Einzelbild herunterladen
 

Die DeLhnachiskn'ppe.

Der Weihnachtsbaum ist 'über ganz Deutschland ver­breitet, die Weihnachtskrippe aber findet man hauptsäch­lich in süddeutschen Ländern: aus Bayern ist sie nicht weg- zudenken, in Österreich begegnet man ihr, aber es gibt Weihnachtskrippen auch am Rhein und in Schlesien, und selbst in Ostpreußen ist die Krippe nicht unbekannt. Man hat zu unterscheiden zwischen kunstvollen Krippen, die in Kirchen und Museen stehen, und Krippen, die auch in ein­fachsten Bauer-Häusern zu finden sind. Natürlich kriegt man die Krippen auf den Märkten zu kaufen, und in München zum Beispiel gibt es um Weihnachten herum einen besonderen Krippen- oder Kripperlmarkt; aber wer selbst geschickt ist oder einen anderen geschickten Menschen um sich hat, baut sich gern allein eine Weihnachtskrippe, und die dazugehörigen Figuren schnitzt man sich dann aus Holz oder schneidet und klebt man sich aus Papier.

Womit schon leise angedeutet ist, was eine Weih­nachtskrippe eigentlich bedeutet. Sie ist eine bildliche Dar­stellung der Geburt Christi mit allen Gestalten, die dabei eine Rolle spielten, auch mit den Tiergestalten. Da ist also das kleine Jesuskind, da sind Maria und Joseph, da sind ferner die Hirten und natürlich auch die heiligen drei Könige aus dem Morgenlande mit ihrem Stern. Den Stern steckt man auf das Dach des Stalles, in dem das Christkind geboren wurde. Was die Tiere angeht, so ist die Auswahl nicht schwer, da ja nur wenige in Frage kommen: der Ochs und der Esel, ein paar Schäfchen im Stalle und der Schäferhund. Wer besonders üppig sein will, gibt den Königen aus dem Morgenlande ein paar „morgenländische" Tiere mit: hierfür dürften sich be­sonders Kamele eignen. Natürlich muß die Krippe auch sonst noch einigermaßen ausgestattet sein, damit sie weih­nachtlich aussehe: farbiges Papier, Waldmoos, Tannen- reiser, Wacholderzweige und mancherlei andere Dinge noch lassen sich verwenden. Es gibt Krippen, bei denen im Hintergründe die Häuser der Stadt Bethlehem zu sehen sind.

Woher stammen nun wohl die Weihnachtskrippen? Das ist nicht allzu schwer festzustellen: sie sind als erste Darstellungen der Geburtsgeschichte Christi im Gegensatz zu alten heidnischen Festbräuchen der Wintersonnenwende entstanden. In den alten Weihnachtsspielen trifft man sie zuerst. Wie rührend diese Weihnachtsspiele waren, er­kennt man aus dem hessischen Weihnachtsspiel, wo der heilige Joseph über seine und Marias Armut und über ihre Hilflosigkeit in der fremden Herberge jammert, zuletzt sich asser in beinahe humoristischer Weise dem Jesukinde als liebreicher Vater erweist: „Hie sint zwo alte Hosen! Die sint nicht gar glantz (glanzende und sint bv den luckeren (Löckern) gantz; anders habe ich nicht mer! Reich mir das kint her: ich wel es legin in die wiege und wel im singen: „Suse, liebe ninne!" (ein altes Wiegenlied).

Wer in Süddeutschland und in Österreich gereist ist, ken^t sicher aus Museen mehr als eine wunderbare Weih­nachtskrippe. In Garmirck-^rar^-nk'rcken i. B wi<,rb»n die Fremden immer auf die im Partenkirchener Museum befindliche Krippe mit Recht besonders aufmerksam ge­macht.

Fremdländische Wänackien. .

Während bei den meisten christlichen Völkern Weih­nachten hauptsächlich als ein Fest der Kinder gefeiert wird, ist es in einem Teile Ungarns und der Slowakei ein merkwürdiges Fest der Erwachsenen, dem sechs Fasten­wochen vorangehen. Diese sechswöchige Fastenzeit beginnt mit der weißen Woche, auch Käsewoche genannt, weil man dann noch Käse, Butter, Milch und Eier essen darf. Ist die weiße Woche zu Ende, so nimmt man von ihr ebenso feierlich wie betrübt Abschied, da es fortan fünf Wochen lang Bohnen und Linsen und Erbsen mit Baumöl, Mehl­speisen ohne Ei, mageres Gemüse und ähnliches zu essen gibt. An Stelle von Butter schmiert man sich eine dicke Bohnen- oder Maispampe aufs Brot. So geht das hin bis zum Christabend.

Mr-imfwii I ■ WW^BEAO^IWMMBMHaMI

Der Kampf ums Glück.

Roman aus dem Leben.

Urheberrecht durch Herold-Verlag Homburg-Saar.

2] (Nachdruck verboten.)

Anhand der Geschäftsbücher und der Auszüge, die er sich gemacht hatte, erklärte der Justizrat den erstaunten Anwesenden, daß der Verstorbene sein Unternehmen nicht in den glänzenden Verhütt- Nissen zurückgelassen habe, die man allgemein vermutete. Die Werft Friedrich Wilhelm Steinthal war vor e.wa fünfzig Jahren gegründet woMn und hatte aus kleinen Anfängen heraus einen lebhaften Aufschwung genommen; dann aber hatte eine kolossale Konkurrenz eingesetzt. Nördlich von der Steint^l'schcn Werft war ein Unternehmen gegründet worden, das, von einem ungeheuren Kapital unterstützt, sich zu einem Riesenunternehmen herangebildet und alle größere Kuiwschaft an sich gezogen hatte. Gegen diese Firma hatte Steinthal einen harten und zâhsn Konkurrenzkampf geführt, es hatte sich aber bald gezeigt, daß seine Mittel dazu nicht ausreichend waren, und so war er nach und nach in eine zweite Stellung hinabgedrückt worden. Ties waren zwar Tatsachen, welche der Familie nicht ganz unbekannt geblieben waren, aber die na.ür- liche Folge derselben, den geschäftlichen Rückgang, hatten sie nicht übersetzen können, weil Steinthal ein streng bewahrtes GcheimmS daraus gemacht hatte. Er hatte alles verfügbare Geld in das Unternehmen gesteckt, ohne jedoch jene riesigem Maschinen und Docks anschaffen zu können, welche nötig gewesen wären, nm beq Konkurrenz die Spitze zu bieten.

Die Schlußfolgerung des Justizrats bestand darin, daß zwar daS Unternehmen schuldenfrei dastche, aber zu seiner nutzbringenden Fortführung sehr große Kapitalien erforderlich seien, die aus eigenen Mitteln nicht mehr vorhanden wären, und daß der ein­zige AuÄveg aus dieser Lage der sei, man müsse eine Aktiengesell­schaft begründen, um so frisches Kapital zuschießen zu können. Des Justizral belegte seine AuSsühvumgen mit langen, ziffermäßigen Beweisen; dann schloß er seinen Bericht und sich erwartungsvoll auf die niedergeschlagenen Gesichter der Anwesenden.

Niemand wagte es, daS Wort zu ergreifen; die ganze Sachlage war ihnen allen so neu und überraschend, daß keiner gleich ein« Erklärung dafür fand.

Endlich ermannte sich Frau Konstanze und En«: „Unser lieber Rechtsbeistand sieht wohl in dieser Sache etwas zu schwarz. Mein Mann hat zwar nie geschäftliche Dinge mit mir verhandelt, soviel glaube ich aber doch von dem allgemeinen Geschäftsgang yt wissen, daß die Krisis, in welcher das Unternehmen sich befindet, nur eine vorübergehende ist und jedenfalls von selber behoben wird, ohne daß wir zu dem vorgeschlagmen Mittel greifen und unfern Besitz in eine Aktiengesellschaft verwandeln müssen."

Mit langen Schritten ging von Prangenheim in dem Saale ans »ad «iâ. A. Jtt jäL^JMasjgfcW

^ur Sen Ebrrsttag wird in besseren Häusern ein Schwein geschlachtet und gebraten auf den Tisch gebracht; tagelang ißt man dann davon. Kleinere Familien be­gnügen sich mit einem Ferkel. Am heiligen Abend wird in die Stube Stroh gestreut, und auch auf den schön ge­deckten Tisch werden Strohhalme geworfen, weil an den Stall, in welchem das Jesukind geboren wurde, erinnert werden soll. Das Abendmahl am heiligen Abend ist noch nicht besonders üppig: es gehören dazu Sauerkohl, mit Ql zubcreitete Bohnen, mit Rüssen, Mohn und Honig an­gemachte Nudeln und ein aus Mehl, Salz, Wasser und Ql gebackener runder Kuchen; aus demselben Teige werden auch verschiedene Figuren, die das Christuskind, den heiligen Joseph, Lämmer, ein Eselein usw. darstellen, ge­backen. Der Tisch bleibt vom heiligen Abend an acht Tage lang in der gleichen Weise gedeckt; erst am Neujahrstage werden die Eßwarcn heruntergenommen. In der heiligen Nacht muß ein langes Stück Holz fortwährend im Ofen brennen, damit das Christkind nicht friere. Um Mitter­nacht wird in der Kirche eine große Messe abgehalten. Während der Messe wird mit Nüssen geworfen, und vom Chore herab ertönen nachgeahmte Vogelstimmen, insbe­sondere der Ruf des Kuckucks. Sowohl am heiligen Abend als auch am Weihnachtsmorgen wird viel geschossen und ebenso viel geläutet. Die ganze Woche von Weihnachten bis Neujahr hindurch wird statt „Guten Morgen" fort­während nur „Christus ist geboren" gegrüßt, worauf die Antwort erfolgt: „Ja, er ist wahrhaftig geboren!" (Eben­so ist es, wie man weiß, bei den gläubigen Russen.) Frauen, die sich begegnen, küssen sich und geben sich gegen­seitig Geschenke, die sie gewöhnlich bei sich tragen; es handelt sich natürlich nur um kleine Aufmerksamkeiten. Die Lieder, welche während der Weihnachtszeit von der Gemeinde in der Kirche gesungen werden, sind meist fröh­lichen und scherzhaften Inhalts.

Die heimatliche Tageszeitung für Stadt u. Land unentbehrlich.

Die RMysvayn lorgl wieder rur 'Lr>eu,aaHlsm«.mung. Wie in den Vorjahren sorgt auch jetzi wieder die Reichs­bahn durch Ausstellen von Weihnachisbäumen aus den großen Bahnhöfen für weihnachtliche Stimmung.

überraschend," sagte er, „unb wenn die Sachen wirklich so sind, wie der Herr Justiziar uni bargelegt hat. io meine ich, e$ wäre wohl die Pflicht meines verstorbenen Schwiegervaters gewesen, mich von den veränderten Umständen in seinen Vcrmög.nsvem Hältnisten zu unterrichten."

„Ich kann eine derartige Verpflichtung nicht einsehen!" ergriff Erich das Wort. „Soviel ich weiß, ist die Mitgift meiner Schwei ster Leontine in voller vereinbarter Höhe ausbezahlt worden."

„Allerdings, er war aber als selbstverständlich angenommen, daß Leontine auch an dem Nachlaß deS Verstorbenen voll uni ganz partizipieren würde."

„Wenn ein Nachlaß vorhanden ist, wird Leontine selbstverständlich der ihr zukommende Anteil nicht gekürzt werden, aber wie nach den Darlegungen deS He.rn Justizrats die Sachen liegen, ist SA von am wenigsten die Rede, — die Hauptsache wird bleiben, baf wir den Nachlaß überhaupt der Familie erhalten!" sagte Erich nicht ohne Erregung zu seinem Schwager, der immer nervös« den starken dunklen Schnurrbart zwirbelte.

Ohne eine Antwort abzuwarten, wandte sich Erich an den Iw stizrat: „Wie steht es denn vor allen Dingen mit der Mitgist Gertruds, meiner jüngsten Schwester? Ist da irgend ein Kapital sestgelegt, ober sind darüber irgendwelche Bestimmungen getroffen worden?"

Der Justizrat zuckte die Achseln. „Wie ich bereits erwähnte, ist ein größeres Barvermögen nicht mehr vorhanden, sondern alles im Interesse der Fabrik aufgebraucht worden. Wenn also eint Auszahlung futtfinben soll«, so müßte man sie als Hypothek ans die Fabrik ergeben. Larun aoer wurde ein Schritt getan, der das Unternehmen nur noch mehr beschwerte."

Wieder schwiegen die drei Familienangehörigen, bis Frau Kon­stanze wiederum als erste das Schweigen brach: „Davon ist ja noch gar keine Rede und bis für Gertrud eine Mitgift gezahlt werden muß, können die Verhältnisse sich ja wieder günstiger gestaltet haben."

„Vorausgesetzt, daß Sie meinen Rat, die Firma in eine Aktien­gesellschaft zu verwandeln, so bald wie möglich befolgen," betonte der Justizrat.

„Wenn daS der einzige Ausweg ist, so ist es selbstverständlich, daß er eingeschlagen werden wird," sagte Klemens.

Aber Erich stand auf und erwiderte in demselben festen Tone: „Erlaube, lieber Schwager, daß ich über das Schicksal unserer Fa­brik ganz allein zu entscheiden habe."

Ganz verdutzt sah Herr von Prangenheim ihn an. „Das wäre seltsam! Bist du denn bet alleinige Erbe, ober haben deine Schwe­stern auch mitzureden?"

„Ich bin der Erbe bei AamenS und bei Unternehmens meines Bat«S und werde meine Entschlüsse ganz selbständig fassen, denn ich glaube, daß ich allein berufen bin, die Absichten meinet NP

/MiLr»?ü Kran !"

Frohe Weihnacht!

Von Gotthilf.

Das braucht man keinem erst zu sagen, Daß so ein Mensch nicht leicht vergißt, Man kann nicht in zwei kurzen Tagen Vergessen, was gewesen ist:

Zwei Tage Welt- und Gottesfricden, Man nimmt sie gern und dankbar hin, Doch was vorher uns war beschieden, Das will so rasch nicht aus dem Sinn

Man denkt an Zank und wtldes Streiten, An Haß und Hader der Partei'»,

Man sagt sich immer: „Schlechte Zeiten!" Und: „Wann wird's endlich besser sein?" Man hält sich längst nicht mehr zum besten, Man meint, daß sich nichts ändern kann, Und weiß schon vorher, nach den Festen Fängt aller Kamvs von neuem an.

Und dennoch, wenn die Lichter vrennen Am grünen Baum in stiller Nacht, Lernt man die Hoffnung wieder kennen Und einer frommen Liebe Macht, Und sind es auch nur kurze Stunden, In denen solcher Zauber wirkt, So hat man doch den Trost gefunden, Der sich im Licktersckeine birgt.

Läßt uns die gold nen Äpfe, suchen, Die sich im Baumgezweig versteckt, Es steht die Welt in Pfefferkuchen Und süßem Marzipankonfekt, Und beißt ihr euch an harten Nüssen Die Zähne aus — nur nicht geklagt! Wir werden härt're knacken müssen, Wenn erst der neue Morgen tagt.

Ach ja, das läßt sich leicht ermessen, Das „morgen" ist schon wieder grau, Heut' aber wollen wir vergessen, Heut' ist das Leben himmelblau, Heut' denken wir: „Es wird schon werden!" Heut' dünkt uns alles gut bestellt, Und Frieden wünschen wir auf Erden Und „Frohe Weihnacht!" aller Welt!

Wett und Wissen

W. Der Erfinder der Spinnmaschine. Vor 200 Jahren, am 23. Dezember 1732, wurde zu Preston in England Richard Arkwnglu geboren. Ursprünglich Barbier, widmete er sich später mechanischen Arbeilen und erfand eine Spinnmaschine. Sie wurde, da sie durch Wasserkraft betrieben wurde, „Waler- fpinnmaicbine" genannt. Arkwrighi wurde geadelt. Po» Arbeitern und Manusakiuristen wurde er stark angefetnbet: man sagte, daß er die Erfindungen anderer benutzt habe.

Turnen, Sport und Spiel.

Der Wirtschaftsbund Deutscher Rènnstallbefitzer lvähkte einen neuen Vorstand dessen Präsidium ans den Herren Maaßen, Milos, Jansen und von Bottlenberg besteht. Mit der Obersten Behörde hat man sich geeinigt, die OB. wird zwei Sitze für die Rennstallbesitzer baldigst frei machen, Bei dieser Gelegenheit erfuhr man, daß Der Bestand an Pferden von fast 3000 in der Vorkriegszeit aus nicht ganz 1800 zurückgegangen ist. Die Rennpreise sind seit 1913 von über acht Millionen Mark auf fünf Millionen Mark zurückgegangen.

10 westdeutsche Fußballprofivereine werden gegründet werden, so wird aus gutunterrichieter Quelle gemeldet. Die Spiele sollen unter der Oberhoheit des Westdeutschen Spielverbandes statt- finden. Diese zehn Profivereine müssen sich selbständig ver­walten und dürfen neben ihren Spielern nur einen Geschäfts­führer und einen Trainer bezahlen. Den Amateurvereinen wird erlaubt werden, ihre Plätze an die Prosivereine zu ver­pachten.

Prangenheim wollte heftig erwidern, da mischte sich Frau Äon« stanze'S ruhige Stimme in die Streit: „Ich bitte euch, jetzt doch keine Meiniungsdlfscrenzen hier an dieser Stelle, die euch lieb und geheiligt sein muß! — Ich halte dafür, daß eine so wichtige An­gelegenheit nicht mit einem glatten „3a" oder „Nein" entschieden ober abgelchnl werden kann, sondern daß es dazu sehr eingehentztzr Beratungen und Erörterungen bedarf."

„Das ist auch meine Meinung," sagte der Justizrat und wandte sich an Erich: „Sie können ja in den nächsten Tagen selbst Ein­sicht nehmen in die genauen Verhältnisse der Wc-fi und werd« ja dann selbst zu dem Entschluß kommen, welcher für daè Unter­nehmen am vorteilhaftesten ist."

Der Justizrat brach auf und auch Klemens empfahl sich kurz von seiner Schwiegermutter unb feinem Schwager, in der Absicht, mit dem Justizrat in die Stadt zu fahren und von ihm unter vier Augen noch näheres über den Vcjmögcnâstand der Faimlie zu erfahren.

*

Erich und seine Mutter blieben allein zurück. Ein langes, bange« Schweigen. Unruhig ging Erich auf und ab, während die Mutttt mit sorgenvollen Blicken seinen Bewegungen folgte. Dann blieb er plötzl>ich stehen. Seine jugendlich schöne Gestalt reckte sich unb mit seinem offenen Blick der Mutter ins Gesicht sehend, fragte er sie: „Hältst du mich für befähigt, das Erbe unserer Familie in der Weise fortzuführen, wie es mein Vater tat unb wie er cs mir zwei­fellos als letztes Vermächtnis hinterlassen hätte, wenn es mir vergönnt gewesen wäre, ifm noch lebend anzutrcffcn?"

„Ja!"

„Nun denn, so überlaste mir alle Sorge ganz ebenso, wie btt sie früher dem Vater überlassen hast! Du selbst sollst mchtK von «M Reichtum, bfr dich bisher umgeben hat, vermissen, du -bst sollst keine Sorge für die Zukunft kennen lernen I"

Er gab seiner Mutter die Hand, die ihn leise an sich zog, um ihar einen Kuß auf die Stirn zu drücken.

„Du bist der rechte Sohn deines Vaters - ich vertraue dir'.'

Erich verabschiedete sich, um sofort nach der Werft hinützerzu- gehen, die er seit seiner Reise nach England nicht betreten hatte.

Hier in dem Unternehmen, das sein Vater geschaffen hatte, mitten in dem tausendfachen Lärm der Maschinen unb unter feinen Arbeitern wollte er die Kraft suchen, um bet gefahrdrohenden Zu­kunft mutig ins Auge blicken zu können.

Denn war er heimgekehrt mit dem Gedanken, als Sohn feine® reichen Vaters — wie er bei aller Trauer um dessen Tod doch immer wähnte — das Erbe desselben antreten zu sollen, tvxlche niederschmetternde Wirkung hatte dann auf ihn auSüben muffen, was er «fahren mußte und ivaS er nun wußte.

(Fortsetzung folgt.)