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Zul-aer Mnzeiger

ÄÄÄÄ Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Len? Banken umtostet Ifo ^ Höhere ^mW Iulüü- Olli ßdUOCtOl * Aulöüèk MtCU&fatt alle anderen^^ Bahnsperre u)w. erwachsen dem Bezieher keine 090 ^k. für auswäâge u. mit 0.60 Mk.

Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-Rnsthluß Nr. 2W für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Rech- Dmck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit * vrrfthenm prüfet nur mit d^tUenangab» .Zuldaer ftazeis»r's«siaatt. nungssteldeng Zahlung innerhalb 8 Tagen.

I. 105 1933

Fulda, Samstag, 6. Mai

10. Jahrgang

Mit Hindenburg und Hitler

Hindenburg in Treue mit Hitler

reude Ausdruck

Vor kurzem hatten die Hindenburg-Aus­schüsse der Oberlausitz an den Reichspräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem sie ihrer Fr..H_ gaben, daß die nationalen Hindenburg-Wähler jetzt mit Hitler gehen könnten, ohne Hindenburg zu verlasseu. Auf dieses Schreiben hat der Reichspräsident nunmehr ge- Miwortet:

um

Das treue Gedenken meiner alten Hindenburg- l Wähler vom vergangenen Jahre hat mich aufrichtig ge- fteui. Gern nehme ich die Versicherung entgegen, daß Sie sch nunmehr auch zur vorbehaltlosen Mitarbeit dem Mne zur Verfügung stellen, der damals im Wahlkampf M Äe Reichspräsidentenschaft mein Gegenkandidat war, md mit dem ich mich nun zur Rettung Deutschlands i n Sme verbunden habe. Möge einträchtige und seMse Zusammenarbeit für das Vaterland, wie in Berlin, so auch im Lande draußen, die Früchte bringen, dieiviralleerhoffen."

Der Reichskanzler hat durch Staatssekretär Lammers ein Antwortschreiben gesandt, in dem es heißt:

Aus dem Schreiben hat der Herr Reichskanzler gern entnommen, daß über dem Osterfrieden des Jahres 1933 für die nationalen Hindenburg-Wähler das Lettwort ge= stauben hat:Mit Hindenburg und Hitler für das neue Deutschland!" Ihr Gelöbnis, an dem Neuaufbau des Teutschen Reiches nach Kräften mitzuarbeitcn, begrüßt der Herr Reichskanzler aufrichtig."

*

Sie Regierung gewährleistet Stabilität der wirtschaftlichen Verhältnisse.

Amtlich wird mitgeteilt:Die Regierung hat alles Interesse daran, daß die Wirtschaft sich jetzt innerlich und ehrlich beruhigt. Alle rigorosen Eingriffe haben zu unter- blân und werden unterbleiben, so daß also die Wirt- S jetzt in der Lage ist, sich aus weite Sicht mit Pro

einzustetten, da die Stabilität der Verhättniffe ihr l lik notwendige Gewähr dafür bietet.

Die Wirtschaft kann also jetzt damit beginnen, g r o ß - ligig zu planen. Der, der schnell und bald damit I i'Mnt, kann der wärmsten moralischen Unterstützung der ' Reichsregierung versichert sein. Es ist vollkommen fehl A Platz, wenn in der Wirtschaft und in Wirtschaftskreisen jetzt irgendeine Nervosität noch herrscht. Nachdem jetzt auch die G e w e r k s ch a f t s a k t i o n durchgeführt wor­den ist, ist im Wirtschaftsleben durchaus eine Konso­lidierung der Verhältnisse eingetreten, so daß die Wirtschaft durchaus in der Lage ist, jetzt ruhig sofort und auf lange Sicht Projekte zu machen."

*

Brennende Fragen des deuischen Arbeiieriums.

Dr. Ley über die deutsche Arbeitsfront.

., Der Leiter des Aktionskomitees zum Schutz der deut- MN Arbeit, Staatsratspräsident Dr. Robert Ley, d. R nimmt imZeitungsdienst" Stellung zu bren- Wben Fragen des deutschen Arbeitertums.

A, irr stellt einleitend fest, daß die deutsche Arbeiter- und Angestelltenschaft innerlich zerrissen und zerklüftet ohn- machüg am Boden gelegen habe. Trotz all ihrer großen Organisationen war sie kein Machtfaktor. Ihre Mammut- i ade hatten keine innere Kraft, und sie sahen ihre einzige Aufgabe zuletzt nur noch in Wohlfahrts- und Versiche- "Ngseinrichtüngen einerseits und

in Bonzenversorgung anderseits. Wie schwerfällig und unbeholfen diese . >rrnen Kolosse gewesen seien, das bewiesen gerade die "eigmsse der letzten Tage. Schön jetzt, so fährt Dr. Ley . ^war es die allerhöchste Zeit zum Handeln. Späte- 'N.einem halben Jahr wären 90 Prozent aller Ge- Zchch"stsorganisationen zerfallen, unb die Arbeiter "gestellten wären um all ihre Rechte betrogen

-lls nächstes Ziel proklamiert Dr. Ley die

^Haltung der finanziellen Leistungen an die Mit-

v glieder.

äste und Ansprüche seien heute bereits gesichert, und ^..ganchert durch die jetzt vorhandene absolute Soft- jei Verbände untereinander. Das zweite Nahziel Einbau der Verbände in die beiden Einheits- b e und damit rücksichtsloser Abbau des auf- ichteir Verwaltungsapparates,

$ Beitragssenkung und Leistungssteigerung.

diese Arbeit schätzungsweise in spätestens sorgfältigsten Vorgehens gelöst haben. Zu Wterfront ^de' ich an der Spitze der deutschen

bj^ einen Arbeiterscnat

' "er beratende Stimme hat, und der von dem deutschen Arbeiterfront berufen wird.

s n ^arnt Dr. Ley davor, die Zeit des Um» Lvh°^u zu mißbrauchen, Tarife zu kündigen, d e r a b z u s e tz en oder Arbeiter unter angeblich Vorwänden zu entlassen. Das sei ganz Sabotage an der großen EMduermrg der

Nation. Der Artikel schließt wie folgt: Bis zum end- gültigen Eingehen in den nationalsozialistischen Stände­staat bejahe ich die absolute

Selbstverwaltung der Gewerkschaftsbewegung.

Diese organische Entwicklung, die durch die herrliche nationalsozialistische Revolution ausgelöst wurde, soll der

Staat nicht vorzeitig hemmen. Denn das, glaube möchten bestimmte reaktionäre Kreise gern sehen.

*

Alle Gewerkschaften hinter Hitler.

ich,

der

Der Leiter desAktionskomitees zum Schutze Deutschen Arbeit", Dr. Ley, begab sich zum Reichs- k a n z l e r, um ihm zu melden, daß alle Arbeiter- und An- gesteütenverbände sich der Führung Hitlers bedingungslos unterstellt haben. Die verantwortlichen Leiter der Ver­

bände erklärten, daß sie alle Anordnungen des vom Führer eingesetzten Aktionskomitees zum Schutze der Deutschen Arbeit befolgen werden.

Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Forster ist zum Führer der Angestellten­gewerkschaften ernannt worden. Er hat die Lei­tung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Ver- bandes, der Verbände des Afa-Bundes, der Verbünde des Gesamtverbandes Demtscher Angestellten - Gewerkschaften, des Gewerkschaftsbundes der Angestellten, des Gewerk- schaftsringes Deutscher Angestellten-, Arbeiter- und Be- anttenverbände und einiger Heinere« Verbände über- nommen.

*

Kundgebung nationaler Arbeiter und Angestellter.

Im Berliner Lustgarten.

Rrmd 100 000 Arbeiter und Angestellte aus den Berliner ißet rieben marschierten im Lustzarten ztl einer großen Kundgebung auf, zu der das Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbeit ausgernfen hatte. Während des mehrstündigen Aufmarsches spielte eine Musikkapelle der Straßenbahner. Das Thema der Kundgebung lautete: Der Sinn der Gewerkschaftsgleichschal - t u M g". Hierüber sprach zunächst der Leiter des Aktions­komitees zum Schutze der deutschen Arbeit, Reichstags-

Korruption ohne Ende

Äeue Enthüllungen über dieFinanz- Wittschast des ADGV.

Wie die NSBO.-Pressestelle meldet, erweist es sich bei der genauen Prüfung der Bücher der Freien Gewerk­schaften und der Arbeiterbank immer mehr, wie notwendig es war, mit starker Hand einzugreifen. Die Verquickung und

engste Verflechtung von Gewerkschaften und sozialdemokratischer Parteipolitik

liegt nunmehr klar auf der Hand. Wenn die Führung der Gewerkschaften eine derartige Verquickung immer be­stritten hat, so ergeben sich Tag für Tag neue Beweise, daß mit- den Arbeitergroschen eine schamlose Miß­wirtschaft getrieben worden ist. Die B e i t r a g s g e l d e r der Gewerkschaftsmitglieder wurden in überreichem Maße den sozialdemokratischen Organisationen wie Reichs­banner und Eiserne Front zur Verfügung g e st e l l t.

Oie Geldgefthäste zwischen AOGB., Reichs­banner und SPÖ.

Unter der BezeichnungFranz Spliedt und Genossen (Post wird abgeholt)" wird bei der Arbeiterbank ein Konto mit einem derzeitigen Bestand von 54 832,84 Mark geführt. Es handelt sich hier um Gelder, die nach dem Verbot des Reichsbanners für dieses unter dem angegebenen Deck­namen eingezahlt tvorden sind. Dieses Konto ist nicht rn der Bilanz des ADGB. aufgefübrt worden. Weiterhin wurde festgestellt, daß im Jahre 1932

der ADGB. an die Eiserne Front 218 374 Mark, an die SPD. 70 000 Mark und an das Reichsbanner in Magdeburg 20 000 Mark gezahlt hat. Die Angestellten der angeschlossènen Gewerkschaften wurden außerdem ge- zwungen, von ihrem Gehalt zn den drei Wahlkänipfen des Jahres 1932 Beiträge je nach Einkommen an die Eiserne Front zu zahlen. Ein vorgefundenes Schreiben des Verbandes sozialer Baubetriebe vom 9 Februar 1933 gibt seine Leistung an die Eiserne Front mit 13 335,30 Mark an. Der Deutsche Hol z - a r b c i 1 e r v e r b a n d leistete 13 631,50 Mark. Andere angeschlossene Gewerkschästen nrußten entsprechend zahlen. Bezeichnend für die Verwendung der finanziellen Mittel des ADGB. ist die Tatsache, daß von Dem monatlichen Eingang der Beiträge seiner angeschlossenen Gewerk- schäften in Höhe von 63 366,70 Mark allein an Gehaltern für 55 Angestellte 25 309 Mark Verwendung fanden. Das «raibt

abgeordneier und Staatsratspräsident Dr. Ley, der u. a. ausführte:

Diese Tage des Erwachens der Nation seien die schönsten seines Lebens. Endlich sei die Sehnsucht vieler opfervoller Jahre in Erfüllung gegangen.Ich versichere euch, Arbeiter und Arbeiterinnen:

Hitler fühlt mit uns und euch!

Noch ist nicht alles Grauenhafte aus den bisherigen Jahren überwunden. Aber eines haben wir überwun­den: den K l a s s e n k a m p f, den K l a s s e n h a ß (stürmischer Beifall). Der deutsche Arbeiter darf nicht ver­ärgert und verbittert beiseitestehen, sondern er muß sich in die neue Front einreihen. Es soll aus dem bedrückten Volk ein Volk der Freiheit und des Stolzes, ein Herren Volk werden. Mit Hitler für Deutschland vor­wärts!"

Der Reichsleiter der NSBO. und Kommissar für den ADGB., Reichstagsabgeordneter Walter Schuhmann, gab dann einen Ausschnitt aus der

bei den Gewerkschaften Vorgefundenen Mißwirtschaft.

Fast keine Gewerkschaft ist ohne irgendwelche Unter» schlagungen vorgefunden worden. Die Bücher befanden sich in schlimm st e nt Zu st ande , die Kassenbelege der letzten drei Jahre waren vielfach überhaupt nicht mehr aufzufinden. Die Verwaltungsgelder wurden auf die Privatkonten einzelner Mitglieder übertragen mit Dent Ziel einer Verschleppung i n s A u s l a n d. Inter­essant war, daß unter den vorgefundener. Dokumenten auch eine Originalanmeldung zur Invalidenversicherung gefunden wurde, wonacb

der Setzer Philipp Scheidemann"

- dieser Mann mit den in den Salons des Kurfürsten­damms verpraßten Rieseneinnahmen einen Unter- stlltzungsantrag wegen seines Alters aus 1,80 Mark pro Tag stellte."

Der Redner schloß unter stürmischem Beifall mit der Forderung, daß sie bisherigen Gewerkschaftsführer strengste Bestrafung verdienten. Schließlich sprach der Landesobmann der NSBO. Berlin und Beauftragter für den Deutschen Metallarbeiterverband, der preußische Land­tagsabgeordnete Engel, über das Versagen der marri- stischen Theorie. Anschließeno gab Dr. L e y bekannt, daß er dem Deutschen Reichskanzler mirteileu konnte, daß die deutsche Arbeiterfront unter seiner Leitung gebildet sei. Er nannte als nächste Aufgabe den Abbau des a u f- geülas eti'en Gewerkschaftsapparates sowie die Senkung der Beiträge und Erhöhung der Leistungen. Etwa in einem halben Jahre werde noch die Verschmel­zung der Christlichen und der anderen Gewerkschaften mit der NSBO. erfolgen. Das Horst-Wcssel-Lied schloß die eindrucksvolle Massenkundgebung.

39 Prozent der eingegangenen Beiträge.

In der Presse wird berichtet, daß au Don Internationalen Gewerkschastsbund 1500 Mark zur Rückzahlung geliehener Gelder abgeführt worden sind. Durch einen Übermittlungs­fehler ist dieser Betrag falsch angegeben worden. Es handelt sich hier um 105 000 Mark.

Das Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbett hat sich durch den Eingriff in die Gewerkschaften für die Sicherung der durch jahrelange Beitragszahlung erlangten Rechte der Gewerkschaftsmitglieder an Renten und Unter­stützung ein Verdienst erworben.

Auch der Konsumverein erhielt Gelder.

Wie sich bei der weiteren Prüfung der Nord­häuser Gewerkschaftskassen herausgestellt hat, siud außer der bereits beim ADGB. festgestellten Mißwirtschaft auch bei auderen Gewerkschaften die Gelder teilweise verschtven- derisch, zum mindesten aber unzweckmäßig verwendet tvorden. So sind u. «.wertvolle Bücher angeschafft worden, die, bereits vor einem Jahre gekauft, bis heute aber noch nicht ausgepackt worden sind. Ganz er- hebliche Gelder haben die Gewerkschaften der S o z i a l e n B a u b e t r i c b e", einer marxistischen Ein­richtung, überlassen. Für die Finanzierung des Nord­häuser Konsumvereins haben die Gewerkschaften laut Quittuugsbuch die Summe von etwa 50 000 Mark her- gegeben.

Vermögen marn-tischer Verbände in Sachsen beschlagnahmt.

Der Reichskommiffar für das Land Sachsen hat be­stimmt: Das Vermögen der aufgelösten kommuni­stischen und sozialdemokratischen Ver­bände sowie aller juristischen Personen, von Vereinen und Gesellschaften, die vorwiegend kommunistische oder sozialdemokratische Parteiziele verfolgen oder fördern oder dies getan haben, wird bis zu einer anderweitigen reichsrechtlichen Reaeluna beschlagnabmt.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Die RcichSrcgierung weist darauf hin, daß jetzt in der Wirtschaft durchaus konsolidierte Verhältnisse cingctreten find, so daß sie auf lange Sicht arbeiten kann.

* Reichöbankpräfident Dr. Schacht ist in Rewyort ein« getroffen.

* Neue Falle n-« Mißwirtschaft bei h«? Freien Gewerk- schäften wurden durch die Nachprüfungen ßeM'estM