Zwangswirtschaft und komplizierteste Zollsysteme, was Währnngsvcrschlechterungen oder Kontingentierungen, was Konferenzen über Konserenzen! Nichts. Oder doch fast nichts.
Es ging immer weiter abwärts. In allen Ländern rasten die Finanzminister mit den wachsenden Defizits in den Staatshaushalten um die Wette und — verloren alle das Rennen. Die letzten Reste des Vertrauens, des Kredits in der Welt, wurden von der fressenden Krise zer- bissen, und wer noch über Geld verfügte, hielt es so fest wie möglich. Aber es gab gar keine Festigkeit mehr, keine „Treue" und darum auch keinen „Glauben". Doch ebenso wie die Krise aus Gründen kam. die uns letzten Endes
Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten
Merkblatt für den 1. Januar 1933.
1484: Der Reformator Ulrich Zwingli in Wildhaus, Schweiz, geb. — 1853: Der Generaloberst Karl v. Einem gen. v. Rothmaler, in Herzberg am Harz geb.
Merkblatt für den 2. Januar 1933.
1858: Der Schauspieler Josef Kainz in Wieselburg in Ungarn geb. — 1861: Der Schriftsteller Wilhelm Böische in Köln geb. ______
Unsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen;
Segne unser täglich Brot, Segne unser Tun und Lassen! Segne uns mit sel'gem Sterben Und mach uns zu Himmelserben!
Amen.
H. ScheNs.
Wetterberik^.
Mitteleuropa steht noch zum größten Teil unter dem Einfluß des Hochdruckgebiets, was ftch in der langsamen Erwärmung der Bergstationen zeigt. Schwache Tiefdruckstörungen gleiten in der Hauptsache nordwestlich vorbei ohne unsere Witterung wesentlich zu beeinflussen. Eine durchgreifende Aenderung der Wetterlage steht vorerst noch nicht in Aussicht. — Vorhersage bis Samstag abend: Meist stark bewölkt, vorübergehend auch etwas aufklarend, bei schwachen südlichen Winden Temperaturen etwas anster- gend. — Witterungsaussichten bis Sonntag abend: Fortdauer der überwiegend bewölkten, aber im wesentlichen trockenen Witterung.
6 Fulda, den 31. Dezember 1932.
Am Wochenende.
Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr unterscheidet sich auf eine merkwürdige Art von allen ihren 51 älteren Schwestern. Keine Woche im ganzen Jahre ist imstande, das Einerlei des Lebens zu unterbrechen und so zu verklären, wie wir es alljährlich „zwischen den Jahren" erleben. Das verflossene Jahr 1932 war für die Welt, für Deutschland und für jede kleine oder große Gemeinde ein „Krisenjahr". Flüche der Wut und der Verzweiflung begleiteten das Jahr 1932 auf seinem ganzen Weg, „Notjahr" und „Hungerjahr" wird ihm noch in seiner letzten Stunde nachgerufen. Am Silvesterabend weiß man glücklicherweise nichts von dem Leid und der Freude, die das kommende Jahr bringen wird — des freuen sich am meisten die Hersteller alkoholischer Getränke, denn erwiesenermaßen ist der Silvester ein recht feuchtfröhlicher Bruder und macht seinem Paten, dem Papste Silvester, wenig Ehre. Die Legende erzählt von dem letzteren manches Wunder und berichtet von seinem außerordentlich frommen Lebenswandel. Das hat nun alles nicht verhindern können, daß die Welt am Silvesterabend so ein bißchen in Rosenmontagsstimmung lebt — im Rheinland wird sogar die närrische Zeit mit dem Silvesterabend feierlich eröffnet und entsprechend begossen.
Geknallt hat es übrigens schon die ganze Woche, die liebe Jugend liebt den Krach, und es soll vielleicht eine symbolische Andeutung sein für die vielen Knalleffekte, die uns das vergangene Jahr brachte — und die uns im „Neuen Jahr" noch bevorstehen werden. Am Silvesterabend steigen aber auch viele Wünsche zum Himmel, der eine wünscht dem andern „Viel Glück im Neuen Jahr", und es ist kein Grund vorhanden, der irgendwelche Zweifel an der Aufrichtigkeit dieser Wünsche zuläßt. Am Neujahrsmorgen gibt es auch hier und da noch offizielle Neujahrsempfänge — man setzt den Zylinder auf und „zeigt sich dem erstaunten Volke — als leuchtender Stern aus grauer Wolke", wie es in einem alten Soldatengedicht heißt. Wenn wir nun ins Wünschen und ins „Glückwünschen" kommen, dann geht die Phantasie leicht mit uns durch. Die Gemeinden richten ihre Augen nach Berlin — sie wünschen sich zunächst Hilfe, damit der „A"-Bedarf sichergestellt ist — auch Fulda ist an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit angekommen — nicht nur der „A"-Vedarf, sondern das ganze kommunale „ABE" ist ins Wanken geraten. Wohl dem besoldeten Stadtrat, der sich schleunigst pensionieren lassen kann, um den Staub Fuldas von den Füßen zu schütteln, um irgendwo ferne vom alten Arbeitsacker das Alter mit Würde zu genießen. Der größte Teil der Beamtenschaft hält allerdings am liebsten so lange wie möglich in den Sielen aus — denn solange man Arbeit hat, ist man jung. Es war deshalb auch menschlich verständlich, daß das Heruntersetzen des pensionsfähigen Alters auf 60 Jahre in Pädagogenkreisen auf Widerspruch gestoßen ist, es erhob sich ein gewaltiger Sturm in dem Fachblätterwald — die „Frankfurter Nachrichten" schrieben sogar von unerhörten Benachteiligungen der betroffenen Lehrer. Ja gewiß, wir sind heute mit 60 Jahren keine Greise mit Kaiser- barten wie unsere Väter — mit 60 Jahren fängt dank der fortgeschrittenen Hygiene etc. sozusagen „die zweite Jugend" an — dafür allerdings bekommen wir weniger Nachwuchs — das ist das Merkwürdige: je leistungsfähiger unsere höheren Jahrgänge bleiben, desto kümmerlicher wird unser Nachwuchs — rein zahlenmäßig genommen. Und dann — was gibt es mit den Zehntausenden von Jung-Lehrern und Akademikern? Sie sind „pensioniert", ehe sie überhaupt zu Amt und Würden gelangt sind. Ihnen wäre zu wünschen, daß recht viele ältere Herren sobald wie möglich in „Pension" gingen. Die Alten haben doch s o viel, daß sie anständig als gesittete Menschen leben tönen — die Kinder sind soweit versorgt, allerdings, man hat in der Inflation so und so viel verloren — aber immerhin — man kann leben. Aber die Jungen, die vor den Toren stehen, können weder leben noch sterben — eine ganze Generation geht zu Grunde! Ich habe ein Buch auf meinem Schreibtisch liegen — es ist noch nicht ausgeschnitten - nennt sich „Der große Plan". — Sollte es wirklich die Lösung bringen, dieses dünne Büchlein? — der Name des
unbekannt Ind — auch wenn Mr davon etwa 156 auf- zählen, und sie mögen alle richtig sein —, will sie jetzt wieder gehen. Auf das Warum wisien wir auch keine wirklich erklärende Antwort. Wir vermögen dieses langsame, viel zu langsame Fortschleichen nur festzustellen als eine Tatsache. Gerade darum nehmen wir diese als tröstende Hoffnung mit hinüber ins neue Jahr. „Mit dem Jahre 1932", so sagte jetzt zum Jahresschluß das Institut für Konjunkturforschung, „hat Deutschland d i e Krisis, die seine Wirtschaft bis in die Grundfesten erschütterte, im wesentlichen überwunden, der Konjunkturabschwung wurde beendet." Dr. Pr.
Verfassers Mahraun hat guten Klang, und es wäre ein Neujahrswunsch, der alle Wünsche in sich enthält, wenn dem „Großen Plan" der Arbeitsbeschaffung, der „Ankurbelung" endlich, endlich im kommenden Jahre der Erfolg be- schieden sein würde. Für unsere Vaterstadt Fulda hätte ich noch einen ganzen Sack voll besonderer Wünsche. — Vor allen Dingen: Wer da stehet, sehe zu, daß er nicht falle. — Im übrigen tut jedem ein Tag der Besinnung oder wenigstens eine stille Stunde der Einkehr gut. Was wäre es mit all unseren kleinen und großen Wünschen — wenn es plötzlich der Sonne vorgezeichnet würde, sich von der Erde zu entfernen, den alten Jahreskreis zu unterbrechen! Es wäre aus und vorbei mit unserem Planeten, und die Forscher eines anderen Sternes mürben vielleicht einen vereisten Himmelskörper mehr im Weltraum feststellen können. Sehen wir darum dem „Neuen Jahr" mit Zuversicht entgegen, und wenn die zwölfte Stunde verklungen ist
— grüßen wir das „Neue Jahr":
Laß' Dünkel gehn und Kastengeist
And Schmähsucht, die sich dreist erfrecht; Laß' nah'n den Sinn für wahr und recht, Den Sinn, der nur das Gute preist.
Laß' Menschen nah'n von echtem Schrot, Doch edlen Herzens, milder Hand; Laß' gehn die Nacht, die uns noch bannt; Laß' nah'n den Helfer, der uns not.
A. M.
Jahresende — Jahresanfang.
Man könnte jetzt, wo wir am Ende des alten und am Anfang eines neuen Jahres stehen, Kotzebues „Trost beim Scheiden" von der ersten bis zur letzten Zeile abschreiben und umschreiben. „Es kann ja nicht immer so bleiben, hier unter dem wechselnden Mond". Das paßt schon ganz und umschreiben. „Es kann ja nicht immer so bleiben Das wäre ja geradezu fürchterlich, wenn es noch weiter so bliebe, wie es bisher gewesen ist, wenn auch nach Silvester, wo wir das ganze alte Jahr am liebsten kurz und klein schlagen möchten, die Welt und das Leben weiter ins Aschgraue hinüberdösten, wenn es uns auch weiter noch so kläglich und so gottsjämmerlich ginge, wie in dem verfließenden oder verflossenen Jahre des Unheils 1932, das wir scheiden sehen, ohne ihm auch nur das kleinste Tränchen des Bedauerns, des Sehnens, der Liebe nachzuweineu. „Hebe dich hinweg!", das ist alles, was wir dem scheidenden Jahre, das uns ebensowenig geliebt hat, wie wir es zu lieben vermochten, nachzurufen haben. Aber gemach, gemach! Sagen wir denn gleiches nicht von jedem Kalenderjahre, von jedem Lebensjahre, das zur Rüste geht? Gab es auch nur eines, das uns restlos gefallen hätte? Etwas zu mäkeln, etwas auszusetzen haben wir an allen Jahren, und wir vergessen nur zu raich, daß es mit den Jahren vorher auch nicht viel besser gewesen ist.
Und weil wir so rasch vergessen, wechseln wir aus der Mißstimmung sehr schnell in die „Stimmung" hinüber und „sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb". Das ist auch aus dem Kotzebue-Gedicht, und das paßt ganz genau auf Silvester. Wir sitzen beisammen und reden und trinken uns in einen Lebensrausch hinein und ;md nach einem Weilchen schon fest überzeugt, daß nunmehr alles besser werden werde, denn morgen ist bekanntlich ein anderer Tag, und die Welt wird besser oder ichoner mit jedem Tag. Ja, wenn die Hoffnung nicht war! Und was man nicht so alles von den optimisti-- lchen Dichtern lernen kann! Innerlich, und wenn wir wieder ein bißchen nüchtern geworden sind, sind wir natürlich fest überzeugt, daß es morgen wahrscheinlich leider genau so sein werde wie heute, denn wie sollte sich das ganze Leben in ein paar flüchtigen Nachtstunden verändern, und was anders als die Datierung unterscheidet den 1. Januar 1933 vom 31. Dezember 1932! Aber das ist es eben: der Wunsch ist hier einmal der Vater der Hoffnung, und da wir endlich einmal „einander so lieb haben", während wir uns das ganze übrige Jahr hindurch wie Katze und Hund befehden, geraten wir immer tiefer hinein in eine Feststimmung des .^rzens und singen weiter mit dem alten Kotzebue: „Ach, wenn es doch immer so blieb'!"
Ja, wenn es doch immer so blieb'! Aber es bleibt leider nicht immer so, und wir merken früh genug — schon tnber Frühe des Neujahrsmorgens —, daß es schon ganz anders kommen muß, wenn es besser kommen soll, und daß der eine Silvesterabend mit dem fröhlichen Beisammensein „die Suppe auch nicht fett macht", wenn man so sagen kann. Wir müssen schon noch ein bißchen mehr tun, um beizutragen zu einer allgemeinen Besserung, und am Neu- Mrstage, wenn man in sich geht und Gewissensbilanz macht, sollte man sich das wirklich ein bißchen vornehmen, und nicht bloß so obenhin ein bißchen vornehmen, sondern sich ernstlich mit dem Gedanken befassen: Ich will das durchführen, ich kann das durchführen, und ich werde das durchführen ! ;. . Und wenn erst der ernste Wille da ist, io wird das schon eines Tages gehen — bestimmt wird das gehen! Durch! und Aufwärts! muß die Parole lauten, dann — und hiermit nehmen wir Abschied von Kotzebue — „knüpfen ans fröhliche Ende den fröhlichen Anfang wir an". Mag das „fröhliche Ende" auch nur in der Sllvesterstimmung gewesen sein - denn das Ende des Jahres selbst war alles andere eher als fröhlich —, der Anfang des neuen Jahres kann trotzdem in ganz anderer Weiie „fröhlich werden: nur wollen müssen wir, nur uns ^.'^ssj.f"^^^"den müssen wir, nur vorwärtsstreben müssen wir, können wir, wollen wir! In diesem Sinne: ein gutes neues Jahr!
Apothekendienst.
Nacht- und Sonntagsdienst ab heute abend 8 Uhr bis Donnerstag früh 8 Uhr: Engelapotheke und Hirschapotheke. Ab Donnerstag abend 8 Uhr bis Samstag einschließlich: Hofapotheke zum Schwan und Hirschapotheke.
GieuerfalerrAer für Januar 1933.
Für Reichsstcucrn und preußische Steuern.
5. Januar (Reich) : 1. Ablieferung der für die Zeit vom 16. bis 31. Dezember einbehalteyen Steuerabzüge vom Arbeitslohn. Wenn im Überweisungsverfahren die bis 15. Dezember einbehaltencn Beträge 200 Mark nicht überstiegen haben, Überweisung für die Zeit vom 1. bis 31. Dezember. Dazu 2. Ledigensteuer, soweit sie im Steuerabzugsverfahren einzubehalten ist, 3. Abgabe für die Arbeitslosenhilfe, soweit sie an die Finanzämter abzuführen ist (für nicht krankenversicherungs- und nicht arbeitslosenversicherungspflichtige Arbeitnehmer), und 4. Bürgersteuer 1933 der Lohnsteuer- Pflichtigen, soweit sie in dem betreffenden Land oder der betreffenden Gemeinde für 1933 erhoben wird, und zwar für die Lohnzahlungen vom 16. bis 31. Dezember; ferner auch für die Lohnzahlungen vom 1. bis 15. Dezember, wenn die einbehgltenc Bürgersteuer weniger als 200 Mark beträgt oder an auswärtige Gemeinden abzuführen ist. 5. Anmeldung der Salz- mengen, für die die Steuerschuld im Dezember entstanden ist.
10. Januar (Reich): 1. Umsatzsteuervorauszahlung und Umsatzsteuervoranmeldung der Monats- und Vierteljahreszahler (Schonfrist bis 17. Januar). 2. Börsen- umsatzsteuer für Dezember 1932. 3. Dritte Vorauszahlungsrate der Krisensteuer für veranlagte Steuerpflichtige, soweit sie nicht (wie meistens), insbesondere auf Grund des Einkommensteuerbescheids, bereits gezahlt ist. Preußen: Bier- evtl. Gctränkesteuer.
15. Januar (Preuße n): 1. Staatliche Grundvermögenssteuer für die Monatszahler nebst 100prozentigem Staatszuschlag. 2. Gemeindezuschläge zur Grund Vermögenssteuer. 3. Hauszinssteuer. 4. Teile von Preußen: Lohnsummensteuer für Dezember 1932 nebst Erklärung über Höhe der Lohnsumme und Zahl der Arbeitnehmer. In manchen Gemeinden andere Termine.
17. Januar (R eich): Letzter Tag für ümsatzstenervoran- meldung und Umsatzsteuervöranszahlung der Monats« und Vierteljahrszahler.
20. Januar (R eich): 1. Ablieferung der für die Zeit vorn 1. bis 15. Januar einbehaltenen Steuerabzüge vom Arbeitslohn im Markenverfahren; desgl. im Überweisungsverfahren, wenn die vom 1. bis 15. Januar einbehaltenen Lohnbeträge 200 Mark übersteigen. Dazu 2. Ledigensteuer, soweit sie im Steuerabzugsverfahren einzubehalten ist, 3. Abgabe für Arbeitslosenhilfe, soweit sie an die Finanzämter abzuführen ist, (für nicht krankenversicherungs- und nicht arbeitslosenversicherungspflichtige Arbeitnehmer), und 4. Bürger- steuer 1933 der Lohnsteuerpflichtigen, soweit sie in dem betreffenden Land oder der betreffenden Gemeinde für 1933 erhoben wird, und zwar für die Lohnzahlungen vom 1. bis 15. Januar, wenn die einbehaltene Bürger- steuer mehr als 200 Mark beträgt, und die Abführung nicht an eine auswärtige Gemeinde zu erfolgen hat.
27 Januar (Reich): Zahlung der Salzsteuer für Dezember 1932.
31. Januar (R eich): Letzter Tag für Anträge auf Erteilung von Steuergutscheinen für Mehrbeschäftigung im Kalendervierteljahr Oktober—Dezember 1932.
Aus der heimischen Wirtschaft.
105 Zwangsversteigerungen und 20 Konkurse im Amtsbezirk
Fulda im Jahre 1932.
Die Zahl der eröffneten Zwangsversteigerungsverfahren im Jahre 1932 hat die Zahl der Konkurse im gleichen Zeitraum erheblich überschritten. Das ist ein Beweis dafür, daß in der Zeit der geschäftlichen Zusammenbrüche das Grundvermögen heute eine größere Rolle spielt, als in früheren Jahren. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 1932 sind beim Amtsgericht Fulda 105 Zwangsversteigerungen (gegen 62 in 1931 und 44 in 1930) eingeleitet worden. Von diesen Verfahren sind bis jetzt eine verhältnismäßig große Zahl durchgeführt und mit der Erteilung des Zuschlags beendet worden. Die Zahl der Zwangsverwaltungen fiel von 17 in 1931 auf 14 in 1932 (im Jahre 1930 waren es 10). 34 Konkursverfahren wurden im Jahre 1932 beim Amtsgericht Fulda beantragt, von denen 20 eröffnet wurden (gegen 23 in 1931 und 31 in 1930). Vergleichsverfahren wurden 6 in 1932 eingeleitet. Außerdem wurden 2 landwirtschaftliche Vermittlungsverfahren durchgeführt.
Todesfall.
Nach schwerem Leiden verschied im Alter von 66 Jahren der weit über die Grenzen unserer engeren Heimat in allen Kreisen äußerst bekannte und sehr beliebte Metzgermeister Karl Sunkel. In der Fleischerinnung genoß er stets das größte Vertrauen, was dadurch bewiesen wurde, daß er 5 Jahre lang Obermeister und seit einiger Zeit Ehrmober- meister der Innung war. In allen Nebenbetrieben der Fleischerinnung, wie z. B. der Betriebsgenossenschaft der Fleischerinnung, der Krankenkasse, der Häutebetriebsgenossenschaft Kassel und bergt zählte Herr Sunkel zu den Vorstandsmitgliedern. Das Vertrauen der hiesigen Einwohnerschaft berief ihn sehr früh in den Fuldaer Stadt- Aüsschuß, später in die Stadtverordnetenversammlung und in den Magistrat. Auch war er einige Jahre 2. Beigeordneter der Stadt. Vielen städtischen Kommissionen gehörte er an, ebenso dem früheren Kreistag des Kreises Fulda. Sein Hinscheiden wird in allen Kreisen auf das schmerzlichste bedauert werden. Ist doch mit dem Verblichenen ein Mann von edlem Charakter dahingegangcn. Er war stets liebenswürdig gegen jedermann. Aber auch ein stiller Wohltäter der Armen und Notleidenden ist mit ihm dahingegangen.
Jnventurvcrkäufe.
Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau Geschäftsstelle Fulda weist darauf hin, daß im Stadt- und Landkreis Fulda sowie Kreis Hünfeld, gemäß Bekanntmachung des Herr Regierungspräsidenten zu Kassel vom 17. Juni 1932, Jnventurverkäufe nur stattfinden dürfen in der Zeit vom 9. bis 28. Januar 1933 und zwar nur in folgenden Branchen: Textilien aller Art, Schuhe, Portefeuillewaren (Damentaschen, Reisekoffer pp.), Herren- und Damenhüte. Für den Stadtkreis Fulda ist eine freiwillige Vereinbarung, unter Führung der Geschäftsstelle Fulda der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau dahingehend getroffen worden, daß der Jn- venturverkauf am Montag, den 9. Januar 1933 beginnt und am Sonnabend, den 21. Januar 1933 endet.
Fuldaer Schwcinemartt.
Zum heutigen Schweinemarkt waren 133 Ferkel und 2 Läufer angefahren. Je nach Alter und Qualität wurden 8, 12 und 16 Mark für das Stück bezahlt.