekündigt.

Wichtige Erklärung des Staatssekretärs Fever.

Im Rahmen der Ostdeutschen Tagung des Kämpfbundes für Deutsche Kultur in Danzig machte Staatssekretär Feder programmatische Ausführungen über Wirtschaftsfragen und Aufgaben der Arbeitsbeschaf­fung. Die Zielsetzung sei die Mobilmachung der deutschen Technik zur Schlacht gegen die Arbeits­losigkeit. Durch die neuen großzügigen Autostraßen würden der Technik gigantische Aufgaben gestellt; ihre Er­füllung wurde aber erst möglich durch die Beseitigung der 3000 voneinander unabhängigen Straßenbauver- Wallungen in Deutschland. Ähnlich große Aufgaben ergäben sich auf den Gebieten des Wasserstraßen- b a u e s und der K r a f i g e w i n n u n g.

Bei dieser Gelegenheit teilte Staatssekretär Feder mit, daß jetzt der Hansakanal als Rückgrat der deutschen Ostraumpolitik gebaut werde. Das Projekt habe zwar noch nicht alle Ministerien passiert, aber er zweifele nicht an seiner Durchführung.

Weiter forderte Feder eine völlige Neuordnung der Energiebewirtschaftung. Es sei ein S k andal, wenn bei einem Erzeugerpreis von 2% Pfennig für dieKilo- >v a t 1 st u n d e dem Kleinverbraucher bis zu 60 Pfennig abgenommen würden. Weitere Programmpunkte seien Erdölgetvinnung, Siedlungsprogramm und Wiederher­stellung des Althausbesitzes. S t e u e r n a ch l ä s s e u n b Zinssenkungen seien Voraussetzungen für die För­derung der Arbeitsgelegenheiten.

Für den Bau des H a n s a k a n a l s, der die Verbin­dung des westlichen Industriegebietes der Ruhr mit Bremen, Hamburg und a l s der B r ü ck e zum Osten Lstbeck Herstellen soll, sind etwa SS Millionen Tagewerke erforderlich, was bedeutet, daß sich s c ch s Jahre lang rund 2 7 0 00 Menschen damit be­schäftigen lassen, ganz zu schweigen von der Belebung der Eisen-, Stahl-, Zement-, Stein- und sonstigen In­dustrien.

darauf verlassen, daß die SA. und SS. voll unb ganz ihre Pflicht erfüllen wird.

*

Nicki Blender, sondern Könner.

Der Führergeist in der Arbeiterbewegung.

Der erste große Lehrgang der F ü h r e r s ch u l e der NSBO. am Werlsee wurde beendet. 30 der besten Kämpfer der NSBO. aus allen Teilen des Reiches sind hier in eine dreiwöchige harte Schule genommen wor­den. Staatsrat Walter Schuhmann der Füh­rer der NSBO. und des Gesamtverbandes der Deutschen Arbeiter, erklärte in der letzten Lehrstunde, er sei glücklich, daß der ersichtlich starke Erfolg dieses Lehrganges den in der NSBO.-Führerschule Wirklichkeit gewordenen Plänen recht gegeben habe. Die Schüler, die nun in ber Arbeiter­bewegung kämpferisch wirksam sein sollten, dürften eines nie vergessen: Nicht das Wi s s e n allein macht den Arbeiterführer,

der Charakter

erst schafft zwischen Führer und Gefolgschaft Vertrauen und Achtung! Es komme nicht nur darauf an, materiell und politisch für den deutschen Arbeiter zu kämpfen, es gelte,

den deutschen Menschen im Arbeiter

in seiner ganzen Tiefe zu erfassen. Heute sei die Entwick­lung bereits soweit, daß selbst die, die noch vor kurzem ganz auf den Marxismus eingestellt gewesen seien, seinen einstigen Trägern Fehde ansagten. Versuche, in den Arbeiterverbänden marxistische Zellen und Unruheherde zu schaffen, seien von ehemals m a r r i st i s ch e n Arbeitern s e l b st erstickt worden. Die deutsche Arbeiterbewegung brauche

ein diszipliniertes Führerkorps, keine Blender, sondern Könner! Nicht die lange Partei­zugehörigkeit allein mache den ganzen Mann, sondern der Charakter! Der deutsche Arbeiter müsse wissen, daß er endlich in ordentliche Hände gekommen sei.

ZekemNnis zum deutschen Voiksstaat.

Gewaltige Kundgebung der Danziger Arbeitsfront.

Die erste Führertagung der deutschen Angestell­ten, die in Danzig stattsand und zu der die Ange- stclltenführer aus allen Teilen Deutschlands erschienen waren, fand mit einem gewaltigen Aufmarsch der NSBO. ihren Abschluß. Rund 60 000 Teilnehmer der Arbeits­front aus allen Teilen Deutschlands waren aufmarschiert. Dazu kamen Tausende von Zuschauern, so oatz insgesamt nahezu 100 000 Menschen anwesend waren, die ein macht­volles Bekenntnis zum neuen Staat ablegten.

Nach Begrüßungsworten des Danziger Gaubetriebs­zellenleiters Schöries sprach der Führer der deutschen Angestellten, Gauleiter Staatsrat Forster, über die restlose Überwindung des Parteienregimenis, von beni das Volk nichts mehr habe wissen wollen. Nach ihm be­tonte der Führer der deutschen Arbeiter, Reichsbetriebs­zellenleiter Schuhmann, der Marxismus sei tot und . komme niemals wieder. Ohne Adolf Hitler wäre es un­möglich gewesen, daß Unternehmer und Arbeiter in einer Front marschierten.

Sodann ergriff der Präsident des preußischen Staats­rats und Führer der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Ley, das Wort. Nach treffender Kennzeichnung des vergan­genen Systems sagte er:Wir wollen den deutschen A r - b eiter aus dem Minderwertigkeitsgefühl herausheben. Es sei die Aufgabe der Arbeitsfront, ihn zu einem freien, stolzen und glücklichen Menschen zu machen. Wir wollen den Arbeiter in die Gemeinschaft ber Nation bereinboen." In einer Schlußansprache leistete sodann Gauleiter Forster einen Treueschwur: Wir wollen schwören, immer deutsch zu bleiben un d beutst z u sein.

Änderung des Schankgefäßgesetzes.

Im Reichsgesetzblatt wird ein Gesetz zur Ä n d c - r u n g des S ch a n k g e f ä ß g e s e tz e s veröffentlicht, das Vorschriften über die Behandlung der Flaschen- k a n n e n und der A u s s ch a n k g l ü s c r für Spiri­tuosen enthält. Der Begriff Flaschenkannen ist geprägt worden, da die jetzt üblichen uneinheitlichen Be­zeichnungen (Flaschen, Krüge, Kannen) weder handels­üblich noch technisch für die fraglichen Gefäße anwendbar sind.

Die Zahl der Maßgrößen ivirb aus die gebräuch­lichsten Maße von 0,5 1 1,5 2 3 und 5 Liter be­schränkt. Füllstrich und Inhaltsangabe sollen bei den Flaschenkanneu auf der Brust angebracht werden. Bereits in Gebrauch befindliche Flaschenkannen, bei denen der Sollinhati die Anbringung des Füllstrichs auf den Hals erforderlich macht, können, sofern der Abstand zwei bis sechs Zentimeter vom oberen Rande beträgt, noch bis zum 31. Dezember 1936 weiterverwendet werden. Rach den Bestimmungen des Gesetzes nicht mehr zulässige Flaschenkannen sind bis zum Ablauf des 30. Juni 1931 aus dem Verkehr zu ziehen. Über die Schankgefäße iür Spirituosen Hai der Reichskommissar für Preis- Überwachung bereits Vorschriften erlassen, die nunmehr in das Gesetz eingebaut und den grundsätzlichen Anforde­rungen des Schankaesäßaesetzes anaevaßt werden.