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Nächtliches Schadenfeuer.

Die Lagerräume der Firma Hambach-Kalb fast völlig vernichtet.

Im Hintergebäude des der Firma Hambach-Kalb ge­höreirden Geschäftshauses Marktstraße 5, das von der ge­nannten Firma als Lagerhaus benutzt wird, entstand gestern abend gegen 8 Uhr plötzlich ein größeres Schaden­feuer, das sich außerordentlich schnell ausbreitete und in kurzer Zeit das sich über drei Stockwerke ausdehnende Lager ergriff. Als die sofort alarmierte Feuerwehr nach kurzer Zeit an der Brandstätte erschien, hatten die Flammen be­reits den Dachstuhl des Gebäudes ergriffen, und mächtige Funkengarben loderten über die dicht an dicht stehenden Häufer der Nachbarschaft hinweg und bildeten für diese eine große Gefahr. Dank der Windstille und dem raschentschlos­senen Eingreifen der Feuerwehr, die die Flammen zeitweise mit 10 bis 12 Schlauchlinien bekämpfte, gelang es, die Aus­dehnung des Feuers auf die Nachbarschaft zu verhindern und das wütende Element auf seinen Herd zu beschränken.

Außer dem Gebäudeschaden, der wohl als ein totaler anzusehen ist, ent st and ein gro - ßerVerlu st anriesigen Ware »Vorräten, die hauptsächlich aus Elas- und Porzelkanwaren sowie aus anderen Küchengeräten bestanden. U. a. wurden etwa 18 000 Einmachgläser durch die Hitze ver­nicht et und bildeten einen großen Scherbenhaufen, wie überhaupt das von Feuer und Wasser fast völlig vernichtete Lager einen traurigen Anblick bot. Eine genaue Beziffe­rung des Schadens wie auch die Ursache des Feuers ließen sich bis jetzt noch nicht feststellen.

Bis in die späten Nachtstunden hinein verfolgte eine nach vielen Hunderten zählende Zuschauermenge in der Marktstraße und am Steinweg die Tätigkeit der Feuer­wehr, obgleich nach den ersten Löscharbeiten das Feuer von den Straßen her nicht mehr beobachtet werden konnte.

Wenn die Grippe wiederkommt.

Krankheit und Jahreszeit stehen vielfach in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis, d. h. bestimmte Krank­heiten pflegen zu bestimmten Jahreszeiten in gehäuftem Maße aufzutreten. Das gilt besonders von der Grippe. Zwar sind wir im vergangenen Jahre von ihr ziemlich verschont geblieben, ob es aber in diesem Jahre ebenso wird, das steht noch dahin. Wie dem auch sei, wenn die Grippe wiederkommt, dann soll sie uns wenigstens ge - rüstet finden. Durch zweckmäßiges Verhalten nämlich vermögen wir der Grippe viel von ihrem Schrecken zu nehmen und ihrer Weiterverbreitung wirksam entgegen- zutrctcn.

Meist beginnt die Grippe als ein scheinbar harmloser, wenn auch gewöhnlich mit Fieber und Frost verbundener Erkältungskatarrh. Sobald wir in der jetzigen Zeit diese Krankheitsanzeichen bemerken, sollten wir daher nicht ver­suchen, durch allerlei Mittel und Mittelchen selbst an uns herumzukurieren, sondern zunächst ins Bett gehen und dèn Arzt, mindestens beim Auftreten von Fieber, sofort zu Rate »ziehen. Gerade die leichteren Fälle, die unerkannt bleiben oder verheimlicht werden, sind geeignet, der Weiterverbreitung der Krankheit Vorschub zu leisten. Selbstverständlich ist nicht jede fieberhafte Erkältung gleich eine Grippe, ob sie es ist, das vermag im allgemei­nen nur der Arzt zu entscheiden.

Ter einzelne kann sich und seine Umgebung wirksam vor einer Erkrankung an Grippe schützen, vor allem durch âdie Beachtung der wichtigsten Grundregeln vorbeugender Gesundheitspflege. Zu diesem gehört: Vermeidung allzu naher Berührung mit dem Kranken und Abstandhalten von ihm mindestens um Armlänge. Man sorge ferner dafür, daß der Kranke beim Husten und Niesen sein Ge­sicht abwendet oder sich ein Taschentuch vor den Mund hält. Alle vom Kranken benutzten Eß- und Trinkgeräte sind gesondert zu halten und nach erfolgter Benutzung sorg­fältig zu reinigen,wenn möglich zu desinfizieren. Unnötige Besuche halte man von jedem Erkrankten möglichst fern. Ein Vorbeugungsmittel mit zuverlässiger Wirkung gibt es Nicht, wohl aber wird der einzelne seine persönliche Empfindlichkeit gegen die Krankheit, abgesehen von der Innehaltung obiger Vorsichtsmaßregeln, dadurch stärken können, daß er für ausreichenden Schlaf, körperliche Be- ivegung im Freien in angemessener Kleidung und für eine den wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßte zweckmäßige Ernährung Sorge trägt; denn geschwächte und über­müdete Menschen fallen jeglicher Art von Infektions­krankheiten, zu denen ja auch die Grippe gehört, besonders leicht zum Opfer.

Wer diese Ratschläge in geeigneter Weise in die Tat umzusetzen weiß, braucht keine Grippeangst zu haben, sondern dürfte, soweit als möglich, gerüstet sein, wenn dis Grippe wiederkommt.

Familienabend der evangelischen Gemeinde Fulda.

Die evangelische Gemeinde Fulda hielt am Sonntag­abend im Gemeindehaussaale ■ einen zahlreich besuchten Familienabend ab. Nach dem gemeinsamen Gesang des 1. Verses von dem Liede „Herz und Herz vereint zusam­men" hielt Herr Kreispfarrer Weber eins kurze Begrü­ßungsansprache, in der er zunächst seiner Freude über den zahleichen Besuch Ausdruck gab und auf den Lichtbilder- Bortrag von Herrn Pfarrer Linz über die Anstalten Hephata bei Treysa hinwies. Es gäbe viele evangelische karitative Anstalten, z. B. Bethel, Hephata u. v. a. m., die dringend der Unterstützung der evangelischen Glaubens­genossen bedürfen. Herr Pfarrer Linz nahm sodann das Wort zu seinem Vortrag und führte seine Zuhörer im Geists durch die Anstalten Hephata, die aus sieben Abtei­lungen bestehen und zwar aus der Tiakoniffenausbildung, der Schwachsinnigenanstalt mit dem Krüppelheim, einem Krankenheim für schwer erziehbare Knaben, einem Heim für Arbeitslose, einem großen öffentlichen Krankenhaus, einem Heim für schwachsinnige Mädchen und einer Er- heherschule, in der die Erzieher pädagogisch ausgebildet werden. An Hand von zahlreichen Lichtbildern wurde den Anwesenden ein Einblick in die Anstalten Hephata ge­boten, die heute etwa 1200 Pfleglinge betreuen. Tie An­stalt besitzt eine eigene Licht- und Kraftanlage, und viele Bilder legten Zeugnis von der modernen Einrichtung der gesamten Anstalt ab. In der Bilderreihe kam natürlich auch das große Elend, das unter den Kranken in dieser Anstalt Herrscht, zum Ausdruck. In äußerst interessanter Form ver­stand es Herr Pfarrer Linz, die Besucher fast zwei Stunden lang zu unterhalten und ihr Herz warm zu machen für das große Liebeswerk, das in Hephata geleistet wird. Nach nnem kurzen Schlußwort von Herrn Kreispfarrer Weber wurde der Familienabend geschlossen.

Herbstprüfung 1932 des Stenographischen Prüsungsamtes oer Industrie- u. Handelskammer Frankfurt a. M.'-Hanan. .... An der diesjährigen Herbstprüfung haben insgesamt Prüflinge teilgenommen (davon in Frankfurt â. M - Höchst 15). Bestanden haben 27 Prüflinge (davon in Frankfurt a. Ak. -Höchst 2) und zwar in der Abteiluna 120 Silben (Vorprüfung) 3, Abteilung 150 Silben 19 Abte- l""S 200 Silben 2, Abteilung 220 Silben 3 Teilnehmer

Konzert der Vieberslemer in der Landesbibliothek.

Einen bedeutungsvollen Abschluß der ersten Hälfte der „Samstag-Abende der Landesbibliothek" brachte am 3. Dezember das Konzert des Schulorchesters der Hermann Lietz-Schule auf Schloß Bieberstein. Es war ein allgemein dankbar anerkannter guter Gedanke des Direktors der Landesbibliothek Dr. Ttzeele, dieser Musikschar, die be­reits in Frankfurt und Berlin mit Erfolg gespielt hat, auch einmal in Fulda Gelegenheit zu bieten, ihr Können zu zeigen. Mit welcher Spannung man diesem musikali­schen Ereignis entgegensah, zeigte die den Lesesaal und die anschließenden Verwaltungsräume bis auf den letzten Platz füllende Besucherzahl. Dem Charakter des Pro­gramms „Spielmusik aus der Zeit des Hoch­barocks" entsprach der äußere Rahmen: Kerzenbeleuch­tung im Saal und an den Notenpulten. So war schon festliche Stimmung gegeben, als Herr Musiklehrer Hilmar Höckner den Abend mit einführenden Worten über die

Fuldaer Anzeiger

Art des Musikbetriebes in einem Landerziehungsheim und über die aufzuführenden Stücke eröffnete. Musik ist dort nid)t nur Sache des Unterrichts, sondern der Erziehung im Eemeinschaftsgeiste. So wächst sie von innen zu den hochwertigen Leistungen, die wir am Samstag bewundern durften. Kunst und Natürlichkeit ohne Pose und Mani- riertheit verbinden sich zu einer Einheit, die reinen Genuß weckt. Dieser wurde dadurch gesteigert, daß auch das Pro­gramm aus einem Euß war. Brachte es doch nur Werke aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eine ganz andere, aber in der Zeit der Entstehung begründete Klang­wirkung als man sie sonst gewohnt ist, bringt die Zusam­mensetzung des Orchesters, das sich um das Cembalo grup­piert, jenes Zystrument, bei dem die Saiten nicht ange­schlagen, sondern angerissen werden. Wir hörten zunächst eine Orchestörsonatè in D-Moll vonJoh. Friedr. Fasch (1688—1758), der' einen nachhaltigen Einfluß auf Joh. Seb. Vach (1685—1750) ausübte. Von diesem größeren Mhister folgte das A-Dur Konzert für Cembalo und Orchester, das den ganzen Melodienreichtum und den fei­nen thematischen Aufbau eines Vachschen Werkes wieder offenbarte. Einen besonders künstlerischen Genuß vermit­telte sodann die Cembalistin, Frau Martha Höckner, mit dem je nach dem Charakter der Sätze schwungvoll kräftig oder graziös leichten Vortrag einer E-Dur Cha­conne für Cembalo von Georg Friedr. Händel (1685 bis 1759). Den erhebenden Abschluß bildete das Concerto Grosso in D-Moll von Antonio Vivaldi (ca. 1680—1743), bei dem neben der technischen Gewandtheit und dem musikalischen Gefühl des Gesamtorchesters auch das reife Können der Solospieler zur Entfaltung kam. Alles in Allem: es war ein in jeder Weise anregender und genuß­reicher Abend, auf dessen Wiederholung, die. wie wir hören, nach Weihnachten stattfindet, wir uns schon freuen.

Eisenbahn-Personen-Nachrichten.

E r n a n n t : Zum Reichsbahn-Sekretär der Reichs­bahn-Assistent Baumann in Fulda; zu Bahnhof-Schaff­nern die außerplanmäßigen Bahnhofschaffner Grosch und Oswald in Fulda. Die Prüfung hat be­standen zum Stellwerkmeister der Weichenwärter A l - bus in Burghaun. Jn den Ruhestand versetzt ab 1. Dezember 1932: Lokomotivführer Deigmcller in Gersfeld, Lokomotivoberheizer Ritter in Fulda, Rot­tenführer Möller in Fulda, Oberzugschaffner Andreas Schmitt in Fulda, Rangierer W e b e r in Bad Salz­schlirf und Oberbahnwürter Vogel in Hilders.

St. Nikolaus beim Turn- und Fechtklub.

Für die aktiven Turner und Turnerinnen des Turn- und Fechtklubs fand am Sonntag abend im Ballhaussaale eine Familienfeier statt. Recht zahlreich war man der Ein­ladung gefolgt, und auch verschiedene Ehrenmitglieder hat­ten es sich nicht nehm«, lassen, zu dieser Feier zu erschei­nen. Als die frohe Stimmung ihren Höhepunkt erreicht hatte, erschien St. Nikolaus und hielt den Turner und Turnerinnen ihre „Sündenregister" vor, wobei es nicht nur Rutenstreiche, sondern auch Anerkennungen gab. — Zu den Knaben des Turn- und Fechtklubs ist der Nikolaus am Montag abend gekommen. Etwa 160 Jungen hatten sich in der städtischen Turnhalle versammelt Nach einem Um­zug mit gemeinsam gesungenem Lied führten die Knaben turnerische Uebungen vor, bis plötzlich St. Nikolaus mit seinem Knechte Ruprecht erschien und die jungen Turner ermahnte, fleißig und vollzählig die Turnstunden zu be­suchen. Darauf wurden große Tüten verteilt, und die­jenigen die oft die Turnstunden versäumt hatten, erhielten von Knecht Ruprecht noch eine besondere „Zulage" mit der Ante.

Einführung des neuen Regierungs-Vizepräsidenten.

Der zum Nachfolger des verstorbenen RegierunFsvize- präsidenten Gehrke berufene bisherige Landrat des Kreises Glogau, Geh. Regierungsrat Dr. Ierschke, hat gestern seine Dienstgeschäfte als Regierungsoizepräsident in Kassel ausgenommen. Zu seiner Einführung ins Amt war eine große Plenarsitzung des gesamten Regierungskollegi­ums anberaumt worden, an der auch die Mitglieder des Teamtenausschusses tcilnahmen. Regierungspräsident Dr. Friedensburg hieß den Vizevräsidenten im Namen der Staatsregierung und der gesamten Beamtenschaft der Regierung willkommen und gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die solange verwaiste Stelle des Regierungs- Vizepräsidenten nunmehr wieder endgültig besetzt sei. In Kassel weilten namhafte höhere Beamte aus den Grenz­gebieten und seien hier als tüchtige Arbeiter am Staats­wohl bekannt geworden. So möge auch Vizepräsident Dr. Ierschke seine im Elsaß und in Schlesien gesammelten reichen Erfahrungen zum Wohle des Staates in seiner neuen Stellung verwerten. Vizepräsident Dr. Ierschke überbrachte in seiner Erwiderung Grüße aus dem Osten, schilderte die Not des deutschen Grenzlandvolkes, wobei er besonders auf die in Niederschlssien herrschenden Verhält­nisse hinwies, da durch die Folgen des Krieges der nieder­schlesischen Bevölkerung die Grundlagen einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung genommen seien. Auch im Innern Deutschlands und im Westen solle man sich der not­leidenden Brüder im Osten erinnern, die mit uns durch e i n Schicksal verbunden seien. Im weiteren Verlauf der Plenarsitzung erstattete der Regierungspräsident Bericht über die letzte Konferenz der Ober- und Regierungspräsi­denten in Berlin, worauf Regierungsrat Giesler von der Präsidialabteilung über die Büroreform sprach.

Der Bund Königin Luise

bittet uns um Aufnahme nachstehender Zeilen:

DerVundKöniginLuisefürseineSchirm- Herrin. Kürzlich hat Herr Wilhelm Kube, M. d. L., im märkischen Beobachter die Frau Kronprinzessin aus Schärfste angegriffen. Der Bund Königin Luise stellt sich geschloffen vor seine Schirmherrin — nicht nur aus Liebe, sondern um der Gerechtigkeit willen. Wir bekennen es dankbaren Her­zens, daß sie ihm nicht nur treuste, edelste und mütterliche Schirmherrin, sondern einer jeden von uns gleichzeitig edelste und beste Kameradin ist. An unseren Freuden und Leiden nahm sie jahrelang innigsten Anteil. Ihr Handeln stand immer unter dem Gedanken „alles für Deutschland!" Wer in stillen Stunden dieser deutschen Frau in die Gott verbundene und sich nur ihm verantwortlich fühlende Seele blicken durfte, der weiß, daß sie das Urteil für all ihr Tun nicht bei Menschen sucht. Der weiß aber auch, daß sie das neue Leid, das zu altem gefügt wurde, nicht bitter machen wird, sondern sprechen läßt: „Meine Liebe höret nimmer auf". Und gehört auch unsere Schirmherrin zu den Men­schen, die durch Stürme nur stärker, durch Schmerz nur gütiger werden, und deren Reinheit durch versuchte An­griffe nur offenbarer erscheint, so wollen wir es doch nicht zugeben, daß man die in Größe Schweigende unverteidigt läßt. Ch. Freifrau v. Hadeln, Vundcsführerin vom Bund Königin Luise.

Von der Kanaricnzüchter-Vcreinigung Fulda-Rhöntal

wird uns geschrieben: Die Eratisgewinne anläßlich der Vogelschau der Kanarienzüchter-Vereinigung Fulda-Rhön- tal find auf folgende Eintrittskarten gefallen: rote Karte Nr. 32 und 197, grüne Karte Nr. 37 und 172. Die ge­wonnenen Hühne werden âm Mittwoch, den 7. Dezember, in der „Alten Post" ausgegeben.

Der nächste Viehmarkt

findet am 8. Dezember statt. Der Abtrieb des. Viehes am Vormarkttagr von der Viehlader rinne am hiesigen Bahn­hof erfolgt über die Straßenecke Kurfürstenstraße- -Zieher- serweg nach der Straße „Heinrich von Bibra^Platz" und von da unmittelbar nach den einzelnen Stallungen in der Stadt. Der Auftrieb des Viehes, zum Markt am Markt­tage selbst beginnt um 8 Uhr und muß um 10 Ahr beendet sein. Hierbei ist das nichtuntersuchte V'eh durch die Schloßstraße, das voruntersuchte Vieh durch die Sturmius- straße—Lindenstrae aufzutreiben. Der Abtrieb vom Markt beginnt um 10 Uhr. Im Interesse der ungehinderten Ab­wicklung des Marktverkehrs wird die Bevölkerung ersucht, auf Lie vorstehenden Verhältnisse Rücksicht zu nehmen.

Bad Salzschlirf. (Ve st o h l e n e ,B a h n s e n d u n g e n.) In letzter Zeit gingen bei verschiedenen hiesigen Geschäfts­leuten Spirituosensendungen ein, die vorher von Diebes­hand während der Beförderung bestohlen worden waren. Den Sendungen fehlten jedesmal einige Liter. Jetzt ge­lang es dem Eisenbahn-Kriminalbeamten aus Hersfeld eine dreiköpfige Diebesbande auf dem Güterbahnhof in Fulda dingfest zu machen. Es handelt sich um 3 Eisenbahn bedienstete, die schon lange Jahre bei der Eisenbahn be­schäftigt sind. Dieselben wurden sofort fristlos entlassen. Auch sollen die Täter noch andere Sendungen beraubt haben.

Oberjossa. (A n g l e r - E l L ck.) Einem Angler gelang es, hier einen Hecht von 12 Pfund aus der Fulda zu angeln.

Hünfeld, 5. Dez. (E i n b r u ch s d i e b st a h l.) In der Nacht zum 3. Dezember 1932 drangen Einbrecher mittels Nachschlüssel in eine Wohnung am Eroßcnbachertor ein. Nachdem sic in der Küche zwei Paar Herrenschuhe einge packt hatten und im Begriffe waren, einen im Hausflur stehenden Schrank zu öffnen, wurde der Hausbesitzer burch das Knacken einer Diele aus dem Schlafe geweckt.' Als er Licht machte, nahmen die Täter schleunigst Reißaus.

x Tann (Rhön), 2. Dez. (Vortragsabend.) In der Reihe der Vortrage, die gemeinschaftlich vom evangeli­schen Pfarramt und von der städtischen Volksbücherei ver­anstaltet werden, fand heute abend im Konfirmandensaal der zweite Vortrag statt. Herr Pfarrer Bäumler sprach über das Thema „Albert Schweitzer, ein Leben im Dienste der Bruderliebe". Der Vortrag war äußerst interessant und fesselnd. Der Redner legte dar, wie Albert Schweitzer, der ein gesichertes Leben als Universitätspro­fessor, Musiker und Schriftsteller führen konnte, ergriffen von dem Elend der Neger, mit 30 Jahren noch beginnt, Medizin zu studieren, und sich dann aufmacht, um als frei­williger Arzt — von guten Freunden unterstützt — nach Afrika zu gehen und der schwarzen Bevölkerung zu helfen. Albert Schweitzer begann ein Werk, das übetfonfeifioneU und international sein sollte. Der Redner schilderte dann die Landschaft am Ogobe, in der Umgebung von Lam- barone, der Wirkungsstelle Schweitzers: er sprach über das Wirtschaftsleben dieses Gebietes, die Arbeiterfrage, die es auch hier gibt, die Bildung der Eingeborenen, -hre Schu­len, die Mission und über die ungeheuere Gefahr, die der Schnaps für die Neger bedeutet. Weiter sprach Pfarrer Bäumler über die Arbeit Schweitzers, die Einrichtung und den Aufbau seines Lazaretts, die Schwierigkeiten, die da-