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Eichen, 13. März. (KommurriftischeFlugLlät- ter gefunden und beschlagnahmt.) Auf der Landstraße Gießen Leihgestern wurden am Samstag früh mehrere Hundert kommunistischer Flugblätter gefunden, die von der Polizei alsbald beschlagnahmt wurden. In Ber­folg dieses Fundes wurde von der Gießener Kriminalpolizei eine Haussuchung in Leihgestern vorgenommen und dabei ein Gummiknüppel beschlagnahmt.

Frankfurt a. M^ 14. März. (Eine Aktion des Frankfurter National - Sozialistischen Aerztebundes.) Im Laufe dieser Tage wurden die Büroräume des Aerztebundes für freie Arztwahl e. B. Frankfurt a. M. und der Kassenärztlichen Bereinigung Frankfurt a. M. und Maintaunus von dem Nationalsozia­listischen Aerztebund besetzt und die derzeitige Leitung ihrer Posten enthoben. Irgendwelche Aenderungen der Tätig­keit gegenüber den Krankenkassen sowohl als auch gegen­über den Aerzten treten vorläufig nicht ein, bis eine ordentliche Generalversammlung eine endgültige Regelung herbeigeführt hat.

Mörfelden, 14. März. (SA. - Hilfspolizei i n Mörfelden.) Zur Sicherung der Ruhe und Ordnung in Dkörfelden, das bei der Reichstagswahl am 5. März noch eine kommunistische Mehrheit von 53,6 % aufwies, wurde ein 20 Mann starkes Kommando der Hilfspolizei aus Groß-Gerau nach Mörfelden gelegt. Die SA.-Leute wurden im Rathaus und in der Krone untergebracht. Auf dem Rathaus wurde die Hakenkreuzflagge gehißt. Einige Unterführer der KPD. wurden festgenommen, während die Hauptführer, unter ihnen auch der ehemalige Bürgermeister Landtagsabgeordneter Zwilling, flüchtig sind.

Gewknnauszug

S. Klasse 40. Preußisch-Süddeutsche Slaals- Lotter».

Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

30. Siebungstag 14. März 1933

In der heutigen Schlußziehung wurden Gewinne über 400 Mark

2 Gewinne zu 3000 M. und 2 Prämien ,u 500000 M. auf Str. 275882 Lerner fielen-

10 Gewinne in 3000 M. 4760 69111 213181 318368 389696

14 «ewinne i» 2000 M. 8987 78392 180835 188161 293260 317934 386944

40 Gewinne in 1000 M. 20970 31889 111693 129855 134680 149747 179138 210495 233110 259013 263715 279343 294840 295037 310696 318169 335373 339991 341825 366753

68 Gewinne »U 500 M. 12786 21232 34176 64257 75800 80361 83476 104843 131687 137309 143524 157777 192975 207191 209150 251392 267705 272717 274019 27 7512 278491 278335 285216 293768 296782 300738 300798 309057 322749 337621 354387 357578 384705 395254

Echluhp ämic«.

Auf iede ge ogene Stummer sind zwei Prämien zu le 3000 RM gefallen, i nd zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II:

4701 14121 15744 32496 34956 45483 48556 53282 56518 60606 71304 72312 79634 95704 102779 113272 161679 165389 177664 185773 187012 193633 209730 216890 231355 232385 234496 253427 255006 263208 264158 270962 283944 289Q54 289414 292478 309222 310331 318705 323815 324347 331428 349194 351921 352611 381912 385789 389182 390671 392034

Die Ziehung der '.Klasse 4l. Preußisch-^üddontsch n (^7. P <» ßisch.nj Staats-Lotterie fi det am 21. und 22. April 1933 statt

den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, daß sie, schützt aus Mitarbeit eines großen Stabes weltberühmter Wissenschaft^ und ärztlicher Kapazitäten, Radiumpräparate herstellt und d/ fiert, die von der ganzen Fachwelt als ein Produkt mit str°,,'

S Fachwelt als ein Produkt mit streik an, daß die Präparate derRadium seriöser und wissenschaftlicher Grundlage angesprochen werd?, chema" den amtlichen Prüsungsinstituten verschiedener Staaten unterliegen und auch in Deutschland von der Physikal. TeM Reichsanstalt, Berlin, geprüft werden, so daß ihre Echtheit uih Qualität in jeder Hinsicht garantiert ist. Welch ein Segen der leidenden Menschheit aus den St. Joachimsthaler Präparaten erwachsen ist, das beschwören Tausende ehemals schwer leidender Menschen, die speziell da, wo menschliche Hilse am Ende ihrer Kunst angelangt war, durch ein echtesRadiumchema-Präpaiat« ihre Gesundheit ganz oder doch zum größten Teil wieder er­langt haben. Den Zweiflern und Ungläubigen können wir jederzeit gern den Beweis dafür aus nächster Nähe erbringen indem wir ihnen aus Fulda und Umgebung genügend Mitbürger und Landsleute nachweisen, die den Segen eines echten St Joachimsthaler Präparates am eigenen Leibe erfahren haben und die Wirkung jederzeit gern und freudig bestätigen werden Wir möchten jedoch ausdrücklichst betonen, daß auch DieRadium- chema-Bräparate" kein Allheilmittel darstellen, sondern nur bei den dafür in Frage kommenden Krankheiten ihre Wirkung ent­falten.

Auch in Fulda hat dieRadiumchema St. Joachimsthal" eine Beratungsstelle errichtet, welche jedermann kostenlos mit Rat und Tat zur Seite steht. Kostenlose Auskunft und faibgemäne Beratung auf Grund genauer ärztl. Diagnosen erteilt §etr Erwin Mankiewicz, Fulda, v. Schildeckstr. 15, Tel. 2427 Sprechst. täglich von 911 Uhr."

Vermischte Nachrichten

Festnahme von Magistratsmitgliedern in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main. Ein Versuch der Polizei, den Frank­furter Oberbürqermeister Dr. Landmann in Schuybasl zu nehmen, um ibn gegen envaige Tätlichkeiten erregter Bevölke- rungskreise zu schützen, mißlang, da Dr. Landmann nicht mehr in Frankfurt weilt Sein Aufenthalt ist unbekannt. Dagegen wurden nach einer Magistratssitzung im Natdaus Bürger­meister Dr Schlosser, der der SPD angebört, und der Dezer­nent der Schulwesens. Stadtrat Dr. Keller «Ttaatspartei), von Kriminalbeamten in Schutzhaft genommen.

Todesstrafe für einen Raubmörder.

Leipzig. Das Leipziger Schwurgericht verurteilte den 3Üjäbrigcn Händler Fritz Kunze aus Benndorf bei Frobburg wegen Mordes in Tateinheit mit Raub zum Tode. Das Ge­richt hielt den Angeklagten für überführt, am 10 November 1932 in der Burgaue, einem Waldteil an der preutzisch- sächstschen Grenze, zwischen Wahren und Leutzsch, den Kraft- wagcnhandelsvertreter Sonnenkalb ermordet und beraubt zu haben.

Kommunistischer Kurier verhaftet.

Witten a. v. Ruhr. Wie das Wittener Tageblatt meldet wurde durch die Stahlbclmdilsspolizei ein berüchtigter und längst gesuchter kommunistischer Kurier in dem Augenblick ver­haftet, als er mit wichtigen Nachrichten zu seinen Auftrags» gebern nach Eisen fahren wollte. Der Verhaftete war im Besitz gefälschter Ausweise einer SS.-Formation und hatte eine voll- Närdrge SS.-Uniform.

Die Bürgermeister von Bonn und Bad Godesberg beurlaubt.

Bonn. Der Oberbürgermeister von Bonn, Dr. Lürken, ist beurlaubt worden. Wie weiter verlautet, ist auch der Bürger­meister von Bad Godesberg beurlaubt worden.

Verlängertes Verbot der SPD. Presse auch in Oldenburg.

Oldenburg. Das oldenburgische Staatsmittlsierium hat die gesamte sozialdemokratische Treffe um weitere 14 Tage ver­boten.

Diplomlanvivirt Trumpf im NSDAP.-Amt für Agrarpolitik.

Hannover. An Stelle des bisherigen Referenten für land­wirtschaftliches »Genossenschaftswesen des Amtes für Agrar­politik der Rcichslcitung der NSDAP., Verwaltungsdirektor Beinziger-Iena, ist Generalsekretär Diplomlandwirt Trumpf getreten.

Mord und Selbstmord.

Hamburg. In einem Hotel der inneren Stadt verübte ein Ehemann Selbstmord, nachdem er seine Frau durch Schläge aus den Kops getötet hatte.

Bier englische Fischer ertrunken.

London. Im Fluß Tees bei Port Clarence sind vier Irakische Fischer ertrunken. Sie waren mit ihrem kleinen Fischerboot im Sturm gekentert.

Geschäftliches.

Reines Radium und Radium-Schwindel.

Von der Bezirksdirektion derRadiumchema 6t Joachims­thal" wird uns geschrieben:

Die in Nr. 54, Ausgabe v. 5. März 1933, derFuldaer Zei- rung, sowie auch die in einigen anderen Tageszeitungen von einem anonymen Artikelschreiber gemachten Aussührungen unter dem TitelRadium-Schwindel" sind mangels Grenzziehung zwischen Wahrheit und Schwindel geeignet', Mißverständnisse Hervorzurusen und bedürfen wegen der Schlußfolgerung des Schreibers, daß sich alles, was sich mit dem WortRadiuni" betitelt, auf gewinnsüchtigen Schwindel aufbaut, dringend der Ergänzung.

Die Warnung des Verfassers vor jener gewissenlosen Indu­strie, die mitRadium-Tee",Radium-Malzpulver",Radium- Schokolade" usw., sowie auch durch imitierteRadium- Kompressen" undRadiumtrinkapparate" das Volk begaunert, ist nur zu angebracht und kann nicht nachdrücklichst genug be­tont werden. Es ist jedoch vollkommen falsch, wenn der Ver­fasser auf Grund dieser äußerst bedauerlichen Tatsachen zu der irreführenden Ansicht gelangt, daß alles, was auf dem Namen Radium" beruht als gewinnsüchtiger Schwindel beurteilt wer­den Muß. Zur Beseitigung jenes Irrtums sei deshalb darauf hingewiesen, daß dieRadiumchema St. Joachimsthal" nicht mit den bekämpften Schwindelfirmen zu verwechseln ist. Die Radiumchema St. Joachimsthal" ist eine Gründung der Prager Gesundheits- und Arbeitsministerien und wird auch dauernd von diesen Ministerien kontrolliert und verwaltet; sie ist also ein staatliches Unternehmen. 6t Joachimsthal ist bekannt als der Geburtsort des Radiums, und dieRadiumchema" ist rest­los im Besitze der dortigen Radiumfundgruben, weshalb sie auch der einzige Herstellungsort von reinem Radium-Element in ganz Europa ist. Ferner ist durch wissenschaftliche Unter­suchungen und gerichtliche Entscheidungen einwandfrei erwiesen, daß St. Joachimsthal die stärksten Radiumquellen der Welt be­sitzt.

Gegenüber der Radiumbestrahlung, die hier nicht zur Erör­terung steht, hat die Radiummikro- und Emanationstherapie ein weit größeres Applikationsgebiet und bildet nach Prof. Dr. Eudzent, Berlin (siehe fein Werk:Die Radiumtherapie"^ heute einen in sich fest gegründeten u. unentbehrlichen Teil des therapeutischen Rüstzeuges des Arztes". Die Kompressen und Emanationsapparate derRadiumchema St. Joachimsthal" haben sich in der kurzen Zeit ihrer öffentlichen Anwendung in der Fach- und Laienwelt auf Grund ihrer enormen, manchmal staunenswerten Heilerfolge nahezu Weltruf erworben, Heil­erfolge, die nicht auf dem SchlagwortRadium" oder auf dein Preis, sondern einzig und allein auf der zweckmäßigen und einwandfreien Dosierung von reinemRadium- Element" beruhen. DieRadiumchema-Erzeugnisie" sind ein in jahrzehntelanger, zäher Forscherarbeit errungenes, genau be­rechnetes und streng wissenschaftliches Ergebnis, wofür die For­schernamen jener weltbekannten Professoren wie: Eudzent, La­zarus, Laqueur, Stoklasa, Falta, Markl u. a. m., die beste Ge­währ bieten. Mit vollem Recht kann also dieRadiumchema"

M^" Der heutigen Auflage liegt ein Prospekt der Herrenschuhfabrik Lingel-Erfurt bei, worauf wir besonders hinweisen. Lingel ist die größte Modenschuh-Fabrik Deutschlands, die sich auf die Herstellung von Herren- Schuhen spezialisiert hat. Den Alleinverkauf für Fulda hat Josef Frohnapfel, Marktstr. 6.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung,

Die öffentliche Sitzung des kommrssarischen Kreisaur- schusses zur Feststellung des Ergebnisses der Kreistagswah! und der in den Kreistag gewählten Abgeordneten finde am Donnerstag, den 16. März, ds. Js. vormittags 10t; Uhr im Sitzungszimmer des Kreisausschusses statt.

Fulda, den 13. März 1933.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Frh. v. Eagern.

Bekanntmachung.

Das Wahlergebnis der am 12. März 1933 stattgefunde­nen Stadtverordnetenwahl ist gemäß § 77 der Gemeinde- wahlordnung wie folgt festgestellt worden:

Es wurden im ganzen 14 891 gültige Stimmen abge­geben. Davon entfallen auf den Wahlvorschlag

1 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter­

partei (Hitlerbewegung) 3 500 Stimmen

2 Sozialdemokratische Partei 702

3 Kommunistische Partei Deutschlands 540

4 Zentrumspartei 8 293

5 Kampffront Schwarz-Weiß-Rot 164

10 Evangelische Einheitsliste 796

11 Liste Mihm, christlich-sozial 896

Die nach § 77 der Eemeindewahlordnung vorgenom­mene Verteilung der Sitze hat folgendes Ergebnis: Zentrumspartei 19 Sitze

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei

(Hitlerbewegung) 8

Liste Mihm, christlich-sozial 2

Sozialdemokratische Partei 1

Kommunistische Partei Deutschlands 1

Evangelische Einheitsliste 1

Gegen die Gültigkeit der Wahl kann jeder Wahlberech­tigte binnen zwei Wochen nach der Bekanntmachung beim Magistrat Einspruch erheben.'

Fulda, den 15. März 1933.

Der Magistrat: Dr. D a n z e b r i n k.

MWUMMMMUnMUMHMHHHMMM^^

Verantwortlich für die Schriftleitung: Christian Seipel

1000 Jahre Deutsches Reich.

Heinrichs L Sieg über die Ungarn.

Am 15. März 933 schlug Heinrich L, König der Deutschen, bei Niade (wahrscheinlich Ritteburg bei Ariern an der Unstrut) die Ungarn, die mit großen Reiterscharen in Thüringen und Sachsen eingefallen waren, und machte durch diesen glänzenden Sieg das Deutsche Reich für lange Zeit frei und unabhängig. Ungarische und slawische Heerscharen hatten bis dahin das Reich immer wieder verwüstet, und Den Ungarn mußte schließlich ein jährlicher Tribut zugesagt werden. Dieser Tributzahlung machte Heinrich durch den Sieg und durch einen kräftigen Grenz­schutz er schützte durch umwallte Zufluchisplätze, durch Burgen, vor allem die am meisten bedrohten Marken vom Harz und der Oker bis zur Elbe ein Ende, und da er außerdem durch eine kluge, vorsichtige Politik dem drohen­den Zerfall des Reiches vorgebeugt und die auseinander- strebenden deutschen Stämme, die Franken und Sachsen, die Schwaben und Bayern und Lothringer, geeinigt hatte, hat man ihn nicht mit Unrecht den eigentlichen Begründer der Reichseinheit genannt.

Man kennt diesen Heinrich (der Name bedeutet Fürst des Hauses", Heimrich) in der Geschichte unter dem Namen Heinrich der Vogler oder der Finkler. Er soll mit dem Vogelfang beschäftigt gewesen sein, als die fränkischen Großen zu ihm kamen, um ihm die Krone anzubieten (Herr Heinrich saß am Vogelherd . . ."). Noch jetzt heißt der Ort in der Nähe von Quedlinburg, wo dies geschehen sein soll,der Finkelherd". Es handelt sich hier aber wahrscheinlich um eine Sage, die erst im 12. Jahrhundert ausgezeichnet wurde. Siebzehn Jahre lang hat Heinrich über Deutschland regiert. Am 2. Juli 936 ist er in Memleben an der Unstrut gestorben. Seine Gemahlin ließ ihn in der Kirche des von ihm selbst ge­gründeten Klosters zu Quedlinburg beisetzen. Durch die Einrichtung der festen Burgen, von denen viele später Städte geworden sind, so daß man Heinrich auch den Städtegründer" genannt hat, durch die Neubildung eines neben dem alten Heerbann rasch aufzubietenden Reiterheeres und durch die Abschaffung der schmachvollen Tributzahlungen hat sich dieser König der Deutschen um Deutschland unvergängliche Verdienste erworben, Ver­dienste, an die anläßlich der 1000. Wiederkehr des ruhm- reichLU Schlachttrgss von Risd e «Mnsrt werden mußte.

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