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Nr. 284 Samstag 3 Dezember 1932

Er kommt.

Br. Jud. V. 14: Siehe, der Herr kommt.

Er kommt — das ist die Losung, die durch die ganze Adventszeit klingt. Wer kommt? Jesus. Aber es sind viele gewaltige Menschen gekommen — warum gibt es sür keinen von ihnen eine Adventszeit? Weil in Jesus Gott selbst kommt in seiner ganzen Fülle. -Aber das ist seltsam: er kommt — ist er denn nicht schon hier bei uns? Um uns? In uns? Soll denn sein Kommen vor 1900 Jahren und durch diese 19 Jahrhunderte vergeb­lich gewesen sein? Nein. Er ist schon bei uns, alle Tage — und doch wieder nicht. Denn wer kann das sagen: „Vor mir ist er immer, in mirister ganz, ist er alles"? Wer kann das von sich sagen: „Ich und der Vater sind eins?" Keiner. Und wer, der sich und feine Welt ernst nimmt, der sich nicht seelisch selbst verstüm- niclt — wer, der über sich selbst hinausstrebt nach Voll­kommenheit, braucht ihn nicht und möchte nicht ganz von ihm erfüllt sein? Und doch wird das alles im Alltags- lanf des Jahres von uns so wenig ernst genommen. Woran das liegen mag? Vielleicht daran, sicher mit daran, daß wir mit dem einen Wort „der Herr" doch nicht die ganze Herrlichkeit des Herrn uns deutlich genug machen können.

So wollen wir versuchen, es zu machen wie mit dem Sonnenlicht. Wir lassen es durch das Prisma strahlen, und nun leuchtet all sein herrlicher Glanz auf in den viel­fach farbigen Strahlen. So lassen wir sein ewiges Licht aufleuchten und ausstrahlen durch Jesus und sehen dann klarer und froher feine ganze Herrlichkeit, die unser sein soll. Er ist d i e Kraft — und wir sind so müde und schwach. Er ist die Wahrheit — und wir sind so voller Lüge. Er ist die Reinheit — und wir sind so voller Flecken. Er ist die V o l l k o m m e n h e i t — und wir sind so voller Mängel. Er ist d i e L i e b e — und wir sind so voller Selbstsucht und Haß. Er ist der Friede — und wir sind so voller Unruhe. Er d a s Leben — und uns bangt vor dem Tod.

Das ist der Herr. Er will zu uns kommen als all das — wer wollte da nicht bitten: „Ja, komm, Herr, auch zu mir"? Advent niahnt uns besonders eindringlich dar«.

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FrankreichS neue Gchuèöenuoie an Amerika.

Die neue franz ösische Note an den amerika- irischen Staatspräsidenten, in der die Forderung auf Zahlungsaufschub der französischen Schulden

Die französische Regierung, so heißt es in der Note, habe niemals die juristische Berechtigung der verschiedenen Verpflichtungen bestritten, die die Grundlage für die Kriegsschulden bildeten. Eine Bitte um Aufschub stelle auch lediglich eine Vertagung dar, die nichts an dem Recht der Parteien ändere. Deutschland habe außer einer Herabsetzung seiner Reparationen um 90 Prozent ein Moratorium von Drei Jahren erhalten Diese Rege­lung sollte in Den Rahmen einer allgemeinenRegc- l u n g ausgenommen werden müssen, was schon daraus hervorgehe, daß die europäischen Gläubigermächte aus die Zahlung Der ihnen zustehenden zwischenstaatlichen Schulden bis zum Zustandekommen dieser all­gemeinen Regelung verzichtet hätten.

Die Folgen einer Wicveranfrollung der in Lausanne erzielten Ergebnisse würden unübersehbar sein. Die fran­zösische Regierung weift ferner darauf hin, daß das fran­zösische Parlament das Hoover-Moratorium nur unter Berücksichtigung der oben aufgeführt-n Gesichts­punkte angenommen habe.

Die leichte Besserung, die nach dem L a u ) a n it e r Abkommen eingetreten sei, habe die Völker eine all­gemeine Lösung erhoffen lassen. Die Belebung, Die zu erkennen gewesen sei, könne nicht andauern, wenn Die nächste Rate der zwischenstaatlichen Schulden verlangt werde. Die französische Regierung könne nicht glauben, daß das amerikanische Volk Interesse an der Durchführung eines Abkommens habe, das in Der ganzen Welt „E h a o s und Elend" Hdrvorrufe. Aus diesem Grunde bitte sie um eine nochmalige eingehende Stellungnahme zu ihrem Anträge.

Einweihung der Gaaleialsperre.

Die größte Talsperre Europas.

Die Saalctalspcrre zwischen Saalfeld und Schleiz bei Saalburg mürbe durch den Beauftragten des Reichs- verkchrsministcriums, Ministerialdirektor Dr. Gâhrs, in Betrieb gesetzt. Der Eröffnungsfeier wohnten zahlreiche Vertreter des Reiches, Preußens, Sachsen und Thüringens bei, unter ihnen der preußische Handelsminister Doktor Schreiber als Vertreter des Kabinetts Braun, der sächsische Finanzminister Dr. Hädrich, die thüringischen Minister, Reichsminister a. D. Dr. Dernburg u. a.

In sechsjähriger Arbeit ist diese größte Talsperre des europäischen Festlandes mit einem Fassungsvermögen von 215 Millionen Kubikmeter Wasser entstanden. Da, wo noch vor Monaten Weideplätze waren und Fabrik ichornsteine rauchten, liegt jetzt ein blauschimmernder Bcrgsec, der in einigen Monaten in einer Länge von 28 Kilometer eine Gesamtfläche von 920 Hektar über stiftet haben wird. Zwanzig industrielle Anlagen, 120 Wohnhäuser — 700 Menschen mußten umgesiedelt wer­den —, 100 Hektar Ackerland, 650 Hektar Wald- und Wiesenaelände, 150 Hektar Ödland wurden unter Wasser gesetzt.

Ausdehnung der Streitbetvegung ™.Ä MÄ»liÄ

Forderungen durch die Regierung Die Stufbcbimn ^

Was sagen Parteien «nd Presse?

Oie NGOAp. lehnt Tolerierung Schleichers ab.

Die parteioffiziöse Münchener Nationalsozialistische Korrespondenz schreibt zur Betrauung Schleichers u. a.: Obwohl Die NSDAP, ihre Haltung zu einem Kabinett Schleicher in Den letzten Tagen wiederholt zum Ausdruck gebracht und die Tolerierung eines solchen Kabinetts durch die nationalsozialistische Bewegung als nicht gegenüber dem Volke vertretbar erklärt hat, nähren gewisse, an einem solchen Kabinett interessierte Kreise und Zirkel immer noch Die Hoffnung, daß die NSDAP nun in irgendeiner Form eine Unterstützung geben würde. Um von vornherein alle Unklarheiten aufzuräumen, wiederholen wir heute: Die NSDAP, lehnt jede Tolerierung eines Kabinetts Schleicher als mit dem Willen des Volkes nicht vereinbar klar und unzwei­deutig ab.

Die NSDAP., die als größte nationale Volks- bewegung der deutschen Geschichte heute allein ein Drittel des ganzen deutschen Volkes vertritt, ist nicht nur jederzeit bereit, die Verantwortung zu übernehmen, sondern wird ihrerseits nichts unversucht lassen, damit die verantwortliche Staatsführung, die sie zur Rettung des Volkes unumgänglich braucht, in ihre Hand gelegt wird. Daher wird und muß die NSDAP, jedes Kabinett bekämpfen, das dieser einzig möglichen Entwicklung zu geordneten und gesunden Verhältnissen in Deutschland den Weg versperrt.

Die Haltung des Zentrums.

In Z e n t r u m s k r e i s e n ist man der Ansicht, daß das neue Kabinett von Schleicher keineswegs eine ideale Lösung darstelle, aber immerhin das, was zur Zeit er­reichbar gewesen sei. Staatspolitisch gesehen, bedeute, so erklärt man, ein Kabinett Schleicher etwas Besseres als der bisherige Zustand. Man glaube auch, daß von Schleicher ehrlich genug sei, um ernstlich eine Abkehr von dem bisherigen Kurs vorzunehmen und eine V er­st ändigungauf breiter Grundlage anzu­streben. Allerdings müßte die Zusammensetzung des neuen Kabinetts abgewartet werden und dann vor allem seine Taten. Aus allen Personenfragen, so wird weiter erklärt, scheide das Zentrum selbstverständlich voll­kommen aus. Die Auswahl seiner Kabinettsmitglieder sei ausschließlich Sache des Reichskanzlers selbst.

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Die DVp. zum Kabinett Schleifer.

Die Nationalliberale Correspondenz schreibt u. a.: Die Deutsche Volkspartei wird sich, getreu ihrer Über­lieferung hinter das vom Vertrauen des Reichspräsidenten — nicht von den Parteien — eingesetzte Kabinett stellen, im übrigen aber die Einzelheiten seines Programms ab­warten. Dieses Programm wird als Kernsatz umfassen: Brot und Arbeit, Ruhe und Ordnung im Innern zu schaffen und die nationale Freiheit nach außen hin zu vertreten. Wenn die Mehrheit des Reichstages daran mitwirken will, so ist es gut upd erfreulich — im anderen Falle schaltet sich das Parlament selbst aus.

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Oer Kahmsiiswechsel

im Spiegel der Presse.

Die Aufnahme, die die Beauftragung Schleiche r s mit der Kabinettsbildung in der politischen Presse ge­funden hat, stellt sich in kurzen Auszügen aus den be­treffenden Artikeln kolaendermaßen dar:

Raubmörder Knirsch gesteht.

Der Mord an dem Geldbriefträger Hofmann.

FraNkfurt a. M., 2. Dezember.

Der in Wiesbaden festgenommene 19jährige Willi Knirsch, der Mörder des Eeldbriefträgers Hofmann, ist in der Nacht von der Kriminalpolizei eingehend vernommen worden und hat dabei ein offenes Geständnis abgelegt. Da­nach hat er in Wiesbaden, wo er in Stellung gewesen war, die Pistole gestohlen, hat dort einen Arbeitskollegen mit der Waffe bedroht und auch beschossen und mutzte deshalb seine dortige Stellung aufgeben. Er kehrte dann nach Frankfurt zurück, wo er sich wegen dieses Vorfalls zweimal in der Woche auf der Polizei melden mußte, so auch am Mordtage, Nach seiner Angabe hat er den Mord schon lange geplant, wobei ihm der seinerzeitige Hebers all auf einen Eeldbriefträger in Köln vorschwebte. Als der Eeld- briefträger die Rente für seine Großmutter ausgezahlt hatte und wieder weggegangen war, schickte er seine Groß­mutter in den dritten Stock und rief den Eeldbriefträger zurück mit dem Vorgeben, die Großmutter habe ihm noch etwas zu sagen. Als der Eeldbriefträger kurz darauf wie­der. die Wohnung betrat, schoß er sofort den Beamten nie­der. In diesem Augenblick kam die Großmutter wieder zurück. Er kümmerte sich jedoch nicht um das Klopfen der alten Frau, sondern schleifte die Leiche des Briefträgers in ein Nebenzimmer, wusch die Blutspuren weg und reinigte sich selbst von diesen, verbrannte die Belege, nachdem er das Geld an sich genommen hatte. und warf die Patronen-

Snoch in den Aschenkasten.. Darauf zog er sich in aller

,: an und ließ dann die Großmutter herein. Die alte Frau schrie laut auf, als sie sah, was der Enkel getan, je­doch hielt Knirsch ihr den Mund zu und würgte sic, worauf die Frau in Ohnmacht fiel. Knirsch sprang dann aus dem Fenster des Schlafzimmers in den Garten und flüchtete. Auf dem Küchenschrank ließ Knirsch einen Zettel für seine Mutter zurück, auf dem folgendes stand: „Liebe Mutter, verzeihe meine Sünde und lebe wohl! Es grüßt Dich Dein Willi." Nachdem Knirsch aus dem Haus geflüchtet war, kaufte er sich in Frankfurt noch einen Mantel und fuhr nach Mainz, wo er zunächst ein Kino besuchte. Nachdem er dann noch einige Kleinigkeiten in Mainz eingekauft hatte, darunter eine Armbanduhr, fuhr er, nach Wiesbaden zu seinem Freund. Dort wurde er verhaftet. Bei seiner Fest­nahme hatte er noch 2300 Mark in Papier und 264 Mark in Silber bei sich. Außerdem fand man bei ihm noch die geladene Pistole.

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Lokaltermin. — Drohende Haltung der Menge gegen den Mörder.

Die Mordtat an dem Briefträger Hofmann wurde im Mordhause rekonstruiert. 25 Schupobeamte riegelten zu­vor die Straße ab. Als dann der Mörder Knirsch ge-

31 a i D c nrokra tr, che „Abend" schreibt: P Papen erledigt. Der Hauptverantwortliche herpt nicht mehr Papen, sondern Schleicher. Die Rc gwrungskrise ist bis auf weiteres beendet, die Staatskrise dauert fort und die Wirtschaftskrise, ihr vulkanischer besteht weiter. Die S o z i a l d e m o k r a t i e kämpft weiter. gègèn diè Feinde der Arbeiterklasse, die feudale und die faschistische Reaktion, die nach immer stark Oefol>rli($, aber in ihren Hauptstellungen er­schüttert find.

Das -demokratische Berliner Tageblatt : Hindenburgs Entscheidung mutz auch von denen mit Genugtuung aufgenonlmen werden, die dem krnn-- menden Kabinett Schleicher ohne übertriebene Illusion gegenüberstehen. Denn es wirkt wie eine Befreiung, wenn die Gefahr, daß Herr von Papen, der unbelehrbare Kanzler des Unheils, wiederkommen könne, durch die Berufung eines Mannes beseitigt wird, der wenigstens anerkannte Geschicklichkeit besitzt und den guten Willen zeigt, aus den schlimmen Erfahrungen der letzten Monate etwas zu lernen.

Die Deutsche Allgemeine Zeitung, die der Großindustrie nahesteht, schreibt : Das Äh bi nett Schleicher wird, wenn es zustande kommt, nicht den Charakter eines Kampfkabinetts haben, sondern den Charakter einer ü b crg an g s lö sung , an deren Ausgang die Einfügung der nationalsozialisti­schen Bewegung in den Staat stehen muß, die leider in den letzten Wochen gescheitert ist. Tas, bedingt ein sachliches Programm und eine Personenauswahl, die beide zwar die überparteiliche, präsidiale Struktur des neuen Kabinetts betonen, gleichzeitig aber ihm im Volke eine breite Unterstützung sichern und der Opposition keine zer­störenden Formen gestatten.

Die a g r a r i s ch e De u t s ch e T a g e s z t g. schreibt: Man wird hoffen dürfen, daß das Ziel der Berufung des Reichskanzlers von Schleicher, die Grundlage des neuen Präsidialkabinetts zu verbreitern und eine gewisse Beruhigung zu schaffen, erreicht werde. Dazu ist freilich vor allem auch erforderlich, daß das neue Kabinett mit einem klaren und geschlossenen Programm und mit einem ebenso klaren und ent­schlossenen Willen vor die deutsche Öffentlichkeit und dem­nächst auch vor den Reichstag tritt. Nur dann wird auch das.Vertrauen zur Pr ä s i d k a l g e w a l t in Deutschland Die weitere Festigung und Stärkung erfahren, die zur Meisterung der schwierigen und ernsten Lage des deutschen Volkes nötig ist.

Im b ü r g. e r l i ch-n a t i o n a l e n L o k a l a n z e i g e r heißt es: Das Kabinett Schleicher geht uns so wenig, an, als das Kabinett Papen uns anging. Am nächsten dürfte ihm das Zentrum stehen, dessen Hand bei seinem Werden fühlbar ist. Jedes Titelchen Vertrauen muß es sich erst erwerben und verdienen. Genau wie das Kabinett Papen. Wirwarten gelassen ab, wie und mit'welchem Er­folg und bei wem es mit Tun und Lassen sich um solches Vertrauen bewerben mag. An seinen Früchten wird man auch e s erkennnen.

Der nationalsozialistische Angriff fchreibt: Wir können in Ruhe abwarten, wie es Herrn von Schleicher gelingen wird, nicht nur sein Kabinett zU- sammenzustellen, sondern vor allen Dingen sich mit Den verschiedenen politischen Gru p p e n ausein- anderzusetzen und dann wirklich etwas zu leisten. Herr von Schleicher will sich einerseits auf die Freien Gewetk- schäften, andererseits auf das Zentrum und die Bayerische Volkspärtei mit den Christlichen Gewerkschaften und end­lich auf die Deutschnationalen stützen, Wir sind der Über­zeugung, daß die Gegensätze ih diesen Gruppen so groß sind, daß das Fundament des Schleicher-Kabinetts sehr bald zusammenbrechen wird. Wie Herr von Schleicher den Konflikt mit dem ReuHstaa vermeiden will, ist und bleibt ein ungelöstes Rätsel.

fesselt vorgeführt und in das Mordhaus gebracht wurde, nahm die Menge eine drohende Haltung gegen den Mörder ein. Die Polizei hatte Mühe, ihn vor Lynchabsichten det aufgeregten Neugierigen zu schützen. Knirsch verlor durch den Tumult auf der Straße vollkommen die Fassung, so daß er seine Angaben über die Tat nur unter Weinen und Schluchzen machen konnte. Die Tat stellt sich, wie oben geschildert, als ein vorsätzliches Delikt heraus.

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Die Post sorgt für die Hinterbliebenen des Ermordeten

Die Post hat die dauernde Patenschaft für die beiden Kinder des ermordeten Eeldbrieftragers Hofmann über­nommen. Die stellenlose Tochter wird als Fernfprechgëhil- fin in den Postdicnst eingestellt.

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Die Lehren des Postbeamtenmordes.

Ausrüstung der Beamten mit einer Schuhwaffe.

Unter dem Eindruck des Raubmordes an dem Eeld­briefträger Hofmann, den das gleiche Schicksal wie schon viele seiner Kollegen traf, fand am Freitag in der Ober­postdirektion zwischen den zuständigen Dienststellen eine Besprechung hinsichtlich einer Bewaffnung der Geldbrief- träger statt. Bislang war es den Geldbriefträgern frei- gestellt, ob sie Waffen mit sich führen wollten oder nicht. Man entschied sich für die Ausrüstung der Beamten mit einer Schußwaffe. Ob diese Maßnahme nun tatsächlich den in letzter Zeit so zahlreich gewordenen Raubüberfällen Einhalt tun wird, erscheint sehr zweifelhaft, denn in fast allen Fällen sind die Opfer in dunklen Hausfluren und hinterrücks überfallen worden. Sie haben weder um Hilfe rufen geschweige denn von einer Schußwaffe Gebrauch machen können. Möglich ist es natürlich, daß die einfache Tatsache der Bewaffnung vielleicht Eindruck auf Gelegen­heitsräuber, wie es hier in Frankfurt der Knirsch gewesen ist, macht. Den Berufsverbrecher, wie etwa den Berliner Rein, wird auch die Waffe des Beamten nicht schrecken. Hier kann nur Aenderung im Bestelldienst, bargeldloser Zahlungsverkehr oder eigenes vorsichtiges Verhalten der Beamten helfen.

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Roch ein Raubüberfall in Frankfurt.

Gestern früh wurde ein Kassierer der Gasgesellschaft am Peterstar von Zwei unbekannten Männern überfallen. Ein Täter versetzte dem Kassierer einen Stoß in den Magen, während der zweite,ihm Pfèffcr. fn die Augen warn. Sie raubten vier Säckchen mit Gasmünzen und gingen flüchtig. Sie werden von dem kleberfnllenen als 20—AffähriK Burschen beschrieben.