Stimmen aus dem Leserkreise
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Unter der Ueberschrift „Wenig würdig" behandelte die „Fuldaer Zeitung" dieser Tage einen von Herrn Stahl- helm-Kreisführer Reichard an Herrn Chefredakteur Dr. Kramer gerichteten Brief. Der der Brief in der „Fuldaer Zeitung" nur auszugsweise veröffentlicht wurde, bittet uns Herr Reichard, um einer falschen Meinungsbildung vorzubeugen, das betreffende Schreiben vollständig zu veröffentlichen:
R e i ch a rd , Kreisführer des Stahlhelins.
Fulda, den 7. 3. 33.
Dem Chefredakteur der Fuldaer Zeitung Herrn Dr. Johannes Kramer,
Schweinemarkt, Fulda.
Sehr geehrter Herr Kramer!
Sie haben es für nötig gehalten, mich abermals als Stahlhelmführer in Ihrem Blatt zu bespötteln. Daß Sie mich bekämpfen, ist Ihr gutes Recht, ja, ich wäre abbaureif, wenn ich Ihre Zufriedenheit erlangte. Abe' bleiben Sie bitte sachlich und frei von allen höhnischen und hämischen Anspielungen und Gehässigkeiten, wenn Sie Wert darauf legen, weiter die Fuldaer öffentliche Meinung zu beeinflussen. Erfolgt noch so ein hundsgemeiner Angriff wie der letzte gegen mich, sind Sie am längsten Redakteur gewesen. Leute, die den hohen Beruf eines Führers der Öffentlichkeit so mißbrauchen, wie Sie es bisher stets beliebten, dürfen in Zukunft nicht mehr Zeitungsredakteure sein. Seien Sie versichert, ein solches Gesetz zur Entgiftung der Atmosphäre in Deutschland kommt, und es trifft Sie zu allererst, wenn Sie nicht endlich dies elende, gehässige Hetzen
unterlassen.
Mit ergebenstem Gruß
(gez.) Reichard.
Erwiderung
des Stadtverordneten Ehser an Herrn Dr. Weymar.
Herr Syndikus Dr. Weymar kam vorgestern in dieser Zeitung in einer Weise auf meine Ausführungen in der Versammlung am Mittwoch zurück, daß ich zu einer klarer Erwiderung gezwungen bin.
Er meinte, er habe seinerzeit notwendigerweise mit dem Zentrum gehem muffen, weil wir Nationalsozialisten ihm die Stimme versagt hätten. Damals war der Pg. Rhode der einzige nationalsozialistische Stadtverordnete. Es wird doch wohl kein Mensch im Ernste glauben, datz^es
Herrn Rhode hätte zugemutet werden können, Herrn Dr. Weymar in den Magistrat zu wählen.
Dann wirft Herr Dr. Weymar die Belange des Evgl. Lyzeums in die Debatte. Ja das ist es: Diese sogenannte evangelische Liste ist offenbar eine Liste, die sich um die Interessen an dieser Schule gruppiert. Day beweisen die Namen der Kandidaten: An evstkr Stelle der Direktor dieser Schule an dritter Stelle der Hausverwalter.
Ist denn die Frage der Rettung Deutschlands u n d Fuldas eine Frage des Evangelischen' Lyzeums'?
Das Evangelische Lyzeum wird auch von der Nationalsozialistischen Fraktion im Fuldaer Stadtparlament genau so wie das katholische bekommen, was ihm zusteht, davon ist jeder (Evangelische überzeugt. Und es ist nicht notwendig, unehrliche Kuhhändel abzuschließen, wie sie Dr. Weymar unter Benutzung des Lyzeumsmomentes tatsüch- lich mit dem Zentrum abgeschlossen hat.
Es ist sogar sicher, daß unter der Regierung Hitler, Vie Schulverhüllniffe so gestaltet werden, daß eine Einrichtung "ve das Evangelische Lyzeum, das unter der bisherigen Mißwirtschaft bestimmt eingegangen wäre, erhöhten bleibt. Unter allen Umständen ist es das Dümmste, Hitler durch eine Eigenbrödlerliste in den Rücken zu fallen.
Karl Ehser, Stadtverordneter.
Vom Evangelischen Stadtausschuß
wird uns geschrieben: „In einem Flugblatt der NSDAP, ist gestern mehr oder weniger versteckt der Vorwurf gemacht worden, daß die Evangelische Einheitsliste (Wahlvorschlag Nr. 10) eine Hilfstruppe des Zentrums darstellen soll. Wir erklären hierzu, daß die Liste auf einmütigen Beschluß aller evangelischen Vereine gebildet worden ist, von denen auch die Vorschläge für die Personen ausgehen. Die Liste ist gebildet worden, um die Vertreter der evangelischen Einwohner in der Stadtverordnetenversammlung frei von der Hilfsstellung politischer Parteien zu machen. Der Evan- zelische Stadtausschuß muß sich auch gegen die Anwürfe wehren, die in dem gleichen Flugblatt gegen einen Kandidaten der Liste (Herrn Syndikus Dr. Weymar) erhoben werden. Herr Dr. Weymar hat sich im Kriege an der Front ausgezeichnet und in der Nachkriegszeit seine ganze Kraft der nationalen und sozialen Wiedergeburt unseres Volkes gewidmet. Man soll mit solchen Anwürfen vor- tchtiger sein."
Wochenfpielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus: Sonntag, 12. März, 19 Uhr: Aida. Dienstag, 14. März, 19 30 Uhr: Falstaff. Mittwoch, 15. März, 19.30 Uhr: Die Herzogin von Chicago. Donnerstag, 16. März, 18.30 Uhr: Die Walküre. Freitag, 17. März, 20 Uhr: Die Entführung aus dem Serail. Samstag, 18. März, 19 30 Uhr: Die Herzogin von Chicago. Sonntag, 19. März, 17.30 Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg.
Schauspielhaus: Sonntag, 12. Mürz, 19.30 Uhr: Dr^W lose Straße. Montag, 13. März, 20 Uhr: Die ^ nalisten. Dienstag, 14. Mürz, 20 Uhr: Ampbin^' Mittwoch, 15. März, 20 Uhr: Die vier Musk Donnerstag, 16. März, 20 Uhr: Eva hat keinen^- Samstag, 18.. März,. 20 Uhr: Die., vier Sonntag, 19. März, 16 Uhr: Die endlose Etraku-^ Uhr: Die vier Musketiere. "0
Kirchliche Nachrichten
Evangelische Kirche Gersfeld.
Sonntag Reminiscere, 12. März 1933. (Volkstrauertani 9.30 Uhr Gottesdienst mit Liturgie und Predigt Gefallenenehrung. 11.30 Uhr Kindergottesdienst im Dia konissenheim. 4.30 Uhr Ev. Rhöngilde jüngere im Pfarrhaus. 6 Uhr Abendgottesdienst (Pfr. Langben,. rich). 8 Uhr Ev. Rhöngilde ältere Gruppe im Pfarrtzan- 13. März 7.30 Uhr Uebungsstunde des Posaunenchm- im Pfarrhaus. — 14. März 8 Uhr Mütterverein im konissenheim; 8.30 Uhr E. f. I. im Pfarrhaus — i-' Mürz 230 Uhr Bibelstunde in Schachen (Schule); 730 Uh. in Rommers. 8 Uhr Gemischter Chor im Pfarrhaus. 1 16. März 8.30 Uhr E. f M. im Pfarrhaus; 9 Uhr @ittQt. "enchor. — 17. März 10 Uhr Paffionsgottesdienst (Pn Langheinrich); 2.30 Uhr Vibelstunde in Mosbach Gottesdienst in den Gemeinden Hettenhausen u. Dalherf! Sonntag, den 12. Mürz, (Reminiscere — Volkstrauertag/ Hettenhausen. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst; abends 7 Uhr: 2. Passionsgottesdienst.
Gichenbach. Nachm. 3 Uhr: Passionsgottesdienst (hm Haus 42). ' Dalherda. Vorm. 10 Uhr: Gedüchtnisgottesdienst für die Gefallenen.
Dienstag, den 14 März. Dalherda. Abends 8.15 Lichtbildervortrag „Kampf gegen Schund und Schmutz" (Kirche). — Donnerstag, den 16. Mürz. Dalherda. Abends 7 Uhr: Paffionsgottesdienst.
Amtlicher Teil.
Obstbaukursus.
Vom Montag den 20. März bis Samstag den 25. Mürz d. Js. findet in der Landwirtschaftsschule zu Fulda Obstbautursus statt, wozu Interessenten aus dem Laird-! und Stadtkreis Fulda eingeladen werden. Die thsoreii-! sche und praktische Ausbildung erfolgt kostenlos. Tri! Unterricht wird erteilt von 9—12 Uhr und von 14-16 Uhr. Anmeldungen sind bis zum 18. März an den Hem Landwirtschaf! srât Tremmel — hier zu richten.
Fulda, den 10 März 1933.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
J. V. Dr.'Stachels, Regierungs-Assessor. j
Statt Karten.
Für die vielen herzlichen Beweise aufrichtiger Teilnahme während der Krankheit und bei dem Heimgänge unserer unvergeßlichen, lieben Entschlafenen
Frau Frieda Karste
geb. Salzwedel
sowie für die Kranzspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Besonders danken wir Herrn Kreispfarrer Weber für seinen Beistand während der Krankheit und für die trostreichen Worte bei der Ueberführung, Herrn Pfarrer Hattendorff für seine tiefempfundenen, zu Herzen gehenden Worte am Grabe, dem evangelischen Kirchenchor für die erhebenden Chöre bei der Erabfeier und den Schwestern der evangelischen Diakoniffenstation für ihre aufopfernde Pflege.
Paul Karste,
Familie Fritz Salzwedel.
F u l d a, den 11. März 1933.
Lastwagen- Verkäufer
mit gutem Kundenkreis in Fulda und Um- gebung findet lohnende Tätigkeit Bewerbung muh namentliches Verzeiunis br seit 1930 verfaulten Lastwagen und Referenzen enthalten Angeb unter Nr. 282 an die Eeichä tssteNe d Z'g.
Schuljahr-Beginn
in der
Privathande’sschule Schützer, Fulda
am 25. April 1933.
Entlassene Volksschü’er, Schüler (innen) höherer Lehranstalten, berufstätige Damen u Herren werden täglich ausgenommen.
Lehrgänge in Klassen-, Gruppen und Einzelunterricht.
Werbeschrift und Auskunft k ostenlos.
Gestorben:
Benjamin Spira, Fulda, Karlstraße 30, 58 Jahre alt. Die Beerdigung findet Sonntag, vormittags 11 Uhr vom Trauerhause, Karlstraße 30, aus statt.
Franz Joseph A b el, Dietershan, 24 Jahre alt.
Beerdigung: Sonntag vormittag 9 Uhr in Dietershan.
Frau Elisabeth Wehner, Kranlucken, 70 Jahre alt.
Beerdigung: Sonntag nachm. 2.30 Uhr in Kranlucken.
Altbürgermeister Damian Müller, Harmerz, 81 Jahre alt. — Beerdigung: Montag vormittag 9 Uhr in Johannisberg.
Molkerei-Genossenschaft
Fulda-Lauterbach gegründet 1884
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SiâLIisihe LbcrmMle.
Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag, den 20. April. Bis zu diesem Tage werden Neuanmeldungen — am besten mündlich — zu allen Klaffen unter Vorlegung des Ge- burts-, Impf- (bezw. Wiederimpf)scheines sowie des Abgangszeugnisses der zuletzt besuchten Schule von dem Unterzeichneten entgegengenommen.
Sprechstunden an allen Wochentagen von 11 bis 12 Uhr.
Fulda, im März 1933.
Dr. Lauwartz, Studiendirektor.
Tag!
Wir bitten die Kame- rabett dei Arbeiisaen ein ichait der Mänaroereine Fwdas, zu beram Volks hauertag stattfindend'N To enehmng am Denk- mal bet 47er und am Ehrenmal auf dem neuen habt. Fiiedho' fit) z» bl- reich au beteiligen. Beginn der Fe»-, ii.l5Uhr.
Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Militärvereine Fuldas.
e Schriftliche
Heimürtzeit
Verlag „Vitalis" München 13.
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Die Liste 5
Kampffront Schwarz —Weitz— Not
Wahlen die Mitglieder und Anhänger der Deutschnationalen Voltspartei, des Stahlhelms, des Vizekanzlers von Papen, der Vaterländischen Verbände, des Landbunds, der Deutschen Volkspartei und des Christlich-sozialen Volksdienstes!
Wer nicht wählt, versündigt sich am beutfdjen Volke'.
Reichsverdand Deutscher Kriegsopfer e. D.
Orts ruf pe Fuld».
Am Vo kst-auertag-', Sonntag, den 12 März, vormittags ‘/212 Uhl GedWnisfeier am Ehrenmal (neuer ; städt. Fri dhwj TeU- nahmeo. Ehrenjache Auf hell ng r> ans vom DenO mal; neue Mita iedskaite als Auswci- m wringen.
Donnerstag, den 16 ; März abends 8*i4 Uhr, Versammlung im ß>cicll nijaus. .
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; Fuldaer Anzeiger.
1 Wmgstrrh-: 42
GlikkwmchMn ^Knzehser'-Dri.cKerei.
Evangelische Mitbürger und Mitbürgerinnen!
Bekennt Cuch als solche! Die Evangelische Einheitsliste für die Stadt Fulda (Nr. 10 des Stimmzettels) soll am 12. März Zeugnis von der Stärke der evangelischen Bevölkerung in Fulda ablegen. Seid so stark in der Tat wie im Glauben! Jeder evangl. Mitbürger wählt bei der Stadtverordnetenwahl