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Zul-aer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg"

Zulöa- un- Haunetal *Zul-aer Kreisblatt

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Nr. 1771933

Fulda, Dienstag, 1. August

10. Jahrgang

3uml.

Es jährt sich der Tag...

Wieder jährt sich der Tag, an dem sich erfüllte:D e r König rief, und alle, alle kamen!" Wieder jährt sich der Tag, mit dem alles das anhob, was an Ent­setzlichem und Heroischem, an Haß und todesbereiter Vater­landsliebe, an Tod und Leben das kurze Wortder Weltkrieg" umfaßt. Wieder jährt sich der Tag, an dem Deutschland und sein österreichischer Verbündeter zum Schwert greisen mußten, weil die Feindschaft Rußlands übermächtig geworden war, Frankreich die Gelegenheit gekommen glaubte, um alten Haß befriedigen, alte Wünsche erfüllen zu können, und England sich politisch und vor allem wirtschaftlichbedroht" fühlte, nur weil das junge Deutschland, das zuletzt in den Kreis der euro­päischen Großmächte eingetreten war, auch einen Platz an ver Sonne haben wollte, wozu es durch die eigene Kraft und die wachsende Leistung berechtigt war.

Vor neunzehn Jahren kam dieser Tag, hat ein Geschehen begonnen, das die Welt, das den ganzen Erd­ball in seinen Grnndresten umgestalten sollte. Viermal während des Weltkrieges selbst zog dieser Tag heraus über die erbittert ringende Menschheit, über die Millionen und aber Millionen der Gefallenen. Und als dieser Tag zum fünftenmal sich jährte, da sah er ein zusammen- gebrochenes Mitteleuropa, sah er ein zer­stückeltes Deutsches Reich, dasgeworden war ein deutsches Aren", schlimmer als in den Zeiten des dreißigjährigen Krieges. Und es war ein Deutschland, das kurz zuvor hatte unterschreiben müssen, daß es selbst schuld sei an all diesem furchtbaren Geschehen, schu ld sei am A u s b r u ch des Weltkrieges. Aber dieser Tag hat immer wieder auch hören müssen, Jahr nm Jahr, wie man nicht bloß im Ausland, auch nicht bloß bei den Rationen, gegen die wir hatten ins Feld ziehen müssen, auch in großen Teilen desneutralen" Auslands an der Lüge von Deutschlands Schuld am Kriege festhielt in Worr nstd Tal, solcher« daß,es auch in Deutschland selbst zahlreiche.Men­schen gab, die in alle Welt die Lüge hinansschrien, zwar nicht das deutsche Volk, wohl aber diekaiserliche Regierung" trage die Schuld am Weltkrieg. Waren sie doch am 9. November die Nutznießer des deutschen Zu­sammenbruches,'die Führer in- die Revolution hinein , gewesen, und schlugen nun in sich steigerndem Bewußtsein - eigenster schwerster Schuld dem Vaterlande ins Gesicht, das sienicht zu kennen" behaupteten. Run jährt sich der Tag wieder, aber er sieht ein deutsches Volk, das jene Valer- landsverräter binausgesegt hat, um die Hallen, in denen es wohnt, von diesem Gezücht zu säubern. Run mögen sie draußen, selbst von ihren Gastgebern verachtet, ihr schmutziges Geschäft fortsetzen!

Anders, ganz anders also als früher jährt sich dies­mal der 1. August, der für uns Deutsche aber mehr geworden war und geblieben ist als nur der Tag, an dem Deutschland zn den Waffen greifen mußte. Er war der -^ng, an dem das deutsche Volk sich einigte, an dem wirk- ktcha l l e , alle käme n". Kein Symbol war es, kein ^unschtraum mehr, sondern eine geschichtliche Tatsache gewegm; zum Symbol erst wurde er uns, zum Wunsch, a.- man zerschlagen hatte, was jener Tag schuf. Wie ein >k y ff h ä u s e r t r a u m war er uns geworden: denn des deutschen Volkes Einigkeit war schlafen gegangen und krächzend logen Jahr für Jahr die Raben um den Berg, i aber sind sie verschwunden, ist der Wunschtraum Wirklichkeit geworden. Jetzt hat sich jenes Symbol, das in den Herzen so vieler bester Deutscher gehegt und 'eivahrl blieb, die Tatsache der Einigung des deutschen Zolles wieder er füllen lassen im Kampf gegen die Mächte der Zerstörung und Zerspaltung. Und rühia kann der Al t e lm S a ch s e n w a l d e jetzt, 35 Jahre nach seinem Hlnscherden, wieder schlafen: denn das Werk das er schuf unb das ihm Missetäter geschändet haben, steht in neuer Reinheit und geschloßener Einheit da. Als er am 30

1898 die Augen schloß, da war schon sein Herz erfüllt "von banger Sorge um Deutschland, ein Sorgen, das ja am sollte"^ etnC ° welterschutternde Bestätigung finden

Tag an dem nicht nur ein gewal­tiges Kämpfen, sondern auch ein großes Sterben an­hob um des Vaterlandes willen. Nun aber erst können Wir wissen und sagen, daß dieses Sterben der Millionen Deutscher nicht vergeblich geschah, daß das Mahnen das aus ihren Grabern stieg und steigt, nicht mehr ungehört ^- Und wieder gedenken wir nicht nur dieser zwei Millionen, die rings um Deutschland oder fern der Heimat kämpfend oder duldend den Opfertod starben, sondern mit dem t. August jährt sich auch der Tag, der uns ehtbrinalidt âuruft: Gedenket der Lebenden! Gedenket jener die anch einst einen Teil des Walles bildeten, den Opfer- bereitschaft und TodesmUt um Deutschland zog und der die Heimat, die Daheimgebliebenen, die Frauen und Kinder schützte; für viele, viele dieser Männer wurde fast zum Hohn das Versprechen: der Dank des Vaterlandes ist euch gewly! '

U1v d^'ser Verheißung willen zogen wir Deutsche hinaus, sondern tu selbstverständlicher P f l i ch t e r f ü l - . " " 6. Und so viele, viele von jenen, die dort draußen kWf des Todes nicht niedergemäht wurden, 2 " EN hernach schwerstes persönliches unb wirt- Gestt in ^derd tragxtt. Auch hier hat endlich ein neuer Deutschland neues Wollen geboren, geht man WiwA» ^ Erfüllung einer selbstverständlichen $m Geist des ^ r o n t l ä m v f e r t u m s entstand

August.

dies neue Deutschland, unb das Frontkämpsertum komme nun wieder zu inneren unb äußeren Ehren. Schon folgten auch hier die Taten dem Wollen, das den Dank des Vater­landes endlich zur besseren Wirklichkeit werden läßt.

Es jährt sich der Tag ... Anders sieht er ans, als wir ihn alle am 1. August 1914 erhofft haben! Wieder findet er uns Deutsche in einem gewaltigen Ringen gegen eine Welt der Eigensucht und des Übelwollens, ja vielfach sogar einer ganz offenen Feindschaft. Und doch klingt Äut und mit neuer Zuversicht heute wieder wie damals die Mahnung und der Wille durch alle deutschen Lande:Haltet aus im S t u r m g e b ra u s !"

Dr. Pr.

*

Rein in Ehr* und Wehr!

Der Kyffhäuserbund zum 19. Jahrestage des Kriegsausbruchs.

Der Präsident des Deutschen Reichskriegerbundes K yffhäuse r", General der Artillerie a. D. v. H orn, erläßt gum 19. Jahrestage des Kriegsausbruchs folgende Knildgebling:

Zum neunzehntenmal jährt sich heute der Tag, an dem das deutsche Volk in Waffen den Marsch in den Ver­teidigungskrieg antrat.

Weder Greuelmärchen noch die völlig enthüllte Lüg« von der Schuld Deutschlands an diesem größten aller Kriege werden vor der Geschichte Bestand haben. Rein in Ehr' und Wehr hat die alte deutsche Armee in diesen viereinhalb Jahren gekämpft, sie ist unsterblich ge morden durch den Ruhm ihrer Tapferkeit, ihrer Leistungen und ihrer Disziplin.

Das einige, völkische, nationale Deutschland, das der Frontsoldat Adolf Hitler

nach heißem Ringen im vierzehnten Jahre nach Beendi­gung dieses Krieges schuf, ist die Erfüllung der Sehnsucht aller Frontsoldaten. Der Volkskanzler ist der Vollstrecker unseres Glanbenstestamems. Darum stehen wir in e n g st e r F r o n t v e r b u n d e n h e i t zu ihm und seinen Kämpfern, die den Sinn dieses Krieges znm Wohle Deutschlands zu Ende führen. Unter der Führung Ä d o l f Hitlers werden nun die Röte der Kriegsopfer anders gelindert werden als bisher. In seiner Regierung herrscht

der Frontgeist des Pflichtbewußtseins und der Kameradschaft.

Sie wird den Soldaten wieder an den Ehrenplatz stellen, der ihm gebührt. Unser großer deutscher Soldatenbuud, der sich freudig besannt hat zum Staate Adolf Hitlers, hofft, daß in künftigen Jahren der 2. August als besonderer Tag des deutschen Soldaten auch äußerlich zum Ausdruck bringt, daß das ganze nationalsozialistische Deutschland durchdrungen ist von dem Worte seines Führers:

Schweres Explosionsunglück.

Furchtbare Explosion in Srönn.

E i n Hotel e i n g e st ü r z t. Zahlreiche iotc.

In B r ü n n ereignete sich im Zentrum der Stadt eine katastrophale Explosion. Der gesamte FrontteU des vierstöckigen HotelsE u r o p a" wurde vom ersten Stock­werk bis zum Dachboden zertrümmert und stürzte mit ungeheurem Getöse auf die Straße. Im Augenblick der Explosion schlugen die Flammen 60 Meter hoch aus dem Gebäude heraus. ,

Einige Hotelgäste würden schlver verletzt. Einer von ihnen ist während der Überführung ins Krankenhaus gestorben. Zuerst wurden aus den Trümmern die ver­stümmelten Leichen einer Fran und eines Ki n d es geborgen. Da Eirtsturzgefahr bestand, mußte zunächst die Rettungsaktion eingestellt werden.

Als Ursache der Explosion vermutet man, daß es sich um die Entzündung citicy Explosivstoffes, wahrscheinlich (S f r a U t handelt. ES wird das Gerücht verzeichnet, daß die Frau, deren Leich­nam mit dem ihres Kindes in verstümmeltem Zustand auS dem Schutt geborgen wurde, in s e l b st m o r d e r i s ch e r Absicht eine Ekrasitvatrone zur Explosion gebracht habe.

Zur Explosionskatastrophe in Brünn werden folgende E i n z c l h e i 1 c n gemeldet: Die Unglücksstätte bietet eitlen trostlosen Anblick. Die Wirkung der Erplosioil Ivar so stark, daß in den Häusern auch der weiteren Umgebung iüd)t nur die Fensterscheiben zertrümmert und die Heiister- rahmen herausgerissen, sondern auch der Mörtel von den Wäitden bis aus die Ziegeln heruntergerissen wurde. Ein Dienstmädchen, das in einer etwa 500 Meter entfernten Gasse Fenster reinigte, wurde aus die

Straße geschleudert und blieb tot

auf dem Pflaster liegen. Die Aufräumungsarbeiten der am Unfallorte eingetroffenen Feuerwehr, Polizei und Militärbereitschaft werden durch die große Einsturzgefahr sehr behindert. Die Zahl der Opfer an Menschen­leben konnte daher noch immer nicht ermittelt wer­den. Bisher wurden vier Tote g e b o r a e n und e l f Schiververlctzte ins Krankenhaus eingeliefert. Auf

.Mögen Jahrtausende vergehen, so wird man nie vom Heldentum reden, ohne des deutschen Heeres des Weltkrieges zu gedenken!'

Ehre dem Soldaten, der Gut und Blut für sein Volk eingesetzt hat!"

*

Deutschlands Recht auf Sicherheit

Legationsrat Dr. Schwendeman n sprach im Dentschlandsender überDeutschlands Anspruch aus gleiche Wehr und gleiche Sicherheit". Wad) einer farbigen Schilderung der in der Weltgeschichte beispiellos dastehen­den w e h r p o l i t i s ch e n Ungleichheit, wie sie durch die einseitige Abrüstung Deutschlands entstand, be­tonte der Redner:

Seit eineinhalb Jahren dauern mit Pausen die Ver­handlungen der A b r ü st u n g s k o n f e r e n z. Sie haben bei den bochgerüsteten Staaten keine Kanone, kein Maschinengewehr und keinen Soldaten beseitigt. Nur eines hat die Konferenz hinsichtlich Deutschlands gebracht: Die deutsche Gleichberechtigung wurde in aller Form als zu verwirklichender' Grundsatz an-, erkannt. Wir haben auf der Konferenz die Abrüstung der anderen nach denselben Maßstäben unb Methoden ge­fordert, die bei uns angewandt worden sind. Die Gegen­seite versucht uns deshalb zu verdächtigen und moralisch zu isolieren, indem sie sagt, wir wollten auf rüsten. Daraus gibt es nur eine Antwort: Nicht wir ivotten auf­rüsten, sondern i h r w o l l t n i ch t a b r ü st e n und wollt uns außerdem noch das Recht auf Gleichberechtigung und auf gleiche Sicherheit abstreiten. Wollt ihr nicht ab­rüsten, so muß unsere Sicherheit eben mit denselben Mittel n gewährleistet werden, die ihr für euch selbst in Anspruch nehmt. Die Verantwortting dafür fällt nicht auf uns, sondern auf euch!

Es wird eine geradezu hemmungslose Hetze gegen uns wegen angeblicher Aufrüstung getrieben. Die Schlußfolgerung, die besonders von der franz ösi- f ch e n Presse aus diesen Hetzmelduugen gezogen wird, ist die Forderung, in Deutschland müsse schnellstens eine scharfe internationale Rüstungskontrolle bnrdigefMrt werden. Man muß allen Ernstes jenen im Ausland, die noch von einseitiger R ü st ti U-g s k o n- trolle Deutschlands reden, die Frage vorlegen, was sie damit eigentlich beabsichtigen. Wer solche Forde- rüngen atlfstclll, will bewußt nicht Verständigung, sondern Feindschaft, nicht Vertrauen, sondern Mitz- t r a n c n.

Aus Frankre ich bringt zu uns immer wieder der Ruf nach S i ch e r h e i 1. Ohne Vertrauen zu Deutsch- imib könne Frankreich keinerlei Abrüstungsmatznahmen ^'stimmen. Hat man Dent s ch l a n d, als man es enl- wafsnete, gefragt, ob cs Vertrau cn zu seinem Nach­bar babr" Hat man an Deutschlands Sicherheit gedacht, als man ihm seine Waffenrüstnng auszog? Es gib! n H r eine n Weg zum Vertrauen in Fragen von Rüstung unb Abrüstung. Er besteht darin, daß endlich praktisch gleiches Recht in der Wehrfrage für alle ge- schafseu wird!

der deutschen Rettungsstation wurden 32 Leichtverletzte und elf Feuerwehrleute behandelt. Von fünf Personen, die knapp vor der Erplosion bei dem Hotel standen, konnte keine Spur gesunden werden. Man befürchtet, daß auch sie ilins Leben gekommen sind.

Ein Augenzeuge berichtet.

Ein Augenzeuge berichtet: Als erste wurde die Frau des jetzigen Hotelbesitzers mit leichten Verletzungen aus den Trümmern geborgen.

Von Minute zu Minute steigerte sich die Panik

bei der Bergung einzelner Menschcnteile. Rach und nach wurde unter ungeheurer Erregung der Menschenmenge eilt Frauenkops und ein Frauena rm, dann der Brustkorb eines Mannes und schließlich die Leiche eines Arbeiters geborgen. Die 11 nter u ch n n g ergab, daß die Explosion, die nach Sachverständigengutachten ans Ekrasit zurückzuführen ist, im Gastzimmer Rr. 7 erfolgte, in dem der technische Beamte Adolf Bauer aus Mährisch- Ostrau mit Frau und Kind wohnte. Wie aus Mährisch- Ostrau gemeldet wird, ist dort ein Adolf Bayer bei der Polizei nicht gemeldet. Es handelt sich offensichtlich um einen fingierten Ramen

4000 Menschen erirunken. Überschwemmungskatastrophe in China.

Infolge riesiger Überschwemmungen sind in der chinesischen Provinz Scheust über 4000 M e n - s ch e tt c r t r u n k c n. Die Flüsse King und Wei sind kilometerweit über die User getreten und haben den Bezirk von Kwanschung fast völlig unter Wasser gesetzt. Die Fluten haben ganze Dörfer einfach hinweggerissen. Hun­derttausende von Einwohnern sind obdachlos.

Grubenunglück fordert Todesopfer.

London. Bei einem Grubenunglück in einer Zeche in Lancashire wurde ein Bergmann getötet und fünf verletzt.