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Ar, 28a Freitag, 9. Dezember 1932

Kurze politische Nachrichten.

Reichspräsident v. Hindenburg empfing eine Abordnung des Gesamtverbandes der Christ­lichen Gewerkschaften Deutschlands, bestehend aus den Herren Otte, Jmbusch, Baltrusch und Kaiser, die gern Reichspräsidenten über die Notlage in der deutschen Arbeiterschaft berichteten und Maßnahmen zur Linderung der ausgetretenen Notstände vortrugen. Der Reichs­präsident sagte eine alsbaldige und sorgfältige Prüfung der Vorschläge zu.

König Gustav von Schweden feierte das 25jährige Regierungsjubiläum. Obwohl er sich alle Ehrungen verbeten hatte, feierte das ganze Land mit seinem Königshause.

HeiWäMeW fordert Durchführung des Arbeitsheschaffungsvrogrammr.

Im Einvernehmen mit den kommunalen Spitzenver­bänden hatten, wie der R e i ch s st ä dt e b u n d mitteilt, die zuständigen Reichsministerien unlängst den Entwurf eines Arbeitsbeschasfungsprog'. amms be­raten, nach dem Mittel für die Beschäftigung von etwa tag ooo Wohlfahrtserwerbslosen bereitgestellt werden sollten. Die Finanzierung dieses Programms hätte etwa 600 Millionen Mark erfordert. Einmal sollten die Ge­meinden 200 Millionen Mark als Beitrag zu den Lohnkosten zur Perfügung stellen aus den Unter« stützungsbeiträgen, die sie durch die Beschäftigung von Wohlfahrtserwerbslosen ersparten: weitere 200 Mil­lionen Mark sollten durch Überweisung von Steuer­gut s ch e i n e n an die Gemeinden vom Reich bereitgestellt werden. Die restlichen 200 Millionen Mark sollten den Gemeinden durch ein Darlehen gegeben werden, das seitens des Reichs auf etwa 20 Jahre zu einem mäßigen Zinssatz bereitzustellen war. Durch die Entwicklung in den letzten Wochen habe dieser Plan endgültige Form nicht gewonnen. Der Reichsstädtebund hat daher den Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung gebeten, im Interesse einer Entlastung der Gemeinden den Plan mög­lichst bald zur Durchführung zu bringen.

Mrd die GeldMstellmg durch die post abgeschafft?

Folgen der Geldbrieftrâgermorde.

Im Anschluß an den jüngsten Geldbriefträgermord in Frankfurt a. M. wurde die Forderung ausgesprochen, daß im Interesse des gefährdeten Postpersonals die Geld­zustellung abgeschafft und die Geldempfänger durch Benachrichtigungszettel aufgefordert werden mögen, für sie bestimmte Geldsendungen im Post­amt selbst abzuholen. Die Vorfälle der letzten Zeit haben auch das R e i ch s p o st m i n i st e r i u m veranlaßt, die Frage der Abschaffung der Geldzustellung zu prüfen. Be­vor das Ministerium über diese, in das Wirtschaftsleben tiefeinschneidende Frage endgültige Beschlüsse faßt, hat es die Obcrpostdirektionen angewiesen, die zuständigen Handels-, Gewerbe- und Industrievertretungen zur Stellungnahme auszufordern und sich auch selbst über die Abschaffung der Geldzustellungen zu äußern.

Neuer Hochstand der

Wohlfahrtserwerbslosen.

60 Prozent aller unterstützten Arbeits­losen.

Wie der Deutsche Städtetag mitteilt, ist die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen trotz der leichten Besserung der Arbeitsmarktlage weiterhin stark gestiegen und hat am 31. Ottober mit rund 2 600 0 00 einen neuen Höchststand erreicht. Diese Zahl, die auf Grund der Statistik des Städtetages ermittelt ist, umfaßt alle arbeitsfähigen Erwerbslosen, die von den Gemeinden lausend unterstützt werden müssen. Die Ge- ineinden betreuen augenblicklich über 60 Prozent aller unterstützten Arbeitslosen.

Der Deutsche Städtetag gibt die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen mit 2 600 000 an, während die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen mit 2 204 000 be­zeichnete. Von unterrichteter Seite wird erklärt, die Differenz komme daher, daß beide Teile verschieden zählten. Die Reichsanstalt zähle gemäß der Notver­ordnung vom 14. Juni, in der der Begriff des Wohl- sahrtserwerbslosen genau festgelegt sei und nur die- ienigen Personen, die früher gearbeitet hätten und für den A r b e i t s m a r k t überhaupt noch in Frage kämen. Der Städtetag dagegen zähle Wohl alle die, an die die Atädie Unterstützung zahlen müßten (so auch Blinde, Krüppel, alte Leute und dergleichen).

Wird Frankreich zahlen?

Die Schuldenbefprcchungc« zwischen Herriot und Macdonald in Paris.

Die in Paris geführten englisch-französischen Be- wrechnngen über die Kriegsschuldenfrage, an denen die Ministerpräsidenten Herriot und Macdonald sowie

Finanzminister der beiden Länder, Germain Martin und Neville Chamberlain, teilnahmen, sind beendet Morden. Macdonald reist wieder nach Genf zurück, während Chamberlain nach London heimsâhrt. Über olese Verhandlungen wurde in Paris eine amtliche Ver« mutbarung herausgegeben, die sehr vorsichtig ab» Kofaßt ist und darauf schließen läßt, daß die französische -^befe von der Anrufung des Internationalen Schieds- KerichishoseS bei Macdonald kein Gehör gesunden hat. Nan vermutet vielmehr, daß die englische Regierung auf ihrem Standpunkt beharrt und der Zahlungsverpflich- mng am 15. Dezember nachkommen wird, so daß sich auch Frankreich in die Notwxndigkeit versetzt sieht, vas Mellon-Berenger-Abfommen zu erfüllen und die KchÄdenrahiung zu teilten__„

Generaloberst Graf Bothmer SO Jahre ast.

Am 10. Dezember vollendet ein bekannter bayerischer Heerführer im . Weltkriege, Generaloberst a. D. Graf Felir von Bothmer, sein 80. Lebensjahr. Im Winterfeldzug

1915 stürmte er mit ostpreußischen, pommerschen und Gardetruppenteilen den Zwinin-Berg in den Karpathen, den die Russen für unbezwinglich gehalten hatten, und zeichnete sich weiter besonders bei den Kämpfen bei Tarnopol aus, und es gelang ihm, an der Spitze der Süd­armee zahlreiche russische Angriffe abzuschlagen.

Glückliche Fahri!

Kreuzer „Köln" zur ersten Auslandsreise ausgelaufen.

Bei herrlichem Sonnenwetter und unter großer Anteil nähme der Bevölkerung hat der K r e u z e r „K ö l n" vo, Wilhelmshaven aus seine Auslandsreise angetreten. De: Stationschef der Nordseestalion, Vizeadmiral Förster, Hiel an die auf dem Achterdeck des Schiffes angetretenen Offs ziere und Mannschaften eine Ansprache. Er schlos mit einem Hurra auf den Reichspräsidenten und da« Vaterland. Die Bordkapelle stimmte anschließend bai Deutschlandlied an, und dann fuhr der Kreuzer „Köln' unter den Klängen „Muß i denn . . ." und brausende» Abschiedsrufen der Bevölkerung zur Schleuse hinaus Unter den zahlreich eingegangenen Glückwunschtele­grammen befindet sich u. a. das des Reichspräsi­denten von Hindenburg, das folgenden Wori laut hat:

„Dem Kreuzer ,Köln' wünsche ich für seine erste groß, Auslandsreise glückliche Fahrt. Ich erwarte von der Be­satzung treueste Pflichterfüllung und steten Einsatz für dir Ehre des deutschen Namens und der deutschen Flagge."

Eine Bremer Köpenickiade.

Drei Schwerverbrecher beunruhigen eine Großstadt.

Aus der Strafanstalt Oslebshausen bei Bremen find vor kurzem drei Schwerverbrecher ausgebrochen. Seitdem ist in Bremen eine starke Zunahme der Einbruchsdieb­stähle festzustellen. Die damit verbundene, von Tag zu Tag sich mehrende Beunruhigung der Bevölkerung hat die Polizeibehörden veranlaßt, eine Großrazzia durchzu­führen, um zu einem einheitlich organisierten wirksamen Schlag gegen die Schwerverbrecher auszuholen Erschwert wird die Sache dadurch, daß man es in der Strafanstalt unterlassen hat, die Schwerverbrecher zu photographieren, so daß für die Veröffentlichung zur Mithilfe der Bevölke­rung bei der Ergreifung der Flüchtlinge kein Bildmaterial zur Verfügung stand.

Wie eine Köpenickiade mutet der Bericht darüber, wie die Schwerverbrecher ihre Flucht bewerkstelligten, an. ES gelang dem einen von ihnen, sich eine Wärteruniform zu verschaffen und mit Hilfe dieser Uniform feine Komplicen unter den Augen der echten Wärter inS Freie zu führen.

Vermischte Nachrichten

Die Christlichen Gewerkschaftsführer bei Hindenburg.

Berlin. Bei dem Empfang der Christlichen Gewerkschafts­führer durch den Reichspräsidenten von Hindenburg sind, wie „Der Deutsche" hört, die Fragen einer Winterbeihilfe, der Erhöhung der Unterstützungen, der Arbeitsbeschaffung, der Siedlung und der Revision der Notverordnungen in ganz konkreter Form besprochen worden.

Freispruch tut Bremer Spartassenprozetz.

Bremen. Jni ersten Bremer Sparkassenprozetz, in dem drei Beamte der Bremer Sparkasse unter Anklage der Untreue standen, weil sie durch Esseftengeschäfte das Institut um 900 000 Mark geschädigt haben sollen, wurde das Urteil verkündet. Danach wurden die drei Angeklagten freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens fallen der Staatskasse zur Last.

Folgenschwerer Jagdunfall. — Ein Toter, zwei Verletzte.

Halle. In der Nähe von Nordhansen ereignete sich wäh­rend einer Jagd ein folgenschwerer Unfall. Der aus Uebe« leben stammende Sanitätsrat Dr. Klemm wurde durch einen Schuß aus dem Gewehr eines anderen Schützen tödlich ge­troffen. Der Schütze wurde ebenfalls schwer verletzt, während ein dritter Jäger leichte Verletzungen davontrug.

VergwerlSunalükl in Amerika. - Reun Tote.

Rewuork. In dem bei der Stadt Albuquergue im Staate Neu-Mexiko gelegenen Kohlenbergwerk „Madrid" wurden durch schlagende Wetter neun Bergleute getötet. Außerdem sollen 75 Bergleute verschüttet worden sein.

Fischerkutter untergegangen. — Fünf Tote.

Oslo. In der Nähe von Tromsö ist ein norwegischer Sischerkutter mit fünf Mann, darunter ein Vater mit zwei öhnen, unlergegangen. Die Jolle des Kutters haben Fischer aus dem Meere treibend aufgesunden.

Ein Schmugglerdrama. — Elf Tote.

Belgrad. Neun Tabakschmuggler, die von der Zoklwache verfolgt wurden, zwangen an der Neretwa (Narcntaj einen Fährmann und bessern Solm, sie in einem Kahn über den Fluß zu setzen. Da der Kahn überlastet war, lies er voll. Die Insassen sprangen ins Wasser und ertranken alle. i

Raubmörder Stark zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Berlin. Der 23jährige erwerbslose Friedrich Stark, der am 6. September d. I. die 55jährige aus Italien stammende Sprachlehrerin Erna Carl, geborene Bruscalo, in deren am Tempelhofer User gelegenen Wohnung beraubt und ermordet hatte wurde vom Schwurgericht beim Landgericht II wegen Raubes mit Todeserfolg in Tateinheit mit Totschlag zu lebens- lâtMlicbem Zuchthaus und zum dauernden Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte verurteilt.

30 Waggons Weihnachtspost auf der „Bremen". chmittag ging der Schnell- vo „Bremen" mit etwa

Bremerhaven. Donnerstag nm WIMM!

Iwvlf^ Todesopfer m Premnitz.

Die Bergungsarbeiten eingestellt.

Die Bergungsarbeiten auf der Unglücksstätte in Premnitz gestalteten sich außerordentlich schwierig. Den -reuerwehrmannschaften boten sich erschütternde Bilder. Beim Wegräumen einer großen Schutthalde fand man u. a. drei menschliche Beine, die mit verschiedenerlei Strümpfen bekleidet waren. Es muß danach an­genommen werden, daß hier

weitere drei Personen den Tod gefunden haben. Vermißt werden jetzt, nachdem sieben Tote ge­borgen worden sind, noch die Leichen des Schlossermeisters Thie-Rathenow und seiner drei Lehrjungen sowie die Leiche des Meisters Winkens. Da kaum anzunehmen ist, daß diese fünf Personen noch lebend geborgen werden können, wurden die Bergungsarbeiten eingestellt. Vor allem will man das Gebäude weiter abstützen, um einen neuen Einsturz zu verhüten. Das Befinden der im Rathenower Kreiskrankenhaus befindlichen sechs Ver­letzten hat sich etwas gebessert. Es besteht bei fünf Ver­letzten keine Lebensgefahr mehr, während bei dem sechsten, dem Arbeiter Gantzer, mit dem Ableben gerechnet werden muß. Über die Ursache des schweren Unglücks besteht noch keine Klarheit. Es wird jetzt auch vermutet, daß nicht die Erplosion einer Sauerstoffflasche, sondern eine Explosion in den Säureleitungen die Katastrophe ver­ursacht haben könnte.

Nah und Fern

O Ein Rechtsstudent vor dem Sondergericht. Vor dem Sondergericht in Berlin war der 21jährige Rechtsstudent Götz Hohenstein, der Sohn eines Fregattenkapitäns a. D., wegen Transportgefährdung anläßlich des Berliner Ver­kehrsstreiks angeklagt. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Zuchthaus. Das Sondergericht verurteilte den An­geklagten zu sieben Monaten und 15 Tagen Gefängnis.

O Gegen Brolat Voruntersuchung wegen Meineides eröffnet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ist gegen den Direktor der Berliner Verkehrsgesellschaft Brolat die Vor­untersuchung wegen Meineides eröffnet worden Es handelt sich dabei um eine eidliche Aussage, die Brolat als Zeuge in dem Disziplinarverfahren gegen eine Anzahl städtischer Beamter, deren Namen in der Sklarekaffärc ge­nannt worden waren, gemacht hatte. Brolat hatte eidlich abgestritten, daß er wenige Tage vor der Verhaftung der Sklareks einer Anzahl städtischer Beamter geraten habe, ihre ausstehenden Rechnungen bei den Sklarekschen Firmen zu begleichen.

O Ein 23jâhriger Raubmörder vor Gericht. Vor dem Schwurgericht beim Landgericht II in Berlin begann der Prozeß gegen den 23jährigen erwerbslosen, aus Stuttgart gebürtigen Friedrich Stark. Stark wird beschuldigt, am 6. September d. I. die Sprachlehrerin Erna Carl, geborene Bruscato, die aus Italien stammte, in ihrer Wohnung beraubt und ermordet zu haben. Der Raubmörder nahm Anzüge des Untermieters, eine Schreibmaschine und einen Geldbetrag mit. Wenige Tage später konnte er in Stutt­gart verhaftet werden, nachdem er sich dort einem Be­kannten gegenüber der Mordtat gerühmt hatte

O Leichen fund auf der Bahnstrecke Oppeln—BreSlau. Auf der Bahnstrecke Oppeln—Breslau wurden die Leichen einer männlichen und einer weiblichen Person, denen die Köpfe vom Rumps getrennt waren, aufgefunden. Die Per­sonalien der Toten konnten bisher nicht festgestellt werden. Der Familienname des Mannes dürfte mit F, der der Frau mit D beginnen. In den Taschen der Toten wurden Bierdeckel gefunden, die handschriftliche Notizen aufwiesen, deren Inhalt aber bisher noch nicht entziffert werden konnte. Allem Anschein nach handelt es sich dabei um Ab­schiedsschreiben, so daß ein Doppelselbstmord vorliegen dürfte.

O Verhaftung eines Pfarrers in Sachen Kynauer Sprengstoffdiebstahl. Die Vernehmung der in der Kynauer Sprengstoffdiebstahlsangelegenheit verhafteten Personen ergaben, daß neben dem Baron von Zedlitz und Neukirch, seiner Hausdame Sydow und dem Förster Tietze noch andere Personen in die Angelegenheit verwickelt sind. Wie die J-ustizpresiestelle Breslau mitteilt, wurden Pastor Fuchs in Dittmannsdorf sowie der Landwirt des Gast­hauses „Zur Brauerei" in Kynau bei Waldenburg, Franke, festgenommen und dem Gericht zugeführt. Pastor Fuchs war Standartenpfarrer bei der SA. und ist als Zeuge im Reichenbacher Attentatsprozeß vernommen worden. Er wurde damals nicht vereidigt, da der Verdacht der Be­günstigung bestand.

O Familicntragödie im Schwarzwald. In Schwann im Schwarzwald wurde die Ehefrau des Goldarbeiters Wildemann tot in ihrem Bett aufgefunden. Der Mann hatte sich mit dem sechsjährigen Sohne von zu Hause entfernt. Man vermutete zunächst, daß die Frau vergiftet worden sei. Die gerichtliche Untersuchung hat aber er­geben, daß Frau Wildemann das Opfer eines unerlaubten Eingriffs geworden war. Nach längerer Suche wurde jetzt der Ehemann mit seinem Sohne erhängt im Walde auf­gefunden.

0 Großfeuer in der Marinewerft Chatham. Durch ein Großfeuer ist die Kraftstation der Marinewerft Chatham in England beschädigt worden. Das elektrische Licht der Werft ging aus, so daß die Nachtarbeit eingestellt werden mußte. Mehrere tausend Arbeiter werden infolge des Feuers vorläufig ihre Arbeit verlieren.

Turnen, Sport und Spiel.

Österreichs großartige Fußball Leistung im Länderspiel gegen England gibt her Londoner Presse Anlaß, unumwunden einzugesteyen, daß man von so hoher Fußbaükunst überrascht sei und England die Lehre daraus ziehen müsse. Wenn cs ginge, möchte man am liebsten die ganze österreichische Mann­schaft in England behalten, einzelne Wiener Spieler würden zweifellos Rekorvgagcn beziehen. Englands Futzballvormacht sei ernstlich bedroht, wenn man nicht schleunigst Maßnahmen zu ihrer Sicherung treffe. — In Wien ist man zufrieden mit dem Ergebnis, wenn man auch jetzt, wo man den Verlauf kennt, mit einem leisen Bedauern feftstellt, daß ein Unentschieden, ja sogar ein Sieg möglich gewesen wäre. Allgemein freut man sich auf das Rückspiel, das natürlich in Wien ftattfiub<u muß, und ist im übrigen stolz aus die Wiener Mannschaft, die gewiß im Triumph empfangen werden wird. Die ganze Stabt stand am Mittwochnnchmiltag im Zeichen des Fußballspiels in Lon­don, Menschenniasicn stauten sich vor den Radiogeschäften, der Verkehr war vielfach stillgelcgt.

50 000 Mark brachte ba-3 Fußball-Länderspiel Dcutschlauv gegen Holland der Kasse des Deutschen Fußballbundes ein. Da dem Spiel" 50 000 Zuschauer beiwohmen, kommt uns jeden Platz durchschnittlich eine Mark. Behauptungen, es feien mehr Zu­schauer in das Rheinstadion hercingelajsen worden als zulässig, sind unwahr, aüch Kartcnfälschungen sind nicht fcstgesiellt worden. ...

78 800 Mark Einnahmen in Stamford Bridge. Das Fuß­ball-Länderspiel Österreich—England hatte finanziell doch nicht dewErfolg gehabt, de» man erwartet hatte. Für 42 000 Karten sind insgesamt 5626 Pfund 12 Schilling und 6 Pence gezahlt worden, was Ungefähr einem Betrage von 78800 Mark in heutiger Währung entspricht.