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metttberedpt« von Eulersdorf (Kreis Alsfeld) und der Bürgermeister dieses Ortes wegen Veruntreuung öffent­licher Gelder bzw. im Falle des Bürgermeisters wegen nach­träglicher Begünstigung zu verantworten. Der Unter­erheber von Atzenhain hatte über 5000 Mark öffentliche Gelder unterschlagen und Bücher und Belege zur Ver­tuschung seiner Manipulationen gefälscht; er erhielt dafür ein Jahr Gefängnis. Dem Gemeinderechner von Eulers­dorf fehlten ebenfalls verschiedene tausend Mark in der Kasse, die als unterschlagen anzusehen waren, ferner waren die Bücher unrichtig geführt. Strafe: Zehn Monate Ge­fängnis. Der Bürgermeister hatte, als die Revision der Kasse schon im Gange war, dein Rechner noch eine Aus­gabeanweisung ausgestellt, um die Unterschlagung des Rech­ners zu verdecken und diesen der Strafverfolgung zu ent­ziehen. Er erhielt einen Monat Gefängnis unter Bewil­ligung von drei Jahren Bewährungsfrist. Bei diesem Strafmaß war bestimmend, daß der Mann nicht seines eigenen Vorteils wegen gehandelt hatte.

Eichen, 23. Dez. (E i n Diebes- und Hehler­partner g e f a n g e n.) An den großen Tiebeszügen und Hehlereien, die vor einigen Wochen in Gießen und vielen Orten der Umgegend auftraten und den lichtscheuen Gesellen reiche Beute brachten, war als einer der Haupt­täter der aus Landau (Pfalz) stammende Eduard Dinse beteiligt. Als die Einbrecher- und Hehlergesellschaft von der Gießener Polizei ausgehoben wurde, verschwand dieser rechtzeitig aus Gießen, wo er etwa zwei Jahre gelebt hatte. Lange Zeit blieb er spurlos verschwunden, bis er gestern in Frankfurt a. M. auf der Straße der Polizei in die Hände lief. die ihn festnahm. Dinse hat sich neben seiner' Ein- brechertütigkeit auch an anderen ordnungswidrigen Dingen beteiligt. So war er mit dabei, als am frühen Morgen des ersten Tages der Reichspräsidentenwahl lommunistischc Anhänger in den Elockenturm der hiesigen Stadtkirche ein- brangen und hoch auf dem Turm eine große rote Fahne an- brachten He bei Tagesanbruch erst durch die Polizei ent­fernt werden konnte.

Bad Homburg, 23. Dez. (Das Mädch e n mit den a b g e s ch n i t t e n e n Zöpfen.) Ein merkwürdiger Vor­fall beschäftigt die Bevölkerung des benachbarten Seulberg. Am Mittwoch morgen wurde dort ein junges Mädchen im Bett mit abgeschnittenen Zöpfen aufgefunden. Tür und Fenster standen offen, eine Kommodenschublade war durch- wühlr, cs fehlten aber lediglich 5 Mark. Auf dem Boden lag Wäsche zerstreut. Augenblicklich ist man mit der Auf­klärung des Falles beschäftigt. Das Mädchen selbst kann sich auf nichts besinnen; es war am Morgen aber keines­falls betäubt. Auch sonst war ihr nichts angetan worden. Tie Eltern des Mädchen haben während der Nacht nichts gehört und erhielten erst am Vormittag von dem Vorfall Kenntnis. (Glücklicherweise herrscht die Bubikopffrisur, ein tröstlicher Lichtblick in die traurig-gruselige Mär. Red.)

weiteres

Ws Mark Twain, der große amerikanische Schriftsteller und Humorist, noch Redakteur war, wurde ihm eines Tages von einem Reporter die Nachricht überbracht, daß eine ein­flußreiche Persönlichkeit des Ortes in schwerer Trunkenheit in einen Fluss gefallen und jämmerlich ertrunken sei. Wenige Zeit später aber erschien der angeblich Ertrunkene auf der Redaktion und verlangte wutschnaubend, daß diese Falschmeldung sofort widerrufen wurde. Doch Mark Twain, nicht nur Redakteur, sondern auch Geschäftsmann, der auf das Wohl seiner Zeitung sehr bedacht war, antwortete seelenruhig:Was gedruckt ist, ist gedruckt, lieber Freund. Wir nehmen nie etwas zurück; das einzige, was wir tun können, ist, eine Geburtsanzeige von Ihnen einzusetzen, und die kostet drei Dollar!"

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Professor K., ein ebenso berühmter wie überaus ner­vöser innerer Mediziner an der Universität in Wien, wurde eines Tages von einem Patien en konsultiert, den der Pro- fessor^nach eingehender Untersuchung in die Schweiz sandte.

Natürlich müssen Sie streng nach Vorschrift leben, Milch, Milch und nochmals Milch! Kein Alkohol, viel Schlaf rnb jeden Tag eine ganz kleine Zigarre", meinte der Gelehrte zum Abschluß.

Aber, Herr Professor . . ., wollte der Patient etwas einwenden, aber Profepor K. konnte es nicht ausstehen,

wenn der Patientgegen ankrakeelte" und schnitt die Rede kurz ab:

Keine Widerrede! Sie tun, was ich sage oder bleiben ganz rveg!"

Die sechs Wochen vergingen, der Patient erschien wieder beim Professor, um sich nach der Kur vorzustellen.

Gut sehen Sie aus", meinte der Gelehrte,haben Sie auch meine Anordnung peinlichst beachtet?"

Gewiß! Nur die eine Zigarre ist mir anfänglich etwas schwer gefallen da ich zeitlebens Nichtraucher war."

Fuldaer Filmschau.

Ein blonder Traum".

Neues Theater.

Ein blonder Traum" nennt sich der seit gestern abend im Neuen Theater rollende Film, einer der neuesten Erzeugnisse der Ufa und, um es gleich vorweg zu sagen: ein Sch'ager. Der Regisseur Paul Martin zeigt hier sein ganz großes Können und schuf in origineller Bild- und ^eiuniuyrung ein Werk, das bestimmt den Beifall des Pubilkums findet. Man kann diesen Film als musikalisches Volksstück bezeichnen, welchem neben der blendenden Regie drei Publikumslieblinge: Lilian Harvey, Willi Fritsch und W i l l i F o r st, als Träger der Hauptrollen, zum Erfolg verhelfen. Nicht zu vergessen die volkstümliche Musik Heymanns, des Komponisten vonDer Kongreß tanzt", alles in allem genommen, ein Ganzes, das sich sehen und hören lassen kann. Auch Paul Hörbiger mit seiner glänzenden Darstellungskunst und Trude Hester­berg als Zeitungsverkäuferin sind prächtige Interpreten ihrer Rollen. Der ganze Film mit seinen Pointen und Einfällen, seiner erstklassigen Photographie ist eine feine, leichte, lustige Sache. 2Éer viel Nettes sehen will, und mal zwei Stunden herzlich lachen will, sehe sich diesen Film an.

Quo vadis".

Lichtspiele Bahnhofstraße.

Herrscht im Neuen Theater die heitere Note vor, so vermittelt uns das Lichtspieltheater in der Bahnhofstraße ein Stück Weltgeschichte.Quo vadis?, nach dem welt­bekannten Buch Sienkiewicz's, bietet durch seine ton- liche Untermalung auch denjenigen ewas Neues, Packen­des, Erschütterndes, die ihn schon als stummen Film sahen. Emil Iannings ist als Nero einfach unübertrefflich. Aber auch die Träger der Rollen des Vinitius, Petronius. Tigellin' s. EhiGnides. der Lygia, der Euniea usw. liegen in den Händen erster Darsteller. Die Regieführnng ist be­sonders in den Massenszenen von dramatischer Wucht, wie sie selten zu finden ist. Ter Brand Roms, das Fest im Zirkus, bei welchem Ne-w ganze Horden hungriger Löwen auf die betenden Christen hetzt, der Kampf des Ursus mit dem Stier, die Rebellion gegen Nero, alles dieses sind Bilder, die den Besucher bis ins Innerste erschüttern. ^en Besuch dieses Filmwerkes kann man mit gutem Gewissen empfehlen. -r-

Wochenspielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus: Sonntag. 25. Dez, 15.30 Uhr: Der gestiefelte Kater; 19 Uhr: Der Rosenkavalier. Montag, 26. Dez., 15 Uhr: Im weißen Rößl; 19 30 Uhr: Die Csardas- fürstin. Dienstag, 27. Dez, 20 Uhr: Die Entführung aus dem Serail. Mittwoch, 28 Dez, 15.30 Uhr: Der gestiefelte Kater; 19.30 Uhr: Don Carlos. Donners­tag, 29 Dez, 20 Uhr: Undine. Freitag, 30. Dez., 19,30 Uhr: Die Zauberflöte. Samstag, 31. Dez., 15 30 Uhr: Der gestiefelte Kater; 19 Uhr: Die Csardasfürstin. Sonntag, 1 Januar 1933, 15.30 Uhr: Der gestiefelte Kater; 19.30 Uhr: Tannhäuser.

Schauspielhaus: Sonntag, 25. Dez., 17 Uhr: Faust I. Teil. Montag, 26. Dez,, 15 Uhr: Der Hauptmann von Kö­penick; 20 Uhr: Der Verschwender. Dienstag, 27. Dez., 20 Uhr: Der Verschwender. Mittwoch, 28. Dez., 20 Uhr: Hedda Gabler. Donnerstag, 29. Dez., 20 Uhr: Moral. Freitag, 30. Dez., 20 Uhr: Der Verschwender. Samstag, 31. Dez., 19 Uhr: Die Journalisten. Sonn­tag, 1. Januar 1933, 15.30 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; 20 Uhr: Moral.

Fuldaer Fuhballvorschau.

Im Gegensatze zu andern Verbänden hat es der WSV nicht allzu eilig mit der Ermittlung seiner Meister in den Gruppen. So ist auch in unserem Bezirke Sonntag und auch am Montag (2. Weihnachtsfeiertag) kein Punkte­spiel, allenthalben benutzt man die Feiertage zu einem mehr oder weniger ausgedehnten Privatspielprogramm.

Fulda findet über Weihnachten e i n Spiel statt. Boruf- sia empfängt den Vaden-Meister Phönix Karlsruhe. Was man von dieser Mannschaft seither hörte, war derart dass man dem Treffen am Montag mit größtem Interesse ent­gegen sehen kann.Phönix' hat keinen großen Namen aufzuweisen, doch hüte man sich, daraus falsches zu folgern Wir erwartenn jedenfalls einen rassigen Kampf, in dem Borussia wieder einmal nach demKleinkrieg" der Pokal­spiele zur Hergabe des wahren Könnens gezwungen wird Dann kann der Ausgang nur ein ehrenvoller sein.

Germania Fulda spielt an beiden Tagen auswärts Sonntag ist Melsungen Gegner, Montag Homberg. Bei­des sind die Vereine, die auf eigenem Platze schon manchen Größeren" geschlagen. Germania sehe die beiden Be­gegnungen als Kraftproben für kommende Auswärts- t(impfe an, gebe sich entsprechend Mühe, und es werden zwei Siege für Fulda herauskommen müssen. R.

Der Zusammenschluß im deutschen Flugsport wurde jetzt endlich vollzogen. Die Verhandlungen über die Verschmelzung des Deutschen Lustsahriverbandes mit dem Aeroklub von Deutschland sind zum Abschluß gelangt. Der Aeroklub wird vom 1. Februar 1933 an seine Selbständigkeit aufgeben Gleich, zeitig übernimmt der Luftsahriverband die BezeichnungAero­klub von Deutschland" Er wird geleitet von Slaaiè. minister a. D. Dominicus und Major a D. von Kehler.

Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft wird den Länderkamps gegen Italien am 1. Januar in Bologna höchst­wahrscheinlich in folgender Ausstellung bestreiten: Iakob; Haringer, Wendl; Grämlich, Leinberger. Knöpsle; Bergmaier, Krumm, Rohr, Schmitt, Kund «ober Rohr, Malik, Kovierskii. Süddeutschland spielt am gleichen Tag in München gegen Italien in folgender Formation: Ertli?>; Huber, Munken; Breindl, Krautz, Mantel; Langenbein. Fischer, Panzer, Voll- tveiler. Merz.

Kirchliche Nachrichten

Evangelische Kirche Gersfeld.

1. Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember 1932. 9.30 Uhr Gottes­dienst mit Liturgie und Predigt. (Pfr. Langheinrich.) (Mit- wirrend: Gemischter Chor, Posaunenchor). 11 Uhr Kinderaot- tesdienst in der Kirche. (Pfr. Langheinrich). 8 Uhr Weihnachts- Kirchen-Konzert.

2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember 1932. 9.30 Uhr Gottes­dienst mit Liturgie und Predigt. (Pfr. Hattendorff-Fulda).

Donnerstag, 29. Dezember, Gemischter Chor im Pfarrhaus. (Kurze Probe).

Sylvester, Samstag, den 31. Dezember, 6 Uhr Iahresschlutz- feier (Pfr. L.) Mitwirkend: Gemischter Chor, Posaunenchor'

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Nach Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten in Kassel vom 20. Oktober 1932 sind für das Rechnungsjahr 1932 die Gemeindezuschläge zur Gewerbesteuer nach der Lohnfumme: der hiesigen Betriebe von 960 % auf 1506 % und der Filialbetriebe von 1150 % auf 1800 % erhöht worden.

Die am 10. Januar 1933 fällige Eewerbelohnsummen- steuer der Monate Oktober/Dezember 1932 ist nach vor­stehenden Zuschlags-Sätzen zu berechnen.

Mit dieser Zahlung ist auch die Nachzahlung der für die Monate April/September 1932 sich ergebenden Unter­schiedsbeträge zwischen den ursprünglichen Zuschlag-sätzen von 960 bezw. 1150 % und den neu festgesetzten Zuschlags- sätzen von 1500 bezw. 1800 % zu bewirken.

Fulda, den 21. Dezember 1932.

Der Magistrat: Dr. Danzebrink.

ES

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Verantwortlich für die Schriftleitung: Christian Seipel.

ms

Gestorben:

Mathilde Brühler, Fulda, Severiberg 5, 89 Jahre alt. Beerdigung: Montag nachmittag 3.30 Uhr auf dem neuen städt. Friedhof.

hr die Beseitigung der Ar­beitslosigkeit durch die Schaf-

fung zusätzlicher und produktiver Arbeitsplätze kur Delt die Wirt­schaft von unten her an.

ihre Verlobung beehren sich an­zuzogen

Molkerei-Genossenschaft Fulda-Lauterbach gegründet 1884 TfTnTTnwnTmTTnwnTnTrnTT^

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gesucht, welcher bei

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^Kirnin mogiia). Jiam Dem Termin werden i führt t zum N' rkans NNN Bestellungen auf Nutzholz, insbesondere 6tan= I $Lt)i fcLttLi Lidir 8en, entgegengenommen. u R°F 'i4945' ^ j

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