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Nr. 305 Donnerstag, 29. Dezember 1932

Kurze politische Nachrichten.

Das Zusatzabkommen zum deutsch-französi­schen Handelsabkommen sowie der Notenwechsel zu der deutsch-französischen Vereinbarung über den Warenaustausch zwischen dem Saargebiet und dem deutschen Zollgebiet sind im Auswärtigen Amt unter­zeichnet worden.

Einen Neujahrsgrüß der Ausländsdeut­schen wird die amerikanische Rundfunkgesellschaft in der Nacht zum 1. Januar von 0,15 bis 0,30 Uhr senden. Dieser Neujahrsgrus; der Am e r i k a d e u t s ch e n wird von Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Königsberg, München, Stuttgart, Wien und vom Dcutschlandsender zur Ver­breitung gelangen.

Die Verbände der Gottlosen haben be­schlossen, in den Tagen der a l t r u s s i s ch e n Weih- n a ch t e n, 5. und 6. Januar, in Funksendungen die Hörer aufzufordern, die Kirchen nicht zu besuchen und an den religionsfeindlichen Kundgebungen teilzunehmen. In allen Sowjctbetrieben wurde am 2 5. und2 6. Dezem­ber voll gearbeitet. Auch die ausländischen Fach­leute hatten keinen Urlaub und mußten an den Feiertagen arbeiten.

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Die Nationalsozialistische Korrespondenz veröffent­licht eine Bekanntmachung, wonach die vom 30. Dezember 1932 bis zum 4. Januar 1933 geplante Sonder- tagüng der Hitlerjugend in Gotha abge­sagt und aus technischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird.

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Die französische Kammer bewilligte den von der Re­gierung beantragten Kredit von 3 0 0 Millionen Franc zur Stützung des Getreidepreises.

Die Kameradschaften jugendlicher Arbeitsloser.

Selbsthilfe im Notwerk der deutschen Jugend.

Ein bei früheren Wirtschafts- und sozialpolitischen Regierungsmaßnahmen in den Hintergrund getretenes Moment, die Initiative und Mitarbeit des Einzelnen oder der Gruppe, wird jetzt in steigendem Maße mehr betont und als Grundlage für die Staats- Hilfe herausgestellt. Durch die Einrichtung der Steuer gutscheine wurde der'Privatinitiative der Unternehmer eine „Chance" gegeben und der Erfolg der Maßnahme von dem Grad der Ausnutzung Dargebotener Möglichkeiten durch den Unternehmer abhängig gemacht.

In ähnlicher Weise werden jetzt in das „N o t w e r k der deutschen Jugend" freiwillige Kame­radschaften junger Arbeitsloser eingegliedert. Der Aufruf des Reichspräsidenten und der Reichsregierung fordert zur Bildung solcher Kameradschaften auf und die Richtlinien der Reichsanstalt geben jetzt nähere Bestim­mungen zu ihrer Ausgestaltung.

Danach ist zur Bildung einer Kameradschaft jede G e - m e i n s ch a f t s g r u p p e (Jugendverbände und -bünde aller Art, Berufsverbände usw.) berechtigt, die keine staatsfeindlichen Ziele verfolgt. Das Notwerk ist eine Angelegenheit der Volksgemeinschaft und darf daher auch nicht parteipolitischen Bestrebungen dienstbar gemacht werden. Vereinigungen und Verbände, die ihre Angehörigen auch durch Gemeinschaftsideen verbinden, die außerhalb der Arbeitslosenhilfe liegen, dürften am ehesten geeignet sein. Die Kameradschaft soll in der Regel nicht unter 25 Mitglieder umfassen. Die Kameradschaften haben

die Aufgabe,

die gemeinschaftliche Verpflegung zu regeln und die hierzu notwendigen Hilfsdienste zweckmäßig zu verteilen: neue Einrichtungen sollen hierbei möglichst nicht ge­schaffen, sondern bestehende Anlagen ausgenutzt werden. Sie übernehmen ferner die Verantwortung für die Auf­stellung und den Ablauf des Ta g c s p l a n s im ein­zelnen. Für die berufliche B i l d u n g s a r b e i t stehen ihnen für ihre Mitglieder die Veranstaltungen der Arbeitsämter zur Verfügung. Die Sorge für geistige Anregung und Fortbildung und für die sportliche Betätigung ihrer Mitglieder kann von ihnen übernommen werden. Sie können darüber hinaus die Freizeit ihrer Mitglieder sinnvoll zu gestalten suchen (Aussprachc- und Lescabende, Laienspiel und Volksgesang, Turnen und Gymnastik, Wanderungen und Geländespiele) und auch hierdurch die Kameradschaft der Jugendlichen pflegen und vertiefen. Sie können schließlich soziale Hilfs­dienste für arbeitsunfähige Hilfsbedürftige für die öffentliche oder private Fürsorge übernehmen und ihre Mitglieder hierzu heranziehen.

Die Führer

der Kameradschaften müssen die Gewähr moralischer und sachlicher Eignung bieten und sich bereits im freiwilligen Arbeitsdienst, in beruflichen Bildungsmaßnahmen oder in der Jugendführung bewährt haben.

danken -Aolverordnung in Südslawien.

Eine neue Verordnung des südslawischen Ministerrats schafft jetzt einen Zustand, der einem teil­weisen Geue r a l in o r a t o r i u in gleichkommt. Die Verordnung ermächtigt die Banken mit aktivem Status, die ihre Einlagen nicht zurückzahlen oder deren Zinsen nicht aufbringen können, diese Zahlungen nur nach einer ihrer Leistungsfähigkeit augepaßten „Skala" vorzu- nohmen. Da fast sämtliche Banken ihre Verpflichtungen schon seit Jahresfrist nicht mehr erfüllen können, werden von dieser Verordnung die Sparer außer­ordentlich schwer betroffen. Den ungefähr 30 Banken, i eiten bisher ein völliges Moratorium gewährt worden n Überhaupt keine Zahlungen mehr leisten konnten, steht es nach Erlangung einer teilweisen Flüssig- teit wieder frei, von der Skaläverordnung Gebrauch zu machen. Die Einleger dürfen ihre Guthaben nicht kündige" Dr 5 Verordnung gilt fsir ein Jehn. ...... ’

Rückschau auf 1932.

Jauuar.

7. Reichskanzler Dr. Brüning empfängt Hitler zur Be­sprechung innenpolitischer Fragen.

9. Reichskanzler Dr. Brüning erklärt, daß Deutschland jetzt und in Zukunft keine Tribute mehr zahlen werde.

15. Wegen großer Falschmünzereien wird in Berlin Dr. Salabatr verhaftet.

23. Abschluß eines Stillhalteabkommens über deutsche kurz­fristige Auslandskredite.

27. Das englische U-Boot „M. 2" mit 55 Mann Besatzung gesunken.

29. Japanische Truppen schießen die Chinesenstadt Schang­hais in Flammen.

30. Eröffnung der Grünen Woche durch den Reichsernäh­rungsminister Dr. Schiele.

Februar.

1. Berlins Oberbürgermeister Sahm bildet einen Aus­schuß, der. die Wiederwahl Hindenburgs betreiben soll.

2. Der Völkerbundrat fordert die Einstellung der FeiiA- seligkeiten zwischen Japan und China. — In Genf tritt die Weltabrüstungskonferenz zusammen.

3. Santiago de Cuba wird durch ein Erdbeben, das Hmi- .derte von Todesopfern fordert, fast völlig zerstört.

6. Im Calmette-Prozeß werden die Angeklagten Prof. Deycke und Prof. Altstädt zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

9. Reichskanzler Dr. Brüning legt in einer Rede vor der Abrüstungskonferenz Deutschlands Standpunkt zur Ab­rüstung dar.

15. Hindenburg stellt sich als Kandidat für die Präsi­dentenwahl zur Verfügung.

16. Das französische Kabinett Laval wird im Senat ge­stürzt.

18. Friedrich August, ehemaliger König von Sachsen, ge­storben.

21. In Frankreich wird Tardieu mit der Regierungs­bildung beauftragt.

22. Durch Zusammenschluß der Danatbank und der Dres­dener Bank entsteht eine neue Mammutbank. — Die Deutschnationalen und der Stahlhelm stellen den Oberstleutnant a. D. Düsterberg, die NSDAP, stellt Adolf Hitler als Kandidaten für die Präsidenten­wahl auf.

25" . Brüning verteidigt vor dem Reichstag seine Politik. — Hitler wird als Regierungsrat der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin zugeteilt. — In mehreren Städten Deutschlands, darunter Berlin, tobt ein gewal­tiger Vierstreik.

26. Die Mißtrauensanträge gegen die Regierung Brüning werden im Reichstag abgclehnt. — Die. Präsidenten­wahl wird auf den 13. März festgesetzt

März.

2. Ganz Amerika gerät in Aufregung wegen der geheim­nisvollen Entführung des Kindes des Fliegerhelden Lindbergh.

3. In Riga stirbt der Komponist Eugen d'Albert während der Vorbereitungen zu seiner sechsten Ehescheidung.

6. Der französische Botschafter in Berlin setzt die Reichs­regierung offiziell von dem Donaubundplan in Kenntnis.

7. Der französische Staatsmann Aristide Briand gestorben.

8. Aus dem völkerkundlichen Institut in Göttingen wird ein hawaiischer Königsmantel, der angeblich fünf Millionen wert gewesen sein soll, gestohlen.

12. Der Zündholzkönig Ivar Kreuger verübt in Paris Selbstmord und wird bald darauf als großer Betrüger entlarvt.

13. Die Reichspäsidenteuwahl bleibt im ersten Wahlgange unentschieden.

15. Selbstmord des Photokönigs und Millionärs,Eastman.

16. In einer Note an Frankreich betont die Reichsregierung ihren ablehnenden Standpunkt gegenüber dem Tonau- bundplan.

17. Alle NSDAP.-Parteibüros in Preußen werden auf eine von dem Innenminister Severing veranlaßte Polizeiaktion hin durchsucht.

19. Im Schultheiß-Pätzenhöfer-Prozeß wird Generaldirek­tor Katzenellenbogen zu drei Monaten Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe verurteilt.

22. Jy Weimar findet im Beisein von Vertretern aller Kulturvölker die große Goethefeier statt.

23. Protestschritt Deutschlands wegen der ungesetzlichen Auflösung des Meinelländischen Landtages

29. Deutschland nimmt Englands Einladung zu einer Vier- machtekonferenz über die Donaubundfrage an.

April.

6. Tas Oberste Gericht der Sowjetunion verurteilt Wassiljew und Stern wegen ihres Attentates auf den deutschen Botschaftsrat Twardowski zum Tode und läßt beide sofort hinrichten.

7. Vor dem Reichsgericht beginnt der Prozeß gegen den ehemaligen Oberleutnant Scheringer wegen Vorberei­tung zum Hochverrat.

8. Die Londoner Donaukonferenzwird auf unbestimmte Zeit vertagt.

9. Aus den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther wird auf einem Berliner Bahnhof ein Schuß abgegeben. Die beiden Attentäter werden verhaftet.

10. Hindenburg chird im zweiten Wahlgang zum Reichs­präsidenten gewählt.

11. Der ehemalige Oberleutnant Scheringer wird zu 21- Jahreu Festung verurteilt.

12. Im Preußischen Landtag wird ein Gesetz angenommen, nach dem ein preußischer Ministerpräsident nur mit absoluter Mehrheit gewählt werden kann. — An der Börse werden wieder amtliche Kursnotierungen vor genommen. — Aus Chile werden große Vulkanaus­brüche gemeldet.

13. Die Reichsregierung beschließt durch eine Rotverord- uuug, die SA.- und SS.-Formationen für das ganze Reich zu verbieten.

15. Die NSDAP, beschließt, gegen das SA.-Verbot den Swaisgerichtshof anzurufen.

20. Die Polizei in Preußen stellt fest, daß der 1929 Ver­botene Rote Frontkämpferbund in anderen Organi­sationen illegal fortbcsteht.

24. Die Parlamentswahlcu in Preußen, Bayern, Württcm bera, Hamburg, Anhalt und auch die Wahlen in Öster­reich ergeben eine starke Zunahme der nationalsozia­listischen Stimmen und Mandate.

26. Die englische Regierung läßt eine Einladung zu einer neuen Reparationskonferenz in Lausanne ergeben.

29. Bei einer japanischen Parade in Schanghai verübt ein Koreaner ein Bombenattentat, wobei mehrere Generale und Diplomaten schwer verletzt werden.

Mai.

1.B ei den Kammerwahlcn in Frankreich erlangen die bürgerlichen Linksparteien zunächst einen kleinen Erfolg.

3. Rüchtriit d^ Reichèwir^cha^kKmin'sters S^. Wgi^bold.

4. Durch eine Notverordnung werden die militärisch orga­nisierten politischen Verbände unter Kontrolle gestellt und die Gottlosenverbände verboten.

6. Auf den Präsidenten der französischen Republik Doumer wird ein Revolveranschlag verübt, dem der Präsident einen Tag darauf erliegt. ‘

9. Tie hessischen Landtagswahlen Werden vom Staats­gerichtshof für ungültig erklärt. — Der zweite Wahl gang in Frankreich ergibt eine große Linksmehrheit Der geschlagene Tardieu muß zurücktreten.

10. Zum Präsidenten von Frankreich wird Lebrun gewählt.

12. Groener tritt vom Posten des Reichswehrministers zurück. — Im Reichstag werden die Mißtrauens­anträge gegen die Regierung Brüning abgelehnt. —

13. Die Auffindung der Leiche dès Lindbergh-Kindes ver­setzt Amerika in.neue Aufregung.

14. Geheimrat Kahl, der große Jurist und Parlamentarier, gestorben.

15. In Tokio wird anläßlich eines Militärputsches Japans Ministerpräsident Junki ermordet. Die Mörder stellten sich freiwillig der Polizei.

17. Der französische Dampfer „Georges Philippar" gerät bei Aden in Brand. Die Zahl dèr Todesopfer beträgt mehr als 70.

19. „Do. X" startet von Amerika zum Rückflug nach Deutschland.

21. Rücktritt des Preußenkabinctts Brann. — Die amerika­nische Ozcanflièaerin Earhan fliegt in 15.5 Stunden über den Atlantik.

24. Der neue Preußische Landtaa tritt zu seiner Eröff­nungssitzung zusammen. — „Do X" trifft in Berlin ein und wassert auf dem Müaaelsee.

25. Der Nationalsozialist Kerrl wird zum Landtaaspräsi- deuten gewählt.

29. Der Reichspräsident kehrt aus Neudeck nach Berlin zu­rück. — Bei den Landtaaswahlcn in Oldenbura er- lanaen die Nationalsozialisten die Mehrheit.

30. Der Reichspräsident nimmt die Demission der Reichs regieruna an und beauftragt am Taae daraus v Paven mit der Bilduna einer Reaicruna der nationalen Kon­zentration. — Der Oberreichsanwalt stellt das Ver­fahren gegen die SA., die des Hochverrats bcschuldiai war, ein.

Juni.

1. Herr von Papen wird Reichskanzler.

4. Auflösung des Reichstages. — In Frankreich wird das Kabinett Herriot gebildet.

5. Bei den Wahlen in Mecklenburg - Schwerin erlangen die Nationalsozialisten die Mehrheit.

6. Die Neichstagsneuwahl wird auf den 31. Juli fest­gesetzt. — Memel bekommt ein deutsches Direktorium.

8. Preußen kündigt eine neue Kürzung der Beamten- gehälter und eine Schlachthofstcuer an.

15. Notverordnungen der neuen Reichsregierung: Kür­zungen der Zahlungen an Arbeitslose, Umsatzsteuer- erhöhung, Arbeitslosenabgabe, Sparmaßnahmen in der Justiz.

16. Beginn der Lausanner Konferenz.

17. Zahlungsaussetzung der Reparationen beschlossen.

19. Die hessischen Landtagswahlen bringen keine wesent­liche Änderung im hessischen Parlament. — Auf dem Brocken soll ein Ziegenbock in einen Jüngling vor wandelt werden: der Versuch mißlingt.

21. Im Boxkampf Schmeling—Sharkey wird Schmeling nach Punkten geschlagen.

22. Präsident Hoover veröffentlicht eine Abrüstungs­botschaft.

23. An der mexikanischen Küste finden bei einer Spring­flut zahlreiche Personen den Tod.

27. An vielen Stellen Deutschlands kommt es zu poli­tischen Zusammenstößen, die sich von nun an immer häufiger zeigen. — Latente Krise in Lausanne und stündiich drohende Vertagung der Konferenz.

28. Aufhebung des SA.- und des Uniformverbotcs. — Die Brüder Sklarek werden nach einem Prozeß, dessen Beendigung man kaum noch erwartete, zu je vier Jahr.cn Zuchthaus verurteilt. .

Juli.

4. Die seit vielen Wochen vermißten deutschen Flieger Bertram und Klausmann werden halb verhungert im australischen Busch gefunden.

8. Einigung in Lausanne auf drei Milliarden Schluß­zahlung. — Beim Untergange des französischen Unter­seebootes „Prometheus" sieben 64 Personen den Tod.

10. Die deutsche Olympiamannschaft tritt die Fahrt nach Los Angeles an. — In verschiedenen Teilen des Reiches kommt es zu schweren politischen Zusammen­stößen, die von jetzt an auf der Tagesordnung bleibe».

14. Das französisch-englische „Vertraiicnsabkommcn" und das „Gentlemen-Agreemcnt über die Ratifizierung des Lausanner Vertrages werden bekannt.

17. Straßenunruheu in Altona fordern 16 Todesopfer.

18. Die Reichsregierung erläßt ein Demonstrationsverbot.

20. Die preußischen Minister Braun und Severing werden abgesetzt: der Reichskanzler wird Reichskommissar in Preußen. Über Berlin und ganz Brandenburg wird der militärische Ausnahmezustand verhängt.

21. Eröffnung des Frankfurter Sängerbundesfestes.

22. Staatssekretäre, Oberpräsidenten, Regierungspräsi­denten und Polizeileiter werden abgelebt.

23. Die Abrüstungskonferenz findet ihre Vertagungs formcl. — Der Segelflieger Groenhoff tödlich ab­gestürzt.

25. Preußens Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Ver­fügung gegen das Reich wird vom Staatsgerichtshof abgewicscn.

26. Untergang des Marineschulschiffes „Niobe". 69 See leute finden den Tod. — Der Ausnahmezustand über Berlin-Brandenburg wird aufgehoben.

27. Gorgulow, der Mörder des Präsidenten Doumer, wirb zum Tode verurteilt.

29. Der Falschmünzer Galaban wird zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

31. Verkündung eines zehntägigen, später verlängerten Burgfriedens. — Die Reichstagswahlen ergeben ein starkes Anwachsen von Nationalsozialisten und Koni muniften. Es werden 608 Abgeordnete gewählt. — Eröffnung der 10. Olympiade in Los Angeles.

August.

1. Schwere politische Zusammenstöße, Sprengattentate» Feuerübcrfälle in Ostpreußen und in anderen Gegen­den Deutschlands. ,

2. Der frühere österreichische Bundeskanzler Dr. ^eipel gestorben.

5. Veröffentlichung der AusfübrungsbestimMungen über den Freiwilligen Arbeitsdienst.

9. Die Reichsregierung verabschiedet die Verordnungen zur Bekämpfung des Terrors.

11. Bei irr DEEMlESN dxr ReichsreaMMg gj-LLS