des Zwergheeres, das Versailles dem deutschen Reich gelaff' n hat, hat Schleicher vom ersten Tage an mitbestimmt. 1924 wurde er zum Oberstleutnant befördert und am 1. Februar 192b zum Abteilungsleiter im Reichswehr- ministerium ernannt. 1926 erfolgte die Ernennung Schleichers zum Obersten, 1929 zum Generalmajor. Am 1. April 1929 übernahm Schleicher dann das n e u g c - bildere Ministeramt im Reichs wehr Ministerium und wurde kurze Zeit darauf zum Generalleutnant befördert. Anfang Jun! 1932 übernahm Schleicher die Leitung des Reichswehrministeriums im Kabinett von Vaven.
über Fünfmâchiekonsereüz.
Beginn der Verhandlungen in Genf.
Macdonald, Simon, Paul-Boncour und Norman Tavis sind mit dem gleichen Pariser Zux in Genf eingetroffen. Aloisi wird am Sonnabend hier erwartet. Das Eintreffen Herriots ist für Sonnabend angemeldet. Tagegen wird mit dem Eintreffen Ren - r a t h s im Hinblick auf die Kabinettsbildungsverhandlungen erst zu der am Montag beginnenden Sitzung des Völkerbundrates gerechnet.
Tie Fünfmächtebesprechung dürfte daher bereits in den allernächsten Tagen beginnen. Auf englischer und französischer Seite wird übereinstimmend betont, daß die Ministerpräsidenten ausschließlich zu den Verhandlungen über die Gleichberechtigungsfrage nach Genf gekommen seien und daß diese Besprechungen streng nicht» « m t l i ch e r Art sein würden. Erst aus diesen jetzt beginnenden privaten Besprechungen soll sich klären, ob die Einberufung einer offiziellen Fünfmächte- konferenz möglich und notwendig ist.
Rollende Milliarden.
3hmb zehn Milliarden Mark Befitzwechstzl an einet« Lage.
Im Rahmen der englischen KonvdrtierungK- maßnahmen wurde in der Londoner City am 1. Dezember eine der größten Geldbewegungen in der Geschichte des Londoner Geldmarktes durchgeführt, bei der eine Summe von rund 700 Millionen Pfund die Besitzer wechselte. Das Schatzamt zahlte rund 380 Millionen Pfund an die Besitzer von fällig werdenden Sicherheiten und erhielt etwa 310 Millionen Pfund an Zahlunaen für neue Anleihen.
Kurze politische Nachrichten.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. November 1982 hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 351 Millionen auf 3367,7 Millionen Mark erhöht. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 244,8 Millionen Mark in den Verkehr abgefloffen. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 8,5 Millionen auf 937 Millionen Mark erhöht. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 26,5 Prozent gegen 28,2 Prozent am 23. November d. I.
»-
Nach amtlichen Angaben deS russischen Außenhandels- kommissariatS beläuft sich der gesamte Außenhandelsumsatz der Sowjetunion in den zehn ersten Monaten des Jahres auf 1058 521 000 Rubel. Davon entfallen auf die Ausfuhr 461 412 000 und auf die Einfuhr 597109 000 Rubel. In der amtlichen Mitteilung Nirb hervorgehoben, daß gegenüber dieser Passivbilanz sich in den Monaten September und Oktober allein ein Aktivsaldo von 11822 000 Rubel ergab. (Ein Goldrubel = 2,60 Mark.)
AuSschliestuna aller Kommmisten ms dem schweizerischen Staatsdienst.
Der SchweizerischeBundesrathatdie Ausschließung aller Kommunisten aus dem Staatsdienst be- schloffen. Der Bundesrat erklärte, baß die Zugehörigkeit zur Kommur lstischen Partei oder die Mitwirkung an einer kommunistischen Organisation unvereinbar sei mit der Stellung eines Beamten, Ange st eilten oder Arbeiters des Bu.n des. Wer der Kommunistischen Partei /angehöre oder an einer kommunistischen Organi- sation chritwirke, könne weder in den Bundesdienst auf- gencrstmen werden, noch darin verbleiben. Wer bei der Kommunistischen Parteiv erbleiben will, hat zum 1. Januar 1933 sein Angestellten- oder Beamtenverhältnis als ausgelöst zu betrachten. Dies gilt auch für die Ansprüche aus der eidgenössischen Versicherungskaffe und der Pensionskaffe der Bundesbahnen. Der Beschluß tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.
Heftige Debatte über diè Fürstenabfindung in Württemberg.
Im Württembergischen Landtag kam es in heftigen Auseinandersetzungen über einen Antrag des Finanzausschusses betreffend die Leistungen des Württembergischen Staakes an das Haus Württemberg. Dieser Ausschußantrag geht dahin, das Staatsministerium zu ersuchen, mit dem Hause Württemberg wegen einer Herabsetzung der Leistungen des Württembergischen Staates an dieses Haus oder einzelne Mitglieder desselben mit größter Beschleunigung in Verhandlungen ein» zutreten und dabei auf die angespannte Lage der Staats» sinanzen und die schweren R o t st ä n d e in weitesten Kreisen der Bevölkerung in Stadt und Land besonders hinzuweisen. Für den Antrag fand sich eine Mehrheit, die aus Nationalsozialtsten, Deutschnationalen, Bauernbund, Zentrum, Demokraten und dem Christlichen Volks- »ienst bestand.
Gegen Boykottandrohung in der Politik. ,
Nachdem die 26. Zivilkammer beim Berliner Land» «ericht I auf Antrag des Vereins Deutscher Zeitungsver- leger gegen den Angriff und deffen Herausgeber Dr.; Goebbels eine einstweilige Verfügung auf Unter- laffung der Boykottandrohung der bürgerlichen Preffe erlassen hatte, wurde jetzt die einstweilige Verfügung b e - st â tig 1, so daß dem Angriff auch weiterhin verboten ist, zum Boykott der bürgerlichen Zeitungen aufzufordern.! Lediglich dem Anspruch auf Widerruf gab daS Landgerichts nicht statt. Die Kosten wurden zu neun Zehntel demj Angriff, zu einem Zehntel dem Berem Deutscheri WiMèMeger auiMA
Aus Hessen-Nassau und Nachbakgebieten
Merkblatt für den 4. Dezember.
1400: Gründung der Universität Leipzig. — 1679: Der englische Philosoph Thomas Hobbes in Hardwick gest. — 1875: Der Dichter Rainer Maria Rilke in Prag geb. — 1900: Der Maler Wilhelm Leibl in Würzburg gest.
Merkblatt für de» 5. Dezember.
1757: Sieg Friedrichs des Großen über die Oesterreicher bei Leuthen. — 1791: Wolfgang Amadeus Mozart in Wien gest. — 1835: Der Dichter Graf August v. Platen in Syrakus gest.
Es ist alles immer und überall voll von rätselhaftem Erleben, die wechselnden Farben des Lichts, des Lärms, Nacht und Tag mit ihrem aus Leid, Schönheit und Kraft verketteten Stundenlauf. Eine Lust ist es, Geist und Stoff überall im Rausch ihrer Verbindung zu sehen, allen Gesichtern nachzudenken und nachzuempfinden, der unendlichen Wanderung Gottes über die Erde zu folgen. B l u n ck.
Wie wird das Wetter?
Als um die vorige Wochenwende ein starkes Tiefdruckgebiet vor der Küste Norwegens schwere Stürme in England und auf der Nordsee hervorrief, mußte man allgemein annehmen, daß die Wetterverschlechterung sehr bald auch auf Deutschland übergreifen würde. Tatsächlich war aber das kontinentale Hochdruckgebiet so kräftig, daß eine Wetteränderung zunächst Nicht eintrat. Bei vorwiegend heiterem Himmel sanken die Temperaturen nachts im allgemeinen unter den Gefrierpunkt, während tagsüber die Quecksilbersäule 4—6 Grad Celsius erreichte. Die Tagesdurchschnittstemperaturen entsprachen damit Ungefähr den Normalwerten. Mitte der Woche machte sich in Westeuropa ein stärkerer Luftdruckfall bemerkbar, der schließlich sich bis nach Mitteldeutschland ausdehnte. Infolgedessen trat im Westen eine langsam zunehmende Bewölkung ein. Die Temperaturen gingen etwas höher als an den vorhergehenden Tagen.
*
Zwischen Island und der südskandinavischen Küste liegt ein sehr —starker Tiefdruckwirbel, deffen Ausläufer bis nach Nordfrankreich reichen. Im Bereich einer feuchtwarmen Westströmung kommt es in England und Nordfrankreich zu verbreiteten Regenfällen, die bereits bis zur deutschen Nordseeküste vorgedrungen sind. Gleichzeitig herrscht im nördlichen Mittelmeergebiet rege Wirbeltälig- keit, wobei milde Luftmaffen aus Südosten nach den östlichen Teilen Deutschlands herangeschafft werden. Da der nördliche Tiesdruckwirbel sich weiter ostwärts verlagert, kommt auch unser Gebiet mehr in den Bereich seiner Ausläufer, wodurch sich auch bei uns Nisderschlagstätigkeit ein- stellen wird. — Vorhersage bis Samstag abend: Bei südlichen bis westlichen und sich verstärkenden Winden mildes und überwiegend bewölktes Wetter mit Regenfällen. — Witterungsaussichten für Sonntag: Unbeständiges Wetter mit wiederholten Niederschlägen und nur gelegentlicher Aufheiterung, bei westlichen Winden mild.
* Fulda, den 3. Dezember 1932.
Am Wochenende.
Nun brennt morgen schon das zweite Licht im Adventskranz, und wir taffen es uns nicht nehmen, uns wieder mal auf das Weihnachtsfest zu freuen. Unterstreichen kann man aber den Wunsch „Rettet den Christbaum!", — rettet dieses christliche Symbol für die Familie! In der kleineren oder mittleren Stadt ist der „Reklamechristbaum" in der vorweihnachtlichen Zeit nicht so verbreitet wie in den Großstädten, wo man die brennenden Christbäume vor den Warenhausfaffaden und an anderen recht weltlichen Stätten gleich zu Dutzenden aufgepflanzt sehen kann. Bei diesen übertriebenen Beleuchtungskunststücken kann man sich mitunter nicht des Gedankens erwehren, daß die Ware weniger ins richtige Licht gesetzt werden soll, man schließt geblendet die Augen und sucht nach einem Ruhepunkt, der dem Auge Zeit läßt, alles richtig aufzunehmen. Wir haben hier in Fulda prächtige Beispiele von wirklich vornehmen, einladenden Schaufenster- und Verkaufsraumdekorationen gesehen, die beweisen, daß ein mehrere Meter hoher Christbaum dabei durchaus entbehrlich ist. Wir können vielleicht in einem besonderen Artikel auf diese vorweihnachtlichen Anstrengungen der betr. Firmen zurückkommen. —
Man hat durchgehalten, man hat alle äußerst entbehrlichen Ausgaben gesenkt, man hat seine persönlichen Bedürfnisse zurückgeschraubt, ja, was hat man nicht alles, — aber dennoch steht leider dre Tatsache fest, daß eine größere Anzahl von Läden mit dem 1. Januar leer stehen wird. Die mittlere Stadt hat sich in dieser Hinsicht zäher gezeigt, als die Großstadt, wo sich schon seit Jahren die leeren Schaufenster sich zu Hunderten bemerkbar machten. — Es ist schließlich nicht der Sinn der Wirtschaft, daß eine Handvoll großkapitalistischer Unternehmer Tausende von Mittelstandsexistenzen vernichtet, — das wird sich zuletzt an dem Konsumenten noch bitter rächen. Schrittmacher der Kollektivwirtschaft sollte der Staat schon im Interesse seiner Selbsterhaltung weder dulden noch fördern. Da hat sich übrigens vor der letzten Wahl ein amüsantes Stückchen in einer Wahlversammlung zugetragen. Der Redner des Abends versicherte seinen Zuhörern: „Glauben Sie an diesen Staat, — er will nur Ihr Bestes . . ." Nach diesem Schlußwort trat als Diskussionsredner ein kleiner Handwerker hervor und suchte den Redner zu widerlegen: „Dotz d'r Stoatt onser Väsdes will, dos weffe mir scho' längst, — Swer groad doß monn mir fier ans behall.....“ Der brausende Beifall wollte darauf kaum noch aufhören. Ob der Mann nun seinen Witz freiwillig oder unfreiwillig gemacht hat, ist dabei belangtos, beweist aber die heutige merkwürdige Einstellung zwischen Staat und Staatsbürger. Man betrachtet den „Staat" als etwas Fremdes, oder gar Feindliches, das um seiner selbst willen da ist. Es waren ja immer gewiße Spannungen vorhanden, aber so straff wie heute. war der Bogen noch niemals gespannt. — In seinen Lebenserinnerungen schrieb der alte Fuldaer Kämpfer Adam Trabert: „Keinem ein Unrecht antun; selber kein Unrecht leiden; aber auch keinem, dem Unrecht widerfährt, meine Hilse versagen". Und wenn man dann liest, wie dieser Mann vom kurhessischen Staat verfolgt und unterdrückt wird, dann ergreift es den Leser tief, wie Trabert nach Jahrzehnten das Zusammentreffen mit dem alten Kurfürsten in Aschaffenburg an den Gräbern der kurhessischen Freiheitskämpfer schildert. „Der Rebell" und sein Fürst würden später noch gute Freunde. »Daß, ich. einen Mann wie Sie nicht früher gekannt habe! — denn wir wolltest hoch schließlich beide dasselbe", war die resignierte Klagt
des entthronten Kurfürsten. Der Machthaber hat zu spät seine wahrhaften Freunde erkannt, nachdem die Hofschranzen nach allen Richtungen geflohen waren, gerade jene Ratgeber, die das Bild des aufrechten Maynes verzerrt und verdunkelt hatten. Was sich da in Lem kleinen Duodezstaat abgespielt hat, erleben wir heute ganz ähnlich so in unserem größeren Deutschland. Hoffentlich wird es nicht „zu spät" sein, wenn die Regierenden ihre wahren Freunde, d. h. die Freunde des deutschen Volkes, erkennen werden. —
In der „Bücherecke" war auf das im Elwert'fchen Verlag erschienene Werk „Hessen, das chattische Stammland, und die Reichsreform" hingewiesen. Das Buch wird manchen Fuldaer interessieren. Sollte es jedoch einmal zu einer „Volksabstimmung" in Fulda kpmmen. "Kaffel n^er Frankfurt?", dann wird mit einer überwältigenden Mehrheit Frankfurt das Rennen machen. Dre Fuldaer tragen im allgemeinen nichts nach, aber von Kassel sind sie schon zu kurfürstlichen Zeiten doch zu schlecht behandelt worden. Als Verbannungsort für mißliebige Beamte war unsere Vaterstadt gerade recht als „hessisches Sibirien". Die Frankfurter, als freie Reichsstädter, haben zwar auch für die Fuldaer nicht viel übrig gehabt, — wenn sie auch von jeher für den guten „Fuldaer Schwartemagen" geschwärmt haben, — aber wirtschaftlich stehen wir den Frankfurtern näher. Und das wird schließlich bei einer evtl. Neueinteilung ausschlaggebend sein. Wie schnell ist man mit der Eisenbahn in Frankfurt, in einem Tag kann der Fuldaer in Frankfurt mit Ruhe seinen Geschäften nachgehen. Dahingegen ist die Verbindung nach Kaffel geradezu miserabel. Es ist vorgekommen, daß z. B. junge Handwerker, die ihre Meisterprüfung in Kaffel ablegen mußten, direkt aus dem Zug in das Prüfungslokal hasten mußten, wo man schön ungeduldig auf die Fulder wartete, nach beendigter Prüfung war die Hatz genau so groß, um die Verbindung nach der Heimat wieder zu erreichen. Denn so gestellt sind die meisten Handwerker nicht, daß sie in der Residenzstadt im Hotel übernachten können. Wie reibungslos wären diese Geschäfte mit der Handwerkskammer in Frankfurt abzuwickeln: — sozusagen stündliche Eisenbahnverbindung und dadurch Ersparnis an Geld unb Nerven. Dieser eine Fall ließe sich leicht vervielfachen, denn dort, wo die Landesbehörden ihren Sitz haben, gibt es immer alles Mögliche für die zugehörigen „Provinzler" zu erledigen. Bei der Neuaufteilung sollten nicht irgendwelche Prestigefragen, sondern ausschließlich das Wohl unseres Wirtschaftsgebietes maßgebend sein. Bevor wir diese mehr dekorativen „Schönheitsreparaturen" vornehmen, gilt es erst einmal den ganzen Staatsbau zu stützen und die Grundmauern auf ihre Schäden zu untersuchen, — es knistert bedenklich in Gebälk und Gemäuer!--
Fulda wird in den letzten Wochen überschwemmt mit Prospekten und Preislisten von auswärtigen Firmen; von der Stiefelwichse bis zur Wohnungseinrichtung wird einfach alles angeboten. Denken wir daran, daß wir alles hier am Platze mindestens genau so gut kaufen können und daß wir die Finanzkrast der Heimat stärken mit jedem Pfennig, der hier umgesetzt wird. Der „kupferne Sonntag" gibt ja nochmals reichlich Gelegenheit, alles zu prüfen und das Beste, oder wenigstens das Angemeffenè, sich für Weihnächten hèraÜSzusuchen. A. W . ^
Steverkalender der GtadtkaNe.
Im Monat Dezember 1932 sind folgende Steuern und Abgaben an die Stadtkafftz zu zahlen:
5. Dezember:
1. Schulgeld für den Monat Dezember 1932 von den Schülern der Oberrealschule, Winfriedschule und des Gymnasiums.
2. Ablieferung der von den Arbeitnehmern im Monat November 1932 einbehaltenen Bürgersteuer 1932.
10. Dezember:
Eewerbeertragssteuer und Handelskammerbeitrag für das 1. bis 3. Vierteljahr 1932 (Restzahlung nach dem zugestellten Gewerbeertragssteuerzettel für Rechnungsj. 1932).
15. Dezember:
1. Staatliche und städtische Erundvermögenssteuer für den Monat Dezember 1932.
2. Hauszinssteuer für den Monat Dezember 1932.
Bei verspäteter Zahlung der Steuern komnien die gesetzlichen Verzugszuschläge zur Erhebung.
Steuerkarte 1933.
Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß die jetzt ausgehändigten Steuerkarten unverzüglich den die Bezüge (Gèhalt, Pension, Vergütung) zahlenden Kassen zuzustellen sind.
Von der Polizeiverwaltung
wird mitgeteilt: Seit einiger Zeit hat sich, in der Hauptsache bei Leuten vom Lande, die Gewohnheit herausgebildet, das Quink'sche Eckhaus, Marktstr. 10, und das Citronen- mannsgäßchen, das zwischen diesem Hause und dem Ein- heitspreisgeschäft liegt, als Fahrradabstellgelegenheit zu benutzen. Hierdurch werden die Fußgänger, die das bezeichnete Gäßchen passieren, im frtzien Verkehr behindert. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß in dem Citronen- mannsgäßchen das Ein- bzw. Durchfahren und Durchschieben, sowie das Aufstellen von Fahrrädern laut § 31 der Polizeiverordnung vom 24. 9. 1926, sowie nach 8 9 der Polizeiverordnung vom 26. 11. 1929 verboten und unter Strafe gestellt ist.
Apothekendienst.
Sonntag- und Nachtdienst ab heute abend 7 Uhr bis nächsten Samstag einschließlich: Hofapotheke zum Schwan und Hirschapotheke. Am morgigen Sonntag sind al! c Apothèken während der üblichen Verkaufszeit geöffnet.
SplelmUsik aus der Zeit des Hochbarock
wird in der Reihe der „Samstag-Abende der Landesbibliothek" heute, am 3. Dezember, aufgr- führt. Diese Abendmusik des Schulorchesters der Hermann- Lietz-Schule, Schloß Bieberstein, wird einen Degviff geben von dem musikalischen Leben in einem LanderziehungshelM. Gerade auf der Oberstufe (Bieberstein umfaßt nur die Kläffen Obersekunda bis Oberprima, während das nächst benachbarte Heim der Lietzschen Stiftung Buchenau bei Htzrsfeld Mittelstufe ist) spielt die Instrumentalmusik in der Form des gemeinschaftlichen Musizierens der Schuler eine große Rolle. Das Programm enthält eine Orchester- sonate von Joh. Friedr. Fäsch, ein Cembalo-Konzert von Joh. Seb. Bach, Variationen für Cembalo allein von Georg Friedr. Handel und ein Concerto grosso von Antgst Vivaldi. Anfang pünktlich 8.15 Uhr, nach Beginn werden die Türen geschloffen,