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Aus Hessen-Nassau und Rachbargebieten

Merkblatt für den 13. Dezember.

1769: Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig gest. — 1797: Der Dichter Heinrich Heine in Düssel­dorf geb. — 1816: Ter Ingenieur Werner von Siemens in Lenthe bei Hannover geb? — 1836: Der Maler Franz v. I Lenbach in Schrebenhausen in Oberbayern geb. — 1863: i Der Dichter Friedrich Hebbel in Wien gest.

Jede Verneinung hat nur insofern Bedeutung, als sie den Weg frei macht zu neuen Bejahungen. O r t l o p h.

Wetterbericht.

Ueber Südengland hat schwacher Luftdruckfall das im Raume zwischen England und Island liegende Hoch etwas abgebaut. Da über Osteuropa der Luftdruck ansteigt, ist eine wesentliche Aenderung der trocken-kalten Witterung zunächst nicht zu erwarten. Bei mehr aufgeheitertem Him­mel verschärfen sich die Fröste, besonders nachts. — Vor­hersage bis Montag abend: Wolkig bis heiter, im wesent­lichen trocken, bei östlichen bis nordöstlichen Winden Tem­peraturen weiter sinkend. — Witterungsaussichten für Dienstag: Trocken, kalt, Winde vorwiegend aus Ost.

* Fulda, den 12. Dezember 1932.

Zugvögel fünden einen harten Winter an.

Die bange Frage: Wie wird der Winter? ist plötzlich wieder „brennend" geworden, obwohl wir doch eigentlich schon mitten drin sind im Winter, wenn auch noch nicht dem Kalender, so doch längst schon der Witterung nach. Graue, dunkle Tage sind es: bis tief in die Vormittag hin­ein liegt Nebel in den Lüften, Schnee, untermischt mit Regen, rieselt in unangenehmer Weise herab auf die Erde, Nässe und Feuchte herrscht; es ist die Zeit für Erkältungs­krankheiten aller Art. Man friert noch nicht, aber das Frösteln ist vielleicht noch schlimmer. Und trotzdem könnte man sich zufriedengeben, wenn es nicht noch ärger würde. Aber die, die sich auf das Wetter und auf allerlei Zeichen verstehen, erklären wieder einmal, daß wir einem recht harten Winter entgegengehen, und daß wir uns auf Böses gefaßt machen müssen.

Das mit dem harten Winter ist in den letzten Monaten schon mehr als einmal gesagt worden, aber man nat es nicht so recht glauben wollen, zumal da immer wieder Gegenpropheten kamen, die die Kalastrophcnvcophezciun- gen für „willkürlich aus der Luft geholt" und für minde­stens stark übertrieben erklärten. Und als dann der No­vember und ein Teil des Dezembers vergingen, ohne daß sich die rauhe Jahreszeit allzu rauh anließ, schöpfte man wieder Hoffnung und gelangte zu der Überzeugung, daß alles wahrscheinlich „nur halb so schlimm" kommen werde. Nun aber wird plötzlich wieder Unheil prophezeit, dies­mal auf Grund des Vogelfluges. Die Zugvögel, die in unseren Breiten leben, find, wie jedermann weiß, lange vor Beginn des Herbstes nach dem Süden gezogen. Es gibt aber noch andere Zugvögel, für die wir Süden sind, wenn es ihnen hoch oben im Norden zu kalt wird. Das sind die Wildgänse, die wilden Tauben und bestimmte Arten von Kranichen, die in arktischen Gebieten leben und, sobald es dort oben unerträglich wird, südwärts wandern.

Und nun haben in den letzten Tagen die Vogelwarten an der Ost- und Nordseeküste Beobachtungen gemacht, die auf einen ungewöhnlich harten Winter hindeuten sollen. Alljährlich geschieht es, daß große Schwärme der ver­schiedensten nordischen Zugvögel über die Ostsee und die Nordsee zu uns geflogen kommen. Das wäre also nichts Auffallendes. Während aber sonst alle diese Vögel sich durch sicheres, ruhiges Fliegen und durch eine geradezu musterhafte Ordnung innerhalb der einzelnen Schwärme austeichnen, haben in diesem Jahre die Vogelzugdeuter den Eindruck gewonnen, als ob die Vögel sich auf einer wilden, überstürzten Flucht befänden, Daraus wird gefolgert, daß die Vögel wirklich geflohen sind, weil in den arktischen Ge­bieten eine außergewöhnliche Kälte herrscht. Herrscht aber, so sagen die Wetterkenner, dort oben eine strenge Kälte, so bekommen wir die kalten Luftmassen ganz sicher auch zu uns herüber. Das ist augenblicklich der Stand der Forschungen über den bevorstehenden Winter, und es bleibt nur noch die Hoffnung, daß wir trotz aller dieser Forschungen und Deutungen von einem allzu kalten Winter verschont bleiben. Auch Augurn können sich irren und haben sich schon mehr als einmal geirrt!

Hohes Alter.

Am heutigen Tage begeht bei bester geistiger und kör­perlicher Rüstigkeit Frau Witwe Andre, Ehefrau des früheren Kaufmannes und langjährigen Schiedmannes Heinrich Andre, hier, ihren 85. Geburtstag. Das hochbe­tagte Geburtstagskind zählt mit zu den ältesten Insassen des hiesigen evangelischen Altersheims „Emmaus".

Silberner Sonntag.

Bei starkem Frostwetter setzte am gestrigen „Silbernen Sonntag" schon früh ein reger Verkehr von auswärts ein, der im Laufe des Nachmittags noch stärker anwuchs. Wenn­gleich auch viele Neugierige vor den Schaufenstern und in den Läden anzutreffen waren, so wurden trotzdem, wie wir hören, in einzelnen Branchen stattliche Käufe ge­tätigt. Im allgemeinen war der Geschäftsgang jedoch bei weitem nicht zufriedenstellend, und es bleibt im Interesse des heimischen, bodenständigen Gewerbes zu hoffen, daß die nächsten Tage und der „Goldene Sonntag" ein umso besseres Geschäft bringen.

Vorsicht mit Wcihnachtsbäumen!

Die Weihnachtszeit rückt heran. Die Hesiische Brand- versicherungsanstalt empfiehlt, bei der Aufstellung von Weihnachtsbäumen Vorsicht walten zu laßen, da sonst leicht Brände entstehen können, und gibt für die Behandlung der Weihnachtsbäume einige wichtige Richtlinien: 1. Der Weihnachtsbaum soll einen schweren, festen Fuß haben, in dem der Stamm des Baumes ordnungsgemäß und sicher befestigt sein muß, damit ein Umfallen verhütet wird. 2. Man vermeide Unterlagen aus Teppichen, Tüchern und Papier. 3. Man stelle den Weihnachtsbaum frei im Zim­mer auf, von Gardinen und Türvorhängen soweit entfernt, daß Zugluft sie den Kerzen nicht nahebringen kann. 4. Die Kerzen müssen haltbar befestigt sein. 5. Man ver­meide möglichst jeden Papier- und Zelluloidschmuck. Auf keinen Fall darf solcher Schmuck in der Nähe einer Kerze oder gar darüber angebracht werden. 6. Auf die Verwen­dung der sogenannten Wunderkerzen, die durchaus nicht so ungefährlich sind, wie gesagt wird, verzichte man lieber ganz. 7. Die Kerzen des Baumes zünde man in der Reihenfolge von oben nach unten an, da man umgekehrt feine Kleider und sich selbst in Feuersgefahr bringt.'8. Die Kerzen eines trockenen und daher besonders feuergefähr­lichen Tannenbaumes zünde man nicht mehr an.

Statistischer Monatsbericht des Arbeitsamts Fulda.

Monat November 1932

Ai eil such.nde am i. 11 32

Zugang

Abgang

Bestand 30.11.32

Offene

Stillen

Ver. mittlungen

4951

761

man

599

nI > ch

5113

82

76

659

248

weiblich

116 1 791

k

31

27

Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung.

15 11. 1932

30. 11. 1932

männlich

520

608

weiblich

103

158

Mammen

623

766

Hauptunterstützungsempsänger in der Krisenunterstützung.

1511. 1932

31.11 1932

männlich

1128

1045

weiblich

78

76 .

zusammen

12o6

1121

Zahl der unterstützten Kurzarbeiter: 45

„ „ beschäftigten Arbeitsdienstwilligen 900

„ „ Notstandsarbeiter: 164

Einzelrichter-Sitzung. Unterschlagung.

In der am 9. Dezember abgehaltenen Einzelrichter­sitzung wurde der wiederholt vorbestrafte 33jährige Buch­binder E. T., gebürtig aus Sachrang, aus der Unter­suchungshaft vorgeführt. Er hatte einem hiesigen jungen Mann einen Geigenbogen und eine Windjacke sowie einem jungen Mann von Petersberg ein Fahrrad unterschlagen. F. war darauf längere Zeit verschwunden. Er wurde nun­mehr wegen Unterschlagung zu 6 Wochen Gefängnis verur­teilt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Der Haftbefehl wurde sofort aufgehoben.

Betrug.

Der schon häufig vorbestrafte 29jährige R. W. in Fulda hatte wiederholt bei Familien Staubsauger nachgesehen und Ersatzteile neu beschafft, wofür er sich zu hohe Preise bezahlen ließ. In einigen Fällen gab er an, von einer hiesigen Firma zur Prüfung beauftragt zu sein, was nicht der Wahrheit entsprach. Das Urteil lautete auf 3 Wochen Gefängnis.

Vorsätzliche Körperverletzung aus politischen Motiven.

Als am 29. Juli der 33jährige H. K. aus Fulda aus einem Zimmer des Arbeitsamtes trat, um durch den Flur nach dem Ausgang zu gelangen, erscholl von einem der im Gange wartenden Leute der Ruf: „Achtung, Straße frei, Aazimamnkvmml!," Kuta 30 Stute bildeten Spalier, und K. wurde beim Durchgehen wiederholt gestoßen und erhielt von dem 32jährigen Th. H. aus Fulda einen Faustschlag an den Kehlkopf. H hatte den K. außerdem mit „Blut­hund" beschimpft. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung aus politischen Gründen erhielt H. 1 Monat Gefängnis.

Verstoß gegen behördliche Anordnungen.

Gegen 3 Vorstandsmitglieder der hiesigen Kohlenhänd­lervereinigung war vom Minister für Handel und Gewerbe ein Strafverfahren eingeleitet worden, da sie gegen die Bestimmungen des Preissenkungskommissars verstoßen hat­ten. Das Gericht hielt eine fahrlässige Handlungs­weise für erwiesen und verurteilte jedes der 3 Vorstands­mitglieder zu 70 Mark Geldstrafe. Einer der Angeklagten erhielt außerdem wegen Fahrlässigkeit 40 Mark Geldstrafe, weil er eine verlangte Auskunft des Ministers für Handel und Gewerbe unvollständig beantwortet hatte. Die Ver­urteilten wollen gegen das Urteil Berufung einlegen.

Kartoffeldiebstahl.

Von einem Acker in der Gemarkung Steinau (Kreis Fulda) waren im September größere Mengen Kartoffeln gestohlen worden. Als Täter wurden die 27jährigen Ar­beiter A. K. und H. D. aus Steinau ermittelt Bei einer Haussuchung wurden im Keller von den gestohlenen Kar­toffeln — es handelte sich um eine bestimmte Sorte, die in der dortigen Gegend sonst nicht angepflanzt wurde — Vorräte entdeckt. Da die gestohlene Menge nicht festge­stellt wurde, erhielt K. statt einer verwirkten Gefängnis­strafe von 4 Tagen 20 Mark und D. statt 2 Tagen Ge­fängnis 10 Mark Geldstrafe.

Abgeordnetenversammlung des Kreiskriegerverbandes Fulda.

Im Hochzeitszimmer des Bürgervereins fand am Sams­tagnachmittag die Herbst-Abgeordnetenversammlung des Kreiskriegerverbandes Fulda statt. Der 1. Vorsitzende, Kamerad Dr. Pfeiffer, Major d. L., hieß die erschiene­nen Abgeordneten kameradschaftlich willkommen und wies darauf hin, daß die voriges Jahr auf der Herbstabgeordne­tenversammlung gehegten Hoffnungen auf Besserung der wirtschaftlichen Verhältniße sich nicht erfüllt, sondern leider verschlechtert haben Deßen ungeachtet ermahne uns die jetzige Lage zu noch größerer Einigkeit und festerem Zu­sammenschluß in den Reihen der dem Kreiskriegerverband angeschloßenen Kriegervereinen. Mit festem Gottver- trauen müßten daher die Kriegervereine ins neue Jahr hineintreten und dürften es trotz der ernsten Zeit nicht an der Pflege alter Kameradschaft und Treue fehlen laßen. Das Andenken an den inzwischen zur großen Armee ab- berufenen Kameraden Büttner -Steinau (Kr. Fulda), der lange dem Kreiskriegerverbandsvorstand angehörte, wurde in üblicher Weise geehrt. An Stelle des verstorbenen Kameraden Büttner wurde Kamerad Lehrer Sack in Steinau in den Kreiskriegerverbandsvorstand gewülht. Bei Feststellung der Anwesenheitsliste ergab sich, daß 16 Vereine vertreten waren. Ueber die Kriegsbeschädigten-Fürsorge und die diesbezüglichen Notverordnungen berichtete Kame- iad Justus Ebert, Fulda. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß der Kampf der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen im Kysfhäuserverband in erster Linie den unhaltbaren Ruhensbestimmungen in der So­zialversicherung galt. Diese Entrechtung der Kriegsopfer durch die Bestimmung der 4. Notverordnung werde der Ver­band niemals hinnehmen können. Ter 1. Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes dankte Kamerad Ebert für feine aufopfernde Tätigkeit im Interest- der Kb. und Kh. inner­halb der Kreiskriegerverbandes Der Schriftführer wies so­

dann auf die goßen Vorteile beim Abschluß ron Fc^er- und dedgll' Versicherungen bei einèr Versicherungsgesellschaft,' die" den einzelnen LaNdeskriegerverbänden Bonifikationen für abgeschlossene Versicherungen gewährt, hin. Im ersten Halbjahr 1932 seien dem Kreiskriegerverband Fulda ca. 430 Mark an Bonifikationen aus Versicherungen zugeflof- fen. Neu ausgenommen wurde in den Kreiskriegerverband Fulda der Kriegerverein Hainzell. Eine Einladung zur Wiedersehensfeier ehem. 16 6er am 25. Mai 1933 in Kreuz­nach wurde zur Kenntnis genommen Im Anschluß hieran hielt Kamerad Apotheker Tr. K r i e s g e n -Fulda einen Vortrag über den zivilen Luftschutz. Ter Redner, der Ob­mann der Luftschutzorganisation im Kreiskriegerverband Fulda ist, wies darauf hin, daß nicht nur der Kyffhäuser­bund diese Angelegenheit sehr ernst nimmt und eine genaue Organisation bis in die kleinsten Gemeinden fordert, sow- dern daß auch die Reichsregierung Anordnungen für den Luftschutz erlassen habe. Post und Bahn haben ebenfalls die Wichtigkeit des Luftschutzes erkannt und führen Auf­klärungskurse durch. In Fulda hat vor einigen Wochen unter dem Vorsitz von Herrn Oberbürgermeister T. Tanze­brink eine diesbezügliche Besprechung stattgesunden, in deren Verlauf ein engerer Arbeitsausschuß gewählt wurde. Ten Abgeordneten der Krisgervereine wurde aufgegeben, je einen Obmann für die Luftschutzorganisation innerhalb des Kreiskricgerverbandes Fulda zu melden. Die Obmän­ner sollen in Kürze zu einer gemeinsamen Besprechung nach Fulda einberufen werden. Ter 1. Vorsitzende schloß sich den Ausführungen Dr. Kiesgens an und wies ebenfalls auf die Wichtigkeit einer Luftschutzorganisation hin, damit die Bevölkerung im Ernstfalle weitgehendft aufgeklärt sei. • Nachdem im weiteren Verlauf der Versammlung Kamerad Justus Ebert-Fulda zum Stellvertreter des Obmanns für die Luftschutzorganisation gewählt war, dankte der 1. Vor­sitzende allen Teilnehmenden für die Mitarbeit und für die Einmütigkeit, in der die Beratungen geführt wurden. Die Tagung wurde hierauf geschlossen.

Die Bruderschaft Fulda des Jungdeutschen Ordens hat in diesem Jahre auf die Abhaltung ihrer Weihnachts­feier verzichtet und dafür mit der Schwesternschaft zusam­men einer Anzahl bedürftiger Kinder eine Weihnacht- freude bereitet. Am Freitag nachmittag versammelten sich die Kinder mit ihren Angehörigen im Schwesternhaus der Evgl. Gemeinde. Nach Bewirtung mit Kakao und Kuchen folgte die Bescherung, die jedem Kinde neben Spielzeug eine vollständige Einkleidung mit Wäsche und Kleidern brachte. Die Freude, die den Kleinen aus den Augen leuch­tete, war Lohn genug für die Mühe, die alle Vorbereitun­gen gekostet hatten. — Am Samstag versammelte sich die Bruderschaft zu einer Adventsfeier im Bürgerverein. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand das von Eesangsvor- trägen umrahmte „Weihnachtsmärchen" von Walter Flex. Das Ordenslied gab dieser schlichten und ernsten Feier einen würdigen Abschluß.

Der Weihnachtsbaum für Jedermann.

Das jahrelange Beispiel anderer Städte, in der Weih­nachtszeit auf freien Plätzen Weihnachtsbäume aufzustel­len, die bei anbrechcnder Dtktikelheit in elektrischem Lichte erstrahlen, ist nun auch in Fulda erstmalig in die Tat umgesetzt worden Am Samstag nachmittag errichtete man beim Kaiser Friedrich-Denkmal einen stattlichen Tan­nenbaum, der bei einbrechender Dunkelheit mit elektrischen Birnen erleuchtet wird und für die Jugend eine besondere Sehenswürdigkeit ist.

Weihnachtskonzert der Feuerwehrkapellc.

Das tradionelle Weihnachtskonzert wird auch in diesem Jahre wieder von der Kapelle der Aktiven Feuerwehr ver­anstaltet und zwar am 1. Weihnachtstag, abends 8 Uhr, im großen Stadtsaal. Die Kpelle hat bei der Zusammen­stellung des äußerst reichhaltigen Programms jedem Ge­schmack Rechnung getragen. Während der 1. Teil des Kon­zerts mit Streichmusik ausgefüllt ist, werden im 2 Teil die Blasinstrumente zur Geltung kommen. Näheres über das Konzert wird noch im Anzeigenteil bekanntoegeben. Der Kartenvorverkauf hat bereits im Stadtsaal-Restau- rant begonnen.

Die Vorgänge am 6. Juli in Ciesel vor der 2. Großen Strafkammer.

Hanau, 10. Dezember. Die Zweite Große Straf- kammer Hanau hatte sich in langer Sitzung mit politischen Ausschreitungen bei einer am 6. 7. d. J. in E i e s e l bei Fulda angesetzten Nationalsozialist. Wahlversammlung zu befassen. Etwa 80—100 Kommunisten aus Fulda waren in Giesel erschienen, um die Versammlung zu sprengen. Noch ehe die "Versammlung begann, hatten die beiden an­wesenden Oberlandjäger zu tun, da es» notwendig war, einen der Kommunisten festzunehmcn, was Anlaß gab zu einem Vorgehen der Kommunisten gegen die Landjäger, die, mit Stöcken und Stühlen angegriffen, die Säbel ziehen und Schreckschüße abgeben mußten. Mittlerweile hatte sich aber auch zwischen den Kommunisten und Nationalso­zialisten eine Schlägerei entwickelt. Zwei der kommunisti­schen Haupttäter, die sich insbesondere gegen die Land­jäger aufgelehnt hatten, wurden zu j 9 Monaten Gefäng­nis verurteilt. Die Vorinstanz in Fulda hatte schwere Strafen verhängt, den einen Angeklagten, Arbeiter Bar­schel, mit einem Jahr Gefängnis, den anderen schwer vor­bestraften Angeklagten, Schuhmacher Remmel, mit einem Jahr Zuchthaus bedacht.

x Tann (Rhön), 9. Dez. Die „Städtische Volks d ü ch c r e i" veranstaltete gestern abend im Konfirman­densaal einen Cchmalfilmabend. Nach kurzen cinleiten den Begrüßungsworten des Büchereileiters, Lehrer Rein­hard M ü l l e r, gelangte der erste Teil „Siegfried" des großen Ufa-Films „Die Nibelungen" zur Vorführung. Die Bilder waren zwar klein, aber hell und deutlich und ge­nügten vollauf für den kleinen Raum. Anfang Januar wird der zweite Teil des Filmes „Kriemhilds Rache" fol­gen. Auch den Schulen von Tann und den umliegenden Orten ist der Film vorgeführt worden. Wohl selten haben die Kinder einen Film so gut verstanden wie diesen, der ihnen von ihren Lehrern während des Laufens erklärt werden konnte.

Kaltennordheim (Rhön), 9. Dez. (Ein Holzdieb n i e d e r g e s ch o s s s e n.) Ein Forstaufseher kam im Mit- telsdorfer Wald gerade dazu, als zwei Einwohner aus Kal­tennordheim einen Baum fällen wollten. Da die beiden Männer auf seinen Anruf flüchteten, ichoß der Beamte und verletzte den einen jo schwer, daß er ins Krankenhaus ge bracht werden mußte.

Marburg, 10. Dez. (GuterFang der Marbur g e r Polizei.) In der vergangenen Nacht wurden von der hiesigen Polizei drei Einbrecher festgenommen, die einen an der Gistelbergerstraße stehenden Personenwagen erbrochen und daraus einen Damen-Lederkoffer mit Klei-