Zulöaer ^n^W
ZulSa / Slatt 2
Nr. 155
Donnerstag, 6. Juli
1933
Kurze politische Nachrichten.
Der Reichskanzler hat Dr.-Jng. Fritz T od t in München uun Generalinfpektor für i as teutschc. S t r aßen w e s e n bestellt. Generalinfpektor Todt ist zuletzt als Oberingenieur bei einer Müncher Baufirma tätig
gewesen.
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Vor der Strafkammer für Korruptions- und Sabo- kaaesälle in Königsberg begann der zweite P r o z e ß denen den Generallandschaftsdirektor von Hl ppel wegen betrügerischer Machenschaften bei Ersteiger, lng eines Gutes. Zu dem Prozeß, der mehrere Tage dauern Wird, sind 37 Zeugen geladen.
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Der Regierungspräsident in Königsberg (Preußen) hat gegen den Ersten Bürgermeister der Stadt M a r i e n b u r g , Pawelcik, das Disziplinarverfahren eröffnet ilnd ihn sofort seines A m t e s e n t h o b c n.
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In einem längeren Leitartikel teilt die „Danziger Landeszeitung", das Organ des dortigen Zentrums, mit, daß das Zentrum in Danzig auf jeden Fall b e- ft eben bleiben und nicht dem Beispiel der reichsdeutschen Partei folgen werde.
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Die Pressestelle der Reichsjugendführung teilt mit: Es wird nochmals auf Anordnung 2 des Jugeudführers des Deutschen Reiches hingewiesen, nach der sich s ä m t - liche Jugendorganisationen Deutschlands beim Jugendführer des Deutschen Reiches zu melden haben, und zwar Berlin NW 40, Alsenstraße 10, Abteilung Verbände. Jugendorganisationen, die diese Meldung bis zum 15. Juli 1933 nickt oder nur unvollständig vollzogen haben, gelten als aufgelöst.
Dr. Goebbels' Seileid zum Zechenunglück
„ Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat an die Betriebs- zelle der Steinkohlengrube „General Blumenthal" in Gelsenkirchen ein in herzlichsten Worten gehaltenes Be,- keidstelegramm gesandt, in dem es zum Schluß heißt: „Ich werde mich immer für die Wohlfahrt der Soldaten der Arbeit einsetzen und bitte, meine herzliche Verbundenheit mit der Sache des deutschen Arbeiters den Hinterbliebenen zu übermitteln."
Vor der Gleichschatwna
in den Kirchenvertreiungen.
Das zu erwartende kirchliche Verfassungswerk soll, wie verlautet, keine P e »wähle n zu Ben Kirchenvertre- tuugen enthalten. Es soll vielmehr vorgesehen sein, die Kirchenvertretungen nach den Bestimmungen des Gesetzes über Gleichschaltung der Länder und Gemcindeparlamcnte gleichzuschalten.
Im übrigen sollen die Mitglieder der Glaubensbewegung Deutsche Christen zu 70 Prozent in den neuen Kirchenvertretungen vertreten sein.
Abschluß des kirchlichen Verfassungswerkes steht bevor.
Reichsminister Dr. Frick hat bei seinen Verhandlungen über die mit der Neuordnung der evangelischen Kirche zusammenhängenden Fragen allerseits guten Willen festgestellt. Es könne angenommen werden, daß der Abschluß des kirchlichen Ver- sassungswerkes Ende dieser oder spätestens Anfang nächster Woche vollzogen ist.
Unheil aus aller Welt
Mns Kinder ertrinken bei Segelbootfahrt
Verfahren wegen fahrlässiger Tötung.
Ein furchtbares Segelunglück ereignete sich bei Bremen an der Küste in der Nähe der Gccstemündung. Ein Segelboot, das vorwiegend mit Schulkindern besetzt war, kenterte, wobei sünfKindcrertranken. Sechs konnten gerettet werden.
In außerordentlich leichtsinniger Weise hatten sich einige Erwachsene mit mehreren kleinen Kindern in einer Weserjolle mit Schwert und Ausbau bei starkem Nord-Nordwest-Wind vom Bremerhavener Vorhafen aus auf die Weser begeben. Schon in der Geestemündung wurde das stark überlastete Boot von der starken Brise erfaßt und kenterte sofort. Fünf erwachsene Personen sonnten unmittelbar nach dem Unglück gerettet werden. An der sofort einsetzenden Rettungsaktion beteiligten sich mehrere Dampfer, Fischkutter und Segelboote. Im Lause der Nacht gelang den vereinten Kräften die Hebung des Segelbootes, in dem drei der Kinder erstickt waren. — Der Leiter der Untersuchung des Segelbootunglücks wies auf die
unvorstellbare Verantwortungslosigkeit
der Erwachsenen hin, besonders der beiden Besitzer des Bootes, Fr. Straaten und Hans Völker. Die Polizei werde das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung aufnehmen lassen. Das kleine und primitive Boot habe sich in sehr schlechtem Zustande befunden. Außerdem seien die Veranstalter dieser Todesfahrt vorher mehrere Male von erfahrenen Seeleuten eindringlich st gewarnt worden, bei dem schlechten Wetter mit einem überlasteten schlechten Bool die gerade an dieser Stelle gefährliche Geeste- und Wesermündung zu befahren. Das Boot hätte höchstens drei Personen tragen können, während sich elf an Bord befanden.
Am Schauplatz der Grubencxplosivn von Nccklinghauscn. Unser Bild gibt einen Blick auf die Unglückszeche »Gene» rat B l u m e » i b a l" in Recklinglmusen. wo durch eine Koblenstauberplosion zwölf Menschenleben getötet wurden. Rechts hinten sieht man deutlich die durch die Gewalt der-
Explosion zerstörten Fensterscheiben der Anlage
Schreckenstat eines Geisteskranken.
Schullehrerin in der Klasse erstochen.
Während des Unterrichts in der katholischen Volksschule in tt b e r u h r bei Essen klopfte der geistesschwache Schuhmacher Robert Ronig gegen die Tür der Klasse, in der die Lehrerin Rohmann Unterricht erteilte.
Als die Lehrerin die Tür öffnete, versetzte ihr der Eindringling mit einem Schustermesser einen Stich in die Brust, warf sie zu Boden und stach weiter aus sie ein, so daß der Tod eintrat.
Die Schulkinder sprangen durch die Fenster auf die Straße. Der Täter ergriff die Flucht, konnte jedoch der Polizei übergeben werden. Ronig war früher 6 Wochen in einer Nervenheilanstalt untergebracht gewesen.
Schweres Explosionsunglück bei einem Feuerwerk in Bautzen.
3 T o t e, 8 B e r l e tz t e.
Auf der Bautzener Schießbleiche wurde am Mittwoch abend das übliche Feuerwerk der Bautzener Schützengesellschaft abgebrannt. Dabei ereignete sich gegen Schluß des Feuerwerks ein furchtbares Exploficinsun glück, dem 3 Menschenleben zum Opfer fielen. Ein schwerer Feuerwerkskörper explodierte nicht in der üblichen Weise, sondern „blieb aus". Dabei wurde e i n junges Mädchen und ein Hjährigex Junge sofort getötet. Ein achtjähriger Knabe wurde so schw er verletzt, daß er kurz darauf st a r b. Weitere acht Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Ueber die nähere Ursache des furchtbaren Unglücks sind die Untersuchungen noch im Gange.
Zu dem Explosionsunglück auf der Bautzener Schieß- bleiche erfahren wir u. a. noch: Als gegen % 10 Uhr abends die sogenannten großen Kanonenschlage abgebrannt werden sollten, explodierte plötzlich ein Böllerschuß, der aus einem Eisenrohr bestand, das mit Pulver gefüllt war. Durch die umherfliegenden Eisenstücke wurden einem 18- jährigen Mädchen der Hals aufgerissen, so daß der Tod auf der Stelle eintrat; außerdem wurden ein Hjähriger und ein achtjähriger Schüler so schwer verletzt, daß sie bald nach ihrer Einlieferung ins Stadtkrankenhaus verstärken. Sechs Personen (nicht acht, wie zuerst gemeldet), wurden weniger schwer verletzt. Bei ihnen besteht keine Lebensgefahr. Der Feuerwerker Schöne aus Schland, der das Feuerwerk lieferte und abbrannte, wurde von der Polizei in Haft genommen.
Die Gewalt über den Wagen verloren.
Mit Frauen besetzter Autobus in steiler
Kurve u m g e st ü r z t.
Ein schweres Autobusunglück ereignete sich in der Nähe von Mettmann bei Düsseldorf am Winkcls- mühler Berg.
Der Evangelische Frauenverein aus Walsum bei Duisburg befand sich mit drei Autobussen auf einer Ausflugsfahrt ins Bergische Land. Während aus zwei Wagen die Frauen auf der Bergeshöhe ausstiegen, um den Abhang zu Fuß hinunterzugehen, fuhr der erste Wagen, der mit 52 Frauen besetzt war, den st e i l e n W e a besetzt hinunter.
Der Fahrer verlor die Gewalt über den Wagen, so daß dieser in einer Kurve umlippte und gegen einen Baum fiel. Bis aus drei Frauen wurden alle Insassen mehr oder weniger schwer verletzt.
Freiwillige Sanitätskolonnen waren sofort zur Stelle. Bis auf 18 Frauen, die dem Krankenhaus zugeführt werden mußten, konnten die übrigen nach Anlegung von Not- Verbänden ihre Fahrt wieder fortsetzen.
Schweres Slraßenbatniunglück — Dreizehn Verlerne.
Dresden. Ein schweres Straßenbahnunglück irug sich abends aus Bern Alten Markle zu. Dort fuhr ein Straßenbahn» m<l infolge Versagens der Bremse aus einen vor ihm fahrenden Wagen aus Der Zusammenprall war derartig heftig, daß insgesamt dreizehn Personen verletzt wurden, acht von ihnen mußten in das Krankenhaus übergenihrt werden
'ünf Hiilcrjungcn unter den ToveSopsern der Zechenexploston.
Essen. Wie vom Obergebietssührer West der Hitlerjugend mitgeteilt wird, befinden sich unter den zwölf Opfern des'Un- Aücks aus Zeche „General Blumenthal 1/11* in Herne fünf Hiiterjungen.
Zehn Personen unter Gasvergiftungserscheinungen erkrankt.
Hamburg. In einem Sägercibelriebe erkrankten zehn Per- Ionen unter Gasvergiftungserscheinungen. Durch Zuführung von Sauerstoff konnten die Erkrankten vor weiteren Schädigungen bewahrt werden. Eine Untersuchung der Ursache dieser Erkrankungen ist eingeleitet worden.
Paddelboot gekentert: Ein Insasse ertrunken.
Warnemünde. Bei stürmischer See kenterte nachmittags ein mit zwei Personen besetztes Paddelboot in nichi allzu weiter Entfernung von der Westmolc. Während ein Insasse schwimmend den Strand erreichte, ist der zweite, ein gewisser Münchmever, Angestellter der Heinkel-Werke, ertrunken.
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8) (Nachdruck verboten.)
Der Halaer strahlte. „Ich hâbe mir immer gewünscht, einen Wisent nur einmal sehen zu dürfen!"
„Sehen und schießen — abgemacht!" Der alte Herr schüttelte Steins Hand. „Dann bringen Sie aber doch bitte Ihre Frau Schwester mit, mein Mädel und ich würden uns sehr freuen."
Der gellende Ton einer Kraftwagensirene klang auf. Fürst Kreyn schob seinen Sessel zurück: „Gott fei Dank, der Sani- tätsrat!"
Ernst stand schon an der Tür. „Ich werde ihn bitten, daß er Durchlaucht gleich nach der Untersuchung berichtet." Im Nu war der Halaer Gutsherr wieder zurück. „Wollen Durchlaucht nicht wenigstens noch ein Brötchen nehmen? Wirklich nicht? Aber dann doch ein Glas Wein und bitte, hier sind Zigarren — Zigaretten, so was beruhigt und die Zeit vergeht schneller."
Der alte Herr schmunzelte. „Gut, versuchen kann ich Ihr Rezept ja ..." Mit langen Schritten ging er im Zimmer auf und ab — auf — und ab. Wie unendlich langsam doch der Minutenzeiger der Schwarzwälder Uhr vorwärtskroch . . .! Aber dann — irgendwo das Klappen einer Tür, schnelle Schritte auf dem Flur, die Klinke wurde niedergedrückt, und Sanitätsrat Müller stand auf der Schwelle.
„Guten Tag, Durchlaucht! Ich habe mich so viel wie möglich beeilt!"
»Ast es wirklich nur das Schlüsselbein?!"
„Jawohl, wirklich!" Der Arzt rieb sich die Hände. „Nicht der leiseste Grund zu Besorgnissen, kein Bruch, bloß eine starke Quetschung und Pressung, in spätestens drei Wochen ist die Sache wieder gut — nur vier bis fünf Tage vollkommene Ruhe." —
«Gott sei Dank!"
. "?a' »®ott sei.Dank, der Sturz hätte viel schlimmer ab« aufen. tonnen, übrigens, wenn Durchlaucht gestatten, fahre ch gleich mit nach Romolkowitz, um dort den Verband noch einmal zu erneuern."
"Meine Tochter ist also transportfähig?"
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»Lupus in tabula!” sagte der Fürst lächelnd, als in diesem Augenblick die Tür ausging und Maria, gestützt von Frau von Wiedemann, eintrat. „Na, Maus, schon wieder auf dem Damm?"
„Freilich, Väterchen, aber der Fallada Mucken austreiben!"
„Halt! Slopp, mein Töchting! In dem Jahre bekommst du kein gesatteltes Pferd wahr, Herr Sanitätsrat?"
werde ich dis
nächsten halben zu sehen, nicht
»Ja ;--ja, besser wäre es schon —"
Das junge Mädchen lachte. „Sagen wir: In den nächsten vier Tagen, das ist auch schon lange genug!"
Stein bot noch einmal Wein und Brötchen an, dann meldete der Diener, daß die beiden Kraftwagen vorgefahren seien. Fürst Kreyn küßte Frau Johanna die Hand.
„Gnädigste Frau, wir sind tief in Ihrer Schuld, Ihr Herr Bruder will mir die Freude machen, in Romolkowitz einen Wisent zu schießen, dürfen meine Tochter und ich hoffen. Sie dann auch bei uns zu sehen?"
„Sehr gern," sie tauschte einen raschen Blick mit Ernst, „hoffentlich ist die Prinzeß bald wieder völlig hergestelltI"
Maria gab dem Halaer Gutsherrn die Hand.' „Noch einmal: Viel, vielen Dank und — auf Wiedersehen, kommen Sie nur bald!"
„Auf Wiedersehen, Durchlaucht!" Für eines Herzschlags Dauer hielt er die kleine, feste Hand in der seinen, dann gâb er sie frei und trat zurück, während der Leibjäger den Schlag des Autos öffnete. Langsam glitten die beiden schweren Tourenwagen aus dem Hoftor, bogen um die Ecke der breiten Ulmenallee. —
„Das war ja ein richtiges Abenteuer," sagte Frau Hanna, „statt eines Rehbocks eine leibhaftige Prinzessin —"
„Herrgott, der Bock! An den hatte ich wahrhaftig gar nicht mehr gedacht —"
„Du hast einen?!"
„Ja, Hannele, einen ganz kapitalen — Dusel muß man eben haben, auf der Jagd und auch sonst!" Dann ging Ernst rasch nach der Wagenremise hinüber.
3.
Hart klapperten die Hufe des hochgezogenen Hannoveraners auf der Landstraße. Ernst von Stein ließ den Wallach Schritt gehen und brannte sich eine Zigarette an. War das ein selten schöner Herbsttag! Neben dem bläulichen Grün des Nadelholzes flammte das satte Altgold der Eichen, leuchteten in Purpurglanz die welkenden Blätter der Blutbuchen und zur Linken dehnten sich Feldbreiten, Sturzäcker und zartgrüne, keimende Saat. — Droben im Blau stand
rostrot und rüttelnd ein Turmfalke, stieß im Sturzflug nieder, schwenkte knapp über dem Erdboden hin und strich dann weiter, um auf dem verwitterten Grenzstein feine Beute, eine Fahrmaus, die schlaff in den safrangelben Fängen hing, zu kröpfen. —
Der grünbraune Erlenbruch schob sich näher an die nach Löbau führende Chaussee heran, leise, lose fielen im Taumel- flug die ersten vom Nachtfrost geknickten Blätter. Wolkenlos rein, glasklar, wölbte sich der blaßblaue Herbsthimmel gleich einer ungeheuren Kuppel aus köstlichem Kristall über der weiten, endlos weiten Ebene. Und ringsum Stille — kein einziger Laut. Der Halaer Gutsherr achtete kaum auf den Weg. Wie ein flimmerndes Band dehnte sich die Straße, im Sonnenlicht funkelten und blitzten die zu Staub zermahlenen Splitter der Granitsteine des Schotters. Dann tauchte ein windschiefer, von Schnee und Regen zerschlissener Wegweiser auf, reckte seine Arme: Hala ' 5,6 Kilometer, Nünchritz 6,2 Kilometer, Romolkowitz 7,8 Kilometer, Lobau 4,7 Kilometer.
Romolkowitz . . . Ernst warf den Rest seiner Zigarette 4M Mo yRnfforsnrfw mn uv ’^^ßHÖ Criofd}. ^"Mk ^^„^ wx/wuvt
in eine Wasserlache, wo er zische vergangen seit — seit der P
i. Fünf Tage waren , dem Besuch des
„ „ egegnung, dem Besuch des
Fürsten; fünf Tage, die so bleiern dahinschlichen, als schiene die Zeit stillzustehen. Gleich am anderen Morgen hatte Stein angerufen, sich nach dem Befinden der Prinzessin erkundigt — jawohl, Ihrer Durchtlaucht ging es durchaus zufriedenstellend, man hoffe auf ein baldiges Wiedersehen. . ."
„Baldiges" — das hieß in einer Woche oder zwei. — Nun, der Wisent kam dann schließlich auch noch früh genug zur Strecke und sonst — sonst — lag — doch — kein — Grund — vor — um —--. Auch die Schwester meinte, man dürfe nicht gleich hinüberfahren, sondern müsse eine Anstandsfrist vergehen lassen. Aber dies Warten — worauf nur?! Der Halaer setzte sich im Sattel zurecht — Dummheiten, Grübeln war doch sonst nicht seine Sache gewesen! —
In die Stille hinein klang ein surrender, brummender Ton. kam näher und verstummte dann plötzlich. Nanu? Das klang doch gerade, als fei es ein Auto gewesen? Ein leichter Schenkeldruck, der Halbblüter trabte an, dann bog die . Cyaupee fast im rechten Winkel ab. — Aber im nächsten Augenblick riß Ernst den Gaul zurück--quer über die Straße war ein starkes Drahtseil gespannt, dahinter stand ein Kraftwagen und — nein, es war feine Täuschung, vier, fünf, sechs zerlumpte, schmierige Kerls kletterten auf die Trittbretter, den Führersitz, schrien aufgeregt durcheinander: „Hund! Schwein! Hakatist! Schächer!"
(Fortsetzung folgt.) _