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DIE. SCHICKSAL BEDEUTEN I

Schon Im Volksglauben sp:elen Zahlen, die Schicksal bedeuten, eine große Rolle Erst der moderne statistische Wissenschaftler hat uns den tieferen Sinn lür cle sachliche Beschäftigung mit den Zahlen, die Schicksalsprobleme unseres Volkes betreifen, gelehit

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„Die Völker sterben nicht aus, sie werden ,aus- geborew!" — so sagt uns, der D i r. d e s S t a t i st i s ch e n Reichsamtes Herr Pros. Dr. Burgdörser — „Unser deutschesVolk befindet sich amBeginn dieses gefähr­lichen Weges. Es hat aufgehört, ein wachsendes Volk zu sein. Tie Gebärleistungen der deutschen Mütter bleiben nach meinen Berechnungen schon um rund ein Viertel hinter dem zur bloßen Erhaltung des Bevölkerungsbestandes erforder­lichen Geburtensoll zurück. Die Entscheidung darüber, ob das deutsche Volk ein sterbendes Volk sein wird, hängt von den Müttern ab. Wir haben in Deutschland schon längere Zeit vor 1900 eine immer stärker fallende Ge­burtenkurve. Die Beschränkung der Geburten hat in allen Ständen in Stadt und Land èin derartiges Ausmaß an­genommen, daß man von einem Schwund des Volkes und einer Überalterung sprechen muß.

Mit der heutigen Geburtenziffer ist Deutschland nicht mehr in der Lage, aus eigener Kraft seinen Bestand zu erhalten. In den Jahren 1927/28 fehlten rund ‘Ao, 1929: */«, 1930: lA, 1931: % an den Kindern, die zur Selbst- erhaltung des Volkes notwendig sind. Von diesem Gesichtspunkt aus erscheint jede Arbeit, die sich zum Ziel setzt, mütterliche Gesinnung zu wecken, zu pflegen, zu ver­tiefen, den Müttern und Hausfrauen in ihrem hohen und schweren Beruf praktisch beizustehen und ihre Kräste zu erhalten, als hochbedeutsamer, aber auch dringend er- orderlicher Dienst am Wiederaufbau und der Zukunft unseres Volkes. D.e n n ein P o lk wird sein, wie eine Mütter sind. Die Bevölkerungs­rage ist eine M ü t t e r f r a g e."

^TOD!

Und so sprachen zu uns eine Reihe um d i e V 0 l k s aufklärung verdienstvoller Ärzte: Wir haben heute viel weniger Slerbcfälle als etwa vor neunzig Jahren im halben Reichsgebiet, bei halb so großer Bevölke­rungszahl. Die großen Voiksseuchen, die Geschlechtskrank­heiten, die Tuberkulose, die Pocken sind wesentlich zurück­gegangen. Im ganzen betrachtet, sind wir widerstands­fähiger, gesünder und älter geworden.

Den Krieg gegen Tod und Krankheit gewinnt der Arzt nur im Bunde mit einem Volk, das seiner Wissen­schaft und Kunst Vertrauen entgegenbringt. Ost blendet ein verkehrter Wunderglaube an irgendein Allheilmittel die Menschen und erschwert ihnen so den rechtzeitigen Weg zum Arzt.

In der letzten Zeit hört man viel von der Bekämpfung der gefährlichsten Krankheit, des Krebses, durch allerlei wissenschaftlich noch nicht kontrollierte Mittel. In der führenden Zeitschrift „Der Gesundheitslehrer", in der die Arzte eine praktisch-medizinische Belehrung durchführen, liest man z. B.:

„Wir können heute mit Bestimmtheit sagen, daß es den Ärzten möglich ist, Krebskranke zu heilen. Je früher der Patient zum Arzt kommt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit der Heilung. Den Krebs frühzeitig zu erkennen ist natürlich die Kunst des Arztes." Eindringlich warnen die Ärzte vor neuen Entdeckungen, wie etwa mystische Einwirkungen von Erdstrahlungen, die den Krebs verursachen sollen, und vor Allheilmitteln, durch die man diese gefährlichste aller Erkrankungen selbst kurieren könne.

Aber — auch bei viel harmloseren Krankheiten gilt es, Vorurteile zu zerstören: Eine Seuche an der man zwar

64% DER DEUTSCHEN ?z%DfR DEUTSCHEN LANDBEWOHNER S LANDBEWOHNER

nicht gleich stirbt, die aber noch stärker verbreitet ist als die Tuberkulose, ist die Zahnfäule. 62,3 Millionen Mark haben zum Beispiel die Krankenkassen in einem Jahr an Aufwendungen für Zahnkranke gehabt. Schon bei einem „bißchen Zahnschmerz" soll man die „Angst vor dem Arzt" unterdrücken, ihn rechtzeitig aufsuchen und vor allem nicht falsche Sündenböcke wie zum Beispiel den Zucker und Süßigkeiten für die Zahnerkrankung und die törichte Versäuerung des Blutes verantwortlich machen. Darüber steht im „Gesundheitslehrer" folgendes: „Den Gebrauch der Zahnbürste müssen die Kinder ebenso früh erlernen, wie den der Seife! Leider sind wir davon noch weit entfernt! Auf den Geburtstag- oder Weih­nachtstisch gehört neben Zuckersachen und Schokolade auch die Zahnbürste und Zahnpaste!"

Es stünde besser um unsere Gesundheit, wenn wir alle

vorzeitig auchaufbeginnendeErscheinun herannahender Krankheiten achten möi

I g e n chten,

und rechtzeitig den entscheidenden Weg zum Arzt fänden.

AUS klein WIRD GROSS

Das Reichskuratorium für Wirtschaft­lichkeit hat eine große Anzahl von Berechnungen und Untersuchungen angestellt, um zu erforschen, welches die einfachste und zweckmäßigste Art mancher Hausarbeit ist. Wir unterhielten uns mit dieser wissenschaftlichen For­schungsstelle für die deutsche Hausfrau und wurden im Sinne unseres Themas auf mancherlei inter­essante Berechnungen aufmerksam gemacht. Rechnen Sie einmal selbst nach:

Wenn eine Hausfrau im dritten Stock wohnt und zweimal den Weg treppab und treppauf nach dem Keller läuft, etwa um Kohlen zu holen, so vollbringt sie im Monat eine Arbeitsleistung, die der Besteigung der Zug­spitze gleichkommt. Oder: Wenn man - wie dies gewöhn-

lich geschieht

bei der Speisebereitung täglich bloß

20 Gramm Fett im Spülwasser umtommen läßt, so macht

dies bei allen Haushalten in Deutschland in einem Jahr neun Millionen Zentner aus, von de. ?n man fünf Mil- : lionen Menschen hinreichend mit Feti ernähren könnte.

4o%

13'/

kinderlos!. eben 4o % .mit einem kind 15 % rar2 rindern 52.%, mu mehr als 3 15 *'•

Wenn nun auf der anderen Seite gespart wird, z. B. pro Haushalt und pro Tag einen Groschen, so macht dies bei elf Millionen Haushalten 400 Millionen Mark im Jahr. Und noch eine andere Rechnung. Nehmen wir an, wir würden nur ein Stückchen Zucker am Tage mehr vor« brauchen und hierfür nur Bruchteile eines Pfennigs aufwenden. Jeder Deutsche würde sodann, was für seine Gesundheit und Ernährung von außerordentlich großem Vorteil wäre, 2% Kilogramm im Jahre mehr essen. Dabei ist natürlich nicht gemeint, daß er die Stückchen einfach so aufißt — was übrigens auch nichts schadet. Tie Hausfrau versteht es ja sehr gut, in Suppen, im Gemüse, bei Mehl- oder Süßspeisen den Zucker zu verarbeiten. Bei einem Stückchen Zucker Mehrverbrauch macht dies in einem Jahr in Deutschland 3,3 Millionen Zentner, ungefähr 10 Prozent Mehrverbrauch aus. Die täglichen Ausgaben für die einzelne Familie sind sehr klein, die volkswirtschaftliche Bedeutung und der Wert für die Gesundheit sehr groß. Übrigens ist die Zuckerzahl für das Ernährungsschicksal eines Volkes kennzeichnend. Wir verbrauchen heute in Deutschland nur 25,7 Kilogramm pro Kopf. Im Anfang des Jahrhunderts beinahe die Hälfte weniger. Die fortschreitende Ernährungserkenntnis brachte aber in allen Kulturvölkern einen Mehrverbrauch dieses Nahungsmittels mit sich. Es ist übrigens sehr gut, daß durch die Gesetzgebung ein Ersatz von Zucker durch künstliche Süßstoffe sehr erschwert ist. Das Süßstoffgesctz schützt durch das Verbot gewerblicher Verwendung die einkaufende Hausfrau davor, daß sie nur „Süße" kauft, wo sie doch ein Nahrungsmittel erwartet. Eigentlich sind die künstlichen Süßstoffe ein Luxus, weil sie doch gar keinen Nährwert besitzen. Wir brauchen ja auch heute, da unsere Landwirtschaft ja übergenug Zucker hervorbringt, keine derartigen Ersatzmittel, die wir aus der Notzeit des Krieges in unangenehmster Erinnerung haben.

Unser Nährstand ist in Not. An Rübenanbau darf er nicht sparen. Denn wie jeder Landmann weiß, ist der Ackerboden um so ertragreicher für Körnerfrüchte, je besser er durch die Hackfrucht vobereitet wurde.

Volks Aufbau

„Ein Voll, das nicht baut, lebt nicht! Man mag mich steinigen, aber man soll nicht von mir verlangen, daß ich teuer

steinigen, aber man soll nicht von mir verlangen, vaß ich jener grauen Welt-Wirtschasts-Krisen-Elcnds Theorie folge, die uns den Glauben an Vie kommenden „sieben schlechten Jahre" des wirtschaftlichen Abschwungs einreben will

Und darum werde ich auch nicht meinen Glauben aufgeben an ein Pionierhaftes Vorstürmen unserer besten Kräfte in das Vorland einer neuen Wirtschaft, die an neuem Leben formt."

Diese schönen Worte des BerlinerSiadibauraies

M. Wagner standen als Vorspruch in den D. B S.-Blätiern der Darmstädter Eigenheimbewcgung, Die sich mit großem Recht eine Vereinigung der schaffenden Stände zur Behebung der Wirlschaftsnot und Der Arbeitslosigkeit nennt.

Durch Bauen zum Leben!

Das gilt für den einzelnen, der in seinem Eigenheim frei von Miete und Schuld leben will, und für die soziale Leistung dem Volk gegenüber. Denn jeder achte Deutsche hat durch bi'e Bauwirtschafl Arbeit und Brot.

Heute ist es aber in Deutschland so, daß die öffentlichen Mittel zum Bau von Eigenheimen sehr spärlich fließen, daß das Leihkapital viel zu schwer zu haben und dann vor allem

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viel zu teuer ist Aus diesen Gründen schlossen sich vor einigen Jahren zunächst wenige zur Deutschen Bau- und Siedlung», gemeinschasi in Darmstadt zum gemeinsamen Bausparen zu­sammen Der Zweck: Kapital zu bilden zur Arbeitsbeschaffung, zum Bau von Eigenheimen und zur Ablösung drückender Hnpo- thekenlasten, Kapital, welches zinslos den Mitgliedern zur Ver­fügung gestellt wird. Diese Bewegung, welche Zehntausende von Anhängern in ganz Deutschland Hai, stellt Die größte Kapitalsmacht zur Schaffung zinsloser Eigcnhcin spart gemeinsam und steigert so seine Spärkräsie

So entsteht ein gewaltiges Kapiial — Millionen und aber Millionen von einzelnen Sparbeträgen, die oft nur wenige Mark betragen. Viermal im Jahre werden Die Baugelder ân die Mitglieder verteilt Klug erdacht ist Der Verteilungsschlüssel. In gerechter Weise werden auch die Sparkräfie des kleinen Mannes nach Maßgabe seiner Sparircue bewertet Die Er-

fahrung hat gezeigt, daß bisher die Sparer in ganz kurzer Zeil — durchschnittlich in eineinhalb bis zwei Jahren — nach der Aniwartschasi aus Zuteilung ihr Ziel erreichten

Wenige Beispiele — so meint Dr Wagclaar, der Führer des Reichsverbandes der deuischen Bausparlasseu- vewcgung — in Deutschland gibt es, die be­weisen, wie trotz aller Wirtschaftskrise in

i den Bausparkassen aus ganz kleinen Be­trägen Hunderte von Millionen zusammen» strömen — und auf Dem schnellsten Wege her Wirtschaft zu fließen, wenn richtig gerechnet, Gesetz und Bedeutung der Sohlen erkannt wird, Die für das Mariae prüfte deutsche Volk Schicksal bedeuten.

Was der Arzt sagt:

Vorbeugen ist besser als Heilen Dieser Grundsatz gilt namentlich in unserer Zeit, in Der sich eigentlich niemand er» landen kann, krank zu sein. Rechtzeitig und energisch angepockt verschwinden lcichi Erkältungskrankheiten, Neuralgien^ rheu­matische Erscheinungen, Die tNpischcn Beschwerden von Kind und Frau. Es ist eine alte Volksweisheit, und schließlich sagt cs auch immer wieder der Arzt, daß hier der wichtigste Heil- 1 saktor die Wärme ist. Bisher war man beim Heizkissen ab- hängig von elektrischem Strom. Dieses war nicht immer un­gefährlich. Oder man brauchte zumindest heißes Wasser. Tie Nachteile dieser Heizkissen liegen ja klar aus Der Hand Man kann sie nicht bei sich führen. Man muß das Haus, womöglich noch das Bett hüten. Arzte haben sich infolgedessen überlegt, wie kann man ein Heizkissen konstruieren, welches die not­wendige gleichbleibende und heilende Wärme entwickelt, und welches man unter den Kleidern versteckt immer mit sich tragen kann, ohne daß es an Wärme verliert. Da berichtet uns nun das Institut für chemische Wärme­erzeugung zu Berlin von ihrem Heizkissen, einer geradezu sensationellen Erfindung des bekannten praktischen Arztes Dr. meb. Steintcl. Es gelang ihm, ein chemisches Präparat zu erfinden, welches durch Zusatz von kaltem Wasser dauernde und heilende Hitze erzeugt. L-chon heute ist dieses sog. Dr. mcd. Steintel-Kissen in den Kliniken, in der Praxis der Ärzte bekannt, und in allen Apotheken und Drogerien kann man es bekommen. Es ist geradezu wie ein Wunder: durch kaltes Wasser wird Wärme erzeugt. In das handliche Gummikissen, in dem in Form eines chemischen Pulvers die Wärmequelle enthalten ist, führt man zwei Teelöffel kaltes Wasser ein Jm Augenblick entwickelt sich jene gleichbleibende Wärme, die das allerbeste Vorbeugungsmittel gegen Erkältungen, Grippe, Rheuma, Katharrhe ist, und von den Ärzten bei Magen-, Gallen-, Blasen- und Nierenleiden verordnet wird. Es ist wirklich ein geniale Sache mit diesen Wärmestrahlen, die man überall mit sich herumtragen kann

Tas Gute an der Sache ist außerdem, daß dieses Heizkissen für ein paar Pfennig eine Wärme für drei bis vier Tage liefert und daß jedes Kind damit hantieren kann.

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1 o o STADIMÜTTER io o LANDMUTTER UNTER5 o JAHREN UNTER 50 JAHREN HABEN 13 KINDER HABEN 25 KINDER