Einzelbild herunterladen
 

Nr. 43 Montag, 20. Februar 1933

Kurze polnische Nachrichten.

Die A n n a b e r g e r (Erzgeb.) Stadtverordnetenver­sammlung beschloß mit großer Stimmenmehrheit, Hindenburg und Hitler zu Ehrenbürgern zu ernennen. *

Die Französische Kammer hat einen Regie­rungsantrag angenommen, der die Eröffnung eines Kredits in Höhe von 500 000 Franc (rund 80 000 Mark) zur Unterstützung der Opfer der Explosionskatastrophe in Neunkirchen vorsieht.

Malerische Pariser Hofe an Ssterrelch.

In der italienischen Presse hat der jetzt in R o m ver- Sffentlichte Teri der f r a n z ö s i s ch e n N o t e a n L st e r » reich wegen des aus Italien erfolgten Waffentransports nach Hirtenberg das größte Aussehen erregt und zu neuen scharfen Angriffen aus die französische Regierung geführt.

Die betreffende Note, der sich auch England an­geschlossen hat, erinnert im Ton und in ihren Forderungen an die schlimmsten Zeiten nach Versailles.

Sie fordert die österreichische Regierung dikta- torisch aus, u. a folgende Maßnahmen zu treffen: Die Bundesregierung in Wien müsse zur Zerstörung der in Hirtenberg liegenden Waffen schreiten, falls eine völlige Rücksendung der Waffen nicht möglich sei Die öster­reichische Regierung habe den Vertretern Frankreichs und Englands den B e w e i s der Rücksendung oder Zerstörung der Waffen in liefern (!) Die österreichischen Bundes- dcdörden hätten ihre Erklärungen unter Eid abzu- leg e n (!).

Zur französischen Note an Österreich bemerkt das halbamtlicheGiornale d'Italia".

Der Ton der französischen Note an die freie öfter- reichische Regierung sei unerhört. Die Note habe das Aussehen eines Ultimatums. Die einzelnen Forde­rungen seien noch verschärft durch das Verlangen nach ridlicher Aussage der Bundesbehörden, ein Verlangen, ? in der diplomatischen Geschichte der internationalen Beziehungen tatsächlich ohneBeispiel dastche. Dieses verlangen stelle den Versuch einer großen unverdienten Erniedrigung Österreichs dar. Österreich sei ein steter und souveräner Staat und wolle es bleiben, trotz der allseitigen Unterdrüüungsvcrsuche.

An der Heftigkeit und Ungewöhnlichkeit der Sprache Vieser französischen Note erkenne man klar das Werk der Kleinen Entente, als deren Schutzherrin Frankreich weiterhin auftrete. Die Kleine Entente wolle um jeden Preis, was es auch koste, ihr Prestige wahren und selbst durch Bedrohungen für den freien Lauf ihrer trüben politischen Programme sorgen.

Japan greift an.

Schwere Kämpfe in der Provinz Dschehol

Nach einer Meldung ans Tschende, der Haupt- siadt der P r o n v i n z Dschehol, hat der japanische Angriff auf die Provinz in Richtung Tunljau Kailu und Tunljau Tauschan begonnen. Die Japaner stürmten wiederholt die chinesischen Stellungen, wurden aber iurückgesch lagen. Die Kämpfe sind im Gange. Die Negierung der Provinz Dschehol hatte vorher das ja­panische Ultimatum, die Stadt Kailu freiwillig zu räumen, abgelehnt.

«RTHA

FRICKEL

6?MTMCHUTZ«V?ftLÄ0 OMAR M8UÜSaWIRDA<#

1.

Auf der geschweiften, blitzblanken Kommode mit den zier- uchen Messingbeschlägen im Zimmer der Erzellenz von ^emen spielte die Morgensonne. Exzellenz hatte noch Muez braunes Haar, das glatt und dunkel mit dem alten Mahagoni um die Wette spiegelte. Sie rieb eben mit dem Staubtuch ein Fleckchen von einer alten Meißner Bai«. die liebevoll betrachtete.

-'Jd) habe gehört, Eva-Mane, daß man heute von Samm- wrn noch einigermaßen Preise für so'che Sachen bekommt. Ich mich wohl entschließen müssen, mich von dem Stück «u trennen, obwohl es ein Brautgeschenk meiner Mutter ist!" Das junge Mädchen, an das diese Worte gerichtet waren, oeckte gerade den kleinen, zierlichen Nähtisch am Fenster mit Tassen zum Frühstück Das Eßzimmer hatte man ver- müssen in dieser schweren Zeit.

-Wer will dir etwas dafür geben, Mama?" fragte Eva- Frühst ück dx ^n paar winzige Brötchen auf den silbernen

Händler Kronemann. Fünf Mark! Was meinst du, ^oa-Marie'"

»Kronemann ist ein Gauner, Mama! Fünf Mark für das umtwerk! Behalte es noch, ich rate dir!"

un^k r^nn Nicht mehr bekommen!" seufzte die alte Dame taßte sich an die StirnUnd die Kohlenrechnung, das Gas das elektrische Licht -!"

di° beruhigte das junge Mädchen.Ueberlasse mir Rechnen!"

dei"n ' ,mem Kind, gewiß gern! Aber du plagst dich mit 3th 'k'nen Spigenarbeiten. um mich mit durchzuschleppen, bas nicht mehr verantworten! Lieber will ich schon e kleinen Andenken und mein Silber verkaufen!"

"Und dann. Mama?"

von ^i^unn das weiß ich auch nicht!" gestand Exzellenz ^men verzweifelt

waaen Mama! Gräm dich nicht Man muß jeden Tag es leben Tag tragen, wie er kommt Einmal muß binfip ,, "^ werden!" Tröstend streichelte Eva-Mane die ÜLi/^-â^'"^ Hände der Mutter Dann schenkte sie aus einer

Mensch und

Der Kaiser zur Arbeitslosenfrage.

Die seelische Not der Arbeitslosigkeit.

Die amerikanische Presse veröffentlicht einen Brief des deutschen Kaisers an den bekannten amerika­nischen Schriftsteller Gaffney, in dem es u. a. heißt: In unserem Zeitalter der tt bersch ätzungderMaterie ist es nur folgerichtig, wenn man glaubt, die Arbeitslosig- keit mit m a t e r i e l l e n Mitteln beheben zu können. Das Ergebnis ist so gut wie völlig unzulänglich, es konnte auch nicht anders als unzulänglich fein; benn die Gründe der Arbeitslosigkeit sind nicht materieller Art. Das Arbeits- loscnelend ist v elmehr die größte seelische Not, die seit Jahrtausenden über die Menschheit gekommen ist.

Wir befinden uns zweifellos in einem Zeitab­schnitt, in der

die Maschine unser gesamtes wirtschaftliches Leben bedroht.

Die Kapazität der Maschine hat in zunehmendem Umfangè eine ungeheure Menge an menschlicher Arbeitskraft über­flüssig gemacht. Man wird sich klar darüber sein müssen, daß selbst bei einer nicht zu erwartenden steil an­steigenden Wirtschaftskonjunktur die Arbeitskraft des Menschen niemals auch nur annähernd in vollem Umfange wieder in den Arbeitsprozeß der Industrie wird ein­geschaltet werden können. Denn abgesehen von ihrer sich ständig steigernden L e i st u n g s f ä h i g k e i t hat die Maschine noch in den Zeiten, in denen allein wegen der geringer werdenden Absatzmöglichkeiten immer mehr Men­schen arbeitslos wurden, eine Position nach der anderen erobert. Angesichts dieser Umstände wird ohne weiteres klar, daß das Problem, welches die Arbeitslosigkeit stellt, durchaus nicht nur ein solches der Gegenwart, daß es nicht nur eine Frage ist, wie man die Arbeitslosen durch diese Zeit wirtschaftlicher Depression hindurchbringt, sondern eine Frage der Wirtschaftsgestaltung in der Zukunft, eine Frage von Dauer, vielleicht sogar eine solche noch zunehmenden Umfanges, wenn und solange die Wirtschaft auf den bisherigen Wegen weitergeht. Klar muß es aus­gesprochen werden, daß die große Masse der entlassenen industriellen Arbeiter keine Aussichten haben dürfte, ihre industrielle Arbeit wieder aufzunehmen, weil die Maschine den wesentlichen Teil der entlassenen Arbeiter endgültig von seinem Arbeitsplatz verdrängte.

Es ist höchste sittliche Pflicht, allen diesen Arbeitern anderweit Arbeit zu verschaffen. Tas bedeutet, daß der Staat neueArbeitsgebietezu schaffen, daß er bis dahin für die einkommenslos gewordenen Menschen zu sorgen hat. Der Staat muß also

neue Arbeits- und Existenzmöglichkeiten finden. Die Aufgabe, ganze Schichten bisher industrieller Arbeiter in neue Arbeitsbedingungen zu überführen, ist brennend. Sie ist es nicht in erster Linie aus materiellen, sondern vornehmlich aus ethischen, moralischen Gründen. Eine Bezahlung ohne Gegenleistung, an sich ein wirtschaftlicher Widersinn, ist demoralisierend, und der Arbeitslose empfindet das im allgemeinen auch so, jeden­falls bei uns in Deutschland. Selbst wenn die Möglichkeit

Für Wehrbobeit und Vettaffunasre^orm.

Auf der Jahreshaupiversammlung des Stahlhelm, Gau Halle-Land, sprach der Zweite Bundesführer Oberstleutnant T u e st e r b e r g. Er führte u. a. aus, es gelte jetzt, den Erfolg der KampffrontSchwarz-Weiß- Not" zu erreichen. Jetzt sei der Tag gekommen, um dicken Farben eine derartige Gefolgschaft zu geben, daß die Zu- kunftsfahne des Reiches wieder Schwarz-Weiß-Rot werden könne. Die KampffrontSchwarz-Weitz-Rot" sei keine Parteiliste.

Gleichberechtigung und Wehrhoheit,

die alten Stahlhelmziele, seien jetzt endlich staatliche Forde­rungen geworden. Wenn die ehemaligen Feindstaaten uns nicht die volle Gleichberechtigung zuerkennen, werde Deutschlands Landesverteidigung so entwickelt wer­

Tassen und rückte die Brötchen zurecht. die mit erbärmlich wenig Margarine und billigem Mus mehr verziert als ge= strichen maren

Was schreibt Onkel Hans. Mamachen?"

Wer die beiden vornehmen Erscheinungen der Damen m ihrer geschmackvollen Umgebung gesehen hätte, hätte wohl nicht ohne weiteres die stille Not gespürt, die sie durch Plau­dern zu verbergen suchten. und die doch jede so kotier empfand.

Onkel Hans lädt mich nach Groß-Kubitz ein. Aber leider kannst du nicht fort, Eva-Marie! Und ich mag dich nicht io schutzlos hier allein lassen!"

Eva-Marie lächelte ein wenig belustigt.Mamachen, du bist noch sehr aus vorrevolutionärer Zeit! Meinst du. daß junge Mädchen heute noch von Mamas und Tanten beschützt werden müssen? Ich wünschte wohl, daß Onkel Hans dich für längere Zeit auf das Gut holte! Ich würde dann schon meinen Weg geben und hätte die schöne Beruhigung, daß du statt der prima Margarine täglich gute Butter bekommst und keine Not littest!"

Wenn du mitkämest, mein Kind!" Ein sehnsüchtiges Wün­schen stand in den Augen der Aelteren.

Du weißt daß ich das mehr möchte! Meine Kusinen mögen prachtvolle Mädchen sein, aber sie haben mich nun ein­mal nicht besonders gern!" Eva-Mane zog eine kleine Falte zwilchen die dunklen Augenbrauen

Weil du temneram^ntDoOer und klüger bist, als die beiden langen langweiligen Dinger!"

Möglich. Mutter. aber das ändert an der Tatsache nichts! Jedenfalls wärest du in Groß-Kubitz gut aufgehoben in dieser elenden Zeit! Und ich wüßte dann wohl was ich täte! Es waren leise Worte die das 'chöne Mädchen aussprach leise und verhalten, als verriete es zu viel von feinen starken, heimlichen Wünschen.

Du wüßtest, was du tätest? Was denn Eva-Marie?"

Ich oermietete auch uniere legten oeiden Zimmer Mama! Du weißt für solche antiken Interieurs zahlen die Leute noch anständig Außerdem sind Wohnungen mit Küche begehrt! Und er'chrick nicht, liebe Mama -"

Wieder kam das kleine Lächeln, das dies Madchengesicht jo reizend kleideteDu hättest genug Geld für deine per'ön- liehen Bedürfnisse, und ich suchte mir eine passende Stellung."

Stellung? Eine von Diemen!" Die Exzellenz verzog schmerzlich den feinen Mund , . .

Du mußt nicht io altmodisch sein. Exzellenz-Mama! Denke dir dann könnte diele von Diemen wieder echten Kaffee tränken, elegante Schuhe tragen statt der selbstgummibesohl- ten ein neues Kleid wer weiß, was noch alles Gönnst du mir das nicht'" .. ... .

Ach, mein gutes Kmd!" An paar Tranen rannen. Über die WEM. LA KrzâL Lie M a«. die neue â mehr LS-

Maschine.

geschaffen werden würde, dauernd einem Heer von Mil­lionen von Arbeitslosen eine Eristenz zu geben, ohne daß sie arbeiten, so wäre das Problem also noch keineswegs gelöst; es kommt vielmehr darauf an,

das gesunde Leistungsverlangen

des Menschen zu befriedigen und ihm sein gottgewoll­tes Recht auf Arbeit zu verwirklichen. Die große und schwierige Aufgabe liegt nun aber auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung, denn nur solche Arbeiten sind auf die Dauer volkswirtschaftlich tragbar, die eine Rente bringen.

Letzten Endes werden die besonderen Verhältnisse der einzelnen Länder zu bestimmen haben, welche Arbeits­möglichkeiten geschaffen werden können, ob der Bau von Straßen und Kanälen, die Kultivierung von Odländereien, die Urbarmachung von Sümpfen, im Verein damit die Durchführung großer Siedlungsproiekte oder was sonst dafür in Frage kommt. Mit der Abnahme industrieller Arbeitsmöglichkeit und der künftigen Betätigung auf Ge­bieten, die den Einsatz von Menschenmassen ausschließen, wird eine

örtliche Umschichtung der Bevölkerung einsetzen. Die Abwanderung aus den für Leib und Seele ungesunden Riesen st âdten wird eine neue Struktur menschlicher Siedlung zur Folge haben.

Wenn es richtig ist, daß die Technik und im besonde­ren die Maschine unser wirtschaftliches Leben bedroht, und die Arbeitslosigkeit von heute bestätigt die Auffassung in weitem Umfange, dann wird es nötig sein, der Maschine wieder den ihr gebührenden Platz

als Hilfsmittel menschlicher Arbeitskraft zuzuweisen. In dieser Forderung stimme ich mit pro­minenten Wirtschaftlern in den USA. überein. Ihre Er­füllung ist aber nicht ohne gewisse Eingriffe zu erreichen. Im großen gesehen steht es fest, daß die Wirtschaft einen Zwang nicht duldet. Aber Has Zusammenleben der Men­schen fordert eine Einordnung des einzelnen und des Einzelbetriebes in die menschliche Gemeinschaft. Warum soll, so frage ich mich, der Gebrauch der Maschine, die heute unser ganzes Wirtschaftsleben bedroht, nicht ebenfalls

durch gewisse Gesetze geregelt

werden, damit ihre planlose, unorganische Vermehrung und Betätigung, die so ungeheures Unheil anrichtete, auf­hört? Hat die Maschine als ein werteschaffender Faktor denn das Recht, den ebenfalls wertefchaffenden Faktor Mensch, der aus tiefem ethischen Empfinden heraus schafft, zu verdrängen? Man wird also um einen gewissen gesetzlichen Zwang hier nicht herumkommen, und es kann nur das Wie die Frage sein.

Möchte die gemeinsame Not, die heute über den Völkern liegt, möchte die Erkenntnis ihrer Schicksalsver- bnndenheit daran mithelfen, daß die großen wirtschaft­lichen Aufgaben der Zukunft mutig und energisch, und daß sie baldigst angefaßt werden, denn es darf keine Zeit mehr verloren werden. Dann werden von selbst so manche Gegensätze, die heute unüberbrückbar erscheinen, schwin­den. Dann wird sich die heute über der Welt liegende Not doch noch als ein Segen auswirken.

den, wie es Deutschlands Sicherheit gebiete und unsere Finanzlage zulasse. Niemals werde sich der Stahl­helm mit der Zerschlagung der Reichswehr und deren Ersetzung durch eine Miliz mit kurzfristiger Ausbildung abflnden. Auch das unter dem Druck des Auslandes in unserer Ohnmacht geschaffene Verfassungswerk von Weimar habe uralte Rechte zugunsten einer inter- nationa'en Einstellung verletzt. Es ist kein Unrecht wenn jetzt em neues deutsches Volk sich ein neues Kleid tenaffe.

StM'v wieder Präsident derliekchsanffatt.

Der Herr Reichspräsident hat den früheren Reichs- arbeitsminister Dr. Friedrich S y r u p zum Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung ernannt.

wöhnen konnte und die aste gediegene Lebensführung so schwer entbehrte Eva-Marie aber wurde ganz aufgeräumt. Sie bediente die Mutter, die nicht eigentlich ihre Mutter, sondern eine rührend-gute Stiefmutter war aufmerfiam, holte noch eine behütete Tafel Schokolade zur Vervollständi­gung des mehr als bescheidenen Frühstückes hervor und trug ein hoffnungsfrohes Leuchten in den klugen grauen Augen. Wenn die gute Mama nur untergebracht war, wenn sie nur nicht einsam fein und Not leiden brauchte! Eva-Marie von Diemen würde schon den Flug wagen den Flug in die Ferne, in die Weite heraus aus allem Engen Erbärm­lichen. das sie bedrückte!--Sie nahm die Zeitung. Las plötzlich laut vor:

Eine verständige junge Dame aus besten Kreisen, musi­kalisch, heiter geduldig und reisegewandt, wird zur Gesell­schaft und Begleitung einer leidenden Frau gesucht. Pflegerin und genügend Personal vorhanden "

Sieh Mama, das könnte ich!" rief Eva-Marie vergnügt und zeigte auf das Inserat.

Möchtest du dich daraufhin melden?" fragte zaghaft Frau von Diemen

Hab ich schon!" verriet munter das Mädchen.

Wenn nun diele Dame eine ansteckende Krankheit hat! Wenn nun ach Gott Kind!"

Wenn, wenn, MuttlNg kleines, vorsichtiges Mutting! Wenn ich die Stelle nur überhaupt kriege! Alles andere sehen wir nachher 'chon!" Eva-Marie lachte und umarmte die be­sorgte Dame, die ganz hilflos ausfah und es so aufrichtig gut mit ihr meinte, seit sie ihres Vaters Frau geworden war. Und doch hing diese treue liebe Dame oft wie ein hemmendes Ge­wicht an der jungen, varwärtsstrebenden Kraft ihrer Iugeitö.

Eva-Marie von Diemen bekam die Stellung. Ein Groß­industrieller, der in einem eleganten Berliner Vorort feine prachtvolle Villa hatte, schrieb ihr, daß er um Vorstellung der jungen Dame bäte und «chufte seinen Wagen.

Erwartungsvoll fuhr Eva-Marie dahin, begleitet von den Wün'chen und Ratschlägen der Exzellenz

Ein Diener m schlichter, blauer Livree empfing Eva-Marie und führte sie erst zu dem Herrn des Haukes Es war ein wenig schöner Mann mit nicht sehr klugem aber energischem Gellcht. Etwas Kühles, Abwehrendes ging von ihm aus.

Merne Frau ist diejenige, welche zu wählen hat. gnädiges Fräulein!" begann er nach der Vorstellung in ruhigem ge­schäftsmäßigem TonIch suche keine Pflegerin für sie. Dieke üt vorhanden und der Arzt ist mit ihren Leistungen zufrieden. Ich suche nur eine angenehme Gesellschafterin für meine schwer leidende Frau jemanden, der es versteht, ihre Slim- WMWN- HE.M. Stern 2eiben ihren Uricruns. Haben, âu^