âr für die Allqeutcinhett nicht- so unüddingt.interess»nt. Daß aber am 6. des Monats der Reichstag wieder einmal eröffnet wird, das geht uns alle gar sehr an, und da das, wie wir schon erwähnten, der Nikolaustag istellt es möglicherweise auch ein glückbringender Tag, ein Tag, an dem wir mit allem, was wir dringend brauchen, reichlich beschenkt werden. Und dann kommt eben mit Weihnachten für uns alle das große Glück, das sein ganzes Füllhorn über uns ausschüttet!
Der Bezirk des Gewerbeaussichtsamts Fulda umfaßt lt. einer Verordnung des kommissarischen preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 14. November den Stadt- und den Landkreis Fulda und die Kreise Hersfeld, Hünfeld, Schlüchtern und Ziegenhain.
Festgenommene Fahrradmarder.
Dieser Tage konnte dem als Fahrraddieb bekannten und deshalb wiederholt vorbestraften 27jährigen Fahrradhändler Karl Müller aus Fulda nachgewiesen werden, neuerdings wieder eine Anzahl Fahrräder in hiesiger Stadt gestohlen zu haben. M. hat die Fahrräder jeweils unmittelbar nach dem Diebstahl sofort unkenntlich gemacht und verkauft. Den Erlös hat er mit gleichgesinnten Personen in Gastwirtschaften durchgebracht. Er wurde auf Grund richterlichen Haftbefehls in Untersuchungshaft genommen. Bei der Kriminalpolizei sind noch einige von Müller abgesetzte Herren- und Damenfahrräder sichergestellt, deren Eigentümer noch nicht ermittelt sind. — Weiter wurde dieser Tage der 17jährige Schreinerlehrling H. von hier ebenfalls überführt, fortgesetzt Fahrräder und von Fahrrädern herunter zahlreiche elektrische Beleuchtungsanlagen in hiesiger Stadt gestohlen zu haben. Es sind ihm insgesamt 13 derartige Diebstähle nachgewiesen worden. Die gestohlenen Räder und Beleuchtungsanlagen konnten wieder herbeigeschafft und an die Eigentümer zurückgegeben werden. Bei der Kriminalpolizei befinden sich noch einige elektrische Lampen und Dynamos der Marken „Berko", „Riemann", „Bosch", „Melas" und „Biala 600". deren Eigentümer noch unbekannt sind. H. gibt an, diese Gegenstände von Fahrrädern in der städtischen Berufsschule, in der Mittelstraße und Karlstraße, sowie vor dem Jägerhaus in Bronnzell entwendet zu haben. Die Eigentümer werden aufgefordert, sich zu melden. — Am 11. November wurden vor der hiesigen Vinzenzküche in der Kanalstraße zwei Fahrräder entwendet. Als Diebe sind nunmehr der 18jährige Paul Cyfka ans Essen-Borbeck und der 21jährige Kurt Paige ans Bad-Köfen ermittelt und festgenommen worden, die auf ihrer Wanderschaft unsere Stadt passiert und in der Vinzenzküche gegessen hatten.
Zwangsversteigerung Romeis in Fulda.
Das auf den Namen des Gastwirts Paul Heinrich Joseph Nomeis in Fulda eingetragene Grundstück Miih- lensiraße 1 (Wirtschaft zur scharfen Ecke) gelangte am Mittwoch im Wege der Zwangsvollstreckung zur Versteigerung. Der Einheitswert des Grundstückes ist auf 24 000 Mark festgesetzt. Sämtliche auf dem Anwesen lastenden Hypotheken von zusammen 34 247 Mark fallen aus. Das geringste Gebot bestand aus den Eerichtskosten von 287,30 Mark. Das Höchstgebot mit 17 000 Mark gab die Union- Brauerei Fulda ab. Der Zuschlag wurde sofort erteilt.
Zwangsversteigerung Kramer in Fulda.
Ler aus Mittwoch anMeüte Zwanasversteiaerunaster- min über die auf den Namen des Malers Robert Kramer in Fulda eingetragenen Grundstücke fand nicht statt, da die betreibende Gläubigerin das Verfahren inzwischen eingestellt hatte.
Kirchhain, 30. Nov. (Den Schwiegervater in den Rücken g e st o ch e n.) Weil er das Verhältnis nicht billigte, geriet ein Kirchhainer Einwohner mit dem Liebhaber seiner Tochter in Streitigkeiten, wobei er von seinem zukünftigen Schwiegersohn einen Mesierstich in den Rücken erhielt. Die Verletzung ist so schwer, daß der Mann in die Marburger Klinik übergeführt werden mußte.
Gießen, 30. Nov. (Die Frequenz der Universität E i e ß e n.) Die Hessische Landesuniversität in Gießen wird im gegenwärtigen Wintersemester von 2136 Studierenden (im vorjährigen Wintersemester 2117) besucht. Im letzten Sommersemester zählte man 2198 Studierende.
Gießen, 30. Nov. (Aus der Haft entlassen.) Der kürzlich wegen der Schlägerei in Bernsburg (Kreis Alsfeld) verhaftete Schmied Johannes Wüst aus Willingshausen, dem zur Last gelegt wurde, im Verlauf der dortigen Schlägerei den Arbeiter Wilhelm Becker von Berns- burg durch einen Stich in den Kopf tödlich verletzt zu haben, ist jetzt aus dem Landgerichtsgefängnis Gießen wieder entlasten worden. Die Untersuchung gegen ihn wird aber noch fortgeführt.
Hanau, 30. Nov. (E i n A n s ch l a g a u f den Bür - g e r m e i st e r.) Von kommunistischer Seite war durch Verbreitung illegaler Flugblätter und durch Bekanntgabe von Mund zu Mund in der Stadt Hanau und in den Landgemeinden des Landkreises Hanau zu einem heute vormittag vorzunehmenden Hungermarsch auf das Rathaus in Hanau und das Landratsamtgebäude in Hanau ausgege^ ben worden. Diese Parole wurde von einigen hundert Personen befolgt, die sich im Laufe des Vormittags einzeln und in kleineren Gruppen teils von auswärts teils aus Hanau selbst auf der Straße zeigten. Nach Vorsprache der von den Behördenvertretern zugelassencn Kommissionen zerstreuten sich die im Landratsamt Erschienenen ohne besondere Zwischenfälle, während es vor und in dem Rathaus zu Hanau zu nennenswerten Ansammlungen überhaupt nicht gekommen ist. Dagegen wurde kurz vor zwölf Phr von einem Unbekannten in dem Vorraum zur Wohnung des Oberbürgermeisters Dr. Blaum, die sich im Stadtschloß befindet, ein Explosionskörper zur Entladung gebracht, der keinen Personenschaden und auch nur geringen Sachschaden verursachte. Es ist anzunehmen, daß diese Tat mit den geplanten Hungerdemonstrationen in Verbindung steht. Die Behörden haben eine hohe Belohnung für die Ermittlung des Täters in Aussicht gestellt.
Frankfurt a. M., 30. November. (D i e Diebe vom -Bensheimer H o f verhaftet.) Wie berichtet, wurden nachts auf dem Bensheimer Hof bei Leeheim dem Pächter Kraft etwa 20 Sack Getreide gestohlen und im Auto fortgeschafft. In Zusammenarbeit der Frankfurter mit der hessischen Kriminalpolizei ist cs gelungen, die Diebe festzunehmen. Es handelt sich um den Händler Amendt in Frankfurt a. M., Eerbcrmühlstraße 8, und des- >en 18jährigen Sohn. Das Diebesgut, das bereits weiter- gestchafst war, ist sichergestellt. Die Vernehmung der Fest- genonlinenen ergab weiter, daß sie kurz vorher auf ähnliche Weise einen Kartoffeldiebstahl ausgeführt hatten, wobei "w dritter Beteiligter ein Paul Happel aus Offenbach mit-
Witzsbadeu. 39. Noy. (Dü e Auto-E^ete.) Einen tollen Streich leistete sich die aus Frankfurt a. M.-Bocken- Heim gebürtige 20jährige Schlosterstochter Margarete Striegl vor einiger Zeit in Wiesbaden. Sie kam hierher und promenierte auf der Wilhelmstraße, wo ihr ein ebenfalls zur Kur weilender Kreisveterinärarzt auffiel, der sie ansprach. Man schloß schnell Freundschaft. Der Doktor schien gut bei Kasse, denn er hatte eine tadellose Limousine bei sich. Der Einladung des Wagenbesitzers eine Fahrt zu machen, folgte Fräulein Margarete gern. Man fuhr über die Stadtgrenzen hinaus, speiste und schloß am schönen Rhein so innige Freundschaft, da man die Nacht zusammen bleiben wollte. Das neugebackene Paar fuhr dann mit dem Wagen wieder nach Wiesbaden vor einem Hotel vor. Der Herr Veterinär begab sich in das Hotel, um ein Zimmer zu bestellen. Da überkam es Margaretchen, welches einen Führerschein besaß: sie setzte sich ans Steuer und ließ die Maschine anspringen. Der Wagen gehorchte und seine neue Lenkerin durchfuhr verschiedene Straßen Wiesbadens und dann gab sie Vollgas und raste mit Schwung und Schick, den Wandersmann nehmend, gen Frankfurt. Hier stoppte sie auf Stadttempo, aber mit 90 km Geschwindigkeit ging, als man die Stadtgrenze im Rücken hatte, die Fahrt über Hanau nach Halle. Da das Benzin ausging, ließ Margarete den Wagen auf der Landstraße stehen, schloß ihn mit dem Schlüssel, welchen der Kavalier in Wiesbaden in der Seitentasche stecken hatte, ab, und überließ ihn mit dem Gepäck des Veterinärarztes seinem Schicksal auf der Landstraße. Einen Motorradfahrer sprach sie an, der einen freien Soziussitz hatte. Dieser war bereit, sie als Sozia mit nach der Reichshauptstadt zu nehmen. Hier blieb Gretchen drei Monate lang und fuhr dann, als das Geld
Weihnachten in Bethel.
Große Freude brachte die Weihnachtsbotschaft der auf den Heiland wartenden Welt: denn in Jesus wurde die Liebe des Vaters offenbar. Mitten hinein in alle Not der Erde soll auch in diesem Jahre durch das Kind von Bethlehem große Freude kommen. Allen Sorgenden und Traurigen will es eine Freude bringen, die kein Leid zerstören kann. Ein Abglanz dieser unvergänglichen Gottes- gnade sollen auch die Weihnachtsgaben sein, durch die alt und jung einander erfreuen.
Auch in den Häusern von Bethel hebt jetzt von Tag zu Tag immer stärker das Weihnachtsklingen an. Elende Leute sind die Sänger: kranke Kinder, Fallsüchtige, Gemüts- und Nervenkranke. Aber sie alle rüsten sich auf die Feier des Festes, das von der großen Freude redet. Zu diesen etwa 3000 Kranken kommt noch das große Heer der Heimatlosen und Wanderer in unseren Zweiganstalten so daß insgesamt ungefähr 7000 Hilfsbedürftige aller Art bei uns auf eine kleine Weihnachtsgabe warten. Darum fragen wir bittend: Werhilftnns,denKranken,Kl'ei- nen und Heimatlosen von Bethel ein wenig Weihnachtsfreude zu bringen? Alles nimmt unser „Weihnachtshaus" (Anschrift: Weihnachtshaus Bethel bei Bielefeld, Bahnstation Brackwede) dankbar an, besonders Lebensmittel, Kleidungsstücke, Strickwolle, Schuhe, Spiele, Bücher usw. Je eher das uns Zugedachte gesandt wird, desto besser können wir verteilen. Ebenso willkommen ist uns jedes Geldgeschenk, das wir in Gaben der Liebe verwandeln können, wie es gerade nötig ist.. (Postscheckkonto 1904 Hannover.)
Das Kind von Bethlehem, das arm wurde, damit wir durch seine Armut reich würden, schenke uns allen einen neuen Reichtum an Glauben und Liebe ins Herz, damit auch die Elenden es merken und sich freuen!
Mit herzlichem Weihnachtsgruß an alte und neue Freunde von Bethel
Bethel b. Bielefeld, im Advent 1932.
F. v. Bodelschwingh, Pastor.
US
ausgegangen war, wieder zu Muttern nach Frankfurt. Dort wurde sie polizeilich festgestellt. Gestern hatte sie sich vor dem Wiesbadener Schöffengericht wegen Diebstahls zu verantworten. Sie hatte Glück, daß sie einige Tage vor Erlaß der schärferen Strafbestimmungen hinsichtlich der Autodiebstähle das Wanderfieber bekam. So konnte sie nach dem alten milderen Gesetzesparagraphen bestraft werden. Das Gericht verurteilte die Geständige zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen mit Strafaufschub unter der Bedingung, daß sie sich freiwillig in Frankfurt unter Schutzaufsicht stellt, damit sie nicht wieder solche Streiche begeht.
Darmstadt, 30. Nov. (Der Handwerkskammer- Untersuchungsausschuß.) Die Mitteilung, daß für die nächste Sitzung des Handwerkskammer-Untersuchungsausschusses am Dienstag kommender Woche der Präsident der Handwerkskammer Kunkel-Worms geladen sei, trifft nicht zu. Es handelt sich vielmehr um den Direktor der Handwerker-Zentralgenossenschaft Ncuscl-Darmstadt.
Turnen, Sport und Spiel.
Die DFB.-Pvkalzwischcnruuvc ist nunmehr endgültig auf den 8. Januar mit folgenden Tressen festgesetzt worden: Brandenburg— Süddcutschländ in Berlin, Schiedsrichter Hundt- Remscheid, Südostdeutschland—Norddeutschland in Breslau, Schiedsrichter Ruhland-Dresden.
Für Deutschland—Holland am Sonntag in Düsseldorf herrscht außerordentliches Interesse, das Rheinstadion ist so gut wie ausverkauft. Dem lwlländischen Fußballverband wurden nicht weniger als 8000 Eintrittskarten überlassen, die restlos vergriffen sind. Mehrere Sonderzüge bringen die holländischen »Fußball freunde nach Düsseldorf, ebenso fahren aus verschiedenen Städten des Rhein Ruhrgebietes Extrazüge zum Länderspiel. Während der letzten 35 Minuten wird der Spielverlauf übrigens auf deutsche und holländische Sender übertragen.
Börse und Handel.
Frankfurt a. M. (Getreidebörse vom 30. N ovb r.) Die Getreidebörse verkehrte bei fast vollkommener Geschüftsstille in weiter abgeschwächter Haltung, da das herauskommende Angebot in Brotgetreide und Hafer" keine Aufnahme fand. Roggen war dabei relativ gut gehalten, während Weizen um weitere 1—2 und Hafer um 3 Mark nachgab. Die Ungewißheit über die Regierungsbildung lähmte jegliche Unternehmungslust Daneben war der Mehlabsatz nach wie vor sehr schleppend, so daß auch von dieser Seite her" keine Anregung ausgehen konnte. Am Futtermittelmarkt hat die Nachfrage wesentlich nachgelassen, doch blieben die letzten Preise auch heute in Geltung, obgleich von zweiter Hand ermäßigte Gebote Vorlagen. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg in RM.): Weizen
205—206.50, Roggen 162,50, Gerste 18O—187.5Q, Hafer 135—138, Weizenmehl südkO 'mit Austaufchweizèn 2(1—29.75, do. Niederrhein. mit Austaufchweizen 29—29.50, Roggenmehl öOpiozentige Ausmahlung 23.25—24.50, Weizenkleie 8—8.10, Roggenkleie 8.50
Frankfurt a. M. (Schlachtviehmarkt vom 1. Dez., nichtamtlicher Vorbericht.) Kälber: b) 33—36, c) 29 bis 32, d) 23—28. Schafe: al) 22—25, b) 18—21, c) 16—17. Schweine: b) 39—42, c) 40—43, d) 36—42. Aufgetrieben waren: Rinder 58, Kälber 932, Schafe 436, Schweine 762; dar. unter 270 Memelländer. Marktoerlauf: Bei allen Viehgattungen ruhig, ausverkauft.
Amtliche Berliner Notierungen vom 30. November.
* Devisenbörse. Dollar 4,20—4,21; cngl. Pfund 13,35 biS 13,39; holl. Gulden 169,33—169,67; Danz. 81,84—82,00: franz. §ranc 16,46—16,50; schweiz. 80,92—81,08: Belg. 58,27-58,39; talien 21,46—21,50; schwed. Krone 73,08—73,22; dän 69,53 bis 69,67; vorweg. 69,03—69,17; tschech. 12,46—12,48; österr. Schilling 51,95—52,05; Argentinien 0,863—0,867; Spanien 34,42 bis 34.4
* Produktenbörse. Am Lieferungsmarkt gaben die Kurse den Gewinn des letzten Tages wieder her. Im Prompthandel war die Haltung wenig verändert. Weizen wurde sogar einzeln höher bezahlt. Roggen notierte unverändert.
* Handelsrechtliche Liefcrungsgcschäfte. Weizen: Dez. 207,50—206,50, März 209-207,75, Mai 212-211; Roggen: Dez. 166,75—166,25, März 170,50-170,25, Mai 174—173,50; Hafer: Dez. 131,50—130,50, März 134,50—133.
* Der durchschnittliche Berliner Börsenroggenpreis siir 1000 Kilogramm betrug in der Woche vom 14. November bis 19. 9io= vcmber ab märkischer Station 156,8 Mark.
Getreide und Olsaaren per 1000 Kilogramm, sonst be«
100 Kilogramm in Reichsmark:
30. 11. 29. 11. 30. 11. 29. 11.
Weiz., mark.
193-195 194-196
Weizkl. f.Bln.
9,4-9,7
9,4-9,7
pommersch.
—
—
Roggkl. f.Bln.
8,7-9,1
8,7-9,1
Rogg., mark.
154-156
154-156
Raps
—
—
Braugerste
170-180
170-180
Leinsaat
—
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Sommergersi
—
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Viktoriaerbs.
21,0-26,0 21,0-26,0
Futtergerste
161-168
161-168
kl. Speiseerbi
20,0-23,0
20,0-23,0
Wintergerste
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Futtcrcrbscn
14,0 16,0
14,0-16,0
Hafer, mark.
124-129
125-130
Peluschken
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pommersch.
—
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Ackerbobnen
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westpreuß. Weizenmehl per WO kg fr. Bert br.
Wicken
Lupine, blaue
Lupine, gelbe Serradelle
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inkl. Sack 24,1-27,0 24,1-27,0 Roggenmehl
per 100 kg
fr Berl br.
Leinkuchen 10,1-10,2
Erdnußkuchen 10,7 11.0
Trockenschtzl 8,9
Soyaschrot 10,0-10,8 '
10,1 10,2
10,7-11,0
8,9
10,1-10,8
inkl. Sack 19,7-22,1 19,7-22,1
Karwffelsl.
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Bücherecke.
Hessen, das chattische Stammland und die Neichsreform. Auf Grund amtlichen Materials von Dr. Edward P. Becker. N. E. Elwert, Marburg an der Lahn, 1932, XII und 80 Seiten (Erotzquart) mit 15 mehrfarbigen Karten. Preis 3 50 RM.
Durch die innerpolitischen Ereignisse der letzten Wochen und Monate ist die Frage der Reichs- und Verwaltungsreform erneut in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Nach langer theoretischer Erörterung sind nunmehr die ersten Schritte zur praktischen Verwirklichung getan worden. In diesem Augenblick, der ohne Zweifel kritisch genannt werden mutz, darf eine Veröffentlichung besondere Aufmerksamkeit beanspruchen, die vom Standpunkte einer bisher wenig beachteten Landschaft aus zur Frage der Reichsreform Stellung nimmt. Die geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Hetzens des chattischen Stammlandes, lassen in der Tat erkennen, daß es sich hier um eine Kulturlandschaft, um ein Wirtschaftsgebiet eigenen Gepräges handelt. Es ist daher zu begrüßen, daß auf diese Landschaft, ihre Daseinsberechtigung und ihren Lebenswillen in einer größeren zusammenfatzenden Darstellung hingewiesen wird. ,
Schon die natürliche Beschaffenheit des Raumes zeigt die Geschlossenheit der Landschaft, die, rings von natürlichen Grenzen umgeben, ein selbständiges geschichtliches und kulturelles Dasein führen konnte. Dies wird für die Landarasschaft und das spätere Kurfürstentum Hetzen nachgewiesen, das sich auch seit 1866 seine Selbständigkeit als Verwallungseinheit erhalten hat. Die kulturelle Eigenbedeutung wird an den verschiedensten Beispiel aufgezeigt. Wie sich der hessische Volksstnmm auf Grund seiner seelischen und leiblichen Eigenschaften von den Nachbarstämmen unterscheidet, so sind auch in Mundart, Siedlung, Volkskunst, Volkstracht und Erbsitte zum Teil sehr wesentliche Besonderheiten festzustellen. Seine wichtigsten weit über die Grenzen des eigenen Bezirks hinaus bedeutsamen Kultureinrichtungen sind ohne Ausnahme aus eigener Kraft errichtet worden, ebenso wie die kirchliche Entwicklung des Landes eigene Wege gegangen ist.
Die geographische Lage, die Vodcngestaltung und die innere Haltung der Bewohner sind im letzten Grunde bestimmend gewesen für die Entwicklung des hessischen Wirtschafts- und Vèr- kehrsgebietes. Hessen ist ganz überwiegend ein Bauernland mit gesunden sozialen und" wirtschaftlichen Verhältnissen. Daneben sind größere und kleinere gewerbliche Mittelpunkte entstanden, deren industrielle Betätigung zum Teil recht bedeut- fam ist. Aber an keiner Stelle findet sich eine Anhäufung von Betrieben oder Arbeitnehmern auf engem Raume. Im Gegenteil sind in Hessen auch die gewerblichen Arbeiter noch in starkem Maße mit der Scholle verwachsen.
Die Verkehrslage Hessens ist außerordentlich günstig. Hetzen bildet in dieser Hinsicht die eigentliche Brücke zwischen Nord und Süd, West und Ost. Auch "der Eigenverkehr ist erheblich; dem Fremdenverkehr wird dieses schöne Eebirgsland mehr und mehr erschlossen.
Im Anschluß an die Ausführungen über das hessische Wirt- schafts- und Verkehrsgebiet wird nachdrücklich auf die bevölkerungspolitische und volkswirtschaftliche Aufgabe dieses überwiegend ländlichen Bezirkes hingewiesen. Sie namentlich in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwunges stets zunehmende Industrialisierung Deutschlands, der immer wachsende Zuzug in die Großstädte, macht die Erhaltung ländlicher Gebiete zu einer staatspolitischen Pflicht. Es wird nicht nur gezeigt, daß die chattisch-hessische Bevölkerung an Bodenständigkeit von den Bewohnern kaum einer anderen deutschen Landschaft übertroffen wird, sondern auch nachgewiesen, daß das Hessenland in bevöl- kerungspoliticher Hinsicht für Volk und Staat einen wichtigen ja lebensnotwendigen Kraftspeicher darstellt.
Die aus diesen Erwägungen für die kommende Reichs- und Verwaltungsrcform herzuleitende Forderungen ergeben sich nunmehr von selbst. Der Staat, der an seine und des Volkes Zukunft denkt, wird einen Bezirk wie den hessischen vor wesensfremden Einflüssen zu schützen suchen und bestrebt sein müssen, das Land in seiner Eigenart zu erhalten. Einen solchen Schutz bieten in gewissem Sinne die ineren politischen Grenzen, denen wie in der Vergangenheit so auch in der Gegenwart eine nicht zu unterschätzende raumbildende Kraft inne wohnt.
Der hessische Raum deckt sich im wesentlichen mit dem heutigen Regierungsbezirk Kassel. An mancher Stelle stimmen aber die Grenzen nicht überein. Im letzten Teil der Arbeit wird ein Reuabarcnzungsvorschlag im einzelnen dargelegt und begründet. Danach soll das in stammlicher, volkstümlicher und wirtschaftlicher Hinsicht einheitliche oder doch wenigstens ver wandte Gebiet. das vom Vogelsberg, Landrücken und von der Rhön im Süden, vom Rothaargebirge im Nordwesten, von ben Oberweserbergen im Norden und vom Thüringerwald im Osten begrenzt ist," in einem neuen Verwaltungsbezirk Hessen zu sammengefatzt werden.
Der Schrift sind mehrere statistische Uebersichten sowie 15 mehrfarbige Karten beigegeben, auf denen die für die Beweis führnnq besonders wichtigen Tatsachen anschaulich dargestellt sind. '