Zuloaer Anzeiger
ErscheintjedenWerktag.Bezugspreis:monatlich ^A^aMa# fiU Anzeigenpreis: Für Behörden, Eenosfenfchaf-
170» Bei Lieferungsbehinderungen durch 'twJWwU ten, Banken usw. kostet die Kleinzeile 0.30 Mk.,
5‘"^ zuIS°-u°SY°llne,al. $ul»aer RttMXM & -WSM-ZZ
Ansprüche. Verlag: Chrrstrgn Seipel, Fulda. Reaktion und Gefchästsstrlle: Königstraße 42 ❖ §en,fprech-^nfchluß Nr. 298» für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Ncch- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachüruck -er mit* versehenen Artikel nur mit <ltzi«llrnangabe.ZulSaer flnzeiger'geflaSet. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.
I!r. 112 — 1933 Fulda, Montag, 15. Mai 10. Jahrgang
Marxistischer Dolchstoß in Danzig.
Landesverrat gegen Danzig.
Sozi und Pole Hand in Hand.
In einer soztaldemokratischen Wahlversammlung in »linzig h'kbt der Parteivorsitzende Brill eine Rede, die eine einzige Beschimpfung und Verleumdung des Nationen Deutschland war. Der Redner wiederholte alle längst widerlegten Greuelmärchen und behauptete u. a., daß die Nationalsozialisten in Deutschland Tausende von sozialdemokratischen Gewerkschaftsfunktionären ermordet ÈâiltH. Danzig müsse unter allen Umständen ein Hort du marxistischen Gewerkschaftsidee bleiben.
Der sozialdemokratische Listenführer, Abgeordneter 8ehl, entwickelte dann ein Programm, wie die Sozial- i dmokratie
mit Hilfe der Polen
legern könne, daß die Nationalsozialisten in Danzig an nie Macht kämen. Er erklärte, daß die SPD. alles Merial" über angebliche Übergriffe der Nationalsozialisten in Danzig sorgfältig gesammelt habe und diese Denkschrift Polen übergeben werde, damit dieses kn Völkerbund zu einem Einschreiten in Danzig zugunsten der Sozialdemokratie veranlaßt. Die Danziger Polen hätten gleichartiges Material gesammelt. Es würde zusammen mit dem sozialdemokratischen Material in Genf dorgelegt werden.
Obwohl Gehl selbst zugab, daß bisher die Ruhe und Ordnung noch nirgends gestört sei, meinte er, daß dies ober vielleicht in Zukunft möglich sei (1). Aus diesem Grunde müsse vorgebaut werden (!!).
Aus diesen Mitteilungen des sozialdemokratischen Führers ergibt sich vollkommen klar, daß es sich um einen gemeinsam
mit den Polen organisierten sozialdemokratischen
Landesverrat
jubelt. Tie Danziger Bevölkerung ist gegen diesen Ver- m des deutschen Danzig an Polen außerordentlich erregt, es wird energisch die Verhaftung und Unrrteilung der sozialdemokratischen Dolchstötzler ge- I-rbert.
Von sozialdemokratischer Seite wurde auch zum Generalstreik aufgefordert. Er soll eine Vergel- tungstnaßnahule der Sozialdemokraten gegen die Über- gebe des Hauses der Freien Gewerkschaften an die NTBO. sein. Gleichzeitig ist die Parole ausgcgcbcn, die Nationalsozialisten und die SA. zu provozieren, um dadurch Unruhen hervorzurufen, damit das von sozialdemo- lratischer Seite geforderte Eingreifen Polens in Danzig zur Tatsache wird.
An der äußersten Disziplin der SA. in Danzig, die den Befehl hat, sich durch keinerlei Provokateure reizen zu lassen, dürften diese sozialdemokratischen Absichten allerdings zuschanden werden.
*
Ble Lcmössvsrraier
unter polnischem Schutz!
Die Polizei an der Verhaftung gehindert.
An Gebiet der Danziger Altstadt kam es verschiedent- üch zu größeren Ansammlungen und Kundgebungen. Als die Polizei einschreiten wollte, flüchtete ein Teil der sozialdemokratischen Demonstranten in das Gebäude der polnischen Post. Während die Demonstranten das Gebäude der polnischen Post ohne Weiteres betreten durften, wurde den Danziger Polizei- deamtcn, die die Demonstranten verhaften wollten, der Zutritt zur polnischen Post verweigert.
Aus den Fenstern deS Gebäudes der polnischen Post Men die Sozialdemokraten dann Schmährufe auf die Polizei aus. U. a. wurde gerufen „Polen gibt uns die Freiheit!" und „Polen gibt uns die internationale Polizei!"
, Im Dan 3 iger Hafe n kam es auf Grund der lozialdMokratischen Generalstreikparole zu
Teilstreiks
während die nationalsozialistischen Arbeiter vollzählig er
schienen waren, fehlten größere Teile der sozialdemokratischen und der kommunistischen Arbeiterschaft. Außerdem streiken die Buchdrucker bei den rechtsstehenden Danziger Tageszeitungen. '
*
Liebedienerei vor dem Völkerbund.
In Danzig formierten Mitglieder der SPD. trotz des dort noch bestehenden Umzugsverbots einen Zug, an dessen Spitze sie ein Transparent vorantrugen, auf dem die Worte standen: „Völkerbund, schütze unsere Verfassung!" Mit diesem Transparent gelang es den Sozialdemokraten, vor das Gebäude des Danziger Völkerbundkommissars R o st i n g zu ziehen. Die Danziger Schutzpolizei schritt sofort gegen die Demonstranten ein und nahm die Hauptanführer und die Träger des Transparents fest.
Dieser offene vollendete Landesverrat der SPD. Danzigs spricht so für sich selbst, daß sich jeder Kommentar hierzu erübrigt. Daß der Volkszorn den zynischen und verbrecherischen Landesverrat hinwegfegen wird, steht außer Frage.
In der Linie dieses unglaublichen sozialdemokratischen Verhaltens liegen auch die Lügen- und H e tz - Meldungen der polnischen Presse. Die Fabrikanten dieser Hetzmeldungen sitzen zum größten Teil in sozialdemokratischen jüdischen und polnischen Redaktionsstuben in Danzig bzw. sind polnische Korrespondenten in Danzig und Warschau.
*
Danziger Marxisten am Pranger.
Der Landesverrat der Gewerkschaftsführer erwiesen. — Schamlose Korruptionswirtschaft ausgedeckt
In Danzig teilte der Leiter der NSBO., Kendzia, auf einer Massenversammlung mit, daß die sozialdemokratischen Leiter der Danziger Gewerkschaften noch einen Tag vor dem völlig fehlgeschlagenen Generalstreik erklärt hätten, sie ließen nicht zu, daß das Vermögen der Danziger Freien Gewerkschaften beschlagnahmt würde. Vielmehr sei bereits der Versuch gemacht worden, sich von den deutschen Gewerkschaften l o s z u I ö s e n und
sich den polnischen Gewerkschaften anzugliedern. Diesem landesverräterischen Treiben sei die NSBO. zu- borgefonunen. Der Danziger Gauleiter der NSBO., Albert Forster, schilderte sodann die unglaubliche Korruptionswirtschaft, die bei den Danziger Gewerkschaften geherrscht habe.
Ganze Kartotheken seien fortgeschlcppt, die meisten Sitten vernichtet gewesen. Bargeld fei bei der Übernahme nicht gefunden worden. Die Kassenbücher seien seit Monaten nicht mehr geführt worden Ebenso waren keine Kassenbelege vorhande»
Es fei ferner zweifelsfrei festgestelü worden, daß sich die Danziger Gewerkschaften mit den polnischen Berufsorganisationen 3 u f a m in e n sch ließen und sich dem polnischen Gewerkschaftsring unterstellen wollten. Diese Mitteilungen riesen in der Versammlung ungeheure E m p ö r u n a und stürmische Rufe wie „Landesverräter". „Pfui Teufel". usw hervor.
Völlige Ruhe in der Freien Stadt
Die Lage in Danzig selbst ist vollkommen ruhig. Die Arbeiterschaft bat der marxistischen Generalstreikhetze kein Gehör geschenkt. Die Arbeit ist überall micoer ausgenommen worden. / Gestreikt haben lediglich die abge- setztcn marxistischen Gewerkschaftsführer! Die Arbeiter haben sich freudig der neuen Gewerkschaftssührung unterstellt. Die sozialdemokratische „Danziger Volksstimme" wurde verboten. Der Beschluß des Völkerbundkommissars Rosting, die nationalsozialistischen Führer anzuerkennen, hat sehr zur Beruhigung beigetragen. Die nationalsozialistischen Führer haben sich Rosting gegenüber verpflichtet, nichts zu tun, was gegen den Frieden und die Wohlfahrt Danzigs verstoßen könnte.
Deutschland im Trommelfeuer.
In jäher Steigerung ist die Abrüstungskonferenz erst einer Krise, dann einer Entscheidung emgegen- gejagt worden, bei der nichts anderes übrigbleiben würde als der Zusammenbruch dieser ganzen Konferenz. Die deutschen Linien lagen und liegen noch unter dem schwersten Trommelfeuer aus allen nur möglichen Richtungen her. Triumphierend verwies der französische Außenminister und Genfer Hauptdelegierte Paul-Boncour darauf, daß die „schwersten B r o ck e n" aus englischen Geschützen stammen. Die Rede des Kriegsministers Hailsham im Oberhaus mit ihren ganz unverhüllten Drohungen gegen Deutschland erhielt ein noch größeres politisches Schwergewicht dadurch, daß das englische Kabinett diese Äußerungen, die der Kriegsminister „als Privatmann" vor dem Oberhaus (!) gemacht hatte, „im allgemeinen" gebilligt hat, obwohl sie die Krise in Genf zu einer dort beispiellos wirkenden Schärfe zu- spitzten. Tas ging aber noch weiter mit dem Stoß, den Paul-Boncour gegen die deutsche Schupo und gegen die Wehrverbände mit Hilfe seiner Trabanten aus dem Osten und Südosten Europas führte und bei dem er die tatkräftigste Unterstützung Englands erhielt, Deutschland aber nur bei Ungarn etwas Hilfe fand. Die ehemaligen Alliierten wollen den Bruch, weil man das Versprechen des Versailler Vertrages, wirklich abzurüsten, nicht erfüllen will, sucht nun aber Deutschland mit der „in o r a l i s ch en" Schuld dafür zu belasten, wenn es in Genf nicht zu einem, alle Mächte bindenden Ergebnis auf dieser Konferenz kommt. Die grobe Arbeit dabei leistet England, und Frankreich erlaubt sich den Luxus — oder ist es abgekartetes Spiel? — nur hier und da Ol ins Feuer zu schütten.
In diese Lage hinein fiel der Entschluß der Reichsregierung, durch den Reichskanzler Adolf Hitler und vor dem Reichstag, vor dem deutschen Volk und damit über Deutschland hinaus noch einmal das zu sagen, was die Welt anscheinend immer noch nicht zur Genüge weiß oder — nicht wissen will. Und des weiteren soll im Reichstag und durch ihn der ganzen Welt gezeigt werden, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheu den Kampf unserer Außenpolitik um die endliche und wirkliche Gleichberechtigung und Sicherheit zu unterstützen entschlossen ist.
Worum geht denn letzten Endes dieser Kampf, für den die Ereignisse in Genf nur eine Phase, einen Abschnitt darstellen? Paul-Boncour und der englische Kriegsminister selbst haben darauf hingewiesen: Es ist der Kampf für und gegen Versailles: Deutschland stürmt an gegen den Buchstaben und den Ungeist jenes Diktats und die Gegenseite sucht unsere nationale Regierung zu demütigen, zur Nachgiebigkeit zu zwingen durch die Drohung, daß ohne weitere deutsche Zugeständnisse t^r Bruch auf der Konferenz erfolgen und dann, wie Boncour sagte, „der Versailler Vertrag weiterhin zur Anwendung kommen würde". Die Gegenseite würde dann auch den ihr außerordentlich willkommenen Vorwand für sich in Anspruch nehmen, überhaupt nicht abzu rüsten oder gar die Rüstungen noch zu verstärken, wozu die Nachbarn Deutschlands durch den englischen Kriegsminister ganz unzweideutig und unmißverständlich aufgefordert wurden. Und eine besonders dringliche Aufforderung nach dieser Richtung hin adressierte er an — Frankreich, obwohl dort von militärisch maßgebender Stelle schon das Wort „Präventivkrieg" ausgesprochen worden ist! Der „deutsche Nationalismus" sei die „Gefahr für den Weltfrieden", schrieb vor kurzem auch der englische „Pazifist" Lord Cecil und bat damit deutlich genug gesagt, wem das Trommelfeuer der Alliierten denn nun eigentlich gilt: dem Willen des deutschen Volkes zu nationaler Erneuerung nach innen,aber a u ch n a ch außen hin. Und dafür hetzt man gegen uns mit allen Mitteln der Lüge und Verleumdung, der Entstellung unserer Worte und Absichten!
Noch einmal sollen im Reichstag und damit vor aller Welt diese deutschen Absichten für die Abrüstung, den Frieden und die Zusammenarbeit mit den anderen Völkern grundsätzlich dargelcgi werden; aber die Welt soll es auch hören, daß das ganze deutsche Volk die Erfüllung dessen verlangt, was her Versailler Vertrag selbst und dann das Versprechen der Großmächte uns zugesagt haben: Eine wirkliche Abrüstung auch der anderen Staaten und eine wirkliche Gleichberechtigung für die militärische Wahrung unserer Sicherheit als Volk und Staat.
Zote WaffensOmuggelzentrale ausgedeckt
K o M IN U N i st c N und Sozialdemokraten beteiligt.
An Klingenthal im sächsischen Erzgebirge sind ausgedehnte marxistische Wafscnschiebungen aufgedeckt morden, die sich über das ganze Vogtland und nach West- neu erstrecken. Kommunisten und SAP.-Leute arbeite- n m drei Gruppen. Sie wurden unterstützt von Kom- ' ü ’” böhmischen Grenzgemeinden.
Aussage der Täter nimmt man an, daß gegen Id n M e n und viel Munition von Klingenthal aus .g^rgeleitet worden sind. Etwa 50 Schußwaffen und ;10 B c Munitionsvorräte hat man im Bezirk Câ^u'hal gefunden. In der Hauptsache sind die f „ ^'hKH mit Geldern der K o m m u n i st i - derlei und der Sozialistischen Arbeiterpartei $ worden. Im Laufe der Untersuchung sind d)j^wncu in Schutzhaft genommen, ein Teil ist später " entlassen worden.
Zur Leitung verschobener Arberiergroschen.
Aufruf Dr. Leys.
Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley , bat folgende öffentliche Aufforderung erlassen: „Die Revision der Kassen und Bücher der Gewerkschaften ha, zu der Feststellung geführt, daß g r o ß c S u m m e n de-: den Gewerkschaften gehörenden Gelder aus Privatkonten, teilweise sogar im Auslande, nmgeschriebcn worden sind. Verschiedene dieser Konten wurden ja bereits beschlagnahmt.
Ich richte hiermit die öffentliche Aufforderung an alle, die an derartigen Überschreibungen beteiligt sind, sich b i s 3 n in 1. Juni spätestens zu melden. Im Falle der freiwilligen Meldung wird die Deutsche Arbeitsfront eine Anzeige unterlassen. 'Die Beteiligten an diesen gesetzwidrigen Schiebungen, die bis zum 1. Juni keine Mcl- dungen abgegeben haben, werden rücksichtslos der schärfsten Bestrafung zugeführt werden."
Kurze politische Nachrichten.
Reichspräsident v. H i n d e n b u r g empfing den neu- ernannten Staatssekretär im Reichsarbeitsministcrium, Oberst a. D. Hierl, den Reichsleiter des Arbeitsdienstes.
*
Reichskanzler Adols Hitler traf auf dem Flug- hafen Bi ü n ch e n - Oberwiesenfeld ein. Er begab sich sofort zu einer Besprechung ins Braune Haus.
*
Das deutsche Linienschiff „S ch l e s i e n" traf in dem südschwedischen Hafen Karlshamn ein. Obwohl der Besuch nicht amtlich ist, bereitete die Bevölkerung den deutschen Seeleuten einen herzlichen Empfang.
Berlin. Die Reichsleitung des NI.-Lehrerbundcs teilt mit: Die in der fünften Folge der nationalsozialistischen Lehrerzeitung vom Mai 1933 erschienene Bekanntmachung, daß nur Parleigenossen in Zukunft Aufnahme in den NS.-Lebrer- bund finden, berühr aus einem Irrtum. Die Mitgliedschaft im NS.-Lehrerbund kann nach wievor jederdcutsche Lehrer zu erwerben suchen.