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Die Aufgaben künftiger Kaliurpoliiik.

Vizekanzler von Papen über den Kampf gegen den Marxismus.

Vizekanzler von Papen sprach in der Aula der Friedrich-WUHelm-Universilär in Berlin vor ver nationalen Studentenschaft. Er führte u. a. aus: An der Wende der Zeiten, in der wir leben, geht es nicht etwa um die Knebelung des Geistes, sondern um die Wiederher­stellung seiner dienenden Stellung gegenüber dem gott- erfüllten Leben, von dem ihn die Wissenschaft zeitweise ge­trennt hatte. Alle wahren Revolutionen sind solche des

Geistes gegen die Mechanik.

Deshalb ist nicht der Bolschewismus die wirkliche Revolution des 20. Jahrhunderts, der Bolschewismus, der vielmehr Sklavenaufstand und endgültige Mechanisierung des Lebens bedeutet. Die wahre Revolution des 20. Jahr­hunderts, die überall in Europa angehoben hat, ist viel­mehr die der heroischen und gottverbundenen Persönlich­keit gegen unlebendige Fesselung, gegen Unterdrückung des göttlichen Funkens und des Schöpferischen im Menschen, gegen Mechanisierung und Kollektivi- s i e r u n g. Aus dieser meiner Ausführung wird klar, was ich unter

Kampf gegen den Marxismus, wie wir ihn führen wollen, verstanden haben will. Aber wenn wir diesen Kampf führen müssen, dürfen wir nie­mals die e l g e n e S ch u l d der letzten Generation ver­gessen, die in derllberbürokratisierung des Staates, in der Verkapitalisierung unseres Besitzes und unseres Unternehmertums diesen kollektivistischen Irrweg weitgehend vorbereitet hat. Deshalb darf der Kampf nicht vom liberalen Standort ausgeführt werden, nicht für das anonyme unkontrollierbare Finanz­kapital, nicht für den zufälligen Besitzstand von heute, sondern,für die

Verwurzelung und Neuordnung des gesamten Volkstums.

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Dr. Goebbels spricht in Berlin.

Auf einer NSTAP.-Kundgebung in Berlin« Wilmersdorf sprach Dr. G o e b b e l s.- In seiner Rede betonte er u. a.: Der Kabinettswechsel vom 30. Januar ist in keiner Form zu vergleichen mit den so zahlreichen Kabinettsstürzen der Vergangenheit. Die Entscheidung, Hitler die Macht zu geben, ist eine endgültige, die nickt wieder aufgehoben werden kann. Es handelte sich nicht nur darum, daß Männer gingen und kamen, sondern mit denen, die gingen, fiel ein altes Svstem, und mit denen, die kamen, stieg ein neues auf. Man fragt uns nach unserem Programm unh behauptet, wir hätten keins. Es soll uns niemand für so blechköpfig halten, daß wir nicht auch solche billigen Versprechungen abgeben könnten, wie die früheren Regierungen das so prompt immer getan haben. Wir versprechen, zu arbeiten und jedes Hinder­nis aus diesem Wege radikal zu beseitigen. Die Reichs­regierung bringt nicht jenes Maß von Unehrlichkeit auf, nur zu versprechen, um Stimmen zu fangen. Deshalb legen wir unseren Aufbau auf weite Sicht an und sind der Meinung: Die, die wir jetzt nicht durch Worte über­zeugen, werden wir in den kommenden Jahren durch Taten überzeugen.

Brüning spricht in Kaiserslautern.

In Kaiserslautern sprach Dr. Brüning in zwei Wahlkundgebungen der Bayerischen Polkspartei und des Zentrums. Die Bäuerische Volkspartei und das Zentrum, s» betonte er, würden die starke Mitte bilden, die geeignet sei, die Zukunft unseres Vaterlandes durch eine sachliche und verantwortungsvolle Politik zu sichern. In einem stammesgemäß gegliederten Deutschland liege die größte Sicherheit für die deutsche Einheit, die eigentliche Gefahr für die deutsche Einheit. Wenn die Reichsregierung in ihrem Aufruf von einem Trümmerhaufen geredet Habs, so müsse er daran erinnern, daß er selbst mit zwei Mit­gliedern und auch mit dem Ches der jetzigen Regierung über seine Pläne betreffs Streichung der Reparationen, Abrüstung usw. schon im September 1930 gesprochen und sie gebeten habe, seine Politik zu unterstützen. Er habe Deutschland fürchterliche Opfer auferlegt, nur um finan­ziell und wirtschaftlich gerüstet zu sein für den Kampf nach außen. Deutschland habe bei Ausbruch des Krieges einen gewaltigen Goldschatz gehabt, der nach Kriegsende fast auf ein Nichts zusammengeschmolzen gewesen sei, neben einer Notensteigerung auf 22 Milliarden und einer Schuldensteigerung von rund 4 Milliarden auf über 100 Milliarden. Der Trümmerhaufen sei also nicht von den Nachkriegsregierungen geschaffen worden.

Neun Wahlvorschläge im Wahlkreis Hessen-Darmstadt zugelassen.

Darmstadt, 21. Februar.

Heute abend tagte der Wahlkreisausschuß des Wahl­kreises 33 (Heffen-Darmstadt) unter dem Vorsitz des Wahl­leiters Ministerialrat Bornemann. Bis zum Ablauf der Einreichungsfrist waren elf Wahlvorschläge eingegangen. Zwei Vorschläge, und zwar die Sctzialistische Kampfgemein­schaft und die Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern, wurden wegen Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorschriften bzw. zu später Beibringung der vom Gesetz geforderten Un­terlagen nicht zugelaffen. Folgende neun Wahlvorschläge wurden vom Ausschuß anerkannt:

1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitler- Bewegung), (Hitler, Dr. Frick, Göring, Rodenberg, im ganzen 39 Bewerber).

2. Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Dr. Mieren­dorf-Darmstadt, Ritzel-Gießen, Weber-Offenbach, Stef­fan-Oppenheim, im ganzen 12 Bewerber).

3. Kommunistische Partei Deutschlands (Thälmann, Bren- zel-Franksurt a. M., Zeiß-Fürth, Geist-Frankfurt am Main, im ganzen 16 Bewerber).

4. Zentrumspartei (Dr. Brüning, Dr. Bockius-Mainz, Knoll-Darmstadt, Blank-Nieder-Saulheim, im ganzen 12 Bewerber).

5. Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (Dr. Hugenberg, Lahr, Dr. Meesmann-Gietzen, Bauer, im ganzen 12 Be­werber).

7. Deutsche Volkspartei (Dingeldey, Dr. Niepoth-Schlitz, Frl. Birnbaum-Gießen, Becker-Offenbach, im ganzen 8 Bewerber).

8. Christlich-Sozialer Volksdienst (Veift-Frankfurt a. M., Lehrer Creb-Mainz-Weisenau, Wiemer, Kunz, im ganzen 14 Bewerber).

9. Staatspartei (Dr. Heuß, Dr. Weiner-Offenbach, Frau Dr. Kempf-Frankfurt a. M., Christ-Mainz, im ganzen 27 Bewerber).

10. Deutsche Bauernpartei (Dr. Fehr-München, nur ein . Bewerber). _________

Anschließend tagte dann der Verbandswahlausschuß, der direkt der Reichsliste zuführt, haben alle übriarn Pr»rtpien die Verbindungserklärungen genehmigte. Mit Ausnahme mit dem Wahlkreisverband 19 Hessen-Nassau Berbindungs- dèr Sozialdemokratischen Partei, die ihre Reststimmen erklärungen abgegeben.

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten

Merkblatt für den 23. Februar.

1685: Der Komponist Georg Friedrich Händel in Halle an der Saale geb. 1855: Der Mathematiker und Astro­nom Karl Friedrich Gauß in Göttingen gest. 1863: Der Maler Franz v. Stuck in Tettenweis-geb.

Der ist ein Mann, der seines Tuns sich freut, Und vieles tat, und den von allem nichts gereut.

I. W. L. Elei m.

Wetterbericht.

Das vor dem Skagerak liegende Tiefdruckgebiet führt vom Ozean wieder wärmere Luftmassen herbei, die in Frankreich zur Ausbildung einer neuen Teilstörung führen. Sie wird auch bei uns leichte Niederschläge (meist in Form von Schnee) bringen. Das mächtige auf dem Atlantischen Ozean liegende Hochdruckgebiet sperrt vorerst heranziehen- den Tiefdruckgebieten den Weg nach Osten zu ab, so daß eine milde Witterung noch nicht zu erwarten ist. Vor­hersage bis Mittwoch abend: Wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen schauerartigen Niederschlägen (meist Schnee), zunächst etwas milder, dann wieder neue Abkühlung. Witterungsaussichten für Donnerstag: Bei nördlichen Winden wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schnee­fällen.

Amtliche Wintersportnachrichten vom 21. Februar.

Rhön: Ellenbogen: Temperatur 110 C., Schnee­höhe 20 cm, Neuschnee 35 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Vogelsberg : Hoherodskopf: Temperatur 140 C., Schneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel im Walde sehr gut. Herchenhainer Höhe: Temperatur 8° C., Schneehöhe 15 cm, Schneedecke verharscht, Ski und Rodel sehr gut. _____________

* Fulda, den 22. Februar 1933.

Das Zimmerkiima.

Eine Tages wird es so weit sein, daß jeder von uns sich sein eigenes Klima wird leisten können, nicht dadurch, daß er auf Reisen geht, um sich das für sein Wohlbehagen passende Klima auszusuchen, sondern auf ganz billige Weise zu Hause in seinem Wohnzimmer. Was ist Klima? Die Wissenschaft antwortet darauf: Klima ist der durch­schnittliche Zustand der Atmosphäre an irgendeinem Punkte der Erdoberfläche unter dem Einfluß des Zusammen­wirkens aller meteorologischen Erscheinungen. In diesem Sinne sprechen wir von einer heißen Zone, von einer kalten Zone, von einer gemäßigten Zone.

Nun ist aber nicht jeder mit dem Klima, in das er hineinversetzt ist, zufrieden: der eine möchte es etwas wärmer, der andere etwas kälter haben. Allen diesen Nörglern ist zu sagen, daß es außer demGroßklima" eines ganzen Landes auch einKleinklima" gibt, das Klima eines engbegrenzten Bezirkes. Jede Stadt und in jeder Stadt, jede einzige Straße kann ihr ganz besonderes Klima haben. Es wird bedingt durch atmosphärische Einflüsse, durch hohe oder niedrige Bauten, durch große Fabrik­anlagen, deren Rauch die Luft erfüllt usw. Wir wissen ja alle, daß es in jeder Stadt kühle Straßen und sonnige Straßen gibt, und daß das ganz von der Anlage der Straßen abhängt.

Und wie es ein Stadtklima und ein Straßenklima gibt, ein Großstadlklima und ein Kleinstadtklima, so gibt es auch ein Hausklima, ein Klima, das von der Art, in der ein Haus gebaut worden ist'abhängt. In dem einen Hause herrscht dumpfe Luft, in einem anderen ist es besonders kühl, in einem dritten ist es schon auf dem Treppenflur vor Hitze nicht auszlihalten usw. Und nun braucht man nur noch einen Schritt weiterzugehen, um in jeder Woh­nung, in jedem Zimmer ein besonderes Klima zu entdecken. Eine neue Wissenschaft, dieKleinklimaforschung", be­schäftigt sich mit diesen Dingen, und man muß gestehen, daß diese Wissenschaft von großer Bedeutung ist. Die Kleinklimaforschung untersucht die Besonderheiten der klimatischen Verhältnisse eines ganz eng begrenzten Be­zirkes und sucht z. B. ein Zimmerklima, wenn es nicht so ist, daß der Mensch bequem darin leben kann, zu ändern. Es wird also ein künstliches Klima geschaffen, wie wir uns schon längst künstliches Licht und künstliche Wärme (Zentralheizung) und ähnliches geschaffen haben. Hier berührt sich die Kleinklimaforschung mit wichtigen Fragen der Hugiene: es muß eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt sein, wenn wir uns in unserem Wohn- oder Arbeits­zimmer behaglich und gesund fühlen sollen. Die. Technik wird also in absehbarer Zeit den Luftdruck, die Tempe­ratur, die Lichtverhältnisse in jedem einzelnen Raume regu­lieren können, was besonders für gewisse Krankheiten (Herzkrankheiten, Asthma usw.) von noch gar nicht abzu­schätzender Bedeutung werden kann; denn man weiß ja, daß solche Krankheiten in hohem Maße von gewissen klima­tischen Bedingungen beeinflußt werden, und daß man durch das richtige Klima überraschende Heilerfolge erzielen kann. Man wird eines Tages vielleicht ganze Straßen oder auch Häuserblocks oder auch einzelne Häuser mit An­lagen ausstatten, die unabhängig von der Jahreszeit jedes gewünschte Klima in Räumen herstellen können. Auf dem Wege dazu sind wir heute schon: es gibt ja große Venti­latoren, die je nach Bedarf kalte oder heiße Luft in die Zimmer bringen können, die geeignet sind, die Räume je nach Bedarf feucht oder trocken zu erhalten. Wann es so weit sein wird, daß jeder von uns sich seinPrivatklima" wird besorgen können, das läßt sich nur deshalb noch nicht mit Sicherheit feststellen, weil das alles nicht nur eine Frage der Technik auf sie können wir uns schon ver­laffen, sondern vor allem eine Frage des Geldbeutels ist, und da hapert es bekanntlich immer noch ein bißchen. Aber einst wird kommen der Tag . . .!

Zwangsversteigerung Schütz in Harmerz.

Die auf den Schreiner Leo Schütz in Harmerz eingetra­genen Grundstücke und zwar in Harmerz Wohnhaus, bebau­ter Hofraum und Hausgarten und in der Gemarkung Bronnzell ein 11 ar 70 qm großer Acker gelangte am Dienstag im Wege der Zwangsvollstreckung zur Versteige­rung. Der Wert der beiden Grundstücke beträgt zusammen 9 700 Mk. Rechte bleiben nicht bestehen. Das geringste Gebot betrug 206,03 Mk., das Höchstgebot mit 7 000 Mk. gab die Kurhessische Zentral-Genossenschaftsbank in Kassel ab. Der Zuschlagstermin ist auf den 7. März festgesetzt.

Weiße Zähne: Chlorodont

Krise in der Natur.

Das WortKrise" ist uns geläufig geworden: wir hören es jeden Tag, wir lesen es jeden Tag, wir sprechen es jeden Tag. Was wir darunter zu verstehen haben, braucht kaum erklärt zu werden: von politischen Krisen ist die Rede, von Wirtschaftskrisen und von allem, was damit zusammenhängt. Jetzt aber kommt die Wissenschaft und behauptet, daß auch die Natur, auf die man sich früher fest verlassen konnte, von der Krise erfaßt worden sei. Sie behauptet das nicht nur, sondern sucht es auch gleich zu beweisen. Sind denn die Jahreszeiten nicht schon seit vielen Jahren aus Rand und Band? Sind da nicht schon längst alle Grenzen verwischt? Der Hochsommer sieht aus wie Herbst, und im Winter ist cs zwar noch nicht sommer­lich warm, aber auch nicht mehr winterlich kalt, wenigstens im allgemeinen nicht.

Irgend etwas scheint da nicht mehr ganz zu stimmen, und die Gelehrten sagen, daß sich in unserem Klima etwas geändert haben müßte. Was es ist, das weiß man nicht, aber man wird es mit der Zeit schon herauskriegen. Jedoch nicht nur mit der Atmosphäre ist etwas Besonderes vorgegangen, sondern auch im Erdinnern, wie man an- nimmt. Erdbeben kamen früher in Europa auch vor, und es gibt europäische Erdbebengebiete, die sich neben den außereuropäischen schon immer ganz gut hätten sehen lassen können, Süditalien zum Beispiel und Griechenland. Und auch in Deutschland gab es früher von Zeit zu Zeit Erderschütterungen sie waren sozusagen nicht der Rede wert, aber vorhanden waren sie. Jetzt aber ist es so, daß sich diese tektonischen Erscheinungen mehren, daß sie immer häufiger kommen und stark und stärker werden. Also, was ist los in und über der Erde? Wenn Begriffe und Erklärungen fehlen, stellen sofort sich die Sonnenflecken ein, und so kann man auch jetzt wieder hören, daß die klimatischen Veränderungen und die tektonischen ^Erschei­nungen irgendwie mit den Sonnenflecken zusammen­hängen. Andere freilich sind anderer Ansicht: sie geben der gewaltigen Verbreitung der Radiowellcn schuld an allen ungewöhnlichen Naturgeschehnissen. Es ist eine Hypothese, die so gut oder so schlecht ist wie irgenbetue andere. .,

Was aber nicht außer acht zu lassen ist, ist die stellung der Menschen zu der Krise in der Natur, bat heißt gewisser Menschen, die nicht erst die Wissenschaft zm Erklärung merkwürdiger Ereignisse zu Hilfe rufen, son­dern ganz gut mit ihrem bißchen Unverstand auskommen. Hell- und Dunkelseher und äbnliche Weise verbreiten aller­leiTheorien", aus denen sich ergeben soll, daß Europa schweren Naturgefahren entaegengehe. Mit Meteorologie und Geologie haben solche Dinge nichts zu tun, aber ne sind gerade deswegen nicht ganz ungefährlich. Wer ver nünftia ist. läßt sich nicht ins Bockshorn jagen, selbst wenn er die Krise in der Natur sich und anderen nickt gleich er­klären kann. Wenn auch in den tieferen Erdschichten unseres Festlandes eine früher in solchem Ausmaße nicht beobachtete, besonders rege tektonische Tätigkeit vor sich geht, wenn uns auch die Jahreszeiten manchmal ein biß­chen vertauscht zu sein scheinen, so brauchenwir darum noch lange nicht zu befürchten, daß die vielfach prophe­zeitenNaturkatastrophen" wirklich eintreten werden.

Jahres-Hauptversammlung des Evangelischen Bundes.

Der Zweigverein Fulda des Evangelischen Bundes hielt am Sonntag abend im Evangel. Gemeindehaus seine dies­jährige Jahres-Hauptversammlung ab, die sehr zahlreich besucht war. Nach kurzer Begrüßung des Vorsitzenden hielt der Vorsitzende des Kurhessischen Hauptvereins des Evan­gelischen Bundes, Herr Prof. Hofmann -Kassel, eine An­sprache, in der er auf die Arbeit im Hauptverein einging unb betonte, daß der Fuldaer Zweigverein mit zu den rührigsten Vereinen im kurhessischen Bezirk gehöre. Ter Redner überreichte sodann Herrn Kreispfarrer Weber und Herrn Reichsbank-Obergeldzähler Seibert als An­erkennung für lanjgährige treuen Dienste an der evange­lischen Bundessache die Luther-Gedenkmünze. Herr Proi Hofmann wies sodann darauf hin, daß die Arbeit der Evangelischen Bundes in der heutigen Zeit nötiger sei den» je. Der evangelische Glaube und die evangelische Kirche seien durch die Gottlosenbewegung und andere Kräfte in Gefahr. Die evangelischen Christen müßten daher in Einigkeit und in Treue zu ihrem Glauben und ihrer Kirche zusammenstehen und alle Angriffe abwehren. Die Reli­gion sei eine gemeinschaftsbildende Macht, ohne die ein Volk nicht existieren könne. Die Kirche sei eine unentbehr­liche Pflegestätte der Religion, die durch ihre Gottes­dienste eine segensreiche Aufgabe erfülle. Leider war Herr Prof. Hofmann gezwungen, seine Ausführungen abzu­brechen, da er seine Rückreise nach Kassel antreten mußte. Nachdem ihm Herr Kreispfarrer Weber für seinen Vor­trag gedankt hatte, wurde in den geschäftlichen Teil der Jahrös-Hauptversammlung eingetreten. Der Vorsitzende gedachte zunächst des Todestages von Dr. Martin Luther und führte aus, daß die heutige Zusammenkunft als eine Luther-Gedenkstunde gedacht sei. Der Geschäftsbericht zeugte von einer sehr rührigen Arbeit während des ver­floßenen Geschäftsjahres, die insbesondere in Vortrags­und Aufklärungsarbeit bestand. Außerdem wurden ein Ausflug nach Schloß Bieberstein und eine Reformations- feier verbunden mit einer Gustav Adolf-Feier veranstaltet. Aus dem Kassenbericht ging hervor, daß die Finanzen des Zweigvereins in bester Ordnung und gut fundiert sind. Die Mitgliederzahl konnte im vergangenen Jahre trotz der schlechten Wirtschaftslage vergrößert werden, was als Be­weis dafür angesehen werden kann, daß die evangelische Bevölkerung mit der Arbeit des Zweigvereins des Evan­gelischen Bundes zufrieden ist. Anstelle eines durch Ver­setzung von Fulda ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes wurde Herr Pfarrer Reichard neu in den Vorstand ge­wählt. In außerordentlich reger Aussprache kam in ver­schiedener Hinsicht ein eifriger Wille der Mitglieder zu'" Ausdruck, an der Arbeit des Evangelischen Bnndes tatkräftig mitzuarbeiten. In seinem Schlußwort ermann Herr Kreispfarrer Weber zur Einigkeit und zur Fördf' rung des Gemeinschaftsgeistes und sprach dem Vorstand seine rührige Tätigkeit Dank und Anerkennung aus. Versammlung wurde darauf in später Abendstunde schlossen.

Fuldaer Buttermarkt.

Auf dem heutigen Buttermarkt wurden für das Ps""» Landbutter 90 Pfennig bezahlt. Eier kosteten anfangs' Pfennig, später 8 Pfennig,