Aus Hessen-Nassau und NachHargeßleien
Merkblatt für den 24. Dezember.
1524: Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama aus der Fahrt nach Kotschin gest.
Wie mit unsichtbaren Wellen geht der Geist der Zeit durch eine Zeit, daß jeder, auch der Geringste, von ihm betroffen wird, ohne daß er es auch nur ahnt. Ernst.
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Wetterbericht.
Das festländische Hochdruckgebiet wird zwar im Norden und Westen stärker abgebaut, hat sich aber über Mitteleuropa unverändert gehalten. Die in der Höhe bisher vorhandene Warmluft wird nach und nach durch kältere Lust ersetzt. Damit dürfte der Höhepunkt der Hochdruckwetterlage überschritten sein, doch geht die ganze Weiterentwicklung nur sehr langsam vor sich. — Voraussage bis Freitag abend: Stellenweise Nebel oder Hochnebel, sonst meist aufgeheitert, Temperatur wenig verändert, schwache südliche bis westliche Winde. — Witterungsaussichten für Samstag: Neigung zu Nebelbildung nachlassend, aber stärker bewölkt. Temperatur etwas ansteigend, südliche bis westliche Winde.
* Fulda, den 23. Dezember 1932.
MârKüy^
Schon mit dem Totenfest hat die Nachfrage nach grünem Pflanzenschmnck begonnen, der Adventskranz verstärkt sie und im Weihnachtsbaum findet dieses Grün seine erhöhteste Verwendung, aber wenige denken darüber nach, daß alle drei in einem inneren, sinnbedingten Zusammenhang stehen. Tas Grün ist die Farbe der Auferstehung und des Lebens. Der Lebensbaum, den wir auf die Gräber pflanzen, das Adventsgrün und der Weihnachtsbaum, die das kirchliche Neujahr und die Geburt des Heilandes feiern, entsprechen derselben Sehnsucht der Menkchenseele.
Darum wendet sich in dieser Zeit unser Blick den vielerlei Arten von Grün zu, welche unseren nordischen Winter überstehen. Sie sind so mannigfaltig, daß ein Künstler aus ihnen die schönsten und vielseitig ab- gestimmtesten Farbenharmonien, wahre Sinfonien in Grün, zusammenstellen kann.
Wir brauchen uns nur unsere deutsche Weiß- und Rottanne oder Fichte und die im Sandgebiet vorherrschende Kicftr nebeneinander vorzustellen, welche letztere noch nach Österreich hin im Gebirge mit einer zwciten Abtönung von dunklerem Grün vorkommt, um die sich hier . bietenden Möglichkeiten zu erkennen. Dazu kommt dann "noch unsere „einheimische Zypresse", der blaugrüne Wacholder oder Machandelbaum, und dann die zahlreichen immergrünen Blattsträucher. In mattem Glanz • bietet sich die Mqhonie dar, wie frisch lackiert prangt das hartstachelige Blattwerk der Stechpalme oder des Aler. die eine mit tief dunkelblauen, die andere mit hell siegellack- roten runden Beeren durchsetzt. Dazu kommt dann noch mancherlei niedriges Unterkraut, die rosige Heide und die tiefer rote Glockenheide vor allem, in unzähliger Menge auch das silberiggrüne Gezweig der Preiselbeeren, die ja bekanntlich im Gegensatz zu der ibr nahe verwandten Heidelbeere auch.den Winter hmüucch ihc Laubwerk sest-
Eine weitere Bereicherung bietet drs Sinngrün oder' das eigentliche Immergrün, und ferner der Epheu, der zwischen reinem Tiefgrün und mehr rostiggelbem Anflug mancherlei Tönungen gerade während der kalten Jahreszeit barbietet Dagegen werden wir das Wintergrün und den Bärlapp auch in Gegenden, wo sie sich noch häufiger finden, sorgsam schonen, weil sie bei Gefahr der Ausrottung bereits ausgesetzt sind und mit Recht unter Naturschutz stehen, den gerade die Menschen, die Sinn und Freude an diesen Schönheiten der Pflanzenwelt haben, sorgfältig respektieren, auch wo keine Aufsicht sie am Sammeln behindert.
Mannigfach wie das Grün sind auch die Früchte, mit denen man diese Gebinde beleben kann: Außer den schon genannten Beeren, zu denen auch die des Wacholders, des Maßriegels, des Hartriegels, des Weiß- und Schwarzdornes treten, die drolligen Silberbärte der Waldrebe, Kardendisteln, die talergroßen Fruchtstände des Mondblattes, Lampionblüten und Paprika, schließlich die Fichten-, Lärchen- und Kiefernzapfen.
Und wer zuletzt wie ein Maler noch einige Abtönungen in den Strauß oder in den Untergrund des Weihnachtsbaumes ober der Krippe mischen will, der hat die Auswahl unter den zahlreichen Moosen unserer Wälder, mit denen sich auch der Raum zwischen den THfen des Blumenfensters oder Blumentopfes ko hübsch ausvolstern läßt.
Aus der cvgl. Kirche.
Zu dem morgen nachmittag um 5 Uhr in der evangelischen Kirche stattfindenden Mclitärgoitesdienst ist auch die Zivilgemeinde herzlich eingeladen.
Neue Meister.
Vor der hiesigen Meisterprüfungskommission bestanden ihre Meisterprüfung der Maler Friedrich Spiegel, der Schlosser Ludwig Fleischmann, der Buchbinder Josef Fleischmann, die Spengler Julius Dannemann und Hermann V i e n w a l d, sämtlich in Fulda.
Grober Unfug.
In der vergangenen Nacht wurde mit einem Backstein ein Parterrefenster des hiesigen Amtsgerichtsgebäudes ein- Neworfen. Es handelt sich anscheinend um einen groben «nfug.
Der Hofmann'sche Männerchor
feiert am 2. Weihnachtstag sein 40. Stiftungsfest im großen Ctadtsaal. Eine abwechslungsreiche Festfolge sorgt für gute Unterhaltung der Gäste. Die Jugend kommt beim Tanz zu ihrem Rechte. Neben Musik- und Eesangsvor- I trägen führt der Verein die Operette „Winzerliesel" mit ^rchesterbegleitung auf, worauf wir besonders aufmerksam dachen. Die Eintrittspreise sind der Zeit entsprechend niedrig gehalten. (Näheres im Inseratenteil.)
Unfall eines Schwarzfahrers.
Gestern nachmittag gegen 6 Uhr kam an der Hauptsache ein Motorradfahrer aus Tipperz zu Fall, als er ^nien kleinen Handwagen falsch überholen wollte. Der Fahrer erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und schwere Mchisverlctzungcn und mußte nach sofortiger ärztlicher ^Handlung mit einem Auto nach Hause gebracht werden, -as erheblich beschädigte Motorrad war weder zugelassen aoch versteuert und mit einem fremden Kennzeichen ver-
Fuldaer Schöffenqericht.
Schwarzbrennerei in Steinwand.
Der Zollfahndungsstelle in Frankfurt a. M. war mitgeteilt worden, daß bei dem Landwirt E. M. in Steinwand öfter heimlich Branntwein hergestellt würde, woraus Beamte der Zollfahndungsstelle am 20. Januar eine Haussuchung im M.'schen Anwesen vornahmen. Zunächst stießen die Beamten auf einen Bottich, in dem sich noch Hefepilze von einer Maische befanden. Ferner fand man in der Scheune auf einer Maschine in Stroh versteckt eine Blechkanne. Bei der Durchsuchung in der Wohnung benahm sich Frau M. äußerst verdächtig. Schließlich entdeckten die Zollbeamten im Schlafzimmer unter einem Bett mit alten Kleidern verdeckt eine Kühlschlange mit einem Ueber- steigrohr. An letzterem befand sich noch Kleister, der stark nach Branntwein roch. In der gestrigen Hauptverhandlung vor dem Kleinen Schöffengericht bestritt der Angeklagte, heimlich Schnaps gebrannt zu haben. In dem Bottich will er Maische mit Hefe für das Vieh bereitet haben. Diese Angaben wurden jedoch vom Gericht nicht anerkannt. Bei der Vernehmung des Sohnes machte dieser die verdächtige Aussage: „Wenn ich wüßte, wer das verraten hat, der würde sofort „kalt" gemacht." Das Urteil lautete wegen Vergehens gegen das Branntwein-Monopolgesetz auf eine Geldstrafe von 579,20 Mark, im Nichtbeitreibungsfalle auf 1 Monat Gefängnis, außerdem auf eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen und Erstattung des Wertersatzes von 115,19 Mark, die im Nichtbeitreibungsfalle in eine Gefängnisstrafe von 1 Woche umgewandelt wird.
Schlimmer Ausgang eines Streites.
Am 20. September kam es in Kirchhasel zwischen Landwirtssöhnen zu einem Wortwechsel wegen unbefugten Weidens von Vieh auf einer Wiese. Im Verlaufe der Auseinandersetzung versetzte der P. R. dem K. K. einige Ohrfeigen. Als darauf K. K. nach seinem elterlichen Anwesen lief, wurde er von P. R. verfolgt. Nachdem K. den R. Der®* geblich aufgefordert hatte, von seinem elterlichen Hofe fernzubleiben, riß K. K. eine Zaunlatte, an der sich noch ein Nagel befand, ab und schleuderte damit um sich. Hierbei wurde P. R. derart ins Auge getroffen, daß seine sofortige Ueberführung in das Fuldaer Landeskrankenhaus erfolgen mußte. Das Auge war derart stark verletzt worden, daß es entfernt werden mußte. Gegen K. K. wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung mittels gefährlichem Gegenstand ein Strafverfahren eingeleitet. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte in der gestrigen Hauptoerhandlung vor dem Schöffengericht gegen K. K. 1 Jahr Gefängnis. Tas Gericht war der Ansicht, daß K. in berechtigter Notwehr gehandelt hat, zumal P. R. keine Veranlassung hatte, K. bis zu seinem elterlichen Hofe zu verfolgen, und erkannte auf Freisprechung des Angeklagten.-
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Von der Rhön, 22. Dez. (R h ö n - „F r ü h l i ng" vor Weihnachten.) Während vor ein paar Tagen eine gute „Neue" die Bergkuppen der Rhön in reinstes Weitz gehüllt hatte, und in den Tälern der Nebel in dicken Schwaden sich lagerte, ist nunmehr auf den Höhen über 500 bis 600 Meter ein wahres Frühlingswetter eingekehrt. Der Schnee ist bis auf wenige Reste in den Talgründen von den Bergen ganz verschwunden und die Sonne schien am letzten Sonntag so warm, daß das Thermometer in der Mittagszeit in den hochgelegenen Rhönorten auf 12 lös 15 Grad im Schatten stieg. In den Tälern dagegen hielt sich der Nebel sehr lange, und so waren Temperaturunterschiede von über 10 Grad zwischen Höhen und Tälern zu verzeichnen, eine Seltenheit in dieser Jahreszeit
* Schlitz. (Wie weggeblasen!) In den letzten Wochen hatte sich fast Tag für Tag ein Strom von Bettlern und Hausierern aller Art in unsre Stadt ergossen, was allmählich zu einer fast unerträglichen Plage wurde. Auch konnte sestgestellt werden, daß unter ihnen Leute aus den nahen fuldischen Dörfern, wie auch bisweilen aus dem Vogelsberg waren, die das Betteln nicht aus Not, sondern als recht einträgliches „Geschäft" betrieben. Aus diesem Grund hat die Bürgermeisterei wie schon vor einigen Jahren einmal, Wohlfahrtsscheine zu 2 Pfennig das Stück herausgegeben, die diesmal im Gegensatz zu früher sehr guten Absatz fanden. Die Folge dieser Maßnahmen war verblüffend; denn fast vom Tage der Herausgabe der Wohl- fahrtsscheine an sind die Bettler fast wie mit einem Zauberschlag aus unserer Stadt wie weggeblasen!
* Gedern, 22. Dez. (TodesfalldurchPara- typhus in Gedern.) Heute hat der Paratnvbus in unserem Städtchen ein Todesopfer gefordert. Im rüstigen Mannesalter von 45 Jahren starb an dieser heimtückischen Krankheit der in der ganzen Gegend bestens bekannte Sattler- und Polstermeister Wilhelm Wießner. Durch sein jederzeit freundliches und zuvorkommendes Wesen war der tüchtige Geschäftsmann bei jedermann beliebt; die Teil- rahme der Bevölkerung an dem schweren Verlust, der die
JeuTtHe betrèrr fief, t« -Myc^ âgc-mc^rc: M^ EuNLkcö, raß die tzlnsteckang vrrrch Pferde- «der Kuhge »itre aus verseuchten Gebieten des oberen Nidoertales erfolgt ist.
Eschwege, 22. Dez. (Großfeuer vernichtet zwei A n w e s e n.) Gestern früh brach in dem Anwesen des Landwirts Eduard Deist im Kreisort Rambach Feuer aus, das sich rasch verbreitete und auf die benachbarten Gehöfte Übergriff. Sämtliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Landwirte Eduard und Georg Deist brannten nieder, das Wohnhaus der Witwe Sennhènn wurde zur Hälfte zerstört. Mitverbrannt sind die gesamten Erntevorräte und landwirtschaftlichen Maschinen. Der Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt.
Frankfurt a. M., 22. Dez. (Der Präsident des Frankfurter Evangelischen Landeskirchenrats gestorben.) Am 20. Dezember ist der Präsident des Evangelischen Landeskirchenrats Frankfurt a. M., D. Rickard Schulin, nach kurzer Krankheit im 70. Lebensjahr gestorben. Der Verstorbene war feit 1. Oktober 1919 Konsistorialpräsident im Nebenamt und stand seit 11. Februar 1925 an der Spitze der Frankfurter Landeskirchenverwaltung. Nach dem Wegfall des landesherrlichen Kir- chcnregiments hat er den Umbau der Frankfurter Kirchen- verfassung geleitet und die neue Verfassung der Landeskirche zur Durchführung gebracht. Sein Tod bedeutet für die Frankfurter Landeskirche einen schweren Verlust. Die Beisetzung Schulins findet am Heiligen Abend in Kassel statt.
Frankfurt a. M., 21. Dez. (Eine tolle Affäre.) Tie Staatsanwaltschaft hat Anklage in einer großen Sittlichkeitsaffäre erhoben, die geeignet erscheint, noch viel Staub aufzuwirbeln. Die Anklage richtet sich gegen vier Personen, Angehörige besserer Kreise, die mit Schülern höherer Lehranstalten die verwerflichsten Dinge getrieben haben sollen. Die Vorgänge haben sich in den Wohnungen der Beschuldigten abgespielt und waren so skandalös, daß die Nachbarschaft davon Kenntnis erhielt. Es sollen sich Fälle ereignet haben, in denen die Schüler unter Drohung mit dem Revolver gezwungen wurden, den Wünschen der Herren nachzukommen. Von den beteiligten Angeschuldigten befindet sich ein Ingenieur in Untersuchungshaft, einer der belasteten Personen hat die Flucht ergriffen.
Frankfurt a. M., 21. Dez. (Der Zusammenbruch d e r S ch u mann-Theater E. m. b. H. — 24 00 M k. Tagcsspesen.) Wie berichtet, ist die Schumann- Theater E. m. b. H., die den Theaterbetrieb des Frankfurter Schumann-Theaters gepachtet hatte, schon nach zweimonatiger Spielzeit in Konkurs gegangen. Heute fand die erste Eläubigerversammlung statt. Aus dem Bericht des Konkursverwalters ging hervor, daß die Um baukosten des Theaters statt der veranschlagten 4 00 000 Mark die Summe von 500 000 Mark erforderten, von denen die Verpächterin 150 000 Mark übernahm. Von der Gruppe Frau Dr. Lanz- Tr. Wünsch wurden ca. 241 000 Mark Darlehen gegeben. Die Tagesdurchschnittseinnahme betrug rund 2000 Mark, die Tagesspesen zunächst rund 2400 Mark, um später unter 2000 Mark gesenkt zu werden. Es war unmöglich, außer den laufenden Kosten, Verzinsung und Amortisation der Umbau- und Einrichtungsgelder diese selbst in wenigen Monaten Herauszuwirtschaften. Ter Zusammenbruch erfolgte, da die Restfinanzierung nicht gelang. Den ganz geringen Aktiven stehen 28 000 Mark Stevern, 10 000 Mark Pachtrückstünde, 165 000 Mark Forderungen mit Eigentumsvorbehalt, 13 000 Mark Filmforderungen, 84 000 Mk. Baugläubiger und 18 000 Mark sonstige Gläubiger, sowie die Forderungen von Frau Dr. Lanz" von 246 »06 Mark und einige kleinere Beträge gegenüber. Das Theater soll zu Weihnachten von der Gruppe Wünsch-Lanz wieder eröffnet werden, sofern eine Einigung mit den Eigentumsvorbehaltsgläubigern möglich werde.
Oberursel, 22. Dezbr. (Kurz nach dem 100. Geburtstag gestorben.) Ter älteste Einwohner von Oberursel, Schuhmachermeister Peter Steinbach, der im November seinen 100. Geburtstag feiern sonnte, ist am Mittwoch an Altersschwäche gestorben. Steinbach war Mitbegründer der Oberurseler Feuerwehr und der älteste Feuerwehrmann im Regierungsbezirk Wiesbaden.
Vermischtes
= Eine Mcnfchenfressermajestät schreibt an den Äömg vcn England. S. M. Ringapal, Häuptling der Nampas oder Nambas und König der Neuhebriden, die im Stillen Ozean liegen, hat sich an den Schreibtisch gesetzt und an einen großen Kollegen, den König Georg V. von Großbritannien. ein wichtiges Handschreiben gerichtet. In diesem Briefe teilt König Ringapal, was unbedingt ein schöner Name ist, dem „König aller Briten und aller Meere" mit, daß er beim ausgehenden Neumond geschworen habe, kein Menschenfleisch meh: zu essen. Aus dem Briefe ist leider nicht ersichtlich, ob Ringapal sich nur für sich allein oder zugleich auch für alle seine Untertanen verpflichtet. Ringapal machr übrigens in seinem Briefe einen feinen, Unterschied zwischen Menschcnfieisch und Menschenflcisch: das der Weißen bezeichnet er als „wohlschmeckend", während er das der Farbigen „minderwertig" nennt; das dürfte wahrscheinlich auch in den Fleischpreisen zum Ausdruck gekommen sein. Um seine Freundschaft mit England zu bekräftigen, schickte König Ringapal an den König Georg außer dem kulturhistorischen wichtigen Briefe a) eine Kette aus weißen und schwarzen Perlen, die aus einem Fünfzigpfennigladen zu stammen scheint, b) einen schön geschnitzten Speer mit einer mlt Strychnin giftig gemachten Spitze. Da König Georg V. sich vor dieser Strnchninspitze ein bißchen fürchtet, Hat er Den geschnitzten Speer sofort ins Museum unter Schloß und Riegel bringen lassen. Im übrigen ist jetzt alles so weit in Ordnung mit den Rampas, es wäre denn, daß sie ihren König als einen gegen die guten Sitten der Väter verstoßenden Rebellen auf fräßen!
Der Eislauf.
Wasser ist Körper und Boden der Fluß. Das neuste Theater — tut in der Sonne Glanz zwischen den Ufern sich auf.
Wahrlich, cs scheint nur ein Traum! Bedeutende Bilder des Lebens — schweben, lieblich und ernst, über die Fläche dahin.
Alle streben und eilen und suchen und fliehen einander; — aber alle beschränkt freundlich die glättere Bahn.
Jeder zeigt hier, was er vermag; nicht Lob und Tadel — hielte diesen zurück, förderte jenen zum Ziel.
Lehrling, du schwankest und zauderst und schauest die glättere Fläche. — Nur gelassen! Du wirst einst noch die Freude der Bahn.
Willst du schon zierlich erscheinen, und bist nicht sicher? Vergebens! — Nur aus vollendeter Kraft blicket die Anmut hervor. Goethe.