Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten
Merkblatt für den 28. Februar.
1683: Der französische Physiker A. F. Rens de Rsaumur . Rochelle geb. — 1833: Der preußische Eeneralfeld- marschall Alfred Graf von Schliessen in Berlin geb. — 1925: Friedrich Ebert, deutscher Reichspräsident, in Berlin gestorben.
Vin ich denn der Hüter meines Bruders? Den ich «ickt kenne! Mit dem ich keinen Kontakt habe! Za, du M der Hüter. Schaffe den Kontakt!
Sonnenschein.
Wetterbericht.
Bor Südengland liegt ein Tief, das ein Schlechtwetter- (Ä bis nach Frankreich vorgeschoben hat. Das sehr um- Wgreiche nordeuropäische Hochdruckgebiet setzt dem weite- icn Vordringen des schlechten Wetters noch starken Wider- iiand entgegen, so daß eine sehr rasche Umgestaltu. g nA^ niiit wahrscheinlich ist. Immerhin wird sich von Westen her langsam Bewölkungszunahme einstellen, auch werden hie auf Süd drehenden Winde Temperaturanstieg bringen. -Vorhersage bis Montag abend: Nach meist klarer und kalter Nacht langsame Bewölkungszunahme, späterhin cm Westen auch beginnende Niederschlagsneigung, bei nach Süd drehenden und etwas auffrischenden Winden milder. — Witterungsaussichten für Dienstag: Meist bewölktes und Mldes Wetter mit einzelnen Niederschlägen.
Wintersport.
Während bei uns im Tal der Schnee bis auf einige Reste größtenteils verschwunden ist, sind auf den Höhen, wie aus dm Vogelsberg berichtet wird, noch verhältnismäßig gute Äortmöglichkeiten vorhanden. Auch am gestrigen Fast- Mts-Sonntag herrschte im hohen Vogelsberg aus der Men und weiteren Umgebung reger Sportbetrieb; eine Mche Anzahl Getreuer des Lauterbacher Skiklubs waren natürlich auch wieder vertreten.
Die amtlichen Wintersportnachrichten vom 25. Februar Men: Vogelsberg (Hoherodskopf): 10 Grad Kälte, Schneehöhe 15 cm (Pulverschnee); Sportmöglichkeiten für Mund Rodel im Walde vorhanden. Herchenhainer Höhe: 6 Stab Kälte, 10—15 cm Pulverschnee, gute Sportmöglichleiten, desgleichen in Hochwaldhausen bei verharschter Schneedecke.
Rhön (Wasierkuppe): 15 Grad Kälte, 18 cm Pulverschnee; Ski und Rodel sehr gut. Ellenbogen: 7 Grad Kälte, 25 cm Pulverschnee, sehr gute Sportmöglichkeiten; desgleichen in Gersfeld bei 10 cm Pulverschnee.
-Fulda, den 27. Februar 1933.
Zur Stadtverordnetenwahl
warben folgende 7 Wahlvorschläge eingebracht:
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.
Karl Ehser, Schlosser, Sackgasse 10; Chr. Schweikart, Studienrat, Kurfürstenstratze 14; Max Wagner, Metzgermeister, Leipziger Straße 17; Wilhelm Schüßler, Rangie- n. Rhönstraße la; Jakob Willhardt, Schmied-,- Am Wald- chloßchen 72; Wilhelm Witte, Amtmann. Kurfürstenstraße i; Fritz Odenwald, Cchuhmachermeister, Rosengasse 5; Os- walb Franke, Telegrapheninspektor, Leipziger Straße 52; Eustav Iller, Gastwirt, Pfandhausstraße 5; Alfred Loh- miiller, Buchhändler, Kanalstraße 18. (Auf der Liste sind insgesamt 21 Kandidaten benannt.)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands.
Spitzenkandidat: Josef Kind, Vorsattler, Petersberger Straße 29.
Kommunistische Partei Deutschlands.
Spitzenkandidat: Hans Lange, Dachdecker, Kanalstraße 6.
Deutsche Zentrumspartei.
L Domkapitular Prof. Dr. Thielemann, Bäckermeister Pfeiffer, Leipzigerstraße; Vorarbeiter August Weber, WoOraße; Angestellter Otto Heidt, Rechtsanwalt Schult- ^^ostschaffner Schönherr; Weinhändler Anton Schmitt; Wr°u Berta Nüchter; Fabrikant Franz Weber; Arberter- NrMe Brehl. (Insgesamt sind vom Zentrum 57 Kandi- Wen aufgestellt.)
Kampffront Schwarz-weiß-rst.
. Emil Hennemuth, Zugführer, Molktestraße 14; J. Ebert, ^Maltungsbeamter, Frankfurter Straße 25; J. Frank, Erkellner, Vuttlarstraße 2; Clara Ulrici, akad. Musikleh- A>n, Lindenstraße 4; Max Röder, Glasermeister, Brau- h-lusstratze 4.
Evangelische Einheitsliste.
. Hermann Reichard, Pfarrer und Studiendirektor, Nie- Mstraße 14; Dr. Fritz Weymar, Syndikus, Langebrücke > Karl Taubenrauch, Schlosser a. B., Heinrich von Bibra- M 14; Otto Richter, Bezirkszollkommissar, Maberzeller 'Katze 5; Konrad Döll, Lehrer, Leipziger Straße 34; Ru- R Schenk, Kaufm. Angestellter, Frankfurter Str. 35; Aarich Hartmann, Schreinermeister, Künzeller Str. 15a;
Iw Zirkenbach, Kaufmann, Brauhausstraße 5; Franz Kuller, Arbeiter, Mainstraße 7; Maria Seitz, Hausfrau, aitlarstraße 2; Emil Latsch, Arbeiter, Vinzenzstraße 4; asuste Brockmèier, Pensionär, Wörthstraße 30; Karl Vek- S Obersteuersekretär, Am Kleegarten 1; Anna Ostwald, ausfrau, Am Waldschlößchen 53 ; Max "Knoblauch, Lack- yibalbertftrafte 14; Martin Niemeyer, Reichsbahn- "brsekretär, Riesiger Straße 40.
Liste Mihm (Christl, sozial).
--.âlthasar Mihm, Kaufmann, Am Waldschlößchen 11; ©üntge, Easarbeiter, Schlachthausgasse 11. (Die i^âihm weist insgesamt 9 Kandidaten auf.)
Wahlvorschläge unterliegen der Genehmigung des Schusses, der auch ihre Reihenfolge auf dem Stimm- ler o seststellt. Soweit die einzelnen Parteien auch bei St bâ?K^°lIswahl zugelassen sind, erhalten sie auf dem lurÄteI die gleiche Nummer wie auf dem Stimmzettel ^-andtagswahl.
^ Stimmzettel zur Reichstagswahl im Wahlkreis
Kan. „ Hessen-Nassau.
L ^ebr. Der Stimmzettel zur Reichstagswahl h P ölende Nummerierung:
' ^,'°"aljozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitler-
2 Hitler — Dr. Frick — Göring — Sprâger;
‘ ^Demokratische Partei Deutschlands Scheidemann
3 - Becker - Witte;
| Partei Deutschlands Thälmann - umzenberg - Barthel — Franziska Kessels
4. Deutsche Zentrumspartei Dr. Brüning — Dr. Dessauer
— Dr. Crone — Münzebrock — Schwarz;
5. Kampffront Schwarz-weiß-rot Dr. Hugenberg — Hergt
—‘ Wegmann — Freiherr von Schrenck-Notzing;
7. Deutsche Volkspartei Merton — Dr. Becker — Frau Roether — Dinges;
8. Christlich-sozialer Volksdienst (Evangelische Bewegung) Schmidt — Veidt — Dr. Rohrbach — Klüß;
9. Deutsche Staatspartei Dr. Heuß — Dr. Rosa Kempf — Dr. Schellenberg — Beckers;
10. Deutsche Bauernpartei Dr. Fehr;
12. Deutsch-Hannoversche Partei Dr. Häsemeyer — Scherz — Ries — Jahn.
Einzelrichtersitzung.
Der erwerbslose 28jährige H. M. in Rothemann hatte sich anfangs September bei einem hiesigen Fahrradhändler ein neues Fahrrad auf Ratenzahlungen unter Eigentumsvorbehalt des Verkäufers gekauft und als Anzahlung 15 Mark bezahlt. Die weiteren Zahlungen blieben aus. Ende Dezember stellte es sich heraus, daß M. das Rad zum Preise von 30 Mark anderwärts verkauft und den Betrag für sich verbraucht hatte. M. wurde wegen Unterschlagung statt zu einer Gefängnisstrafe von 15 Tagen zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt.
Bei der Revision des Kontrollbuches des hiesigen Pferdehändlers M. G. wurde festgestellt, daß bei der Verbuchung eines Pferdekaufes das Datum nicht eingetragen war. E. erhielt dieserhalb einen gerichtlichen Strafbefehl über 10 Mark, wogegen er Einspruch erhoben hatte. Der Einzelrichter verurteilte ihn zur seibert Strafe.
Ohne Führerschein hatte der Kaufmann E. K. hier am 22. Dezember ein Kraftfahrzeug gefahren. Dieserhalb hatte er einen Strafbefehl über 10 Mark erhalten, gegen den er Einspruch erhoben hatte. Das Urteil lautete auf 4 Mark Geldstrafe, wozu noch die Kosten des Verfahrens kommen.
, Die Stationskasse
bittet uns, die ' Ruhestandsbeamten, Hinterbliebenen und Rentenempfänger.in Kenntnis zu setzen, daß die Bezüge während der Umbauarbeiten der Stationskasse an dem Güterschalter am 28. Februar und 1. März zur Auszahlung kommen.
Marburg, 24. Febr. (Geheimrat Troeltsch ge - storben.) Nach kurzem Leiden verstarb gestern plötzlich ein langjähriges verdientes Mitglied des akademischen Lehrkörpers der Marburger Universität, der Professor der Staatswissenschaften und Direktor des staatswrsssnschaft- lichen Seminars Geh. Regierungsrat Professor Dr. Walter Troeltsch infolge eines Herzschlages. Ter Gelehrte, der am 6. Juli 1866 in Mergenstetten (Württemberg) geboren wurde und die ersten sechs Jahre seines Lebens in Aegypten verbrachte, kam im Jahre 1902 als Nachfolger des Professors Rathgen nach Marburg und ist durch seine zahlreichen wertvollen Schriften auf dem Gebiete der Staatswissenschaften weit bekannt geworden. Im Jahre 1922 war er Rektor der Universität. Fünf Jahre gehörte er der Marburger Stadtverordnetenversammlung an und war deren stellvertretender Vorsitzender.
Marburg, 25. Febr. (Schwere Folgen eines Liebesdienstes für den Schwager.) Ein schwerer Denkzettel wurde gestern vor der hiesigen Großen Strafkammer dem 27jährigen, bisher noch straffreien Arbeiter Kornmann aus Moischt bei Marburg zuteil. Im Dezember v. Js. hatte sich der Schwager des Kornmann wegen eines in einem Alimentationsprozeß geleisteten Meineids zu verantworten. Zwei Tage vor Beginn der Schwurgerichtsverhandlung suchte Kornmann seinem angeklagten Schwager dadurch einen Liebesdienst zu erweisen, daß er den zur Verhandlung geladenen Zeugen Grau, von dem er wußte, daß er den Schwager belasten würde, mit Gewalt zu einer falschen eidlichen Aussage zwingen wollte. Als sich Grau diesem Ansinnen entgegensetzte und erklärte, vor Gericht unter Eid die reine Wahrheit sagen zu müssen, wurde er von Kornmann schwer mißhandelt, der wohl nicht geahnt hat, welche Folgen dieses Späßchen haben würde. Kornmann suchte zu allem Ueberfluß auch noch seine Straftat abzuleugnen und dem Gericht ein Märchen zu erzählen. Das Gericht glaubte dem Angeklagten jedoch nicht und hielt infolge der frivolen Art und Weise, mit welcher Kornmann den Belastungszeugen zu einer falschen Aussage verleiten wollte, eine schwere Strafe am Platze. Es ging erheblich über den Strafantrag der Staatsanwaltschaft, welche 1% Jahre Zuchthaus beantragt hatte, hinaus und erkannte auf 2 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust.
Limburg, 25. Febr. (Schwerer Autounfall in Limburg.) Gestern nachmittag stießen hier an der Ecke Bahnhofstraße—Obere Schiede zwei Autos in schneller Fahrt zusammen. Ein in dem einen Wagen sitzendes kleines Kind wurde durch den Anprall durch die Windschutzscheibe geschleudert und schwer verletzt.
Gießen, 25. Febr. (Wieder 514 Prozent evangelische K i r ch e n st e u e r i n G i e ß e n.) Wie im Vorjahre, so wurde von der evangelischen Gesamtkirchenige- merndevertretung in Gießen für das Rechnungsjahr 1933 der lokale Kirchensteuersatz auf 554 Prozent festgestzt. Der ordentliche Vorschlag der Kirchengemeinde schließt mit rund 104 399 RM ab. Der Kirchensteuersatz von 5 54 Prozent gilt seit 1. April v. I., bis dahin hatte man 6 Prozent erhoben.
Gießen, 24. Febr. (Gießen schließt sich der Ruhrgasversorgung durch die Hekoga an.) In nichtöffentlicher Sitzung beschäftigte sich der Gießener Stadtrat gestern mit einer Vorlage der Stadtverwaltung über die Gasfernversorgung. Nach einer Mitteilung der Stadtverwaltung hat der Stadtrat nach eingehender Beratung einem Vorvertrag mit der Hessischen kommunalen Gasfernversorgung (Hekoga) wegen Gaslieferung aus der geplanten Gasfernleitung von Siegen über Gießen, Bad Nauheim usw. zugestimmt.
Gießen, 25. Febr. (Ehrung de r 11 n iv e rs i.tät Gießen d u r ch I t a l i e n.) Im Auftrag der italieni- schen Regierung und des italienischen Generalkonsulats m Frankfurt a. M. überreichte die Lektorin für italienische Sprache an der Universität Gießen Frl Dr Pacrni dem Rektor der Universität Gießen das Bild der Göttin Roma, „das heilige Symbol eines Volks, das in jemen ältesten kulturellen und politischen Traditionen das Selbstbewußtsein seines Wertes wiedergefunden hat. Rom, das sogar in den schwersten Jahren seiner Geschichte der ganzen Welt den Schatz seiner altüberlieferten Kultur bereitwilligst öffnete, bringt heute stolz auf seine national-kulturelle Wiederge-
Butt selbst über Al-èn und. Meâ heK AuhtN feines Namens und das ewig leuchtende Licht jener huckaNiLüs, der Gott keine Grenzen fetzte." Die-wertvolle Plakette hat in dem romanischen Seminar der Universität an bevorzugter Stelle einen Ehrenplatz erhalten.
Alsfeld, 26. Febr. (Weitere Belebung der oberhessischen Textilindu strie.) Die Firma Mechanische Kleiderfabrik Alsfeld, Georg Dietrich Bücking, Alsfeld, das größte Unternehmen der Provinz und zugleich die bedeutendste Verufskleiderfabrik Hessens, hat, veranlaßt durch den schon seit Wochen anhaltenden enormen Auftragseingang, nunmehr auch ihren dritten seither stilliegenden Betrieb in Alsfeld wieder eröffnet. Die Firma arbeitet somit in allen Werken wieder mit voller Belegschaft.
Hungen, 25. Febr. (Billige Fleischversorgung in oberhessischen Dörfern.) In zahlreichen Orten unserer Umgegend lassen die Landwirte jetzt ihre schlachtreifen Kühe und Rinder selbst schlachten und verkaufen das Fleisch an die Ortseinwohner. Einige Gemeinden haben auf diese Art auch ihre schlachtreifen Ee- meindebullen verwertet. Bei dieser Fleischversorgung kommt die Bevölkerung gut weg, denn das ■ Rindfleisch kostet dabei 45 Rpf., das Kuhfleisch 38 bis 40 Rpf. pro Pfd.
Gelnhausen, 25. Febr. (Bei der Arbeit schwer verunglückt.) Durch einen unglücklichen Zufall geriet der jugendliche Arbeiter Weigel, Altenhaßlau, mit der Hand in ein Walzwerk einer hiesigen Eummifabrik. Die Quetschungen waren derartig stark, daß dem Bedauernswerten die Hand amputiert werden mußte.
Frankfurt a. M., 24. Febr. (Zur Neuorganisation des Sparkassenwesens.) Zu der Meldung über die Neuorganisation des Sparkasienwesens wird von maßgebender Stelle mitgeteilt, daß es sich bei der erwähnten Sitzung im Rathaus zu Kassel nicht um eine Sitzung des Eesamtvorstandes des Eparkasienverbandes für Hessen- Nassau, sondern um eine Sitzung von Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und des Vorstandes des Sparkassenverbandes unter Leitung des Staatskommisiars für das Eparkasienwesen, Landrat von Monbart, gehandelt hat. Bei der neuen Organisation handelt es sich nicht um einen Zweckverband auf der Grundlage des preußischen Zweckverbandsgesetzes von 1911, sondern um einen öffentlich-rechtlichen kommunalen Verband durch besondere Verordnung. Der neue kommunale Verband wird den Namen haben „Sparkassen- und Eiroverband für Hesien-Nasiau". Er wird der Hauptverband sein, dem zwei Unterverbände für die Regierungsbezirke Kassel und Wiesbaden entsprechen, um mit den bestehenden beiden Kreditinstituten, nämlich der Landeskreditkasse in Kasiel und der Nassauischen Landesbank in Wiesbaden, als zuständigen Girozentralen eine Arbeitsgemeinschaft in die Wege zu leiten, die für später die kapitalmäßige Beteiligung an den genannten Landesbanken als Eemeinschaftsbanken anstrebt. An der Spitze des Hauptverbandes wird voraussichtlich hauptamtlich ein Verbandsvorsteher stehen. Ueber weitere etwa erforderliche Sitzungen liegen noch keine endgültigen Beschlüsse vor.
Frankfurt a. M., 25. Febr. (Erneute Falschmünzertätigkeit in Frankfurt a. M.) In Frankfurt am Main sind in den letzten Tagen gleich zwei neue Typen von Falschgeld aufgetaucht, von denen schon zahlreiche Exemplare beschlagnahmt sind. Sie wurden von den Fälschern und ihren Helfershelfern besonders in der Innenstadt in den Verkehr gebracht. Diesmal handelt es sich um falsche Zwei- und Fünfmarkstücke. Die Zweimarkstücke sind auffallend schmutzig-weiß und bei einiger Aufmerksamkeit leicht als Falsifikate zu erkennen. Die Fünfmatkstücke, die aus Kupfer geprägt und mit Silber überzogen sind, find dagegen gut ausgefallen, so daß hier doppelte Vorficht geboten ist.
Frankfurt a. M., 25. Febr. (Mehr als 15 7 0 0 0 - Mark Ueberschuß beim Frankfurter Sänge r - V u n d e s f e st.) Die Abrechnung über das finanzielle Ergebnis des XI. Deutschen Sänger-Bundesfestes ist nunmehr abgeschlossen, vom Bundesschatzmeister und den Bundesrevisoren nachgeprüft und dem Gesamtausschuß des Teutschen Sängerbundes in seiner Sitzung in Goslar am 25. d. M. vorgelegt worden. Obgleich das Fest unter den denkbar ungünstigsten wirtschaftlichen Verhältnissen vorbereitet werden mußte und sich immer wieder neue unvorhergesehene Schwierigkeiten entgegenstellten, schließt die Abrechnung mit einem Ueberschuß von 157 254,99 Mark ab, wodurch in bezug auf das finanzielle Ergebnis alle bisher abgehaltensn deutschen Sängerbundesfeste tief in den Schatten gestellt werden. In den Revisionsberichten wird anerkannt, daß das so überaus günstige Ergebnis verursacht ist durch die vorbildliche Führung der Finanzgeschäfte durch den Vorsitzenden des Festausschusses Rechtsanwalt und Notar Dr. Karl Hermann-Frankfurt a. M., deren Grundsätze bereitwillig von allen Mitgliedern des Festausschusses aufgenommen waren. Weiterhin hat sich die über jedes Erwarten starke Beteiligung der Frankfurter Bevölkerung bei allen Veranstaltungen des Festes äußerst günstig ausgewirkt. Die mustergültige Buchführung und Abrechnung ist das besondere Verdienst des Vorsitzenden des Presseausschusses, Franz Seelmann-Frankfurt r. M Am Ueberschuß ist vertragsmäßig die Stadt Frankfurt am Main im Endergebnis mit 16 950 Mark beteiligt. Es besteht die Gewähr, daß dieser Betrag kulturellen und wohltätigen Zwecken zufließt. Unter der Bedingung, daß dies geschieht, wird der Festausschuß-Vorsitzende bei den Organisationen des Deutschen Sängerbundes den Antrag vertreten, daß auch von dort ein beachtlicher Betrag für gleiche Zwecke zur Verfügung gestellt wird.
Darmstadt, 25. Febr. (Wegen Amtsunter schba- ss u n g verurteilt.) Vor dem Bezirksschöffengericht hatte sich am Freitag der frühere Eemeinderechner von Hetzbach i. Odenwald wegen Unterschlagung im Amt zu verantworten. Bei einer Kassenrevision, die jetzt noch andauert, wurde ein Defizit von 10 000 Mark festgestellt. Obwohl der Angeklagte jede Schuld bestritt, kam das Gericht auf Grund der Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte jahrelang, möglicherweise schon seit 1924, Unterschlagungen verübt und deshalb in den letzten Jahren die Bücher in unglaublich unordentlicher und nachlässiger Weise geführt hat. Unter Zubilligung mildernder Umstände lautete das Urteil auf zehn Monate Gefängnis.
Darmstadt, 25. Febr. (Gemeingefährlich.) Vordem Bezirksschöffengericht Darmstadt hatte sich der aus Ludwigshafen stammende Kaufmann Valentin Schmidt wegen Darlehnsschwindels zu verantworten. Auf Grund ärztlichen Gutachtens, das ihm den § 51 zubilligte, erfolgte Freisprechung. Der Staatsanwall behielt sich jedoch vor, den Angeklagten wegen Gemeingeführlichkeit dauernd in einer geschlossenen Anstalt internieren zu lassen.
Walldorf (Kreis Eroß-Eerau), 24. Febr. (Walldorf am Ende seiner Kraft.) Ein ernster Hilferuf kommt soeben aus Walldorf. Bürgermeister Jourdan, der erst vor 14 Tagen erneut auf neun Jahre zum Bürgermeister ge . Wählt wurde, berichtet dem „Groß-Gerauer Tageblatt", dckß Walldorf nun tatsächlich am Sndd seiner Kraft angelangt ist. Heute war in Walldpis Zahltag für die WohlsahrtZ -