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Erste Bauernhelsergruppe in Deutschland.

bereits vom Reichskanzler von Schleicher angekün- ^iale Bauernhilfswerk hat unter der neuen Regierung die Einführung einer sogenannten Landhilse Gestalt benommen«. Der Jungdeutsche Orden ist seit Bekannl- werden dieser Pläne der Auffassung, daß dieser Landhilfe sondere Bedeutung beizumessen ist, wenn sie dazu dient, arbeitslosen Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich für Siedlung umzuschulen. In dieser Erkenntnis hat die Großballei Nordmark des Jungdeutschen Ordens bereits vor Veröffentlichung der amtlichen Richt­linien über die Landhilse die e r st e G r u p p e f r e i w i l - jger Bauernhelser eingesetzt. Die Organisation ieut in der Hand eines Diplomlandwirts. Eine Anzahl kleinerer und mittlerer Betriebe haben sich bereit erklärt, maclernte Arbeiter überzählig einzustellen, d. h. von den- bi^er beschäftigten Arbeitern darf keiner entlassen werden, damit keine Lohndrückerei entsteht. Neben Verpflegung und Unterkunft erhalten die freiwilligen Bauernhelfer ein kleines Taschengeld. Die Soziallasten werden für sie ge- Men. Die feierliche Verpflichtung der ersten Bauern­belfer erfolgte am 8, 3. in schlichtem Rahmen in der Ort- schäft Rabenkirchen.

Der Jungdeutsche Orden, der in 1931 in Preititz bei Rauhen das erste Lager im Freiwilligen Ar­beitsdienst aufgestellt hat, hat somit auch die erste Kolonne freiwilliger Bauernhelfer mit dem ausgesprochenen Ziel praktischer Siedlungsum­schalung eingesetzt.

Die Front der deutschen Revolution.

Me Entschließung der Deutschvölkischen Freiheits­bewegung.

Die bekanntlich in der Schwarz-Weitz-Roten Front kämpfende Deutschvölkische Freiheitsbewegung unter Füh­rung Reinhold Mulles hielt am 18. und 19. März in Ber­lin im Landbundhaus und in den Kammersälen eine sehr stark besuchte Arbeitstagung ab, an deren Ende eine Kund­gebung für die deutsche Revolution stand. Nach dem Bortrag Reinhold Wulles über den Weg zur deutschen Evolution erklärte der für die Führung der Kampffront Schwarz-Weitz-Rot anwesende Major v. Eggan-Krieger. daß er gemeinsam mit der Deutschvölkischen Freiheitsbe­wegung den Kampf der Schwarz-Weitz-Roten Front vor­wärts führen werde bis zum Siege. Die Tagung nahm im Sinne der völkischen Zielsetzung folgende Ent- chlietzung an:

Die zur Arbeitstagung in Berlin versammelten Ver­treter der Deutschvölkischen Freiheitsbewegung geben in Uebereinstimmung mit. der Kampffront Schwarz-Weitz- Rot ihrer Freude Ausdruck, daß die nationale Revolution den Marxismus in Preußen und dem Reich überrannt hat. Cie begrüßen es ferner, daß das Zentrum aus feiner be­herrschenden Stellung verdrängt ist. Das ist aber erst der Anfang einer wahrhaft deutschen Befreiung. Der Kampf gegen Juda und Rom darf nicht in Personenfragen stecken bleiben, er muß grundsätzlich und zu Ende geführt werden. Die D. V. F. B. fordert daher, daß dieser begonnene Kampf um die deutsche Freiheit zur deutschen Revolution vorgetragen wird; die deutsche Revolution hat die Repu­blik zu beseitigen und das Königtum aufzurichten. Erst die Preußisch-Deutsche Krone gibt der Revolution ihre Erfüllung.

In engster Waffenbrüderschaft mit dem Stahlhelm Ed die parteifreie völkische Front ihren Kampf für den neuen Staat, das Ringen um die Vollendung der deut­schen Revolution fortsetzen. Es hat sich gezeigt, daß die Mobilisierung der parteiungebundenen Nationalisten, wie sie sich auch der Vizekanzler v. Papen zum Ziel gesetzt hat, am 5. März die Entscheidung durch das Heranholen der antiparlamentarischen Kräfte im völkischen Lager bei der Abstimmung herbeiführte. In dieser Frontstellung wird sich der Einsatz des politischen Soldatentums im völkischen Lager auch bei dem jetzt beginnenden Ringen um die Ge­staltung des Reiches nationalpolitisch fruchtbar auswirken.

Hinße zu 12 Zähren Zuchthaus verurteilt.

Das Ende eines Sensationsprozesses.

Der frühere Bankier Wilhelm Hintze, der am 23. Oktober 1932 in der Städtischen Oper in Berlin-Char­lottenburg seine Gattin, die Kammersängerin Gertrud Bindernagel, niedergeschosfen hat. ist vom Schwurgericht beim Landgericht III in Berlin wegen Totschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Frau Bindernagel ist einige Tage nach dem Attentat ihres Gatten im Krankenhause, wo sie sich einer Operation hatte unter­ziehen müssen, gestorben.

Hintzes Tat baue seinerzeit nicht gerinaes Aufsehen erregt, zumal da seine Krau eine der besonntesten und angesehensten Opernsängerinnen Deutschlands war. Gertrud Bindernaael stammte aus einfachen, bürgerlichen Verlmlmisien. aber sie hatte sich im Laufe der Kahre durch großen Kleist und durch ihre bewundernswerte Begabung eine erste Stellung in der Bühnenwelt zu erringen gewußt Hintze behauptete aller­dings. Vaß sie ihre glänzende Laufbahn zu nicht aerinaem Teile ihm zu verdanken gehabt habe, da er ihr ein vorzüg­licherManager" gewesen fei und einen großen Teil seines beträchtlichen Vermögens. das er später fast restlos verspeku­liert haben will für sie ausgewendet habe. Von gegnerischer Seite, auf der die Kamille der Sängerin ihre Mutter und ihre beiden Schwestern stand, wurde bemaeaenüber be- haumet, daß Hintze mindestens in den letzten Jahren von den großen Einnahmen seiner Krau gelebt und viel Geld mit anderen Kranen vertan habe Sein eigener Anwalt bezeich­nete ihn im Plädover als einenSchürzenjäger".

Die Ehe HintzeBindernagel war in einer etwas eigenartigen, durchaus nichtbürger­lichen" Weise zustande gekommen Gertrud Bindernagel war mit einem anderen Manne verheiratet Hintze mit einer anderen Kran. Um zueinander kommen zu können, ließen beide sich scheiden, Gertrud Bindernagel, nachdem sie frei­willig das Haus ihres ersten Mannes verlassen hatte und zu Hintze gezogen war. Ihren Beziehungen zu Hintze war ein Kind entsprungen, das später, nachdem Hintze sie geheiratet hatte, legitimiert wurde. Der erste Mann der Bindernaael spielte als ßeuae vor Gericht keine besonders rühmliche Rolle. Er hatte sich die Freigabe seiner Kran mit mehreren tausend Mark bezahlen lassen und ibre^ Juwelen zurückbebalten, um sich, wie er sagte, durch deren Verkauf eine neue Existenz zu begründen

Das Charakterbild des Angeklagten Hintze schwankte in dieser wenig schönen Prozeßaelchichte aar sehr. Einige bezeichneten ibn als einen zwar sehr leichtsinnigen, aber gutmütigen Menschen, während andere behaupteten. daß er brutal und rücksichtslos gewesen fei Gertrud Bindernagel selbst soll ihn bald so bald so gesehen haben: man sagte daß fr sich vor ihm gefürchtet, mor sagte aber auch, daß sie ihn acliebt hab- Ihre Schwestern sprachen von einemdämo­nischen Einfluß", den er auf sie ausgeübt habe Diese Schwestern und «hre alte Mutter erklärte Hintze als seine Todfeinde: sie seien es gewesen, die ihm die Ebe zerstört und feine Kran gegen ihn ansaebetzi hätten Die Schwestern Bindernaael revanchierten sich, indem sie behaupteten, daß Hintze auch ihnen nachgestellt habe

lind nun ist der Vorhang über diesen unerfreulichen Prozeß gefallen, und daâ Leben geht weiter W'Gelm Hintze ist ein bürgerlich toter Mann, und morgen wird kein Mensch mehr von ihm sprechen.

Jias) UN- Kern

O Selbstmord des ehemaligen Chefingenieurs der Nundkunkgesellschaft und seiner Gattin. Ein hervorragen­der Rundfunktechniker, her ehemalige Chefingenieur, der Neichsrundfunkgesellschaft, OberingenieurWalter Schaeffer, und dessen Frau haben sich in ihrer Woh­nung in Charlottenburg mit Gas vergiftet. Schaeffer war von seinem Posten als leitender Ingenieur der Reichs- rundfimkgesellschaft vor kurzem beurlaubt worden.

O Ein Nachspiel zum Lübecker Calmette-Prozesi. In Lübeck beginnt am 20. April ein Prozeß gegen den Berliner Kinderarzt Dr Genter. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung im Zusammenhang mit der Behandlung vonCal- meltekindern". b. h. mit dem Calmetteserum geimpften Kindern. Der Prozeß wird voraussichtlich drei bis vier Tage dauern Das Verfahren stützt sich auf die Aussage

^WN-â MMmMTWoM^ WW«, W^ stäuptet batte, daß Dr. Genter die Einspritzungen nicht rich­tig vorgenommen stabe Zu dein Verkwudiunastermin sind drei Sachverständige und viele Zeugen geladen

() Kohlenoxydgasvergiftungen in einer Elberfelder Fabrik. In einer Elberfelds Fabrik, die Telegraphen- baumaterialien herstellt, ereignete sich ein schwerer Un­glücksfall. Aus einem Ofen entwichen auf bisher noch nicht geklärte Weise Kohlenoxydgase, so daß ein großer Teil der Belegschaft bewußtlos wurde. Die Feuerwehr mußte 17 Personen ins Krankenhaus bringen.

0 Lawiuenunglüü in den Ötztaler Alpen. Eine aus drei Deutschen und drei Tirolern bestehende Touristengruppe wurde in den Ötztaler Alpen oberhalb Gurgl von einer Lawine verschüttet. Drei Personen wurden von den Schneemassen weggerissen. Während sich zwei selbst her ausarbeiten konnten, blieb der dritte, der 26jährige Bank­beamte Dombrowski aus Berlin, verschwunden. Es wurde von Obergurgl sofort eine Hilfserpeditio« geholt, die den Verschütteten nach fünf Stunden tot ausfand.

0 Iudenfeindliche Ausschreitungen in Polen. In einigen Ortschaften des Bezirks Pialvstock kam es zu jubenfeinb^ lichen Ausschreitungen, an denen sich auch Arbeitslose be teiligten. In einigen Fällen mußte die Polizei eingreifen. In Radziwilow kam es zu einem blutigen Zusammenstoß mit der Polizei, wobei zwei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. Insgesamt wurden etwa 25 Personen verhaftet.

Zeitgemätze Betrachtungen.

(Nachdruck verboten.)

Deutscher Frühling.

Der Frühling kam! Er gibt der Hoffnung Raum: Nun wird es wieder befpre Tage geben, es wird nach langem, bangen Wintertraum sich die Natur mit neuer Kraft erheben, daß sich das Dichterwort erfüllen mag: Die Welt wird wieder schöner jeden Tag! Es hat gesiegt der holde Frühlingsglaube und neue Wunder blühen aus dem Staube!--

Und wie die Flur dem Licht entgegenschwellt zur Frühlingszeit zum allgemeinen Segen, so soll der Mensch, vom gold'nen Licht erhellt, mit neuem Mut zu neuem Mut zu neuer Tat sich regen, er trete wieder freudig in die Bahn, was ihn bedrückt, das werde ab­getan, die alten Sorgen werden überwunden und was noch krank ist, soll aufs neu gefunden.--

Ein Frühling kam, erhebend Herz und Sinn, er brachte ni^t nur eine Neubelebung, hoch flutete zu seinem Anbeginn die Welle nationaler Volkserhebung, im Gotteshaus zu Potsdam ist geweiht der erste Reichstag einer neuen Zeit. Da strömten Hundert­tausende zusammen und weithin lohten der Begsist- rung Flammen.--

Und durch die deutschen Gauen hell und weit er­klang und hallte wieder frohen Schalles das Lied, das uns begeistert allezeit, das stolze: Deutschland, Deutsch­land über alles! Und wie ein heiß Gebet klangs über­all: Gott segne unsern greisen Feldmarschall und segne seines Kanzlers starke Führung, Gott segne unser Volk und die Regierung.--

Der Frühling kam, er führt uns heut zurück, heut' denkt manchAlter", der es miterfahren, an Deutsch­lands große Zeit voll Glanz und Glück, war es nicht heut' cor 62 Jahren, und auch am einundzwanzigsten des März? Da kündeten die Blätter allerwärts: Heut' tagt, umsonnt vom lichten Frühlingsstrahle, das neue Parlament zum ersten Male!--

Schon mancher Frühling ging seitdem dahin, denn 62 Jahre sind verronnen, und wieder hat zu Frühlings Anbeginn der Reichstag seine Tätigkeit begonnen. Nun fort mit allem Hader der Partei'n, laßt uns ein einig Volk von Brüdern fein, und jeder Deutsche sei ein Mitarbeiter am Werk, das stark uns macht und frei.-- Ernft Heiter.

häthen Sie in irgendwelchen näheren Beziehungen zu . Dr Andresen zog die Stirn in FastenUnverschämtheit!" pacOie er Aber dann sagte er laut und deutlich:Ich stehe 'n reinerlet Beziehungen zu der Dame, die mich veranlassen lonm«n die Aussage zu verweigern!"

»ach brauche wohl nicht auf die Folgen einer falschen »euaenaugsage unter Eid aufmerksam zu machen!"

»och denke nicht!" Dr Andresen lächelte kalt.

-"'e Richter standen auf und nahmen ihr Barett in die nano. Langsam und ruhig sprach Dr. Andresen die Eides- sormel nach.

»Erzählen Sie, was Sie wissen. Herr Doktor!"

»&b mar zur Zeit des Todes meiner Schwägerin in Ham- Äber ich rveitz, daß Fräulein von Diemen unichuldig

»Womit begründen Sie dieses Wissen?"

. »llamit, daß Fräulein von Diemen mit meiner Schwägerin eng befreundet war und daß sie überhaupt irgendeiner meinen Tat nicht fähig ist!"

wurde Eva-Marie zumute, als ob in einer dunklen die Sterne zu scheinen anfingen. Sie sah Andrsten mit J^fbarfett an. Er fing den Blick auf wie ein köst- Us Geichenk und gab ihn zurück.

e Richter hatten das bemerkt.

~ Also darum! Da mar doch Vorsicht am Platze!

^ das Mädchen fraglos, und die Zeugin Gunter- Ickii^ darre schon eine Bemerkung gemacht, die darauf dieser Doktor sich in die Angeklagte ver- br»?^ Überzeugung in Ehren, Herr Doktor, aber mir ^.^eie! Haben Sie die?"

einÄr e? ' Nein, vorläufig noch nicht. Aber vielleicht '"-Erklärung?"

»und die wäre?"

?°-â zu wissen, daß diese ganze Anzeige eine Ge- Jeit lstl Die Erfindung eines rachsüchtigen Menschen." meinen Sie damit?"

mann, Hausdame meines Bruders. Fräulein Gunter- WnfJ e Schwägerin zog Fräulein von Diemen vor.

und Sticheleien von feiten Der qa- wrl^ * Werin gegen das fange Manchen kamen haarig

Zur Sache, Herr Doktor! Nur Tatsachen, nicht Ver­mutungen können hier dienen. Wisfen Sie. wohin der ent­wendete silberne Kasten gekommen ist?"

Ich weiß überhaupt nichts von Diesem geheimnisvollen Kasten. Ich habe ihn weder gesehen, noch ist mir bekannt, daß ein solcher existiert hat! Auch mein Bruder weiß nichts davon. Ich halte dieses ganze silberne Geheimnis für die Er­findung der rachsüchtigen Person. Dieser Guntermann!"

Die Zeugin Guntermann hat unter Eid ausgefagt. daß es ein solches Kästchen im Schreibtisch der Toten gegeben hat!"

Der Richter rief Eva-Marie heran. Der Verteidiger blickte Dr. Andresen ermutigend an. Wenn Die Angeklagte nun da­bei blieb, würde sie wegen Mangels an Beweisen freige= sprachen Der Ning konnte ja wirklich geschenkt sein! Nie­mand vermochte das Gegenteil nachzuweisen.

Angeklagte! Hat es ein solches Kästchen gegeben oder nicht?"

Jal" gestand Eva-Marie.

Und haben sich Schmuck und Geld darin befunden?"

3a!"

Und Sie haben in jener Nacht diese Kassette aus dem Schreibtisch genommen?"

Ja!"

^Wußten Sie nicht, daß dies Diebstahl ist?"

Ich habe damit feinen Diebstahl begangen!" verteidigte sich Eva-Marie

Wie durften Sie denn Diese Wertsachen aus dem Schreib­tisch nehmen? Sie gehörten doch den Erben. Herrn Andresen und keiner Tochter"

Nein, sie gehörten nur Frau Andresen! Und ich hatte von ihr den Auftrag, diese Sachen fortzubringen!"

Wohin?"

Ich sollte sie jemandem aushändigen. Es befanden sich auch Briefe in Dem Kästchen."

So und an wen haben Sie die Sacken /abgeliefert?"

Ich habe sie nickt abgeliefert!"

Warum nicht?"

Weil ich--weil ich Den Betreffenden noch nicht ge­funden habe!"

Hm na, sehr merkwürdig! Wie ist der Name des­selben?" Eva-Marie schwieg verzweifelt.

Der Name!" Drängte der Richter.

Ich kann ihn nicht sagen!"

Warum nicht?"

Weil ich es Frau Renate versprochen habe!"

So! Das scheint «ehr durchsichtig! Und der Brillankring?" Den halte mir Frau Andresen zum Andenken geschenkt!"

So wann Denn?"

Lange vor ihrem Tove!"

Aber er befand sich doch in Dem Kästchen?"

Ich habe Den Ring bei Lebzeiten Frau Andresens nicht getragen weil Die Pflegerin stets neidisch war. wenn Frau Andresen nur etwas Freundliches tat! Darum habe ich ihn verwahrt gelassen."

Er sollen noch ein foftberec indisch« Sltmi'arfen und echte

Perlen in Der Schmucktruhe sich befunden haben. Stimmt das?"

Ja, exotischer Schmuck, Armreifen und Perlen waren Darin Ob es kostbare Stücke waren, kann ich nicht be­urteilen "

Und Sie wollen nicht sagen, wer der Empfänger oder die Empfängerin Der Sachen ist? Das könnte Sie unter Um­ständen entlasten."

Eva-Marie wh hilflos auf Den Richter und brachte fein Wort über die Lippen Herrgott, Herrgott wie 'eilte Das enden? Gäbe sie Renates Geheimnis preis, würde sie ihr Ehrenwort brechen, unD wer weiß, ob es ihr half! Sie konnte durch nichts beweisen, daß Geld und Ring, Die man be- ihr gefunden, ein Geschenk Renates maren! Und man würde sie doch verurteilen! Mangel an Beweisen hatte sie vor derStrafe für den Giftmord geschützt. Den sie nicht begangen hatte. Mangel an Beweisen, Das war das Höchste, was auch hier noch werden konnte. Und das war gleichbedeutend mit dem Fortbestehen des schimpflichen Verdachtes. Der Schande!

Noch einmal verhörte man die Zeugin. Fräulein Gunter­mann. Sie trug ein elegantes Halbtrauerkostüm und iah iehr würdig darin aus. Mit g'eichmäßiger Liebenswürdigkeit be­antwortete sie Die gestellten Fragen, mit unerbittlicher Schärfe wiesen ihre Antworten auf Eva-Maries Schuld.

Eva-Marie stand bleich und still.

Dr Andresen wurde zur Ordnung gerufen, denn er hatte eine halblaute Aeußerung getan, die sich wieKanaille" an= hörte. Aber Fräulein Guntermann, der es sonst stets eine Genugtuung geschienen hatte, beleidigt zu sein, die mit wahr­lich meisterhafter Mimik das Gekränktsein spielen konnte, blickte freundlich und liebenswürdig um sich.

Sie haben uns nichts weiter zu lagen? Nichts richtig- jufteüen?" fragte der Richter die Angeklagte.

Eva-Marie schwieg

Ich möchte Ihnen einen guten Rat geben! Verraten Sie uns "bis zum nächsten Termin den Namen und die Adresse jener Person, an die Sie einen Auftrag der verstorbenen Frau Andresen zu bestellen hatten oder lagen Sie uns. wo das betreffende Kästchen sich befindet, damit wir. uns auf Grund des Inhalts von der Wahrheit Ihrer Auslagen über­zeugen können Wenn Sie das nicht tun, wird das Urteil auf vorsätzlichen Diebstahl unter erschwerenden Umständen lauten und ein paar Monate Gefängnis bringen. Heute kommen wir nicht weiter. Die Verhandlung ist geschlossen!"

Eva-Marie bewegte die blaffen Lippen, aber kein Ton war vernehmbar

Die Beamten ichoben die Angeklagte hinaus. An der Tür stand Dr Andreien Er hatte sich 'vorgedrängt, um ihr in Die Augen sehen zu können, ihr ein ermutigendes Wort zu­zurufen er wußte selbst nicht, was er eigentlich wollte.

Aber sie iah ihn mit großen, leeren Augen an. wie einen Fremden Ihr Blick zeigte nichts von einer Gemeinsamkeit des Denkens

Eva-Marie!" rief der Arzt verzweifelt aus, alles um sich her oergeffend.

(Fortsetzung folgt.)