Nr. 302 Samstag, 24. Dezember 1932
^-^-^^^" —:.j:r-’*====--— ^^=.ss:s^T"....... '
Weèhnachtsfreu-e.
„Was wir gesehen und gehört haben, Vas verkündigen wir euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und solches schreiben wir euch, damit eure Freude völlig sei." So hebt die erste Epistel des Johannes an, so recht weihnachtlich. Freude will er seinen Lesern vermitteln. Wer sind seine Leser? Menschen unserer Art, Menschen in Not und Verfolgung, Menschen, denen das Leben des Alltags nicht viel zu bieten hatte, aber alles zu nehmen drohte, Menschen, denen es bange war ums Herz.
Menschen, denen es bange ist im Herzen. Gibt es die bei uns heute nicht im Übermaß? Ja, ist das nicht gerade so schlimm, daß denen zu Weihnachten am bängsten zumute ist, weil zu Weihnachten, wo alles sich freut oder doch freuen möchte und sollte, jede Wunde mehr und von neuem schmerzt, jede Sorge doppelt drückt? Also: auch für uns schreibt dieser Mann mit dem frohen Herzen, um auch uns voll Freude zu machen. Laßt uns auf ihn hören!
„Ich kann nicht", sagen zuerst alle die, die einen Lieben verloren haben und die, wenn sie wünschen dürften, nur den einen Wunsch hätten: „Ach, daß er wieder bei uns wäre!" — und diefer Wunsch ist doch unerfüllbar. So sagen auch die, die einen Kranken im Hause haben, der doch von ihren Wünschen nicht gesund wird Können die nun nicht Freude haben — Freude zu Weihnachten? Ja, wenn Weihnachten bloß das Famklienfest wäre, wie es zumeist gefeiert wird, dann nicht. Aber wenn wir das erfassen: daß Weihnachten die Stunde ist, da einst Gott in dem Kind von Bethlehem in unmittelbare Gemeinschaft trat mit den Menschen in ihrer Ratlosigkeit und ihrer Not; da er offen zeigte: mir ist's um euch zu tun, i ch k o m m c zu euch, um euch zu helfen! Wenn Weihnachten das wieder ins Herz trägt, diesen seinen eigentlichen Sinn und Zweck: Gott ist bei uns, ist auch bei mir — dem wird das Leid linder, dem geht es auf: meine Lieben sind von ihm gerufen, sie sind in seiner Gemeinschaft: dem geht es atif am Grabe und am Krankenbett: es ist der Vater der Liebe, der mich aufgesucht hat, weil er mich sucht, weil er Gemeinschaft mit mir haben will, damit ich. mit ihm im Bunde, leichter trage und über- minbe. So sind sie damals, die Ärmsten der Armen. voll Freude geworden in all dem Dunkel und Drohen ihrer Nöte — so sollen wir gerade den Vergrämten heute saaen: Du kannst nicht nur. du sollst, gerade du sollst und darfst Weihnachten feiern, damit du wieder l r o h und getrost wirst.
nnD ähnlich ist es mit denen, die die Not der Armui leiden. Ach das ist bitter für so unendlich viele heute bei E^crn Mtz: daß sie wie ^Kinder parhen sehen darben gerade zu Weihnachten. So mancher ist dadurch irre geworden an Gott: als wäre er schuld daran. Und er läßt doch so reich die Schätze der Erde wachsen in aller Welt, so reich, daß übergenug da ist für alle. Wenn wir nur mit seinen Gaben recht umgingen! lind nun zeigt uns Weihnachten, wie einer geboren ist, ganz arm, ganz in Not, verachtet und verfolgt dazu: und wie gerade er io reich ist — woher? Weil er sich eins weiß mit dem Vater: wie er alle die reich macht, die sich von ihm hereinziehen lassen in die Gemeinschaft des Vaters. Der den Brief geschrieben bat, von dem wir zu Anfang redeten, der ist einer von ihm gewesen. Wie mheft seine Seele, wie merkt man ihm die Freude übet seinen Reichtum an! So dürfen wir Weihnachten feiern: es gibt einen Reichtum und eine Freude in aller äußeren Not — wenn man reich t ft i n Gott.
Soll ich noch eine Gruppe von Menschen nennen, denen oft so bange ist. und die vor Weihnachten geradezu Angst haben? Es sind die Einsamen. Die keinen mehr haben, der sich um sie kümmert, und schlimmer noch: Die, um die sich die nicht kümmern, nach deren Liebe sie hungern. Verlassene und verstoßene Eltern und .Großeltern, Ehefrauen oder Ehemänner, vernachlässigte Kinder. Wie wird denen das Herz bitter zu Weihnachten. Aber sagt nicht gerade denen Weihnachten: Du bist nicht so verlassen, wie du mein st. Und hast du keinen Menschen mehr: einer sucht auch dich. Auch für dich hat er seinen Sohn gesandt, um dir zu zeigen: Ich bin bereit — willst du nicht zu mir kommen aus deiner Einsamkeit, ivillst du nicht in der Gemeinschaft mit mir wieder die Freude haben, nach der du hungerst? Ich hab' dich lieb! Und sagt uns nicht Weihnachten von dem, der trotz allem Undank doch vergab und die suchte, die ihn von sich stießen? Ihr Verbitterten, wenn ihr von ihm, dem Weihnachtskind, lerntet zu sagen im Gedanken an die, denen ihr zürnt: Und wollt ihr euch nicht um mich kümmern, so will ich mich um euch kümmern, indcin ich euch vergebe und für euch bitte? Oh, wenn ihr wüßtet, welche Freude in diesem Reichtum liegt! Gott klopft an, ihr Einsamen. Wenn man allein ist, sollte man sein Anklopfen deutlicher hören. Einsamkeit k a n n auch zum Segen tu e r d e u !
Wenn wir doch nicht so sehr beim Weihnachtenfeiern in die Irre gegangen wären! Wir haben es uns mit Freuden behängt, die der Sturmwind der Zeit nun weg- bläst. So wollen wir nach der Freude suchen, die kein Sturm wegblasen kann: nach der Freude, daß Gott Mit uns verbunden ist und wir mit ihm in dem, der einst zu zu Weihnachten geboren wurde und der gesagt hat: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. „Solches schreiben wir euch, damit eure Freude völlig sei."
Ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Millioncnstisrung Rockefellers.
Wie der Baptistcukouvent der nördlichen amerikanischen Staaten bekanntgab, hat der bekannte Millionär John D. Rockefeller jun. ihm eine Stiftung bim 300 000 Dollar, also rund 1 '/, M i l l i on Mark, gemacht. Dabei scheinen in den Vereinigten Staaten jetzt auch für Millionen schlechte Zeiten zu sein, denn aus den statistischen Angaben, die das amerikanische Schatzamt veröffentlicht, geht hervor, daß sich in den Vereinigten Staaten die Zahl der Leute mit mindestens einer Million Dollar Jahreseinkommen innerhalb eines Jahres um die Hälfte verringert hat: 1930 waren es noch 150 Personen, 1931 nur noch 75.
Dr, Gereke über sein Programm.
Dr. Gereke, der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung, sprach in einem Rundfunkvortrag über seine Pläne zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
Er wândte sich zunächst gegen die Meinung, daß die Belebung der Wirtschaft allein von der Privatunternehmerseite kommen müsse; er wies darauf hin, daß schon in der Vorkriegszeit sehr viele private Unternehmungen von den Aufträgen der öffentlichen Hand gelebt hätten. Durch die Ausgabendrosselung der öffentlichen Hand seien die Aufträge verlorengegangen, dadurch habe die Privatwirtschaft gelitten, was wieder die Steuereingänge verschlechtert habe. Aus diesem verhängnisvollen Kreislauf müßten wir jetzt berauskommen. Das im Sommer benonnenc Werk der Arbeitsbeschaffung müsse ausgebaut und ergänzt werden. Eine der
vordringlichsten Aufgaben
ici. die bisher eingeleiteten Arbeiten schleunigst durchzuführen. Das sind die Arbeiten auf dem Gebiete des Wasser- und Straßenbaues, der Meliorationen dann die vorgesehenen Arbeiten der Reichsbahn und der Reichsvost. Dazu kämen noch die Pläne für den Ausbau des Freiwilligen Arbeitsdienstes Für die Siedlungen sollen weitere Millionen ausgegcben werden. Er, der Reichskommissar, wolle dabei mitwirken, daß durch Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Rentabilität auch der Siedler eristenzsähia werde.
20 Millionen Mark sollen als Kredit zum Bau der Eigenheime ausgegeben werden; auch für die H a u s - revaraturen und Wohnunasbautcn werden weitere 50 Millionen bereitaestellt. Im Augenblick komme es nicht darauf an. ein Programm auf Jahre hinaus festzulegen, sondern sachlich und nüchtern
alle Möglichkeiten, die der Augenblick biete, auszuschöpfen. Das sogenannte „S o f o r t p r o g r a m m" müßte mit der größten Beschleunigung dnrchgefübrt werden. Die Träger der öffentlichen Arbeiten, Gemeinden und öffentliche Körverschaften. erhalten einen Kredit von insgesamt 500 Millionen Mark Die Aufbringung dieser Mittel ist gesichert und vom Reichsbankpräsidenten gebilligt. Dabei sei auch auf die Sicherung der Währung größter Wert gelegt. Die öffentlichen Körperschaften und
KèZrZe politische Nachrichten.
Die Gattin des Obersten von Hindenburg, des Sohnes und Adjutanten des Reichspräsidenten, ist von einem Mädchen entbunden worden.
Der englische Gewerkschaftsrat hat es abgelehnt, mit den englischen sozialen Privatorga- nisatiouen gemäß den Richtlinien der Regierung für die Unterstützung der Arbeitslosen zusammenzuarbeiwn. Als Begründung erklären die Gewerkschaften, daß es sich bei den beabsichtigten Maßnahmen (Winterhilfe usw.) um Hilfswerke der Barmherzigkeit h cle, die Arbeitslosen jedoch nicht von der Barmherzigkeit abhängig sein dürften.
Nach einer Erklärung des französischen Arbeits- Ministers sollen demnächst 5 0 0 6 0 polnische Arbeiter aus Frankreich ausgewiesen werden. Sie sollen, wie es heißt, mit der Eisenbahn bis an die deutsch-polnische Grenzstation Senff eben adgeschoben und dort von den polnischen Behörden übernommen und weiterbefördert werden.
(M perwanHis Überschüsse.
Krupp macht Kaffe.
Vor dem Kriege und in ihm stellte der Name Krupp einen Begriff dar. den alle Welt kannte. Nicht etwa nur, daß Krupp der „Kanonenkönig" war, sondern er ritz die ganze Welt hinter sich auf dem Wege zur Vervollkommnung der Stahlindustrie. Daß sich die Zerstörungswut unserer Gegner nach dem Kriege vor allem gegen Strupp richtete, ergibt sich allein schon ans der Zahl von 100 Millionen, die den Wert der Erzeugnisse darstellen, von denen aus Befehl der Entente nur Schrott übrigbleiben durfte. 70000 Arbeiter haben die Kruppwerke damals entlassen müssen. Wohl kein Werk der deutschen Industrie mußte sich derart umstellen wie Krupp —, und hierbei hatte die Führung der Inhaber dieser Riesenwerke, Dr. Krupp v. Bohlen und H a l b a ch , den der Reichsverband der deutschen Industrie vor kurzem zu seinem Vorsitzenden gemacht hat. Seit dem Kriege und nach der Umstellung sind alle Überschüsse, die das Werk in den Jahren der neuen Blüte abwarf, nicht als Gewinn verbucht worden, sondern sie wurden wieder in das Werk h i n e i n g est e ck t. Auf Wünsche von Aktionären brauchte die Leitung keine Rücksicht zu nehmen, denn alle Aktien der Firma befinden sich in Händen der Familie K r n p P. Das Jahr 1931/32 war, wie Dr. Krupp v. Bohlen-Halbach im Geschäftsbericht sagt, ein Fahr beispiellosen Tiefstandes, und der Verlust war noch größer als im Jahre zuvor. Die 15,2 Millionen Mark Defizit sind aber aus Rücklagen gedeckt worden, und die gesetzlich vorgeschriebenen offenen Reserven sind so groß wie zuvor, obwohl ein Unlsatzrückgang von 265 Millionen erfolgt ist.
Krupp beschäftigt heute gegenüber dem Hochstand der Nachkriegszeit im Jahre 1928 mit 92 000 Arbeitern nur noch 45 000 Mann. Denn er vermag nur etwa die Hälfte seiner Erzeugungsmöglichkeiten auszunutzen. Aber der Geschäftsbericht verzeichnet eine leichte Besserung und Belebung der Wirtschaft bereits für die letzte Zeit des mit dem 1. Oktober abschließenden Geschäftsjahres. Wie die gesamte deutsche Industrie, so verlangt auch die Firma Krupp, daß die schoncudere Behandlung der Wirtschaft, wozu die ersten Ansätze vorliegen, auch künftig fortgesetzt und erweitert wird. Dann wird es möglich sein, daß der Verlust des letzten Geschäftsjahres, der so groß war wie die Verluste in den beiden vorhergehenden Jahren zusammen, bei Erhaltung der innenpolitischen Rtthe und Tätigkeit wieder ausgeglichen wird.
Schärfste Zurückweisung der Ächaiiptmigen Otto Strassers durch die RSK.
München. Die NS5D verbreitet eine ausführliche, in scharfen Worten gehaltene Abwehr der Behauptungen der Schwarzen Fronr' Otto Strassers, die als ein „unter Ausschluß der Qfsemlichkeit erscheinendes Skandalblättchen" bezeichnet wird, über die Vorgänge innerhalb der Führung der NSDAP, anläßlich des Falles Gregor Strasser. Es wird dabei daran erinnert, daß Gregor Straffer in seiner am 19. Dezember in der nationalsozialistischen Parteikorrespondenz vcröfsentlichten Erklärung von Per „Schwarzen Front" ab- _______________ ^^^_____ ______. „
Gemeinden sollen von sich aus feststellen, welche Arbeiten vordringlich sind Die Darlehen, die sie erhalten, müssen getilgt werden, allerdings in langen Fristen. Für die ersten zwei bis drei Jahre werden keine Zinsen und keine Tilgung erhoben. Es werden Arbeiten ausgeführt werden, die volkswirtschaftlich wertvoll sind und
bis Ende 1933 beendet fein können.
In erster Linie sollen solche Arbeiten in Angriff genommen werden, die der Instandsetzung und Verbesserung vorhandener Anlagen dienen, und ferner sollen es Arbeiten sein, deren Durchführung schon geplant war, aber aus Mangel an Mitteln zurückgestellt werden mußten. Gegenüber den in der Öffentlichkeit geäußerten Bedenken gibt der Reichskommissar zu, daß die Gemeinden in den letzten Jahren in ihren Geldanlagen nicht gerade glücklich verfahren seien. Fehlanlagen müßten jetzt unterbunden werden. Darüber zu wachen, sei seine besondere Aufgabe.
Bei der Vergebung der Arbeit sollen die mittleren und kleineren Betriebe ausreichend berücksichtigt werden, und menschliche Arbeitskraft soll wo es möglich ist, der Maschine vorgezogen werden. Ausländische Baustoffe sollen nicht verwendet werden. Bei Neu- einstellungen ist in erster Linie der inländische Erwerbslose zu berücksichtigen und dabei wieder biejenigen, die seit Jahren erwerbslos sind und eine große Familie haben. Die Entlohnung erfolgt nach den geltenden Tarifsätzen. Dir Arbeitszeit darf nicht über 40 Stunden wöchentlich gehen.
Die Bedingungen für die Kredite werden so gestaltet, daß auch die finanzschwachen Gemeinden Darlehen aufnehmen können. Es sei falsch, jetzt zu sagen, erst müßten die Haushalte der Gemeinden in Ordnung gebracht werden. Mit diesem Grundsatz käme man jetzt nicht weiter.
Der Reichskommissar schloß mit den Worten, er wisse wohl, daß man gegen sein Programm Bedenken geltend machen könne Trotzdem richte er an jeden die dringende Bitte, mitzuhelfen, das deutsche Schicksalsvrogramm zu lösen: Wie schaffen wir Arbeit? Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit biete noch die einzige Möglichkeit, die sozialen Spannungen zu beseitigen.
Schmuggel an der Sanzig.vslpreuMeu Grenze.
Der Autorennfahrer als HachzUfchimiggler.
In der Nacht zum 18. Dezember hatten zwei Autos in schnellster Fahrt die Danzig ostpreutzischc Grenze bei der Zollstation Einlage zu passieren versucht. Die Nach forschungen der Danziger Polizei ergaben, daß es sich um ein Personenauto mit großen Mengen von Südfrüchten. Marzipan und Delikatessen handelte sowie um ein kleineres Lastauto, das mit 31 Kisten Apfelsinen, Russen und Feigen beladen war. In Verfolg dieser Angelegenheit ist man jetzt einer größeren Schmugglerbande aus die Spur gekommen. Das Haupt dieser Bande war der Danziger âgufmannRöbr,
ein im Osten bekannter Autorennfahrer,
Der zusammen mit dem früheren Obsthändler Weichbrodt bereits zahlreiche Schmuggelfahrten über die Tanzig ostpreilßischc Grenze gemacht hatte, um deutsche Waren in Den Freistaat Danzig einzuschmuggeln. Verhaftet wurden ferner der Zollbetriebsassistent H e l d aus Einlage, Der für die Duldung des Schmuggels von Röhr geldliche Zuwendungen erhielt, und der kaufmännische Angestellte Kahle, der eines der beiden Autos führte. Gegen alle vier Personen ist Anklage wegen Banvenschmuggels, Beamlenbestechung usw. erhoben worden. In Die Angelegenheit ist eine ganze Reihe betannter Danziger Firmen verwickelt.
Ber mischtZ Aschrichien
Protest gegen Margarinevcrieurrung.
Berlin. Die Vorstände veS ADGB.. Des Asabundes, des 'Allgemeinen Deutschen ScamtcnbunDeS sowie der Deutsche 'Gewerkschastsbund haben Proresttelegramme an die ReichS- regierung gesandt, in der ne dringend vor dem Beimischungs- Zwang für Margarine wegen der Damit nach ihrer Ansicht notwendig werdenden Preissteigerung warnen.
Weihnachtsansprache deâ PapsteS tm Rundfunk.
Berlin. Am Weihnachisabend wird die vatikanische Radiostalion Die Rede des Papstes an Die Kardinäle und an die römischen Prälaten übertragen Die Übertragung beginnt um 24 Uhr mitteleuropäischer Zeit und erfolgt aus Welle 1934.
Rektor und Senat der Breslauer Universttât für Abberufung des Professors Cohn.
Breslau. Rektor und Senat der schlesischen Friedrich- Wilhelm-Umversität zu Breslau haben eine Erklärung ve» öffenUicht, in der es heißt, daß eine weitere Lehrtätigkeit des Profeffors Cohn an der schlesischen Universität im Interesse der Ausrechterhaltung der Ordnung und des ungestörten Lehrbetriebes für nicht tragbar gehalten werde.
Fabrikant Fingerhut erneut sreigesprochcn.
Wuppertal. Im Prozeß gegen den Favrikrrntcn Fingerhut fvurde das Urteil verkündet: Der Angeklagte wurde wegen Mangel an Beweisen ircigesprochen. Fingerhut war seinerzeit ivegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Es gelang ihm, ein Wiederaufnahmeverfahren zu erreichen, das im Frühjahr 1W2 mit seiner Freisprechung endete. Alis die Berufung des Staatsanwalts tum cs erneut zur Ausrottung Der Angelegenheit.
Das SchiffSunglück auf der Untere!6e.
Hamburg. Der kürzlich bei Krautsand gerammte und gesunkene Motorewer „Frieda" ist von den Bergungsdampser« gehoben und 500 Meter vom Leuchtturm Krautsand auf Strand gesetzt worden Leichen besanden sich nicht an Bord GS ist über anzunchmcn. daß die Besatzung ertrunken ist.
6000 Mark Lohngelder geraubt.
Hof. Aus dem Rückiveg von der Baderischen Staatsbank wurde eine ältere Frau, Die für einen Fabrikbetrieb 6000 Mark Lohngelder geholt hatte, von einem etwa 20jährigen Burschen überfallen Der Räuber schlug Die Frau nieder und flüchtete unter Mitnahme Der Aktentasche mit dem Geld.
Ein weiterer „Niobe"-Toier beigesetzt.
Siel. Aus dem Ehrenfriedhos in Kiel fand die Beisetzung des mit der „Niobe" umergegangenen und kürzlich im Febmarnbelt geborgenen Signalgcsreiten Joseph van Sennern statt. Die Grabstclle befindet sich neben den Gräbern der übrigen 26 Leute der Besatzung.
Gvtilofcnvcrbänve verfangen Schließung aller Kirchen in Sowjcirutzland.
Moskau. Die GoitlosenverWide dielten in Leningrad eine große Kundgebung ab, in der Die Schließung aller Kirchen in der Sowwmnion verlangt wurde. In Der Venammlunß sprachen auch Vertreter Der deutschen, französischen und tfche» chMen ^W^emwbänbe.