Zulöaer ^n^ciger
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Nr. 187 — 1933
Fulda, Samstag, 12. August
10. Jahrgang
Der SS. -Aufmarsch beginnt.
Ias große Sammeln
im Döberißer Lager.
Berlin im Zeichen des SS. -Ausma rsche s.
Die Ncichshauptstadt steht bereits im Zeichen des ge- mttigen Aufmarsches der Gruppe Ost der SS. Große Transparente, die über die Straßen und Plätze gespannt find, weisen aus diesen ersten SS.-Appell in Berlin und Däberitz hin.
Hunderte von Berliner SS.-Männern fuhren bereits am Morgen des Freitags schon in ihren Uniformen zu ihre» Arbeitsstellen, da sie schon am Abend. aus Autos und Motorrädern die Fahrt zu dem Zeltlager in Däberitz antreten mußten. Dieses Lager, das eine Gesinnungs- gcmeinschaft deutscher Männer zusammenbringt und den Geist der Kameradschaft unter den Angehörigen der • Gruppe Ost der SS. verstärken soll, ist bereits fertiggestellt.
Genaue Pläne sind von der Gruppe Ost durch den Oberführer Engel und seine Getreuen vom Stab ausgearbeitet worden, um
die Unterbringung
der zehntausend Teilnehmer an dem Biwak reibungslos abzuwickeln. Große Mengen von L e b e n « in i t t e l n zur Verpflegung der Massen sind bereits nach Däberitz gebracht worden. Allein für
eine einzige Erbsensuppe,
die den 10 000 Mann verabreicht wird, werden 25 Zentner Speck und 2000 Kilogramm Erbsen gebraucht.
Zum Abendbrot wird jeder Teilnehmer eine Bock - wu r st erhalten. Diese Würste, anemandergelegt, wurden eine Länge von fünf Kilometer ergeben. 9 0 o o Leber- IM ü r sie und 9 0 0 0 Blutwürste zum Gewichi von ' fast je einem halben Pfund sind bestellt worden. 2 5 o o 0 „®rote, von denen jedes drei Pfund wiegt, sind von den WiMchen gebacken worden.
Der erste Tag im Döberitzer Lager
»beginnt um 6 Uhr mit dem Großen Wecken. Nach s dem Kaffee-Empfang wird Sport getrieben, und autzer- k dem werden die einzelnen Formationen noch einmal für den großen Aufmarsch im Stadion üben. Die Spielmanns- und Musikzüge werden ebenfalls zu- Ifammentreten und für das große Platzkonzert, das am Sonnabendnachmittag am Reichstag stattfinden wird, üben. Von 18 bis 15 Uhr ist für die Mannschaften nach dorangegangenem Mittagessen eine Ruhepause ein» ßelegt. Ab 15 Uhr werden Marsch üv an y e n oer» wftaltct. Von 19 bis 20 Uhr veranstalten dann die SS.« Kapellen im Lager ein Konzert, um 20.30 Uhr werden die ^'Waffen er, von denen nachts jede Standarte drei unterhalten hat, entzündet. Nach dem Abendappell folgt G r 0 ß e Z a p f e tt st r e i ch.
Die Entwicklung der SS -Gruppe Ost.
Die Sterntruppe der SS.-Gruppe Ost ist eigent- 1 0161c Berliner SS.. ^ie am 8. S>uH 1926 im Anschluß
Anemarls Ministerpräsident bedauert den Zwischenfall in Apenrade.
Der dänische Ministerpräsident S t a u n i n g hat "> eurer Unterredung die Zwischenfälle, die sich anläßlich
Anwesenheit des deutschen Motorschiffes »Kaja« in Apen ra de abspielten — bekanntlich wurde °°n einem Kommunisten eine Hakenkreuzflagge zerrissen —, Lauert. Das dänische Kabinett werde sich mit den Borken beschäftigen. Auf die Frage, ob die Regierung kuns- "ge Kundgebungen gegen die Hakenkreuzflagge zu ver- Mdern gedenke, erwiderte Stauning, daß die Staats- Mvalt selbstverständlich solche ungesetzlichen Handlungen ""rhindern müsse. Im Wiederholungsfälle werde ,an für den nötigen Schutz sorgen.
Skandalöser Grenzzwischensall".
dieser Überschrift berichtet der NS.-Kuricr über b; i ® .7 n 5 zwische n fall, der sich kürzlich an der bvn^!'^-österreichischen Grenze in der Nähe „° “h stein zugctragcn hat.
dort ^„^"embergische Reichsstatthalter Murr, der
Urlaub verbringt, begab sich in Begleitung öftcrrp^ bei einem Ausflug an die bai)erifd)= wan ü?Ar Grenze in der Nähe von Klobenstem. . Als Tuna n. K- bort errichtete Gedenktafel zur Ennne- Wan A n s ch l u ß a b st i in nt ung kam, bemerkte die Gescllschasb entfernt worden war. Daraus winkte
herbei . ësterrcichischen Heimwehrmann
sei. E?"° Hastie ihn, warn m die Tafel entfernt worden f e h ( j^b zur Antwort, daß dies a u f h ö h c r e n B e - gab er Men sei. Nach der genauen Grenzlinie befragt, Herrn d^ie ?n und forderte merkwürdigerweise. einen i°bzule»?bsellschafi auf, sein Parteiabzeichen der .Die Gesellschaft entfernte sich darauf tn
' u des bayerischen Hoheitsrcichens.
an den nationalsozürlislischen Parteitag in Weimar offizell gegründet wurde. Fünf S S. - M ä n n c r waren damals die Keimzelle der Berliner SS. Im ganzen Reiche waren e§ 1926 erst 150 Schutzstaffelmänner. In dem da- mals noch roten Berlin standen die SS.-Männer in ihrer Uniform: braunes Hemd mit Armbinde, braune Hose, schwarze Mütze und schwarzer Binder mit dem Sturmriemen unter dem Kinn, um das Podium der Versammlungsredner. Mit ihren Leibern schützten sie die Führer. 15 Berliner SS.-Männer waren es, die gemeinsam mit der SA. und dem damaligen SA.-Gausturmsührer Daluege die Kommunisten in jener denkwürdigen Versammlung des Januars 1927. als Dr. Goebbels im
Aus dem Truppenübungsplatz Döbcritr.
Oben: Das Zelt der SS.-Leitung. — Umen: Selbst Sani- tätszellc mit einem Opcrationsraum fehlen nicht.
kommunistischen Wedding sprach, die Kommunisten in offener Saalschlacht aus den Pharussälen in der Müller- straße hinausschlug. Im Dezember 1928 gibt es 66 Staffelmännerin Berlin.
Auf dem großen Parteitag 1929 in Nürnberg wurden die ersten z e h n S t u r m f a h n e n für die S.S. durch den Führer geweiht. Der damalige Sturm 6, die heutige Berliner SS.-Standarte 6, hatte als Starldort Berlin und erhielt ebenfalls eine Fahne. Es ist die einzige, die auch heute noch der Gruppe Ost voranweht.
Am 1. März 1931 übernahm Gruppenführer Kurt Daluege die Führung der Schutzstaffeln Berlins, Pommerns,. Mecklenburgs, Brandenburgs, Lübecks und der Ostmark. Unter seiner Leitung wurde aus der Schar von 350 Mann die gewaltige Zahl von fast 15 0 0 0 0 SS. - M an ne r n der Gruppe Ost. -
Nach etwa 20 Meter Entfernung rief ein Schüler aus München, der sich bei der Gesellschaft befand, dem Heim- wchrmann zu: „Servus! Heil Hitler!" Der SS-Mann Benz aus Stuttgart beobachtete die Wirkung auf den Heimwehrmann und sah, daß dieser in Anschlag ging. Nach kurzer Zeit fiel dann auch ein Schuß in der Richtung des SS-Mannes Benz.
Als die Gesellschaft die nächste Krümmung des Weges erreichte, stellte sie fest, daß der Heimwehrler noch immer in Anschlag stand. Um jede Weiterung zu vermeiden, bemühte sich die Gesellschaft, dem Heimwehrmann nicht mehr in die Nähe zu kommen. Zum Glück wurde durch den Schuß niemand verletzt.
Die günstigste Verwertung der Getreideernte.
In Königsberg fand eine Besprechung statt, die die Bewegung der jetzt einkommenden Ernte betraf. Zur Erzielung einer möglichst günstigen Verwertung der Getreideernte für den ostpreußischen Bauern wurden folgende Gesichtspunkte besonders herausgestellt:
Der Bauer hat in seinem ureigensten Interesse 11 n- bedingte B c r k a u s s d i s z i p l i » zu bewahren. Demgegenüber ist nicht weniger wichtig, daß die G laubiger sich der großen Verantwortung bewußt werden müssen, die sie tragen, und daß sie deshalb im Interesse der Gesamtheit ihrerseits äußerste Gläubigerdisziplin zu wahren haben.
Der ostpreußische Landesbauernführer Otto lvird alles tun, um die fällig werdenden Zahlungen der ostpreußischen Landlvirtschaft planvoll über den Winter zu verteilen.
Der deutsche Landhandelsbuud lvird ebenso wie die Genossenschaften alle schon eingeleiteten Kreditmaßnahmen so fördern, daß auch von dieser Seite her der Getreide- Preis nur nach oben verlagert werden wird. Soweit darüber hinaus die Ausfuhr in Roggen nicht erhebliche Bestandteile der ostpreußischen Ernte abziehen wird, steht die Reichsstellc für Getreide jederzeit zum S p i tz e n a ungleich auf dem Posten.
Gigantenschlacht.
„Wir tun das unsere!" — Dunkle Mächte — Der Führer und seine SS.
Rings um den weltberühmten Altar, der einst als Blüte griechischer Kunst im Zeustempel von Pergamon stand und jetzt eines der wundervollsten Stücke des Berliner Museums ist, zieht sich, von Meisterhand gestaltet, ein großer Fries, der die „G i g a n t 0 m a ch i e«, den Kampf der Giganten gegen die olympischen Götter, darstellt. Kräfte der wilden, fessellosen Urgewalt ringen hier mit den Verkörperungen höherer, menschlicher Mächte und erliegen ihnen trotz bestialischer Wildheit und wüsten Ungestüms. Kräfte unterirdischen unabwendbaren Ursprungs stürmen heran, nur um zu zerstören; — und doch sind es Naturkräfte, die, von Menschen gefesselt, sich in ihrer Wildheit und Unberechenbarkeit zeigen, wenn sie diese Fesseln zu sprengen vermögen.
Mit gigantenhafter Kraft brauste die große Weltwirtschaftskrise rings um den Erdball. Lange, zu lange hat es gedauert, ehe einzelne Völker, die von ihr ganz besonders hart getroffen wurden, sich endlich auf- rafften, um ihr Widerstand zu leisten, den Kampf mit thr aufnahmen, sie niederzuringen versuchten. Zwei Völker vor allem sind es, die nicht die Hände feig in den Schoß legten und nicht in einem müden Fatalismus wie die andern die Dinge treiben ließen, bloß wartend aus das „g r 0 ß c W u n d e r", — das doch nie kommt. Deutschland ist es, und nun, in gesteigertem, ungestümerem Maße, auch A in e r i k a. „Drüben" hat man ja auch noch stärkere Kräfte einzusetzen, kann man es noch tvagett. zu „experimentieren", einen anderen Weg zu suchen, wenn man auf dem ersten nicht recht vorwärts kam oder in dic Irre ging. Ob man die Maßnahmen, die Roosevelt seil seinem „Regiernngsantritt" für die beiden Hauptziele, Produktionssteigerung und Erhöhung des Preisniveaus, getroffen hat, nun in einzelnen Teilen, in der Methode billigen will oder mißbilligen muß, — bewundernswerl in der gesammelten Energie und in der Kraft zusammen- gerafsten Wollens sind sie doch auch dort, wo sic das gesteckte Ziel nicht erreichten oder, wie das auch des öfteren geschah, über dieses Ziel hinausschossen. Denn.:llaoserM! hat in seiner berühmten Rundstinkrede den nationalen Willen zum Leben und lvirtschaftlichem Wiederaufbau seines Volkes aufgerufen und Hai dafür den enthusiastischen Zuruf hören können, der jetzt unter dem berühmter „b l a u e n A d l e r", dem Zeichen des Kampfes gegen dic Mächte der Krise, zu lesen ist: „We do our part", „W i 1 t u h das unsere!" Mit Roosevelt. Das ganze amerikanische Volk steht hinter ihm als dem Führer.
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Mit leisem Bangen oder stillem Hoffen, aber untätig sehen große Teile der Welt diesem Gigantcnkamps eines Volkes zu, das noch immer die größte Wirtschaftsmach! ist und die größte Wirtschaftskraft besitzt. Und doch, — nicht weniger, nein, noch größer ist der Kampf zu achten, den das an Einwohnerzahl um die Hälfte kleinere Deutschland gegen die Mächte der Wirtschaftskrise führt. ,,Warum können Macdonald, Henderson, Chamberlain nicht das was Hitler, Goebbels und Göring geleistet haben?" fragte ja in unverhülltem Vorwurf vor kurzem ein englisches Blatt, dem man irgendwelche Deutschfreundlichkeit auch bei allerbestem Willen wirklich nicht nachsagen kann; und fragt noch deutlicher: „Warum kriegen wir Engländer nicht das fertig, was die Deutschen erreich« haben?" Nein, das haben sie uns nicht nachmachen können, nicht einmal die Amerikaner, geschweige denn die Engländer, daß die Zahl unserer Mitte Februar noch 6 Millionen gezählter, also „sichtbarer" Arbeitsloser allein schon um 25 Prozent herunter gedrückt tverden konnte. Auch in der zweiten Julihälfte sank diese Zahl um 100 000, und wenn man die bisher als arbeitslos gemeldeten 150 OOC Arbeitsdienstwilligen — sie werden künftig in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr geführt — nun berechtigterweise auch noch abrechnet, dann ging die Zahl der Beschäftigungslosen sogar um 250 (100 seit dem 15. Juli zurück. Unfreundliche Äuslandsstimmen suchen an den Mitteilungen der deutschen amtlichen Statistiken allerhand berum* zu kritisieren und herumzumäkeln, — aber auch sic können doch nicht um die Tatsache herum, daß die Zahl der Beschäftigten in Deutschland sogar noch viel stärker gewachsen ist, als die Menge der unterstützten Erwerbslosen gesunken ist. Wir zucken verächtlich die Achseln über den Versuch, uns den Erfolg im Kampf gegen die Wirtschaftsnot und die Arbeitslosigkeit schmälern zu wollen, weil doch nur die Mißgünstigen, tvie sie selbst in einem lichteren Augenblick erkannt haben, „nicht das fertig kriegen, was die Deutschen schon erreicht haben".
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Sie selbst, die diese vorwurfsvolle Frage stellten, könnten sich die Antwort geben, wenn sie sich nur einige Mühe geben wollten, ohne die alles verzerrende Brille überkommener Schlagworte und Vorurteile aus der Nase zu sehen, was in Deutschland wirklich vor sich geht. Ja, sie braitchten auch nur Hinüberzublicken nach Amerika, wo wenigstens wirtschaftlich der Kampf unter und hinter derselben Fahne geführt wird wie bei uns: Unter dem Gedanken und der Wirklichkeit des F ü h r e r t u nt s. Jene Fragesteller sollten nur gerade jetzt z. B. in dem östlichen Teile Deutschlands ein bißchen die Augen auf» machen, wenn nun des Führers beste Hub treueste, in vielen Kämpfen erprobten S t u r m s ch a r e n der SS. ihre Aufmärsche vollziehen. Werden die Ausländer, die dann als Zuschauer dastehen, endlich die schon viel zu lange getragene Brille der Vorurteile und Verlèurndun- gen oblegen und dann an der SS. nur M3 sehen, was