Neue Zuspitzung in Äanzig.
Das Ermächtigungsgesetz für Die Regierung in dritter Lesung aufgehoben.
Der Danziger Volkstag nahm in dritter Lesung in namentlicher Schlußabstimmung den kommunistischen Gesetzentwurf an, der die Aufhebung des Ermächtigungsgesetzes vom 1. Dezember ausspricht. Für die Aufhebung stimmten die Nationalsozialisten, Sozialdemokraten, Kommunisten und Polen. Die Regierungsparteien enthielten sich der Stimme. Schon vorher waren vom Danziger Volkstag die Perordnungen der Regierung über die Herabminderung der Fürsorgesätze der Erwerbslosen und andere Änderungen des Erwerbslosenfürsorgegesetzes mit gleicher Stimmenmehrheit aufgehoben. Die finanzielle Auswirkung der Aufhebung dieser Regierungsverordnungen geht in die Millionen. Eine Dcckungsvor- lage liegt für diese Ausfälle noch nicht vor.
Mllionenllage Scherns gegen das Mich.
Die bayerischen Eiscnbahnsorderungcn.
Der Leiter des bayerischen Finanzministeriums, Staatsrat Schäffer, teilte im Staatshaushaltsausschuß des Bayerischen Landtages mit, daß zur Zeit zwischen Bayern und dem Reich Verhandlungen über die Forderung Bayerns auf 15,1 Millionen Mark schwebten. Diese Summe bilde den Fehlbetrag, der durch die starke Minderung an Reichssteuerüberweisungen im bayerischen Staatshaushalt verbleibe. Bei der Reichsbahnabfindung forderten die Länder nicht, daß das Reich den Kapitalbetrag auslege, weil das Milliardenbeträge wären. Das Reich habe aber 500 Millionen Reichs- batzn-Porzugsaktien, die nicht Vermögen des Reiches, sondern gemeinsames Vermögen der früheren Cisenbahnländer seien. Diese Vorzugsaktien brächten eine Dividende von 7 Prozent, also von 35 Millionen Mark. Das Reich habe sich früher grundsätzlich bereit erklärt, diese 35 Millionen als Abschlagszahlung für die Zinsansprüche der Eisenbahnländer zur Verfügung zu stellen.
Das Reichsfinanzministerium habe nunmehr Bayern mitgetcilt, daß es seine gesamte Rechtsanschauung geändert habe und das Recht jeglichen Auswertungsund Entschädigungsanspruches der Länder überhaupt bestreiten wolle. Die Folge werde eine beschleunigte Fcststcllungsklagc beim Staats- gerichtshos sein müssen. Für Bayern würde sich für die letzten zwei Jahre daraus ein Betrag von 4,5 Millionen Mark errechnen.
Rückblick auf die Reisezeit.
Die Einnahmeausfälle bei der Reichsbahn.
In der Verwaltungsratssitzung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft wurde festgestellt, daß sich in den verflossenen zehn Monaten des Jahres 1932 der Rückgang der Einnahmen gegenüber dem Vorjahre auf 26,6 Prozent, gegenüber dem Jahre 1929 auf 46,5 Prozent beläuft.
Im Reiseverkehr wurde trotz der vielen Erleichterungen wie Sommerurlaubskarte und Halbierung der Schnell- und Eilzugzuschläge nicht einmal die während der Hauptreisezeit sonst übliche Steigerung erreicht, so daß sich die Einnahmeausfälle aus dem Personen- und Gepäckverkehr von Juni bis Oktober 1932 ständig vergrößert und erst im Oktober eine geringe Abminderung gezeigt haben.
Die Gesamteinnahmen aus dem Güterverkehr sind gegenüber 1931 um 27,7 Prozent, gegenüber 1929 um 51,2 Prozent zurückgeblieben. Sie lassen seit September, eine über die jahreszeitliche Verkehrssteigerung hinausgehende leichte Belebung erkennen.
Die Finanzierung der gesamten für die Arbeitsbeschaffung vorgesehenen 280 Millionen Mark ist nunmehr gesichert. Sie werden für Oberbau, sonstige bauliche Anlagen, für Fahrzeuge, Maschinen sowie für Neubauten verwendet.
Abkehr vom Gelde.
Tauschhandel von Land zu Land.
Die Urform aller Güterverteilung war der Tau s ch. Ein Gut gab man unmittelbar für das andere, und erst in viel späterer Zeit schaltete sich als Tauschmittel d a s G e l d dazwischen. Jetzt, nachdem die Geldwirtschaft, wie die tausend und aber tausend auftauchenden und verschwindenden Versuche einer Lösung des Geldproblems zeigen, sich in Überspitzungen und Übertreibungen besonders in der Weltwirtschaft fast überschlägt, will man es anscheinend wieder mit dem guten altbewährten Hausmittel des Tausches versuchen. Im Südosten Europas, der ja den primitiven Wirtschaftsformen noch nähersteht als Mittel- oder Westeuropa, hat man jetzt eine Probe aufs Exempel gemacht,'und es ist dort zur Einführung eines gewissen Tauschhandels gekommen, besonders zwischen Ländern, die Devisenbeschränkungen eingeführt haben. Vor einiger 'Zeit wurde in W a rq' ch a u eine Gesellschaft für Tauschhandel ins Leben gerufen,.die halbamtlichen Darstellungen zufolge bereits gewisse Er- gebnisse zu verzeichnen hat. Im November seien für insgesamt 1,5 Millionen Zloty Tauschgeschäfte mit Süd- slawien, Griechenland, Bulgarien und Ungarn abgeschlosien worden. Einzelne Industriezweige, wie beispielsweise die Bielitzer Textilindustrie, die in letzter Zeit gar nichts mehr ausführte, hätten dadurch neue Auslandsaufträge erhalten. Für den Tauschhandel mit dem Auslande, in erster Linie mit dem Balkan, kommen für Polen folgende Waren in Frage: Erdölerzeugnisse, Schnittholz, Keramik, Flachs, Hanffäden, Kunstseide u. a. m.
Ob sich allerdings dieser Zustand auf die D a u e r als ersprießlich erweisen wird, dürfte bezweifelt werden. Er stellt sich als eine Notmaßnahme dar und wird hoffentlich nicht dazu führen, daß man auf ihn das alte Sprichwort anwendet: „Wer tauschen will, will betrügen'."
Werbewoche für kirchliche Pressearbeit.
EPH. Im Einverständnis mit dem Landeskirchenamt wird auf Anregung des Evangel. Preßverbandes für Hessen in der Woche zwischen dem 2. und 3. Advent eine Werbewoche für kirchliche Preffearbeit begangen.' Es soll in Unterstützung der schweren Aufgabe der Tagespresse die orientierende und ethisch-religiös fördernde Mitarbeit kirchlicher Kreise beleuchtet und zugleich für die selbständige Aufgabe der Sonntags- und Gemeindeblattpresse Verständnis erweckt werden. Hessen ist ja mit seiner hochentwickelten Gemeindeblattarbeit eines der Gebiete, in dem die Notwendigkeit der Erhaltung und des Ausbaue? der kirchlichen Presse bei der weltanschaulichen Kampfsttuation unserer Tage be- ââerL verstanden werden wird». . ^
Phantasien über Schulden.
Die Frage der Stellungnahme der Vereinigten Staaten zu den Forderungen europäischer Staaten, besonders Frankreichs und Englands, die fälligen Kriegs- s ch u l d c n r a t e n zu stunden, steht zur Zeit im Mittelpunkt des internationalen Interesses. Man weist darauf hin, daß von der Haltung Amerikas die bevorstehenden Konferenzen, die Abrüstungskonferenz und die Weltwirtschastskonferenz, stark beeinflußt werden würden, und in französischen politischen Kreisen erklärt man sogar, daß die gesamten Ergebnisse der Lausanner Konferenz in Frage gestellt sein würden, falls Amerika auf seiner ablehnenden Haltung beharre. Es gehe nicht an, daß die europäischen Staaten auf die Reparationszahlungen verzichteten, wenn sie die Schuldenzahlungen an Amerika weiterzuleisten hätten. Es handele sich dabei nicht nur um eine politische Gerechtigkeit, sondern auch um eine solche der politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Sicherheit. Denn es sei unmöglich, Deutschland von allen inneren und äußeren Schulden zu befreien, während die anderen Mächte unter der Last dieser Schulden zusammenbrächen.
Immer wieder bricht bei solchen Erwägungen — ob tatsächlich oder nur vorgegeben, bleibe dahingestellt — die Furcht vor der vom Druck der Neparationsschulden befreiten wirtschaftlichen Tüchtigkeit Deutschlands durch. Während wir selbst nur allzu geneigt sind, die Möglichkeit unseres Wiederaufstieges mit Pessimismus zu betrachten, traut uns das Ausland die Kraft zu, unsere so lange gefesselten Arme nach ihrer Befreiung sehr schnell wieder rühren und auf dem Weltmarkt als beachtenswerter, ja gefährlicher Konkurrent auf treten zu können.
Diese Einschätzung, die für Deutschland eigentlich recht schmeichelhaft ist, aber leider von gänzlich falschen Voraussetzungen ausgeht, zeigt sich auch in einer Rundfunkrede, in der der amerikanische Senator Harrison, der Vorsitzender des Finanzausschusses des neuen Kongresses sein wird, zur Schuldenfrage Stellung nahm. Bei einer völligen Schuldettstreichung sei zu berücksichtigen, daß die gesamten Schulden von Amerika, England,
Der Bolschewismus an der Arbeit.
Das Ergebnis der Reichstagswahl, das einen starken Fortschritt der Bolschewisterung Deutschlands äußerlich erkennen läßt, zeigt — wie der EPH. ausführt —, daß die Methoden der kommunistischen Propaganda erfolgreich sind. Neben den Versammlungen und der intensiven Schulung ist hier vor allen Dingen die überaus wirksam auf- und ausgebaute Pressearbeit der Deutschen Sektion der „Komintern" zu nennen. Der politische Teil der kommunistischen Tageszeitungen (in Deutschland ca. 50) ist für diese allmähliche Zersetzung nicht so ausschlaggebend wie die Romanbeilage, die Kinder- und Frauenecken. Die wöchentlich erscheinende, photo- technisch auf der Höhe stehende Arbeiter - Illustrierte- Zeitung (A.J.Z.) redet in ganz unmißverständlichen Bildern. In derselben Weise arbeiten: „Der Rote Stern" (Illustrierte Sonntagsbeilage der großen kommunistischen Tageszeitungen), die wöchentlich erschei-" nende „Rote Post", die „Illustrierte Neue Welt", die „Illustrierte Bauernzeitung", der „Rote Pfeffer", „Der Mahnruf" (eine illustrierte Zeitschrift derFnternationalen Arbeiterhilfe), „Sowjet-Rußland von Heute", „Der Weg der Frau", „Die Arbeiterin", „Die Kämpferin", „Die Fcauenwacht" usw. usw. Alle diese Zeitschriften werden nur sehr wenig von den Zeitungshändlern vertrieben, sie haben in' der Hauptsache einen festen Stamm von Abonnenten. Die meist sehr geschickte Aufmachung und die „Sprache des Volkes" sichern ihnen das Verständnis ihres Leserkreises. Die Blätter werden nicht gesammelt und als Altpavier verkauft, sondern fast stets „weitergegeben". — Neben diese legale und öffentliche Preffearbeit tritt die illegale Arbeit der Wachsplattenabzüge kHäuserblockzeitungen, Betriebszeitungen usw.) Angesichts solcher Propaganda ist die Unterstützung der heimatverbundenen, christlich orientierten Presse unbedingte Pflicht.
Salzburger Emigranten auf bem Durchzug durch Hessen 1733.
(Eine 200-jährige Erinnerung.]
In dem von Pfarrer Hermann Knodt geordneten Stadtarchiv zu Schlitz befinden sich — wie der EPH. zu melden weiß — zwei interessante Urkunden über den zweimaligen Durchzug von um ihres evangelischen Glaubens willen von Bischof Firmian vertriebenen Salzburger Emigranten, die auch die Namen derselben enthält. Die eine lautet: „Vor die über Frankfurt Hanau Gelnhausen und Lauterbach den 23. Juli all- hier in Schlitz angekommenen 45 Saltzburger Emigranten sind in hiesiger Stadt 90 Gulden gesammelt und bei dermaligem Abzug unter dieselben nach den Köpfen verteilt worden als folget. Die Namen derselben waren: Trattner Buchlau Clausner Biltzecker Ehrenreich Mittelsteiner Finnwarth Trimbacher Lechner Scherck- Hofer Bauer Rauner Bulau. Eine Familie hatte 6 Kinder mit sich. Zehn Jahre später zogen noch 4 weitere Familien durch, deren Namen nicht angegeben sind". Das Begleitschreiben des Lauterbacher Bürgermeisters bemerkt, daß „besagts-nrme Glaubensgenossen sich Zeit ihres zweitägigen Aufenthalts sehr ernst und gottselig aufgeführt, und in ihrem Christentum sich wohl fundiert befinden lassen", sodaß sie allgemein Bewunderung erregten. Sie hatten Salzburg verlassen um ihres Glaubens willen.
Zahlen, die reden.
™ EMI Deutschland gibt für die Mission täglich RM. 20000.—, für französische Riechwasser RMU 325000.—, für die Mission jährlich 7 Millionen, für Lippenstifte aus dem Ausland 11 Millionen. Rußland wendet für dke Propaganda der Gottlosigkeit 4 mal soviel auf wie alle evangelischen Missionen für ihre Arbeit zusammen. Angesichts solcher Zahlen kann man der Missionsarbeit ihre große Berechtigung nicht ab sprechen, zumal von den aufgewendeten Mitteln etwa zwei Drittel im eigenen Lande bleiben und der eige- nen.Mrtschaft WgutekoMmen^
Frankreich, Deutschland und Italien sich auf etwa 65 Milliarden Dollar stellten. Wenn man hiervon die Vorkriegsschulden abziehe, so verblieben etwa 54 Milliarden Schulden aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, die sich wie folgt verteilten: Deutschlands Anteil daran betrage etwa ein Prozent, während für Frankreich 8 Prozent, für Italien 2 Prozent, für Amerika 39 Prozent und für England 50 Prozent verblieben. Das Ergebnis sei im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage der einzelnen Länder phantastisch. Deutschland würde — weil fast schuldenfrei — einer d e r h a u p t s ä ch l i ch - sten Konkurrenten in der Welt sein (?), und man müßte auch mit Frankreich und Italien rechnen. Die amerikanische Regierung habe die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die amerikanische Jugend nicht zum Sklaven auf der wirtschaftlichen Galeere gemacht werde.
Diese Rede hat in Berliner politischen Kreisen größtes Befremden erregt. Harrison glaubt, aus seiner Aufrechnung schließen zu dürfen, daß Deutschland bei einer Schuldenstreichung so gut wie frei von allen Schulden sein würde und im kommenden wirtschaftlichen Wettbewerb an erster Stelle gegen alle Nationen marschieren könnte. Diese Auslassungen sind um so befremdlicher, als Harrison als der kommende Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats gilt. Man hält es für außerordentlich bedauerlich, daß jemand, der für eine so verantwortliche Stellung ausersehen fei, so ungeheuer schlecht unterrichtet sein könne. Berücksichtigt man das Baseler Sachverständigengutachten, so geht schon allein daraus hervor, daß von den im Änsland aufgenommenen Geldern 10,3 Milliarden Mark an Reparationen wieder aus Deutschland herausgegangen find. Die Auslandsschuld hat Deutschland nach wie vor in voller Höhe zu tragen. Erinnert fei ferner an das Lausanner Abkommen. Kein vernünftiger Mensch kann auf die Idee kommen, daß ausgerechnet Deutschland in einer so anerkannt schwachen Wirtschaftslage im wirtschaftlichen Wettlauf besonders gut gestellt wäre.
Au- Hejsen-Aaffau und Aachbargedieten.
Merkblatt für den 2. Dezember.
1547: Fernandez Cortez, der Eroberer Mexikos, gest.— 1805: Sieg Napoleons über die Russen und Oesterreicher bei Austerlitz (Dreikaiserschlacht). — 1852: Proklamierung Louis Napoleons als Napoleon III. zum ereblichen Kaiser der Franzosen. — 1870: Niederlage der Franzosen Bei Villiers-Champigny.
Wer dir und anderen als kalt, hochmütig, unnahbar erscheint, den sieh einmal als das an, was er in den meisten Fällen wirklich ist: schüchtern. Schairer.
Wetterbericht.
An der Vorderseite der über England und dem Nordseegebiet liegenden Tiefdruckstörungen herrscht über dem Kontinent im Bereich absinkender Luftmassen noch vielfach heiteres Wetter. Da das snooffeuröpäische Hochdruckgât jedoch stetig weiter abgebaut wird, kommen wir allmählich in den Bereich der westlichen Störungen. — Vorhersage bis Donnerstag abend: Stellenweise Nachtfrost und zunächst noch zeitweilig heiter, bald jedoch von Westen her stärkere Bewölkungszunahme, die später zu Regen führt, bei südlichen bis südwestlichen Winden tagsüber mild. — Witterungsaussichten für Freitag: Bei südwestlichen bis westlichen Winden verhältnismäßig mildes aber unbeständiges Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
" Fulda, den 1. Dezember 1932.
Oer Dezember.
Die Zeit mag noch so bewegt sein, politisch und wirtschaftlich bewegt — sobald der Dezember kommt, dringt mitten hinein in alle Unruhe und Sorge ein Gefühl der Wohligkeit und die unbestimmte Empfindung, daß nun alles besser werden müsse, daß etwas Freudvolles nahe, daß ein Licht das Dunkel unserer Tage erhellen werde. Nicht nur das Weihnachtsfest, das Fest der Erwartung nnd Erfüllung, bewirkt diese frohere Stimmung, die auch in das Herz der Armen und Verlassenen einzieht — nein, auch die Tage selbst werden bald lichter und heller, denn mit dem astronomischen Wintersanfang, der auf den 22. Dezember füllt, beginnt — so seltsam das auch klingen mag — der Aufstieg zu einem neuen Frühling: die Tage werden wieder länger und nehmen der Nacht immer mehr weg von ihrem Herrschaftsgebiet, so daß wir neue Hoffnung schöpfen; denn wer von uns wäre so niedergedrückt, daß er nicht glaubte, es müsse auch für ihn wieder ein Lenz kommen!
Voller Geheimnisse ist der Dezember, voller Raunen und Flüstern nnd Versteckspiel. Er ist der Wunschmonat der Kinder, aber auch den Erwachsenen ist ein gut Teil von Schönem zugemessen. Mit dem Nikolaustage, dem sechsten Tage des Monats, beginnt das Heimlichtun. beginnt das Schenken und Beschenktwerden, nnd es setzt sich fort über Weihnachten hinaus bis zu des Monats letztem Tage, dem Silvestertage, der mit seiner Lust und seinem Trubel den Höhepunkt des Monats und den Höhepunkt des ganzen verflossenen Jahres bildet oder doch zu bilden scheint. Das Jahr mag noch so trübselig, noch so schwer gewesen sein, — wenn der Silvesterabend da ist, haben wir wenigstens für ein paar flüchtige Stunden das alles vergessen. Gar nicht zu reden davon, daß von Weih- nachten an geheimnisvolle Dezembernächte von allerlei Wunderbarem erfüllt sind, daß allerhand zatlberischc Möglichkeiten ans steigen.
In alten Zeiten, vor tausend und mehr Jahren, wurde der Dezember, in dem der Heiland geboren wurde, Heils monat genannt, und als man ihn später in Ehristmonat umbenannte, bedeutete das dasselbe. Es iverben aber wohl nicht alle wissen, daß er vor der Einführung des Julianischen Kalenders, gleich dem Januar und dem August, nicht 31, sondern nur 29 Tage hatte. Iulius Cäsar erst legte ihm zwei Tage zu, um das Jahr einigermaßen iu Ordnung zu bringen. Daß er bei den alten Römern der zehnte Monat des Jahres war, und daß er davon seinen Namen hat — „deeem" heißt zehn —, dürste schon eher bekannt sein. Was sonst noch von ihm zn sagen ist, gehört, nach all dem Poetischen, das ihn auszeichnet, in das Reich der Prosa und ein bißchen auch — diesmat wenigstens — in das Reich der Politik, was vielleicht ba^ gleiche ist. Daß im Forste die Holzabfuhr beginnt, dat, die Niederjagdzeit zu Ende geht und ähnliche Wirtschaft Uche Ledeutsamkeiton — .das "ll.es ist bestimmt wichtig,