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^â De^MtMMuZ'iff lèfWl^'^W versperrt. Dem Zentrum ist zum erstenmal seit 1918 seine verhängnisvolle parlamentarische Schlüssel­stellung in der deutschen und in der preußischen Politik genommen. Aller außerhalb der geschlossenen Gefolgschaft der Regierung stehenden schwankenden Gruppen sind zu völliger Bedentunaslofiakeit verurteilt.

Im Rahmen der Kampffront Schwarz-Weiß-Not, Schulter an Schulter mit den in dieser Front stehenden Führern und Verbänden hat die Deutschnationale Volks- partei alle ihre Kräfte eingesetzt. Der von allen ihren Mit­arbeitern in Stadt und Land mit Hingabe geleisteten Arbeit ist der E r f o l g u i ch t v e r s a g t geblieben.

Es ist gelungen, dxn Bestand an Wählern und Ab­geordneten, den wir im November vorigen Jahres bei völlig anderen politischen Voraussetzungen unter Gewinn von fast einer Million Wählerstimmen errungen haben, voll zu behaupten. In der Preußenwahl ist das Wahl­ergebnis des vorigen Jahres um 40 Prozent ver­bessert worden.

Die Wahlziffern des 5. März haben erneut bewiesen, daß die in christlich-konservativer Staatsausfassung unter der schwarz-weiß-roten Bismarck-Fahne verbundenen Volkskräfte eine starke und unerschütterliche Wurzel dar­stellen.

Den Dank, den die Deutschnationale Volkspartei ihren unermüdlich opferfreudigen Mitarbeitern schuldet, bitte ich allen denen zu übermitteln, die in dieser Wahlschlacht in der Front gestanden haben.

Schon am nächsten Sonntag ist bei den preußischen Kommunalwahlcn eine neue ernste Probe für unsere Kampfkraft abzulegen. Auch hier haben wir die feste Zu­versicht, daß es gelingt, in der Selbstverwaltung überall Vertretungen zu schaffen, in denen Stimmer und Frauen unserer Anschauung im Rahmen nationaler Gesamtmehr­heiten an dem großen Werke mitarbeiten können, dem sich nunmehr, von parlamentarischen Widerständen befreit, die Regierung der nationalen Einigung widmen kann. Heil Deutschland!

Oie Verrechnung

aus der Listsuverbindung.

Deutsche Volkspartei, Christl.-Soz. Volksdienst, Dt. (Bauernpartei und Hannoveraner haben bekanntlich ver­einbart, daß ihre Reststimmen auf einer gemeinsamen Reichsliste verrechnet werden. Die DBP. Hat in einem Wahlkreis die erforderlichen Stimmen für ein Mandat aufgebracht, die Christl.-Sozialen haben zwei sogenannte Grundmandate, die Bauernpartei eines, die Hannove­raner haben in keinem Wahlkreis 60 000 Stimmen zu­sammengebracht. Auf j e ein Grundmandat kann nun noch ein Mandat aus der gemeinsamen Reichsliste ent­fallen, so daß also diese vier Parteien insgesamt acht Sitze bekommen können. Diese acht Reichstagsmandate werden wie folgt verteilt:

Deutsche Volkspartei 2, Christl.-Sozialer Volksdienfi 4, Deutsche Bauernpartei 2, Deutschhannoveraner 0.

Im Landtag sind auf die gleichen Parteien sechs Mandate entfallen, die folgendermaßen verteilt werden:

Deutsche Volkspartei 2, Christl.-Sozialer Volksdienst 2, Deutschhannoveraner 2.

Nach dem zwischen der SPD. und der Staats- partei abgeschlossenen Wahlabkommen sollen die Stimmen in der Weise ausgewertet werden, daß diejenige Partei das Restmandat erhält, die die höhere Stimmen­zahl bekommen hat. Da bei der Sozialdemokratie 37 000 ünd^b^l ter Staatspartei 33 000 Stimmen auszurechnen sind, ergibt sich danach ein weiteres Mandat für die Sozial­demokratie. so daß die SPD. 120 Sitze und die Staats­partei fünf Sitze im Reichstag bekommt.

Einschreiten des Reichs in Bremen.

"Da die wegen Nichtrücktritts marxistischer Senatoren in der Bevölkerung Bremens hervor- geruseue Erregung den Ausbruch von Unruhey befürchten läßt, hat der Reichsminister des Innern aus Grund des 8 2 der Verordnung zum Schutze von Bolk und Staat für die Reichsregierung die Befugnisse der Lanvesbehörde übernommen, soweit dies zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit erforderlich ist. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Polizcisenators hat er den stellvertretenden Direktor des Arbeitsamts Bremen, Dr. Ma r k e r t, bis auf weiteres beauftragt.

Der Bremische Senat ließt am Montagabend auf dem alten und dem neuen Rathaus eine schwarz-weiß- rote Flagge hissen. Kurz darauf wurde von national­sozialistischer Seite an der Fassade des neuen Rathauses eine Hakenkreuzfahne befestigt. Auch die bekannte Nolandfigur vor dem Rathaus wurde mit einer Hakenkreuzfahne versehen, die man über den Schild des steinernen Riesen hängte. Zur Zeit der Hissung der beiden schwarz-weiß-roten Fahnen war der alte Marktplatz und der Platz vor dem Dom von einer nach Tausenden zählen­den Menschenmenge besetzt, so daß der gesamte Straßen- bahnbetrieb und sonstige Verkehr eingestellt werden mußte.

Nationalsozialistischer Polizeiherr in Lübeck.

Fünf Senatoren zurückgetrcten.

Auf Anordnung des Reichsinnenministers Dr. Frick hat der Gauinspekteur der NSDAP. Lübeck, Schröder, die Leitung der gesamten Polizei im Staate Lübeck (Stadt und Land), übernommen. Montag gegen 16 Uhr mar­schierten darauf die gesamte SS. und.SA., der Stahlhelm und^zwei Bereitschaften der Polizei vor dem Lübecker Rat- Haus auf. Nach einer Begrüßungsansprache des neuen tzolizeiherrn wurde die schwarz-weiß-rote, die Hakenkreuz- «nd die Lübecker Flagge gehißt.

, Die bürgerlichen Senatoren forderten die übrigen Ji Mitglieder des Senats, vier Sozialdemokraten und zwei Staatsparteiler, auf, zurückzutreten. Die Perhaud- ,,ugen zogen sich sehr in die Länge, da die betreffenden Senatoren sich Bedenkzeit ausgebeten hatten. Erst

?uf Anordnung von Berlin die Bedenkzeit abgelehnt vttrde, erklärten die sechs ihren Rücktritt.

ASDAp. fordert sofortigen Regierungs- riidtritt in Vaden.

in nationalsozialistische Gauleiter Walter Köhler ste, ^u^e hat an das badische Staglsmini- tiichn» folgenden Brief gerichtet:Angesichts der poli- ^ucttion erwarte ich den sofortigen Rück- eincr , "^ badischen Staatsregierung und die Bildung so/i"?uen.badischen Regierung unter national- der Escher Führung entsprechend dem Ausgang ätzten Reichstagswahl."

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten

Merkblatt für den 8. März.

1823: Der ungarische Staatsmann Graf Julius Andrassy in Kaschau geb. 1858: Der Komponist Rug­giero Leoncavallo in Neapel geb. 1917: Graf Ferdinand Zeppelin in Berlin gest.

Eines andern Pein empfinden, Heißet nicht barm­herzig sein; Recht barmherzig sein will heißen: Wenden eines andern Pein. v. L o g a u.

Wetterbericht.

Ueber Nordosteuropa hat sich wieder mit sehr tiefen Temperaturen ein sehr kräftiges Hochdruckgebiet entwickelt. Unser Gebiet liegt immer noch an der Vorderseite eines im Raume England-Irland liegenden Tiefdruckwirbels. Ein zur Zeit sich von Holland bis nach Südfrankreich erstrecken­des Regengebiet dürfte bis zum Dienstag auch auf unser Wetter Einflug nehmen. Danach ist wieder Beruhigung wahrscheinlich, doch ist das Aufkommen beständigen Wet­ters für längere Zeit noch nicht zu erwarten. Vorher­sage bis Dienstag abend: Bewölkungszunahme und ver­breitete, wenn auch meist leichte Regenfälle, dann wech­selnde Bewölkung, bei meist südlichen Winden tagsüber recht mild. Witterungsaussichten für Mittwoch: Zu­nächst zeitweilig aufheiternd, dann voraussichtlich Nieder- schlagslätigkeit wieder zunehmend, mild.

" Fulda, den 7. März. 1933.

Fuldaer Landesbibliothek.

Ausstellung: Alte Kunst in Hessen.

Das kunstgeschichtliche Seminar der Universität Marburg hat aus den reichen Beständen seiner Licht­bilder eine Auswahl hervorragender hessischer K u n st w e r k e zu einer Wanderausstellung zusammen­gestellt, die z. Z. im großen Schausaal der Fuldaer Landes­bibliothek gezeigt wird. Die ordnende Hand des Biblio­theksdirektors Dr. T h e e l e hat die Blätter zu einem har­monischen Ganzen sinnvoll zusammengefügt. Die photo­graphische Ausstellung umfaßt Wiedergaben von Meister­werken aus allen Kunstgattungen: Architektur, Plastik, Buch- und Wand-Malerei, Kunstgewerbe.

Die bestimmenden Einflüsse französischer und rheinischer Gotik werden offenbar in den Domen zu Gelnhausen, Mdr- burg, Wetzlar, Limburg, Fritzlar und Frankfurt a. M. in ihrer Vaugesinnung, der Raumgestaltung und der Ausbil­dung herrlichster Einzelglieder. Zu ihnen gesellen sich, be­ginnend mit der vorromanischen Stilepoche, über die Hoch­blüte der Romanik und Gotik bis zum Barock die (Kloster-) Kirchen zu Hersfeld, Arnsburg, die Leonardikirche in Frank­furt a. M., und unter dem Eindruck der Marburger Eli­sabeth-Kirche Treysa und Frankenberg. Die Profan­architektur erscheint in den Burgen und Schlößern zu Geln­hausen, Münzenberg, Weilburg und Marburg. Das 18. Jahrhundert erscheint mit den barocken Schloßbauten zu Fulda und Wilhelmstal bei Kassel.

Mittelalterliche P l a st i k wird in charakteristischen Bei­spielen aus Lich, Gelnhausen, Frankfurt, Marburg und Kloster Eberbach vorgeführt: gleich bei Betreten des Schau­saals wird das Auge des Beschauers gefesselt durch den vita­len Kopf eines Stifters in Sturmhaube (aus Warburg) wie ihn heute ein Ernst Barlach wieder schaffen würde. Von erschütternder Wirkung sind die Vesperbilder aus Marburg und Fritzlar und der grandiose Kruzifixuskopf aus Fried­berg. Die Abwandlung des Madonnentypus wird in zwei Plastiken aus Hirzenhain und Kappenberg aufgezeigt. Wand- und Buch malerei sind in besonders wertvollen Beispielen vertreten, darunter der Willehalmcodex.

Das K u n st g e w e r b e in den verschiedensten Zweigen darf gegenüber den Monumentalwerken aus Architektur und Plastik nicht geringer bewertet werden. So zeigt denn auch die Ausstellung Stücke erster Ordnung in den Trag­altären von Abdinghofen und Paderborn, vor allem aber in dem Marburger Elisabethschrein. Die wundervollen Treibarbeiten aus Goldblech sind durch technische Vollkom­menheit der photographischen Vergrößerung in das Monu­mentale gesteigert! Eine im Berliner Schloßmuseum be­findliche Stickereiaus einem Kloster bei Fulda" (genaue Lokalisierung ist leider unmöglich) dürfte für uns ein be­sonderes heimatgeschichtliches Interesse beanspruchen.

Die Marburger Lichtbilder werden ergänzt durch Auf­nahmen der staatl. Lichtbildstelle Berlin aus Beständen der Fuldaer Landesbibliothek: Michaelskirche, Dom und Decha­nei, das sog.Sälchen" im Altenstein'schen Haus mit seiner eleganten Rokoko-Stuckdekoration u. a. m.

Es wäre zu wünschen, daß alle,für Heimatkunst Interes­sierten von der in der Landesbibliothek gebotenen Gelegen­heit Gebrauch machten, ihre Kenntnisse zu vertiefen oder zu erweitern!

Oberregisseur Eugen Mehler.

In den Preußischen Landtag gewählt wurden: Schreiner a. B. Jakob Willhardt (NSDAP.), Fulda, Am Waldschlößchen 72 und Amtsgerichtsrat i. R. Andreas Rhiel (Zentrum), Fulda.

Wichtig für Kleinrentner.

Am Donnerstag, den 9. März d. Js. von 911 Uhr wird die Unterstützung für den Monat März an die hilfs­bedürftigen Kleinrentner der Stadt Fulda ausgezahlt. Ausweisnummerkarten sind vorzulegen.

Vichmarkt.

Am Donnerstag, den 9. März 1933, findet hier ein Viehmarkt statt. Der Abtrieb des Viehes am Vormarkttage von der Viehladerampe am hiesigen Bahnhof erfolgt über die Straßenecke KurfürstenstraßeZieherserweg nach der StraßeHeinrich von Bibra-Platz" und von da unmittelbar nach den einzelnen Stallungen in der Stadt. Der Auftrieb des Viehes zum Markt am Markttage selbst beginnt um 7 Uhr und muß um 9 Uhr beendet sein. Hierbei ist das nichtuntersuchte Vieh durch die Schloßstraße, das vorunter­suchte Vieh durch die SturmiusstraßeLindenstraße aufzu­treiben. Der Abtrieb vom Markt beginnt um 9 Uhr. Im Interesse der ungehinderten Abwicklung des Marktverkehrs fuirb die Bevölkerung ersucht, auf die vorstehenden Ver­hältnisse Rücksicht zu nehmen.

Verdingung.

Die Lieferung von 29 zweisitzigen Rettigbänken und 20 viersitzigen Schulbänken soll vergeben werden. Angebots­vordrucke können uom Stadtbauamt bezogen und Zeichnun­gen sowie eine Musterbank (Rettigbank) daselbst eingesehen werden. Verschloßene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum 15. März d. ^s. vorm. 10 Uhr an das Stadtbauamt einzureichen.

Vor dem Richter.

Wegen gefährlicher Körperverletzung

stand der 25jährige Fabrikarbeiter F. I. He. aus Welkers vor dem Schöffengericht. Er war gegen den dortigen 35- jährigen Fabrikarbeiter Ha. wegen eines angeblich verbrei­teten Gerüchts erbost und hatte ihm deshalb anläßlich der Generalversammlung des Kath. Arbeitervereins in der Wirtschaft nachgestellt. He. versetzte dem Arbeiter Ha. schließlich auf dem Hofe einen heftigen Fußtritt und bei an­derer Gelegenheit nochmals zwei Fußtritte. Auf dem Nach­hausewege wurde Ha. von He. verfolgt und wiederum durch Fußtritte tätlich beleidigt. Die Tritte hatten starke An­schwellungen zu Folge, so daß Ha. 4 Wochen im Landes­krankenhaus in Fulda verbringen mußte. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte gegen He. 5 Monate Gefäng­nis beantragt, während das Urteil auf 150 Mark Geld­strafe oder 1 Monat Gefängnis lautete.

Unterschlagung.

Im vor. Jahre hatte der 28jähr. Autoschlosser K. D. aus Rasdorf (Krs. Hünfeld) von einem verunglückten Lastkraft- zug verschiedene Restteile für 300 Mark auf Grund eines Sicherungs - Uebereignungsvertrages erworben. Einige Zeit später stellte sich heraus, daß D. den Motor und andere Teile zum Preise von 340 Mark anderwärts verkauft, den Betrag aber nicht abgeliefert hatte. Das Urteil des Schöffengerichts lautete auf 70 Mark Geldstrafe oder zwei Wochen Gefängnis.

Betrügerischer Versicherungs-Vertreter.

Der schon wiederholt vorbestrafte 30jährige erwerbslose Schlosser und Vertreter RW. in Fulda hatte sich wiederum wegen Betrügereien vor dem Einzelrichter zu verantwor­ten. Kurz vor Beginn des Termins ließ der Angeklagte durch zwei Schulmädchen einen Brief im Amtsgericht ab­geben, in dem er mitteilte, daß er infolge Erkrankung nicht zum Termin erscheinen könne. Das Gericht ließ den An­geklagten jedoch durch einen Beamten zum Termin holen. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß W. von April bis September v. Js. in zahlreichen Fällen Versicherungs­verträge im Kreise Fulda abschloß, 3 und mehr Monats­raten sowie die Aufnahmegebühr einkaßierte, die er dann für sich benutzte. Auch hatte er den Versicherungsnehmern schwindelhafte Angaben gemacht. Zu der Verhandlung waren 11 Zeugen geladen, aus deren Aussagen das merk­würdige Verhalten des Angeklagten hervorging. Während verschiedene Zeugen sich durch den Abschluß eines anderen Vertrages schadlos halten konnten, verloren 6 Zeugen Be­träge von 8 bis 27 Mark. Der Amtsanwalt beantragte im Hinblick auf das gemeingefährliche Verhalten des Ange­klagten eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Das Urteil lautete wegen Betrugs in zahlreichen Fällen auf 2% Mo­nate Gefängnis.

Die Verwaltungskosten der Krankenkassen.

Uns wird geschrieben:

Aus einer amtlichen Verlautbarung berichtete in diesen Tagen die Presse, daß die gesamten Ausgaben der Per­sonal Verwaltung der Krankenkassen heute 155 Millionen Reichsmark betragen, während die Ausgaben und Verwal­tungskosten des gesamten preußischen Staates mit allen Reßorts, allen Beamten und Angestellten 76 Millionen Reichsmark ausmachen sollen. Diese Zahlen treffen in beiden Fällen nicht zu. Wie bei jedem Verwaltungszweig, so setzen sich auch bei den Krankenkassen die Verwaltungs- . kosten aus den Personal- und den Sach kosten zusam- * men. Die Personal kosten aller Krankenkassen haben j noch zu keiner Zeit den genannten Betrag von 155 Millio- " nen Reichsmark ausgemacht. Nach der letzten amtlichen Berichterstattung betrugen im Jahre 1930 die persönlichen h Verwaltungskosten der Orts-, Land-, Betriebs- und Jn- nungskrankenkaßen 98,376 Millionen Reichsmark. Seit dem Jahre 1930 sind aber infolge der auch bei allen Kran­kenkassen durchgeführten Gehaltskürzungen diese Verwal­tungskosten um ca. 20 % zurückgegangen, so daß die per­sönlichen Verwaltungskosten bei den obigen Krankenkaßen 1 heute insgesamt rund 80 Millionen Reichsmark betragen I werden Abgesehen davon, daß man die Verwaltungskosten I der Krankenkaßen des gesamten Deutschen Rei- Uche s mit den Verwaltungskosten eines, wenn auch des ^größten Landes überhaupt nicht vergleichen kann, treffen I die mit 76 Millionen Reichsmark angegebenen Kosten für die gesamte Verwaltung des Landes Preußen aber auch in 8 keiner Weise zu. Der persönlichen und sächlichen Verwal- I tungskosten (Zuschußbedarf der Hoheitsverwaltungen) des K Landes Preußen ausschließlich Wohnungswesen, Wirtschaft £ und Verkehr, Schuldendienst und Schuldenverwaltung so­wie sonstige Ausgaben und Einnahmen betrugen nach der letzten amtlichen Statistik im Rechnungsjahr 1929/30 1494 Millionen Reichsmark. Setzt man hiervon infolge der Ge­haltskürzung ebenfalls 20 % ab, so verbleibt noch eine Ge­samtausgabe von 1195,2 Millionen Reichsmark. Die Ver­waltungskosten des Landes Preußen ohne die vorstehend angeführten Verwaltungszweige Hnd also demnach nicht geringer, sondern 14,94mal höher als die Verwal­tungskosten der gesamten reichsgesetzlichen Krankenkaßen. Neben den reichsgesctzlichen Krankenkassen gibt es aber auch noch sogenannte Ersatzkassen, die insgesamt knapp 10 % der in den reichsgesetzlichen Krankenkassen versicherten Per­sonen umfassen. Diese Ersatzkassen gaben nach der letzten amtlichen Statistik im Jahre 1931 23,916 Millionen Reichs­mark für ihre persönliche und sächliche Verwaltung aus. Während bei den Orts-, Land-, Betriebs- und Jnnungs- krankenkassen (einschließlich See-Krankenkasse) im Jahre 1931 pro Mitglied an Verwaltungskosten 7,03 RM. ausge- geben wurden, betrugen bei den Ersatzkassen die Verwal­tungskosten pro Mitglied 14.78 RM.

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Bei der Allgem. Ortskrankenkasse der Stadt Fulda betrugen die persönlichen Verwaltungs­kosten im Rechnungsjahr 1931 pro Mitglied und Jahr 4,71 Mark.

Für Rettung aus Gefahr.

Dem Landwirtschaftsgehilfen Ferdinand Herbert in Horas wurde vom Herrn Preußischen Minister des Innern die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr ver­liehen. Herbert hat am 29. Dezember 1932 ein bei Horas in die Fulda gefallenes 6jühriges Mädchen mit eigener Lebensgefahr vor dem sicheren Tode des Ertrinkens geret­tet. Die Medaille wurde dem jungen Mann durch den Herrn Landrat Freiherrn von Eagern in Fulda persönlich überreicht.

Burghaun. (Gerichtsgebäude verkauft.) Am letzten Freitag wurden im Koch/schen Gasthofe die Gebäude des im letzten Jahre aufgehobenen Amtsgerichts und der Kerichtsdienerwohnung öffentlich versteigert. Da sämtliche Gebäude, Garten etc. in einem Lose verkauft wurden, bot nur die Gemeinde Burghaun und zwar erst acht- und schließ-