Nr. 304 Mittwoch, 28. Dezember 1932
Kurze politische Nachrichten.
Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: In Württemberg wurden auf Grund der R e i ch s a m n e st i e bis jetzt insgesamt 108 Gefangene aus den Landesstraf anstalten entlassen.
Der vorletzte Ausweis der Reichs b a n k in diesem Jahre zeigte eine weitere Entlastung des Jnsti tutes um 102,6 Millionen Mark gegenüber 42,8 Millionen Mark in der entsprechenden Vorjahrswoche. Damit ist. die Beanspruchung des Instituts am Ultimo November bis auf 40 Millionen Mark wieder abgedeckt. Die gesamte Kapitalanlage liegt mit 3054 Millionen Mark erheblich unter der vorjährigen Vergleichsziffer von 4075 Millionen Mark. Die Goldbestände zeigen eine kleine Erhöhung von 1,54 Millionen Mark, während sich der Notenumlauf um 29 auf 3371 Millionen Mark vermindert hat. Die Deckung hat sich von 26,9 Prozent am Ende der Vorwoche auf 27,2 Prozent gebessert.
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Der 24stündige Waffenstillstand im Gran Chaco wurde von den bolivianischen und den para guayanischen Truppen peinlich eingehalten. Nach Ablauf des Waffenstillstandes eröffneten die Paraguayer wieder das Feuer.
Der Breslauer Hochschulkonfliki.
Konferenz im preußischen Kultusministerium.
Der Beschluß des Rektors und des Senats der Bres lauer Universität gegen eine weitere Lehrtätigkeit von Pro fessor Cohn an der Universität wird noch Gegenstand einer Konferenz im preußischen Kultusministerium sein. Der kommissarische Leiter des preußischen Kultusministeriums, Dr. Kaehler, Hal den Rektor, den Prorektor und den Dekan der juristischen -Fakultät zu einer Besprechung nach Berlin gebeten Diese Besprechung wird wahrscheinlich :n len ersten Tagen des Januar stattfinden.
Auch Professor Cohn, dessen weitere Tätigkeit Rektor und Senat wegen eines Trotzki-Artikels für unmöglich holten, hat mit dem Kultusministerium eine Besprechung gehabt Er Hai im Kultusministerium angerufen und den Bescheid erhalten, er möge nach Berlin kommen, wo ec auch erschienen ist. Dabei hat Professor Cohn seine Stellungnahme zu seiner Affäre dem Kultusministerium mitaeieili.
Wett und Wissen
w. Der Maler Ludwig Ritter von Herterich gestorben. Im âlter von 7L Jabren starb auf seinem Landsitz Etzenhausen bei München der Münchener Akademieprofessor, Genre- und Historienmaler Ludwig Ritter von Herterich. Berühmte Werke Herterichs befinden sich in München, Dresden, Essen, Bremen usw.
w. Der blinde Komponist Hubert Pfeiffer gestorben. In einem Aachener Krankenhause ist der blinde Wuppertaler Kom- ponist Hubert Pfeifser gestorben. An dem Morgen, an dem er in Aachen starb, wurde in seinem Heimatorte Barmen seine Weibnachtsmotette zur Uraussührung gebracht. Pfeiffer, der ein Alter von 41 Jahren erreicht hat, ist besonders durch die große 8-Dur-Messe bekanntgeworden. Im Jahre 1927 hatte er für seine U-Moll-Klaviersonale den Beetbovenpreis erhalten. Beim letzten deutschen Sängerbnndesfest in Frankfurt war er mit dem Staatspreis ausgezeichnet worden.
Unheil aus
Mord an einem SA-Mann.
Die Leiche nach k '^Monaten entdeckt.
„ Z^m Polizeipräsidium Dresden wird mitgeteilt: Nachdem sich der Wasserstaud der Talsperre M â l t er durch die Eisbildung gesenkt hat, ist unter Sand verborgen die Leiche des seit dem 4. November vermißten R a - t i o a l I o z j a l i ft c n Hentsch zutage getreten. Die ^eiche war in Säcke gehüllt und diese waren mit schiveren Stciucn belastet. Die äußere Besichtigung der Leiche hat gezeigt, daß Hentsch durch einen Schuß in die Brust getötet worden ist.
Hiernach steht einwandfrei fest, daß Hentsch einem Mord zum Opfer gefallen ist. Die Kriminalpolizei hat inzwischen zusammen mit der Staatsanwaltschaft eingehende Ermittlungen angestellt, die für die Aufklärung des Falles wichtiges Material erbracht haben.
Zu der Erschießung des Bergmanns S c e z o t o r in Bottrop ist ergänzend zu berichten, daß Scezotok nicht parteilos, sondern wie sein Schwager Kotura Nationalsozialist war. Trotzdem glaubt die Polizei, daß die Schüsse Kotura hatten gelten sollen, da gegen ihn von Kommunisten Drohungen, dahingehend, daß man ihn nach der Amnestie erschießen würde, ausgesprocheti worden waren.
Es scheint festzustehen, daß die tödliche Kugel auf den 26jährigen SA.-Mann Heut s ch, dessen Leiche an der Malter-Talsperre aufgefunden wurde, au einem dritten Orte abgegeben worden ist. Die Mörder haben anscheinend die Leiche vom Tatort näch Malter gefahren und von der 15 Meter hohen Brücke ins Wasser geworfen.
Das Gerücht, daß Hentsch einem Racheakt seiner eigenen Parteigenossen zum Opfer gefallen sei, hat bis jetzt keine Bestätiguitg gefunden.
Oer Mord an dem Dresdener SA-Mann Hentsch.
Es kann jetzt als sicher, gelten,' daß der 27jährige Funker Rudolf Schenk ans Dölzschen bei Dresden, der 22jährige Telegraphenbanarbeiter Friedrich Fränkel aus Dresden und der 20jährige Erwerbslose Walter Woicik, ebenfalls aus Dresden, zum mindesten an der Ermordung des Dresdener SA.-Mannes H e n t s ch beteiligt sind. Alle drei sind, als das Verschwinden des Hentsch bekanntgeworden war, aus Dresden verschwunden. Die Genannten waren mit dem Ermordeten zusammen in der Dresdener SA. der NSDAP. S ch e n k hatte nach eigenem Eingeständnis Hentsch nach dem Königshof in Dresden- Strehlen bestellt, und Hentsch hatte der Aufforderung auch Folge geleistet unter der seiner Mutier gegenüber gemachten Begründung, daß er einen wichtigen politischen Auftrag auszuführen habe. — Eine erste Verhaftung in dieser Angelegenheit erfolgte bereits in Freital bei Dresden. Dort wurde der Nationalsozialist B o r in a n n von der Dresdener Politischen Polizei festgenommen und in das Amtsgerichtsgefängnis eingeliefort. Bormann soll Schenk zur Flucht verholfen haben.
Feuerüberfakl aus einen Amnestierten.
In B o t t r o p kam es zu einer schweren Bluttat. Der Bergmann Contura, der mit seinem Schwager Szezotok ein Haus bewohnt, feierte mit dessen Familie Weihnachten. Plötzlich wurde an geklopft. Als Szezotok hin ausgehen wollte, wurde er beim Betreten der Haustür- schwelle beschossen. Etwa sieben bis'acht Schüsse fielen, von denen Szezotok zwei verletzten. Szezotok verstarb im Krankenhaus. Er hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder. Zwei Männer wurden im Laufe der Weihnachtstage unter dem dringenden Verdacht der Mittäterschaft festgenommen. Den Umständen nach zu urteilen, ist ein politischer Racheakt nicht ausgeschlossen. Im Verdacht der Täterschaft steht der Schwager des Erschossenen, Contura, der durch die Amnestie zu Weihnachten aus dem Gefängnis entlassen wurde.
aller Welt.
Aus den Bürgersteig gerast.
Schwerer A u t o u n f a l l. — Vier Personen getötet, fünf verletzt.
Auf der Ehcinnihcr Straße in Limbach ereignete sich ein schwerer Verkehrsunsall. Tas Auto eines Limbachcr Fabrikanten geriet in einer langgestreckten Kurve auf den rechten Fußsteig und überfuhr dort vier in gleicher Richtung gehende F u tz g n n g e r, und zwar einen Mann, eine Frau und zwei Knaben. Der Mann und ein Knabe starben nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus Lim hach. Die Frau und das andere Kind sind ebenfalls ihren Verletzungen erlegen. Während der Führer des Wagens unverletzt blieb, wurden die fünf M i t i n s a s s e n mehr oder weniger schwer verlebt. Die Ramen der Getöteten eS handelt sich wahrscheinlich um eine Familie — sind noch nicht bekannt. Den bisherigen Feststellungen nach ist der Unfall auf grobe Fahrlässigkeit des K r a f t w a g c n führers durch übermäßig schnelles Fahren und Schnei den der Kurve zurückzuführcn.
Auf der Landstraße bei Alzey (Rheinhessens kam ein Personenkraftwagen infolge Glatteises ins Rutschen und stürzte einen zwanzig Meter hohen Straßen dämm hinab. Dabei wurde der Lenker des Wagens, der 38jährige Leipziger Vertreter Ludwig Mentzel, so schwer verletzt, daß er im Krankenhaus kurz danach starb. Zwei andere Insassen kamen mit Knochcnbrüchen davon.
Sprengstoffanschlag bei Küstrin.
An dem W oh »Hause des früheren Anstaltsbeamten Bcrnebce in dem Dorfe Stolberg bei K ü st r i n , der kürzlich aus der NSDAP, ausgetreten ist, explodierte ein Sprengkörper, der geringen Materialschaden anrichtete. Personen wurden nicht verletzt. Im Zusammenhang mit dem Anschlag wurden mehrere Mitglieder der NSDAP verhaftet.
200 Meter abgestürzt und unverletzt.
Bei Hinterdux oberhalb der Bichelalm im Zillertal (Tirol) stürzte der 24jährige Sohn Oskar Klokow des Mitinhabers der Buchdruckerei und Verlagsfirma Hermann Klokow, Berlin, Alexandriucnstraße 77/78, einen 200 Meter hohen Grashang herunter. Glücklicherweise wurde er von einem Schneefeld aufgefangen, so daß er unverletzt davonkam. Er wurde von Schülern eines Hochschulkurses der Deutschen Hochschule für Leibesübungen unter Führung von Neukirch geborgen, die dort einen Skikursus abhielten.
Vermischte Nachrichten
Bor deutsch-holländischen Handelsverlragsverhandlungen.
Berlin. Zu den bolländischen Meldungen, die die Bereitschaft zu Verhandlungen über den Ende dieses Jahres ab= laufenden deutsch-Holländischen Handelsvertrag zum Ausdruck brachten, wird von zuständiger Seite erklärt, daß die Verlwud- lungsbereitschaft auch für Deutschland gelte und daß die Reichs- regierung bereits im vergangenen Frühjahr bereit gewesen wäre, vor dem vorauszusehenden Ablauf des Vertrages über die Neugestaltung der Handelsbeziehungen zu verhandeln.
Japan baut einen „Taschcnpanzcrkreuzcr".
Tokio. In Dokosuka wurde mit dem Bau eines neuen spanischen Panzerkreuzers von 10 000 Tonnen begonnen ^ic japanische Presse erklärt, der neue japanische Kreuzer habe eine große Ähnlichkeit mit dem Panzerschiff „Deutschland", der in der japanischen Fachpresse als Taschcnpanzcrkrcuzer bezeichnet wird. Er werde besonders schnell und das mobernftc Kriegsschiss in der japanischen Marine fein.
DerK /$ Glück.
Roman aus dem Leben.
Urheberrecht durch Herold-Verlag Homburg-Saar.
6] (Nachdruck verboten.)
Soweit hatte Johannas Kraft ftamibgel}alten; sie selbst hatte mitgeholfen, ihren Vater auf die Bahre zu betten, aber als ihn dann die Männer aufhoben und hinaustrugen, als nun auch sie dem Zuge folgen und in die kühle Nachtlufl Hinaustreten wollte, da spürte sie auf einmal, daß ihre Kräfte sie verließen.
Das Bewußtsein des jähen, großen, fürchterlichen Unglücks, das über sie heremgebrochen war, kam mit elementarer Gewalt über sie und mit einem gebrochenen Wehiaut sank sie hart an der Tür zu Boden.
_Erich fing sie auf. Nienrand kümmerte sich um die beiden Zu- rückbleibenden und wohl einige Minuten hindurch lag Johanna ohnmächtig in den Armen des jungen Fabrikherrn, ehe sie wieder zur Besinnung kam. Aber sie war fast zu schwach zum Gehen, sie taumelte und Erich mußte sie kräftiger stützen und halten, um mit ihr den schon Vorangcschrittenen nach dem Boole folgen zu können.
Dabei wollte er wiederholt tröstend auf sie einsprechen. Aber es erschien ihm alles so nichtssagend, womit er sie hätte trösten können, so klein dem großen Unglück gegenüber, daß er schwieg und nur stumm und warm ihre Hände drückte.
Johanna empfand trotz allen Schmerzes die Innigkeit dieses stummen Trostes als eine Wohltat.
Es war schon spät in der Nacht, als man in der Klinik von Doktor Kirchberg aulaugte, wo der berühmte Chirurg zum Glück Persönlich anwesend war und die Aufnahme des Verunglückten selber leiten konnte. Er versprach auch, sofort die eingehendste Untersuchung vorzunchmen.
So gern Johanna auch bei ihrem Vater geblieben wäre, es wurde ihr abgeschlagen, und so mußte sie denn den Heimweg antreten.
Erich war ihr gefolgt; er belohnte die Arbeiter, die sich freiwillig an der Hilfsleistung beteiligt hatten, reichlich, und als diese sich daraufhin entfernten, stand er wieder mit dem jungen Mädchen allein auf der nächtlichen Straße.
Die Klinik des Doktors Kirchberg lag zwischen den Vorstädten Roterbaum und Eimsbüttel in der Nähe des Schlumps. Die Straße lag einsam und menschenleer mit den hohen, schattigen Bäumen da, nur vereinzelte Laternen zeigten noch den Weg an.
Johanna wollte sich von Erich verabschieden, er aber hielt sie zurück.
„Sie können doch jetzt nicht allein nach Hause gehen, ich werde Sie wenigstens ein Stück begleiten!“
Johanna nickte nur und setzte ihren Weg fort, ihr. leises Wcsncn hinter dem Taschentuch verbergend.
Erich schritt wieder stumm an ihrer Seite einher; er fand noch immer nicht die richtigen Worte, um mit ihr über das Unglück zu sprechen, das sie beide betroffen hatte.
Erst nach einer geraumen Weile fragte er leise: „Wo wohnen Sie denn, Fräulein Johanna?"
„Wo wir immer gewohnt haben, auf St. PanU in bet Marien- straße. Sie werden sich unserer Wohnung locht noch erinnern, Sie waren ja als Knabe oftmals bei uns!"
"Aber," sagte er plötzlich, indem er so seinen Gedanken folgte, sich erst jetzt so recht darüber klar toerdend, „wenn Sie jetzt nach Hause, kommen, sind Sie ja ganz allein!"
Johanna erwiderte nichts, Erich hörte nur an ihrem Schluchzen, daß ihre Tränen wieder reichlicher flossen, und so fuhr er, vom innigsten Mitgefühl getrieben, fort:
»Das geht doch nicht, Fräulein Johanna! Es ist doch unmöglich, daß Sie jetzt mit Ihrem Schmerz, dem ganzen fürchterlichen Weh im Herzen, welches die letzten Stunden über- Sic gebracht haben, allein in die verödeten vier Wände Ihrer Wohnung zurückkchrcu. Tas wäre ja — — nein, nein," unterbrach er sich selbst, „unter keinen Umständen kann ich das zugeben. Sie können und dürfen in dieser Verfassung und unter diesen Umständen nicht allein sein. Sie müssen mit mir zu meiner Mutter, in unser Haus kommen!"
Nicht weiter fant er; fast heftig wehrte Johanna ab, während es gleichzeitig wie ein wildes Erschrecken über ihre Züge ging, welches die Blässe derselben sich noch vertiefen und ihre Augen sich inic öor etwas Furchtbarem erweitern ließ, — wie ein Erschrecken wovor?
Sichtlich große UoberwiNdung bereitete es dem jungen Mädchen, hervorzubringen: „Ich bin es gewohnt, seit dem Tode meiner Mutter bin ich fast immer allein: den Vater habe ich immer nur auf Stunden im Hause, und so bin ich darauf angewiesen, mich mit mir selbst zu beschäftigen. Ich habe mich in dieser Einsamkeit glücklich gefühlt und ich werde auch das Unglück in der Einsamkeit besser erfragen, als wenn ich meine Tränen vor den Menschen verbergen müßte."
Erich lvollte noch weitere Einwendungen machen, aber Johanna schnitt sie ihm ab: „Bitte, lassen Sie mich in meine Wohnung zurückkehren, vergönnen Sie mir den Trost der Einsamkeit!"
„Sie sind ein starker Charakter!" sagte Erich und drückte ihr die Hand, dann sprach er nicht mehr davon.
Sie waren inzwischen in eine belebtere Gegend gekommen. Erich rief eine vorüberfahrcnde Troschke an, er hob Johanna hinein und nannte dem Troschenkutscher Straße und Hausnummer von Johannas Wohnnicg. ' .
In dem klappernden Gefäyrl, in das' nur"vereinzelte legte' istra- ßcnlaterncn ihr flackerndes Licht massen, fand Erich endlich den Mut, dem jungen Mädchen, das noch immer leise wemevd neben ihm saß, zu sagen, was ihm so schwer auf dem Herzeu'lag.
„Fräulein Johanna," fing er mit zitternder Summe an, „ich -- ich -MM triM.dieLchuH an öcm MgliKsall, der, Ihren
'l'atcr betroffen hat! Ich habe diese rastlose Arbeit angeordnet, welche ihn so übermüdet hat, daß dieses heute gcschchen konnte!"
Johanna wollte etwas einwenden, aber Erich fuhr fort: ohne sich unterbrechen zu lassen: „Ich habe allerdings Ihrem Vater, als er nicht gleich auf meine Neuerungen eingehen wollic ange- beutet, daß er nicht mehr jung und frisch genug sei, um meine H'âe zu vergehen Das aber hat den Ehrgeiz des alten Mannes nur ausgestellt;, er wollte mir zeigen, daß er noch die Kraft der Jugend besage, und so hat er über seine Kräfte gearbeitet und sich angestrengt, und dadurch ist,das Unheil entstauben. Es gibt für miet; feine Entschuldigung! Ich — ich ganz allein trage die Ver- antmortung für das Entsetzliche, ivas heuie geschehen ist!"
„Aber, Herr Erich!"
Doch Erich' Wiedechouc mit Wuchtigkeit: „Es gibt für mich keine Euychuldiouiig Hub so wie Sie jeden Trost, zurückweisen, muß auch rch icbcâ Wort ablehnen, was mich von meiner Verautwortuuz entlasten könnte.' Ich werde cluig daran zu tragen haben und feine Zeit wird die Wunde heilen, die heute meinem Gewissen geschlagen worden ist!"
In finsterem Brüten blickte er vor sich hin'sind Johanna, ble btejer ungeheuren Selbstanklage gegenüber nicht wußte, was sie sagen zollte, erfaßte nur stumm seine Hand.
Und so fuhren zwei tiefunglückliche Menschen durch die Nackp dahin, bis das plötzliche Anhalten des Wagens sie aus ihren düsteren Träuncen aufschrcckte.
Erich half Johanna beim Aussteigen; er bohlte den Kutscher der langzam davoiifiihr, dann begleitete Erich das SRäMrn bis zur Haustür.
„Bevor wir haute auseimmdergchcn, nur noch ein Wort'" sagt' Ghtd) Stets) bin ich nicht imstande, Ihre Verzeihung zu erbittern unb tote können mit dieselbe auch nicht gewahren; nur das eine wogte ich Ihnen sagen: - daß ich stets bestrebt sein werde, die ungeheure Schuld Ihnen gegenüber a betragen, — daß es für intcfy nur nodj eine Ausgabe int Soßen geben nurb __"
tr konnte vor innerer Bewegung nicht weitersprechen, jäh drängte es sich ihm vom Herzen empor und schoß ihm beigbremtena tu die uugen. Er preßte. Johannas Hand, und bevor sie etwas cr- wirern konnte, schob er sie ins Haus, hinein und schloß die Tür hinter ihr, um Wie ein Trauimoandelndcr selber den Heimweg anzntreteiw
6.
?lm 'nächsten Morgen befand sich Erich lauge vor Beginn der Sprechstunde in der Klinik von Doktor Kirchberg.
Auch Johanna war bereits anWefenb.
Sie begrüßten sich beide wie zwei Menschen, die durch ein mcinschafiliches großes'Unglück innig vertraut geworden sind.'
Der Doktor teilte ihnen das Resultat mit, welches die Untersuchung des Verunglückten ergeben hatte.
(Fortsetzung folgt.)