Einzelbild herunterladen
 

Merkblatt für den 21. Februar.

1916 (bis 9. September): Schlacht bei Verdun.

Den Geschmack kann man nicht am Mittel gut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten. Goethe.

Wetterbericht.

Die Hauptwirbeltätigkeit hat sich rasch von dem Kon­tinent nach dem Mittelmeer verlagert. Dementsprechend kind von Norden und Osten her kältere Luftmassen unter Luftdruckanstieg auf den Kontinent nachgestoßen und haben unter verbreiteten, im allgeminen aber leichten Schnee­fällen neue Abkühlung gebracht. Die Zufuhr kälterer Luftmassen aus Nord bis Ost hält vorläufig weiter an. Auch werden flache über Deutschland noch vorhandene Teil- tjefs weitere meist leichte Schneefälle bringen Vorher­sage bis Montag abend: Zeitweilig aufheiternd, doch über- wiegend bewölkt und Neigung zu einzelnen leichten Schnee­fällen, bei Luftzufuhr aus Nord bis Ost weiterer Tempera- iurrückgang. Witterungsaussichten für Dienstag: Fort­dauer des Frostwetters mit einzelnen leichten Schneefällen.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Rhön: Wasserkuppe: Temperatur 4° C., 16 cm Schneehöhe, 12 cm Neuschnee, Pulverschnee, gute Sportmöglichkeiten für Ski und Rodel. Ellenbogen: Temperatur 5° C., 20 cm Schneehöhe, 35 cm Neuschnee, Pulverschnee, sehr gute Sportmöglichkeiten für Ski und Rodel.

Vogelsberg: Hoherodskopf: Temperatur 8°C., 15cm Schnee­höhe, 12 cm Neuschnee, Pulverschnee, zu Walde Sportmöglichkeiten sehr gut. Herchenhainer Höhe: Temperatur 5° C., 15 cm Schnee­höhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, gute Sportmöglichkeiten für Ski und Rodel. Hochwaldhauseu: Temperatur 9° C 15 cm Schneehöhe, 14 cm Neuschnee, Pulverschnee, gute Sportmöglichkeit für Ski und Rodel. ,

Fulda, den 20. Februar.

Naturheilverein.

Zn der am 15. Februar abgehaltenen Monatsversamm- tag hielt, nachdem der Vorsitzende die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste begrüßt hatte, Herr Naturheilkundi­ger E u ck e r, Fulda, den angekündigten Vortrag über D i e G r i p p e". Der Redner führte aus, daß die Grippe, früher Influenza genannt, nicht mit den gewöhnlichen Er­kältungen, die ja immer auftreten, zu tun habe. Die Grippe sei eine Infektionskrankheit. Ob der Pfeiffersche Bazillus die Ursache der Infektion ist, sei heute noch nicht restlos geklärt. Die Grippe sei kein Kind der Neuzeit, denn schon Hypokrates habe 200 Jahre vor Christus eine ähnliche Krankheit beschrieben. Im Jahre 1510 habe sich die erste genauer beschriebene Grippe-Epidemie von Malta aus aus- !gebreitet. In den Jahren 1874/75, 89/90, 91/92, 1918/19, 28/29 haben in Deutschland sehr starke Grippe-Epidemien geherrscht. Man habe beobachtet, daß meist bei Ost- und Nordostwind sich die Grippe, von Rußland ausgehend, über Europa ausgebreitet habe. Im Jahre 1918/19 sei sie von

Spanien her gekommen, und damals habe man von einer spanischen Grippe" gesprochen. Die Grippe sei eine demo­kratische Krankheit, denn sie kehre in der Hütte des Armen wie in dem Palast des Reichen ein, kein Alter bleibe ver­schont, nur die Säuglinge seien meist gefeit. Das Krank­heitsbild sei sehr verschieden. Bei dem einen Patienten treten mehr katarrhalische, bei dem andern mehr nervöse Erscheinungen auf. Allen gemeinsam sei, daß die Patienten ganz plötzlich davon befallen worden. Ohne besondere Vor­boten trete meist hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost und, Mattigkeit auf, später quälender Husten, Kopfschmerzen, trockene Nase und Hals. Dann sei es höchste Zeit, ins Bett zu gehen und naturgemäße Anwendungen zu machen, damit las Erippegift ausgeschieden wird. Eine bei einer Grippe austretende Lungenentzündung sei immer gefährlich und be­dürfe größter Sorgfalt bei der Behandlung. Die Grippe- anfälle dauerten bei vernünftigem Verhalten meist 45 Tage. Wer aber zu früh aufstehe, setze sich der Gefahr einer ^og. Nachkrankheit (Lungen- oder Rippenfellentzündung) aus, die dem Unvorsichtigen leicht zum Verhängnis werden

B ronnen. Daher müsse man vor zu frühem Aufstehen warnen. / Von einer speziellen Vorbeugung könne keine Rede sein, Wahl Qfjet sei der Einzelne im Stande, durch Unterlassung ^Mischer Sünden und Anwendung der von der Natur- ueillehre angegebenen Mittel, wie Luftbäder, Waschungen u. dergl. die persönliche Veranlagung zum Befallen werden A-Mlich einzuschränken und im Erkrankungsfalle durch ^^astigung des Körpers dem Prozeß seine Gefährlichkeit zu uebmen. Zur Behandlung empfahl der Redner Abwaschun- mit kühlem Wasser ober absteigende Halbbäder mit Mfolgender Trockenpackung um den Patienten zum ^Witzen zu bringen. Nachdem wieder abwaschen, um den Schweiß zu entfernen. Wenn kein hohes Fieber, ansteigende valb- ober Fußbäder mit Schwitzpackungen. Bei Kopf- "imerzen und trockener Nase Kammillenkopfdämpfe mit ^folgenden ansteigenden Fußbädern. Einschnupfen von Schneeberger Schnupftabak sei ein altes Hausmittel um die W zu befreien. Dann kämen noch Gurgelungen usw. in Betracht. Für guten Stuhlgang sei zu sorgen und für eine hude Diät. Obstsäfte erfrischen den Patienten und ent- ?uern das Blut. Natürlich dürfe man nicht etwa schema- chch vorgehen, sondern man müsse die Behandlung dem âzelfall anpassen. Wadenwickel bei hohem Fieber könn- .immer nur nützlich wirken, ebenso bei katarrhalischen -Meinungen in den Bronchien Brustwickel usw. Es sei lr immer gut, sachverständige Hilfe herbeizuholen, damit Mts versäumt würde. Die Anwendung der natürlichen ^.»raffoten sei immer das Beste, denn sie hinderten den °rper nicht in seinem Bestreben, die Krankheit zu besiegen, o wer recht damit vertraut sei, habe das Bewußtsein, er- cuiiy wui uu, »«-'-«b «««». <.....>, ~~ --- mgretd) zu helfen, und dies gebe Mut und Selbstvertrauen .durch einen Zeugen die Richtigkeit seiner Angaben beweisen M für ben Patienten . ' ~ -------- ............

Beifall lohnte den Redner für seine klaren, ver- "wen Ausführungen. Der Vorsitzende dankte Herrn Namen der Anwesenden. Darauf folgte eine Aussprache. Der Vorsitzende gab dann noch die dem- L^Üigen Veranstaltungen bekannt. Näheres noch durch Zierat undLichtheil".

Auch dieFuldaer Zeitung" war verboten worden.

_ . Verbot rückgängig g e in a ch t.

kor .^ unserem heutigen politischen Teil ersichtlich, Kl ?ne Anzahl Zentrumszeitungen verboten worden, ball o verbotenen Blättern befand sich auch dieFul- .-oeitung", das hiesige Zentrumsorgan. Das Verbot der den Oberprüsidenten der Provinz Hessen-Nassau zu gestellt worden. Mit den hciS Verboten wurde jedoch auch dieses auf Grund der Mr M der Zentrumsvertretcr mit Reichskommif- I r gestern abend wieder aufgehoben.

inß JtâmDâräéDtÉtÉilK'trct ^^ w w$ den Aâl in derFuldaer p M W W w t dVMLeuchte" seien Angaben verbreitet worden, diè den Veam-

Wten des Wohlfahrtsamtes verächtlich gemacht hatten. We- Die Landtags-Kandidaten. Ngen Vergehens gegen § 180 des Strafgesetzbuches bean-

12 Wahlvorschlüge auch zur Landtagswahl. Ufragte der Amtsanwalt 120 Mark Geldstrafe sowie Aushang ~ t 8des entscheidenden Teils des Urteils auz die Dauer von 2

"â uns bekannt gegebenen M Wochen im Wohlfahrtsamt und im Arbeitsamt. Der Ange- ^ unb die Namen Bewerber kommen W^agte bestritt, sich schuldig gemacht zu.haben. Nach kurzer 1 ' M betracht. Die für ine ®-Beratung fällte der Einzèlrichter des Urteil dahin, daß der

gleichfalls am 5. Marz itaitfinbcnben Wahlen zum Preu- IAngeklagte wegen Verbreitung unwahrer Angaben durch ß 11 chen a n d t a g eingereichten l8ahlvorfchläge um« Presse unter Berücksichtigung feiner wirtschaftlichen Not- fassen im Wesentlichen die schon genannten Parteien. Die Wlage statt zu einer verwirkten Gefängnisstrafe von 20 Tagen ^uhl der Wahlvorschlage ist zwar die gleiche geblieben, doch Nzu 80 Mark Geldstrafe verurteilt wird.

fehlt der BorichlagDeutsche Bauernpartei" für die Land- M

tagswahl, während ein VorschlagRadikaler Mittelstand" W ~

hinzukommt. Ueber die endgültige Zulassung der Kreis- W el. Gersfeld, 20. Febr. (9 0. Geburtsra g.) Am Wahlvorschläge wird am heutigen Montag entschieden MSamstag, den 18. Febr., feierte das älteste Gemeindeglied werden. gäbet Kirchengemeinde Gersfeld, Herr Johann Müller,

Für den Landtag bewerben sich folgende Parteien unb Kandidaten:

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung). J

Weinrich, Obersteuersekretär, Kassel; Dr. Krebs, Land-! gerichtsrat, Bad Homberg v. b. H.; Kramer, Kfm.-Hilfe,! Frankfurt a. M.; Vetter, Landwirt, Wahnfried (Werra);! Dr. Freisler, Rechtsanwalt, Kassel; Meb, Landwirt, Köbler Hof, Diez-Land; Reutlinger, Kaufmann, Wiesbaden;- Schneider, Fabrikarbeiter, Melsungen; Becker, Werkmeisters Frankfurt a. M.; Krawielitzki, Geschäftsführer, Marburg; (Lahn). Auf der Liste stehen insgesamt 40 Bewerber.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Nölting, Professor, Frankfurt a. M.; Kraft, Landwirt^ und Bürgermeister, Nieste; Röhle, Bezirks-Parteisekretär,) Frankfurt a. M.; Rehbein, Goldarbeiter, Hanau; Hofacker,) Dreher, Kassel; Jourdan, Lehrerin, Frankfurt a. M.; Haese,', Bauarbeiter, Wiesbaden; Nöll, Kaufmann, Anspach i. T.; Göppfarth, Stadtkassendirektor, Kassel; Zinke, Hausfrau, Kassel.

Kommunistische Partei Deutschlands.

Kuntz, Kupferschmied, Frankfurt a. M.; Scholz, Metall- l arbeitet, Frankfurt a. M.; Schumann, Bauarbeiter, Hann.- Münden; Müller, Arbeiter, Frankfurt a. M.; Barthel, Metallarbeiter, Kassel; Tölle, Arbeiter, Kassel; März, : Hausfrau, Kassel; Neudauer, Bauarbeiter, Kassel; Wack, Angestellter, Kassel; Schmidt, Maler, Kassel.

Zertrumspartei.

Dr. Graß, Direktor, Koblenz; Rhiel, Amtsgerichtsrat M 1 .. . , ,

i. R., Fulda; Roth, Bürgermeister, Montabaur; Fink, überhandnehmenden Spatzenplage will man^in Mollen- Schreinermeister, Wiesbaden; Geilings, Arbeitersekretär Fulda; Dietrich, Rektor, Kassel.

4 selbe dadurch zu Leibe gehen, daß man jeden Grundbesitzer L verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Spatzen je nach der S Größe seines Besitztums abzuliefern. Wenn er das vorge- t , schriebene Jagdergebnis nicht erreicht, soll er für jeden

Steuer, Kommunalpol. Dezernent der Teutschnatwnalen fehlenden Spatz 10 Pfennig Strafe an die Gemeindekasse Volkspartei, Kagel; Schwecht, Gutsbesitzer, Haus Dirlau, " - - - ' - -

Gemeinde Sievernich; Becker, Pfarrer, Trier; Wittmer- Eigenbrodt, Landwirt, Hof Lauterbach, Kr. Frankenberg; Sonnenschein, Buchhändler, Marburg (Lahn); Jaspert, Rektor und Stadtrat, Frankfurt a. M.; Raab, Dr. phil., Wetzlar; Magner, Hausfrau und Schriftstellerin, Wies­baden; Kupfrian, Bürgermeister, Dillenburg; Waldschmidt, Rektor, Kassel; Löwer, Studiendirektor i. R., Kassel; Rü­diger, Landwirt, Ochshauseni bef Kassel; v. Baumbach, Oberstleutnant a. D., Kassel; Erhe, Bürovorsteher, Kassel.

Kampffrontschwarz-weiß-rot".

Deutsche Volkspartcj.

Schwarzhaupt, Magistratsoberschulrat, Frankfurt am Main; Dr. Brökelschen-Kemper, Hausfrau, Goslar: Veeres, Just.-Rechn.-Revisor, Frankfurt a. M.; Latta, Architekt BDA., Kassel; Dr. Lohmann, Amtsgerichtsrat i. R., Weil­burg (Lahn); Roether, Hausfrau, Wiesbaden; Schindler, Generalsekretär, Frankfurt a. M.

Christlich-Sozialer Volksdienst (Evang. Bewegung).

Die Bewerber dieser Listehaben wir bereits veröffentlicht.

Deutsche Staatspartei.

Dr. Keck, Syndikus, Frankfurt a. M.; Zimmermann, Geschäftsführer, Wiesbaden; Vogt, Privatlehrerin, Kassel.

Deutsch-hannoversche Partei.

Häsomeyer, Rechtsanwalt, Lenglern b. Göttingen; Scherz, Forstkassenrendant a. D., Kassel; Ries, Landwirt, Land­wehrhagen; Jahn, Privatmann, Kassel.

Sozialistische Kampfgemeinschaft.

Müller, Schlosser, Frankfurt a. M.; Brede, Arbeiter, Kassel; Schnatz, Arbeiter, Kassel; Grau, Friseur, Kassel.

Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern.

Steinmetz, Dreher, Frankfurt a. M.-Rödelheim; Schrubski, Angestellter, Kassel; Kirsch, Schneider, Frank­furt a. M.-West; Kramer, Gastwirt, Kassel; Bergmann, Straßenbahner, Kassel.

Radikaler Mittelstand.

Mylius, Schriftsteller, Frankfurt a. M.; Dr. Wörbe- lauer, Rechtsanwalt, Frankfurt a. M.

Einzelrichtersitzung.

Fuldaer Leuchte".

Bekanntlich stand vor 8 Tagen der frühere verantwort­liche Schriftleiter derFuldaer Leuchte", der Kaufmann Emil Hohmann in Fulda, wegen öffentlicher Beleidigung durch die Presse vor dem Strafrichter. Er hatte in dem auf hektographischem Wege hergestellten Blatte eine offene Anfrage an den Magistrat gerichtet, in der dem Stadt­sekretär K. E. die unberechtigte Ausgabe von Lebensmittel­scheinen an seine Braut vorgeworfen wurde. Die Verhand­lung war auf Freitag vertagt worden, da der Angeklagte

lassen wollte. In der Freitag-Verhandlung wurde H. dar­auf hingewiesen, daß er sich selbst von der Richtigkeit seiner Angaben an maßgebender Stelle Aufklärung hätte verschaf­fen müssen. Auf Grund von Gerüchten habe er noch fein Recht gehabt, diese Angelegenheit alsöffentliche Anfrage" zu behandeln. Der als Zeuge vernommene Stadtsekretar G bekundete abermals, keine Lebensmittelscheine miß­bräuchlich verausgabt zu haben. Auch die als Zeugin ge­ladene Braut des Stadtsekretärs erklärte unter Eid, von dem Wohlfahrtsamt nichts erhalten zu haben. Der von Hohmann angegebene Zeuge K. konnte keine näheren An­gaben machen. Als er seine Aeußerungen durch einen Eid bekräftigen sollte, verweigerte K. diesen entschieden. Das Gericht verzichtete schließlich auf die Aussagen des Zeugen. Der Amtsanwalt führte aus, daß durch die Gerüchte, die unter den Erwerbslosen verbreitet waren und die keine wahren Tatsachen enthielten, der Beamte des Wohlfahrts­amtes beleidigt worden sei. Der Angeklagte habe den Wahrheitsbeweis für seine Angaben nicht erbringen kön­nen. Es sei nicht angebracht gewesen, daß er auf Grund

zu 80 Mark Geldstrafe verurteilt wird.

iweiland Kappenmacher, seinen 90. Geburtstag. Der Hochbe- Itagte Mann hat erst vor wenigen Monaten die Lebens- !gefährtin verloren, ist aber selbst noch bei verhältnismäßig jßuter Gesundheit. Viele Aufmerksamkeiten wurden ihm zu .seinem Ehrentage zuteil, unter anderem spielte ihm auch cher Posaunenchor einige Lob- und Danklieder, denen er still ergriffen am Fenster lauschte. Möge die Last der Jahre ,ben müden Schultern leicht werden!

x. Tann (Rhön), 18. Febr. (Vortragsabend.) Die städtische Volksbücherei und das evangelische Pfarramt hiel­ten im Konfirmandensaal ihren 7. Vortragsabend ab. Herr Pfarrer Bäumler sprach über das Thema:Mit Mathilde Wrede durch Finnlands Gefängnisse". Mathilde Wrede stammt aus dem Geschlecht des grünen Ritters. Sie war das 9. Kind der Freiherrn von Wrede, der in Wasa Gouverneur war. Während der Predigt eines Laienpredi­gers erhält sie ihre Berufung. Nach dieser kurzen Einlei­tung schildert Pfarrer Bäumler die zum größten Teil er­schütternden Erlebnisse Mathilde Wredes und ihre uner­müdliche Arbeit in den finnischen Gefängnissen. Der

^nächste Vortrag findet am Freitag, den 24. Februar, im Konfirmandensaal statt. Herr Lehrer vom der Walde »spricht überDie deutschen Nordseehäfen und ihre wirtschaft­hliche Bedeutung". Alle Einwohner sind herzlich eingeladen. 8 Der Eintritt ist frei.

N Hersfeld, 18. Febr. (Tödlicher Rodelunfall.) »Gestern abend gegen 10 Uhr verunglückte am Frauenberg Tein mit fünf Mädchen besetzter Schlitten. Dabei wurde j die siebzehnjährige Leni Schmelz von hier so schwer ver- 1 letzt, daß sie schon auf dem Wege zum Arzt starb.

Kassel, 18. Febr. (Arme Spatzen!) Der angeblich

zahlen. Mit diesem Gelde sollen dann die geschädigten Feldbesitzer entschädigt werden.

i Kassel, 19. Febr. (Verabschiedung des Regie­rungspräsidenten Friedensburg.) Der in den einstweiligen Ruhestand versetzte Regierungspräsident Dr. Friedensburg nahm am Freitag von seinem Amre und seinen Mitarbeitern Abschied. Hierzu war auf 10 Uhr vormittags im Sitzungssaals des Regierungsgebäudes ein Vollsitzung der höheren Beamten anberaumt, an der and Vertreter des Beamtenaus'^usses und des ^Betriebsrates teilnahmen. Dr. Friedensburg dankte allen seinen Mit­arbeitern für ihre treuen Dienste. Er scheide nur schwerer Herzens von dem ihm liebgewordenen Amte. Einen Trost zum Abschied erblickte er darin, daß er es in die Hände eines Nachfolgers und eines Stellvertreters lege, die beide ihm als hervorragende Verwaltungsbeamte und Menschen be­kannt seien. Regierungsvizepräsident Dr. Jerschke dankte hierauf im Namen der gesamten Beamtenschaft Dr. Frie­densburg dafür, daß er es ihnen ermöglicht habe, sich von ' ihrem bisherigen Chef zu verabschieden. Dr. Jerschke hob die rastlose Arbeitskraft Friedensburgs hervor. Ein beson­derer Dank der Beamtenschaft gebühre ihm noch für die Schaffung des Veamtenerholungsheims im Habichtswald.

Darmstadt, 18. Febr. (DerDarmstädterVolks- bank-Prozeß.) In der heutigen Sitzung des Pro-r zesses gegen den Aufsichtsrat und die Direktoren der Darm­städter Volksbank wurde zunächst der Kaufmann Hetzler? der Inhaber der A.G. für das Papierfach in Darmifabt/ vernommen, der in den Jahren K25 und später ebenfalls bei der Volksbank erhebliche Spekulationsgeschäfte abwik- kelte und im Jahre 1931 einen Verlust von etwas über 200 000 RM. erreicht hatte. Der Zeuge gibt an, daß auch bei ihm die Kredite ohne die notwendigen Sicherheiten gegeben worden seien. Der angeklagte Direktor Becker, dem er seine Bedenken wegen der Höhe seiner Schulden schon früher geäußert habe, habe ihn jedoch vertröstet mit der Bemerkung:Machen Sie sich keine Sorgen, wir haben ja einen sehr vernünftigen Aufsichtsrat", oder in ähnlichem Sinne. Den Zusammenbruch seiner Firma führte der Zeuge auf den Schalterschluß der Volksbank zurück. Auch der Zeuge Eandenberger hat bei der Volksbank erhebliche Spekulationsgeschäfte getätigt. Auch ihm gegenüber habe die Direktion der Volksbank in der gleichen weitherzigen Weife bei der Sicherheitsanforderung verfahren. Es sei wohl von ihm einmal eine Hypothek verlangt worden, die indessen nie eingetragen wurde. Der Geschäftsführer der drei Darmstädter Baugenossenschaften Subke betonte, daß die ganze Konstruktion der von ihm geleiteten Genossen­schaften nach seiner Ansicht normalerweise nur mit einer Unterbilanz arbeiten konnte. Die Vaugelder wurden näm­lich durch Vermittlung der Genossenschaft bei der Hand­werker Zentralgenossenschaft beschafft. Die Genossenschaften mußten der H. Z. G. Sicherheiten geben, worauf die H. Z. G. die Baugelder mit Rückforderungsrecht an die Volksbank überwies. Mehrfahr fei jedoch das Geld bereits an die Genossenschaft ausgezahlt worden, bevor die Sicherheiten gegeben waren. Nach einer längeren Auseinandersetzung zwischen dem Vorsitzenden, dem Anklagevertreter und dem Zeugen Cubke über die Finanzwechsel gab der Zeuge zu, daß es möglich sein könne, daß die Direktoren der Volks­bank die Wechsel angefordert Hütten, um den Sollsaldo der Baugenossenschaften herunterzusetzen. Das Gericht beschloß weiter die Vernehmung des Rechtsanwalts Neuschäffer und die Vernehmung der von der Staatsanwaltschaft geladenen Stenotypistin Riedel, die über die Vernehmung des Ange­klagten Werner in der Voruntersuchung vor dem Staats­anwalt Aussage machen sollte. Es ergab sich, daß sie sich an Tatsächlichkeiten nicht mehr erinnern konnte und das Empfinden habe, daß Suggestivfragen nicht gestellt wurden. Die Verhandlung wird am kommenden Montag fortgesetzt.

Viernheim, 19. Febr. (Am Hochzeitsmorgen tot.) Ein 27jähriger Mann von hier war am Dienstag standesamtlich getraut worden. Am Mittwoch sollte die kirchliche Trauung erfolgen. Am Morgen des Mittwoch fand man den jungen Mann tot im Bette vor. Ein Herz­schlag hatte seinem Leben ein Ziel gesetzt.