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Nr. 37
Montag, 13. Februar
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1933
Kurze poetische Nachrichten.
Im Reich sind Gerüchte verbreitet, wonach Kaiser Wilhelm das gesamte Besitztum des F ü r st e n z u i Ato lberg-Wernige rode, das neben dem Schloß zumeist ans Waldungen besteht, gekauft habe. Die General- verwaltung des ehemaligen königlichen Hauses dementiert diese Gerüchte auf das entschiedenste und erklärt, daß keinerlei Mittel für derartige Käufe zur Verfügung seien.
Auf die an den Reichspräsidenten gerichtete Eingabe des Reichsverbandes des deutschen Handwerks wegen der schädigenden Wirkungen des landwirtschaftlichen Sicherungsschutzes auf die Handwerks- wü'tschaft hat der Staatssekretär des Reichspräsidenten initgetcill, daß er sich beschleunigt mit dem Reichskommissar für die Osthilfe in Verbindung gesetzt habe zur Prüfung s der Frage, wieweit den Forderungen des Handwerks Rechnung getragen werden kann.
Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist für die Landtagswahlen in Preußen eine ähnliche »Abänderung des Wahlgesetzes wie im Reich ■ durch Heraufsetzung der für die Einreichung neuer Wahl- r fisten vorgesehenen Zahl der Unterschriften nicht beab- ' sichtigt.
Professor Dr. Karl Heinrich Becker, der frühere preußische Kultusminister, ist gestorben. Dr. d Becker war an einer schweren Lungenentzündung erkrankt, ; die er sich infolge einer verschleppten Grippe zugezogen * hatte. ___________________
Richard - Wagner - Gedächtnisfeier in Leipzig.
Kundgebungen für den Reichskanzler Hitler.
Am Sonntag mittag fand im Leipziger Gewandhaus - in Anwesenheit des Reichskanzlers Adolf Hitler die Richard-Wagner-Gedächtnisfeier der Stadt Leipzig statt. An der Feier nahmen u. a. auch Frau Winifried Wagner ! mit ihrem Sohn Wieland, die Reichsminister Dr. Frick, ; Göring und Graf von Schwerin-Krosigk sowie zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil.
Alle Zugangsstraßen zum Gewandhaus mußten polizeilich abgesperrt werden, da eine riesige Menschen- ; menge die Anfahrtsstraßen umsäumte, um den Reichskanzler zu begrüßen. Als Adolf Hitler vom Flughafen her in großer Begleitung heranfuhr, sang die Menge das : Horst-Wessel-Lied. Auch bei der Abfahrt des Reichskanzlers vom Gewandhaus wurde er stürmisch begrüßt.
Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Gördeler hielt auf der Feier die Begrüßungsansprache. Die Ver-- I iammiung, so erklärte er, neue sich heute dankbar vor den I naehörigen des Hauses Wagner, die das Erbe des k Meisters in Bayreuth liebe- und geistvoll in seinem Sinn L verwalteten und zu neuer Wirkung brächten. Wagners »Vaterstadt Leipzig werde alles tun, damit die Gestaltungs- I kraft des großen Meisters ewig der Nachwelt symbolisch I nahegebracht werde.
» Generalmusikdirektor Professor Max von Schillings, »der die Gedächtnisrede hielt, erklärte, daß Wagner, der »große Deutsche, doch in vielen Zügen im Wesen seiner W sächsischen Heimat wurzele Die überragende und einzig- » Mige Größe des Wagnerschen Schaffens könne nur dann L von lebendigem Werte bleiben, wenn wir es uns stets zu erwerben trachten. Das Festkonzert stand unter I der Leitung des Generalmusikdirektors Dr. Muck aus ; München.
40 Mionen für Stadtrandsiedlung.
. In den letzten Tagen fand im Reichsarbeits- ^ fn 1 ft e r i u m eine Reihe von Besprechungen über die weitere Durchführung der v o r st ä d t i s ch e n Klein- -edlung statt. Die Besprechung mit den Vertretern M Reichsressorts und der Länder leitete der Reichs- urveltsminifter FranzSeldte ein. Er betonte, daß er vesonderen Wert auf ein gutes und ersprießliches Zu- lammenarbeiten mit den Ländern lege. Was die Stadt- randsiedlung anlange, so setze er sich für diese ein, da er von ihrem Wert und ihrer Bedeutung für die Allgemein- überzeugt sei. Daher habe er sich auch für weitere Achtel für die vorstädtische Kleinsiedlung eingesetzt. Es m gelungen, zu erreichen, daß die Reichsregierung nun-
den Betrag von 40 Millionen Reichsmark , dem Arbeitsbeschaffungsprogramm endgültig zur Verfügung gestellt habe.
I Kulturpolitische Forderungen der DAVp.
Im Rahmen des diesjährigen Parteitages der M^eutschnationalen Volkspartei fand eine k ^memsame Sitzung des Evangelischen und des I th o lischen Reichsausschusses statt, in der „c kulturpolitischen Forderungen der DNVP. behandelt Ü Arbeit. Außerdem wurde beschlossen, an die Partei- »Mng die dringende Bitte zu richten, dafür einzutreten, durch sofortige Abänderung oder Aufhebung des f Zümsterialerlasses über den Religionsunterricht K " den Fortbildungsschulen die Möglichkeit der Einfüh- Vdes Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach
Een ländlichen und städtischen Berufsschulen I "" vorbereitenden Fachschulen gegeben wird.
Nfltn aus Halbmast am Volkstrauertag L. R e i ch s M i tt i ft e r i u M des Innern hat z^/Ä^itsanordung herausgegeben, auf Grund deren Reichsdienstgebäude am Volkstrauertag, bcm 1933' in den Ländern H a l b m a ft z u flaggen '5 denen auch die L ä n d e r r e g i e r u n g e n Ent- Zprechendes veranlassen. .. ,
ibetpi, 1 dieser Gelegenheit wird die B e v ö l k e r tt u g ge- tu,.' an diesem Tage ebenfalls möglichst zahlreich zu l Ä um auf diese Weise die Verbundenheit, des deut- W^vlkes mit seinen Gefallenen des WeMrreges dar-
Aus eigener Kraft.
Eröffnung der Verliner AuloaussteAng.
Die Entwicklung der deutschen Autoindustrie.
Die unter der Schutzherrschaft des Reichspräsidenten von Hindenburg stehende Internationale Automobil- und Motorradausstellung Berlin 1933 wurde in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Gegenwart des Reichskanzlers Hitler als Vertreter des Reichspräsidenten eröffnet. Der Erste Vorsitzende des Reichsverbandes der Automobilindustrie, Geheimrat A l l m e r s, hielt die Begrüßungsansprache, in der u. a. darauf hinwies, baß es der deutschen Automobilindustrie in zwölfjährigem
Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet die Internationale Automobil- und Motorradausstellung in Berlin.
Unser Bild zeigt Reichskanzler Adolf Hitler mit Reichs- Minister Göring bei dem Rundgang durch die soeben eröffnete Internationale Automobil- und Motorradaus- ■ stellung in Berlin.
schweren Ringen gelungen sei, die fremde Einfuhr mehr und mehr zurückzudrängen. Die deutsche Automobilindustrie könnte noch stark aufholen und Hunderttausenden von Arbeitern mehr Arbeit und Brot geben, wenn die unerträglichen Abgaben gemildert würden.
Oberbürgermeister Dr. Sahm- Berlin gab dem Wunsche Ausdruck, daß von der Ausstellung eine weitgreifende Belebung der Automobilindustrie und der mit ihr verbundenen Wirtschaftszweige ausgehen möge.
Im Anschluß daran hielt
Reichskanzler Adolf Hitler
eine Rede, in der er zunächst im Namen des Reichspräsidenten, des Protektors der Automobilausstellung, der deutschen .Automobilindustrie die aufrichtigen Glückwünsche zur Eröffnung der Ausstellung aussprach. Hitler führte u. a. aus: Als Mann, der selbst seit vielen Jahren den Kraftwagen als unentbehrliches Verkehrsinstrument kennen und schätzen gelernt hat, freue ich mich über die Ehre, diesen Auftrag übermitteln zu dürfen. Jahrzehnte über Jahrzehnte mußten vergehen, ehe die Idee, dem Menschen ein dem eigenen Befehl gehorchendes Verkehrsmittel zur Verfügung zu stellen, verwirklicht werden konnte. Wir können stolz darauf sein, daß es in erster Linie zwei deutsche Erfinder
waren, Daimler und Benz.
Aufmarsch der Fronten
Reichskanzler Hitler in Kassel.
Im Mittelpunkt der Gautagung der NSDAP, des Gaues Hessen-Nassau-Nord in K a ssel stand eine große öffentliche Kundgebung auf dein Friedrichplatz in Kassel, verbunden mit einem Aufmarsch sämtlicher Formationen der NSDAP, vor dem Roten Palais, von dessen Balkon Reichskanzler A d o l f H i t l c r sprach. Rund 11 OOl^SA- und SS.-Männer sowie einige Formationen des Stahlhelms mit ihren Standarten und Fahnen hatten auf dem Friedrichplatz Aufstellung genommen. Insgesamt mögen es 60 000—70 000 Personen gewesen sein, die dem Reichskanzler bei seinem Erscheinen auf dem Balkon des Roten Palais minutenlang zujubelten.
Hitler betonte in feiner Ansprache u. a.: Das Programm der nationalen Regierung, das verwirklicht wirb, ist ein unendlich einfaches. Es geht zunächst aus von der Quelle des Lebens des Volkes, seinem Fleiß und seiner Arbeit und andererseits vom deutschen Lebensraum. Der Grundsatz: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott, muß in das Gehirn des Volkes eingehämmert werden. Aus allen Berufsständen müsse langsam wieder ein cin- heitliches Volk hervorgchen, das erkennen muß, oaß der Nationalismus, dieses Gefühl des höchsten Stolzes, . nur dann einen Sinn hat, wenn es sich v c r bindet mit dem höchsten Sozialismus. Wir sind entschlossen, Deutschland so ober so nicht zugrunde gehen zu lassen. Wir wollen uns versprechen, genau ivie früher in den hinter uns liegenden 14 Jahren n i e in a l s w a n k c n d zu werden. Wir wollen uns versprechen, uns immer wieder die Opfer des Krieges vor Augen zu halten. Das wollen wir in gläubigem Vertrauen in die höchste Führung, so schloß Hitler, den Kampf aufnehmen für die Erlösung des d e u t sch c n V olkes, für die Erlösung dos Vaterlandes. Es wird eines Tages'dic Zeit anbrechen, da an Stelle der Zerrissenheit und der Ohnmacht, der Verkommenheit und Zes Elends^für unser Volk wiederkommt ein Reich in Größe und an Stärke und Kraft der Sozialgerechtigkeit und damit der Herrlichkeit.
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Kampffront Schwarzweißrot.
Nach einer Meldung der deutschnationalen Pressestelle hat Dr. Hugenberg einigen führenden Persönlichkeiten der gesamten nationalen Front die Spitzenplätze der Reichslistc der Kampffront Schwarzweißrot angetragen, während er selbst mit Ausnahme einiger weniger Wahlkreise die Spitze sämtlicher Wahlkreislisten der KambMont Sckwarâweißrot übernimmt. In Magde-
Vor dem Weltkriege' war es unserer Kraftwagen- industrie gelungen, sich unter den damals in erster Linie konkurrierenden Nationen den ersten Platz zu erobern. Der Krieg zwang auch diese Industrie zu einer Umstellung. Die Abschnürung von der übrigen Welt führte mit dazu, daß nach Kriegsende fünf Jahre verlorengegangen waren. Die Katastrophe Der Revolution lähmte wie überall auch hier für Jahre Glauben und Zuversicht. Und dennoch, heute können wir mit Stolz feststellen,
die deutsche Automobilindustrie hat ihre alte Stellung in der Welt wieder eingenommen.
Die schweren Wagen unserer Meisterklassen werden von keinen anderen Erzeugnissen fremder Automobilindustrien übertroffen. Die aus der Not der Zeit und unserer Gesetzgebung geborenen Kleinwagen sind unerreicht. Dasselbe gilt für den Transport- und Lastwagenbau. Diese staunenswerte Entwicklung verdanken wir, das muß neidlos anerkannt werden, nicht nur keiner staatlichen Förderung, sondern im Gegenteil nur der privaten Initiative unserer Äutomobilwirtschaft. Jahrelang hat die Art unserer Steuergesetzgebung dem deutschen Automobilbau ohne Zweifel schwersten Schaden zugefügt. Die Höhe der öffentlichen Lasten ist geeignet, den Verkehr langsam abzudrofseln, statt zu fördern. Milliarden an Arbeitsstunden wurden vergeudet, während unser Straßennetz immer mehr verkommt. Der Reichskanzler gab dann das aus vier Punkten bestehende
' Hilfsprogramm für die deutsche Automobilindustrie bekannt:
- 1. Herausnahme der staatlichen Interessenvertretung des Kraftwagenverkehrs aus dem Rahmen des bisherigen Verkehrs. Der Kraftwagen gehört seinem Wesen nach mehr zum Flugzeug als zur Eisenbahn. Große Wagen und Flugzeuge besitzen ein gemeinsames Wunder in der Motorenindustrie. Ohne die Entwicklung z. B. des Dieselmotors für den Kraftverkehr sei kaum seine Verwendung im Flugzeug zu schaffen gep wesen.
2. Allmähliche steuerliche Entlastung.
3. Inangriffnahme und Durchführung eines großzügigen Straßenbauplans.
4. Förderung der sportlichen Veranstaltungem
Im Namen des Reichspräsidenten und der Reichs- regierung sprach Hitler allen Angehörigen der Automobil- industrie herzlichen Dank aus für das, was sie aus eigener Initiative geleistet hätten. Unternehmer, Industrielle und Kaufleute hätten den Wagemut besessen, in einer traurigen und verlustreichen Zeit die Flinte trotzdem nicht ins Korn zu werfen, sondern den
Kampf gegen die Kraftwagenindustrie des Auslandes aufzunehmen. Dieser Dank gelte auch den unzähligen deutschen Konstrukteuren und Technikern. Zu erinnern sei auch an die große Armee unserer deutschen Arbeiter, deren Fleiß und Fähigkeit und unerhörtes Können die Wunderwerks ermöglichten. Möge das deutsche Volk die Arbeit, den Fleiß und die Genialität so vieler Kräfte auch seiner- seits würdigen. Möge es nicht vergessen, daß viele Zehm- Laufende unserer Volksgenossen arbeitslos sind und e»- warten dürfen, daß das ganze Volk sich ihrer erinnert und aus Solidarität mit ihrer Not der deutschen Arbeit die Hand reicht. Dann erst kann die nationale Wirtschaft wieder gedeihen.
Reichskanzler Hitler erklärte hierauf die Automobilausstellung für eröffnet.
Geheimrat A l l m e r s dankte dem Reichskanzler persönlich und als Vertreter des Reichspräsidenten für daS warme Eintreten für die Interessen der Automobilindm- strie. Er schloß mit dem begeistert aufgenommenen Ruf: „Möge Gott, der Herr, Ihnen noch lange Mut und Kraft geben! Es lebe Vater Hindenburg?"
Mit dem gemeinschaftlichen Gesang des Deutschlandliedes schloß die Eröffnunasieier.
bürg wird wahrscheinlich der Stahlhelmführer Reichsarbeitsminister Seldte und in Westfalen Vizekanzler vo n Papen an erster Stelle kandidieren. Die Reichsliste der Kampffront Schwarzweißrot soll von Generalfeldmarschall von Mackensen geführt werden, der voraussichtlich der Alterspräsident des Reichstages sein wird.
Hitlers Wahlkampfreden.
Reichskanzler Hitler wird nach den bisherigen Dispositionen während des Wahlkampfes in folgenden Städten sprechen:
Am 15. Februar in Stuttgart, 17. Februar in Dortmund, 19. Februar in Köln, 23. Februar in Frankfurt am Main, 26. Februar in München, 28. Februar in Leipzig, 1. März in Breslau, 2. März in Berlin, 3. März in Hamburg, 4. März in Königsberg. Die Reden in Berlin und Königsberg werden auf alle deutschen Sender übertragen werden, die übrigen Reden auf die örtlichen Sender.
Wirtschaftspartei und christlichnationaler Block.
Die Wirtschaftspartei wird sich dem für die bevorstehende Reichstagswahl chebildeto« christlichnational«« Block anscbließen
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Rust über seine Aufgaben.
In einer nationalsozialistischen Wahlversammlung in Hannover sprach vor etwa 40 000 Personen Reichskommissar für das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Ä u st. Das Gebot der Stunde, so führte er it. a. aus, sei, zunächst wieder ein Volk zu schaffen und Deutschland zu retten. Auf dem Gebiet der Volksbildung sei das Bild über alle Maßen mtfetzlich und grauenhaft. Man sehe keine klaren Formen und 'einen deutschen Menschen. Nichts sei gestellt auf die ewigen einfachen Urwerte: Reinheit, Wahrheit, Treue, Mut. Daraus ergebe sich aber auch seine Aufgabe.
Aber wenn die Regierung nicht in die Lage versetzt werde, diejenigen auszuschalten, die das kostbare Gut zerstört und vernichtet hätten. werde es nicht gelingen. Er werde in den nächsten Wochen zunächst mit einigen Verordnungen'heraustreten, die über den Willen in dieser Richtung keinen Zweifel mehr ließen.
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Oer deutfchnaiionale Parteitag.
Entschließung der Parteivertretung.
Im Rahmen des DeutschnationalenParte*- t_aaes in Berlin traten der Varteivorstand und di«