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MAmr Unzriger / Stoa 1

Nr. 56 Dienstag, 7. März 1933

Kurze politische Nachrichten.

Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neu­rath, Zum Vortrag über die außenpolitische Lage.

Im Neichsanzeiger vom Montag erscheint eine Ver­ordnung des Neichsfinanzministers und Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hugenberg, durch Re der autonome Zoll für Eier von 30 auf 70 Mark je Doppelzentner erhöht wird Gleichzeitig wird der Reichsminister der Finanzen ermächtigt, die Einfuhr von 30 000 Doppelzentner Hartkäse zum Zollsatz von 30 Mark auch noch nach der allgemeinen Käsezollerhöhung zuzulassen. Damit wird der vor der Wahl bereits cm- gekündigte Schutz für die deutsche Eier- und Käseerzeugung geschaffen.

An zuständiger Stelle wird bestätigt, daß der frühere preußische Ministerpräsident B r a u n am Sonnabend nach ier Schweiz gefahren sei, am Sonntag aber auf deutschem Boden seiner Wahlpflicht Genüge getan hat. Braun sei darauf wieder nach der Schweiz zu seiner kranken Frau gefahren.

Geplanter Anschlag au? Häièer.

Verhaftungen in München

Der Polizeibericht München meldet: Im Verlauf des Wahltages und an den beiden Vortagen wurden im Voll­zug der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. Fe­bruar 1933 einige Haussuchungen bei politisch verdächtigen Personen vorgenommen. Dabei wurde zahlreiches Schrift- material sichergestellt Wegen verbotener Verteilung von Flugblättern, Beschädigung gegnerischer Plakate, Be­schmieren von Häusern und anderem wurden am Sonn­tag insgesamt 58 Personen festgencmmen.

Zwei Kellner, die sich im Arbeitsamt über die Mög- kichkeit der Ermordung des Reichskanzlers unterhielten, und diesbezügliche Verabredungen getroffen hatten, wurden verhaftet und dem Amtsgericht zugeführt.

Wegen Verbreitung hochverräterischer Schriften und Vorbereitung zum Hochverrat wurden sieben Personen festgenommeru

Die Folgen der amerikanischen Krise.

Sämtliche japanischen Banken haben beschlossen, »on Montag an die Devisentransaktionen in­folge der amerikanischen Bankenkrise einzustellen. Die übrigen Bankgeschäfte werden in normaler Weise fort­gesetzt. . Die Aufhebung der Devisentransaktionen wird voraussichtlich bis zur Erledigung der amerikanischen Bankenkrise dauern. Auch der Gouverneur von Porto- r i c o_ bat Bankfeiertage bis zum Mittwoch einschließlich festgesetzt. Die Verwaltung bereitet die Ausgabe von Notgeld vor. Tie Philippine« Verwaltung hingegen hofft, von Notmaßnahmen Abstand nehmen zu können.

Der neue amerikanische Schatzsekretär Woodin er­klärte in einer Erläuterung zum Erlaß Roosevelts, bat ber Bankfeiertag

kein ständiges Abgehen Amerikas vom Goldstandard bedeutet. Er glaube, daß der Tiefpunkt der Krise nunmehr erreicht sei. Falls das amerikanische Volk iu seinem neuen Präsidenten Vertrauen habe, würde daâ 'anb die Krise schnell überwinden.

Us (Nachdruck verboten.)

-Es ist wohl hier viel'schöner als in Berlin!" dachte sie Aber du müßtest hier sein, Heinrich! Ohne dich ist es ooch nirgends vollkommen auf der Welt!" Sie zog den Brief, ven sie am Morgen bekommen hatte, aus der Tasche Sie Müe ihn nur ganz flüchtig lesen können, weil sie zum Früh- stucktlsch so viele Augen auf ihn gerichtet wußte. Und er war ^cht lang und hatte so viele, liebe Worte, an denen sie sich ^freuen wollte.

Liebes gnädiges Fräulein!

Kleiner Sonnenschein in Haus Andresens düsteren Wolken!

Wie Sie mir fehlen! Wie ich mich auf Sie freue! Denn ich darf mich auf Sie freuen, ich weiß, daß Sie zurückkehren werden, wenn Renate Sie ruft! Es ist nichts Besonderes, was ich heute zu melden habe. Sie ersahen es wohl schon aus allen meinen Berichten, daß es unserer Frau Renate noch einmal vergönnt ist, 'heimzukehren. Die Operation ist geglückt, diè Bestrah­lungen haben das ihre getan. Renates kräftige Natur Hat uns Aerzte wieder überrascht Sie befindet sich bester als man erwarten konnte. Nun will sie wieder baldigst in ihr Gartenzimmer übersiedeln mit den vielen Blumen. Sie meint, es riecht da besser als in der karbolgeschwängerten Luft der Klinik. Sie will ihr kleines Mädchen Wederhaben und ihre liebe Freundin wiederhaben, die ihr so hübsch die Zeit vertreibt, so nett zu erzählen und vorzulesen weiß und so schöne Lieder zu singen weiß. Nach Schwester Elisa- beth hat sie noch nicht gefragt, aber wir werden die Pflegerin leider nicht entbehren können, da die Schnitt­wunden noch immer der geübten Wartung bedürfen. Renate hat viel Lebensmut, sie redet davon, nach Rügen reisen zu wollen. Mit Ihnen, Eva-Marie! Viel- Echt nehme ich dann auch Urlaub und komme mit Es ja Ihre Heimat, Eva-Marie! Dann erzählen Sie vom Fürsten Jaroma, vom greifen Recken Otar, der auf Arkona steht und die Faust na cf) Dänemark ^llt, von Elfen und Nixen und Geistern, die da hausen, ^'ann werden Renate, Gerti und ich lauschen wie die Kinder! Ich höre gern die Buchen rauschen und die Dornbüsche und das gewaltige Meer Wenn wir J^r die graue Spinne Elisabeth nicht mitzunehmen >)âME' 5^ yjyj^» M'è a^7. va^ iiw -^.r?.<PiP

Kampf gegen die Oollarpanik.

Die amerikanische Notenprefse arbeitet.

Der neue Präsident R o o s e v e l i hat den nationalen Bankfeiertag bis einschließlich Donnerstag erklärt. Außer­dem erließ er über alle Rundfunksender der Vereinigten Staaten einen Aufruf, in dem eralle Front­soldaten und guten Bürger der Vereinig-- t e n Staaten" zum Kampf gegen die Wirtschafts- depression aufruft.

Dieser Kampf erfordere Opfer und Dienstbereitschaft. Die Anforderungen dieses Kampfes im Frieden seien nicht weniger groß und ernst als die Anforderungen während des Krieges. Man solle nicht glauben, daß sich die kriege­rischen Tugenden von denen der Friedenszeiten unter­schieden. Zum Schluß forderte Roosevelt zur Zusammen­fassung aller Kräfte zur Wiederherstellung der Volkswohl­fahrt auf.

Präsident Roosevelt erklärte die Bankfeiertage auf Grund eines im Fahre 1917 erlassenen Gesetzes, das dem Präsidenten diktatorische Vollmachten über alle Bank­angelegenheiten gibt und das seinerzeit unter dem Titel Gesetz betreffend Verkehr mit dem F e i n de" veröffentlicht wurde. Der Finanzminister wurde ermächtigt, Clearinghäusern oder anderen ver­trauenswürdigen Instituten

die Ausgabe von Notgeld zu gestatten.

Ferner dürfen die Banken für Neueinzahlungen neue Konten einrichten, die keinerlei Anszahlungsbeschränkun­gen unterliegen, eine Maßnahme übrigens, die auch sehr bald nach dem deutschen Bankenzusammenbruch 1931 ein­geführt worden ist. Das neue Notgeld soll Geldscheine von einem bis zu zwanzig Dollar umfassen, um dem Bargeldmangel abzu helfen. Die Noten­presse der amerikanischen Banknotengesellschaft arbeitet Tag und Nacht, ähnlich wie die Notendruckerei ber deut­schen Reichsbank im Jahre 1923. Sämtliche Börsen und Postscheckämter in den Vereinigten Staaten verbleiben während der Bankfeiertage geschlossen.

Die Bevölkerung verhält sich angesichts der Krise ver­hältnismäßig verständnisvoll, obwohl sich im täg­lichen Leben zahlreiche Schwierigkeiten er­geben. Vorortbahnen, Hotels und Ladengeschäfte sind teilweise dazu übergegangen, gegen Personalausweis Schecks in Zahlung zu nehmen. Selbst das Wechseln einer Zehn-Dollar-Note stößt auf Schwierigkeiten.

Meisilmden in MnniiionsfaHriken.

Wie während des Weltkrieges."

Ein Sonderbericht des Londoner BlattesDaily Expreß" meldet von riesigen Waffenlieferungen der französischen Nüstungsfirma Schneider - Creuzot nach Japan, China und anderen Staaten, z. B. Bolivien, Paraguay, Argentinien usw. Die französischen Rüstungsfirmen arbeiten Tag und Nacht für

die größte Munitionserzeugung seit dem Weltkriege.

In Le Creuzot sind alle Werkstätten, die gewöhnlich Trak­torenräder, Lokomotivräder, Schienen usw. herstellen, auf Munitionsherstellung umgestellt worden.

In Entfernungen von je 200 Meter stehen bewaff­nete Schildwachen, die jedem Außenstehenden den Zutritt verwehren. Detektive überwachen die An­gestellten, damit keine Geheimnisse verraten werden. In dem Pariser Vergnügungsviertel Montmartre halten sich während des Wochenendes Hunderte von Arbeitern der Firma Hotchkiß auf, die ihre überstundenverdienfte wie während des Weltkrieges verjubeln wollen.

Ähnliches wird über die Tätigkeit der tschechoslo­wakischen Skoda-Werke gemeldet, wo ebenfalls Tag «nd Nacht Munition und Waffen hergestellt werden, gegenwärtig seien über 7000 Mann dort beschäftigt gegen­über 4000 Mann vor einigen Monaten Die Tschecho­slowakei habe während der letzten Monate nicht nur ge­wisse europäische Staaten mit Waffen beliefert, son­dern auch große Mengen nach den südamerika­nischen Staaten, Bolivien, Peru, Ekuador, Brasi­lien. Uruguay und nach dem Fernen Osten gesandt.

Pflegerin umtun, aber mein Stuber ist nun mal non ihrer Unübertrefflichkeit überzeugt. Hoffentlich will sie mich nicht wieder zum Chirurgen machen und später Oberin werden! Das fing sie jedenfalls gänzlich ver­kehrt an! Renate hat ein Zettelchen für Sie ge­kritzelt, im Liegen. Ich füge es bei Wir haben selten ein anderes Thema, als Sie, wenn ich bei ihr zu Be­such weile. Es gibt wohl auch keins, das erfreulicher wäre für beide Teile!

Neulich war ich in einem Tanzpalast, Eva-Marie! Machen Sie böse Augen? Oh. nein. Sie lachen! Und Sie haben recht! Lachen Sie den dummen Dok­tor aus! Kollegen hatten mich mitgeschleppt und be­hauptet, es waren so hübsche Mädchen Dort. Ge­schmackssache! Man darf sich jedenfalls nicht ein ge­wisses Fräulein von Diemen daneben denken, vier schöne, schwere Zöpfe, dort Iungenskäpfe mit lang­weiligen Seitenscheiteln, die mit Locken, die an mittel­alterliche Pagen erinnern, gehen noch am ersten. Aber auch sonst! Große Augen mit künstlichem Glanz, leere Selen ober gequälte, die ums tägliche Brot tanzen und flirten oder um die minimale Kleidung. Schlank nein, dünn, erbärmlich die Figürchen und Figuren, ohne weibliche Linie, weiblichen Charme und weib­lichen Reiz! Unterernährt und demoralisiert, ohne Würde und ohne Jugend! Es sieht aus, als ob sie nie jung waren vom Kinde direkt zur Tanzdame über­gangen, keine Uebergänge, Uebersprünge, die Zeit eilt! So frische, prächtige Jugend, wie jenes Fräulein, das mich so glücklich machte, Sonntags mit mir spazieren zu gehen, irgendwo im Grunewald ober Potsdam, das mich mit klugen, munteren Augen ansieht wie ein zu­traulicher Vogel so, als ob das Leben, die Welt ihr noch ein ganz riesengroßer Spaß fei, die haben sie alle nicht! Man muß wenig Herz oder wenig Scharfblick haben, wenn man sich an dieser armseligen Großstadt­lebensfreude noch ergötzen soll. Armut brachte sie dahin, Armut des Herzens, des Geistes oder gar die bittere des täglichen Lebens! Man möchte Ihnen wohltun, weil sie so arm sind, aber man möchte sie nicht haben!

Und so etwas sehen mir Männer der Großstadt alle Tage auf der Straße, in den Salons, wie in den Tanzdielen! Das Beste sind noch die Beine, sagte neu­lich mein Kollege Werner, und er hat recht! Sie sehen ganz hübsch aus in den feinen, seidenen Strümpfen und silberglitzernden Schuhen, und sie enttäuschen nicht, denn sie wollen nichts anderes fein als schön in Form. Wenn Sie nicht ein so prächtiges, kluges Mädel wären. Eva-Marie, ich dürfte ja gar nicht wagen, so frei­mütig über alles zu reden! Aber Sie sind menschlich genug, Mitleid zu fühlen mit diesen armen kleinen Puppen, die ehre kurze Spanne vergnügt umher- 22âl" V> W^wtierlW uM daun MWch not

In den Skoda-Werken ick Pilsen und im Ltaatsarsenal in Brünn seien auch

die strengsten Vorsichtsmaßnahmen zur Geheim­haltung getroffen. Jeder mit einem Besucher sprechende Angestellte werde mit sofortiger Entlassung bestraft und wegen Hochverrats vor Gericht gestellt. Besucher, von denen man glaubt, daß sie sich Informationen beschaffen wollen, werden wegen Spionage verhaftet und ins Gefängnis gesetzt. Die Waffenausfuhr nach den einzelnen Ländern werde nicht in den amtlichen Statistiken vermerkt, sondern liefe unter dem allgemeinen Titel: Eisen und andere Metallwaren.

Vermischte Nachrichten

Reichskanzler Hitler dankt dem deutschen Rundfunk.

Berlin. Reichskanzler Hitler beauftragte den Rundfunk- kommissar des Reichsministers des Innern, Dr Kruckenberg, allen denjenigen seinen Tank und seine Anerkennuna auszu- sprechen, die im deutschen Rundfunk in den letzten Wochen für die auf Veranlassung der Reichsregierung übertragenen Kund­gebungen verantwortlich und tätig waren.

Hakenkreuzfahne auf dem Reichstagsgebäude gehißt und wieder entfernt.

Berlin. Auf dem Nordostturm des Neichstagsgebäudes wurde am Montag eine Hakenkreuzfahne gebitzt. Tie Fahne ist, nachdem die Reichstagsverwaltung durch Anruf von dieser Tatsache unterrichtet worden war, auf Veranlassung der Hauptinspektion nach einiger Zeit wiedeer entfernt worden.

Keine Anordnung Fricks zur Beflaggung der Rathäuser mit Hakenkreuzfahnen.

Berlin. Wie aus dem Reichsinnenministerium aus Anfrage milgeteilt wird, trifft es nicht zu, daß der Reichsinnenminister eine Anordnung erlassen hat. nach der sämtliche Rathäuser in Deutschland mit der Hakenkreuzfahne zu beflaggen seien.

Hakenkreuzfahne und Schwarz-Weiß-Rot auf öffentlichen Gebäuden in Düsseldorf und Bielefeld.

Düsseldorf. Am Montag wurden von Angehörigen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei auf einer ganzen Reihe von öffentlichen Gebäuden, so auf der Regierung, dem Polizeipräsidium, dem Rathaus, dem Gerichtsaebäude, der Reichsbahn, der Ortskrankenkasse und der Kreissparkasse Hakenkreuzfahnen und schwarzweistrote Flaggen gehißt. Ferner wurde auf dem Bielefelder Rathaus die schwarzweißrote Flagge und die Hakenkreuzfahne gebitzt. Ebenfalls wurde aus dem Rathaus und Stadthaus in Minden die Hakenkreuz- fahne aufgezogen.

Schüsse aus eine Reichswehrpalrouiüc.

Gießen. Nachts wurden in der Kaiseiallee 3 Schüsse ab­gegeben, als eine Patrouille des 1. Bataillons 15. Infantrie- regiments die Straße passierte. Von der Patrouille wurde angenommen, dah die Schüsse ihr galten. Die Soldaten be­gaben sich daher sofort nach den benachbarten Wohnbaracken, wo sie einen jungen Mann festnahmen, der dem Polizeiamt zur Vernehmung vorgefiibrt wurde.

Militärdiktatur in Griechenland.

m .Athen. Die Parlamentswahlen am Sonntag haben den Rechtsparteren eine unerwartete Mehrheit verschafft. General Plastiras, der schon im Jahre 1922 bei der Errichtung der Diktatur des Generals Pangalos mitgewirkt hatte, ließ am vtontag die Militärdiktatur ausrusen, worauf die Regierung Venizelos zurücktrat. Eine Anzahl politischer Führer, unter ihnen auch der Noyalistensührer Tsaldaris, wurden »»rhastet.

Drei Kommunisten erschossen.

Hamburg. In Billstedt wurde kurz vor Abschluß der Wahl e,n Kommunist mit Waffen angetroffen und von der Polizei angeruscn. Da er aus den Haltruf nicht reagierte, wurde auf tbnfleicüotfen. Er wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus lleschafsl wo er bald darauf verstarb. Im benachbarte» Quick- born sollte ebenfalls em Kommunist verhaftet werden. Er er­griff b«e ?V, ucht und wurde bei der «ufgenommenen Verfol­gung erimoiien. Wie aus Kellingbusen (Holstein) gemeldet Erd, wurde do« ein Kommunist »»n «ubetannten Tätern er- tbofftil.

Wirb für Deine Heimatzeituny!

einem große«, leeren Lebe« stehe«. Und Sie sind' klug genug, aus allem, was ich Ihnen schreibe, das zu Lse«, was mein Herz jubelt, ohne es Ihnen zu sagen: Gott fei Dank, daß es noch Mädchen gibt von einer fv echten, gesunden Weiblichkeit wie Eva-Marie!

Wenn ich an Sie denke, Eva-Marie, so ist mir, als ginge ich in einem weiten, blühenden Garten und kenne die Blumen und Vogellieder noch nicht, die mich er­freuen werden. Ist es Morgen, so sehe ich Sie im Geist auf frischen Wiesen schreiten, Blumen in den Händen, ein Lächeln im lieben Gesicht. Ist es Abend, so denke ich Sie mir im sonnendurchleuchteten Wald, und der gol­dene Schein liegt auf ihrem schönen Antlitz wie auf den Landschaften von Hellgrewe!

Und nun kommen Sie bald wieder! Werden wieder fröhlich mit dem langweiligen Doktor plaudern, der die Tage über nur Kranke um sich sieht und sich so recht Ihrer gesunden Frische erfreut. Sie werden gütig und verständig die arme Rente unterhalten und so entzückend hochnäsig mit der gestrengen Schwester Eliiabeth fein, wenn sie sich aufs hohe Pferd setzen will und vorwurfsvollFrollein!" ruft!

Wann darf ich Sie abholen? Sie schreiben mir doch, mit welchem Zug Sie kommen! Ich bin ganz bestimmt auf dem Bahnhof und traae mit Wonne Ihren Koffer durch ganz Berlin! Oder soll ich Elisabeth zur Bahn schicken? Oh, ich weiß ja, Sie sehen mich viel, viel lieber!

Ihrer Mama meine gehorsamste Empfehlung, ich . verehre sie, weil Sie sie lieb haben! Ihnen selbst tausend Grüße! Ihr Heinrich Andresen."

Eva-Marie sah verträumt in die ziehenden Sommerwolken hinauf Oh, was würden die Verwandten sagen, wenn sie ihnen mitteilte, daß sie sich mit Dr. Heinrich ÄndrePn ver­lobte einfach Andresen! Die Mama würde zweifellos die Vernünftigste sein und ihr viel, viel Gutes wünschen! Würde ihn auch gern haben, sobald sie ihn näher kennenlernte Eva-Marie war zumute, wie vor einem großen Fest. Wenn sich zwei Menschen so aufeinander freuen!

Der Tag verglomm langsam hinter dem Föhrenwald.

Bald kam der Tag der Abreise

Leb wohl, Mamachen! Hab Dank für alles! Es ist immer so lieb und traulich bei dir. Am schönsten war es ja, wenn ich mit dir allein war. Nicht wahr? Du meinst doch nicht etwa? Es geht mir doch gut in Berlin! Ist es nicht am besten, ich finde mich zurecht in der Welt?"

.--Gewiß mein Evchen! Und es beruhigt mich, daß du so fröhlich fein kannst, trott deines Dienstes am Krankenbett!"

(Foriietzung folgt.)

Mir eine Elle zuzusetzen, Eeläng's auch, käme mir nicht in Sinp. Das Einzige, was an mir zu schätzen, Sh 3W V so ^ ÄM WOÄS ins Ur^'r ® W i *