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Nr. 2 6 Samstag, 17. Dezember 1932

Allewege.

Phil. 4, 4: Freut euch in dem Herrn aüclvegc.

Es war Heiligabend. Wir saßen um den Weihnachts­baum, der Vater, die Mutter und ich. Wir starrten stumm in die brennenden Lichter, denn der Vater war seit langen Jahren front Schwerkrank lehnte er in seiner Sosaecke, als wäre sein Gemüt erloschen. Ich sah es der Mutter an, wie ihr das Weinen aufstieg. Mir war nicht anders zu­mute. Da ging ich hinaus. Ich ging in den Vorgarten, ging durch den weichen Schnee bis zum Staketzaun, an dem die Straße vorbeiführte, und lehnte mich dort in der Ecke an den Giebel des Nachbarhäuschens, das dicht an der Straße stand. In großen, weichen Flocken fiel immer noch Schnee. Die breite Dorfstraße leuchtete matt vom weißen Schnee. Es war ganz still.

Da kam drüben ein Mann von der Stadt her. Er ging jenseits vorüber. War das der Sattler? Dem Gang nach mußte er es sein. Ja — ein Ende weiter bog er in sein Gehöft. Seine Haustür ging auf. In das helle Rechteck trat er, und ich hörte eine frohe Stimme: „Vater!" Die Tür schloß sich hinter ihm. Die ihn gerufen hatte, war seine Älteste; dreißig Jahre war sie alt, blöde von Kind an. Aber den Vater kannte sie. Nun wurde es hell in der Stube neben dem Eingang. Ein Licht, noch eins — der Weihnachtsbaum. Und dann klang ihr Gesang durch den schneestillen Abend herüber. Die sangen! Und dann, ja, richt neben mir klang es auf durch die Giebelwand hin­durch. Und die dahinter wohnten, die waren noch schlimmer daran. Arme Leute mit fünf Kindern, alle kränklich, das kleinste schon mehrere Male operiert. Und sie sangen auch: „O du fröhliche." Die Mutter, die einzig Gesunde, die mit dem kleinen Laden die Familie ernährte, sang mit ihrem schönen Alt die zweite Stimme, und die Kinderstimmen jubelten das Lied, und auch der Vate-r sang mit: „Freue dich, o Christenheit!"

Da hab ich mich geschämt, daß wir so unweihnachtlich still gewesen waren. Ich ging zurück in die, Stube und erzählte der Mutter, was ich draußen gesehen und gehört hatte. Und nun konnten wir beide singen. Und als wir dann die Weihnachtsgeschichte lasen, wurde es ganz licht in uns, und wir verstanden das Wort: „Freuet euch in dem Herrn allewege" — alle Wege: auf den dunkelsten Wegen erst recht, denn für die, die im Finstern wandern, kommt er ja gerade, um sie ins Licht zu führen, ins Licht der Hoffnung und des Friedens.

Drängende Ausgaben,

Die Vorschläge der DNBP.

Der Vorstand der Deutschnationalen Volks- Partei hielt im Reichstag eine Sitzung ab, die von dem Parteiführer Dr. Hugenberg mit einem Nachruf für die verstorbene Reichstagsabgeordnete Frau Professor Ra- wengel-Saarbrücken eingeleitet wurde. In einem politi­schen Vortrag beschäftigte er sich dann mit den Vor­gängen der letzten Wochen in Berlin, insbesondere mit den Negierungsverhandlungen mit Hitler und den Hinter­gründen der Folgen des Kabinettswechsels. Er zog aus diesen politischen Ereignissen die Folgerung für die Hal­tung der DNVP.

Anschließend ging Dr. Hugenberg auf die wirtschafts­politische Lage ein und hob dabei in längeren Aus­führungen die Notwendigkeit hervor, die Landwirt­schaft, die sonst einfach in Verzweiflung ge­rate, in Ordnung zu bringen. Es sei das oberste politische Gebot, die Bauernschaft nicht in den Zustand einer besinnungslosen Wut kommen zu lassen. Vor allem sei eine schleunige Absatz- und P r e i s b e s s e r u n g der bäuerlichen V e r e d e l u n g s e r z c u g n i s s e nötig. Ebenso notwendig sei, daß endlich die steuerliche und wirtschaftspolitische Mißhandlung, des stä d t i= s ch e n Mittelstandes aufhört. Staat, Wirtschaft und Mittelstand können nicht auf mittclpartcilichcr Schwachheit, sondern nur auf der Grundlage des poli­tischen und nationalen Willens und der Einordnung in ein System der Nationalwirtschaft neu belebt werden.

Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit stellt Dr. Hugen­berg die Grundsätze auf: Die Eindämmung der Arbeits­losigkeit kann nicht mit künstlicher Arbeitsbeschaffung, sondern nur durch Beseitigung der Hemmnisse gelöst werden, die einer echten Wirtschaftsbelebung im Wege stehen. Dazu gehört als erstes die Regelung der S chul - denfrage und eine bessere Ordnung unseres Kredit­wesens. K o m in unalc Arbeitsschöpfung ist kein Heil­mittel.

Im Anschluß an diesen Vortrag wurde von der Parteileitung ein ausführliches Wirtschafts-, fiuanz- und handelspolitisches Programm vorgetragen, das auf den Vorschlägen Hugenbergs und aus dem Frciheitsprogramm der W^R aufbaut und in den nächsten Tagen veröffent­licht werden.

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Der AbsÄüuß de? deuischnationalen VorstandsMunq.

Die Sitzung der deutschnationaleu Vorstandstagung im Reichstag würde durch einen Vortrag des Rcickis- jugeudführcrs, Landrats von Bismarck, M. d. R., über die Jugendorganisation der Partei fortgesetzt. r.cr Vortrag war ein Niederschlag der Jugendführertagung und gab. Ivie es in dem Bericht der deutschnationalen . Pressestelle heißt, ein Bild von dem Aufschwung, den die Jugend- und Kampforganisation der Partei gerade in den letzten Wochen genommen bat. An der Aussprache beteiligten sich Führer aus allen Teilen des Landes. Die Behandlung organisatorischer Fragen bildete den Ab­schluß der Tagung.

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Hugenberg beim Reichskanzler.

Dr. Hugenberg wurde vom Reichskanzler v. Schleicher empfangen.' Der Kanzler besprach mit dem Führer der DeutschMtionalen die gcsamtpolitische Lage.

Stimmen um Schleicher.

Die Presse zur Kanzlerrede.

Es war vorauszusehen, daß die Programmerklärung Schleichers in der Öffentlichkeit scharf unter die Lupe ge­nommen werden würde. So begleitet denn auch die Presse die Rede des Reichskanzlers mit langen Kommentaren.

Von Berliner Blättern meint der sozialdemokratische Vorwärts, Die Veränderung gegenüber Dem Papen-Pro- gramm liege im wesentlichen nur in der Verstärkung des Anteils Der öffentlichen Arbeitsbeschaffung. Das Schleicherschc Wittschaftsprogramm sei ein Programm des Wiederaufbaues des Kapitalismus und stehe im strikten Gegensatz zu den Plänen der sozialistischen Aktion.

Die staatsparteilich eingestellte Vosslsche Zeitung bezeichnet die Rede als eine Regierungserklärung ohne hart- gezeichnetes scharfes Profil Ein Rotstandsprogramm, dessen Dominante die Arbeitsbeschaffung sei. also auf eine gewisse Wartezeit abgestcllt, Tie Regierung dürfe verlangen, daß man ihr Gelegenheit lasse, nicht nur anzukündigen, was sie wolle, sondern auch zu beweisen, was sie könne.

Das Zentrumsblatt, die Germania, sagt in ihrer „Ein anderer Ton" überschriebenen Stellungnahme u. a., Die Rede scheine in allen ihren Teilen zu bestätigen, daß dieser .Kanzler die Klugheit als seines Amtes besseren und wichtigeren Teil von vornherein erkannt habe. Sie enthalte keinen Passus, der in völliger Verkennung Der Sachlage und des persönlichen Taktes den Vorgängern tui Kanzleramt- Ungerechtigkeit wider­fahren lasse.

Die der Schwer- und Großindustrie nahestehende Deutsche Allgemeine Zeitung stellt als Gesami- cinbrud fest, daß Herr von Schleicher, der weder im Pathos des Parlamentariers noch im rein militärischen Ton gesprochen höbe, eine hochpolitische Rede gehalten habe. Er habe überall das Trennende zurückgestellt, das Gemeinsame hervorgehoben und sich bemüht, als gerechter Sachwalter den Ausgleich zwischen den Interessen vorzubereilen.

Die Tägliche Rundschau, der besonders enge Be­ziehungen zum Reichskanzler nachqesagt werden, schreibt, man habe selten von einem Ches der Regierung so offene und hart an die Grenze des Brutalen gehende Worte gehört, wie aus dem Munde des Soldaten, Die Wirtschaft, das Parlament, der negative Radikalismus und auch die Jugend hatten manches hören müssen, was vorher nicht gesagt worden sei.

Der bürgerlich-nationale Berliner Lokal-Anzeiger schreibt: Herr von Schleicher „will's mit niemandem von vorn­herein verderben. Er laviert zwischen Prüsidialgedanken und Parlamentarismus. Er behält alles Entscheidende sich vor und

Klagen vor dem Staatsgerichtshof.

Um die Einberufung des Preußischen Landtages.

Vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich in Leipzig begann die Verhandlung einer Klage der sozial­demokratischen Fraktion im Preußischen Landtag gegen den Landtagspräsidenten. Gleich zu Beginn machte der Vorsitzende Dr. B u m k e daraus aufmerksam, daß die Entscheidung in dieser Angelegenheit voraussichtlich erst am Dienstag mit der Entscheidung anderer zur Verhand-

Der Klage liegen folgende Vorkommnis;- zugrunde. Die SPD.-Fraktion hatte am 3. August beantragt, den Landtag zum 9. August einzuberufen. Der Präsident hatte vorgeschlagen, diese Einberufung auf den 16. oder 17. August erfolgen zu lassen. Am 6. August zeigte der Vorsitzende der NSDAP.-Fraktion an, daß die Mitglieder dieser Fraktion am 16. und 17. August einer wichtigen nationalsozialistischen Tagung beiwohnen müßten. Der Einberufungstag müsse deshalb verschoben werden. Die SPD.-Fraktion stellte nun den Antrag, den Landtag auf ^en 19. oder 20. August einzuberufen. Die Einberufung erfolgte schließlich auf den 30. August. Die Frage ist nun, ob diese Berufung noch als Erfüllung des Antrages an­gesehen werden kann oder ob die Einberufung zu einem so spät gelegten Zeitpunkt eine Versassungsverletzung ist.

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Die Klage der NSDAP, vor dem GiaaLsgerickisdof.

Der zweite Fall,, der dem StaatsgerichtShof für das Deutsche Reich in Leipzig unterbreitet wird, ist der vcr- saffungsrechtliche Streit der Preußcusraktion der NSDAP, gegen den Preußischen Landtag mit dem Ersuchen, den Paragraph 20 der Geschäftsordnung des Preußischen Landtages für verfassungswidrig zu erklären.

Es handelt sich bei dieser Klage nach der Darstellung des Berichterstatters, des Reichsgertchtsrätes Hagemann, im wesentlichen um folgendes: Nach Art. 45 der preußi­

Adolf Hitler vor der preußensraNion der ASSAP.

über die Sitzung der nationalsozialistischen P r c u ß i - scheu Landtagsfraktion, die vor der Vollsitzung des Landtags im Gebäude des Rèichstagspräsidentcu stattfand, veröffentlicht die Reichspressestelle der NSDAP, etheit Bericht, ' ^-u cs heißt:

A d o l f H. nahm das Wort zu richtunggeben­den Ausführungen für das kommende Kampfjaht. Dèr Führer stellte sich einleitend vor den General L i tz m a n n, den der Reichskanzler General von Schleicher wegen seiner Mahnung an den Reichspräsidenten in seiner Rundsunk- rede anzugrcifcn für richtig befunden hat. Adolf Hitler versicherte unter stürmischer Zustimmung General Litz- mann der Liebe und Verehrung der ganzen national- sozialistischen Bewegung.

In seinen weiteren Ausführungen streifte der Führer auch die politischen und wirtschaftlichen Aus­lassungen des Reichskanzlers v o u Schleich e r, die matt vom Standpunkt nationalsozialistischen Wollens und Wirkens für das deutsche Volk nur durch die Arago charakterisieren könne: Ist das alles? Schleichers sieoffen- bärte Einsicht, sich für eine hoffentlich nur kurze Notzeit als Kanzler und politischer Sachwalter zu sehen, scheine erkennen zu lasten, daß er aus dem Schicksal der Vor­gänger seiner Regierung Lehren gezogen habe.

Die Ära Schleicher werde ebenso wie die vorhergehen­de» eine kurze Episode für die Nation fein. Auch dieser Kanzler glaube, von den Ideen, die der Natronalfozialis • muS in drcizehnjähriacm Ringen populär gemacht habe, leben zu sönnen. In Wirklichkeit eigne man sich Begriffe, deren Inhalt man selbst nicht zu verwirklichen, sondern nur zu zerstören imstande fei. lediglich zum «meine au, um das Gedankengut der NSDAP, durch Mißbrauch zu

verkündet eine Politik von Fall zu Fall. Sein gutes Recht. Niemand sollte ihn um deswillen angreisen. Aber niemand auch wird sich ihm darum rückhaltlos verschreib-n."

Der nationalsozialistische Angriff nennt Schleichers Rede ein kümmerliches Regierungsprogramm. Die Programm- rede Schleichers habe gezeigt, daß er nicht der Mann sei, das deutsche Volk ans seiner furchtbaren Not zu erlösen.

Stimmen aus dem Reick.

Die rechtsstehenden Hamburger Nachrichten er- klären, Millionen Menschen würden mit Genugtuung die Parole entgegengenommen haben: Frieden und Arbeit! Zweifellos vermöge dieses Bekenntnis aus dem Munde eines Soldaten Hoffnungen zu erwecken. Schleicher werde sich aber auch feinem Zweifel darüber hingeben, daß ein Volk, das lahrclang schöne Phrasen entgegengenommen, aber in Wirk­lichkeit nur Steine erhalten habe, eine gewisse Zurückhaltung bewahre und sich an konkrete Regierungsbeschlüsse halte

Die Kölnische Volkszeitung, das Zentrumsblatt, schreibt zu der Kanzlerrcdc u. a., Worte und Sprache des Reichskanzlers hätten durch ihre Einfachheit und betonte Volkstümlichkeit überrascht. Dennoch sei deutlich zu spüren gewesen, daß hinter den ruhigen Worten ein Wille sich ver­barg, der sich der Macht bewußt sei, die durch die Verbindung von Kanzleramt. Reichswehrminister und Reichskommisiar in Preußen in den Händen des Sprechers vereinigt sei.

Die der Deutschen Vollspartei nahestehende Kölnische Zeitung sagt, alles in allem sei es eine Rede gewesen, die den psychologischen Imponderabilien in der Wirtschafts- und Sozialpolitik sehr stark Rechnung trage und in der ökono- mischen Vernünftigkeit einige Widersprüche und Ungeklärt- heilen zurücklasse.

Die überparteilich nationalen Münchener Neuesten Nachrichten schreiben zur Kanzlerrede u. a., die Ausfüh­rungen hätten bestätigt, daß das Programm des Kanzlers ein Programm des „inneren Friedens", der Beruhigung und Entspannung sein werde. Schleicher sehe mit Ausnahme der Kommunisten keine Gegner und mache es ihnen damit schwer, in ihm einen solchen zu sehen.

Im Völkische» Beobachter wird die Rundfunk­rede des Reichskanzlers von Schleicher als ein mißglückter Versuch gekennzeichnet, Selbstvertrauen zu gewinnen. Die Frage, wie er die bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden gedenke, habe Herr von Schleicher nicht beantwortet. Kein Regierungsprogramm, nirgends eine klare Entscheidung, nirgends eine entschiedene, offene Stellungnahme, überall nur das vorsichtige, taktische Lavieren eiuès politischen Generals. Herr von Schleicher habe das Volk restlos enttäuscht.

schen Verfassung bestimmt der Landtag über die Bildung der Regierung, und zwar in der Form, tt>F das in § 20 Der Geschäftsordnung des Landtages vom 14 November 1929 sestgelegt ist. Der Landtag wählt den Ministerpräsi­denten. Als gewählt ailt, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten bat Ein Absatz 2 besagt, daß, falls nicht in dieser Weise entschieden werden kann, Stichwahl erfolgt. Am 9 April 1932 wurde ein Antrag der SPD., des Zentrums und bei Staatsvnrtei im Landtag eingebracht, den Absatz 2. 2. Satz aus ^ 20 zu streichen. Es soll also die Möglich'en der Stich­wahl für Die Zukunft ausgeschlossen sein. Gegen diese Abänderung Der Geschäftsordnuna wendet sich die Klage. Am 3. Juli 1932 hat der neugewählte Landtag die Geschäftsordnung in der bisherigen Form ausdrücklich deizubehalten erklärt.

Die klagende Fraktion fordert nun,

der Staatsgerichtshyf möge bestimmen: Die Wahl des preußischen Ministerpräsidenten erfordert nicht die Ver­einigung der absoluten Mehrheit aller abgegebe­nen Stimmen aus einen Bewerber, sondern als gewählt gilt, falls eine absolute Mehrheit in diesem Sinne nicht zu erreichen ist, derjenige, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt hat. Die Änderung der Geschäfts­ordnung vom 12. April 1932 wird vom Kläger als sitten­widrig und damit rechtlich unbeachtlich bezeichnet.

Zwischenfall im Staatsgerichtshof.

Jm Staatsgerichtshof ist es bei der Verhandlung der verfassungsrechtlichen Streitsache der Preußenfraktion der NSDAP, gegen den Preußischen Landtag wegen Ver-- fassungswidrigkeit des Paragraphen 20 der Landtags- geschäftsordnung zu einem peinlichen Zwischen- s a l l gekommen. Der Vertreter der Landtagsmehrheit, Prozessor Heller-Frankfurt a. M., wurde plötzlich gegen die NSDAP, ausfällig. Die Vertreter dieser Partei waren int Begriff, die Sitzung zu v e r l a s s e n. Der Vor­sitzende, Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke, griff aber ein und veranlaßte den Professor, sich wegen seiner Ausfälle zu c n t s ch u l d i g e n. Als dies geschehen war, konnte die Verhandlung wieder in Ruhe fortgesetzt werden.

diskreditieren und feine Verwirklichung dem Volke vor- znenthalten.

Gewisse Hoffnungen bestimmter Kreise auf einen Zwiespalt in der NSDAP, seien bitter enttäuscht worden. Vielleickst hätten die Ereignisse der lohten Tage im Gegen­teil gerade das Gute gehabt, der Wilhelmstraße zu zeiacn und den endgültigen Beweis zu erbringen, daß die NSDAP, durch nichts zu erschüttern sei. In das Jahr 1933 werde die NSDAP., die sich in den zwölf Wastl« kämpfen des vergangenen Jahres wunderbar geschlagen habe, als eine kampferprobte und kampfkräftige Armee ge­schlossen hineinmarschieren. „Unser Wollen und unser Weg sind klar. Niemals werden wir uns von unserem Ziel abbringen lassen. LLir haben die deutsche Jugend, wir haben den größeren Mut, den stärkeren Willen und die größere Zähigkeit. Was kann uns da zum Sieg noch fehlen!"

800 000 Morgen Siedlungsland in Deutschland.

Wie von zuständiger Stelle in Ergänzung der Aus­führungen des Kanzlers über die Siedlung mitgereilt wird, wird außer in den vom Kanzler genannten Sied­lungsgebieten Ostpreußen, Grenzmark Posen- W e stp r e u ß e n , Pommern und den beiden M ca» lenburg auch in anderen Gebieten Deutschlands, ins­besondere in den beiden Schlesien gesiedâ werden. Für die beiden Schlesien kommen etwa 200 000 Morgen tn Frage, so daß das insgesamt zu besiedelnde Gebiet in Deutschland auf etwa 8 0 0 00 0 Morgen geschätzt w i r d. L ,

Amtlich wird weiter mitgeteilt: In der Reichskanzler- rede ist folgender redaktioneller Fehler zu berichtigen: In der Provinz Ostpreußen werden der «redluag 80 ooo Moraen (nicht 800 000 Moraen) tusesuhrt.