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Hugenberg.

Zu seinem 68. Geburtstag.

Generaloberst vouEinem nimmt in der Sonntags­ausgabe desTag" zum 68. Geburtstag des Reichsministers Dr. Hugenberg in einem Leitartikel Stellung, in dem es u. a. heißt:Für Hugenberg hat es keine Stunde des Lebens gegeben, die nicht Kampf ge­wesen wäre. Es ist ihm nicht vergönnt gewesen, in Ruhe zu fördern und zu schaffen. Was er anfaßte, wuchs unter seiner Hand. Er siedelte, und die Dörfer blühten. Er verwaltete und stiftete Segen. Finanzen unter seiner Pflege mehrten sich. Er stand an der Spitze eines Jndustriekonzerns, und sein Wirken wurde an­erkannt und bildete Beispiel und Vorbild. Er gab sich nicht zufrieden mit dem Kreis seiner beruflichen Aufgaben, sondern griff in die Politik ein.

Er wurde Abgeordneter der Dentschnationalen Partei, war der beste Mitarbeiter Helfferichs. Ohne sein direktes Wollen wurde er Parteiführer. Ohne lange zu fackeln, nahm er den Kampf gegen die auf, die im Ziele und in der Unerbittlichkeit schwankend geworden waren und die Angen links genommen hatten. Hugenberg ging rechts. So wurde er zum natürlichen Bundesgenossen des gewaltigen Kämpfers Adolf Hitler im benachbarten Lager des Nationalsozialismus.

Ist Hitler der politische Führer mit Aufgaben, wie sie sich schwieriger kaum ausdenken lassen, so soll Hugenbergs Weisheit das Mittel sein, um dem deutschen Volke das Brot wiederzugeben. Fürwahr, nach einem Kampf dnrch Jahrzehnte hindurch, nach einem Leben für Deutschland allein, nach härtesten Enttäuschungen und in einem Alter, das für den Durchschnittsmenschen nur noch die Sehnsucht nach Ruhe ausdrückt, ist diese Aufgabe mit ihrer unsag­baren Arbeitslast eine Summe von Hingabe, die auch dem letzten Deutschen nur Anerkennung und Dankbarkeit ab­ringen müßte. So rufen wir denn an dem Geburtstage Hugenbergs, den er zum erstenmal als Minister und ver­antwortlicher Diener seines Volkes begeht, Gottes reichsten Segen auf diesen Mann herab. Möge es ihm vergönnt sein, noch einmal die Dankbarkeit nicht nur seiner Freunde und Mitarbeiter zn ernten, sondern auch die des ganzen deutschen Volkes. Das würde der beste Lohn für den ewig Mißverstandenen sein."

Ausländische Entstellungen

zu Hugenbergs Denkschrist.

Die Angst vor deutschen Kolonialforderungen.

Die Londoner ZeitungTimes" hatte zu der von Reichsminister Hugenberg in London übergebenen Denkschrift, bessert Ministerium bekanntlich für die Welt­wirtschaftskonferenz federführend ist, die Frage gestellt, ob es sich hier um eine amtliche Erklärung der deutschen Ab­ordnung oder um eineprivate Arbeit" Hugenbergs Handele.

Von zuständiger Berliner Stelle wird hierzu erklärt, daß Reichsminister Hugenberg wie dies übrigens schon in London zum Ausdruck gebracht worden ist seine persönlichen Ansichten in einer Denkschrift »iedergelegt habe, da er heute oder morgen nach Berlin Zurückkehre und eine Hauptaussprache nicht stattgefunden habe, in der der Minister sonst die in der Denkschrift enthal­tenen Gedankengänge zum Ausdruck gebracht haben würde. Die Denkschrift enthalte zweifellos eine Reihe von Grundgedanken und weltwirtschaftlichen Theorien, die, in den kommenden Verhandlungen der Weltwirt- schaftskonferen; noch eine Rolle spielen würden.

Die ausländische Presse hat größtenteils »ur einen kurzen Abschnitt aus der Denkschrift herauS- gegriffen und dabei vor allem

zwei Dinge völlig verdreht:

Einmal die koloniale Forderung, dann die Fest­stellung Hugenbergs, daß dem Volk ohne Raum Sied­lungsraum gegeben werden müsse, damit es seine Friedensaufbauarbeit durchführen könne. Daraus haben einige ausländische Blätter eine imperialistische Politik im nahen Osten herauslesen wollen.

Jeder, der die Denkschrift richtig liest, muß jedoch fest­stellen. daß Hugenberg nicht im entferntesten hieran ge­

Niederlage des Systems Dollfuß.

Sie ASSAP.-Verfolgung in Österreich zusammengebrochen.

Weitere Enthaftungen.

Die Hvchvcrratskampagne der Regierung Dollsust gegen die nationale Opposition in Österreich ist zusam- mèngebrochen. Wie die Nationalsozialistische Partei Österreichs mitfeilt, haben sich nach den Entscheidungen der verschiedenen Gerichte im ganzen Bundesgebiet die gegen die verhafteten nationalsozialistischen Funktionäre erhobenen Hochverratsanschuldigungen als völlig haltlos erwiesen.

Inzwischen mußten weitere nationalsozia- l i sti sch e F ü h r c r in Österreich wieder in Frei­heit gesetzt werden. In Haft verbleiben nur diejenigen, die beschuldigt werden, an dem Mordkomplott gegen den Landesführer Dr. S t e i d l c beteiligt gewesen zu sein, ferner eine große Anzahl von Leuten, die Polizei­strafen wegen früherer Übertretungen und Verfehlungen abzusitzen haben. *

Mit der bereits gemeldeten Feststellung der öster­reichischen Gerichte, daß znr Einleitung von Strafver­fahren gegen die zahlreich verhafteten Nationalsozialisten infolge des Fehlens jeglichen Beweismaterials keinerlei Anlaß vorliege, sind auch die Behauptungen des öster­reichischen Bundeskanzlers Dollf als gegen­standslos erwiesen, mit denen er in Kreisen der Londoner Presse von Terrorakten u. bergt sprach.

Inzwischen hat sich Herr Dollfuß auch veranlaßt ge­sehen, gegenüber der Rcichsrcgierung einen halben Rück­zug anzutreten: in einer Unterredung mit Pressever­tretern war er so gütig, zuzugeben, daß die Reichs- regiernng an den Vorfällen in Österreich keine Schuld treffe!

*

Aächtliche Explosionen in Klagenfurt.

Die österreichische Stadt Klagenfurt (Kärnten) wurde nach Mitternacht in großen Schrecken versetzt. Es ertönte eine starke Explosion. Unmittelbar darauf folgten in Abständen von fünf Minuten d r e i weitere Explosionen.

Die nähere Untersuchung ergab, daß vor dem Hause, in dem der christlichsoziale Landesrat Sylvester Leer wohnt, ein Sprengkörper explodiert war, der die F e n st e r des Hauses im ersten und zweiten Stock zertrümmerte. Die übrigen Explosionen waren lediglich sogenannte Papierböller, die Lärm erzeugen, ohne gefährlich zu sein.

dacht hat, sondern daß andere Möglichkeiten gemeint sind, wobei z. B. aus Südamerika und den Fernen Osten verwiesen werden kann. Es sei völlig abwegig, so wird an zuständiger Stelle ausdrücklich erklärt, hierbei von Ruß­land zu reden, wie dies im Ausland geschehen sei.

Das Wort Rußland sei in einem ganz anderen Zu­sammenhang gefallen, nämlich an der Stelle, wo Hugenberg von der Untererzeugung und dem Minderverbrauch spreche. Alles in allem wird fest­gestellt, daß die Denkschrift Hugenbergs in keiner Weise eine Grundlage für Auschuldi - gungen abgibt, wie man sie in der ausländischen Presse finden kann. In den kommenden Wochen dürfte dagegen noch mancher in der Denkschrift enthaltene Gedanke wieder aufleben.

draunschweiger Stahlheimlundgebung verboten.

Das braunschweigische Staatsministerium hat eine für den 25. Juni vorgesehene Veranstaltung des Stahlhelm in Braunschweig, zu der auch der

Bundeskanzler Dr. Dollfuß ist, aus Paris fonu mend, in Innsbruck eingetroffen, wo er vor der Weiterreise nach Wien Aufenthalt nahm.

Ein Verleumder.

Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt n. a. mit: Der ehemalige Pressereferent der österreichischen Gesandt­schaft in Berlin, Dr. W a s s c r b ä ck, hat bei seinem Auf­enthalt in Amsterdam einem holländischen Nachrichten­büro gegenüber Beschwerde geführt über die Be­handlung, die ihm angeblich bei seiner kurzen Haft in Berlin widerfahren sei. Dr. Wasserbäck behauptete in Amsterdam u. a., man habe ihmuntersagt, eine Pritsche zn benutzen". Wie am gleichen Tage bereits amtlich fest- gestellt werden konnte, ist Dr. Wasserbäck nicht nur ent­sprechend der bestehenden Vorschriften untergebracht und behandelt worden, sondern darüber hinaus sind

außerordentliche Rücksichten genommen worden. Dr. Wasserbäck hat in Berlin in Zengengegen- wart dem zuständigen Dezernenten, Staatsanwalt­schaftsrat Dr. Mittelbach, auf dahingehende Fragen ausdrücklich und f r e i w i l l ig erklärt, daß er lediglich die Ausstattung seines Anfenthaltsraumes be­mängele und darüber Klage führe, daß er bereits um 6.30 Uhr morgens geweckt wurde. Andere Beanstandungen habe er n i ch t vorzubringen. Er hat sich bei dieser Gelegenheit zugestandenermaßen mit der Erklärung, daß diese Behandlung vorschriftsmäßig sei, zufriedengegeben und

aus freien Stücken hinzugefügt, daß er sich nach dieser Aufklärung nicht ver­anlaßt sehe, weitere Beschwerden zu erheben.

Inzwischen ist Herr Dr. Wasserbäck in London ein- getroffen und behauptete der dortigen Presse gegenüber, er seimit gewöhnlichen Verbrechern zusammen ins Gefängnis eingeliefert" worden. Am Ende dieser Dar­stellung erklärte Dr. Wasserbäck seine Behandlung als ein Verbrechen gegen das Völkerrecht".

Hierzu ist zu bemerken, daß wenn schon von einemVerbrechen gegen das Völkerrecht" gesprochen wird allein die dem Pressechef der deutschen Gesandt­schaft in Wien, Habicht, von der österreichischen Regierung widerfahrene Behandlung als ein solches Verbrechen be­zeichnet werden kann.

Bemerkenswert ist zu den Presseempfängen des Herrn Dr. Wasserbäck, daß er nicht die ihm gebotene Gelegen­heit benutzte, vor amtlichen deutschen Regierungs­stellen seine Beschwerden anzubringen, sondern über seine angebliche Behandlung aus durchsichtigen politischen »nd persönlichen Gründen im Auslande Ausführungen macht, die mit der wachsenden Entfernung von Deutsch­land sich entsvreckend vervielkâltiaen.

Erste Bundesführer des Stahlhelin, ~ Reichsarbeits­minister Franz Seldte. seine Teilnahme zugesagt hatte, verboten.

Das braunschweigische Staatsministerium leitete der Presse eine längere Verlautbarung zu, in der auf die bekannten Vorgänge innerhalb des Landesverbandes Braunschweig des Stahlhelm eingegangen wird. Zum Schluß der Verlautbarung heißt es:Bei dieser Sachlage erscheint es untragbar, daß die für den 25. Juni an­gekündigte Veranstaltung des Stahlhelm in Braunschweig stattfindet. Das Staatsministerium ist mit maßgebenden Stellen in Fühlung getreten, daß diese Veranstaltung unterbleibt und daß der Stahlhelm auch darüber hinaus zur Zeit öffentliche Veranstaltungen im Lande Braunschweig unterläßt."

Die amtliche Darstellung teilt weiter mit, daß im Lande Braunschweig die Ortsgruppen des Stahl­helm Helmstedt, Königsluther, Schöningen und Wolfenbüttel und ihre Nebenorganisationen auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat mit sofortiger Wirkung «»P gelöst sind. Die Wiedererrichtung ist verboten worden.

Das war in Gießen!"

Akademische Anekdoten, erzählt von Werner Fuchs-Hartmann.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Hessische Vudwigsuniversität kein eigenes Gebäude, obgleich seit ihrer Gründung bereits 250 Jahre verflossen waren. Die meisten Professoren lasen in ihren Wohnungen. Nur einige, wie der Geheimrat vonLöhr (17841851), hatten sich an ihr Haus «inen eigenen Hörsaal bauen lasten. Aus Löhrs Studier­zimmer führte eine Tür unmittelbar auf das Katheder, dessen Brüstung aber so hoch geraten war, daß man beim Sitzen kaum die Spitze vom Kopf des Vortragenden sehen konnte. Die Studenten unterbrachen daher ihre Unterhaltungen ge­wöhnlich erst dann, wenn sich ein Geruch von Kölnischem Wasser verbreitete, mit dem Löhr sich die Stirn zu waschen pflegte, und eine Hand über dem Katheder erschien, während sich zugleich aus der Versenkung eine Stimme meldete:Meine Herren! Gute Morje, meine Herren!"

Seine Beispiele nahm Löhr aus nächster Nähe. So konnte sich im juristischen Examen etwa folgendes Gespräch entwickeln:

Löhr legte ungezwungen los:Setzen wir den Fall, Sie haben meine goldene Uhr gestohlen." Der Kandidat ist peinlich berührt:Aber Herr Geheimrat, ich bitte Sie!" Löhr beschwichtigt:Es handelt sich doch nur um eine Fiktion! Aber meinetwegen, nehmen wir dann also an, i ch hätte Ihnen die Uhr gestohlen..." Der andere nickt:Ja, das ist was anderes."

Auch bei anderen Zugeständnissen geriet Löhr manchmal daneben. Als der Zoologe V o g t im Jahre 1847 nach Gießen laut und sich nun auch ein Auditorium einrichten wollte, sehlte es an Bänken.Geheimrat von Löhr muß einige haben", hieß es. Löhr empfing den neuen Kollegen sehr herzlich.Bänke für die Zoologie? Aber natürlich, so viel Sie wollen!" Ueber eine Leiter kletterte man gemeinsam auf den Boden. Hier war jedoch nichts zu finden. Mitten im Suchen fiel Löhr etwas ein.Doch halt, die Bänke wurden ja alle neulich zerschlagen und ein Ziegenstall daraus gemacht. Ja, das tut nur aber leid!"Mir auch", gestand Vogt, rch tröste mich mit dem Gedanken, daß die Bänke dennoch einem zoologischen Zweck gedient haben."

Er lachte und suchte sein Glück woanders, denn über­raschen konnte ihn dergleichen nicht, hatte Vogt doch seine Jugend in Gießen verbracht und während dieser Zeit in dem anno 1831 verstorbenen Kirchenhistoriker Johann Christian Schmidt bereits ein Original kennen lernen können, wie man es vielleicht nur alle 30 Semester einmal wiederfindet. Schmidt hieß allgemein der Himmelschmidt. In Unterhosen, Schlapp-Pantoffeln und einem grasgrünen, rotgefütterten Schlafrock kauerte er vor seinem Schreibtisch, in der Hand bitte laase» bambünb-^Siubeni^ und neben sich eine

riesige ^ge mit Milchkaffee. Als unentbehrliche Ergänzung faß rhm dabei stets eine große Hornbrille mit achteckigen Gla­sern aufher Stirn. Wurde er um ein Buch gebeten, so ent­wickelte sich die lange, hagere Gestalt, packte den Schlafrock zusammen und stieß eine Tür auf, die zu einem großen Saal führte. Hier lag seine aus mehreren tausend Bänden be­stehende Bibliothek in einem wirren Haufen auf dem Boden herum, was aber von dem Besitzer durchaus nicht als störend empfunden wurde. Schmidt schob nur die Brille herunter unb ging dann mit langen langsamen Schritten um den Stapel herum. Unversehens fuhr er dann zu und zog das gesuchte Buch mit unbedingter Sicherheit aus dem Berg her­aus. Wurde der Band später wiedergebracht, so betrachtete Schmidt ihn aufmerksam und warf ihn dann mit Schwung in den Haufen zurück.

Ueber Schmidts Kollegen, den Theologen Palmer (gestorben 1838), laufen ebenfalls zahlreiche Anekdoten. Ein Kandidat hatte einmal eine Probepredigt gehalten, die von der Fakultät für unannehmbar erklärt wurde.Mir unbe­greiflich", sagte der Kandidat in seiner Not,denn ich muß bekennen, daß die Predigt ein Plagiat ist an dem hochwür­digen Herrn Superintendenten."Jawohl", sagte Palmer, aber die schönsten Passagen ausgelassen!"

Da er auch zugleich Oberschulinspektor war, kam eines Tages ein armer Dorflehrer zu ihm und klagte seine Not. So kann es nicht mehr fortgehen den ganzen Tag über Unterricht, kein Nebenverdienst, acht Kinder itnb nur 60 Gul­den Einkommen. Wenn ich nicht aufgebefsert werde, muß ich elend verhungern."

Palmer wischte gerührt über die Augen.Tun Sie das", rief er beschwörend,tun Sie das! Sie werden Aufsehen erregen, und Ihre Nachfolger werden es besser haben."

Der Senior der Gießener medizinischen Fakultät und der Universität überhaupt, war Ernst Ludwig Wilhelm Nebel (17721854), deralte Nebel" genannt. Man kannte ihn im weiten Umkreis, nicht nur wegen seiner Sammlung von Antiquitäten, sondern auch wegen seines Abscheus gegen den Gebrauch von Wasser und Seife.

Einst sollte ein Maskenball gegeben werden, und Nebel hatte sich vorgenommen, ebenfalls daran teilzunehmen. Er fragte den Hofgerichtsrat Pilger, ob der ihm wohl eine Maske empfehlen könne.

Wasch' Dich!" sagte der andere,kein Mensch wird Dich erkennen."

Die Reise zur Naturforschcrversammlung im Jahre 1829 legte Nebel mit seinem Kollegen Vogt zu Fuß zurück. Dabei kehrten sie unterwegs bei Vogts Schwiegereltern ein. Auch Vogts Söhne waren zu gleicher Zeit eingetroffen, und die Frau des Hauses packte gerade die Ranzen ihrer Enkel aus, als sie empört ausrief:Aber Karl, ich hätte wirklich nicht geglaubt, daß Du solch ein Schwemepelz wärst. Wie kann man ein Hemd so lange tragen, bis es schwarz ist!" Reb^

blickte mit schlechtem Gewissen hinüber und sagte:Erlauben Sie, Frau Hofrätin, das ist ja doch wohl m e i n Ranzen, den Sie da ausp^cken." Verlegene Entschuldigung und unter­drücktes Schmunzeln allerseits, aber Nebel hob sein Glas: Auf Ihr Wohl, Frau Hofrätin! Ich fühle mich hier wie zu Hause ich glaubte meine Frau zu hören."

In Gießen beschäftigte man sich damals sehr viel nm Gänsezucht. Insbesondere zu Martini hingen die Gänse m langen Reihen aus den Fenstern. Da geschah es denn oft, daß die Studenten in der Nacht mit langen Stangen und Haken kamen und die nahrhaften Bögel abschnitten, sodaß am nächsten Morgen wie zum Hohn nur noch die roten Stander vor den Scheiben baumelten. _

Der Professor Johann August v. Grolman (180o bis 1848) hatte seine Gans daher zur Vorsicht nach dem Hof hin­aus hängen lassen, den eine ziemlich hohe Mauer umgab. Dennoch war die Gans -am nächsten Morgen verschwunden. Grolman hatte aber diesmal aufgepaßt und hielt nicht mi seiner Meinung hinterm Berg. Ein von dem Verdacht v ' troffener Student meldete sich schließlich bei dem Prose, | und führte ein gutes Dutzend einleuchtender Gründe an, w halb er unmöglich unter den Missetätern gewesen seinkom - Ich glaube es auch nicht", nickte Grolman,aber ich ha Sie auf der Mauer sitzen sehen." .

Ein weitaus weniger versöhnliches Temperament y Johann Christof Koch, der 17791808 Professor m Gießen war und seine Meinung meist sehr unverblümt zum Arm brachte. Insbesondere mochte er seinen Kollegen Sei i berg durchaus nicht leiden. Eine neue Schrift von ihm digte er mit den Worten an:Die Gießer Duten- um krämcr haben wieder neues Papier bekommen. ~C1 - -

lieferte Senckenberg." , ,

Ein sanftes Gegenstück zu ihm war der aus W T stammende Johann Bernhard Wilbrand 07/. _, Z Er ließ sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und ps g im sicheren Gleichmaß seiner Tage seine Vorlesung . Naturphilosophie mit den Worten zu beginnen. . Haaren! De Philosophie kann nich gelahrt Wd nicy g Warden." Einmal War fast die ganze Studentensch^ iitjf Eröffnungsvorlesung erschienen. Wilbrand fing -. der gleichen Redewendung an. Aber kaum batte ^ beendet, als auch schon sämtliche Hörer "^,^^ werden schwanden, denn wo nichts gelernt und nichts g kann, wollte schließlich niemand bleiben. Dor-

Der Glanzpunkt von Wilbrands an^ lesungen War die Demonstration der Ohrmu. i ^wegen fessors eigener Sohn, der die Ohren hervorrag -nd konnte, mußte dann immer erscheinen, um mi . ' Rotten wackeln ein Vorgang, den der Vater sieh, hxj den einleitete:De Bewächlichkeit kann man besonders Aeffken sehn. Jolios, mach's mal. Aeisken,

Und Jolios wackelte. Ersetz, seitdem das W'

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