Zulöaer /lnzeiger
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Nr. 188 — 1933
Fulda, Montag, 14. August
10. Jahrgang
Der große SS.-Appell in Berlin.
Mstaki zum SS.-Appell in Berlin.
A nkunft von Stabschef R ö hm und S S. - O b e r f ü h r e r Hi m m ( c r.
Als Auftakt des großen SS. Appells in Berlin trafen Stabschef Röhm und SS.-Oberführer H i m m l e r mit ihrem Stabe aus dem Anhalter Bahnhof ein. Vor dem Lahnhof hatten eine SS.-Kapcllc mit dem neuen I r n = diti o n s - S ch e l l e u b a u m des Jnfantcrècregl Mills 24 und eine SS. -Ehrenwache aus dem Lager Döbe ri«: Ausstellung genommen, um ihre Führer zu begrüßen. Unter den brausenden Heil-Rufen der zahlreich er sihiencnen Zuschauer schritt Stabschef Röhm mit seinem Gcfolae langsam die Front der anaetreteuru Ehrenwache
Vom SS.-Appell in Döberitz,
der hier 10 000 SS.-Leule von der Gruppe Ost vereinigt bal: (oben) Gruppenführer Daluege beobachtet den Aufmarsch — (unten) Kaffeefassen.
ab. Dann nahm er die Meldung der Wache entgegen, und mit einem Sieg-Heil auf den Führer verabschiedete er sich.
Die erste Nacht im Zeltlager.
Die 10 000 SS -Männer der Gruppe Ost haben die erste Nacht in dem Döberitzer Zeltlager verbracht. Ununterbrochen rollten Lastautos und Personenkraftwagen aus das Lagergelände, brausten Motorradfahrer heran, die die Tausende herbrachten. Ministerialdirektor Daluege, der Führer der Gruppe Ost, überwachte persönlich die Arbeiten im Zeltlager. Um 4 Uhr morgens konnte ihm dann die Meldung gemacht werden, daß alle Teilnehmer in der Zeltstadt eingetroffen seien.
Die Organisation im Lager, sür die neben dem Gruppenführer die Oberführer Engel von der Gruppe Ost und Henze vom Abschnitt UI sowie der Adjutant Dalueges, Sturmführer Gras Schimmel- mann, verantwortlich zeichnen, klappte vorzüglich, -ie Autos mit den Teilnehmern fuhren bis auf das "auergelände, wo für die Wagen der einzelnen Abschnitte und Standarten Parkplätze abgesteckt waren. Unter Füh umg von Angehörigen der Lagerwache zogen die einzelnen Stürme zu den Lagerplätzen. Die Zeltbahnen wurden aus- «nundergerollt, und dann ging es ans Zeltebauen. Stroh mußte ansgebreitet werden, und endlich konnten die müden SS.-Leute sich ans ihrem Lager ansstrecken. Immer etwa 30 Mann in jedem Zelt.
Am Lagerfeuer.
. Allmählich trat Ruhe ein. 24 mächtige Lager- Kuer loderten gen Himmel, und ab und zu gUtten vchemwerferkegel über das große Feld. Nur an zwei «teilen des Lagers kam man nicht zur Ruhe. Das war einmal der L a g e r z u g a n g , durch den bis um 4 Uhr morgens immer noch Wagen kamen, die Nachzügler brachten, und dann das Zelt des Gruppenführers. Immer wieder gab Ministerialdirektor Daluege mne Anweisungen, und an seinem Zelt war ein ständiges Aminen und Gehen.
Um 6 Uhr morgens aber erwachte das ^ager schon wieder zu neuem Leben. Trompet e n s i g n a l e weckten rio Schläfer, die Kaffeeholer eilten mit ihren Kochgeschirren £ den Küchen, andere holten Kommißbrote. Dann wurde “»getreten, und die einzelnen Standarten zogen ihre Leute M V p o r t - und M a r s ch ü b u n g e n zusammen. Die Dielmanns- und Musikzüge versammelten aus einem besonderen Platz, um noch einmal gemem- am für das Konzert auf dem Königsplatz vor dem Reichs- zu üben.
orbeiNigrsch i Ni Stadi on. — Einmarsch in Berlin.
fand ^VtieU der Schutzstaffeln der SS.-Gruppc Ost Rs «onntaq seinen Abschluß mit dem V o r bei GiJ’^ an der obersten Führung und dem '«Marsch i„ die Reichsbauvtstadt. Der Sonntag
brachte den SS.-Männeru durch die sreridige Beteiligung der Berliner Bevölkerung die sichtbare Anerkennung für ihre vpfervvlle Betätigung im Kampfe um die Erringung des Dritten Reiches. Riesige über Straßen und Plätze gespannte Transparente wiesen auf den Ehrentag hin, reicher Flaggenschmuâ grüßte in den Straßen.
Zm Stadion.
Nach einem Marsch von 16 Kilometer langte die Spitze gegen 12% Uhr im Stadion an. Der Einmarsch ging in zwei ^Säulen vor sich. Trotzdem dauerte er fast eine volle Stunde. Das Stadion war von
Tausenden von Zuschauern
besetzt, die die einmarschierenden Kolonnen mit lebhaften Heilrufen begrüßten, während sich die Hände zum Gruß reckten.
Während des Einmarsches traf der Stabschef, Röhm, ein. Er nahm ebenso wie der Neichsführer der SS., H i m m l e r , und der Gruppenführer der SS.- Gruppe Ost, Daluege, aus einem erhöhten Podiunr Aufstellung. Die Ehrentribüne war besetzt mit dem Reichs- minister Dr. Goebbels, Staatssekretär Funk, dem Oberpräsidenren der Provinzen Brandenburg und Grenz- mark Posen-Westpreußen, K u b e , führenden Persönlich- keireu der nationalsozialistischen Organisationen, Mitgliedern des Diplomatischen Korps und früheren Angehörigen des Infanterieregiments 24, die zum Teil die alte Uniform trugen. "
Nachdem der Gruppenführer Ost, Ministerialdirektor Daluege, dem Stabschef N ö b pi und dem Reichs- führer der SS., H i m in ter, Meldung von dem Antritt von 10 961 SS. -Männern erstattet hatte, schritten Röhm, Himmler und Daluege, die Oberführer der ein- zetnen Abteilungen und der Führer der SA. Gruppe Berlin-Brandenburg, Ernst, unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front ab.
Der Führer der GS.-Gruppe Off, Daluege, nahm daraus das Wort: Er gedachte zunächst der Gefallenen der nationalsozialistischen Bewegung und insbesondere der sechs Gefallenen der SS.-Gruppe Ost. Nachdem das Lied vom guten Kameraden verklungen war, gelobte Daluege für die Schutzstaffeln Ost erneut uu= wandelbare Treue dem Führer Adolf Hitler und den von diesem eingesetzten Führern, Stabschef Röhm und Reichsführer H i m m l e r.
Die SS. werde immer ihre Pflicht und Schuldigkeit tun und bis zum letzten Mn,in das erfüllen, was der Führer verlange.
Der Neichsführer der GS, Himmler. führte in einer kurzen Ansprache aus, die Probe sei bestanden worden. Nun sei man an der Macht, nicht um der Macht selbst willen, sondern um Deutschlands willen. Himmler schloß: Ich habe
eine Mahnung und einen Befehl an meine SS.:
Wir wollen und wir werden in den heutigen Zeiten, die gut für uns sind, genau dieselben bleiben, wie in den Zeiten, die schlecht für uns waren, immer dieselben Soldaten im schwarzen Rock, unwandelbar treu so wie euer verehrter Gruppenführer, der euch seit Jahren führt.
Wir geloben unwandelbaren Gehorsam im Korpsgeist der Schwarzen Front. So bleiben wir für die Bewegung, für den Führer, der uns den Wasfenspruch verliehen hat: „D e i n e E h r e i st T r e u e." In guten und schlechten Zeiten bleibt für uns immer nur eines: Deutsch land, Deutschland über alles.
Nach dem Gesang des Deutschlandliedes nahm
Stabschef Aöhm,
das Wort zu einer Ansprache, in der er ausführte: Vor acht Tagen haste ich die Freude und den Stolz, 82 000 Mann der Gruppe Berlin-Brandenburg der ,S A. zu besichtigen und mich von ihrem ausgezeichneten Geist zu überzeugen. Zu meiner Freude kann ich seststellen. daß der gleiche strenge soldatische Geist, der alejcbe
Die Führer schreiten die Front ab.
Eine Aufnahme von dem Höhepunkt des großen SS.-Appells der Gruppe Ost in Berlin: die Führer schreiten die Aront der im Deutschen Stadion versammelten 10 000 Schutzstaffelleute ab — (von links) SA.-Eruppenfüdrer E r n st — SS.-Gruppen. fiihrer. Daluege — Ss.-Reichsführer Himmler — Stabschef Röhm.
Geist der Pflichterfüllung und der stolze Wille in Ihnen meine Kameraden der SS. steckt. Ich möchte Ihnen Dank und Anerkennung aussprechen für das. was ich gesehen habe.
Viele alte Kameraden ans der ersten Kampfzeit stehen in Ihren Reihen, an Ihrer Spitze ein Mann, mit dem mich Freundschaft seit mehr als zehn Jahren verbindet, der in den ersten schweren Kampfjahren der Bewegung an meiner Seite kämpfte und der viele alte Kameraden aus jener Zeit unter seiner Führung hat. Sie begrüße ich in allererster Linie,
diese alten kampferprobten Männer, die in den schweren Jahren des Opfers, des Kampfes, des Überwindens immer wieder auftauchender Schwierigkeiten gezeigt haben, daß sie ihrem Wayispruch getreu sind: M e i n e Ehre heißt Treue!
Das haben Sie bewiesen und ich nehme den Eindruck vom heutigen Tage mit, das werden Sic beweisen in den
Zum ersten SS. -Appell Der Gruppe Oft
trafen Stabschef R ö H in und SS.-Oberführer H i m m l e r mit ihrem Stabe in Berlin ein: (von linksi Stabschef R ö h in — Reichssührer der 52., H i m in l e r — Ministerialdirektor Dalue,ge, SS. -Führer der Gruppe Ost.
kommenden Monaten und Jahren. Denn wie ich schon zu Ihren Kameraden, der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg sagte: Die Aufgabe der SA. und SS. ist in keiner Weise abgeschlossen.
Hat sie bisher die Aufgabe gehabt, für dieses Reich zu kämpfen, dieses Reich zu schaffen, so liegt nunmehr die klare Aufgabe vor ihr,
dieses Reich zu sichern und zu erhalten
Was wir, Ihre Führer, von Ihnen fordern, das wissen Sie, es sind die alten soldatischen Tugenden, die immer in den stolzen Zeiten deutscher Größe maßgebend- waren und diese Größe begründet und geschaffen haben, die Tugenden der Treue, der Manneszucht und Kamerad- schaftstreue zu Ihren Führern, zur Bewegung und damit zu Volk und Vaterland.
So will die SS. in diesem neuen Deutschland marschieren und ihrer Aufgabe gerecht werden.
Bleiben Sie in Einfachheit und Schlichtheit die gleichen Kämpfer, die Sie waren. Das hat uns groß gemacht, daß wir hinter unsere Aufgabe zurückgetreten sind, daß wir nicht um unser selbst willen gekämpft und geblutet haben, sondern daß wir Diener an der großen Sache, der großen Idee, Diener des Führers blieben.
Immer und bei allen Handlungen müssen Sic so handeln wie der Führer handeln würde. Sie kennen ihn, Sie lieben ihn und wir denken auch am heutigen Tage des Mannes, der uns zufammengeführt hat, der uns geführt hat bis heute und der uns führen möge in dem neuen stolzen nationalsozialistischen freien Deutschland, in dem Deutschland der Ehre, der Kraft und der Freiheit. Adolf Hitler, unser Führer, Sieg-Heil!
An dâs Sieg-Heil auf den Führer schloß sich der Ge
sang des H o r st - W e s s e l - L l e d e s an.