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Was bisher der Überredungskraft besorgter Menschheits- freunve versagt blieb, was der die ganze Welt so schwer bedrückenden Wirtschaftsnot immer noch nicht gelungen ist, — ein unscheinbares, verachtetes Tier hat es fertigbekommen: Es hat die Vertreter fast aller Völker der Erde an den Vcrhaud-

daß die Rattenflöhe von den an aus den Menschen übergehen und Krankheit aus ihren neuen Wirt

Pest eingegangenen Tieren

dann durch ihren Stich die _____ übertragen. Unter den Ab- wehrmaßnahinen gegen diese unheimliche Krankheit steht des- halb die Vernichtung der Ratte an erster Stelle.

lungstisch gezwungen und zum ersten Male in der Geschichte Wenn es wenigstens tun die Hausratte wäre, gegen volle Einmütigkeit herbetgefuhri Der gewaltigste Schutz- und die wir anzukämpfen hätten! Aber diese ist in Deutschland

Trutzbund aller Zeiten ist endlich ins

Der gemeinsame Feind, gegen dessen rangen an Gut und Blut "' '

richtet, ist — die Ratte

Leben gerufen worden.

unerhörte Tributforde- gewalttge Abwehrfrvni

kaum noch anzutressen, denn sie ist von der urspüng- lich viel selteneren aber stärkeren und infolgedessen auch noch

Wer zum ersten Male scheu nur für den Ragers arbeiten, ist

ungefährlich sein, es muß sich in der Wirkung kontrollieren lassen, darf nicht zu kostspielig sein und nicht zu umständliche Vorbereitungen erfordern Daß der Aberglauben keine zuver­lässigen Wassen für Diesen Vernichtungsfeldzug liefert, daß Beschwörungen und Verwünschungen Den erwähnten Anfor­derungen nicht genügen, liegt aus Der Hand Wenn auch der Rattenfänger von Hameln durch Lockruf feiner Flöte Die Stadt „entrollet" haben soll, so wird man sich heute ebensowenig aus ein solches Verjähren verlassen rote auf das „Totreimen" vas früher in England und Irland üblich war, worauf auch eine Stelle in Shakespeare deutet (Aufzug 3, 2. Szene: Rosalinde: „. Ich bin nicht so bereimi worden seit Pulbagoras' Zeiten, wo ich eine Ratte war, Die sie mit schlechten Versen vergifteten.")

Die moderne Schädlingsbekämpfung bat uns wirksamere Mittel an die Hand gegeben Sie bat uns gelehrt, mit Giftpräparaien und Giftgasen vorzugehen. Der noch vor wenigen Jahren als sehr aussichtsreich ange­sehene Weg der künstlichen Erzeugung von Epidemien unter Ratten durch Verbreitung von Mäusetupbuskultureu wird neuerdings etwas seltener be­schritten. weil nicht immer Die erhoffte Wirkung eingetreten ist Jo mußte man vor eini­gen Jahren in Hamburg sest- stellen, daß Ratten der dor­tigen Sielbauten Paratvphus glücklich überstanden hatten und nun gegen Bakterien dieser Gruppe immun waren. Die Durchgasung bietet nur in geschlossenen Räumen, also besonders auf Schiffen, sichere Aussichi auf Erfolg Die früher sehr beliebten Phos­phor-, Arsen-, Stricknin- und Barium-Präparate sind zwar recht wirksam, aber auch für andere Tiere gefährlich und werden von Ratten bald ge­mieden Ein alles Haus­mittel, Das Die Ratte eben­falls tötet, aber Den Vorzug hat, für andere Tiere erheb­lich weniger giftig zu Sein ist Die Meerzwiebel Immerhin erforveri auch Die Anwendung

fich diese

hört, daß

Millionen Meu -

Lebensunterhalt dieses

25a Kw

Milliarckenwerte

mandern

Gbige Sohlen geben tn Colümarh

land

Deutschland und in den vereinigten Staaten alljährlich durch die unerwünschten Gäste verursach« wirö

, . nur allzulcichi geneigt, solche Be­hauptung in das Gebiet der Fabel zu verweisen. Und doch besitzen nur leider Die traurige Gewißheit, daß es sich so verhält.

Einige Zahlen: In Deutschland schätzt man das Ratten- Heer aus rund 40 Millionen und Den von ihm ver­ursachten Schaden aus etwa 20 0 b is 250 Millionen Mark In England rechnet man jährlich mit 300 Millionen, in den Bereinigten Staaten mit 800 Millionen Goldmark Ver­lust Allein in der fran­zösischen Hauptstadt Pa­ris schwankt Die Zahl dieser ungebetenen Gäste je nach der Jahreszeit zwischen 4 bis 10 Mil­lionen. die täglich für rund 1 Million Franc . Körnerfrüchte und der­gleichen fressen In an­deren Ländern ist es nicht besser

Wäre es nichts als nur dieser Materialscha- den - nur werden noch sehen, daß es Dabei lei­der nicht sein Bewenden

Ugland

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Hai so allein schon lidHöloieftcn grenendsten gen diese recht,eriigen

würde er den rück- »nv Durch« Kampf ge- Landplage Dei Ver-

und

Rud) Rursfchluf)

Robrbruch oerdanken wii häufig diesem Schädling

in den Rattenmagen!

den Schaden an. der in Eng;

wett

schädlicheren grauen Wanderratte fast gänzlich ver­

nichiungsieldzug kann aber nicht erfolgreich durchgeführt wer­den wenn sich ihm nur einige Staaten widmen, sondern es ist unerläßlich, daß sich die Bekämpfung unter größtmöglicher Beteiligung aller Länder vollzieht Es gibt kein Volk. das an der Bekämpfung dieses Feindes' uninteressiert sein könnte Diesen Erwägungen ist es denn auch zu verdanken gewesen.

Drängt worden Etwa um Die Mitte des 18 Jahrhunderts kam sie aus dem Tsien zu uns <wie ihre Wanderungen aus bisher noch rätselhafter Ursache immer in Der Tst - W est- R ichm n g verlaufen,, hat sich Dann keineswegs auf Europa beschränkt, sondern sich, wie ein echter Wellreijender, zu Schiff nach Amerika aufgemachi und im Laufe Der Zeit die ganze be­wohnte Erde erobert

Die Stadt Paris

erleidet Tag tüt Tag diese un­geheure Einbuße durch das Rül= lionenheet ihrer Ratten

Beängstigend ist die natürliche Fruchtbarkeit Dieser Tiere Die Raitenweibchen bringen alljährlich fünf- bis sechsmal je 8 bis 10 Junge zur Helt, Die sch^n. .nach vier Wochen volle Selbständigkeit erlangt haben Der Forscher James Rotwell hat ausgerechnet, daß ein Ra , ieupaar theoretisch i n drei Jahren mehr als 200 0 0 (I Nachkommen haben kann

Wird Der Nahrungsspielraum zu klein. so begeben sich die Ratten aus Die Wanderung Aus dem Jahr 1899 ist uns Der Bericht von einem solchen riesigen Ratlenzug aus England

der

In zahllosen Zöllen konnte die ZorsMung nachweisen. daß Rager ein übertraget dei gefürchtetften Krankheiten ist

dieses Giftes eine gewisse Vorsicht In größeren Mengen ausgenommen, erzeugt es nämlich bei Hunden schwere Magen- unD Darmentzündungen

Bei der Verwendung von Fallen hängt der Erfolg sehr von der Gejchicklichkeii und Sorgfalt ab mit der sie ausgestellt und bedteni werden, Da die Ratte äußerst mißtrauisch und so vorsichtig ist daß sogar der von früher gefangenen Tieren stammende Geruch genügt um sie vom Berühren der Falle abzuhallen

Nichi zu unterschätzen ist Die Mitwirkung vor natür­lichen Feinde der Raite in Diesem Vernichiungsscldzug. Habichl und Eule sind schar, hinlerhei und bejonvers der leßtere Vogel wird wenn man ihn tm Getreidespeicher ge­fangen hüli alle Don lebenden Nager - auch Die Mäuse - nach und nach vertilgen Von Dei erfolgreichen Tângkeu Der Schleiereule, Die vornehmlich für diesen Zweck verwende, wird, kann man sich leicht überzeugen wenn man regelmäßig Die unter dem Ruheplatz liegenden Gewölle einsammeli Von den Hunden sind insbesondere Die Rattenpinscher zu nennen, die ia gerade ihrer besonderen Eignung wegen Diese Bezeich­nung erhalten haben Die Katzen können gute Rattenfänger sein, wenn sie nicht zu sehr ans Haus gewöhnt sind. Gab man

Ver Rattenhörper - ein Basillenherd!

daß bereits im Jahre 1928 Die erste und tm vorigen Jahre (19311 Die zweite internationale Raltenkonserenz tn Paris statt- finben konnle. bei der Die Bertreier von 5 2 Nationen an­wesend waren Hier gab es keinen störenden politischen Miß- klang, wie er leider bei Der Bekämpfung anderer zwischen- staat'licher Kuliurübel 13 B Des Rauschgiftschmuggels, infolge der auseina »verstrebenden Interessen »ich« immer ausbleibt, sondern es wurde fachliche Arben geleistet Durch Erfahrungs­austausch und durch internationale Übereinkommen bezüglich der Schutz- und Abwehrmaßnahmen gedenki man Die Aus­rottung Der Raue erreichen zu können, wenn auch wahrschein­lich darüber noch Jahrzehnte vergehen werden

Es ist schon angebentet worden. daß die wirtschaftlichen

Verluste. Die also durch Zerstörung an Nahrungs- und Genuß- mitteln. an Rohstoffen. durch Benagung von Türen und Fuß­böden usw entstehen, noch »ich, einmal den schlimmsten Schuld­posten darstellen. Der auf Das Konto Der Ratte zu fetzen ist Weil gefährlicher wird ne durch die g e s u n d h e i i l i ch e n Gefahren Die sie dem Menschen als unwillkommenes Gast­geschenk mitbringi Hai sie auch schon infolge Zernagung elektrischer VettungSDräbte Kurzschluß und Damit Eiplo- (tonen und Brände in anderen Fällen durch Zerstörung von Wasserrohren ü b e r ! ch w e m m u n g e n hervorgerufen unv somit Leib und Leben ihrer menschlichen Wirte gefährdet, so wird sie zum entsetzlichen Unbeiléhotep vor allem dadurch, daß sie Der Überträger Der gefürchtetften Krankheitskeime ist Sie führt tu ihrem Blute häufig Den Erreger der sogenannten

Die

Eifrige Teilnehmer am Vernichtung-, selck^ug.

natürlichen §emde der Ratte bilden eine Kampftruppe. deren ßilfe nicht zu unterschätzen ist

überliefert. In West-Susser erschienen die Tiere in so ge<

wattigen Massen, daß Die Menschen

kaum wagten, ihre

W e i l l i ch c n K r a n k h e I i. einer schweren, nicht selten töd­lich verlausenden Gelbsucht mit sich. Der am Lebens- und Ge- nußmiiiel übertragen werden kann unv DaDiircb Gelegenheit bekommt. in Den menschlichen Körper einzudringen An Bak- lerien können unter Umständen die Erreger von T n p b u s . P a r a t 11 p b u s iFleischver- gisimlm, R u b r Cholera und T u b e r f u 1 0 f e auch Durch Rauen verbreitet werden

Zu einer ganz besonders großen Gesahr wird dieser Nager aber dadurch, daß er für Die P e st sehr empsänglich und in Der Wellerverbreitung dieser enche in großem Umfange be» ■ 1 a ist Die ivissenschastliche hunn.bqt nämlich ergeben,

Häuser zu verlassen und selbst Die Hunde vor den Ratten die Fluch, ergriffen Sie verschwanden dann aber wieder und niemand wußte wohin Im November des Jahres 1927 gab es erneut tn England, tm Tal des Lea < eines Nebenflusses der Themse), eine ungeheure Massenw -nderung von Ratten zu sehen Zu Tausenden zogen sie dicht aneinander geDrängt ihres Weges, eine Landstraße füllten sie vollständig aus Erst als ein Lastkraftwagen auf sie los-

EinSangapparat für die unsympathischen Schlfssgâste.

Zucrcfei-

fuhr, flüchteten sie über Die Böschung seitwärts in den Wald

über Die Notwendigkeit des rücksichtslosesten Kampfes gegen diesen Feind kann es also keine Meinungsverschiedenheiten ge­ben Aber wie ihn führen? Darüber geben allerdings Die Ansichten vorläufig noch immer etwas auseinander, wenngleich auch Daul der wissenschaftlichen Forschungsarbeit Die unzweck­mäßigen Verfahren immer siche­rer ersannt und daraufhin aus-

geschallel werden Die Bedin­gungen, Die man an ein wirk- saiuesRaitenvckümpfungsmitlel

„3d) tDürde diese Methocke empfehlen!" stellen muß, sind Die folgenden: Rus dem Ergebnis eines Preisausschreibens zu, Erlangung dei Es muß sowohl für den Men- geeigneisten Vernichtungsmittel in USA, sehen als auch für Die Haustiere

ehemals einem Schiff die Ausreiseerlaubnis, so enthielt das entsprechende Dokumcui stets einen Hinweis auf die 'Anwesen­heit von Katzen an Bord, weil Die Versicherungsgesellschaften nur dann für Schäden infolge Mottenfraßes haftbar gemacht werden konnten Auch Des Frettchens bedient man sich zur Ralteniagd. weil es sogar in Die Schlupfwinkel und Gänge einbringen kann

Alle Diese Mittel und auch lene, die hier aus Raummangel nicht ermähnt werden konnten müssen versagen, wenn sie nur vereinzelt angeweuver werden, wenn der Rachbai sich aus Nachlässigkei, oder Begnemlichkeii nicht Doran beteiligt Des­halb sind au di tn verschiedenen Staaten amtliche Matten« bekämpfungswöchcn etngeführt worden, die ,eden Haus und GrundstückselgcMilmer zur tatkräftigen Teilnahme verpflichten Vielletchi erleben wir es bereits in Den nächsten Jahren daß Diese Feldzüge auf Grund Der internationalen Zu - f a m ni e n a r b e 11 gleichmäßig tn Derselben Zeit i n allen Ländern der Erde vor sich gehen, damit einmal wirklich ein entscheidender Schlag gegen diesen gefährlichen Gegner geführt werden kann.

Dr. Ing. Paul Kohler.