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Zulöaer Anzeiger

Zulüa / Statt 2

Nr. 301 Freitaq, 23. Dezember 1932

Kurze poMsche Nachrichten.

Reichspräsident von .Hindenburg emp­fing den aus seinem Amte scheidenden Reichs- k o m m i s s a r für Preisüberwachung, Ober­bürgermeister Dr. Goerdeler. Der Reichspräsident sprach bei dieser Gelegenheit Dr. Goerdeler seinen Dank für die im Amte des Neichskommissars für Preisüberwachung dem Reiche geleisteten Dienste aus.

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Der nationalsozialistische Neichsiagsabgeordnete Gre- g o r S t r a s s e r, der sich einige Wochen in Italien auf­gehalten hat, ist jetzt wieder nach Bayern zurückgekehrt. Eine Unterredung zwischen Strasser und Adolf Hitler, die zu einer Lösung des Konflikts zwischen Straffer und Hitler führen soll, ist für die nächsten Tage in Aussicht genommen und wird in der Nähe von München staitfinden.

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Im Rundfunk spricht am Freitag, den 23 Dezember, von 19.30 bis 20.00 Uhr der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung, Dr. Gereke, über „Die vor» dringlich sten Aufgaben der Arbeits­besch a f f u n g". Der Vortrag wird von allen deutschen Sendern übernommen.

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Beim schwedischen Kultusmini st erium sind von einem Sachverstandigenausschuß Abänderungs­vorschläge im Lehrplan cin^cbracht worden, die für Deutschland besonderes Interesse haben. Im Sprach­unterricht soll danach in den höchsten Klassen des Gymna­siums englisch als Pflichtfach eingeführt werden, wäh­rend früher die deutsche Sprache obligatorisch war oder Wahlfreiheit bestand.

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Das persische Parlament hat die K ü n d i g u n g d e r Olkonzession gegenüber der Anglo Persian Oil Comvany genehmigt. Die Presse bezeichnet diesen Be­schluß als einen Vertrauensbeweis des ganzen persischen Volkes gegenüber der Regierung. Die Welt ersehe dar­aus, daß die Entscheidung der persischen Regierung un­widerruflich sei.

Vereinbarungen Braun-Warmbol- sollen veriran'ich bleiben.

Amtlich wird mitgeteilt: „In der Presse sind in den letzten Tagen Kombinationen über den Inhalt der zwischen dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichs- ernährnnasminister getroffenen Vereinbarungen über landwirtschaftliche Hilfsmaßnahmen verbretel worden. Wie wir dazu erfahren, sieben amtliche Stellen diesen Mitteilungen fern. Die Abmachungen werden auch weiterhin vertraulich behandelt.*

Derhaffma Der Inhaber èes Zaareltenhauses Bergmann.

Verfehlungen gegen die Devisenbestimmungen.

Auf Grund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Dresden sind in Dresden die Inhaber der Zigaretten­fabrik „Haus Bergmann". Generaldirektor Karl Berg­mann und Direktor Siegmund Bergmann, verhaftet wor­den. Die Verhaftung erfolgte wegen Verfehlungen gegen die Devisenbestimmungen. Es soll sich dabei um sehr hohe, auf mehrere Millionen Mark bezifferte Beträae handeln.

20 Grad Wärme in Rom.

In Moskau sprießt der Flieder.

In Florenz herrscht seit einigen Tagen dichter Nebel mit ständig sinkenden Temperaturen. Auf den nahen Höhen bei Pistoja hingegen, wie auch in Rom, ist die Weihnachtswoche durch strahlenden Sonnenschein bei Mittagstempcraturcn bis über 20 Grad Celsius gekenn­zeichnet. Die Nächte allerdings sind kalt, und der Temperaturunterschied betrug in Rom innerhalb 24 Stun­den nicht weniger als 15 Grad.

In Moskau und in anderen Teilen der Sowjetunion wird eine für die jetzige Jahreszeit ungewöhnliche Er­scheinung wahrgenommen. Während sonst überall in Rußland schon Mitte Dezember strenge Fröst, herrschen, wird jetzt aus allen Gebieten eine Temperatur gemeldet, die zwischen 4 und 8 Grad über Null schwankt. Trotz der gelegentlichen Nachtfröste sprießen in Moskau die Knospen an den Fliederbüschen.

Der Feuerwehrmann als Srandstister.

Endergebnis: anderthalb Jahre Zuchthaus.

Längere Zeit hindurch wurde eine Gemeinde bei Dresden vurch unerklärliche Brandstiftungen beunruhigt, und das GeheimutSvollste dabei war, daß diese Brandstiftungen sich mehrfach unmittelbar nach Zusammenkünfte n der freiwilligen Feuerwehr des Ortes ereignet hätten.

'i’stren j. B im Mai vorigen Jahres in der Nacht nach einer Festlichkeit der Wehrleutc nicht weniger als vier Gebäude von Branden heimgcsuchi worden. Man munkelte im Dorfe schon seit längerem, daß

der Schlagzeugspieler der Feuerwehrkapelle

muffe Er wurde unter Anklage gestellt, Bc auung vom Dresdener Schwurgericht äo?0J?,,slnö,flcn Beweises seiner Schuld freiacsprochen ^"i?” nadmem 9 aingen nun in rätselhafter "âchdem das Feuerwehrmusikkorps tm One ein Ständchen gebrach, hatte, ein Geräteschuppen und eine Feld" n Fummelt aus. Diesmal waren die Verdachlâar linde SW2 be^eucnvcl,rnmnn öon vornherein so stark daß^er am bSn^ «n Haft genommen wurde. Er würd k wegen ISS Arandstlftung zu eineinhalb Jahren JuchchL.

vie Ländwirlschaft an der Jahreswende.

Der Reichsernährungsminister Freiherr v. Braun gab im Rundfunk einen Rückblick über die Agrarpolitik des vergangenen Jahres, und stellte gleichzeitig die Ziele klar, die im kommenden Jahre erarbeitet werden müssen. Frei­herr v. Braun betonte in seiner Ansprache u. a.:

Die Wiederherstellung der Ertragsfähigkeit der Landwirtschaft konnte im Jahre 1932 nicht erreicht werden. Gerade in den typisch bäuerlichen Gebieten des Westens, Südwestens und Nordens, deren Schicksal auf das engste mit dem Gedeihen der Vieh- und Milchwirt­schaft verbunden ist, bat sich die Lage ausgesprochen ver­schlechtert. Die Verkaufserlöse der Vieh- und Milch- wirtschaft waren im letzten Jahre um mehr als zwei Mil­liarden Mark niedriger als im Wirtschaftsjahr 1928'29. Diese Zahlen im Zusammenhang mit der wachsenden Verschuldung, der Zunahme der Zwangsversteigerungen, einer nennenswerten Verminderung der Düngemittel- bezüge sprechen eine beredte Sprache.

Nach einem Rückblick auf die wichtigsten landwirt­schaftlichen Ergebnisse des Jahres 19.32 betonte der Reichs- ernäbrungsminister zu den Aufgaben einer gesunden Handelspolitik übergebend: Wir werden - wie ich hoffe — durch die in letzter Zeit erfolgte Kündigung mehrerer Handelsverträge mit anderen Ländern die

Lösung unerträglicher Zollbindungen

der wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse erreichen und durch autonome Zollgestaltung und andere ge­eignete handelspolitische Maßnahmen den P r e i s d r u ck der vom Weltmarkt nach Deutschland zu niedrigsten Preisen hereinströmenden landwirtschaftlichen Produkte a u f f a n g e n.

Wir wollen weiter dafür eintreten, daß der De u t s ch e nach Möglichkeit inländische Produkte verbraucht und sie den ausländischen vorzieht.

Freiherr v. Braun befaßte sich dann eingehend mit den mannigfaltigen Ratschlägen zur Sicherung einer Wiedergenesung der Landwirtschaft. Im einzelnen betonte er dazu it. a.:

Zweifellos könne auf dem Gebiete der binnenwirtichast- lichen Organisation z. D. bei

dem Vichabsatz

noch manches erreicht werden Die Vichvcrwertungsacnoffcn- schaften hätten zwar in den letzten Jahren stark an Boden ge­wonnen, von einer Beherrschung des Marktes könne jedoch bisher wohl nicht die Rede sein. Es fei auch nicht möglich, das ö st e r r e i ch i s ch e Viebverkebrsgesetz ohne weiteres auf die deutsche Viebwirtschaft zu übertragen. Theoretisch er­scheine e§ außerordentlich einleuchtend, die Viehpreise durch eine staatliche Reanl-cruna des Auftriebs aus den Piebmärften zu beeinflussen. Man dürfe nicht vergessen, daß dieses Snstcm der Auitriebsbewüligi'ngcn in Österreich ledig- li-h deshalb fnnOtnniere, weil für den östc-'''-'chischcn V^b- ab'ag im wesentlichen nur e1 n einziger Markt, näm­lich Wien, in F-aae komme. Außerdem stammten die Anliele- ntnaen für den Wftncr Vi-bmartt zum größten Teil nuht aus dem Jn'andc In Deutschland handelt es sich aber nicht um einen Markt, sondern

um 20 bis 30 Viehmârkte, deren Auftrieb renuliert werden müßte. Das bedeutet eine außerordentliche Häufung der praktischen Schwierigkeiten bei der Durchführung der Auftriebsreaeluna.

Gchloßbrand in Weißenfels.

Tie Schloßturmkuppel zusammengestürzt.

Im Weißenfelser Schloß, der sogenannten „Augustus­burg", brach ein Großfcucr aus. Außer der Weißenfelser Feuerwehr eilten noch die Feuerwehren aus Halle, Leuna und anderen umliegenden Orten herbei. Der Schloß- turm brannte völlig nieder. Nach fast fünfstündiger Löscharbeit gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken.

Der Turm, der auf der Ostseite des Schlosses lag, war von einer Kuppel gekrönt, die mit dreieinhalb Milli­meter starkem Kupferblech beschlagen war. Mit lautem Krachen stürzte diese Kuppel zusammen. Sie fiel glück­licherweise in den Hof und nicht auf die benachbarten Seitenflügel. Der Sachschaden ist sehr groß.

Das Weißenfelser Schloß

wurde zwischen 1664 und 1690 als Residenz der Herzoge von Sachsen-Weißenfels, einer 1746 ausgestorbenen Nebenlinie des Kurhauses Sachsen, erbaut. Es hat die Form eines eckigen Hufeisens. In dem Gebäude, in dem vor dem Kriege die Unteroffizierschule Weißenfels unter* gebracht war, befinden sich seit dem Kriege zwei Bereit­schaften der Schutzpolizei, ein Nachrichtenzug sowie ba$ Polizeipräsidium. In der Gruft unter der Schloßkapelle waren früher die Eingeweide des in der Schlacht bei Lützen gefallenen Schwedenkönigs Gustav Adolf beigesetzt.

Vermischte Nachrichten

Einbruchsversuch oder grober Unfug? — Ein Sanitäter schießt.

Köln. Von einem noch nicht ganz geflärten Vorfall be­richtet die Polizei: In der Nähe der Venloer Straße befindet sich eine Verbandstelle des Roten Kreuzes. In den letzten Nächten ist der dort wohnende Sanitäter mehrfach böswillig herausgeklingelt worden. Rach feiner Behauptung sollen auch in der vergangenen Nacht mehrere Per" neu häufiger den­selben Unfug verübt haben. Einer der Burschen soll den Garlenzaun überstiegen haben, woraus der Sanitäter schoß. Der Fremde wurde durch einen Brustschutz verletzt: er mutzte ins Krankenhaus übergesührt werden. Der Sanitäter will in Notwehr gehandelt haben.

Panik im Zoppoter SpieMub.

Danzig. Als der Spielleiter an einem Roulettetisch im Zoppoter Spielkasino die letzten drei Spiele ansagte, erfolgten unter bem Äonletterisch plötzlich mehrere Erplosioncn. Natür­lich löste der Anschlag unter den anwesenden Spielern und Klubangcslellten eine große Panik aus. Eine Untersuchung ergab, daß jemand einen ratetenartigen Feuerwerkskörper unter den Spieltisch geworfen und zur Explosion gebracht haben mußte.

Der Görnitzer Kindcrmördcr festgcnommcn.

Leipzig. Unter dem Verdacht, den Kindesmord von Görnitz begangen zu haben, mürbe der aus Wvüra stammende 21 jährige Erwerbslose Alfred H. festgcnommcn. Er gestand schließlich die Tat ein und beschrieb sie in allen fürchterlichen Einzel­heiten. Der Mörder hat dem kleinen Kind fünf Pfennig ge­schenkt, um sich das Vertrauen des Kindes zu erwerben. Dann hat er es erwürgt, die Leiche geschändet und schließlich ins Wasser geworbn.

Steuer schwerer Erdstoß auf Chalkidikc.

Athen. Die Halbinsel Chalkidike wurde von einem neuen schweren Erdbeben heimgesucht. Viele bei dem großen Erd­beben im vergangenen September beschädigte Gebäude wurden vollkommen zerstört. Die Einwohner haben sich auf das offene Land geflüchtet, wo sie unter der strengen Saite Md dem Nah­rungsmangel autzerrodentlich leiden

Das neueste Rerept, das in der Agrarpolitik Eingang ge­funden habe, fei das ber Rarteflierung Man will das. sich in ber industriellen Produktion bewährt Hai auch auf bie ßanbroirtfehaft übertragen Praktisch dürfte jedoch eine

Kartellierung der landwirtschaftlichen Produktion schon an der Fülle ber Betriebe scheitern Man sönne für ört­lich begrenzte Gebiete ober auch bet bem einen ober onder-n Produkt - wie z B im M i l ck g k j c y vorgesehen — Kartelle schaffen, aber cs fei unmöglich, dies für dm gesamte land- wirtschaftliche Erzeuaung - das sind fünf Millionen bäuerliche Betriebe — durchzuflibren.

Es gebe deshalb meist, wie beispielsweise beim Getreide­bau. keine andere Möglichkeit der Beeinsluffung des Pro- duktinnsninfangcs als über den Preis

Der Preis, fei vas natürliche Swnerungsminel für eine Produktion Er werde im nächsten Jahre, wenn die Landwirt­schaft sich nicht von sich aus bei ber Frühjahrsbestellung groje Zurückhaltung im Getreidebau auferlegt, auf weitere Sicht gesehen, die Produklionsetnschrävkung beim Ge­treide erzwingen . ,

Als weiteres wird der Landwirtschaft Unkostensenkung empfohlen. Leider sind

die Möglichreit"n der Unkostensenkung

für den e!nzeln-n c"'ße''->rdentlich begrenzt: denn Steuern, Soziallasten, die Preise für industrielle Bedarfsartikel, Zinsen, Löhne, das alles sind Faktoren, die von dem e i n- zelnen Landwirt nicht beeinflußt werden können. Und doch muß ein Ausgleich zwischen den Produktions­kosten der Landwirtschaft und den Preisen für die land­wirtschaftlichen Erzeugnisse geschaffen werden. Die Ver­pflichtung, an dickem Punkte mit aller Straft zu arbeiten, besteht nicht nur für den Staat, sondern auch für die Wirt­schaft selbst. Nichtig ist es, daß

bie Kaufkraft des Städters

beim Absatz der landwirtschaftlichen Produkte heute eine sehr wichtige Rolle spielt. Kein Bauer darf außer acht lassen, daß in den Städten fünf bis sechs Millionen Arbeitslose monatlich einen Unterstützungssatz von weniger als 50 Reichsmark beziehen. Auch die Lohn- und Gehaltsverbältnisse der noch in Arbeit befindlichen städti­schen Bevölkerung haben sich äußerst verschlechtert.

Die Aktion der Reichsregierung zur Winterhilfe mit einem Gesamtaufwand von 37 bis 38 Millionen Mark stellt hier einen Schritt dar. Sie eröffnet für Fleisch, Brot, Milch usw. durch bie Verbilligung mit Reichsmitteln Absatzmöglichkeiten, bie ohne die Verbilligung durch Reichszuschüsse einfach nicht vorhanden waren.

Eine organische Agrarpolitik ohne Schlagworte ist der Weg, ber gegangen werden muß. Es gilt nicht, wirtschaft­liche Theorien diirchzuscncn und zu verwirklichen, son­dern es gilt, „das wirtschaftlich V e r n ü n f t i g c zu tun".

Mancherlei Hoffnungen hat bie deutsche Landwirt­schaft - wie jeder deutsche Mensch — in den letzten Jahren begraben. Aber was auch immer versank, mit Willen und Glauben kann der Mensch auch oe« härtesten Sckiicksals M e i st e r werden. Und so sollten alle, die deutsches Korn bauen und deutsches Brot brechen, einander nicht als Gegner, sondern alS Weg­genossen betrachten, die zusammengchaften werden durch gemeinsames Blut und durch deutschen Boden.

Naft ant HeNN

O ®ine Tochter des früheren ReichswirtschaftsministerS Neuhaus bei einem Autounfall getötet Auf der Chaussee bei Müncheberg ereignete sich ein schwerer Autounfall. Bei dem Versuch, einem entgegenkommenden Lastwagen auszu- weichen, geriet das Auto des Gutsbesitzers Friedrich von Waldow aus Sophienwalde, Kreis Oststernberg, ins schleudern und überschlug sich. Die 21 täbrige Frau des Gutsbesitzers, eine Tochter des früheren Reichswirtschafts­ministers Neuhaus, erlitt schwere Verletzungen, denen sie kurze Zeit später erlag. Der Mann wurde nur leicht vor* lebt. Das Ehepaar, das erst feit einem Vierteljahr ver­heiratet war, war auf dem Wege nach Berlin zur Weih­nachtsfeier bei den Schwiegereltern.

O Ein Hofbesitzer erschossen. Ein schweres Verbrechen wurde in der Ortschaft Grüneberg (Mars) verübt. Dort lyurbe ber 38 Jahre alte Landwirt Paul Schenk auf dem £ofe seines Grundstücks erschossen aufgefunben. Nach Gerüchten, die im Orte umgehen, handelt es sich um einen Racheakt.

-O Frecher Juwclenraub in Hannover. Mit großer Dreistigkeit wurde in Hannover ant hellen Tage ein Juwelenraub ausgeführt. Am Hause eines Juweliers fuhren zwei Unbekannte in einem Auto vor. Einer von ihnen sprang heraus, zerschlug mit einem in Papier ge­wickelten Backstein die große Schaufensterscheibe des Ladens, ritz mit größter Geschwindigkeit ein Tablett mit Bnllanirmgen heraus und sprang wieder in das Auto. Ohne daß einer der vielen Passanten der verkehrsbelebten Straße eS zu hindern vermochte, fuhr das Auto in schnellstem T«npo davon. Die Beute der Räuber hat einen Wert von etwa 20 000 Mark.

O Mordtat in einem memelländischen Dorfe. In dem memelländischen Dorf Grabuppen wurde ein bestialischer Mord entdeckt. Als der Besitzer Schnell sein Dienstmädchen wecken wollte, war die Kaminer des Mädchens leer. Man durchsuchte das ganze Gehöft und fand das Mädchen im Vichstall ermordet auf. Der Kopf war fast ganz vom mmnpfe getrennt. Neben der Leiche fand man eine schwere Kartoffelbacke, an der Blutspuren und Haare des Mädchens klebten. Dem Morde muß ein erbitterter Kampf voraus- gegangen sein. Die Kriminalpolizei nahm den 17jährigen Kutscher Ewald Matzeleit fest, an dessen Kleidern frische Blutspuren gefunden wurden. Zwischen dem Kutscher und der Ermordeten bestand seit langem eine heftige Feind- schaft.

O Rakctcnexplosion in einem italienischen Fort. Im Fort Appia, im Südosten des alten römischen Befesti- gungsgürtels, ist ein Signalraketenlager in Brand ge^ raten. Das Feuer konnte nach größten Anstrengungen zahlreicher Feuerivcbrabteilnngcn nach einigen Stunden gelöscht werden. Wie verlautet, wurden drei Soldaten getötet und ein weiterer schwer verletzt.

O Der Schah will Kronjuwelen verkaufen. Einer Meldung des „Dailv Herald* zufolge hat sich der Schah infolge der Finanzschwierigkeiten des persischen Schatz amtes entschlossen, zwei seiner kostbarsten Kronjuwelen nach Paris oder London zu verkaufen. Es handelt sich um den sogenannten „Pfauenthron* und den „Persischen Globus*, zwei Schmuckstücke im Werte von mehreren Millionen Pfund.

0 Ein Toter, 16 Schwerverletzte bei einer Explosion. Eine schwere Explosion ereignete sich in Chikaao in einem Wohnblock. Es entstand eine Panik unter den Bewohnern, die fast alle Ausgänge versperrt fanden, da durch die Explosion noch ein großer Brand entstauben war. Ein Toter Md iß Schwerverletzte wrirdeu Leimraen. ,