'Trotz Vorhaltungen des Gericht, das wiederholt auf das Mißverhältnis zwischen der Schwere der Tat und der Win- zigteit des beabsichtigten Erfolges hinwies/ blieben die Angeklagten bei ihrer eigenartigen Begründung.
Darmstadt, 26. Dezbr. (P rofcssor Friedrich Kalbfleisch gestorben.) Am Heiligen Wend verstarb Professor Friedrich Kalbfleisch, der in fast 37jähriger Tätigkeit am Realgymnasium in Darmstadt unterrichtete. Professor Kalbfleisch war auch längere Zeit volksparteilicher Vertreter im Darmstädter Stadtrat.
Miltenberg, 24. Dezbr. (Beim Holzfällen getötet.) In Eichenbühl wurde der 31jährige verheiratete Leo Bachmann bei Holzfüllerarbeiten von einem fallenden Stamm getroffen und sofort getötet. Die Frau des Verunglückten hat erst diese Woche einem Kiird das Leben geschenkt.
Vermischtes
— Feiern um eine Hundertjährige. Zu einem großen Fest- und Ehrenabend für die „Mutter Wagner" in Rüdigheim (Kreis Hanau) war der Vorabend ihres 100. Geburtstages gestaltet. Im weihnachtlich geschmückten Saal „Zum Stern" erwartete die Hundertjährige, umgeben von dem Kreis ihrer Kinder und Kindeskinder, die von nah und fern gekommenen Gratulanten. Nach Vorträgen des Gesangvereins der Marienkirche und einem von einer Urenkelin des Gebutstagskindes vorgetragenen Prolog ergriff Landrat Kaiser als Vertreter der Reichs- und Staatsregierung das Wort zur Geburtstags- und Glückwunschrede. Mit dem Vorlesen der Ehrenurkunde der Staatsregierung und der Bekanntgabe des Erlaßes des Reichspräsidenten über das Geschenk der Hindenburgtasse überreichte er dem Geburtstagskind das Ehrcngeldgeschcnk des Staates. Weiter übermittelten der Bürgermeister für die Gemeinde Rüdigheim, der Pfarrer von Rüdigheim für die Pfarrgemeinde und die Vertreter des Marienkirchenvorstandes und des Marienkirchenchors unter Ueberreichung von Geschenken weitere Glückwünsche. Die Jubilarin dankte für die vielen Glückwünsche und lud dann alle Gäste zu einer Tasse Kaffee ein. Heute überbrachte Landespfarrer Fuchs namens der Kir- chenregierung Kassel der Jubilarin herzliche Glückwünsche.
= Wandernde Strichvögel. Der Winter hat die in der Heimat zurückgebliebenen Vogelartcn zu Hungerscharen vereinigt, die als Strichvögel oder Streicher durch die Wälder, Felder und Gärten wandern, in den Obsthainen und Dörfern Einkehr halten und gemeinsam in kurzer Zeit Nahrung für den hungrigen Vogelmagen suchen. Da kein Vogel lange Fasten vertrügt, eine Blaumeise z. V. schon nach 16- stündigem Fasten rettungslos dem Hungertode verfällt, so ist die Bedeutung des winterlichen Umherstreifens unserer heimatlichen Strichvögel für die Erhaltung unserer Vogelwelt überaus wichtig. Der Naturtrieb, das eigene Leben zu erhalten, ist somit Ursache der winterlichen Vogelversammlungen und Wanderflüge unserer Meisen, Spechtmeisen, Haubenlerchen, Rotkehlchen, Buch- und Bergfinken, Amseln, Wachholderdrosieln, Emmeritzen, Häher, Spechte und Raben. Wie wichtig diese winterliche Tätigkeit mancher dieser Streicher als Feldpolizei ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß auf solchen Wanderungen ene einzige Kohlmeise täglich oft über 10 000 Schmetterlingseier, vorzüglich der Baumfaltcr, wie der schädlichen Nonne und des verderblichen Frostspanners vertilgt. Andere der umherstreichenden Vögel leeren die winterkahlen Hecken von den letzten Veerenresten u. helfen so in der Natur mit, für Blatt und Blüten im kommenden Frühjahr reines, fruchtleeres Gezweig zu bereiten. Störe niemand der winterlichen Vogelscharen Manderzüge. Ein unerlaubtes Eingreifen in die weisen Gesetze der Natur würde zum Abwandern der heimatlichen Streicher aus unseren Wäldern und Obsthainen führen und zu furchtbarem Schaden für Land und Volk werden. Der Ruf: „Schützt die wandernden Winterstreicher!" ist nur zu berechtigt.
Oie Zwölften.
Die zwölf Rächte vom Heiligen Abend ms zum Dreikönigsabend sind unter dem Namen „Die Zwölften" bekannt und in mancher Hinsicht bedeutsam. Im Volksglauben oder richtiger gesagt, im Polksaberglauben spielen sie eine große Rolle. Zählt man genau, so sind es dreizehn Nächte. Ihre volkskundliche Bedeutung ist wahrscheinlich aus das alte Fest der Wintersonnenwende, wo die Götter, vor allem Wodan und seine Gemahlin Frigg mit den Geistern Verstorbener ihren Umzug hielten, zurückzusühren. In Mecklenburg und in manchen Teilen der Mark droht man den Mägden, die nicht abgesponnen haben, mit dem Wade oder der Frick, die ihnen den Wocken zerzausen würden. Im Harz tritt an die Stelle des Wode und der Frick Frau Harke, in Thüringen die aus dem Kindermärchen gut bekannte Frau Holle, in Süddeutschland Frau Berchta. Anderweitig erzählt man vom Umzug des wilden Jägers und des wilden Heeres in den zwölf Nächten. Die ganze Zeit ist heilig und etwas gespensterhaft. Von den Bauern wird in dieser Zeit der Wiiterungskalender des kommenden Jahres angelegt. Der Witterung jedes der zwöls Tage entspricht die eines Monats der Reihe nach, der Witterung des ersten Tages also der Januar, der des zweiten Tages der Februar usw.
Träume, die man in den zwölf Nächten träumt, gelten als besonders vorbedeutend, und in mannigfacher Weise sucht man die Zukunft zu erforschen. Um sich vor bösen Geistern zu schützen, die in den Zwölften vorzugsweise ihr Unwesen trewen, besprengt man in katholischen Gegenden ein gewissen Tagen der Zwölften Zimmer und Ställe mit Weihwasser und räuchert sie mit Weihrauch; die Zwölften werden deshalb auch die Rauch- oder Rauhnächte genannt.
Der Sport an den Feiertagen.
Gutes Spiel der Borussen.
„Phönix" Karlsruhe 3 :2 (0 :2) geschlagen, Ecken 7:0!
Was man von „Phönix" wußte, hatte ahnen lassen, daß es zu dem interessanten Spiel kommen mußte, das sich gestern zur Zufriedenheit der erschienenen 2000 Zuschauer in der „Johannisau" abwickelte. Es ist schon lange her, daß eine so gute Mannschaft in Fulda zu Gaste gewesen ist. Die gestern Unterlegenen sind Meister ihres Bezirkes und stehen schon in den Endspielen, von denen das für den Weihnachtssonntag gegen Mainz 05 allerdings „wegen Nebel" ausgefallen war, so daß die Mannschaft frisch und unverbraucht hier am Vortage des Spieles eintraf. Karlsruhe übernahm am Anfang sofort das Kommando, die Mannschaft fand sich überraschend schnell mit der Bodenglätte ab und ließ Borussia förmlich stehen. Hier war man zunächst gar nicht im Bilde. Das wurde mit dem Besserwerden von Maintz zwar schon vor der Pause anders, immerhin war das Spiel so, daß eine 1 : 0-Führung der Süddeutschen am Platze war. Ohne den verwandelten Elfer wäre es ja auch so gewesen. Nachher allerdings konnte man Vorussias Leistungskurve steigen sehen. In manchen Phasen erinnerte das Spiel an den Kampf mit Köln-Sülz in Kassel. Dem technisch ausgezeichneten Können der Badener begegneten die Borussen da mit einer Spielweise, wie man sie gerne von der Mannschaft im Punktetreffen sehen möchte. Alle waren mit einem Rieseneifer bei der Sache und als dann erst ein Tor gefallen war, erschien es vielen klar, daß da noch eine Wendung kommen müsse. Wenn Borussia somit einen Gegner bezwang, den wir nicht anstehen als besser, einheitlicher zu bezeichnen, so ist das in erster Linie der größeren Härte Fuldas zuzuschreiben. Da lag das Plus der Sieger. Aber man hüte sich anzunehmcn, Karlsruhe wäre allzu zimperlich gewesen. Auch gegen die Gäste wurden 19 Strafbälle verhängt, dieselbe Zahl wie cs umgekehrt der Fall ist. Die Besetzung der Kästeelf war bis auf einen Stürmer die beste. Bei 'Borussia sah man zwei neue Gesichter. Den Angriff wollte in der ersten Halbzeit Eckardt vom F.S.V. Frankfurt a. M. führen, was ihm aber nicht gelang. Für den endgültig ausgeschiedenen Fischer verteidigte dagegen Dannenberger mit gutem Erfolge. Dieser von Würzburg Zugewanderte erweckte den Eindruck, âls täte er schon immer mit. Vom Verlaufe des überaus spannenden Kampfes wäre zu sagen, daß am Anfang diejenigen Recht zu behalten schienen, die behauptet hatten, Borussia habe die Teil- uahme an den Pokalspielen mehr geschadet als den anderen genützt. Karlsruhe war sichtlich überlegen. Aber keiner der da zahlreich vorgetragenen ausgezeichneten Angriffe, woran die linke Sturmseite in erster Linie beteiligt war, ergab ein Tor. Erst in der 28. Minute, als der Gästèhalbrcchte in aussichtsreicher Stellung behindert wurde, fiel durch den dafür gegebenen Elser ein Tor. Bald nachher als Abschluß einer' guten Kombination auch noch das zweite. Von da ab wurde Borussia besser. Die letzten Minuten der ersten, weit mehr aber dann die zweite Hälfte sah Borssia ein Spiel demonstrieren, an dem man seine Freude hatte. Der neuerdings als Linksaußen wirkende Bonard holt mit Prachtschutz ein Tor auf, Meisel stellt mit flachem Schuß aus schrägem Winkel auf Unentschieden und es setzte nun das Ringen um den Sieg ein, das dem Beschauer zeigte, was Borussia kann, wenn es sein muß und alle wollen. Pletsch riß den Angriff immer wieder vor, auch der anfangs sehr schwache Meisel fand sich zuletzt, so daß dann als Ergebnis einer heftigen Druckperiode Fuldas, die zu insgesamt 7 Ecken führte, dann schließlich auch durch Cammerl das Siegestor fiel.
Die unterlegene Mannschaft war wie oben angebeutet technisch bestimmt den Borussen voraus und besaß die größere Einheitlichkeit. Alle Spieler waren sehr schnell, zuweilen aber etwas weich. Hervorgehoben haben sich die harten Verteidiger, der gute Mittelläufer und das raffinierte Jnnentrio. Der Hüter war weniger gut, das letzte Tor war unbedingt, die beiden anderen eventuell zu halten. Man neigt zu der Annahme, daß Büchner alle drei gehalten hätte. Damit soll aber die Leistung des Borussenangriffs nicht geschmälert werden. Hier wurde recht gut gespielt und auch geschossen. Maintz überragte alle anderen. Ueber die Neulinge ist schon gesagt, was zu sagen wäre.
Bliebe noch der Unparteiische, Christ-Horas, der nicht wie gewohnt pfiff, wir sahen ihn schon besser.
*
Germania spielte in Melsungen 3 :2 und in Homberg 5 :0 gewonnen.
Eèrmanias 2. Mannschaft gewann in Großenlüder 4 :2 und in Flieden 2 :1.
Einfuhr aus Dänemark Betrug in den ersten 9 Monaten des Jahres 1931 598 Stück und in der gleichen Zeit dieses Jahres 2 795 Stück. Dabei fällt noch erschwerend ins Gewicht, daß die Einfuhr richtig erst im Juni 1932 eingesetzt hat. Sie betrug im Juni 327 Stück, Juli 502 Stück, August 649 Stück, September 736 Stück, ist also im ständigen Ansteigen begriffen.
Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in Ungarn. Dort herrscht ein fast vollkommener Zusammenbruch der Pferdepreise, so daßder Handel in der Lage ist, die Pferde an den deutschen Markt zu bringen. Im Jahre 19 31 k am kein Kaltblutpferd aus Ungarn über die deutsche Grenze, dafür in diesem Jahre bereits 1203 Stück. Auch hier ist die Einfuhr im ständigen Anstieg. Im Juni kamen 100 Stück, Juli 188 Stück, August 353 Stück, September 549 Stück nach Deutschland.
Auf diese Weise kommt es, daß die Einfuhr von Kaltblutpferden in den ersten 9 Monaten dieses Jahres 8165 Stück erreicht hat, gegen 4 801 Stück in der gleichen Zeit
Gestorben:
Bahnmeister a. D. Peter Heidt, Fulda, Heinrichstr. 69, 75 Jahre alt. — Beerdigung: Donnerstag nachmittag 4% Uhr auf dem neuen städt. Friedhof.
Statt Karten.
Schlüchtern blieb im Verbandsspiel am Sonntag gegen Neu Hof mit 4 :1 Toren Ueberraschungssieger, so daß Germania wieder die Tabellenspitze innehat. 8
Der D.F.E. Prag schlug die Kasseler Stadtelf nur kann mit 2 :1 Treffern.
Fuhball.
Berliner Fußball: Hertha-BSC. gewann den Pokal. ^a= bedeutendste Treffen des zweiten Weihnachtstages war ’baè Pokalendspiel, zu dem sich Hertha-BSC. und der BSV.V qualifiziert hatten. Durch den 3 :1 (2 :1)-Sicg von Hertha hat die Sobek-Elf bereits die Teilnahme an den Endspielen um die Berliner Meisterschaft erworben und kann der iveitereu Entwicklung in den Meisterschaftsspielen der Abteilunq mit aller Ruhe entgegensetzen. Weitere Ergebnisse der Gesellschaftsspiele: BV. Luckenwalde— Tennis-Borussia 1:1, Weddina gegen Alemannia-Haselhorst 3 :5, Adlershoser BC .—Polizei SV. 5:0, Berolina LSC.—Nördliche SpVg. 3 :2, Tasmania liegen SC. Charlottenburg 3:1.
Stettiner Fußballüberraschungen. Überraschungen aus der ganzen Linie brachten die drei Stettiner Fußballmeisterschaft^- spiele, in denen die Spitzenmannschaften — Polizei, Stettiner SC. und VfB. — Niederlagen einstecken mußten: VfL. gegen Polizei-Stettin 6:2 (4 :1), Preußen— Stettiner SC. 5:1 (2 : G, Fußballring— VfB. Stettin 3 :1 (1 :1).
Möller siegt in Paris. Am 1. Weihnachtsfeiertag brachte die Pariser Winterbahn wieder Steher- und Fliegerweti- bewerhe zur Abwicklung. Bei den Dauerfahrern zeigte sich diesmal Möller den französischen Gegnern überlegen. Sein« Sieg im ersten Lauf über 40 Kilometer (34 :24,2) reihte tr einen zweiten Platz im zweiten Lauf an und wurde dam: Sieger im Gesamtklassemenl.
SC. Heros-Berlin erfolgreich. Der Sportklub Hero-. Brandcnburas Meister im Mannschaftsrinaen. weifte während Der Weihnachtstage in Mitteldeutschland. In Halle wurde Sportklub Germania-Felsenfest, ein führender Verein Mittel- deUtschlands, mit 13 :5 geschlagen. Der TuSV.-Sangerhauscn wurde mit 17 : 2 geschlagen.
Witt Halbschwergcwichtsmeister. Der Endkanivs um die Deutsche Halbschwergewichtsmeisterschaft im Hamburger Pünching brachte den, Kieler Witt einen leichten Titelgewinn aege» den Deutschen Mittelgewichtsmeister Seelig-Berlin. Sèelig unterlief zum Schluß der zweiten Runde ein Tiefschlag, woraufhin er disqualifiziert und Wilt der Titel zugesprochen ivarbe
Sludenteufußballspiel Italien—Deutschland 3:3 (1:3). Das Fußball-Länderspiel zwischen den italienischen und dm deutschen Studenten, das am Weihnachtsmontaa in Catania stattkand, endete unentschieden 3: 3 nach 3 :1 HalbzeitMnmg der Deutschen. Das Unentschieden ist ein großer Erwlq für bie deutschen Studenten, besonders wenn man bedenkt, daß ihr italienischer Gegner zum großen Teil aus Spielern der italienischen Nationaldivision  bestand.
Süddeutscher Fußball. Während der erste Weibnachts- feiertag nur ein Meisterschaftsspiel (1. FC. Nürnberg—Pbönix- Ludwigstzafen 3:1) gebracht hatte, wurden am zweiten Feiertag aleich vier Begeanunaen durchaesührt: Das einzige Spiel der Abteilung 1 zwischen Bavern-Mnncben und 1. FC. SaUcrS« Gütern brachte einen sicheren 2 :0-Sieg des Deutschen Meisters. Me größte Überraschung der Abteilnng 2 war die 0 :2 (0:2)’ Niederlage des Titelverteidigers Eintracht-Frr'nkfurt geam Nnion-Böckingen. Karlsruher FV. mußte der Wormser Wor- matia einen verdienten 3:2 (3: 0)-@ieg überlassen. FSV, Frankfurt errang einen 2 :0 (2 : 0l-Sieg über Stuttgarter Kickers. v 1 I
In Norddeutschsand stand am‘1. Weibnachtsseiertag Hamburg—Aftona im Vordergrund des Interesses. Hamburg siegte mit 4 :2. Weitere Ergebnisse des ersten Feiertages: Leu- Braunschtveig— MB. Peine 0 : 2, MB. /Komet-Bremen—Holstein Kwl 2:2, Arminia-Hannover—Werder 3 :8,^ 06-Hildes- beim Mminm-Bwleseld 4 <
Westdeutschlands Honnterc-nnis am 1. Feiertag war das * Treffen ML. Benrath—SVg. Fürth, das die Süddeutschen mit 3:2 gewannen
Danzig in Stolp 5 :1 geschlagen. Die Pommernrcise des Ballspiel- und Eislaufvereins Danzig, des neuen Fußball- meisters der -Grenzmark, war nicht gerade erfolgreich. Die Danziger unferTaacn am ersten W-ikmachtstane in Stolp geaeu die dortige Viktoria 1:5 (0 :2). Am zweiten Feiertag spielten die ^anziaer in Lauenburg gegen den FC. Pfeil 4 :4 unentschieden. Preußen-Danzig spielte in Königsberg gegen Prussia- Samland und verlor 1 :2.
des Vorjahres. Während aber diese Mehreinfuhr von deutscher Seite vollkommen tatenlos entgegengenommen wird, sperren sich die anderen Länder gänzlich von jeder Einfuhr aus Deutschland ab. Während die Ausfuhr von Pferden im Jahre 1931 16 828 Stück im Werte von 282 000 Reichsmark betrug, ist diese in den ersten 9 Monaten dieses Jahres auf 6 017 Stück zurückgegangen. Dabei brachten aber erst die letzten Monate die vollkommene Absperrung des Auslandes. Im September betrug die Ausfuhr nur 38 Pferde gegen 933 im September 1931.
Da die deutsche Pferdezucht durchaus in der Lage ist den Bedarf aus eigener Erzeugung zu decken, muß sowohl aus Rücksicht auf die deutsche Währung als auch auf die Erhaltung der eigenen Zucht dringend gefordert werden, daß von feiten der Reichsreäierung dieser Bedrohung und Schädigung der -deutschen Wirtschaft tatkräftig entgegengearbeitet wird.
Verantwortlich für die Schriftleitung: Christian Seipel.
Deutsche, kaust deutsche Pserde'.
Gewaltige, vollkommen unberechtigte Steigerung der Pferde-Einfuhr.
Die Folgen des ungenügenden Zollschutzes für Kaltblut- pserde von nur 140 RM. je Stück gegenüber dem autonomen Pferdezoll von 500 RM. je Stück machen sich jetzt für die Handelsbilanz und für die Pferdezucht äußerst schädigend bemerkbar. Im Jahre 1931 konnte die Handelsbilanz einen Ausfuhrüberschuß bei Pferden in der Höhe von 90 000 RM. ausweisen. Selbst noch im Januar 1932 war ein Ausfuhrüberschuß von 94 000 RM. zu erzielen. Von Februar an trat aber die ungünstige Umkehr ein, so daß jetzt die Monate Februar bis September einen Einfuhrüberschuß von 2 658 000 R M. verzeichnen. Die verstärkte Einsuhr ist aber nicht begründet in einem Bedarf, der aus eigener Erzeugung nicht gedeckt werden kann, sondern lediglich in der Ausnutzung der Valutaentwertung in anderen Ländern. Die dänische Krone war im Laufe des letzten Jahres um beinahe die Hälfte ihres Wertes gefallen. Es stellt daher der Zollsatz von 140 RM. der Ausfuhr von Pferden fein Hindernis mehr entgegen. Die
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