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Iulöaer /lnzeiger

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Nr. 120 1933

Fulda, Mittwoch, 24. Mai

10. Jahrgang

K

Adolf Hiller bei den Blaujacken.

Nottenparade vor Adolf Hitler.

Großes Interesse des Reichskanzlers.

Amtlich Wird mitgeteilt: Beim Eintreffen des Reichskanzlers und der übrigen Gäste auf dem UottenflaggschiffSchleswig-Holstein* setzte der KreuzerL e i p z i g" die Flagge der Reichsbehörden und salutierte sie mit 19 Schuß.

An der Flottenübung nahmen teil: das Flotten- l'leqgschiffS ch l e s w i g - H o l st e i n", die Linienschiffe Schlesie n" undHesse n", die KreuzerKönigs­berg* undLeipzig", die 1. und 2. Torpedoboots- Mtille, sowie die 1. Minensuch-Halbflottiüe. Die übuiv M, die in der Kieler Bucht stattfanden, umfaßten ein Scharfschießen auf das FernlenkschiffZähringen* mit «8- und 15-Zentimeter-Geschützen, sowie ein Tag- und Acht-Torpedobootsabwehrschießen. Dem Tag-Weit - Schießen der Torpedoboote wohnten der Reichskanzler imd die Reichsminister, sowie die übrigen Gäste,

an Bord der Torpedoboote

bei. Später schifften sich die Gäste auf den Linienschiffen und Kreuzern ein und verfolgten von dort aus die weiteren Nahübungen.

Die Flottenübungen fanden das größte Interesse deS Reichskanzlers und der übrigen Herren.

Oie Flottenparade.

Am Dienstagmittag fand auf der Kieler Außenförde in Höhe des FeuerschiffesKiel* die vorgesehene Flotten­parade statt.

Ter Reichskanzler und seine Begleiter, die bis dahin an Bord des KreuzersLeipzig* den Übungen bei­gewohnt hatten, stiegen nach dem Abwehrschießen

auf das PanzerschiffDeutschland"

»der. Nach einer Besichtigung des Schiffes während der Nckfahrt kehrten der Kanzler und die übrigen ©äste auf Jen Kr^WrLeip zi g" zurück, während sich die Schiffs- lerbänbe zu der großen V o r b e i f a h r t rüsteten, die >en Abschluß des Flottenbesuchs der Reichsregierung Aden sollte.

An der Vorbeifahrt

nahmen alle Linienschiffe und Kreuzer, Torpedo- und Minensuchboote teil. Von den Ufern der Förde sowie von Dampfern, Barkassen und Booten sahen zahlreiche 2 cha u i ufti g c der Vorbeifahrt zu. Der Reichskanz­ler, Vizekanzler von Papen, Reichswehrminister von Blomberg und die Minister Göring und ür. Goebbels sowie der Chef der Marineleitung und die übrigen Gäste der Reichsmarine waren an Bord des KreuzersLeipzig* versammelt. Die in Kiellinie auf- sahrenden Schiffe, deren Besatzungen auf dem Oberdeck in

Paradeaufstellung mit der Front zurLeipzig"

Wetteten waren, wurden vom Flaggschiff des Flotten- W, dem LinienschiffS ch l e s w i g - H o l st e i n". ge- Wt Es folgten die LinienschiffeSchlesien" und Äef f e n"; ihnen schloß sich das dem Flottenverband noch W zugeteilte PanzerschiffDeutschland* an. Dann schien die KreuzerKönigsberg* ttnbKarls - sth e". Den großen Einheiten reihten sich dann die feinen Verbände an. Der ersten Torpedobootflottille mit neun Booten folgte die zweite mit sieben Booten. Dann folgten die erste Minensuch-Halbflottille mit acht und die Kite Schnellboot-Halbflottille mit fünf Booten. Den Ab­schluß bildeten eine große Anzahl von Spezialschiffen und Heineren Fahrzeugen. Die Vorbeifahrt dauerte eine halbe Stunde, dann setzte sich der KreuzerLeipzig" in hoher «?htt an die Spitze des Geschwaders, um dieses in den Kieler Hafen zurückzuführen.

Im Kieler Hafen

Wurden die Schiffe von den Wassersportlern mit ihren «voten und Segelfahrzeugen feierlich eingeholt.

den Ufern der Förde standen Zehntauseude von Men- welche die Rückkehr der Flotte unb

die Huldigungsfahrt der Wassersportverbäude ^vbacht-ten. Dann kam das PanzerschiffD e u t s ch - and" in Sicht und machte, von den Menschenmengen begrüßt, an der Boje gegenüber der Marine- Wion fest. Bald darauf folgten alle anderen Kriegsschiffe, cn.cn ebenfalls von der Kieler Bevölkerung ein be- üeisterter Empfang bereitet wurde.

Der Chef der Marineleitüng begrüßt den Kanzler.

Während des Essens im Offiziersheim, an dem der '^chskanzler und die Herren seiner Begleitung teil- "Men, gedachte der Chef der Marineleitung, Admiral ^ Raeder, nach herzlichen Worten der Be- an den Kanzler und die übrigen Mitglieder !,, ;,Mitregierung, die als Gäste der Marine in Kiel I des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, des Ge- icklnb le l d m a r s ch a l l s von Hindenburg, unb " ^üt einem dreifachen Hurra auf den Kanzler.

NMitib ist stolz aus feine Blaujacken!

^ Ansprache des Reichskanzlers an die Reichsmarine. AwiV^anzler Adolf Hitler betonte in seiner auf dem Hof der Wiker Kaserne in Kiel vor lt versammelten Truppen:

Es sei eine neue Gemeinschaft entstanden, die alle umfassen werde, die guten Willens seien.In dieser Gerneinschaft", so erklärte der Kanzler,liegt keine Drohung gegen die übrige Welt. Wir wollen den Frieden vielleicht mehr als alle anderen, denn wir brauchen ihn, um Brot für unsere Millionen arbeitslosen Volksgenossen zu schaffen. So groß unsere Sehnsucht nach diesem Frieden ist, so groß ist aber auch unsere Entschlossenheit, dem deutschen Volke das

Reichskanzler Hitler besucht Die Flotte.

Der Reichskanzler wird von einem Schnellboot, das neben derS ch le s w i g - H o l st e i n" angelegt bat, an Bord des F l o t t e n s l a g g s ch i f f e s gebracht.

gleiche Recht und seine Freiheit wieder­zugewinnen. In diesem Entschluß begrüßen wir unser deutsches Volk mit dem Gelöbnis, diesen Kamps als Ver­mächtnis unserer Gruemtiati so lange zu führen, bis wieder ein Deutschland der Ehre und der Freiheit ersteht.

Soldaten der Reichsmarine!

Sie selbst haben große Traditionen zu wahren. Nur zeitige Jahrzehnte haben dem alten Deutschland zur Ausbildung feiner Wehr zur Verfügung gestanden. Diese Jahrzehnte sind von ihm benutzt worden, um das ganze deutsche Volk mit Stolz auf seine Blaujacken sehen zu lassen. Dann kam die Zeit der Demütigung. Und nun hat Deutschland sich w i e d e r g c f u n d c n , um der deutschen Arbeit den Weg zur Freiheit zu bahnen. In diesem Sinne begrüße ich unsere Flotte.

Wenn diese Flotte auch klein ist, so sieht doch ganz Deutschland mit Freude auf sie; denn sic ist der sichtbarste Repräsentant des deutschen Ehrbegriffes und der deut­schen Geltung draußen in der Welt.

Der Kanzler schloß mit einem Appell an die Sol­daten, alles einzusetzen für das deutsche Vaterland.

*

Ehrentage der deutschen Flotte.

Adolf Hitler an der Spitze ein -teil der Reglerungs- Mitglieder in Kiel die deutsche Flotte und die dmrtiche Reichsmarine begrüßte. Denn diese Sonne hat die Nebel- schwaden der Erinnerung an das ganz zerstreut, was^ernst in tiefdunklen Novembertagen von Kiel und den anderen Marinehäfeu her seinen Ausgang genommen hat. Hier loderte die R e v o l t e empor, die sich wie ein ^lugfeuer über ganzDeutschland Hinwegfratz,den letzten verzweifelten Widerstand der stählernen Fronten zerschmelzen ttetz uni St gierigen Flammen alles ergriff, was Deutschlands Ebre und Deutschlands Ruhm bedeutete. In diesem Feuer der Meuterei und des Hochverrats sank aber nicht nur das schwarz-weitz-rote Banner von den Masten der Schiffe, sondern in diesen Flammen zerschmolz auch das Werk eines Tirpitz, die deutsche Flotte selbst und die alte deutsche Marine. Ihre letzte Mannestat war bte Versenkung der deutschen Hochseeflotte in der Bucht von Sc aP a F l o w; zum letzten Mal führte sie einen kaiserlichen Befehl aus, wonach Kriegsschiffe nicht in die Hand des FemdeS -fallen dürften. Grotze Teile des damaligen Deutschland aber hatten jede Empfindung für das tragisch Heroische dieser ~ßt ^as" ist anders geworden. Langsam und in müh­seligem Aufban, immer von neuem auf die übelsten Wider­stünde parteipolitischer und parlamentarischer Art stovend, ist die neue deutsche Reichsmarine empor- aewachsen. Langsam unb in heißem Bemühen aber wuchs sie auch hinein in die Herzen des deutschen Volkes. Jedem parteipolitischen und parlamentarischen Getriebe hielt sie sich ebenso fern wie ihre Schwesternwafsc, die Reichs­wehr Gerade so wie diese aber wurde sie,umschlichen und umschnüffelt vom Mißtrauen derer, bte emst die alte deutsche Marine nicht hatten besiegen können, die v.elmehr ihr in der größten Seeschlacht aller Zeiten, am Skagerrak den Sieg nicht streitig zu machen vermochten FM Gerste jenes Sieqestages und in dem eisernen Wollen eines,mit weit unterlegeneren Mitteln geführten vierjährigen Kampfes gegen eine ganze Welt ist auch Misere junge Reichsruarme erzogen worden, ebenso wie ihre ^ater aus

den Panzerschiffen und den U-Booten unserer früheren Flotte: ZumDienst und zurHingabefur das

Vaterland. ,

Mit Dankbarkeit nicht nur, sondern mit Stolz und Freude hat darum jetzt in Kiel die deutsche Reichsmarine den Mann unb sein Gefolge ausgenommen, der in nimmermüder Arbeit eines Jahrzehnts es erreicht hat, daß alles, was sich an den NamenNovember-Revolution" geknüpft hat, aus Deutschland vertrieben werden konnte. Zum erstenmal auch ist es geschehen seit diesem Tage, daß des Deutschen Reiches Kanzler der Reichsmarine und ihren ach! so wenigen Schiffen einen Besuch abstattet, der mehr als nur ein formeller Besuch sein soll! Die Regierung der nationalen Erneuerung will dadurch den Männern, die auf einem so wichtigen Tei! unserer Landesverteidi­gung die Wacht halten, vor allem sagen und zeigen, wie eng sie sich mit unserer Reichsmarine verbunden fühlt.

Gewaltige Massen des deutschen Volkes, die bei dieser Gelegenheit in Kiel jufammengefirömt waren, haben die Bedeutung dieses Besuches ebenso gefühlt und ersannt wie die Reichsmarine selbst, vom Chef ihrer Leitung bis herab zum letzten Heizer. Das alles ist für das nationale Deutschland eine Selbstverständlichkeit und liegt fernab von jederDemonstration". Zusammen mit dem natio­nalen Deutschland fühlen sich die Männer der neuen Regierung zu enger Gemeinschaft verbunden ebenso mit der Reichswehr wie mit der Reichsmarine. Aber in dieser großen Gemeinschaft, so hat der Reichskanzler auch wieder in seiner Ansprache an die Marine erklärt, liege keine Drohung gegen die übrige Welt; denn wir wollen den Frieden vielleicht noch mehr als alle anderen, weil wir ihn brauchen.

Mit Dankbarkeit und Stolz wird die Reichsmarine auch die Erklärung des Reichskanzlers entgegengenommen haben, daß ganz Deutschland jetzt mit Freude auf seine Flotte sehe; sie sei der sichtbarste Repräsentant des deutschen Ehrbegriffes und der deutschen Geltung draußen in der Welt. Wir haben uns die deutsche Ehre wieder- geholt, die in den dunklen Novembertagen 1918 vcrloren- ging.

Dir Ausgaben der Landsrau im nalionaisoriaiijlischen Staat.

Der Reichsverband und bei Märkische Verband landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine e. V. hielten in Berlin eine öffentliche Versammlung ab, der neben den Vertretern des Rcichsernährungsministc- riums, der Reichswirtschaftsministeriums, des Reichs­arbeitsministeriums, zahlreicher Landwirtschaftskammern aus dem Reiche und der landwirtschaftlichen Organisa­tionen auch die Damen von Papen, Hugenberg und D a r r 4 beiwohnten.

Nach der Begrüßungsansprache sprach Reichs­bauernführer Darre über die Aufgaben der Land­frau im nationalsozialistischen Staat. Er ging davon aus, daß der Liberalismus zu einer fast völligen Auflösung und ständigen Verkleinerung des städtischen Haushalts geführt habe. Eine der verheerenden Folgen dieser Tatsache sei die Sterilität der Städte. Allein oas Land weise heute noch einen Geburtenüberschuß auf. Bei dieser Sachlage komme der Landfrau in erzieherischer Hinsicht eine außerordentliche Bedeutung zu. Dieser Bedeutung werde auch in Zukunft besonders Rechnung getragen werden. Wenn die Organisationen der Landfrau bisher nicht in dem Umfange gleichgeschaltet worden seien wie anderswo, so deshalb, weil die Gefahr bestehe, daß die städtische Hausfrau bett Interessen der Bauern nicht gerecht werde.

Kurze politische Aachrichten.

In der Mitgliederversamnttung des Reichs- Verbandes kommunaler und anderer öffent­licher Arbeitgeberverbände Deutschlands e. V. ist ein Aktiv nsuusschutz zur Durchführung des Führerprinzips gebildet worden. Der Aktionsausschuß hat weitestgehende Vollmachten, die sich auch auf das Recht zur vorläufigen Satzungsänderung erstrecken, erhalten.

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Kronprinz Friedri^ch Wilhelm ist Mitglied des nationalsozialistischen Kraftfahrkorps geworden.

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Die Bestimmungen der Schulordnung über das Tragen von Abzeichen sind vom preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung unter gleichzeitiger Aufhebung entgegenstchender früherer Erlasse dahin abgeänbert, daß den Schülern und Schülerinnen aller dem Minister unterstehenden Schulen gestattet ist, die Abzeichen der nationalen Vereine und Verbände in der Schule zu tragen und Werbeschriften an der Schwarzen Tafel der Anstalt nach Genehmigung durch die Anstaltsleiter anznbringen.

Kleine Leitung für eilige Leser

* Bon herrlichstem Wetter begünstigt, fand die große Flotten­vorbeifahrt vor dem Reichskanzler statt.

* In der Nähe des Bahnhofs Küpperstcg wurden zwei Beamte der Bahnschutzhilfspolizei von einem Arbeitszug über­fahren und getötet.

* In Newyork begann ein Ricscnflandalprozcß gegen das WcltbankhauS J. P. Morgan.